Berlin: circa 3000 demonstrieren gegen Bildungs- und Sozialabbau - Fotos

FotoFixx 21.05.2003 20:31 Themen: Bildung Soziale Kämpfe
In Berlin demonstrierten heute mindestens 3000 Studierende gegen Bildungs- und Sozialabbau. Aufruf: hier Die Demonstration fand als Teil einer berlinweiten Aktionswoche statt. Anlass für die Proteste sind die vom rot-rotem Senat angekündigten Sparpläne. Mehr als ein Drittel des Bildungsetats soll weggestrichen werden, was einen berlinweiten Total-NC und die Schliessung einer Universität nach ziehen könnte. Studiengebühren von bis zu 1300 Euro sind im Gespräch. Diese Kürzungen sind nur ein Beispiel von vielen für den massiven Abbau im Sozial- und Bildungsbereich.
Update: Im Anschluss an die Demonstration wurde das Rote Rathaus besetzt.

Kamapagne: Berlin Umsonst
Koordinationsseite für die Proteste: allefueralle.tk
Statt nur Protest nach Alternativen suchen: [alternativuni]

Auch in Hamburg wurde heute im Rahmen von Aktionstagen demonstriert: Fotos zur Demo gegen das "Hochschulmodernisierungsgesetz"
11 Fotos von der Studi-Demo in Hamburg

An der Auftaktkundgebung am Potsdamer Platz nahmen vielleicht 1000 Leute teil


irgendwann gings dann los, wobei immer mehr dazukamen


ein paar Transparente


die Demospitze - "Für eine offene Uni - kein Sozialabbau nirgends"


gut gesichert - das Abgeordnetenhaus (ein paar Mafiosis sind im Hintergrund zu sehen) - davor wurden ein paar Botschaften auf den Boden geschrieben, was teils zu allergischen Reaktionen der Uniformierten führte


DU (...sollst nicht sparen) - überall waren diese Zeichen zu sehen - Aufgrund der Kreidemalerei versuchten die Uniformierten später eine Festnahme


ein paar Diskussionen um das (nicht legale) Filmen von Demonstranten, einer versuchten Festnahmen wegen Ordnungswidrigkeiten und der Weigerung die Dienstnummer zu zeigen. Die Beamten (24er Ehu), um die es geht, verdrücken sich derweil..


Deutsche Idylle


der Demozug


der Demozug


der Demozug


der Demozug


der Demozug


Stasischweine - filmen für die Dissidentenkartei


Gegen 14.30 hab ich mich von der Demo verdrückt. Eine Zwischenkundgebung an der HU und eine Abschlusskundgebung vor dem Roten Rathaus fanden anschliessend statt. Als ich gegangen bin, waren gut 3000 Leute auf der Demo. Was später los war, kann ja noch ergänz werden.

Am 1.Juni gibts übrigens einen kleinen Besuch bei Sonderparteitag der SPD zum Sozialabbau Hotel Estrel (Es geht um den Beschluss der Agenda 2010). Mehr dazu auf den verschiedenen Terminseiten im Netz oder bei Berlin Umsonst
Weitere Termine für die Aktionswoche finden sich hier
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Ergänzungen

wieso allefueralle

21.05.2003 - 20:45
wenn´s nur um studis und kunst geht?

allefueralle ist der name einer webseite

iche 21.05.2003 - 21:55
diese webseite ist nicht von kunststudenten. die webseite wurde ursprünglich von leuten der hu ins leben gerufen. sie ist die kampagnenseite für die protesttage geworden. es geht bei den demos endlich mal um mehr als nur uni-kram. ist alles im aufruf nachzulesen.

war übrigens eine ziemlich coole demo gewesen. gab teilweise auch ganz lustige parolen wie "wir sind keine hoologans - wir sind deutsche bildungsfans", teilweise aber gute inhaltliche sachen. es wurde viel musik gemacht und ne menge leute hatten sich was einfallen lassen.

