Kongo-Intervention: euräpischer Imperialismus?
Vor und während dem Irakkrieg argumentierten einige Spalter der Friedensbewegung mit der durchaus sinnvollen Persprktive, dass die Massen vom 15.2.03 bei anderen Kriegen, wie dem Eingriff in den Kosovo, stillgelieben seien.
Doch nun bleibt die Institution Indymedia vollkommen still bei der Diskussion um einen deutschen Militäreinsatz im Kongo. wie sollen die Massen denn überhaupt eine Meinung über diesen Konflikt haben, wenn nur die Monopolmedien politische Informationen über Sinn und Zweck eines Einsatzes liefern.
Dieser Artikel soll ein paar Fragen an alle stellen, die meinen, solidarisch denken und fühlen zu können, d.h. konstruktiv geistig tätig zu sein.
Doch nun bleibt die Institution Indymedia vollkommen still bei der Diskussion um einen deutschen Militäreinsatz im Kongo. wie sollen die Massen denn überhaupt eine Meinung über diesen Konflikt haben, wenn nur die Monopolmedien politische Informationen über Sinn und Zweck eines Einsatzes liefern.
Dieser Artikel soll ein paar Fragen an alle stellen, die meinen, solidarisch denken und fühlen zu können, d.h. konstruktiv geistig tätig zu sein.
Haben die wegen des Aspektes Selbstkritik auch postiv zu bewertenden Spalter der Anti-Irakkriegs-Fraktion ein Problem damit, dass eine Intervention im Kongo-Gebiet, wie vermeintlicherweise der Kosovokrieg, auf den ersten Blick rational das kleinste Übel darstellt? Ist es zu schwer auch diesen Konflikt differenziert zu diskutieren? Seid ihr nicht gerade jetzt gefragt? Wird der Kongo beim vierten Golfkrieg in einer Liste mit dem Kosovo geführt und werden die neuen Massen für ihre unkritische Haltung "damals" als Anlass zu Pessimismus genommen werden?
Wo sind die Beiträge über das aus meiner Sicht historische deutsch-französische Vorgehen auf dem afrikanischen Kontinent im selben Jahr des kontroveren "USA-GB vs. BRD-F"-Konfliktes? Kommen wir nun eher unterschwellig zu einem europäischen Sendungsbewusstsein, das besser ist als das amerikanische? sind wir schon eine Interventionsmacht, die zunächst einfache nicht-kontroverse Etappensiege zu erzielen gesucht?
Bitte bleibt aufmerksam und vergesst nicht den Sinn von Indymedia, welcher einer Nischenfüllung nahekommt. Ich will nicht bewerten, ob eine Intervention im Kongo sinnvoll ist und eventuell wahrhaftig das kleinere Übel ist, weil ich dies nicht kann. Das jedoch Nationalstaaten (BRD-F) handlungsfähiger erscheinen als Blauhelme ist eine nicht zu ignorierende Problematik und muss vom linken politischen Spektrum konfrontiert und kommentiert werden, um nicht zu verlieren, was teils gewonnen wurde. Solidarität funktioniert nämlich wie eine Pflanze. Um zu entstehen muss es eine Saat, eine Initialzündung, geben. Von nun an muss regelmäßig gegossen werden, sonst wird eine neue Saat benötigt. Dann warten wir auf den vierten Golfkrieg. Was ich mir wünsche, ist aber eine echtere, ausgewachsenere Solidarität, was harte Arbeit vorraussetzt.
Ich wäre dankbar, wenn die vielen Gruppen, die sich über den Irakkrieg ausgelassen haben, dies nun erneut tun und eine Bewertung veröffentlichen.
Es besteht die Gefahr, dass die Kongo-Intervention zum Tabu der Linken wird, wenn Prinzipien ignoriert werden, die noch vor zwei Monaten herbeigerufen wurden. Tabus verhindern eine authentische Dartellung seiner selbst.
Danke für Ergänzugen und eventuelle Links zu Diskussionsforen, die ähnliche Fragestellungen bezüglich der aktuellen Situation im Kongo thematisieren.
