Matrix: Debugged

Die Wahrheit ist irgendwo da draußen 22.05.2003 21:47 Themen: Antirassismus Gender Globalisierung Kultur Medien
Matrix: Debugged

Der Film Matrix und nun auch seine Sequels sind zweiffellos sowohl ein kulturelles als auch wirtschaftliches Phänomen. Allgegenwärtig umgibt uns die Matrix erneut in allen Medien. Diesmal aber "reloaded", deutlich vehementer und unübersehbarer. Es ist so gut wie unmöglich sich der Matrix zu entziehen, was bleibt, ist sich damit eingehender zu befassen als die oberflächliche Werbehysterie, die vor allem die technischen Finessen herausstellt.
Während Neo inzwischen offenbar weiß was die Matrix ist, scheinen die meisten Anderen nur die von ihr gezeigte Scheinwelt wahrzunehmen. Sehen wir uns also den Quelltext an und damit wie die Matrix funktioniert.
Wir wollen uns der Matrix mit folgenden Fragen nähern:
- läßt sich Matrix als System- oder sogar Kapitalismuskritisch betrachten?
- welche Versatzstücke finden sich in Matrix?
- Enstehen der Matrix-Trilogie, eine Perfektionierung kulturökonomischer Produktionsweisen
- was steckt noch an unterschwelligen Aussagen in der Matrix? ( "Rasse", Geschlecht, Queer?, Zweierbeziehung und Hierarchie)
- welche Vorschläge bietet Matrix zur Überwindung herrschender Verhältnisse?
- welche Werke sind der Kontext von Matrix?

Im Folgenden wird also der Versuch unternommen eine radikale Kulturkritik auf den Film anzuwenden und der Frage nachgegangen inwieweit er systemkritisch ist.
Darüberhinaus soll darauf eingegangen werden wie ein solches Produkt tatsächlich bei den Menschen vorhandene Sehnsüchte aufgreift und vorherrschende Muster bestätigt.
    Ihr habt sie alle schon gehört, gelesen und anderweitig vernommen, die Superlative, die Zahlen, die uns das formvollendete Sequel, Matrix: Reloaded anpreisen. Das kann an dieser Stelle also außen vor bleiben. Nur Kurz, der Inhalt, die Matrix ist eine allumfassende Simulation. In ihr wird einer zukünftigen Menschheit eine Welt wie wir sie heute kennen vorgegaukelt. Die Menschen sind in Wirklichkeit Sklaven die ihre Körperenergie für Maschinen hergeben müssen. Alle sind in dieser Illusion verhaftet, bis auf einige Rebellen die aufgeweckt und abgestöpselt wurden. Im neuen Teil sind es einige mehr als die bisher bekannte Gruppe, es gibt eine ganze unterirdische Stadt die natürlich von einer Maschinen-Armee bedroht ist. Diese Aufgeweckten versuchen sich zu wehren, vor Allem dank der Hilfe vom Auserwählten, Neo, der die Matrix am Ende des ersten Teils beherrschen oder zumindest verändern lernt. Er erblickt sie im Quelltext.

Bereits im ersten Teil, der für einen Hollywood-Film als erstaunlich tiefsinnig und philosophisch, geradezu intellektuell gilt, sahen Viele einen Aufruf zur Rebellion, ja eine Kapitalismuskritik.

- läßt sich Matrix als System- oder sogar Kapitalismuskritisch betrachten?

    Viele Artikel im Internet lassen diesen Schluß unumwunden zu. Das Thema des Films wird ungefähr wie das des Standardwerks des Antikapitalimus, Empire, beschrieben:
"Als reinen SF-Film betrachtet, hat er seine konzeptionellen Probleme. Er funktioniert viel überzeugender als Allegorie auf das Stadium des High-Tech-Kapitalismus im Zeitalter seiner Globalisierung. Niemand kann der "Matrix", dem System der Macht, das die Gesellschaft durchzieht und sich in vielfältigen Netzen verzweigt, entkommen."Link
Doch damit nicht genug:
"Larry und Andy Wachowski haben einen Hollywood Film von großem Wert gemacht -- ein großartiges Geschenk an die revolutionäre Bewegung, sowohl politische wie artistisch ausgezeichnet wegen seiner besonderen Wirkung in der Darstellung. Keine primitives Konzept sondern es berührt viele wichtige Bereiche des revolutionären Denkens."Link
Es sei einfach nur erforderlich das fehlende Puzzle-Stück zu ergänzen:
"Wenn man sich aber beim Wort "Matrix" den Kapitalismus denkt, dann gewinnt der Film eine ganz neue Bedeutung und er wird nochmal so gut... siehe die Originalzitate aus dem Film auf dieser Seite."Link
Das erstmal bewußt gemacht steht einer bissigen Analyse nichts mehr im Wege wie es scheint:
"Die matrix ist alles, die ganze welt ist nur simuliert von computern eines universalen internets, die welt nur ein traum.

Jedoch: dieser traum ist, wie die computer verlauten lassen, nichts anderes als spätkapitalismus. Der plot ist ein typisches cyberpunkszenario, die computer haben die weltherrschaft errungen, halten die menschen künstlich im schlaf, um ihnen ihre energie abzuzapfen . Das problem ist: Wie sie im schlafzustand halten, ohne dass sie zu je aufwachen, aber auch ohne dass sie zu schnell dahinsiechen. Der erste versuch war eine 'brave new world', die verabsolutierung des lustprinzips. Die organismen hielten sie nicht aus, der ständige rausch ließ sie krepieren. Um sie zu "kings of infinite space" in ihren kleinen nussschalen zu machen, jedoch ohne "bad dreams", griffen die computer zu einem anderen szenario: Hochkapitalismus. 1999 anstatt 1984. Aus dem ist noch keiner wieder aufgewacht..."Link
Diese Sichtweise ist nicht falsch, sie ist aber auch nicht richtig sofern sie so tut als sei sie die einzige Interpretation des Films. Matrix ist nämlich auch in dem Sinne allumfassend, daß es jeder Zielgruppe die ihr gewünschten Interpretationen liefert, nach dem Prinzip "one size fits all". Eine Frage von Angebot und Nachfrage, "ihr wollt Antikapitalismus? Kein Problem, wir nehmen auch Kreditkarten und Checks!"

Nichtsdestotrotz kann die Matrix auch zu Quellen eines wirklichen und direkten Antikapitalismus führen:
"Als eine zivile Form des beispielsweise in dem Film 'The Matrix' gefeierten Cyberkämpfers gilt die Gruppe ®TMark"Link
Doch diese führen allzuoft auch über den Schlund des Kapitalismus selbst:
"Die rote Pille Antwort auf die Frage: Was is die Matrix"Link
Denn eins ist sicher, der Kapitalismus ist im Gegensatz zum "Kommunismus" im Sinne des ehemaligen Ostblocks derart flexibel, daß er in der Lage ist jegliche ihm gegenläufige Tendenzen zu vereinnahmen und für seine Zwecke umzufunktionieren solange sie sich an seinen Regeln halten. Wie in der Matrix bei dem Kampf gegen die Agenten: solange ich die Gesetzmäßigkeiten der Matrix anerkenne aber nicht durchschaue und überwinde habe ich keine Chance gegen die Agenten. Kurzum, der Kapitalismus verdient gut am Antikapitalismus, auch am direkten, sofern dieser die Vertriebswege des Systems nutzt.

Sehen wir uns mal die dem ersten Teil innewohnende Produktpalette an Versatzstücken an die auch wirklich jedem Kundenkreis die gewünschten Assoziationen liefert. Oder neutraler gesagt, widmen wir uns dem typischen postmodernen "Eklektizismus", also dem scheinbar willkürlichen Bedienen im Fundus der bisherigen kulturellen Produktion der Menschheit. Dieser Eklektizismus ist eine Art Collage-artiger Umgang mit der Kultur, also allem was uns umgibt wie Musik, Film, Literatur, Wissenschaft...
Fragen wir also:

- welche Versatzstücke finden sich in Matrix?

    Es sind wie gesagt soviele, daß nur auf einige der offensichtlichsten oder für uns interessantesten eingegangen werden soll, dies soll vor Allem zeigen wie gekonnt die Zielgruppen bedient werden aber auch wie das eklektische Anreichern mit Zitaten eine Art Tiefe enstehen läßt.
Es werden (aufgezählt in lose alphabetischer Reihenfolge) etwa Anarchisten bestätigt:
"Dargestellt werden die anarchistischen Ideen z.B. durch das Schlußplädoyer von Neo (Keanu Reeves), in dem er kämpferisch das Streben der Gruppe gegen jegliche Form von maschineller Herrschaft verdeutlicht und den anarchistischen Freiheitsge-danken als Alternative darstellt."
Link, aber vielmehr und deutlicher etwa die Fans von Alice im Wunderland denen plakativ das weiße Kaninchen vor den Augen herumhüpft, oder Christen, denn Matrix wird als eine Art Neuverfilmung der Bibel gefeiert wo Neo der Messias ist. Und zweiffellos, das ist er, er ist der Erlöser, er soll die Menschheit vor der Hölle die die Maschinen erschaffen haben retten. Doch nicht nur die Christen haben ihren Messias, auch die weniger gottgläubigen Philosophen jeglicher Art finden sich bestätigt. Da wird sehr gern auf Descartes verwiesen um ein Wenig Name-Dropping zu betreiben. Viel zentraler ist jedoch Baudrillard und seine Theorie der Simulacra die in ihrer Essenz aussagt, die heutige Welt sei nur eine Simulation weil die "Wirklichkeit" nicht mehr direkt erfahrbar ist sondern ausschlielich durch nicht nachprüfbare Medien verbreitet wird. Ein Paradebeispiel für diese Theorie war der 2. Golfkrieg 1991, bei dem erfolgreich vermittelt werden konnte, daß ein Krieg bei dem hunderttausende Iraker getötet wurden eine Art sauberes unblutiges Computerspiel ist.
Baudrillard, der bereits zuvor eine Art Popstar der Wissenschaft war, wird dementsprechend durch ein gekonntes Product Placement in Szene gesetzt, sein Buch erscheint im ersten Teil als eine Art Schmuckschatulle. So kann sich jede/r Intellektuelle auf die Schulter klopfen.
Natürlich, weil Neo ein "Hacker" ist, können sich auch etwa Linux-Begeisterte erfreuen, denn in "Reloaded" benutzt zumindest Trinity Linux.
Eine weitere zentrale Philosophie wird direkt vorgeführt im ersten Teil, der Zen-Buddhismus, der seit Längerem in der westlichen Kultur "en vogue" ist. Zen, sagt im groben ebenfalls aus, daß die Realität im Kopf ensteht. Ein/e Zen-Meister/in erreicht einen höheren "Bewußtseinszustand" in dem die Gedankenwelt dank einer harten Meditationspraxis bezwungen und beherrschbar wird. Die ursprünglich menschlichen Reflexe sollen wiedergewonnen werden, eine verstärkte Aufmerksmakeit den Blick auf eine von Illusionen vernebelte Welt freigeben. Insofern ist der Satz "es gibt keinen Löffel" als Wink mit dem Zaunpfahl zu verstehen. In diesem Sinne gibt es direkte Bezüge zu Zazen, etwa "Den Löffel gibt es nicht - Eine Interpretation aus dem Zen-Buddhismus". Aber auch andere religiösen Traditionen bleiben nicht außen vor, nicht umsonst heißt "Zion" so, ein direkter Verweis auf Jerusalem und die jüdische Kultur. Doch weil die "Zionisten" hier eher "schwarz" sind, erinnert das manche wohl eher an die Rastafaris.
Denn wie erwähnt, Matrix versteht es hervorragend jede/n mit dem zu versorgen was gewünscht wird. Eine ideale Projektionsfläche. Jede/r sieht genau das was sie oder er sehen kann und will.
Damit wird die Matrix-Trilogie dem jetzigen Stand der Kulturtheorie gerecht, der verkürzt besagt, daß der menschlichen Kultur einige wesentliche und in Abwandlungen wiederkehrende Mythen (im Sinne von erzählungen, Geschichten) zugrundeliegen. Diese kehren nur in unterschiedlichen Gewändern zurück, leicht abgewandelt und an den zeitlichen Kontext angepasst. In diesem Sinne ist die Matrix also doppelt zeitgemäß. Sie schafft es aber auch die Mythen so zusammenzufügen und zu verdichten wie das vorher nicht üblich war. Damit sind die Filme formal eine genaue Abbildung der Postmoderne. Alles ist irgendwie vorhanden und besteht nebeneinander. Es gibt dazu natürlich eine eigene Theorie, die der Intertextualität, die besagt, daß alles schon gesagt wurde und nur ein leicht abgewandeltes Zitat ist. Matrix bedient sich diese Mechanismus scheinbar bewußt: es gibt nichts neues was wir sagen können, also nehmen wir von Anfang an das Alte, sagen es nochmal, aber vermischt und neu verpackt. Diese Technik, die es seit den fünfziger Jahren bereits gibt, genannt Cut Up, wird aber im Falle von Matrix reaktionär eingesetzt um bestehende Botschaften des Status Quo (des bestehenden Zustands) zu wiederholen und bestätigen.
Versuchte Cut Up noch, revolutionäre Inhalte dank einer zerstörten vorherrschenden Form zu befördern, in der Tat, die revolutionäre Form sozusagen als Inhalt selber zu befördern, ist es bei Matrix ein festes Gefüge das am Ende im Raum steht, keine Dekonstruktion und Befreiung von der typischen Form die aufgrund ihrer Verzahnung mit den bisherigen Inhalten eben nur reaktionäre Inhalte befördern kann.
Einfacher ausgedrückt: Ein amtliches Schreiben kann nicht als Liebesgedicht funktionieren. Wenn Form und Inhalt nicht übereinstimmen, bestimmt die Form den Inhalt, das amtliche Schreiben kann sich "Liebesgedicht" nennen, es bleibt aber ein amtliches Schreiben. Genauso wie ein antikapitalistisches Produkt (und Matrix selber ist nicht mal ein solches) immer ein prokapitalistisches bleibt solange es im kapitalistischen Sinne vermarktet wird.

