Region Aachen / Düren: Stich ins Wespennest

no nazis 19.05.2003 10:18 Themen: Antifa
„Ostdeutsche“ Verhältnisse herrschten am vergangenen Freitag in Stolberg. In der Kleinstadt bei Aachen versuchten Neonazis ein antifaschistisches Konzert anzugreifen. Am Samstag erhielten Neonazis aus der Region Aachen - Düren unerwünschten Hausbesuch.
Stolberg, Freitag 16. Mai:

Bereits in den frühen Morgenstunden verstreuten Neonazis hunderte antisemitische Flugblätter rund um den Veranstaltungsort (Jugendheim) und auf dem Gelände einer angrenzenden Schule.

Kurz nach Beginn des Konzerts vor ein Autokorso mit ca. 20 – 25 zum Teil mit Eisenketten und Pfefferspray bewaffneten Neonazis am Veranstaltungsort vor. Darunter überwiegend Personen aus dem Umfeld der „Kameradschaft Aachener-Land“. Dabei waren u.a Dirk Müllejans (Stolberg), Rene Laube (Langerwehe), Karsten und Michael Büttgen (Düren) sowie Daniel Keller (Inden). Der versuchte Angriff wurde durch das schnelle eingreifen anwesender Antifaschisten verhindert. Laut Presseberichten soll einige Scheiben an den Autos der Faschos zu Bruch gegangen sein. Durch unsachgemäßen Gebrauch von Pfefferspray nebelten sich einige Faschos selbst ein und lösten so einen Auffahrunfall untereinander aus.

Nach dem Vorfall rückte sehr schnell die Polizei an. Den Neonazis, die noch immer etwa 200 m vom Konzert auf der Straße standen, wurde ein Platzverweis erteilt. Eine doch etwas sehr seltsame Maßnahme für einen versuchten bewaffneten Angriff. Die sich auf der Straße befindlichen Konzertbesucher wurden von der Polizei bedrängt, sich in das Jugendheim zu begeben. Ansonsten werde man das Konzert auflösen. Zitat eines Polizisten „Die (gemeint sind die Nazis) gehen erst weg, wenn ihr weg geht“. Stolberger Zustände!

Ziemlich bald rücke dann auch Verstärkung aus Köln (eine Hundertschaft) an. Die Zufahrtswege zum Konzert wurden weiträumig abgesperrt, jedes Auto wurde angehalten und kontrolliert. Außerhalb dieser Absperrung waren den ganzen Abend zahlreiche Faschos unterwegs.

In einer Kneipe am Atscher Eck sollen sich bis zu 100 (!) Neonazis befunden haben, die eine Gruppe von heimkehrenden Konzertbesuchern bedrohten.

Das Konzert war übrigens ein Erfolg: bis auf den einen Zwischenfall feierten 250 Besucher ungestört mit sechs guten Bands (von Rock bis Emocore).

Die Vorfälle haben gezeigt, dass antifaschistischer Widerstand in Stolberg dringend notwendig ist. Das Konzert war ein Auftakt.
Die Faschisten werden es in Stolberg künftig nicht mehr leicht haben.

Am Samstag informierten Antifaschisten in der Region Aachen – Düren Anwohner über die Aktivitäten ihrer neonazistischen Nachbarn. Hierzu ein Bericht von  http://www.myblog.de/showone.php?blog=klarmann&id=12715
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Ergänzungen

ergänzer

19.05.2003 - 10:28
siehe auch den link oben

19.05.2003 - 13:25
Nur mal so zur Info für die Leute, die nicht wissen wo Stolberg liegt. Das ist tiefster Westen Deutschlands und nicht irgend ein kackbraunes Nest im Osten. Muss man sich erstmal vor Augen führen!
Die 250 Konzertbesucher, die sich von 25 Rechtsradikalen in Autos bedrohen lassen, sollten sich mal fragen, was Antifa(schismus) für sie wirklich bedeutet. Abgerundet wurde dieser Abend dadurch, dass eine Gruppe von 30 AntifaschistInnen alleine zum weit entfernten Bahnhof laufen musste und dabei auf die Gnade einer Handvoll Bullen angewiesen war. Keiner der zu dem Zeitpunkt noch anwesenden Konzertbesucher hielt es für nötig geschlossen aufzutreten.
Dass man am nächsten Tag mit vierzig Mann zwei Neonazis zu Hause besucht hat, dürfte das Bild vom unbesiegbarem Nazi und feigen Antifa noch einmal gefestigt haben. Darüber reg ich mich schon seit zwei Tagen auf!

jetzt mal ehrlich

19.05.2003 - 13:41
Für das Konzert bestand zu keinem Zeitpunkt eine wirkliche Bedrohung. Wären die Faschos nocheinmal zum Konzert gekommen, es wäre ihnen nicht sehr gut bekommen. Es drängte sich eher der Eindruck auf, das mit dem Bulleneinsatz verhindert werden sollte, dass die Nazis ins "offene Messer" laufen. Das Problem waren eher einzelne Besucher oder Kleingruppen auf dem Nachhauseweg, die durch ihr Aussehen oder warum auch immer zur Zielscheibe der Nazis werden könnten.