Wo sind die Beiträge über das aus meiner Sicht historische deutsch-französische Vorgehen auf dem afrikanischen Kontinent im selben Jahr des kontroveren "USA-GB vs. BRD-F"-Konfliktes? Kommen wir nun eher unterschwellig zu einem europäischen Sendungsbewusstsein, das besser ist als das amerikanische? sind wir schon eine Interventionsmacht, die zunächst einfache nicht-kontroverse Etappensiege zu erzielen gesucht?
Bitte bleibt aufmerksam und vergesst nicht den Sinn von Indymedia, welcher einer Nischenfüllung nahekommt. Ich will nicht bewerten, ob eine Intervention im Kongo sinnvoll ist und eventuell wahrhaftig das kleinere Übel ist, weil ich dies nicht kann. Das jedoch Nationalstaaten (BRD-F) handlungsfähiger erscheinen als Blauhelme ist eine nicht zu ignorierende Problematik und muss vom linken politischen Spektrum konfrontiert und kommentiert werden, um nicht zu verlieren, was teils gewonnen wurde. Solidarität funktioniert nämlich wie eine Pflanze. Um zu entstehen muss es eine Saat, eine Initialzündung, geben. Von nun an muss regelmäßig gegossen werden, sonst wird eine neue Saat benötigt. Dann warten wir auf den vierten Golfkrieg. Was ich mir wünsche, ist aber eine echtere, ausgewachsenere Solidarität, was harte Arbeit vorraussetzt.
Ich wäre dankbar, wenn die vielen Gruppen, die sich über den Irakkrieg ausgelassen haben, dies nun erneut tun und eine Bewertung veröffentlichen.
Es besteht die Gefahr, dass die Kongo-Intervention zum Tabu der Linken wird, wenn Prinzipien ignoriert werden, die noch vor zwei Monaten herbeigerufen wurden. Tabus verhindern eine authentische Dartellung seiner selbst.
Danke für Ergänzugen und eventuelle Links zu Diskussionsforen, die ähnliche Fragestellungen bezüglich der aktuellen Situation im Kongo thematisieren.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Der Einsatz
Der Kontinent ist u.a. auch von uns geschwächt worden, es ist Zeit, endlich etwas für ihr Wohl zu unternehmen, auch wenn dieses nur einen kleinen Schritt darstellt.
ausführlicher Bericht unter...
Behandelt die oben aufgeworfene Fragestellung aber nicht wirklich, da die Veröffentlichung schon einige Zeit her ist.
How imperialism impoverishes Africa
die ersten zwei kommentatoren
Die kongolesischen Patrioten werden sie lynch
Keine Stimme mehr für die PDS!
DKP?
Krieg ist keine Lösung....
Dass hier wieder menschliches Leid instrumentalisiert wird, dürfte uns nach Recherchen klar werden.
Ausserdem ist es der erste Einsatz einer EU-Truppe, die unabhängig der NATO agiert. Deutschland wird nun also nicht mehr nur innerhalb von Europa, sondern global verteidigt. Wer sich hinter diesen Einsatz stellt, darf auch nichts dagegen haben, wenn deutsches Militär in Deutschland an der Heimatfront (d.h. innerhalb der EU oder auch gegenüber Anti-G8-Demonstranten) Ordnungsmacht spielt.
Bitte Helm abnehmen zum Denken.
@clandestino
Hallo Clandestino,
ich hoffe, auch mir sei es mal gestattet, etwas sarkastisch zu sein, denn mir ging gerade folgender Gedanke durch den Kopf:
Da deutsche Soldaten nun systematisch auf Kinder schießen, sind sie in den "Club" der "Kindermörder" aufgenommen und können dies nicht mehr der IDF vorwerfen, nicht wahr?
@ mohammed und sarah
SO...
Der einzige Grund warum die Deutschen sich nur logistisch am Einsatz beteiligen, ist die nicht geeignete Truppe für den Kampf im Dschungel, Nationalkparks etc. Es würden einfach zu schnell, zu viele Tote (nicht mehr) zurückkommen.
Franzosen und Belgier (die ehemaligen Kolonialherren im Kongo) hingegen sind für Einsätze in Afrika (man erinnere sich nur an Ruanda) speziell ausgebildet.