- Enstehen der Matrix-Trilogie, eine Perfektionierung kulturökonomischer Produktionsweisen

    Wir haben also gesehen, daß obzwar die Filme selber System- oder sogar Kapitalismuskritische (neben unzähligen anderen) Lesarten zulassen, die Form des Inhalts nicht formal systemkritisch ist. Höchstens die technische Seite kann als konsequente Fortentwicklung der bisherigen Technologien als "bahnbrechend" bezeichnet werden. Formal bleiben sie aber die aus dem Hollywood-Kino altbekannten Materialschlachten, nur eben weiterentwickelt, nach dem kapitalistisch einzig vertretbaren Prinzip "Wachstum", also "schneller, höher, weiter". Die formale Anpassung an die Postmoderne bedient sich ihrer Methoden (Eklektizismus, dem Bedienen im Supermarkt der Kulturgeschichte). Sie geschieht aber nicht im Sinne des postmodernen Hinterfragens der vorherrschenden Mechanismen. Stattdessen nutzen die vorherrschenden Mechanismen die Methoden der Postmoderne um sich selber zeitgemäß zu verbreiten.
Damit geht eine weitere Rationalisierung des Produktionsprozesses einher. Erstmals werden gleich zwei Sequels eines Blockbusters nacheinader im Akkord abgedreht und in kurzen Abständen auf den Markt geworfen. Rundherum passiert eine auf verschiedenste Medien ausgeweitete Marketingkampagne. Das ist kein reines Merchandising mehr von Fanartikeln sondern eine breitgefächerte Eroberung von "verwandten" Life-Style Märkten. Die Produktpalette reicht von der Matrix-Mode, den Animationsfilmen (Animatrix), den obligatorischen Computerspielen bis zu den speziell hierzulande, von der sonst als kundenfeidlich eingestuften Deutschen Bahn, eingesetzten Sonderzügen, die Fans zu den ersten Vorstellungen fuhr. dpa meldete "Rund 1600 Film-Fans sind in dieser Woche in Sonderzügen zu Filmvorführungen von "Matrix Reloaded" unterwegs. Die Ausstattung der Züge soll nach Bahnangaben an die virtuelle Film-Welt erinnern. An Bord drehe sich alles um die Abenteuer von Hacker Neo. Außerdem gebe es Filme und Videospiele."
Spätestens hier wird deutlich, daß jedwede zaghafte Kapitalismuskritik die die Filme beinhalten mögen tausendfach von der tatsächlichen kapitalistischen Praxis der synergetischen massenmedialen Vermarktung ausgelöscht wird. Im Gegenteil, durch ein gesamtgesellschaftlich relevantes Kulturphänomen wird eine in der Postmoderne durch Zersplitterung verlorengegangene "Volksgemeinschaft" wiederhergestellt. Endlich haben wieder alle gemeinsam teil an einem von oben diktierten Massenspektakel. Die vorgebliche Vielfalt fügt die vielfältige Multitude zu einer homogenen knetbaren Masse zusammen - als Konsument/inn/en von Matrix.

Bisher haben wir uns den eher offensichtlichen und erfreulichen Interpretationen von Matrix gewidmet, doch die Frage stellt sich natürlich:

- was steckt noch an unterschwelligen Aussagen in der Matrix?

    Da die Matrix-Trilogie in einem bestimmten soziokulturellen Kontext enstanden ist, spiegelt sie dessen Eigenheiten wieder. Aber auch ganz banale Regeln der Hollywood Film-Industrie werden aalglatt vor Allem im zweiten Teil befolgt.
Die zerrüttete USA des Spätkapitalismus und ihr neokonservatives Leitbild finden sich zum Beispiel in den Darstellungen der einzelnen Charaktere wieder.
Dazu gehören vor Allem die der "Rasse" ein weiterhin sehr heißes Thema in den USA, des Geschlechts und vieler gesellschaftlicher Konstrukte wie Zweigeschlechtlichkeit, Paarbeziehung, Heterosexualität, Hierarchie und ähnlichem ideologischen Ballast des herrschaftlichen Status Quo.

-- "Rasse"
Was Viele nicht glauben wollen ist, daß Hollywood-Blockbuster-Regisseure normalerweise ganz bestimmte Plot-Vorgaben erfüllen müssen. Es gibt Vorgaben und Tabus. Dazu gehören etwa die "rassische" Aufteilung. Ich bitte das Verwenden dieses Begriffs "Rasse" zu entschuldigen, er ist leider nötig. So darf zum Beispiel ein schwarzer Hauptdarsteller (männlich) keine Beziehung mit einer weißen Frau eingehen. Sie dürfen nur auf freundschaftlicher Basis miteinander verkehren. Dies ist ein Tabu, daß sich noch aus der Sklavenzeit hält und relativ nachvollziehbar etwa in der Biographie von Malcolm X beschrieben ist. Spike Lee durchbrach das Tabu indem er einen Film drehte der genau das behandelte, "Jungle Fever".
Natürlich hat also Neo das vorrecht mit Trinity zusammenzukommen, eine Affäre mit Morpheus oder anderen "Schwarzen" aus dem ersten Teil ist also undenkbar. Auch wenn ein deutscher Regisseur das Tabu schon mal durchbrochen hat und Will Smith als fast alleinigen Hauptprotagonisten in "Independance Day" einführte (Will Smith) ist die Vorgabe aber auch nach wie vor, daß "rassische Minderheiten" nur in ihrer in der US-Bevölkerungszahl vorhandenen Minderheit vertreten sind. Der rechte Multikulturalismus hat dies insofern erweitert, daß Minderheiten als sloche auftauchen müssen, vergleichbar mit den Werbespots von Tommy Hilfiger. Dieser negative Multikulturalismus benutzt das Wort multikulturell als Synonym für "rassisch". Demnach unterscheiden sich Kulturen und dürfen nicht vermischt werden. Sie dürfen nebeneinander in ihren zugewiesenen Millieus bestehen.
Deswegen rettet nicht Morpheus die Welt sondern Neo. Natürlich auch weil sich die vornehmlich weißen Jugendlichen Kino-Zuschauer mit einem der ihren identifizieren können und die weißen Zuschauerinnen in ihn verlieben.

Formal bleibt Morpheus also eine Art Assistent von Neo, um nicht zu sagen Diener. Die "rassischen" Zuweisungen werden also bestätigt und verstärkt. Auch etwa der Umstand, daß Morpheus Ex-Freundin ebenfalls eine "woman of colour" ist in "Matrix: Reloaded". Die Herangehensweise einer emanzipatorischen Kultursicht aber sollte sein, die Gleichheit und die freie "Vermischung von Kulturen" zu unterstützen.

-- Geschlecht
Doch wie sehen die Geschlechterrollen aus in der Matrix? Zuerst einmal hat es den Anschein als ob durch Trinity die geballte Kraft der Emanzipation zuschlägt, buchstäblich. Auch die andere Frau von der anfänglichen Gruppe die so kurz auftaucht, daß ihr Name nicht relevant sein soll, geht nicht zimperlich mit der Waffe um. Eine weitere prominente und auf den ersten Blick positive Frauenrolle hat das Orakel.
Doch was sagen die sogennanten "Gender Studies" die sich aus den "Feminist Studies" entwickelt haben?
"Gender Studies sessions offered plenty on the subject of film: ... Lidija Milic, of State University of New York, on The Matrix ("Mothers, Priestesses, Lovers and Black Leather"), ... argued very convincingly that the female lead in the film is presented first as strong, dangerous and almost androgynous but mutates as the film progresses into a cardigan-wearing "girl" content to mop Keanu Reeves' brow as he saves the world." Also kurzgefasst, es scheint so zu Anfang und wird am Ende doch ins Gegenteil verkehrt. Außerdem ist es eine zweifelhafte Emanzipation der Frau, die darauf beruht, daß Frauen ebenbürtig mit Männern, kämpfen und töten dürfen und müssen. eine Emanzpation wie sie auch die US-Army praktiziert die ihren Soldat/inn/en den köerperlichen "Verkehr" miteinander verbietet, sei es zwischengeschlechtlich oder gleichgeschelchtlich um die Moral der Truppe nicht zu schädigen.
Die Rolle des Orakels als eine Art mütterrlicher Archetyp, umgeben von Kindern, und immer einen guten Rat bietend, ist auch keine emanzipatorische sondern eine festgefügte Rollenmodelle bestätigende.
Was auch noch auffällt ist die relative Männlichkeit von Trinity, sie ist nicht wirklich feminin im traditionellen Sinne (keine langen Haare etwa) aber auch sie trägt eien Art Lack und Leder-Outfit das nicht nur für die Fetisch-Szene eine Attraktivität herausstellt die sich auf Betonung der körperlichen Reize stützt. Eine Frau muß also nicht nur kämpfen können wie ein Mann, sie muß auch noch trotzdem sexy sein. Das sind die Postulate die Matrix unterschwellig formuliert. Im zweiten Teil wird das Bild von einer klassischen Verführerin und Femme Fatale eingeführt um das Ensemble der Archetypen zu vervollständigen. Niobe, eine weitere neu eingeführte weibliche Figur, darf sich auch über enganleigende Outfits freuen, die so attraktiv sind, daß ihr
Gesicht dann anscheinend auch weg kann.
Leider wird somit die Frau auf ihre angestammten Rollen reduziert, bzw. sie muß sich in den vorgegebenen männlichen zusätzlich bewähren. Ob Geliebte, Mutter oder Kämpferin, alle kämpfen in Matrix für das Patriarchat indem sie weibliche Zwangsrollen festschreiben. Es ist dann auch kein Postfeminismus der einer starken Frau erlaubt sexy auszusehen. Eine starke Frau sieht dann sexy aus wenn sie es will, sie braucht sich nicht auf dem Partnermarkt in enganliegenden Kostümen feilzubieten vor allem wenn solche an den Aufzug vom Straßenstrich erinnern. Auch da war selbst das Hollywood-Kino deutlich weiter. Die Alien-Reihe in der Sigourney Weaver in ihrer ganzen Menschlichkeit ohne vordergründige Reize ihre Weiblichkeit so vielschichtig wie sie ist darstellen konnte. Unvergessen vor Allem der 3. Teil wo sie mit rasiertem Schädel und als Mutter vom Alien-Nachwuchs sozusagen gegen diese Vergewaltigung ankämpfte.

-- Queer?
Auffällig auch was fehlt: Homosexuelle. Auch hier wird der reaktionäre Charakter von Matrix deutlich, alles in dem Film will den Eindruck vermitteln "abgefahren" zu sein und zukunftsweisend, doch wird die Reduktion auf die bürgerliche Zweigeschlechtlichkeit wieder eingeführt. Es scheint aber keine gleichgeschlechtliche Liebe zu geben. Eine Gesellschaft in der Liebe aber nur von der Reproduktion und anderen Zwängen bestimmt ist, also nicht von freier Wahl der Geschlechtspartner/innen ist keine zukunftsweisende, im Gegenteil.
Doch die Queer Studies können uns bei der Interpretation im weiteren Sinne helfen. Diese versuchen nämlich das frühere Hollywood-Kino nachträglich nach versteckten Hinweisen auf Homosexualität zu durchsuchen. So entdeckten diese etwa in Western Colt-Vergleiche als eine Art Sinnbild (Phallussymbol) für den Penisvergleich unter (schwulen) Männern. In einem Film aus den Fünfziger Jahren, einem erzreaktionärem Jahrzehnt. So ähnlich funktioniert die antikapitalistische Interpretation von Matrix. Es wird versucht die wenigen potentiellen Hinweise umzudeuten. Warum? Weil das Thema, ein Thema das viele beschäftigt, völlig unterrepräsentiert ist.

-- Zweierbeziehung und Hierarchie
Ansonsten werden weitere Rollenmuster primitiver gesellschaftlicher Organisation bestärkt. So hat Morpheus offenbar Vorgesetzte in dem 2. Teil. Neo und Trinity haben eine brave Ehe-ähnliche Beziehung die nach dem am besten von Erich Fromm analysierten Prinzip funktioniert, "wir beide in unserer intimen Beziehung kämpfen gegen die feindliche Außenwelt". Ein typisches Muster im Kapitalismus, zu Hause in der Zweier-Beziehung auftanken für den Kampf draußen gegen den Alltag. Viele Artikel beziehen sich direkt darauf, daß Neo und Trinity ihre Kraft aus der Liebe zueinander ziehen. Daran ist erstaml nichts verurteilenswertes, nur kann dieses reaktionäre Muster nicht aus der Isolation und Entfremdung der kapitalistischen Gesellschaft herausführen. Nur die soziale Einbettung in eine Gruppe, eine gleichberechtigte, also eine Art Kollektiv, kann die Isolation des Einzelnen erfolgreich überwinden. Für jedes herrschaftliche System ein Greuel, eine solch organisierte Gruppe ist nämlich Voraussetzung für jeglichen politischen Widerstand. Kein Mensch organisiert eine Demo oder "besetzt" ein Haus allein. Die im ersten Teil als Kollektiv daherkommende Besatzung war da vielversprechend. Das Versprechen wurde nicht eingelöst. Im zweiten Teil wird mehr auf die Hierarchien Wert gelegt, Morpheus ist Kapitän und muß die Loyalität des neuen Steuermanns sicherstellen.
Die für Hollywood-Filme obligatorische Liebesbeziehung samt dazugehöriger Szene wird im zweiten Mal konsequent den Hollywood-Regeln folgend umgesetzt. Die Hierarchien werden betont. Auch das macht etwaige systemkrtische Interpretationen wieder wett.