@12:41

19.05.2003 - 14:16
Das hab ich auch nicht gesagt. Sicherlich hätten 25 Neonazis ein Konzert mit 250 Besuchern nicht auflösen können, aber wenn ich sehe wie einigen Leuten die Panik in den Augen steht, weil sich draußen zwei Dutzend Nazis zusammenrotten und ein Großteil der Leute hofft, dass ja jemand anders in die erste Reihe geht... boah, das regt mich total auf... Schließlich waren auch viele "richtig" junge Leute auf dem Konzert, die vermutlich noch nicht allzu lange "dabei sind". Wie soll ich denen was von Solidarität erzählen, wenn schon in so einer Situation keiner weiss, was er machen soll. Und auf der "anderen Seite" werden die Nazis durch solch ein Verhalten nur in ihrer Mentalität bestärkt.

Man wird sehen...

Frank 19.05.2003 - 14:38
...was man tut!

Hey Frank

ein Berliner 19.05.2003 - 14:57
Kommt Zeit - Kommt Rat - Kommt ... Ihr wisst schon!

Solidarische Grüße aus Berlin!
Macht die Nazis platt und schickt mir ein Foto davon!

todschick38259

todschick38259 19.05.2003 - 15:13
Und Telefonketten?
Warum werden keine Telefonketten gebildet,um im Fall eines Falles ein paar Leute mobilisieren zu können?

Die organisiert-kriminelle,elitär-bourgeoise Willkür in den Parlamenten abstellen,
Volks und Bürgerentscheide auf allen Ebenen und zu allen Problemen fordern!!
Herrschaft bleibt Herrschaft,
Rechts wie Links und in den Parlamenten!
Viva la libertad!!
No paseran!!
Nichts wird vergeben,
und nichts wird vergessen!!
Links genauso wie Rechts!!

19.05.2003 - 15:19
Nach einigen google-Anfragen zur Kameradschaft Aachener-Land frage ich mich wie eine Nazi-Gruppierung, die in NRW fast keine Verbindungen zu anderen Kameradschaften hat, so viele Leute auf die Beine kriegt, dazu noch in einer Universitäts-Stadt.

@über mir

19.05.2003 - 17:29
Die Kameradschaft "Aachener Land" ist eher ein Haufen von Party-Fussball-Prolls, die bestimmt ein paar Kontakte zu Kölner Faschos haben und 25 Leute bzw. 5-6 Autos voll zu kriegen, ist nun wirklich nicht so das Problem.
Wo die Zahl 100(!) herkommt weiss ich nicht, meiner Meinung nach ist die viel zu hoch angesetzt.
Wenn aber 20 Nasen in einer Kneipentür stehen, sieht das natürlich nach mehr aus...

Feige?

Ray-On 20.05.2003 - 10:59
@eintrag 12.25:

Feige???
Ich frage mich ernsthaft welche Einstellung deinem Kommentar zu Grunde liegt. Habe wir es wirklich nötig uns auf die männerbündische, Rechte, Ehre, Stolz und Mut Ideologie einzulassen. Progressive linke Inhalte sollten sich dadurch von der Mitte und den rechten Abgrenzen das schwächen und Ängste des Individuums akzeptiert werden. Denn nur in einer solchen Atmosphäre konnen diese Schwächen reflektiert und behoben werden. Was längerfristig zu starken Indivduuen und somit zu einer starken Linken führen würde. Was im umgekehrten Fall passiert sehen wir bei den Faschos:
Bei den mir näher bekannten verteckt sich hinter dem starken männlichen Aufreten immer ein schwaches und sehr angreifbares Ego.
Wir sollten uns danach bewerten wie wir miteinander(bzw. der Gesellschaft allgemein) umgehen und nicht danach wie wir mit unseren Gegnern umgehen.

@ Berliner

ali 20.05.2003 - 12:23
da hast du recht: die zeit des wartens ist vorbei - es ist zeit zu handeln!

Am 14.6. Naziaufmarsch in Hamm verhindern!

Am 14.6. Naziaufmarsch in Hamm verhindern! 20.05.2003 - 13:56
Am 14.6. Naziaufmarsch in Hamm verhindern!

TexteklauenTexteklauenTexteklauenTexteklauen

Klar, Mann? 21.05.2003 - 13:10
Indymedia war es bislang wohl nicht möglich, auf meine zweifache Bitte hin den von mir verfassten und urheberrechtlich geschützten Beitrag - nämlich die zweite Hälfte dieses Postings - zu löschen. Speziell, da es dem Anspruch von Indymedia entspricht, alle Beiträge seien zur freien Weiterverwendung bestimmt, fungiert das Network hier als eine Art Gratis-Hehler von gemopsten Texten. Was leider kein Einzelfall ist (vgl. nur ein Beispiel:  http://de.indymedia.org/2003/03/46606.shtml). Eigentlich beschämend für Menschen, die sich im Sinne der Pressefreiheit unterwegs glauben und die als Hinweis auf andere Artikel oft nur einen Link setzen müssten, statt den Copy/Paste-Klau zu praktizieren.

Schreib doch den Mods ne E-Mail

21.05.2003 - 15:51
Die wissen ja nicht, was wem recht ist. Für viele Schreiber ist es ok, wenn sie zitiert werden.