Die einzige Lösung, auch wenn von der indy-comunity sicherlich nicht gern gehört, wäre das Verschwinden der Europäer, die in Afrika mindestens so verhasst sind, wie die Amerikaner in anderen Teilen der Welt und der zeitgleiche Einsatz massiver afrikanischer Truppen in Katanga (das ist die Provinz um die es im Speziellen geht). Die Soldaten aus anderen Ländern (u.a. Uganda, Ruanda, Angola und Simbabwe) müssten, notfalls mit Waffengewalt, zurückgedrängt werden, die Bevölkerung entwaffnet werden und Katanga vom Rest des Kongos abgetrennt werden. Danach sollte das Gebiet unter afrikanisches, nicht internationales, Protektorat gestellt werden und mit dem Geld, das durch die unglaublichen Rohstoffvorkommen eingenommen werden könnte, der Kongo nach über 30 Jahren Krieg, Diktaturen etc wieder aufgebaut werden. Und zwar als föderalistischer, basisdemokratischer Kongo.
Ein Afrika Experte in Berlin
Vier mal krepiert!!
3 Millionen Tote
Diesbezüglich ist es so, daß es in Afrika neben Völkermorden auch eine Diplomatie gibt und die ist schon seit Jahren dabei, Geld und logistische Unterstützung von den reichen Ländern zu erflehen. Khofi Annan, Politiker aus dem stabilen Ghana, ist bereits seit Monaten dabei, eine Intitiative in Sachen Kongo zu starten. Nun sagen die Industriegiganten: "danke für den Tip Khofi, wir machen da was!" (um es im Jargon Schröders zu sagen) und machen die Tür zum Milliardärsclub zu, um im stillen Kämmerlein zu mauscheln.
Diese Strategie muß schon offen gelegt werden, sie steht auch voll im Kontext zu innereuropäischen Vorgängen, wie sie jetzt in Thessaloniki ausgetragen werden, oder zu der Herausbildung einer Weltpolizei, die durch die G 8 verwaltet wird. Diese wird auch weiterhin den Konfliktgrund Nr. 1 in den einstigen Kolonien pflegen: zentralistische Staaten mit einer der Materialausbeute gewidmeten Infrastruktur in völlig willkürlich gezogenen Grenzen.
Es gibt im Netz eine Fülle von Material zu Afrika, hauptsächlich von 3-Welt-Gruppen aus christlichen Zusammenhängen. Sich hier kundig zu machen, ist kein Problem.
Briten wollen Imperale Weltmacht? bleiben!
68% der Briten, sowie deren US Kriegslüsternde Beherrscher Scene sprechen sich gegen die Einführung des Euro, und der damit einhergehenden Integration in das Friedliebende Europa aus!
Hä?
Wenn Europa nichts tut wird Indymedia meckern dass man sich Blind gestellt hat, wenn man in den Krieg zieht, dass Europa wieder die Kolonialherren spielen möchte!
Wie mans macht, machts mans falsch!
Europa sollte hart durchgreifen, die Kindersoldaten entwaffnen, und schleißlich im Kongo bleiben und für Frieden sorgen, bis sich eine starke Demokratie gebildet hat! Der Einsatz im Kongo sollte als Entwicklungshilfe verstanden werden!
Imperiale Mächte
Ihr Scherzbolde...
Da trennt sich die Streu vom Weizen, mal gucken, wieviel echte Pazifisten übrigbleiben.
@ Kritiker
BERLIN - Einflussreiche Kreise in der deutschen Außenpolitik forcieren eine Neuorientierung der Afrika-Politik, mit der die auf dem Balkan betriebene völkische ,,Neuordnungspolitik" auch auf den afrikanischen Kontinent übertragen würde. Sie treten offen dafür ein, separatistische und regionalistische Organisationen zu fördern. Dadurch sollen ,,Inseln von Staatlichkeit" geschaffen werden, die es ermöglichten, über föderale oder stark dezentralisierte Gebilde ,,zu einem Staat zu kommen, der wieder unser Partner sein kann".