- welche Vorschläge bietet Matrix zur Überwindung herrschender Verhältnisse

    Auch hier werden emanzipatorische Ansätze klein geschrieben in Matrix. Schlicht gesagt befürwortet der Film hauptsächlich zwei Ansätze:
a) den bewaffneten Kampf
und
b) den virtuellen Kampf.
Vor Allem a) mag in Zeiten des ewigen 12 September verwundern. Denn streng genommen ähnelt die Gruppe aus der ersten Matrix zum Beispiel der RAF oder einer "Hit and Run"-Stadtguerilla. Dieses seit mindestens 10 Jahren als gescheitert geltende Modell einer Art revolutionären Avantgarde die für sich das Monopol beansprucht als einzige die Wahrheit zu kennen ist ein hochgefährliches und antiemanzipatorisches. Es soll an dieser Stelle nicht weiter behandelt werden, es füllt normalerweise Bücher. Jedenfalls gilt es spätestens seit dem Aufstand der Zapatistas in Chiapas, der einen nachvollziehbaren bewaffneten Kampf als allerletztes Mittel um das Überleben zu sichern aufzeigte, als von der Geschichte eingeholt.
Das Problem am Matrix-Modell ist nämlich noch ein Weiteres, in faschistoider Weise gelten alle Unbeteiligten, Passanten, genauso wie etwaige Sicherheitskräfte als legitime Ziele. Sie können und müssen getötet werden allein schon deswegen weil Agenten in Ihnen stecken könnten. Und, erinnern wir uns, wer in der Matrix stirbt, stirbt auch in der Wirklichkeit der Inkubatoren in denen die Menschen angezapft werden. Wir sehen mehrmals zusammensackende Statisten nachdem "getötete" Agenten aus ihnen entweichen.
Bei b) wird der Kampf in eine virtuelle Welt verlegt, vergleichbar mit dem heutigen Internet. Doch das Internet an sich ist nur ein Hilfsmittel, keine politische Sphäre an sich. Ohne reale politische Praxis im Häuserkampf, Freiräumen und Präsenz auf der Straße ist eine Bewegung keine Bewegung sondern Stillstand. Zion liegt in jeder Stadt die ein Soziales Zentrum hat, ein besetztes Haus, eine Kommune oder eine Wagenburg. Diese Orte sind ständig unter Dauerfeuer des Systems und seiner Agenten.
Eins ist auch klar, eine revolutionäre Bewegung ist keine revolutionäre Avantgarde im Sinne der Matrix-Truppe. Eine revolutionäre Avantgarde ist nur in der Lage nach einer Revolution die frühere Macht mit der eigenen zu ersetzen. Deswegen ist es die Aufgabe einer jeden revolutionären Bewegung eine breite organisierte gesellschaftliche Basis zu schaffen die in der Lage ist einen fließenden Übergang von der in einer Revolution gestürzten Herrschaft zu einer möglichst breit organisierten Selbstbestimmung zu ermöglichen. Eine Revolution ohne eine solche breite Strukur hinterläßt nach dem Ableben der einen Macht ein Machtvakuum das von der nächststärkeren Macht sofort gefüllt wird.

- welche Werke sind der Kontext von Matrix?

    Da liegen auch Antworten. Eindeutig gehört die Matrix zu dem Genre der Utopie (also dem Entwurf eines "Nicht-Ortes", einer noch nicht existierenden Gesellschaft), genauer gesagt der negativen Utopie, kurz Dystopie, also etwa "1984" oder dem "Futurologischen Kongress" von Stanislaw Lem. Das wurde vielfach erwähnt mit der Aufzählung verschiedener Titel garniert, sei es Cyberpunk a la William Gibson oder "Dark City" oder, oder, oder...
Wie erwähnt sind das alles nur Abwandlungen eines der Mythen die der Menschheit zugrundeliegen.
Doch gerade in diesem Genre gibt es sehr viele positive Gesellschaftsentwürfe, die die reaktionären Selbstverständlichkeiten die bei Matrix übergangen werden auseinandernehmen. Sie bieten auch Alternativen. Ein Klassiker ist
Ecotopia/Ökotopia: "Der Staat Ökotopia, drei ehemalige Weststaaten der USA, erlangte 1980 seine Unabhängigkeit und lebt seit dem in Isolation. Nach fast zwanzig Jahren kommt der Journalist William Weston als erster offizieller Besucher nach Ökotopia. Weston führt den Leser durch ein Land, in dem Callenbach die bis dahin in aller Welt erdachten oder versuchten Möglichkeiten alternativen Lebens zusammengetragen hat."
Aber auch hier wirkt der feministische Blick befreiend, Marge Piercy oder Ursula K. Le Guin (in "The Dispossed/Planet der Habenichtse" beschreibt sie etwa eine anarchistische Gesellschaft) sind da nur einige von vielen die sowohl eine Analyse des bestehenden Systems liefern wie bereits auch einen Gegenentwurf.

Das Fazit kann dementsprechend nur lauten, so berauschend das Spektakel von Matrix auch sein mag und so sehr sich der Mensch auch Hinweise zur Befreiung in Hollywood-Filmen, eben der Art Film die jede/r kennt, wünscht, es ist kein systemkritscher Stoff. Die Systemkritik ist nur eins von vielen Versatzstücken die als weiteres Verkaufsargument für reaktionäre Aussagen dient. Gefährlich dabei, diese reaktionären Aussagen kommen als "revolutionär" oder "rebellisch" verkleidet.

"Die Wahrheit ist irgendwo da draußen" - nicht im Kino. Da hilft es auch nicht den Film 70 mal zu schauen wie in Polylux berichtet. Die richtigen Fragen sollen aber gestellt werden. Die Antworten werden aber keine einfachen sein und mannigfaltig.
Die Rebellion ist nicht käuflich. Die käufliche Rebellion verhält sich wie Porno zum richtigen Sex. Die Rebellion oder die Revolution ist keine Art sich anzuziehen, sie ist eine Praxis. Ein Ersatz/Substitut wie Matrix kann die eigenen Wünsche nach Befreiung nicht erfüllen. Die Befreiung geschieht aus eigenen Antrieb. Es wird kein Messias kommen der Dich rettet. Es gibt ein Leben vor dem Tode!



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Ergänzungen

matrix filmkritiken

22.05.2003 - 23:29


Hier ist eine englischsprachige Film-Kritik des aus kommunistischer ("amerikanischer") sicht:  http://www.etext.org/Politics/MIM/movies/long/matrixreloaded.html

Filmkritik des ersten Teils "Die Matrix"  http://www.etext.org/Politics/MIM/movies/review.php?f=long/matrix.txt

Filmkritik des ersten Teils "Die Matrix", übersetzt im schlechten deutsch  http://www.etext.org/Politics/MIM/german/matrixDE.html



netter artikel

Monty Burns 23.05.2003 - 01:27
intressanter artikel
in vielen punkten kann ich mich der kritik anschließen
allerdings halte ich den film matrix für einen, intressanten beitrag, vor allem wenn man ihn mit dem rest aus hollywood vergleicht

im neuen zweiten teil, wird das prinzip "one size fits all" noch weiter optimiert:
man hat sich darauf beschränkt, für jungs kampfszenen und verfolgungsjagden und für mädchen kleine romantische szenen einzubauen
auserdem versucht man weiter die mölichkeiten moderner trick-technik auszureizen, sodass man das gefühl hat in dem werbefilm eines trickstudios zu sitzen
aber das ist ja nur die moderne form des zauberers, der früher bei mir in der schule bei festen aufgetreten ist und bei dem jeder gestaunt hat, wie er das mit dem kaninchen gamcht hat

um dem publikum das anstrengende nachdenken über den filminhalt zu ersparen, wird er netterweise von den darstellern erklärt
was inhalte angeht, wird das publikum ohnehin nicht alzu stark belastet

ergo: wenn ihr den ersten teil gerne angesehen habt, geht nicht in den zweiten teil
wenn ihr jedoch gerne kongfufilme anseht, kann ich den film nur empfehlen
aber vorsicht; schaut euch den film dann aber auch nur so an wie ihr einen bruce lee film ansehen würdet

Monty Burns

interessant, aber

mitdenker 23.05.2003 - 02:46
ich finde vieles an diesem artikel interessant (vor allem, dass sich jemand soviel mühe wegen diesem film gemacht hat;-),
aber eines stößt mir doch auf:
"Auffällig auch was fehlt: Homosexuelle. Auch hier wird der reaktionäre Charakter von Matrix deutlich, alles in dem Film will den Eindruck vermitteln "abgefahren" zu sein und zukunftsweisend, doch wird die Reduktion auf die bürgerliche Zweigeschlechtlichkeit wieder eingeführt."
Kann es wirklich ein vorwurf an einen film sein, dass er keine homosexuelle beziehnung enthält? damit könnte man ne menge echt guter filme verreissen, und man könnte auch eine menge echt guter filme verhunzen, indem man krampfhaft eine solche beziehung um der political correctness willen einbaut.
alles unschwule/-lesbische ist spießig? NÖ!

fight homophobie!

23.05.2003 - 04:12
dann sag mir doch mal ein action/abenteuer/film wo homosexuelle eine ernsthafte rolle spielen?
die homophobie ist dort wie hier überall vorherrschend.
schwule sind meistens nur in irgendwelchen lächerlichen rollen zu finden.
als beispiel:Warum gibt es nie einen schwulen kommissar in den tv-sendungen?

bei der hiesigen antifa scheint das auch kein thema zu sein.

Matrix

Vive 23.05.2003 - 05:16
Dazu passt es ja das im November "Matrix-Revolutions" giebt!

ham wa doch

Random 23.05.2003 - 10:50
läuft nicht seit fast zwei jahren auf sat eins ein schwuler kommisar durch köln - sag niemals nie

virtualisierung

schwarze feder 23.05.2003 - 14:41
ich hätte da ja noch anzubieten, dass wir virtualität als dasjenige machtnetzwerk wahrnehmen, in dem die machiavellistische virtu wirkung entfalten kann. virtu ist nach machiavelli eine männliche staatstragende macht. und an machiavelli lässt sich auch die funktionsweise dieser virtu nachvollziehen. er hat das buch, in dem er seine machttheorie entwickelt unmittelbar nach seiner erlittenen folter durch die medici geschrieben. und - identifikation mit dem agressor - den medici sein buch gewidmet. aus einer tiefen ohnmachterfahrung heraus bot es sich ihm an, in die virtualität hineinzurutschen, beim männermachtspiel mitzuspielen. er analysierte seine situation, blieb aber in seiner traumaaufarbeitung stecken, verirrte sich. als einer der ersten empfahl machiavelli den herrschenden, dem "pöbel" eine scheinwelt vorzuspielen. die scheinwelt, in die er selber gefangen wurde...

eigentlich keine homophobie

geht keinen was an 23.05.2003 - 14:41
ich würde nicht behaupten, dass es in matrix krampfhaft keine homosexuellen gibt. wer genau aufpasst, der sieht etwa bei der (eigentlich überflüssigen) tanzszene im untergrund von zion öfters eng aneinandergeschmiegte, miteinander tanzende frauen. ausserdem: es wäre doch skuril, aus gründen der political correctness unbedingt schwule/lesben zu filmen. als nächstes beschwert sich dann vielleicht jemand, dass es keine körperlich behinderten "befreiten" gibt...



p.s.: was hat dieses thema an oberster stelle in der mittelspalte verloren?!

einspruch

jule 23.05.2003 - 15:31
In dem Sinne, dass Matrix ein schwuler Film ist, wird doch indirekt Homosexualität zelebriert, oder etwa nicht? .

TV hören und sehen

cinema 23.05.2003 - 16:11
Demnächst kommt die Filmbesprechung von Star Wars 3, danach die zum herr der Ringe, dann die zum neuen dreiteiler von Wedel und dann... ach ja Argentinien gibts ja auch noch, naja kann ja ins open posting.

matrix ist einfach nur ein hollywood kommerzschinken mehr auf der tristen leinwandwelt. gut gemacht vielleicht, aber sonst völig egal, egal, egal. Dieser Artikel hat nichts aber auch wirklich gar nichts als Kasten in so einer Form auf der Startseite zu suchen. Als kleiner Teaser, auf der rechten Seite würde ich mir ja noch gefallen lassen, aber so... ...da ensteht doch eher der eindruck ein größenwahnsinniger Mod pflegt seine Eitelkeiten. Sifi is doch voll cool. Is aber einfach Männerscheiß wie Eisenbahn und Mofas und so richtig gar nicht queer.

Aber immerhin isses ne 1a Werbung für Matrix. Fragt doch mal nach ob die Indy dafür nicht sponsern wollen, Die chancen stehen nicht schlecht.

grmpf

aaaaaargh 23.05.2003 - 16:56
als ich anfing, diesen artikel zu lesen, war ich zunächst positiv überrascht: was sich vom titel her anhörte, wie wieder eine von diesen billigen "der film ist nicht politisch korrekt genug" kritiken, lies sich zunächst erstmal wie eine wirklich gut durchdachte kritik an der aussage, dass "matrix" systemkritisch ist...
meinen glückwunsch, das war echt gelungen (wenn auch nicht soooo wichtig). vor allem die herrausstreichung, wie konzipiert matrix ist (auch gute beispiele dabei), es ist eben doch "nur" ein hollywoodstreifen.
doch das jeder das darin sehen kann, was er will hat kunst in sich und so ist auch matrix in gewisser weise kunst.
nur den teil da drunter, den hätte mensch sich echt sparen können, denn das morpheus nicht mit trinnity rummacht, als rassistische diskrimminierung zu werten mutet doch eher lächerlich an.
auch das morpheus nicht die welt rettet sondern neo, also ein weisser und nicht ein schwarzer, halte ich nicht für rassistisch, das ist eine zu oberflächliche betrachtungsweise der characktäre.
ich habe den zweiten film noch nicht gesehn, daher weiß ich leider jetzt nicht wie´s da weitergeht, doch im ersten film ist morpheus eindeutig der großmeister, das verhältniss morpheus-neo ist eher zu vergleichen mit starwars yoda-luke skywalker verhältniss: neo (luke) rettet zwar die welt bzw. ist der messias, morpheus (yoda) jedoch ist sein eigentlicher meister, ohne den die rettung nicht möglich wäre, da er durch sein streben (und lehren!) es dem messias (bzw. übermächtigen jedi) erst ermöglicht, seine kräfte zu entfalten. damit macht er sich im grunde zu dem wahren helden, denn der, wenngleich schon mit großen fähigkeiten ausgestattete, unterlegenere ist eben doch der meister, trotz seiner unterlegenheit.
aber genug der rederei, was ich eigentlich loswerden wollte:
WARUM IN WASIWEISICH NAMEN IN DIE MITTELSPALTE???
ich dachte, indymedia wäre eine plattform für nachrichten, die sonst untergehn...
also gut, vielleicht gehn nachrichten ja im newswire unter, und solch eine nachricht kommt ja auch nicht fernsehn/in der tageszeitung...
nur hat ein hollywoodfilm, der NATÜRLICH dafür gedacht ist, zunächst mal damit Geld zu verdienen, wirklich eine derartig hohe relevanz, dass es das wert sind, nachrichten, über die sonst GARNICHT (in gar keiner weise, weder positiver noch negativer) berichtet wird, bei denen es aber um reale probleme geht, aus dem blickfeld zu verlieren?
matrix als top-news, das bringt nicht mal die tagesschau...