Indy-Printausgaben verteilt

Print 21.05.2003 - 21:57
Es wurden auf der Demo übrigens 2000 Indy-Printausgaben verteilt. Wer noch welche haben will:  http://de.indymedia.org/2003/05/51866.shtml

Am besten erst runterladen vor dem Öffnen.

wegen Printausgaben und so

Bart 21.05.2003 - 22:04
In der Friedrichstrasse haben einige Bauarbeiter der Demo zugewunken. Eine benutzte dazu die Indy-Ausgabe. Wäre ein nettes Foto gewesen. Hatte aber leider keine Kamera dabei.

Beschämend

kadek 21.05.2003 - 23:06
Egal wie kreativ oder kulturell wertvoll (musik, theater) die demo auch gewesen sein mag, der eigentlich beschämende punkt ist doch, dass nicht einmal 5% der berliner studis es für nötig befanden, gegen studigebühren zu demonstrieren. wo das mobilisierungsdefizit zu suchen sein könnte:
sicherlich ist es gerechtfertigt, wenn nicht gar notwendig, die studiengebühren in einen grösseren zusammenhang einzuordnen (2010, gats, g8 usw.), aber wenn ich sehe (und das geht nicht nur mir so), wie sich verschiedene gruppen bei jeder bewegung oder äusserung von unmut an die spitze stellen und sich damit wohl ihre existenzberechtigung erschleichen, sprich: wenn die ablehnung von studigebühren, die sicherlich auf grosse zustimmung unter den betroffenen stösst, instrumentalisiert wird für ideologische zwecke, kann einem die lust vergehen bzw. kann das auf viele abschreckend wirken. besonders möchte ich hier auf ein - meiner meinung nach absolut dummes - transpi verweisen, auf dem stand: "für ein recht auf bildung, ausbildung und arbeit. für den kommunismus!" (transpi von "roter oktober")
es ist eben diese kader gestählte nullargumentation aus der ganz roten ecke, die immernoch einen breiteren konsens und weitergefassten diskurs unter studis von vorne herein abblockt.
und ausserdem: wenn immer gleich gegen alles demonstriert wird, wenn sich die argumentation auf viele unterschiedliche und schwierige themen zugleich stützt, von denen viele angesprochene nicht viel wissen und sich auch nicht dafür interessieren, wird es einfach unübersichtlich und trennt die "normalos" von den "professionellen".
mehr pragmatismus und ein bisschen mehr propagandistisches geschick (im positiven sinne) wären angebracht.

veranstaltung in köln

kölschstudent 21.05.2003 - 23:20
Am 27.6. findet in Köln mal wieder 24 Stunden Bildung (für alle) statt - das nächste Äquivalent zu teach-ins, das man wohl momentan in NRW findet (veranstaltet wird das ganze von der Math.-Nat.-Fakultät, und dort spielt Gesellschaftskritik eine eher untergeordnete Rolle).
Naja, immerhin tut sich was. Die HP findet ihr unter  http://www.24h-bildung.de/

Zum Kommentar von Kadek

Max 21.05.2003 - 23:53
Ich muss dem leider recht geben. Prinzipiell ist es ok, wenn verschiedene Gruppen an solchen Demos teilnehmen. Solche Vereinnahmungsversuche durch sich an die Spitze stellen sind aber echt danaben. Wie das auf Aussenstehende wirkt, durfte ich miterleben: Eine Frau fragte mich: "Was ist das für eine Partei, die da demonstriert? Die KPD?" - solche Aktionen schaden echt der Demo. Ausserdem ist das für die jeweiligen Gruppen auch nicht förderlich. Die Aktion war auf jeden Fall keine gute Werbung für dieses K-Grüppchen.
Zu den 5% fällt mir noch ein: Wenns 3000 Studis waren, dann haben nur 1% teilgenommen. 99% sind für Studiengebühren oder ihnen ist es egal.

sehr sinnig: Flugis die nicht verteilt werden

unwichtig 22.05.2003 - 00:25
ich frag mmich nur wenn Berge von Flugblättern produziert werden sowohl mit Inhalten !? als auch mit Terminen die oben beim Terminlink der Sowi wbseite zu finden sind,
warum diese dann nicht verteilt werden sondern auch nach der Demo noch im Ref Rat der HU rumliegen

@unwichtig

hoppla 22.05.2003 - 00:46
...na klar sind flugis zum verteilen da...aber anstatt immer nur rumzupoebeln, mach doch bitte selber was.nicht nur reden sondern handeln.