Vorangetrieben wird die neue Orientierung insbesondere von der Berliner ,,Stiftung Wissenschaft und Politik" (SWP), dem größten außenpolitischen think tank Europas, und dem Hamburger Institut für Afrika-Kunde, das zu gleichen Teilen von der Stadt Hamburg und aus Mitteln des Bundeshaushaltes getragen wird. Stefan Mair, Mitglied der Leitung der SWP und des Afrikaberatungskreises des Auswärtigen Amts, sowie Andreas Mehler, Direktor des Instituts für Afrika-Kunde, veröffentlichten bereits im Jahre 2000 gemeinsam mit weiteren deutschen Afrikawissenschaftlern ein ,,Memorandum zur Neubegründung der deutschen Afrikapolitik", das eine Abkehr von den bisherigen entwicklungspolitischen Zielen wie der Armutsbekämfung und die offene Orientierung an deutschen Interessen forderte.
Nach langwierigen Kontroversen um diese Initiative sehen die Initiatoren offensichtlich die Zeit gekommen, die Umsetzung zu forcieren und die Ziele der neuen Afrika-Politik zu präzisieren. In den jüngeren Äußerungen aus dem Auswärtigen Amt sei bereits ,,recht durchgängig" der ,,zwangsläufige Realismus" der deutschen Afrika-Politik zu finden, den sie in ihrem Memorandum gefordert hätten, konstatiert Mehler.
,,Weiße Flecken auf der afrikanischen Landkarte"
Auf einem ,,Jour Fixe" der SWP behauptete zunächst Mair die angebliche ,,Unfähigkeit afrikanischer Staaten, zentrale Staatsfunktionen wenigstens in minimaler Form wahrzunehmen"; das seien ,,Ausprägungen des Verfalls eines ganzen Kontinents". In den 40 Jahren ihrer Unabhängigkeit seien die meisten afrikanischen Staaten dem Anspruch der Staatlichkeit nur de jure, nicht aber de facto gerecht geworden: ,,Staatliche Dienstleistungen konnten nur durch umfangreiche Entwicklungshilfe, territoriale Kontrolle in manchen Fällen nur durch Militärinterventionen seitens der alten Kolonialmächte, der Supermächte oder Kubas aufrechterhalten werden." Diese Staaten seien politisch halbwegs stabil geblieben, solange dem Staat ausreichend Mittel zur Verfügung standen, politische Gefolgschaft durch Entwicklungsprojekte, Posten und Privilegien zu entlohnen. Die beiden Hauptquellen dieser Mittel seien die ausländische Entwicklungshilfe sowie die Kontrolle des Staates über die Wirtschaft gewesen. Die Reduzierung der Entwicklungshilfe und ,,Strukturanpassungsprogramme" hätten die Fähigkeit der Staaten reduziert, wichtige politische Akteure und Gruppen einzubinden.
,,Aufbau alternativer politischer Ordnungsmodelle"
Als Ergebnis sei eine Ausbreitung ,,weißer Flecken auf der afrikanischen Landkarte" zu beobachten, in denen staatliche Ordnung weitgehend zusammengebrochen ist.1) Deshalb müsse die deutsche Afrika- und Entwicklungspolitik den ,,Aufbau alternativer politischer Ordnungsmodelle" in der Region in ihren Mittelpunkt stellen.
,,Inseln von Staatlichkeit" - ,,Unser Partner"
Der Direktor des Instituts für Afrika-Kunde widmete sich sodann den Grundzügen dieser in Afrika durchzusetzenden ,,alternativen Ordnungsmodelle". Der ,,kollabierte Staat" könne nicht mehr stabilisiert werden, deklariert Mehler, nötig sei nun der ,,Staatsaufbau von unten". Viele Staaten verfügten über erstaunliche Repressionskapazitäten, aber nicht über die Unterstützung der Mehrheit der Bevölkerung, hätten also ,,illegitime Gewaltmonopole" hergestellt. Lokale Machthaber hingegen (,,entweder traditionelle Herrscher oder auch religiöse Wortführer") genössen sehr viel mehr Unterstützung als staatliche Repräsentanten, so dass ,,legitime Gewaltoligopole" entstanden seien. Diesen Prozess solle die deutsche Afrika-Politik nutzen und fördern: ,,Man muß hier sehr lokal ansetzen, Inseln von Staatlichkeit erst sichern, dann zu vernetzen helfen." Falls sich ,,Anzeichen für eine Selbstorganisation von Gesellschaft mit dem Ziel der Ausübung staatlicher Funktionen" fänden, sei das unterstützenswert.