An: geht keinen was an, cinema, aaaaaargh

23.05.2003 - 18:09
Liebe Leute, wenn Ihr denn Artikel nicht versteht, bedeutet das dennoch nicht, daß Ihr bestimmen könntet ob er in die Mittelspalte soll oder nicht.
Es ist ja so, daß es nicht nur die 500 Leute gibt deren einziger Lebenshalt auf Demos mit den anderer 499 zu gehen ist. Ob der Artikel nun Matrix als Gegenstand der Kulturkritik nimmt oder Donald Duck oder was acuh immer ist zweitrangig. Es geht um die Kulturkritik. Es ist auch kein größenwahnsinniger Mod am Werk, denn bekanntlich werden bei Indymedia die Entscheidungen im Konsens getroffen, aber das verstehen Leute die autoritär bestimmen wollen was nicht in die Mittelspalte reingehört offenbar nicht.
Wie auch immer, mag sein, daß in Eurer Gruppe sich kein Mensch mit all dem beschäftigt was andere Menschen bewegt, aber das ist immer noch kein Grund den eigenen Senf als einzig wahres Thema anzusehen.
Also, wen der Artikel überfordert: Verfolge doch mal die Links und vielleicht wirst Du ein wenig mehr verstehen. Ihr langweilt mich alle drei mit Eurem Gepöbel.
Und warum Indymedia nur für die meisten uninteressante Minderheitenthemen bringen soll, sowie die immergleichen Demoberichte mit Ort und Besucherzahl, das würde ich gern mal erklärt haben. Außerdem ist jetzt ausnahmsweise mal ein Text zu Kultur und Gender und schon ist das Euch zuviel, mein Beileid, kennt Ihr keine Frauen und keine Kultur oder was?

Was macht der Müll auf Indystartseite??

23.05.2003 - 18:55
Versteh ich nicht. Dummer Film.

hm...

was auch immer 23.05.2003 - 20:16
also es sind einige interessante aspekte in dem artikel vorhanden, aber teilweise kam mir kurzzeitig der gedanke auf, da versucht jemand einen haufen scheiße im bedeutungszusammenhang mit einer violine zu setzen (bitte nicht böse auffassen, so aggressiv widerspreche ich dem autor nun auch wieder nicht).
ich habe nichts gegen vernünftige kritiken aller art, aber dieser merkt man vor allem an, dass ihr autor von vorne herein in ganz gewissen dimensionen denkt und auf diese nun auch den film untersuchen will.
also, antikapitalismus hin ode her, aber man sollte wirklich mal ein wenig nachdenken bevor man manche brückenschläge unternimmt. wer sich ein wenig mit philosophie beschäftigt weiß, was man alles mit einer guten argumentationsfähigkeit beweisen kann (selbst platon hat solche analogieschlüsse schon fertiggebracht *g*).

"müll auf der startseite"

jb 23.05.2003 - 20:33
was meinst du mit "müll" ? den film oder den artikel?

ich find es haaresträubend wie intolerant die leute hier quaken wenn jemand mal einen kulturkritischen artikel zu einem massenphänomen schreibt.

ihr müsst euch so langsam davon verabschieden, dass indymedia nur soetwas wie ein demo-service für euch und eure grabenkämpfe ist.

toller artikel! bitte mehr davon, auch auf der startseite!

:)

Schwule Komissare

unsupported 23.05.2003 - 21:08
Das liegt daran, dass Schwule bei der Polizei nicht willkommen sind.

hmmm

tja 24.05.2003 - 02:07
also in die mittelspalte ja oder nein,
zumindest nicht so groß bidde, soviel raum dafür muss doch auch nicht sein, da wird die seite unübersichtlich und es sieht echt so aus, als ob das die neueste top-nachricht sei, die dringend ist wie nie zuvor.
hätte es nicht das matrix-debugged logo getan mit nem kleinen text drunter?
das einzige was an die größe rankommt sind features mit vielen links zu verschiedenen beiträgen zu dem feature.
die links in dem matrix-reloaded feature weisen jedoch alle auf die selbe seite, sind also nicht notwendig für die startseite, sondern nur zur übersicht in den eigentlichen artikel.

...und mit nachrichten, die da meiner meinung nach mehr relevanz haben meine ich nicht nur typische demobilder, sondern eher eigene berichterstattungen die gut gelungen sind, wie wärs mit  http://de.indymedia.org/2003/05/52058.shtml , das wäre doch mal wieder was für die mittelspalte...

(und musst ja nicht gleich alle in einen topf werfen, mit grabenkämpfen habsch nämlich garnix zu tun, dafür gibts bei uns nich genuch leutz die aktiv sind, als dass da überhaupt so etwas wie konkurrenz aufkommen könnte)

RE.: Was macht der Müll auf Indystartseite??

jo habe ich 24.05.2003 - 03:17
Dummer Mensch. Versteh ich nicht!

Abgesehen vom Thema...

rambazamba 24.05.2003 - 03:28
...ist das einer der besten Indy-Beiträge seit dem Golfkriegs-Hype. Das betrifft einmal die Machart und zum anderen die wirklich tolle, distanzierte Schreibe. Wie das Ganze jetzt politisch einzuordnen ist, steht auf einem anderen Blatt und dabei ist die Intention des Autors, die Leser nicht zu indoktrinieren, sondern zum Denken anzuregen, wiederrum beispielhaft.
Finde, daß er zu Recht diesen Stellenwert (Mittelspalte) bekommen hat.

Na Und?

Gandalf 24.05.2003 - 17:21
Wen interessiert der scheiß?
Wo bläßt Matrix bitte zum Kampf gegen den Kapitalismus?
Die vergleiche hinken. Und selbst wenn es so ist, müssen wir uns deswegen jetzt ein Loch in den Arsch freuen? Tut mir leid aber deine illusion "ich gehe ins kino und zieh mir einen antikapitalistischen film an und die welt wird besser" is echt lächerlich. Diese politisch korrekt nummer bringt echt nix. hast du vielleicht noch eine idee wie ich auf anti-kapitalistische weise mit meiner freundin Liebe machen kann, ey dann würd ich mich besser fühlen.
Der artikel is bürgerlicher scheiß, oder wie es george orwell beschreiben würde "Salonsozialismus" sozusagen die weltrevolution der Cocktailbars. Einfach nur sinnlos.

oh je..

teo 24.05.2003 - 19:24
sind kritiker nicht was tolles?

24.05.2003 - 20:14
super Artikel!

Nix für ungut

nostromo 25.05.2003 - 05:16
Kapitalistisch vertriebener Antikapitalismus ist besser als kapitalistisch vertriebener Kapitalismus.
Antikapitalistische Flugblätter dürfen durchaus im Copyshop vervielfältigt werden, und rage against the machine dürfen über Sony Musik machen, auch wenn das hoffentlich nicht alles ist, was geschieht, so ist es doch hilfreich.

Nicht jeder, der RatM hört, wird Sozialrevolutionär. Aber Leute mit dem Hang zum Sozialrevolutionär finden einen Ausdruck, eine Richtung, eine Möglichkeit, und Gedanken („for example/ what does the billboard say/ come and play/ come and play/ forget about the movement“).

„Denn wie erwähnt, Matrix versteht es hervorragend jede/n mit dem zu versorgen was gewünscht wird. Eine ideale Projektionsfläche. Jede/r sieht genau das was sie oder er sehen kann und will“

1. Man kann vieles NICHT hineininterpretieren. Das bleibt mal festzuhalten.
2. Alles ist eine Projektionsfläche. Gebt mir ein Gegenbeispiel.
3. Vielschichtigkeit und Synkretismus/ Eklektizismus läßt vielfältige Assoziationen und damit vielfältiges Denken entstehen. Das ist ja gerade das Hirnwaschende am sonstigen Hollywood-Kino: Die Eindimensionalität. Hier ist das anders: Der Inhalt von Matrix ist schillernd, und aus jeder Perspektive sieht man eine andere Farbe. Es gibt keine „message“, sondern Anregungen, zu denken.

Warum Matrix „reaktionär“ sein soll (nur weil es bisher bestehende Inhalte aufgreift???), bleibt schleierhaft.

Die behauptete Herstellung einer „Volksgemeinschft“ durch Matrix ist lachhaft. Wahrscheinlich hält der Autor auch Sonnenschein oder Vogelgezwitscher für fähig, eine „Volksgemeinschaft“ herzustellen.

Was über „Rasse“ gesagt wird, ist durchaus plausibel, da bleibt als Trost nur, daß der innergesellschaftliche Rassismus langfristig vor dem biologischen Aus steht, da das „browning“, also die (medizingenetisch wünschenswerte) Vermischung möglichst unterschiedlicher Gene die gesellschaftlichen Klassifikationen aufbricht. Halle Berry ist dafür ein gutes Beispiel.

Was über Geschlechterrollen gesagt wird, wirkt ein wenig hilflos. Entweder seien die Rollen zu „weiblich“ oder zu „männlich“ dargestellt (Anführungszeichen aus Rücksicht), meist aber beides gleichzeitig. Ja, was denn nun?
Einziger Gegenentwurf scheint eine reizlos bekleidete Ripley zu sein.
Na toll.

Der zweite Teil von Matrix ist durchaus hierarchischer, allerdings auch komplexer und weniger s/w. Während ich beim ersten Teil mental gut mitkam, war ich bei den logischen Schleifen in der Ansprache des Architekten überfordert.

„Denn streng genommen ähnelt die Gruppe aus der ersten Matrix zum Beispiel der RAF oder einer "Hit and Run"-Stadtguerilla. Dieses seit mindestens 10 Jahren als gescheitert geltende Modell einer Art revolutionären Avantgarde die für sich das Monopol beansprucht als einzige die Wahrheit zu kennen ist ein hochgefährliches und antiemanzipatorisches.“

Wieso?
Wieso „gescheitert“? Weil es bisher (genauso wie alles andere auch) keine Weltrevolution brachte?
Wie kann das Modell denn „gescheitert“ und „hochgefährlich“ zugleich sein?
Sozusagen „ineffektiv“ und „zu effektvoll“ gleichzeitig?
Mit derselben „Argumentation“ kann man auch militanten Widerstand gegen den Nationalsozialismus diffamieren – das sollte man mal bedenken.

„Das Problem am Matrix-Modell ist nämlich noch ein Weiteres, in faschistoider Weise gelten alle Unbeteiligten, Passanten, genauso wie etwaige Sicherheitskräfte als legitime Ziele. Sie können und müssen getötet werden allein schon deswegen weil Agenten in Ihnen stecken könnten.“

Hier wird eigentlich nur die Frage berührt, ob man, um sein eigenes Leben in Notwehr zu retten das eines anderen zerstören darf. Schwierige ethische Frage.
Kennt der Autor etwa die Antwort?

Die „Sicherheitskräfte“ sind zumindest teilweise durchaus legitime Ziele. Ich erinnere mal an die Diskussion in „Clerks“ über die „unschuldigen“ Opfer bei Zerstörung des Todessterns: Wer an einem Todesstern mitzimmert, ist selber schuld, wenn er dabei draufgeht. Und wer ein Regierungsgebäude bewacht, muß mit den Konsequenzen davon, daß er sich auf eine krasse Gang eingelassen hat, leben.

„Eine Revolution ohne eine solche breite Strukur hinterläßt nach dem Ableben der einen Macht ein Machtvakuum das von der nächststärkeren Macht sofort gefüllt wird.“

Sehr richtig.
Im Film passiert jedoch beides parallel: Es werden Menschen aus der Matrix aufgeweckt (ermöglicht mehr Selbstbestimmung und entzieht dem Maschinensystem Energie), als auch wird durch die avantgardistische Kampftruppe die Möglichkeit zu diesem Vorgang überhaupt erst geschaffen.

Außerdem gibt es in Zion viele progressive Ansätze: Privateigentum ist nicht erkennbar, alle leben in einer riesigen stammesgleichen Kommune, der Senat agiert zwar durch Befehle, scheint aber mangels eines Repressionsapparates nicht der Legitimation zu entbehren, etc.

„Es wird kein Messias kommen der Dich rettet.“

Der Zuschauer identifiziert sich doch mit Neo. Er denkt den Film also von der Position des Messias aus. Hier wird kein christlicher Gehorsam gepredigt (obwohl die christlichen Symbole vorherrschen), sondern Selbstbefreiung.

Nach dem ersten Film dachte ich viel darüber nach, ob nicht Cypher viel eher zum Messias taugt, zieht er doch eine angenehme Täuschung der lebensfeindlichen Realität vor. Im tatsächlichen Leben gibt es ja – ganz abseits vom kapitalistischen System – auch eine Tendenz, sich in eine künstliche Welt zu verrennen, um der realen zu entfliehen – und dies eben nicht nur wegen den herrschenden Produktionsweisen und Herrschaftsverhältnissen. Da fand ich den Film „Westworld“ (im Gegensatz zu Matrix) viel weniger idealistisch und positiv: Am Schluß steigt der Held wieder in seine Scheinwelt ein, weil ihm die Ignoranz als das einzige tragbare Schicksal erscheint.

Matrix - Denkanstoß

Tom 25.05.2003 - 17:35
Ich glaube, es war keine schlechte Idee das Thema Matrix in die Mittelspalte zu heben, weil man entlang Matrix mal endlich ein bißchen breiter nachdenken kann, als es auf der Linken gemeinhin so üblich ist.

Zuerst möchte ich jedoch eine strikt faktische Korrektur an dem Autor des Artikels anbringen: Er geht davon aus, daß alles an dem Film kommerziell geplant war und der Film auf Hollywoodübliche Art durchkalkuliert.

Das stimmt mit Sicherheit nicht. Ich habe heute morgen auf BBC ein langes Interview mit Keanu Reeves gehört, dem ein Feature über den Film vorrausging. Folgende Punkte seien hervorgehoben:

- Es gab keinen Produzenten am Set. Die Regisseure, die Brüder Wachowiak - die sich im Übrigen meines Wissens noch nie haben interviewen lassen - hatten Narrenfreiheit, weil Matrix I so erfolgreich war. Die Produzenten sind es jedoch, die jedem Film in Hollywood erst den nötigen kommerziellen Schliff geben.