es gilt mehr leute zu mobilisieren. das erreichst du nicht mit noergelei.

ansonsten sei noch gesagt, dass es am ende durchaus locker 5000 -6000 leute waren. die demo war echt gut, auch wenn (wie nun mal immer) auch vereinzelte gruppen (wie zb auch attac) nicht immer positiv rueberkommen...aber, praesenz ist wichtig und das gemeinsame ziel zaehlt.

gebt nicht auf, kaempft weiter fuer eure ziele.

kein sozialabbau-nirgends !!!

@ hoppla: Kritik ist kein rumpoebeln

@unwichtig 22.05.2003 - 01:33
typischer indy user?:
"...aber anstatt immer nur rumzupoebeln, mach doch bitte selber was.nicht nur reden sondern handeln."

was weißt du was ich mache ?
und warum die verallgemeinerung "immer" ?

du kennst mich nicht und (ver)urteilst

sehr überzeugend - Danke

Presseberichte?

Sammler 22.05.2003 - 01:46
Die Strategie des letzten Jahres wird von den Medien fortgesetzt. Meldungen über Proteste finden sich maximal in Regionalmedien. Im Radio und den Regionalblättern war nur ein klein wenig mitzubekommen.
Beispiele:  http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/22.05.2003/580322.asp
(Tagesspiegel über die Demo)
 http://www.moz.de/showDDP.php?OPENNAV=ddp&SUBNAV=1&SUBID=xbn&ID=52240
(Märkische Oderzeitung über die Besetzung)

Das ist dann auch schon so ziemlich alles, was zu lesen ist. In überregionalen Medien ist gar nichts mehr zu hören. Die Demo in Hamburg? Laut Presse nie stattgefunden.

Studierendendemo in Berlin -Fotos(21.05.2003)

22.05.2003 - 01:47

@ Sammler - bist du Verschwörungsfan ???

22.05.2003 - 02:09
"streichen ist keine kunst" - studierende gehen auf die straße
 http://www.taz.de/pt/2003/05/22/a0174.nf/text

Gegen Bildungsklau und Sozialabbau 5000 Berliner Studierende und Schüler demonstrierten gegen geplante Kürzungen bei Hochschulen von Ralf Wurzbacher
 http://www.jungewelt.de/2003/05-22/013.php

Verschiebungen
Berliner Unis in Aufruhr
Von Jeannette Goddar
 http://www.fr-aktuell.de/ressorts/bildung_und_beruf/bildung/?sid=b31b881979cfb4aa51127836b75ef564&cnt=216163

Flierl kämpft hinter den Kulissen gegen Sarrazin
 http://www.welt.de/data/2003/05/22/100166.html


zum Gesamtthema "Sparen"
Berlinern drohen weiterhin harte Einschnitte
Senat weicht von ehrgeizigem Sparziel ab, muss aber weitere 500 Millionen Euro Steuerausfälle kompensieren
von Joachim Fahrun
 http://www.welt.de/data/2003/05/22/100164.html

11 Fotos von der Studi-Demo in Hamburg

22.05.2003 - 02:11

Sammlers Verschwörungen?

FotoFixx 22.05.2003 - 02:20
Ich hab bei Paperball auch nicht mehr gefunden. Macht wohl Sinn, bei den Zeitungen selbst noch mal nachzusehen. Aber soviel ist das mit Welt, FR und taz auch nicht:
FR ist irgendwo hinten im Bildungsteil und taz/Welt sind 2 von hunderten Zeitungen.
Aber danke für die Ergänzungen.

weitere Artikel

22.05.2003 - 02:24

Wachsende Proteste gegen Sarrazin
 http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/246215.html