Mehler tritt offen dafür ein, separatistische und regionalistische Organisationen zu fördern: ,,Mein Plädoyer ist also, lokale Sicherheitskräfte inklusive solche Vigilante-Gruppen, die sich einer zivilen Kontrolle unterwerfen, in den Mittelpunkt zu rücken und gleichzeitig ihre Einbindung in eine subregionale Sicherheitsarchitektur zu betreiben." Einen weiteren ,,neuen Akzent" sollen ,,lokale, aber grenzüberschreitende Konflikte" bilden, da es so möglich sei, ,,in einem Prozeß der Föderation legitimer Gebilde zu einem Staat zu kommen, der wieder unser Partner sein kann". Für Côte d'Ivoire beispielsweise fordert Mehler bereits eine ,,föderale oder stark dezentralisierte Regierung".
Politische Stiftungen als ,,andernorts koordinierte" Instrumente
Als Instrumente der völkischen ,,Neuordnungspolitik" in Afrika empfiehlt der Direktor des Instituts für Afrika-Kunde die deutschen parteinahen Stiftungen2), die ,,bereits heute eine wichtige Funktion erfüllen und künftig eine noch wichtigere erfüllen könnten". Um die ,,Problemlagen" ,,adäquat behandeln" zu können, sei ein ,,politisches Sensorium und ein Instrumentarium" notwendig, das jenseits klassischer technischer Zusammenarbeit liege. In Bezug auf den ,,Staatsaufbau von unten" hätten die Stiftungen noch ,,Hausaufgaben zu machen"; was sie aber häufig mitbrächten, sei politisch geschultes Personal und Analysefähigkeiten, die man in einem solchen Umfeld brauche. Die Pluralität, die die Stiftungen böten, sei außerdem ,,die beste Gewähr für eine flexible Anpassung nicht der einzelnen Stiftung, aber des Instrumentariums an afrikanische Problemlagen". Mehler kündigt eine noch engere Einbindung der Partei-Stiftungen in die Berliner ,,Neuordnungspolitik" an: ,,Was den Stiftungen vielleicht nicht so gefallen wird, ist, daß ich sie als eher als Instrumentarium und sehr viel weniger als Akteur einer Afrikapolitik betrachte, die natürlich andernorts koordiniert werden muß."
1) In Asien hat Berlin ,,Schwarze Löcher der Ordnungslosigkeit" entdeckt und will sich den ,,fehlgeschlagenen Staaten" der Region fürsorglich widmen. ,,Nation-building" sei auch dort eine ,,strategische Aufgabe" für Deutschland, behauptete der ehemalige Staatsminister im Auswärtigen Amt, Volmer, und kündigte eine ,,Neuordnungspolitik" wie auf dem Balkan an
2) Die angeblich unabhängigen deutschen parteinahen Stiftungen betreiben ihre Politik im Ausland in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt; sie ,,ermöglichen die Umsetzung langfristiger außenpolitischer Prioritäten dort, wo sie mit den klassischen Mitteln des Auswärtigen Dienstes prinzipiell nicht zu erreichen sind").
,,Berlin-Process" für Afrika
EVIAN - Auf Betreiben Berlins sollen die Staaten Afrikas für zukünftige Interventionen im Namen der Menschenrechte zugerichtet werden. Das Nichteinmischungsgebot ist bereits weitgehend aufgehoben, nun sollen die politischen und militärischen Voraussetzungen für Truppeneinsätze in Afrika geschaffen werden.
Der erste bewaffnete Kampfeinsatz der EU-Eingreiftruppe in Afrika, in der Demokratischen Republik Kongo, ist beschlossene Sache, auch die Bundeswehr wird sich beteiligen. Gleichzeitig werden bereits die Grundlagen für weitere militärische Interventionen geschaffen.