- Laut Reaves standen das Drehbuch und alle Szenen, als mit dem Film begonnen wurde. Nichts wurde mehr während der Dreharbeiten verändert. Das gibt es so gut wie nie in Hollywood oder auch sonst in der Filmindustrie. Das heißt aber auch, daß die üblichen "Publikumsingenieure", die Psychologen aller Couleur, Verkaufsspezialisten etc, die sonst alles überprüfen, diesmal nichts zu sagen hatten.

- Damit ist dem Fazit des Autors des Artikels zu wiedersprechen, der meint: "Die Systemkritik ist nur eins von vielen Versatzstücken die als weiteres Verkaufsargument für reaktionäre Aussagen dient." Das setzt eine Kalkuliertheit im üblichen Sinne vorraus, die gerade bei Matrix nicht gegeben ist.

Meiner Interpretation nach ist Matrix sehr viel mehr als übliche Hollywoodproduktionen, als Kunstwerk zu betrachten, d.h. als Ausdruck von Impulsen der Autoren, deren sie sich selbst nicht bis ins letzte bewußt sind. Zumindest in dieser Hinsicht gehört es eher in eine Linie mit Filmen wie Stalker oder wie Bücher die Lems, als in eine Linie mit Machwerken wie "Krieg der Sterne", die tatsächlich bis ins Letzte kommerziell berechnend sind.


Mein Fazit, das natürlich genauso strittig sein muß, wie irgendein anderes sieht im politischer Hinsicht eher so aus:

- Wie jedes Kunstwerk hat es auf verschiedene Leute verschiedene Wirkungen. Es läßt dem Betrachter also sehr viel mehr Raum für eigene Überlegungen, als der übliche Blockbuster aus den US Filmfabriken. Es kann durchaus sein, daß es einige Besucher in einem reaktionären Weltbild bestätigt oder ein solches anregt. Die Masse der Leute jedoch, so denke ich, wird durch den Film zum Nachdenken angeregt werden. Und das Nachdenken wird eher in die Richtung gehen, in der Matrix eine Paralelle zur Bewußtseinsindustrie zu sehen, die das Realitätsempfinden der "Staatsbürger" permanentim Sinne der Herrschenden manipuliert. Gleichfalls sind Partisanen und "Terroristen" die Helden des Films und nicht die glattgebügelten und weichgespülten Überamis, mit denen Hollywood uns sonst traktiert. Bemerkenswert finde ich an dem Film und das hat der Autor der obigen Kritik meines erachtens nicht stark genug gewürdigt, wie wenig zum Beispiel die Liebesgeschichte zwischen Neo und Trinity in das übliche Raster passt. Es ist jedenfalls ewig her, daß ich in einem Amifilm eine weibliche Heldin und Partnerin des Hauptprotagonisten gesehen habe, die absolut nicht mehr zwanzig ist; Falten hat und sie nicht verbirgt; eher androgyn als fraulich ist und von ihrem Partner geliebt wird, ohne dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Schließlich und endlich endet der Film nicht gerade mit einem Happyend.
Was auch immer Matrix sein mag: Als systemaffirmativ ist es sicher nicht gedacht und ich glaube, daß es gerade beim Durchschnittsami - aber auch hier - das Denken auf eine Art anregen könnte, die für das herrschende System alles andere als günstig ist. Und das ist immerhin ein gutes Stück mehr, als man von den meisten Filmen sagen kann.















Es gibt nur eine Matrix ?!

Melanie Beine 25.05.2003 - 17:55
Als der Film Matrix in die Kinos kam, so wurde er über Nacht zum Schlager. Was einige zuerst darin gesehen haben ,war ein Action film mit einer gehörigen Prise SF. Doch, es war mehr dahinter versteckt, als man es beim ersten mal sehen glauben kann. Die christlichen und philosophischen Hintergründe sind nicht weg zu radieren. Neo, anders gesetzt One (der einzige,der erste)oder auch übersetzt: Neu, ist der Protagonist dieses Films, der die Welt retten kann. Stark ist dieses Szenario an das Höhlengleichnis des Sokrates gelegt. Die Menschen sind diejenigen, die mit gefesselten Händen an die Wand in der Höhle staren und nur die Schatten sehen, die daran vorbei huschen. Doch Neo löst seine Fesseln und tritt hinaus aus der Höhle in das Licht der Wahrheit, er erkennt nun die Idee hinter den Schatten, das was die Schatten ausmachen.
Diese Anregung, mal zu überlegen, ob es wahr ist, was wir annehmen, das wahr ist, findet jedoch nicht bei allen anklang. Oft, und gerade im zweiten film unüberschaubar, weicht der Hintergrung den Bildern. Die , für uns wahrscheinlich nicht mehr alzu große, Gewalt , Gemetzel und der im Film absolut legitimierte Waffengebrauch lenken den Betrachter auf andere Sichtweisen. Das was ihr seht ist nicht die Wahrheit, wir zeigen euch die Wahrheit, wir sind die Wahrheit (Also kauft gefälligst unsere Produkte)
(Antiproduct: Consume and die)
Als nicht ganz so klar zu sehen , empfinde ich die in ihrem Artikel ausgedrückte "Rassistische Verhaltensweise" . Es ist nun mal ein weißer Hollywood -Schauspieler, der in einem Film spielt und nun auch eine weiße Schauspiel-freundin hat.
Sicher ist, dass andere Menschen, andere Geschmäcker haben. Besteht nicht Zion aus einer Masse von "bunt-farbigen "Leuten?
Doch die Identifikation der Zuschauer mit den Protagonisten ist jedoch leider unverkennbar.
Leider ist auch in diesem Film wieder klar dargelegt, dass ein Mann die Welt rettet und die Frau nur weiß, dass er es ist, wenn sie sich voll emotional in ihn verliebt.
(Wahrscheinlich wäre es alles etwas anders, wenn wir nicht so sehr auf die Äußerlichkeiten schauen würden, als blinde müßten wir den Film sehen, um uns mit der Seele verwandt zu fühlen, und nicht, um uns zu vergleichen)
Aber auch Züge von Kant sind in dem Film eingeflossen. Die Künstliche Intelligenz wurde von den Menschen selbst erschaffen und immer weiter perfektioniert, bis sie die menschen übernahmen. So ist nun jeder an der Reihe sich aus dieser selbstverschuldeten Unmündigkeit zu befreien.
Zu guter Letzt haben die Produzenten wieder mal erreicht, was sie wollten, Die Matrix ist in aller Munde.


Kollektiv

Toni 25.05.2003 - 18:37
Ein insgesamt guter Artikel wie ich finde. Den ich gerne kommentieren möchte.

"Viel zentraler ist jedoch Baudrillard und seine Theorie der Simulacra die in ihrer Essenz aussagt, die heutige Welt sei nur eine Simulation weil die "Wirklichkeit" nicht mehr direkt erfahrbar ist sondern ausschlielich durch nicht nachprüfbare Medien verbreitet wird."

Das ist so nicht haltbar. Die "Wirklichkeit" ist eben nicht so, das Menschen an irgendwelche Stöpsel mit einem virtuellen Raum verbunden sind und ansonsten nichts von der Umwelt mitbekommen. Es mag sein das alles was wir wissen zu einem grossen Teil von den Massenmedien kommt, aber eben nicht alles. Jeder gang auf die Strasse, zur Arbeit, in irgendein Ausbildungsort (schule, Uni, Weiterbildung etc.), Freizeitort (Kneipe, Kino, Theater, Parks etc.), irgendein "öffentlicher Raum" (U-, Tram-Bahn, Amt, etc.) zeigt ganz deutlich, wenn mensch mit Wachen Augen und Hirn herumwatschelt wie DIREKT ERFAHBRBAR die "Wirklichkeit" ist.
Und wie falsch zugleich. Ausbeuterisch in aller möglicher hinsicht. Rassistisch, Patriarchisch, homophob kapitalistisch, naturzerstörend.

Das Problem mit der Ansicht Baudrillards kann schnell zum folgenden werden: da ich ja eh nicht direkt erfahren kann was IST, brauch ich auch nicht direkt was ändern um meine Vorstellung was sein SOLL in Richtung auf deren VERWIRKLICHUNG.


"Spätestens hier wird deutlich, daß jedwede zaghafte Kapitalismuskritik die die Filme beinhalten mögen tausendfach von der tatsächlichen kapitalistischen Praxis der synergetischen massenmedialen Vermarktung ausgelöscht wird. Im Gegenteil, durch ein gesamtgesellschaftlich relevantes Kulturphänomen wird eine in der Postmoderne durch Zersplitterung verlorengegangene "Volksgemeinschaft" wiederhergestellt. Endlich haben wieder alle gemeinsam teil an einem von oben diktierten Massenspektakel. Die vorgebliche Vielfalt fügt die vielfältige Multitude zu einer homogenen knetbaren Masse zusammen - als Konsument/inn/en von Matrix."

Nimmt mensch immer noch das zentrale gegenmodell der Kapitalisitsche Gesellschaftsformation zur grundlage - Sozialismus - wird klar das "Volksgemeinschaft" nicht per se vom Kapitalistischen System benutzt wird, sondern eben - und vielleicht auch gerade von - Sozialistischen (und hier vor allem denjenigen ohne radikaldemokratischen Elementen) Gesellschaftsmodellen. Als solches sind auch die nicht emanzipatorisch.

Dem Autor/der Autor verläuft mit dieser Sozialromantischen Verklärung auch ein pseudo-funamentaler Fehler der Zeit nach 89:

"Nur die soziale Einbettung in eine Gruppe, eine gleichberechtigte, also eine Art Kollektiv, kann die Isolation des Einzelnen erfolgreich überwinden. Für jedes herrschaftliche System ein Greuel, eine solch organisierte Gruppe ist nämlich Voraussetzung für jeglichen politischen Widerstand. Kein Mensch organisiert eine Demo oder "besetzt" ein Haus allein."

Hier zeigt sich die ganze reaktionäre Kraft der/s SchreiberIn. Sowie die eigene Unlogik. Wird im oberen Teil eine Volksgemeinschaft als wiederherstellung von etwas verlorengegangenem postuliert, und als knetbare Masse unemanzpierte Masse beschrieben, folgt hier das "kollektiv" in dem sich menschen organisieren sollen. Jene kollektive sind den auch "Voraussetzung für jeglichen politischen Widerstand". Alles andere also zwecklos. Das einzelne Individum ist nur Widerstandsfähig als teil eines kolektivs.

Auch jener Blick ist letzten endes nichts weiter als die Untermauerung des "ich kann eh nix machen alleine, also lass ichs". Die eng mit dem zusamenhängt, das ich, weil ich nicht wissen kann was die "wirklichkeit" ist, ich meinen Arsch in der Couch lasse und fröhlich mitmache beim sich regieren lassen. Und damit mich selbst regiere, aus der einsicht in die notwendigkeit sozusagen.

Kollektve die Häuser bestzen und Demos organiseren erhalten dann auch noch den Anstrich emanzipativ zu sein. Ausserdem unterschwellig vermittelt das kollektive hierachiefrei seien.

Auch hier zeigt sich die Verklärung. Beides - emanzipativ und hierachiefrei - sind kollektive eben nicht per se. Meist eher das gegenteil. Emanzipation hängt mit Befreiung zusammen. Ein kollektiv macht die Individuen aber untereinander voneinander abhängig, ist also das Gegenteil von Befreiung. JEDES kollektiv ist auch nicht im geringsten hierarchiefrei. Es gibt immer diejenigen die zuerst im kollektiv waren, oder länger drin sind, die mehr wissen akkumuliert haben, die soziale knotenpunkte sind usw.
Gerade für Demo und Hausbetzerkollektive trifft das zu. Schon alleine aus dem Grund weil diese kollektive innerhalb einer hierarchisch strukturierten gesellschaft aktiv sind die vom kollektiv immer eine SprecherIn, Verantwortlichen fordert. Du meldest keine Demo als kollektiv an. Man braucht eine "Person die für die Leitung verantwortlich" ist. Und das IST ein hierarchieverhältnis.

"Zion liegt in jeder Stadt die ein Soziales Zentrum hat, ein besetztes Haus, eine Kommune oder eine Wagenburg."

Wiedermal nix weiter als sozialromantik. All zu häufig sind solche Zentren nichts weiter als Auffangbecken von AussteigerInnen, inneren emigranten und anderen menschen die damit genau das Aufegeben was nötig ist - den Kampf, den Widerstand. Mensch will sich aus der Scheiße rausnehmen zumindest soweit als möglich ein anderes angeblich richtigers Leben führen. Allzu häufig kommt von diesen dann keine weitere widerstandshandlung mehr. Man richtet sich im falschen Leben ein Nest ein. Das ist nichts emanzipatives, da damit KEINE abhängigkeit aufgelöst wird. Den das falsche findet weiterhin statt.
Solche Orte dienen im übrigen innerhalb der Matrix des kapitalistischen Systems als weitere Ventile der Systemstabilisierung, gerade auch weil sie "ständig unter Dauerfeuer des Systems und seiner Agenten" sind.
wenn ich nämlich nichts weiter tue als diese eine Zelle des miteinander einigermassen erträglich im falschen Lebens verteidige, kann ich mich gar nicht auf andere Angriffpunkte konzentrieren: und das ist: die weitere Abstöpselung der Menschen von der kapitalistischen Maschinerie, und die geschieht in der Wirklichkeit nicht durch das ziehen eines kabels sonder - vor allem, aber nicht nur -durch die Abschaffung der Lohnarbeit, und deren Elemente die diese organisieren.












Antwort

Matrix: Debugged 25.05.2003 - 19:07

"Kapitalistisch vertriebener Antikapitalismus ist besser als kapitalistisch vertriebener Kapitalismus.
Antikapitalistische Flugblätter dürfen durchaus im Copyshop vervielfältigt werden, und rage against the machine dürfen über Sony Musik machen, auch wenn das hoffentlich nicht alles ist, was geschieht, so ist es doch hilfreich."