Studenten besetzen das Büro des Senators
Petra Ahne und Jana Nolte
 http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/berlin/246325.html

hier noch was für die mainstreamstudies und andere Flachdenker/innen
 http://www.berlinonline.de/berliner-kurier/vermischtes/8431.html?2003-05-22

presse-echo und kritik

bernd das brot 22.05.2003 - 03:52
ich würde hinter der überregionalen nichterwähnung keine
verschwörung vermuten, sondern ganz pragmatisch eingestehen,
dass die demo viel zu klein und unspektakulär war, um ein
solches medien-echo auszulösen (wie sagte ein redner doch
so schön: in berlin finden im durchschnitt pro tag drei demos statt).
und ob da nun 3000 (und viel mehr waren das beim besten
willen nicht) studis auf die strasse gehen und sich in den
"aber bitte nicht bei uns sparen, wir sind doch
so wichtig"-trauergesang einreihen würde mich als
nachrichtenredakteur auch nicht wirklich ansprechen.
die besetzung des büros von sarasani war ja insofern schon
etwas spektakulärer, hatte aber auch nicht wirklich viel
öffentlichkeit gebracht und obs unserer sache was genützt
hat mag ich eher zu bezweifeln.


noch was zu der instrumentalisierung der demo durch irgendwelche politischen gruppen: ich finde das unerträglich! ich bin nicht gegen die räumung der rigaer 94 auf die strasse gegangen (danke tu-asta) sondern gegen
die tod-streichungen der berliner hochschulen.

@bernd das brot

pöbler 22.05.2003 - 10:48
Na klar,
du bist nur wegen Kürzungen bei dir auf die Strasse gegangen. Das andere gesellschaftliche Gruppen von Sozialklau, Spekulationen und Repression betroffen sind kann dir ja scheißegal sein.
Echt, wenn so das allgemeine Weltbild der Studis ist kann mensch nur noch alle Unis schließen oder euch Scheuklappentraeger richtig viel Geld abknöpfen.
Ja, auch ich sage danke an den AStA-TU, wurde doch mit Redebeiträgen der R94 und von Berlin-umsonst ein Bogen zu den anderen Problemen in dieser Stadt, diesem Staat, diesem System geschlagen.
Über den Tellerrand schauen...

möchte ja nicht meckern...

xsidekickx 22.05.2003 - 11:18
aber ich glaube nicht das die studenten aufgrund diverser gruppierungen, welche ich keineswegs als dominant empfunden habe, nicht erschienen sind. es wäre nicht schwer die demo selber mit inhalten zu füllen, aber das problem scheint eher das es mittlerweile ein unglaubliches desinteresse unter den studierenden gibt, einhergehend mit einer obrigkeitsgläubigkeit. den meisten geht es offenbar immer noch zu gut oder sie haben nichts davon gewusst.
davon mal abgesehn sind 3000 menschen schon nicht wenig, wenn auch zuwenig wenn mensch sich das potenzial anschaut.

@sammler etc

weist 22.05.2003 - 11:39
Teilweise ist es eigene Verpeiltheit. Wenn die Pressemitteilung zu spät rausgeht, kann natürlich nix geschrieben werden. Die taz z.B. bringt so was immer gern, aber die haben natürlich in den Regionalbeilagen recht früh Redaktionsschluß - kann manalles rauskriegen, und den Kram 1-2 Tage früher zu faxen sollte ja doch kein Problem sein.

zu: Pöbler & Bernd das Brot

AStA TU 22.05.2003 - 12:21
Nun, wir als AStA der TU Berlin sehen neben der politischen Tätigkeit an der Hochschule und neben Verhandlungen zu neuen Hochschulgesetzen im parlamentarischen Prozess auch ein Betätigungsfeld innerhalb der Stadt Berlin und natürlich weltweit. So werden wir es uns im Sinne unseres Auftrages zur politischen Bildung der Studierendenschaft (§18 BerlHG) nicht nehmen lassen auf die Missstände innerhalb der Gesellschaft hinzuweisen und dagegen anzukämpfen. Dabei sind eben die kritische Auseinandersetzung mit einer kapitalistisch geprägten Globalisierung oder eben die Unsinnigkeit der "Berliner Linie" zur Räumung und "Vertreibung" von Wohn- und Kulturprojekten (die übrigens auch von vielen Studies genutzt und betrieben werden) Themen die in o.g. Bereich fallen. Und gerade eine Kundgebung mit dem Motto "Für eine offene Uni - Kein Sozialabbau, nirgends" sollte klarstellen das zwischen Studiengebühren, Bankenskandal und Räumung der Rigaer Straße 94 sehr wohl eine Verbindung besteht.