Beim G8-Gipfel in Evian wurde über die Umsetzung und Fortführung eines im Jahr 2002 beschlossenen Afrika-Aktionsplans beraten, nach dem insbesondere diejenigen Staaten besonders intensiv gefördert werden sollen (,,enhanced partnerships"), die ein Interventionsrecht in Fällen von ,,war crimes, genocide and crimes against humanity" anerkennen. Das Auswärtige Amt hatte erklärt, der Aktionsplan trage ,,eine klare deutsche Handschrift", es sei ,,gelungen, in ihm zentrale afrikapolitische Anliegen der Bundesregierung zu verankern".1)
Ungehemmte Interventionen...
Uschi Eid, Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium und persönliche G8-Afrika-Beauftragte des Bundeskanzlers, legte in Evian den Umsetzungsbericht zum Afrika-Aktionsplan vor, in dem besonders die Intiativen zur Überwindung der Staatensouveränität auf dem Kontinent lobend hergehoben wurden. Die afrikanischen Staaten haben das von der früheren Organisation für Afrikanische Einheit strikt verfolgte Nichteinmischungsgebot bereits aufgehoben. Das Interventionsrecht der neu gegründeten Afrikanischen Union wurde auf einem Sondergipfel im Februar 2003 sogar über Fälle von ,,Kriegsverbrechen, Genozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit" hinaus auch auf die ,,Herstellung von Frieden und Stabilität" in Mitgliedstaaten erweitert, deren ,,legitime Ordnung ernsthaft bedroht" ist - eine Definition, die jede politisch gewollte Militärintervention rechtfertigen kann.
... mit afrikanischen Hilfstruppen
Die G8-Staaten verabschiedeten nun einen ,,Afrika-G8-Friedensplan" zur ,,Förderung afrikanischer Fähigkeiten zur Durchführung friedenssichernder Maßnahmen", mit dem militärische Mittel afrikanischer Staaten für Interventionen in Afrika verfügbar gemacht werden sollen. Die afrikanischen Regionalorganisationen sollen eigene ,,Friedenstruppen" aufstellen, im gemeinsamen Papier der G8 ,,multinationale Bereitschaftsbrigaden" genannt - eine Initiative, deren Urheberschaft sich Deutschland rühmt. Wenn dann die UNO eine ,,Friedensmission" auf dem afrikanischen Kontinent beschließe, würden diese Soldaten für einen solchen Militäreinsatz unter ein gemeinsames Kommando gestellt, erläuterte die deutsche Afrika-Beauftragte. Die wichtigsten Vorarbeiten und Vorbereitungstreffen hätten in Berlin stattgefunden, weshalb im G8-Kreis vom ,,Berlin-Process" gesprochen werde.
Bei der Umsetzung dieses ,,Friedensplans" soll eine ,,Arbeitsteilung aus den bisherigen nationalen Schwerpunkten" erfolgen: Während insbesondere die USA, Grossbritannien und Frankreich bilaterale Programme der militärischen Peacekeeping-Ausbildungshilfe unterhalten, wird sich Berlin vor allem der ,,zivil-militärischen Zusammenarbeit" widmen und seinen Einfluss in den sicherheitspolitischen Institutionen Afrikas verankern. Berlin finanziert u.a. die Etablierung des ,,Gremiums angesehener Persönlichkeiten" (Panel of Eminent Persons), das die afrikanischen Staaten der Bewertung im Hinblick auf die Einhaltung ,,menschenrechtlicher" Standards unterziehen soll. Weitere deutsche Mittel sollen der Einrichtung eines ,,Menschenrechtsgerichtshofs" dienen, der die Rolle der ,,Menschenrechte und Rechte der Völker" stärken soll.2) Das deutsche Verteidigungsministerium wird ,,Leitlinien für sicherheitspolitisches Engagement" in Afrika erarbeiten, um verfügbare militärische Mittel systematisch auf die ,,Stärkung afrikanischer Fähigkeiten zur Krisenverhütung und -bewältigung", also auf Interventionen auszurichten.