Antikapitalistisch verbreiteter Antikapitalismus ist aber auch vor Allem heute möglich und vorzuziehen, nicht nur deswegen weil die Methode nicht dem Ziel widerspricht.
Da ist das Internet keine Ausnahme sondern nur die beste Möglichkeit. Es gibt Leute die eine alte Druckmaschine von einer Druckerei quasi als Sperrmüll übernehmen um ihre Flyer zu drucken und nicht nur ihre. RATM und Sony war vor Jahren vielleicht nachvollziehbar. Inzwischen ist kein Konzern mehr nötig zur Verbreitung von Medien, siehe  http://www.marchofdeath.com wo Zack seinen Antikriegssong verbreitet.


"1. Man kann vieles NICHT hineininterpretieren. Das bleibt mal festzuhalten.
2. Alles ist eine Projektionsfläche. Gebt mir ein Gegenbeispiel.
3. Vielschichtigkeit und Synkretismus/ Eklektizismus läßt vielfältige Assoziationen und damit vielfältiges Denken entstehen. Das ist ja gerade das Hirnwaschende am sonstigen Hollywood-Kino: Die Eindimensionalität. Hier ist das anders: Der Inhalt von Matrix ist schillernd, und aus jeder Perspektive sieht man eine andere Farbe. Es gibt keine „message“, sondern Anregungen, zu denken."


1. Das stimmt, einige für die menschliche Kultur zentrale Bereiche wurden weggelassen, nicht nur Queer.
2. Je klarer eine Position bezogen wird, desto weniger Raum für Projektionen oder Interpretationen bietet sie. Je mehr ich "vielleicht" sage und vieldeutig spreche, desto mehr hast Du die Möglichkeit den fehlende Eindeutigkeit mit Deinen Schlüssen zu ergänzen. Insofern wäre das eigentlich ein Argument für den Film, aber
3. er ist leider dennoch eindimensional, er vermittelt lediglich oberflächlich den Eindruck vielschichtig zu sein indem ein Überangebot an Assoziationen geliefert wird, die unterschwelligen Ausssagen sind aber banal. Der Unterschied zum üblichen Hollywood-Kino besteht also nur darin, eine gewisse Beleibigkeit der Assoziationen vorzugeben um eine darunterliegende systemkonforme Message zu transportieren.


"Warum Matrix „reaktionär“ sein soll (nur weil es bisher bestehende Inhalte aufgreift???), bleibt schleierhaft."


"Reaktionär" mag ein zu starkes Wort sein, aber zumindest im Bezug auf das Genre (Utopie/SF) ist der Film reaktionär, verstärkt er einen Rückfall auf bereits teilweise überwundene Positionen. Auch und gerade das Fehlen der offenen Darstellung von Homosexualität als "normal" unterstreicht das. Homosexuelle quasi künstlich nicht zu zeigen so als ob es sie in einer zukünftigen Gesellschaft nicht gäbe ist reaktionär. Vor Allem im Vergleich zu den unten erwähnten Werken von Marge Piercy und Ursula K. Le Guin die in ihren Utopien dieses Thema als ganz natürlich einbeziehen. Wohlgemerkt in Büchern aus den siebziger Jahren. Matrix fällt also auf einen Stand von vor mehr als 30 Jahren zurück, ist also reaktionär in diesem Sinne.


"Die behauptete Herstellung einer „Volksgemeinschft“ durch Matrix ist lachhaft. Wahrscheinlich hält der Autor auch Sonnenschein oder Vogelgezwitscher für fähig, eine „Volksgemeinschaft“ herzustellen."


Matrix ist beinahe ien gesamtkulturelles Phänomen, zumindest für Alle zwischen 7 und 47 interessant. Es ist ein top-down eingeführtes kulturelles Produkt, welches über die Zersplitterung der Gesselschaft hinweg alle Betroffenen mit der Gemeinsamkeit den Film als sehenswert zu betrachten zusammenschweißt. In diesem Sinne geschieht hier etwas ähnliches wie bei den Spektakeln im Olympia-Stadion in den dreißiger Jahren. Die/der isolierte Einzelne geht in einer anonymen Masse auf sofern sie/er sich auf dei Grundlage der Gemeinsamkeit begibt, das kulturelle Produkt. Endlich gibt es wieder ein Thema über das Alle sprechen können.


"Was über Geschlechterrollen gesagt wird, wirkt ein wenig hilflos. Entweder seien die Rollen zu „weiblich“ oder zu „männlich“ dargestellt (Anführungszeichen aus Rücksicht), meist aber beides gleichzeitig. Ja, was denn nun?
Einziger Gegenentwurf scheint eine reizlos bekleidete Ripley zu sein.
Na toll."


Das ist nicht richtig, es wird auf eine vollständige Weiblichkeit im Sinne auch der vollständigen Menschllichkeit im Artikel verwiesen. Ripley ist nur ein Beispiel dafür, daß Hollywood da schon weiter war. Die Geschlechterrollen die sowohl als zu weiblich oder zu männlich herausgebildet werden sind beide unzureichend im Sinne einer vollständigen Menschlichkeit. Zentral dabei ist die Selbstbestimmung und die Unabhängigkeit vom Markt im weitesten Sinne. Eine Frau muß weder wie ein "Mann" heroisch kämpfen und töten noch muß sie ihre körperlichen Reize unnötig quasi als Reklame ihrer Selbst betonen. "Eine starke Frau sieht dann sexy aus wenn sie es will" bedeutet, daß eine Frau der von ihr geliebten Person gegenüber durchaus sexy sein darf und soll, aber es nicht für Alle sichtbar sein muß. In diesem Sinne ist die Sexualität einer Frau als zweitrangig zu sehen, so, daß Sympathie zu einer Frau auf menschlicher Ebene entsteht. Die Emanzipation der Frau hatte unter Anderem zum Ziel die Frau nicht mehr als Körper oder Objekt darzustellen. Ein Rückfall darauf wie mit den Latex-Kostümen in Matrix ist also auch reaktionär. Der Postfeminismus sagt aus, daß eine Frau sich nicht wie ein Mann sich anziehen muß, auch deshalb weil sie es sich inzwischen erkämpft hat sich wie ein Mann anziehen zu dürfen. Sie kann sich aber im entsprechenden kontext auch feminin anziehen ohne deswegen reaktionär zu werden. Das sit Selbstbestimmung. Es sitz also weder sinnvoll den Frauen eine brutale Männlichkeit aufzuzwingen, noch aus ihnen Sexobjekte oder Mütter zu machen. Matrix versäumt es darüberhinaus die typisch weiblichen Vorzüge herauzustellen. Das ist etwa "Star Trek" deutlich weiter, wo Frauen etwa auch als Heilerinnen (Ärztinnen, Telepathinnen) auftreten. Das Orakel deutet so ein Funktion nur an und verfällt sonst in den mütterlichen Stereotyp. Für starke ganzheitliche Charaktäre kann ich erneut nur auf die beiden Autorinnen verweisen.


"Der zweite Teil von Matrix ist durchaus hierarchischer, allerdings auch komplexer und weniger s/w. Während ich beim ersten Teil mental gut mitkam, war ich bei den logischen Schleifen in der Ansprache des Architekten überfordert."


Komplexität im Sinne von Unverständlichkeit ist etwas negatives. Sie dient meist dazu die Funktionsweise des Beschreibenen zu verschleiern. Komplexität einfach ausgedrückt ist Weisheit. Wie ein Zen-Meister mal sagte "Das Gras ist Grün".


"Denn streng genommen ähnelt die Gruppe aus der ersten Matrix zum Beispiel der RAF oder einer "Hit and Run"-Stadtguerilla. Dieses seit mindestens 10 Jahren als gescheitert geltende Modell einer Art revolutionären Avantgarde die für sich das Monopol beansprucht als einzige die Wahrheit zu kennen ist ein hochgefährliches und antiemanzipatorisches.“

Wieso?
Wieso „gescheitert“? Weil es bisher (genauso wie alles andere auch) keine Weltrevolution brachte?
Wie kann das Modell denn „gescheitert“ und „hochgefährlich“ zugleich sein?
Sozusagen „ineffektiv“ und „zu effektvoll“ gleichzeitig?
Mit derselben „Argumentation“ kann man auch militanten Widerstand gegen den Nationalsozialismus diffamieren – das sollte man mal bedenken."


Ja, auch deswegen ist das Modell gescheitert weil es eine Revolution geradezu verhindert hat und jeglichen linken Widerstand auf unabsehbare zeit bei der revolutionären Masse in Verruf gebracht hat. Ich bin kein RAF-Experte, und wie gesagt, dazu gibt es eingehende Analysen. Fakt ist jedoch, daß der überwiegenden Mehrzahl der Bevölkerung eher Angst vor einer unberechenbaren terroristischen Organisation hat als vor einem berechenbaren Staatsgewaltapparat. Es gibt auch einen entscheidenden Unterschied zum Widerstand in Nazi-Deutschland: Im Faschismus mit seinem Führerprinzip ist die Tötung des Füheres durchaus ein logisches Ziel gewesen. Im Kapitalismus ist die Tötung eines austauschbaren scheinbar Verantwortlichen nur ein symbolischer Akt dessen Symbolwirkung sich aber ins Gegenteil verkehrt. Der impersonale Kapitalismus funktioniert ungehindert weiter und verstärkt nur seine staatlich geförderte Repression. Nicht mal ein solch gigantisches Massaker an der kapitalistischen Elite wie im WTC behindert nachhaltig das Funktionieren des Gesamtsystems im Sinne von personellen Engpässen. Der bewaffnete Kampf gegen eine staatliche Übermacht hat also nur dann einen Sinn wenn er einen positiven Symbolwert der Selbstverteidigung bieten kann, wie im Falle von Chiapas. Nebenbei gesagt, es soll kein Mensch bitte auf die Idee kommen, ich würde den WTC-Anschlag befürworten nur weil ich ihn in solch trockenen Kategorien behandle. Der Anschlag aufs WTC hat die organisierte Kriminalität des Kapitalismus mit einer unmenschlichen Barbarei übertroffen die die organisierte Kriminalität des Kapitalismus geradezu als das kleinere Übel akzeptabler gemacht hat.


"„Das Problem am Matrix-Modell ist nämlich noch ein Weiteres, in faschistoider Weise gelten alle Unbeteiligten, Passanten, genauso wie etwaige Sicherheitskräfte als legitime Ziele. Sie können und müssen getötet werden allein schon deswegen weil Agenten in Ihnen stecken könnten.“

Hier wird eigentlich nur die Frage berührt, ob man, um sein eigenes Leben in Notwehr zu retten das eines anderen zerstören darf. Schwierige ethische Frage.
Kennt der Autor etwa die Antwort?"


Auch hier ist Star Trek schon entschieden weiter gewesen, indem dort Waffen zumindet auf "Betäubung" eingestellt werden konnten. Die Situation der Notwehr ist eine sehr schwer zu definierende. Ist eine solche eingetreten bedeutet das bereits ein Scheitern. Es gilt eine solche im Vorfeld zu verhindern. Ich kann da nur aus meiner persönlichen Erfahrung sprechen, daß ich trotz vieler gefährlichen Situationen (etwa in Kontakt zu Gangs) noch nie körperliche Gewalt anwenden mußte oder erlitten habe. Konflikte lassen sich meist frühzeitig erkennen und ausräumen oder aber umgehen. In Situationen direkter Bedrohung gibt es aber sicher Situationen in denen Notwehr angebracht ist. Das erinnert mich aber auch an die Geschichte eines etwa 20-jährigen praktizierenden Zen-Buddhisten der einfach durch äußerst selbstbewußtes Zugehen auf eine Gruppe von Nazi-Skinheads diese beim Verprügeln eines Passanten in die Flucht geschlagen hat.

Bei den unbeantworteten Punkten stimme ich Dir zu.

Bibelgeschichte

cruel2002 25.05.2003 - 21:14
Es ist schon interessant, diese Interpretationen zu lesen. Allerdings habe ich beim schauen des Films voellig andere Vergleiche gezogen. Es jedoch, wie gesagt, diese beiden Interpretationen nebeneinander zu sehen, da vielleicht die eine ueber die andere mehr aussagt, als gewollt. ;)

Eine Freundin brachte mich darauf, dass Matrix eigentlich nichts anderes ist als eine aufgepaeppelte Bibelgeschichte. Neo ist der Auserwaehlte, der der Menschheit die Weisheit der Erkenntnis bringt. Durch diese Erkenntnis ist er auch in der Lage, scheinbar unmoegliche Dinge zu tun, also Wasser in Wein zu verwandeln. Am Ende gibt es natuerlich, wie sollte es anders sein, seine Auferstehung. Einiges anderes weisst auf diese Interpretation hin:

[1]Trinitys Name, der sich mit Dreifaltigkeit uebersetzen laesst,
[2]der Name des Schiffes, mit dem sich Neo und die anderen durch die Unterwelt bewegen, welches Nebuchadnezzar heisst; nach dem Koenig von Babylon, unter dessen Herrschaft das suedliche Koenigreich Judah bezwungen, Jerusalem eingenommen, und der originale solomonische Tempel zerstoert wurde. Ueber ihn wird in der Bibel berichtet.
[3]Cipher ist Judas, der Verraeter. Sein Name bedeuted Null.
[4]Apocs Name ist eine Abkuerzung des Titels des letzten Buches der Bibel (Buch der Apokalypse), bevor es Die Offenbarung (Joh.) hiess.

Es gibt unzaehlige weitere Hinweise darauf, dass dies keine schwachsinnige Auslegung ist, schaut euch den Film einfach mal mit diesen Augen an.

Viel interessanter ist jedoch, wie es weitergehen wird. Ich kann mir vorstellen, dass die drei Teile (aehnlich einem Triptychon) von Anfang an geplant waren, und das die christlich-offenbarenden Teile mit den beiden folgenden Teilen zunehmen.