Kleiner Beitrag

AStA FU Soz-Ref 22.05.2003 - 14:35

der tellerrand

bernd das brot 22.05.2003 - 17:41
erstmal sind mir diese sachen nicht scheissegal, hab ich
auch nicht geschrieben. zweitens sehe ich die gefahr, dass
wenn wir studis auf die strasse gehen mit mottos wie:

keine studiengebühren, mehr geld für die unis, keine kürzungen
bei der sozialhilfe, keine räumung der rigaer 94, bvg umsonst, keine streichung von krankenhausbetten, kein krieg im irak,
ende mit der besetzung der palästinensergebiete, kein walfang,
kein raubbau am regenwald, dagegen, dagegen, dagegen

dass dann unser eigentliches anliegen verwässert. das sind
alles wichtige themen, die aber m.e. nicht thema dieser
demonstration waren.

und wo bitteschön bleibt der blick über den tellerrand, wenn
bei der tu-vv, die podium für diskussionen über die geplanten
kürzungen im hochschulbereich sein soll, ein friedensaktivist
zu wort kommt und dann NUR über den besuch von powell in
berlin redet. wo bitteschön bleibt denn sein blick über den
tellerrand? sieht er auch andere probleme als "nur" den
aussenminister der usa?!? wie gesagt, dass sind alles
wichtige themen, die aber auch an anderen stellen ein
forum haben, wir hingegen nicht. deswegen wäre ich
vorsichtiger, unsere forderungen mit weiteren themen zu
verknüpfen.

weitere Presse Artikel zur Studiedemo ...

22.05.2003 - 21:05
Studenten wehren sich gegen Sparpolitik
 http://morgenpost.berlin1.de/inhalt/berlin/story605530.html

BERLINER UNI
Wir backen uns ein Studienplätzchen
 http://www.spiegel.de/unispiegel/geld/0,1518,249689,00.html

und hier nochmal Boulevard - diesmal der Spiegel
 http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,249809,00.html

zu bernd das brot

kadek 23.05.2003 - 00:11
ich finde bernd das brot hat recht. und es geht bei einer demo wie dieser nicht darum, wie pöbler anscheinend meint, dass menschen ideologisiert oder umerzogen werden zu wahrhaften kritikern dieses systems (wie ihm ;-).
wir wollen unsere interessen vertreten, wir sind eine interessengruppe und es ist doch nur natürlich, dass unser anliegen für uns im mittelpunkt steht. die solidarisierung mit anderen gruppen ist daher zweitrangig.
natürlich besteht ein zusammenhang mit der räumung der rigaer u.a. aber dieser zusammenhang war nicht DAS thema der demo (gegen die räumung der rigaer bin ich auch nicht auf die strasse gegangen).
bündnisse und kooperationen sollten nicht ideologisch, sondern pragmatisch begründet werden. und was hat es mit solidarität und demokratie zu tun, die eigene plattform mit jedem zu teilen? es geht auch ohne weltverbesserungswahn a la 68.

solidarität ist eine waffe

tamat 23.05.2003 - 11:07
nun es stellt sich doch die frage, ob es überhaupt eine interessenstruktur "studis" gibt und ob ein alleiniger studentischer protest erfolg haben wird. ich kann mir nicht vorstellen, dass ein breiter sozialer protest, wie es angesichts der hartz-pläne, agenda 2010, ... notwendig ist, einzig und allein aus einem studentischen protest hervor geht. so kann ich mich nur für ein breites solidatisches bündnis aller gruppen aussprechen, die in gänze vom sozialabbau und kürzungswahn betroffen sind.
ich finde es nach wie vor wichtig nicht bloß eigene interesse zu vertreten sondern sich natürlich auch auf einer demo mit anderen zu solidarisieren. daher kann auch ich insb. dem AStA TU ein großes lob für die auswahl der redebeiträge aussprechen.