kopiert von
dümmer als joschka gehts nimmer
@clandestino
Was den Kongo angeht: Da die USA nichts gegen den Einsatz zu haben scheinen ihn sogar in der UN unterstützen, richtet er sich wohl auch nicht gegen ihre Interressen (Clandestino: Du und Deinesgleichen können also ruhig für den Krieg sein) Also ist es entweder wirklich irgendwelche humanitäre Hilfe. Wäre nach Ruanda usw. vielleicht Zeichen eines schlechten Gewissens. Oder US und EU Interressen stimmen haargenau überein........Ansonsten plädiere ich auf Schweigen. Keiner blickt in Afrika richtig durch, außer den Schmugglern und Waffenhändlern. Die wiederum haben ihre bezahlten Kojoten sprich Journalisten, die uns hier mit (Des-)Informationen füttern.
Informieren statt (verbal) Intervenieren...
Statt dessen hier lauter kaum versteckter Rassismus („Horden“, „Keiner blickt in Afrika richtig durch“) und reaktionäres Schreien nach (bundesdeutscher) Staatsintervention von sich gegeben.
Wie wäre es, wenn statt dessen überlegt werden würde, wie wir (!!!) zum Beispiel der deutschen Firma H.C. Starck (einer Bayer Tocher), die durch ihren Koltan-Handel mit der kongolesischen Firma Eagel Wings die kongolesische Kriegsökonomie am Laufen hält, das Handwerk legen? (Quelle: Regenwald-Report 1/03)
Zuviel Arbeit. Lieber vor dem Rechner sitzen und Schwachsinn von sich geben...
Deutschland halts Maul!
Es gibt ganz klare Forderungen....
Ich verstehe durchaus, dass man/frau angesicht der Massaker im Kongo unbedingt was tun will. Wir tun allerdings insgesamt viel zu wenig - nämlich für eine gänzlich andere Wirtschaftspolitik hier in Deutschland. Deutschland ist keine Friedensmacht. Hier was zu ändern hilft am meisten. Bereits diese Annahme durch Militär hier was erreichen zukönnen, ist ein Bisschen anmaßend. Die Zeit der Fremdherrschaft im Kongo durch Frankreich brachte wesentlich erst Milizen hervor. Heute sind die Waffen vielleicht besser, aber Unterdrückung durch Gewwalt erzeugt nur längerfristig noch mehr Gewalt.
Krank!
Gib mal ein Beispiel, Armin
@CLANDESTINO
Beispiele?
Das Posting um 16:56 belehrt uns nebenbei, daß ein bloßes Hinterfragen von Ethnien und Clan-Wirtschaft - den im Moment vorherrschenden Machtstrukturen in der Republik Kongo - bereits als "völkisch" abzulehnen ist.
Der Mensch um 20:45 sieht im Gebrauch des Wortes "Horden" für marodierende paramilitärische Gruppen "kaum versteckten Rassismus".
Das mit den "rot-grünen-Auschwitzleugnern" fand ich nicht mehr, allerdings die sich unweigerlich einstellende Gegenreaktion auf solche Satzfragmente.
Wenn wieder derlei heftig mit dem Nazi-Stempel gewinkt wird, dann kann da nix Gutes mehr nachkommen, das lehrt ein Blick auf 1000undmehr vergangene Indymedia-Seiten. Mir ist es bereits vergangen, aber es soll ja Leute geben, die das für eine konstruktive Auseinandersetzung halten.
... ... ...
Alles andere sind mal wieder Unterstellungen und Beleidigungen, das übliche (gää-hään)... "ich und meinesgleichen", denen schwere psychische defekte attestiert werden, werden uns dazu allerdings nicht mehr äussern: ätsch & prost.
Was gibt es denn für eine Lösung?
Durch Nichtstun wird nur wieder eine Katastrophe wie in Ruanda damals passieren. Da sah die Welt zu...tatenlos. Die Folge: die Hutus und die Tutzis metzelten sich gegenseitig nieder.
Natürlich gibt es sicher auch die Gefahr, dass solch ein Einsatz imperialistisch ausgenutzt wird. Dagegen muss man vorgehen. Aber nicht jede Friedenstruppe hat zwangsläufig den Zweck, in die Welt zu gehen und zu versklaven und zu plündern.