Am interessantesten ist fuer mich jedoch, wie sehr sich einige von diesem religioes ausgerichteten Denken angesprochen fuehlen, als auserwaehlte Wenige "die Wahrheit" erkennen zu duerfen (ich ueberspitze bewusst, vergebt mir ;), und jetzt nur noch einen Weg finden zu brauchen, den Rest der Welt vom verblendeten Un-denken zu befreien.
Leider gibt es keinen Ausgang aus der Matrix. Die Bibel fuehrt nur noch tiefer hinein, auf soviel koennen wir uns vielleicht einigen. Aber auch ohne Bibel sind wir alle geblendet von den Zusammenhaengen, koennen alle *nicht* von uns behaupten, durchzublicken. Und schon gar nicht, andere von deren Verblendungszusammenhaengen zu befreien, mit unserem ueberlegenen Wissen. Sonst klopfen wir bald auch an Tueren ;).

Fehlinterpretation und Verklärung

Toastman 26.05.2003 - 00:55
Wenn sich die Elemente „Fantasie“ und „zu viel Freizeit“ vereinen, können wohl geradezu beängstigende Abhandlungen, wie diese realitätsverklärende Irrfahrt durch die heutige Kinolandschaft, ans Tageslicht treten. Dass diesmal die Matrix Filmreihe dran glauben musste, war wohl genauso konsequent wie berechenbar. Es gibt bei der Filmreihe als Form von Kunst und/oder Entertainment natürlich ausreichend Kritikpunkte und Diskussionsstoff, aber diese Darstellungsweise ist für mich in keiner Weise nachvollziehbar.

Bereits die lächerliche Überhöhung des Filmes zur vermeintlichen Kapitalismuskritik als Ausgangspunkt zu wählen, die dann auch gleich zur Maxime erhoben wird, nur um anschließend relativiert zu werden, ist nicht wirklich produktiv. Überhaupt ist in diesem Zusammenhang die gesamte Argumentationskette höchst fragwürdig, da sie meiner Meinung nach auf einer Fehl- oder Überinterpretation des Films beruht. Auch die negative Darstellung des inhaltlichen Anspruches als eine Aneinanderreihung irgendwelcher Versatzstücke ist nicht realistisch, da sich bei einem solchen Machwerk wohl kaum um einen Träger revolutionären Geistes oder philosophischer Quantensprünge handeln kann. Vielmehr bietet Matrix eine Plattform für vielfältige Denkanstöße, die einer breiten Masse zugänglich ist. Selbstverständlich handelt es sich dabei um einen Actionfilm aus Hollywood, der sich nicht wirklich den Anspruch setzt, die Gesellschaft zu verändern, sondern vielmehr auf die persönliche Verwertung der Ansätze durch den Zuschauer hofft. Dass hier keine geistige Befreiung, sondern der Film als Ein Stück intellektuell angehauchtes Entertainment angedacht war, bedarf eigentlich keiner großartigen Beweisführung, da ein solches Selbstverständnis nie existiert hat.

Am sinnfreisten ist jedoch die Betrachtung der „unterschwelligen Aussagen“ in Matrix. Es ist sicherlich bedauerlich, dass nicht in jedem Film mannigfaltige sexuelle Beziehungen oder feministische Aspekte thematisiert werden. Auch die Auswahl der Darsteller nach Kriterien nach einem Katalog des ethnischen Gleichgewichtes, wäre sicherlich sehr lobenswert. Natürlich gab es noch nie relevante Protagonisten einer ethnischen Minderheit und im Beispiel von Matrix ist Morpheus nicht etwa der Prophet und Mentor Neos, sondern „sein Diener“. Bei allem Zynismus bin ich natürlich der Auffassung, dass in diesem Punkt Hollywood durchaus zweifelhafte Praktiken verfolgt und von Gleichberechtigung nicht die Rede sein kann. Allerdings ist Matrix nicht unbedingt das passende Beispiel dafür. Wäre es außerdem erstrebenswert, ständig auf Gedeih und Verderb irgendwelche Minoritäten plakativ in den Mittelpunkt zu setzen, nur um irgendwelchen - mindestens genauso reaktionären - Emanzipationsgedanken zu huldigen? Kann der Autor vielleicht nachvollziehen, dass Matrix kein allumfassendes Bild einer progressiven Gesellschaftsordnung darstellen soll, sondern sich nur gezielt mit einigen philosophischen Fragen beschäftigt, um nicht als vollkommen überladen sämtliche Wirkung zu verlieren?

Das Problem dieses Artikels ist, dass er den Film als eine Art Opposition gegen Irgendetwas darstellt, was jedoch nie so ausgelegt war. Matrix ist in erster Linie ein Konsumprodukt und hat auch nie versucht dies zu verheimlichen. Es wird wohl kaum jemand das Gefühl haben nach dem Filmgenuss Teil von etwas revolutionärem zu sein. Aber vielleicht beginnt sich Jemand, der in solchen Fragen noch völlig unbelastet war, im Nachhinein mit ähnlichen Ideen ernsthaft zu beschäftigen und vielleicht sogar etwas verändern zu wollen. Kann diese Art der Inspiration denn verwerflich sein?

Bitte mehr davon

Cinemin 26.05.2003 - 14:32
Sehr angenehmer Artikel! Danke! Nicht beirren lassen von den
Leuten, die nur Ich-war-auffe-Demo-war-wieder-voll-krass-Berichte lesen wollen. Konservativismus, Traditionalismus, Trachten und Bräuche und Ablehnung von Dingen, die neu sind, findet man halt auch links, ja sogar sehr oft.


Anzumerken wäre vielleicht noch:

Natürlich ist der ganze Kinofilm selber exemplarisches Beispiel für eine Simulation: Man durchschaut die Matrix, man fiebert mit den Rebellen, zieht Parallelen, diskutiert sie usw, in
Wirklichkeit ist man aber nur ins Kino gegangen und hat sich eine aktuelle Mainstream-Hollywood-Produktion angeschaut (und den ganzen Apparat damit ein kleines bischen unterstützt). In Wirklichkeit saß man nur in einem Sessel in einem dunklen Raum mit vielen anderen Menschen, schwieg, blickte geradeaus, und weiter vorne blitzten 24 große Farbbilder pro Sekunde auf. Glückliche Konsumenten.

Im übrigen scheint eine maschinenfeindliche Ideologie in diesem Film durch, die den Blick darauf verstellt, was den Zusammenhang von Kapitalismus, Sklaverei, Lohnarbeit, Automatisierung/Maschinen und Privateigentum betrifft.

So gibt es doch schon lange Ideen wie die, daß (sehr vereinfacht) die Leute, die in der Fabrik schuften oder an der Supermarktkasse, doch genausogut einen Roboter dahinsetzen könnten, stupide genug ist die Arbeit und eines Menschen unwürdig. Ein Roboter brauch aber kein Gehalt, und so können die "Arbeiter" weiter ihr Geld bekommen und was anderes, spannenderes machen, zb. die Welt erforschen, Schönheit schaffen, lieben, die (jetzt sehr günstigen) Produkte der Maschinen konsumieren, neue Maschinen erfinden, Gärten anlegen, Bücher schreiben, leben - . -

Aber wenn die Maschinen so hinterhältig sind und uns beherschen wollen, lassen wir wohl lieber die Finger von solchen Ideen. Jajaja. Lieber mal was gegen die schreckliche Arbeitslosigkeit tun. Wir brauchen mehr Jobs. Ideologie halt.

Und die Matrix-Triologie ist im Übrigen nur ein Remake des (Fernseh)-Science-Fiction-Films "Welt am Draht" von Rainer Werner Fassbinder,
aus den Siebzigern.

Leider bekommt man den fast nirgendwo, ist aber sehr sehenswert. So gut wie keine Special Effects und nur unterkühlte, komische Charaktere. Kein "cooler" Soundtrack auf CD.

@ Cinemin

26.05.2003 - 14:54
Sag mal, hast Du die Ergänzungen überhaupt gelesen? Wie kommst Du zu diesen Angriffen?
Es wurde kritisiert, daß der Autor
a) den Film scheinbar nicht wirklich verstanden hat
b) er irgendwelche Dinge konstruiert hat (sehr beliebt in der Linken)
c) viele Aussagen so auch auf andere Filme zurechtgebastelt werden könnten
d) der Artikel streckenweise peinlich wird

Bin ich jetzt auch ein Demo-Randale-Säufer-Kind?

antwort

cinemin 26.05.2003 - 15:59
warum sollte ich eine ergänzung zu einem artikel schreiben, den ich nicht gelesen habe? warum sollte der autor matrix, den ultrabeliebten kassenknüllerkinofilm nicht als material nehmen, um ein wenig herunzuspinnen? könnten motive, die in einem film auftauchen, nicht gesellschaftliche mechanismen und realitäten bewusst oder unbewusst, sichtbar oder versteckt, wiederspiegeln? kann man filme nicht auf mehrere weisen lesen? ist das kino als ort der träume nicht immer ein sehr interessanter ausdruck dessen, wie die menschen sein wollen, wie se sich sehen möchten? was bedeutet das wort "herbeikonstruiert?" was ist peinlich? für wen? warum fühlst du dich so angegriffen? warum soll ich nicht sagen, daß es linke wohlfühlrituale und klischees gibt, die einfach nur dem gruppenzusammenhang dienen, wie bei anderen gruppen auch, zb. kleidung, gesten, arten des sprechens, rituelle handlungen? warum lesen die, denen der artikel nicht gefällt, nicht einfach einen anderen? oder schreiben eine gute ergänzung? fragen über fragen.

das system hat keine fehler, es ist der...

Peter Kaputtnik 26.05.2003 - 17:03
Philosophische Aspekte des Zen-Buddhismus kann ich bei der Matrix bisher keine entdecken, höchstens eine vorsichtige Andeutung der Kabbala. Das die EZLN den bewaffneten Kampf widerlegt hätte, ist vielleicht ein Wunschtraum interessierter Kreise, mehr aber auch nicht.
Ansonsten stellt sich eher die Frage nach dem Orakel, wie es in Reloaded definiert wird, als ein Fehlerprogramm, das die Rebellen von Zion unterstützt: ist auch die radikalste Kritik am Kapitalismus nicht in letzter Konsequenz nur ein "Verbesserungsvorschlag", ein Schrei nach mehr Effizienz?

alert("avantgardistische schwätzer");

visual basic 27.05.2003 - 10:58
manomanoman. unglaublich das sich hier alle nicht zu blöde sind, aus hollywoodscheißdreck eine kulturdiskkussion zu machen und den ganzen Hype auch noch trendy mit Quer-theory zu verpaddeln. Nichts gegen akademische selbstbefriedigung, aber für so was gibts foren und tagebücher. delete spam. delete yourself.

..xxx

brzz ..

Warum in Matrix keine Schwule/Lesben sind...

Thomas A. Anderson 27.05.2003 - 11:24
ist doch klar, warum in Matrix homosexuelle Beziehungen ausgelassen wurden. Ganz einfach: In Zion haben die Menschen ein technisch entwickeltes, jedoch zivilistisch gesehen eine art mittelalterisches Leben. Sie haben nur verdreckte Stoff-Fetzen an und schlafen in Höllen. Grund: nur eine geringe Anzahl an Menschen existieren in der "realen Welt". Wenn man dann die Quote der homosexuellen Paare unserer gesamten Menschheit auf die Menschheit der realen Welt in Matrix bezieht, stellt man fest, dass ca. 10 % der Menschen in der Matrix homosexuelle Paare sein müssten. Diese 10 % werden jedoch im Film nicht beachtet, da Matrix ja kein Liebesfilm ist oder so ne Art "Bewegter Mann", sondern ein hochqualitativ umgesetzter Action-Si-Fi.

Ein Film ist ein Film ein Film na klar

RosaRot 27.05.2003 - 15:46
Interesanter Artikel
Es wurde richtig argumentiert, dass der Film eine "One Size fits all" Strategie faehrt. Doch eine wichtige Frage wurde dann nicht gestellt: warum sehen so viele Menschen diesen Film als Systemkritik an? Wohl nur darum, dass es vielen Menschen in diesem System anstinkt, und sie einen(de oeftren nur vagen und obskuren) Wunsch nach Veraenderumg haben! Da die Linke sich vielzuoft nur in "ihrer" szene verliert(und in der Szeneprache spricht),anstatt Aenderungen klar zu nennen und zu leben, wenden sich viele Menschen eben einen obskuren und kapitalistischen Film zu anstatt revolutionaeren Ideen(ist aber auch viel bequemer so)

Rasse statt Klasse==

Zappa 27.05.2003 - 16:32
Nun ja, wie ein Vorredner schon bemerkte, man kann vieles an der Story und dem Werk kritisieren, aber folgt Matrix den rassistischen und sexistischen Vorgaben Hollywoods??

Zuerst einmal ist Morpheus kein "Alibi-Nigger", wie z. B. Jordy und Worf auf der Enterprise, und er ist auch nicht allein. Vielmehr bedient sich Matrix einer multikulturellen Rebellenschaft, die eben mal nicht durch ihre rassischen Klischees dargestellt wird, diese scheinen eher überwunden: kein-soli-bruder-handschlag zwischen Morpheus und dem neuen Operator, keine Zen-Japaner nur das geleckt-weisse Agentenimage in der Matrix selbst zeugt von einem in der Virtualität materialisierten Vergangenheitsschatten. Schon die Durchmischung der Befreiten in Zion war für mich eher Indiz, dass eben keinem beliebten Schema gefolgt wurde.
Neo der Auserwählte mag der Held des jugendlichen Zuschauers in seinem für dies Alter wohl nomalen narzistischen Größenwahnträumen sein, der als typischer Held auch noch oft über seine Füsse und Emotionen stolpert. Morpheus dagegen verkörpert den gereiften verantwortungsvoll handelnden Mensch, integer und angstlos. Trinity wird weder im Laufe des ersten noch im zweiten Film schwach, was also ist das Problem??
Was ich den Machern ankreide ist das Verschwinden von Tank und die plötzliche militärische Ordnung die in den Widerstand gebracht wird, auch wenn diese gleich durch einen weisen Senat und das Recht zur Verweigerung relativiert wird...