@kadek (oberideologe vom dienst)

ideologiekritikerin 23.05.2003 - 16:53
"bündnisse und kooperationen sollten nicht ideologisch, sondern pragmatisch begründet werden." Ach, genau wie dies sog. Friedensbewegung, die ganz pragmatisch nichts dagegen hat, wenn Nazis auf ihren Demos mitlaufen??? "es geht auch ohne weltverbesserungswahn a la 68." Genau, es geht schliesslich nur darum das Bestehende zu "konservieren" oder was willst du uns mitteilen? ideologischer geht es ja wohl kaum noch.

ideologiekritik

kadek 23.05.2003 - 23:58
nein, es geht nicht darum, das bestehende zu "konservieren". und mit dem "weltverbesserungswahn a la 68" meinte ich, dass sich diese generation mit ihrer links ideologischen (fundamental)opposition (hauptsächlich von denen getragen, die unter dem system am wenigsten zu leiden hatten!) ausser zur terroristischen raf auch in die sackgasse der träumerischen weltrevolution (alles wird gut) verrannt hat, in der ihr , als sie dies erkannte, nichts anderes übrig blieb, als am system in form des marsches durch die institutionen teilzunehmen oder sich in der ökosozialen sammelbewegung der grünen aufzulösen. ich will den 68ern nicht einen gewissen erfolg absprechen, keineswegs, aber selbst sie gestehen ein, dass ihre vorstellungen von damals völlig an der realität vorbei gingen. und ich finde, wir sollten trotzdem wir ein gewisses vorrecht der jugend besitzen, nicht die gleichen fehler wie unsere eltern machen.

ideologie & "realität"

fragen über fragen 24.05.2003 - 15:11
was willst du uns sagen? Deine statements leiden ein wenig darunter, dass sie aus stereotypen, phrasen und schubladendenken bestehen. wenn du was verändern willst, was? und auf welchem weg? was ist eine linksideologische fundamentalopposition? was ist woran ideologisch? du kritisierst den marsch durch die institutionen und gleichzeitig verurteilst du eine fundamentalopposition? und was verstehst du unter "realität"? Ist realität etwas was verändert werden kann oder müssen wir uns damit begnügen, das, was du unter "realität" verstehst, so zu belassen, wie es ist? was willst du?

kadek hat's erkannt...

schnurps 28.05.2003 - 10:39
ist doch klar was kadek „sagen“ will. damals haben die irren jugendlichen revolution spielen wollen und waren so furchtbar links und rot und so gar nicht „pragmatisch“ – und heute sind die 68er in forderster front der kriegsbefürworterInnen und sozialsstaatsvernichterInnen. Die „heutige jugend“ soll diesen fehler nicht noch mal machen und statt dessen gleich „pragmatisch“ werden. Kehrt euch ab von „weltverbesserungsträumen“ und von jeglicher opposition, denn kadek hat erkannt, dass das alles nichts bringt. Und ausserdem schrecken inhalte auf demos die „normalen“ leute ab – also weg damit. wie wäre es mit einem pragmatischen slogan a la „studiengebühren? Na aber nich so viel...“. Das müsste freund kadek doch toll finden, denn wenn man studiengebühren „fundamentaloppositionell“ ablehnt, kommt man in den verdacht irgendwie „links“ zu sein, man müsste das ganze begründen und lauter komplizierte themen ansprechen, die „normale“ leute abschrecken würden. einfach nur so dafür sein, wäre aber auch doof, dann könnte kadek ja gar nicht mehr protestieren. also: Das Wie der studiengebühren „pragmatisch“ begleiten; das ist die lösung!

schnurps schreibt murks

28.05.2003 - 11:05
typische focus-lügen mit linker rethorik sind das. fischer und co sind keine 68er, sondern teilweise sehr dogmatische der 70er-szene gewesen. fischer wäre heute am ehesten mit irgendwelchen k-grüpplern (a la autokom oder aab-reste) vergleichbar, die den 1.mai und die gewalt gegen bushaltestellen revolutionär finden. der führt seine ideologie nur konsequent weiter.
was können die 68er dafür? da haben im gegensatz zu euch kindern wenigstens was getan und versucht die welt zu ändern. teilweise haben sie es sogar geschafft, während es bei euch pseudo-kommies gerade mal zum linke-angreifen reicht.

auch wenn lesen unbequem ist: probier dich mal zu informieren!