Ich frage: Wie soll eine nicht-militärische Lösung aussehen? Manchmal mussman einfach pragmatisch handeln um Menschen zu retten.
Es kommt mir so vor als läge den selbsternannten 'Pazifisten' der eigene Idealismus mehr am Herzen als die Menschen dort.
Man soll dort...
Leo
Die Welt schaute in Ruanda vielleicht tatenlos zu, nicht aber gewichtige Kreise in der französischen Außenpolitik, die den Völkermord fleißig mit anschürten. Auch jetzt werden die Interessen der Politiker andere sein, als die, die sie öffentlich ausposaunen. Es ist nötig, ihnen hier auf die Finger zu klopfen, damit eine militärische Intervention im Rahmen der bereits existierenden Friedensinitiativen afrikanischer Länder abläuft und nicht eine europäische Polizei-Aktion wird.
Es gab in Ruanda kein gegenseitiges Gemetzel, sondern Massenmord rein an Tutsi und gemäßigten Hutus. Dieses wie gesagt im Interesse Frankreichs, das hinter der verstärkten Etablierung der Tutsi angelsächsische Interessen vermutete.
Nicht jede Friedenstruppe hat zwangsläufig den Zweck, in die Welt zu gehen um zu versklaven, aber diese hier ganz gewiß, denn sie beginnt sich der Kontrolle weiter Kreise zu entziehen und wird am Ende noch von Frankreich dominiert - der Bock als Gärtner, auf daß der Ruf der Fremdenlegion gewahrt bleibe. Besonders ekelhaft ist, daß deutsche Offiziere bei diesen Mordbanden in die Lehre gehen sollen.
Zu der momentan heraufziehenden europäischen Intitiative muß man ganz klar sagen: nein! Die sollten ihre bestens ausgerüstete Armee gefälligst zum Nulltarif unter das Mandat der UNO stellen und ansonsten das Maul halten. Oder noch besser: den westlichen Firmen, die die Geldströme dort zu den Schlächtern leiten, mit Enteignung drohen. Da die beides natürlich nicht machen, könnte unsereins ja ein paar Angriffe gegen die Profiteure starten und dieses Konstrukt der Weltpolizei, diesen Rückfall in die Zeiten des frühen Kolonialismus, thematisieren.
Zustimmung. Sind es doch die von den CDU-Wählern so gelobten militärischen Mittel, die das Leid erst verursacht haben!
Schon komisch, wie hier Ursache und Wirkung verdreht werden. Fast wie die Antideutschen, die Hitler zum Pazifisten machen...
Köstlich...
Ich bin mir sicher, dass ich dann genau die gleichen Leute hier wiedersehen würde, die sich darüber beklagen, dass wir Afrika im Stich lassen...
Ich bin für den Einsatz im Kongo, irgendjemand muss nunmal diese Massaker verhindern - wobei man geteilter Ansicht sein kann, ob das nicht eher eine Aufgabe für die UN wäre...
Ich bin mit Sicherheit kein Freund Israels, aber den Terror der Palästinenser gegen die Zivilbevölkerung kann ich - im Gegensatz zu anderen hier - nicht gutheissen.
Ciao
nicht nur europäische abzocker
Rohstoffe statt Menschen
die Amis interessier's nicht also darf Europa. In Zeiten sich massiv verschärfender Konkurrenz auf dem 'weltmarkt' werden immer öfter militärische Mittel zu Marktzwecken eingesetzt - Plünderungökonomie
Krieg generell abzulehnen ist kein unreklektiertes Maral-Dogma, sondern das Ergebnis einer Analyse, die feststellt, dass in es in heute keinen gerechten/gerechtfertigten Krieg geben kann, weil der Markt gestimmt, wo's lang geht und nicht die Menschen - wenn menschen dabei gerettet werden, ist das quasi ein Nebenprodukt, aber da es im Grunde keine Rolle spielt, ist das eben unsicher und kann auch ins Gegenteil umschlagen.
Interessanter Spiegel-Artikel:
Soziale Revolution von unten gegen Staat, Geld, Privateigentum und Krieg
Amerika viel gut