Neo ist Nazi

autonoma 28.05.2003 - 12:56
Ganz klar. Kantiges Gesicht, verhör Sonnenbrille, SS-Friese und Mantel, arisch, jung. Morpheus schwingt reden wie uns Adolf und der Mob dreht durch. die autoritäre Einteilung verfolgt nicht mehr "Rassen" sondern Menschen vs. Maschienen. Der Mord an diesen wird legitimiert da diese als Seelenlos gelten, ähnlich früheren christlichen Bildern über Schwarze. maschienen werden zudem als Masse dargestellt, Ratten ähnlich fallen sie über Zion her und überall lauern ihre hinterhältigen bits. Die astrale überfigur des Films, Neo, ist ein weißer und gebumst wird streng nach Apartheid. Bloß keine "Rassenschande". Matrix ist ein autoritärer Film der faschistoide Werte transportiert. Der Befreiungsbegriff ist so naiv wie von us-amerikanischen Milizen in den Einöden von Nevada. Positives nix. Indymediafaktor = 00.


zerschlagt matrix I, II und alle Nachfolgeorganisationen!
Gegen Totalitarismus und intelektuelle Ausnahmezustände!
Fight popdiskurs and wertmüllers!!

Yessss - da lohnt sich doch das studieren!

sternentrinker 29.05.2003 - 01:21
nur sicherheitshalber für das kollektiv, den/die autorin und alle nörgler:
Kulturkritik ist es wert auf Seite 1 zu stehen - gerade wenn immer mehr produktionen alle zahlen sprengen und von immer mehr menschen gesehen werden - und ihre unterschwelligen informationen in ihre hirne schiessen und scheissen! wer sich damit nicht auseinandersetzen will wird ewig an häuserräumungen und gewalt scheitern!
sicher ist der artikel nicht unbedingt das letzte wort, aber er ist ein ziemlich umfassender guter anfang - er ist sehr gut, vorallem bei "rasse" und "geschlecht".und es geht nicht nur darum mit wem trinity "rummacht" oder ob jetzt neo der boss ist oder morpheus die graue eminenz oder der "diener" (euphemistisch assistent - wie bei den sekretärinnen - favourite!) - die dargestellten grundzüge stimmen für die gesamte kulturindustrie; das zu sehen ist es doch woraufs ankommt, und dass matrix da keine ausnahme macht, wen wunderts?).
und dann noch : Die käufliche Rebellion verhält sich zur echten Revolution wie Porno zu echtem sex! als etwas abgewandelter (fast) perfekter schlussatz. Danke!

bleibt noch die frage: was ist wirklich/ was

sternetrinker 29.05.2003 - 01:55
ich ahne ja schon dass jetzt alle strassenkämpfer auf die barrikaden gehen, aber es fiel mir grad noch ein und scheint mir doch erwähnenswert zu sein (ich kenn das problem der vermischung von rolle und figur aus der schauspielerei und die frage was wirkt hat einfach mehrere ebenen)- also:
dem orakel wird im film gesagt "Your time is almost up".
Die Schauspielerin, die das orakel darstellte starb kurz nach beendigung der dreharbeiten.
Shit! Konstruktivismus? Esoterik? Zufall? Wie soll ich das denn bekämpfen?
Klartext: ich hab keine ahnung ob das überhaupt was zu bedeuten hat (was bedeutet schon der tod - wenn es ein leben vor dem tod gegeben hat!)- wollte es nur mal reinwerfen

SCHIMANSKI war SCHWUL!

shizzz 29.05.2003 - 23:45

30.05.2003 - 12:29
beim bombast-kommerz-film "independence day" retten ein schwarzer und jude die welt.

zu einigen komentaren über mir

hater player 31.05.2003 - 02:56
sein aussehen macht neo zum nazi und die maschienen dürfen nicht bekämpft werden, weil anzunemen ist das sie genau so leiden und leben wie die menschen.
Dein nicht-naiver Befreiungsbegriff ist wohl der, das Du dich selbs befreist. Aber wird "das Selbst" in einer technologisierten zukunft nicht genau so eine konstruktion sein, wie "die Menschheit"?
Einen Feid zu haben(oder sich meinetwegen zu konstruiren) ist eine hässliche sache. Aber wenn ich mir sicher wer zu wissen, dass ein haufen Maschinen oder anderer von mir nicht verstandener Wesen alleine an der misslichen Lage "der Menschheit" schult wäre(was natürlich blödsinn ist), dann würde ich sie versuchen zu töten und würde dabei vieleich sogar von vernichten oder zerstören reden.
Ach ja: niemand wird dich befreien, nur Du selbst. Und wenn du meinst du könntest in einer unfreihen Welt nicht frei werden. Dann frag ich mich doch, woher du das wissen nimmst. Natürlich, Du kannst dich bei deinen Diskussions- oder Aktionskollegen nicht Heute wie die freakigste Tunte geben und morgen mit Cappy und BaggyHosen ankommen(es sei denn Sie kennen das von dir). So gut kenne ich leider euch linken Studenten. Wer hat schon Bock, nur für seine eigene Integrität zum einzelgänger zu werden.
Konstruire dir deine Gruppe, bekämpfe ihren Feint. Siehst Du, Matrix ist dir näher als du dachtest. Denk dabei an Leute wie mich und hasse und Bekämpfe das System und die Maschienen, die diese Leute leiden lassen. Möglich, dass das einmal im nachhinein als Fehler bewertet wird, und Du als der Schlächter der armen Maschienen in die Geschichte eingehst. Aber dafür wärst Du dann für einen menschen nicht genau so ein Arschloch, wie die antifas hier aus der nachbarschaft, die mich nicht akzeptieren wollen, wenn ich wie eine scheiß Bunke rumlaufe und die mit 50g graß in den Urlaug fahren(was ich ihnen sehr gönne), wärend ich für meine kleinen Geschwister arbeiten gehe. Abwechselnd leugnet, verachtet und hasst ihr alle die Unterschicht.
Es ist doch überhaupt nicht schlimm, dass du nicht annähernd so gut aussiehst wie Neo, Trinity oder Tank. Ich hab mich doch auch damit abgefunden nicht wie die Prinzessin aus den alten Starwarsfilmen auszusehen.Zu ApartheitSex: Ich hab nicht die erfahrung gemacht, dass die linken Szenegänger besonders viel Geschit farbigen hätten. Sorry, aber deinE spanische oder japanische FreundInn ist abgelehnt.
Ach, und dann noch: wenn so leute wie ich indymedia nur nutzen um ihre meinung zu sagen, machen wir die politische Diskussion doch nur noch weniger sexy. Zeit aus der matrix auszubrechen geeks.

Kinogänger

31.05.2003 - 21:18
Fassen wir zusammen:
Matrix ist eine kapitalpolitische Reflektion momentaner Umstände unter Berücksichtigung der Windrichtung und Bodentemperatur.
Aber seit gestern abend: im Grunde einfach nur ein beschissener Film mit Knochenbrecherfaktor. Und ein Architekt spielt auch mit.

Nehmt nicht alles so schwer

kann auch genießen 03.06.2003 - 14:38
Oh mein Gott,

müssen hauptdarsteller lesbisch, weiblich, fett und schwarz sein, damit ein Film politisch korrekt ist? Muss ein Film immer politisch korrekt sein? Ist dieser Film nur dann gut?
Hey, es gibt auch Filme die einfach so entstanden sind, bei dessem Produktion sich keiner Gedanken gemacht hat, warum der Hauptdarsteller jetzt schwarz oder weiß ist...
Leben ist schön, und manchmal will man nur unterhalten werden. Achso, war der Film "Das Leben ist schön" auch nicht gut, weil er ein KZ "romantisiert" hat?

die wege des kaninchens

devil's advocate 04.06.2003 - 00:04
matrix ist zunächst weder eindeutig links oder rechts.
das werk geht einen interessanten weg:
es wirft die frage der "systemgeilheit" auf !

warum ist es möglich, einer juridischen person - sprich konzern - in einem konflikt den vorrang vor einer natürlichen person - dem lebenden menschen zu geben ? das ist das system.
der CEO gibt vor, menschen zu vertreten, doch er hat überhaupt keinen handlungsspielraum, in dem angesprochenen konflikt, diesem einen lebenden menschen entgegen zu kommen, ausser in einem vergleich in form einer finanziellen beruhigungspille. im PRINZIP des konfliktes kann er nichts tun, als den statuten zu gehorchen. das ist das system.

neo ist der CEO, der es immerhin schafft, die statuten zu ändern und ein paar inseln samt bewohner zu retten. damit hat er jedoch noch lange nicht die systemgeilheit verringert, im gegenteil, "matrix" als kulturvehikel fördert sie noch in ungeahntem ausmass.

die grundfrage ist unerkannterweise der kulturkampf gegen das eigene bewusstsein, etwas was der zen-buddhismus längst verstanden hat.
die matrix beginnt lange vor dem entstehen der künstlichen welt und intelligenz. sie hat begonnen, als wir systeme zu schaffen begannen, die wir über uns selbst gestellt haben, indem wir sie über die "anderen" stellen wollten. alle "-ismen" sind letztlich solche systeme.
die verstrickung ist demnach noch viel tieder als der film vorgibt, doch immerhin hat er begonnen, die richtigen fragen zu stellen, absichtlich oder nicht.

alle revolutionäre anstrengung ist sinnlos, wenn sie die selbstbezüglichkeit und identität des SUBJEKTES vergisst. ist der fortschritt etwas, dem sich das individuum bis zur selbstaufgabe unterzuordnen hat ? sind die fragen von asimov und lem nicht genau hier von zentraler natur, indem sie zur nächsten frage führen, als was soll sich das revolutionäre subjekt denn verstehen, wenn es maschinelles leben als gleichberechtigt oder gar übergeordnet anzuerkennen hätte ? dass jede gesellschaft ein system ist, entbindet nicht von dieser frage, im gegenteil.
die art der koexistenz zwischen dem menschlichen individuum und dem system bzw der "künstlichen intelligenz" (was sind denn zb business intelligence reporting tools?) ist bis jetzt völlig unbefriedigend, wenn nicht gar verderblich definiert. das ist für mich die zentrale botschaft der wachovskis.

Zion - meine geliebte Wagenburg

Zaza 05.06.2003 - 00:16
Es ist schon verwunderlich, wenn eine Film­-Rezension, noch dazu eine kulturkritische, frisch und froh heruntergeschrieben ist, ohne daß die Schlüssel-Szene des Films und sein Schluß überhaupt gewürdigt werden. Diese mitgedacht, hätte nicht eine so absurde Behauptung entstehen können, daß der Film "virtuelle Kämpfe" propagiere. In der Schlüssel-Szene trifft Neo eine Entscheidung und aus dieser Entscheidung folgt, daß sie den Kampf nicht mehr auf virtuell in der Matrix führen. Und: Aufgrund dieser Verlagerung des Kampfes auf die angemessene Ebene gewinnt in der Schlußszene Neo neue Kräfte - außerhalb der Matrix! Und wie sagt Neo: "Die Prophezeiung war eine Lüge." War das Rezensionswesen da schon außerhalb des Kinos?
Zur Entscheidung: Neo stand vor der Wahl die Matrix zu rebooten und auch in der neuen Matrix ist ein Zion von vornherein vorgesehen. Es ist sogar wichtig für die weitere Vervollkommnung der Matrix. (Übersetzt: Die Kämpfe dienen der Modernisierung des Kapitalismus.) Schade jedoch zu sehen, wie eine Praxis des Linke-Freiräume-Schaffens und die dazugehörige Theorie des Wir-sind-die-Guten, gegen diesen Gedanken immunisieren.
Neo entscheidet sich dann - Überraschung! - gegen seine Wagenburg und für die Verlagerung des Kampfes auf die angemessene Ebene - wodurch ihr Kampf plötzlich eine neue Schlagkraft gewinnt. Das war die zentrale Mesaj des 2. Teils.
Die Kampfszenen und Heldennummern: Klar, die mußten in den Film, ohne Kampfszenen läßt er sich nicht anschauen - aber so völlig darüber hinwegzuschreiben, daß sich die Crew explizit über seine Supermanshow lustig macht, spricht nicht für den Kulturkritiker. Da ist die Parodie schon mit einer Parodiewarnung versehen und diejenigen die dank ihrer Lektüre von J.Butler theoretisch damit wohlvertraut scheinen, bemerken sie dennoch nicht.

Matrix in Ägypten verboten

Svennie d. R. 11.06.2003 - 19:04
Wie heute auf den Seiten des heise Online-Magazins telepolis zu erfahren war, wurde der Film Matrix reloaded in Ägypten nicht für die Kinos zugelassen. Ein 15 köpfiges Kommitee beschloß dies, da die Gewaltszenen im Film das Potential besäßen, den öffentlichen Frieden zu stören.

Geschlecht/Queer/Zweierbeziehung

Carsten 18.06.2003 - 14:11
"Ansonsten werden weitere Rollenmuster primitiver gesellschaftlicher Organisation bestärkt."

Der Artikel selbst ist auch kein schlechtes Beispiel dafür. Die Unterteilung in Queer, Zweierbezeihung etc. spiegelt auch überholte Rollenmuster:

"Labeling someone as a man or a woman is a social decision. We may use scientific knowledge to help us make the decision, but only our beliefs about gender - not science - can define our sex." (Fausto-Sterling 2002)
"Biology offers us up dichtomos male and female prototypes, but it also offers us many individuals who do not fit those prototypes in a variety of ways. Blackless et al. (2000) estimate that 1 in 100 babies are born wiht bodies that differ from standard male or female". (Eckert/McConnell-Ginet 2003)
Das letzte Zitat ist aus: Language and Gender, Penelope Eckert and Sally McConner-Ginet, Cambrigde University Press, 2003.

Artikel zu Matrix 2003 + 1999

25.06.2003 - 14:58
Doppelstrategie bei Matrix macht Schule
 http://www.heise.de/newsticker/data/tol-20.05.03-002/

Nachrichten
 http://www.jungle-world.com/seiten/2003/25/1142.php

Matrix
Peter Ludewig 13.06.1999
Die Wirklichkeit ist eine Simulation
 http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/2941/1.html

16. Juni 1999 Jungle World
Ataris Rache Runter von der Festplatte, zurück ins Leben.
Im Computer-Horrorstreifen "Matrix" siegt der falsche Held mit Echtheitszertifikat
 http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_99/25/25a.htm

Ein Irrtum bezüglich Popkultur [Matrix reloaded]
 http://www.burks.de/forum/phpBB2/viewtopic.php?p=6022

 http://www.filmz.de/film_2003/matrix/links.htm

 http://www.filmz.de/film_2003/matrix_reloaded/index.htm

 http://www.theanimatrix.de/