Fahrraddemo gegen Studiengebühren durch Hamburg
In der nächsten Woche soll in der Hamburger Bürgerschaft das neue Hamburger Hochschulgesetz (HmbHG) verabschiedet werden. Die lange Reihe studentischer Proteste wurde am Donnerstag um eine Fahrraddemo erweitert.
Die Tagesetappe führte vom Campus auf einem Rundkurs durch die Hamburger City (inklusive Speicherstadt und Rathausmarkt) zurück zum Campus.
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Ergänzungen
Auch die Presse hat es mitbekommen
Traurig !
Studiengebühren sind nicht das einzige was die Situation der Studenten verschlechtert.
Im gleichen Atemzug wird die demokratische Struktur der Hochschulen durch von der Wirtschaft dominierte Räte ersetzt.
Die Studiengänge werden neu geordnet, inhaltlich abgeflacht, kritisches wird gestrichen, eben so wie es für die Wirtschaft vermeintlich positiv ist.
Die Asten sollen sich nur noch zu hochschulpolitischen Themen äussern dürfen.
Die gesellschaftlichen Auswirkungen dürften verheerend sein.
Sicherlich dauert dies 20 - 30 Jahre, da zur Zeit noch Viele fundierte, breitgefecherte und wissenschaftliche, Studiengänge absolvieren bzw. absolviert haben. Auch besteht heute noch ein verhältnismäßig großes Bewußtsein dafür, wie wichtig es ist auch mal über den Tellerrand zu schauen.
Doch zukünftigen Generationen wird dies nicht mehr zur Verfügung stehen und es ist zu befürchten, aufgrund veränderter Erziehungsinhalte, das auch der Drang hierzu fehlen wird. Gerade wissenschaftliches Arbeiten muss gelernt sein um zu vermeiden, dass Veränderungsprozesse nicht nur aus dem Bauch entschieden werden, sondern eben auf wissenschaftliche Daten basiert werden können.
Da dies wohl auch in Zukunft benötigt wird, ist denkbar, dass hierzu Privathochschulen einer Elite, die es bezahlen kann verhelfen wird.
Die breite unpolitische, unkritische Masse ist dann gezwungenermaßen auf diese "Führungsschicht" angewiesen - was sie dann wohl auch nicht mehr stören wird, da der Gewöhnungsprozess schon zu weit fortgeschritten sein wird.
Seltsam in diesem Zusammenhang ist auch, das mit Hilfe der Lüge deutsche Hochschulabschlüsse würden im Ausland gering geschätzt, uns ein zeitlich und inhaltlich verkürztes Studium schmackhaft gemacht werden soll.
Dies klingt vielleicht alles ein bischen nach Schwarzmalerei, doch die Beobachtung der Vorkommnisse sowie Einzelaussagen der Beteiligten läst eben genau diese Zielsetzung vermuten oder es wird zumindest billigend in kauf genommen.
Traurig auch...
Ich halte die von dir genannten Aspekte, die Umgestaltung der Universität zur Produktionsstätte verwertbaren "Humankapitals", für mindestens genau so fatal wie das Antasten der Gebührenfreiheit; ganz zu schweigen von der Einführung dubioser Generalklaueln (bezügl. "Universitätsschädlichen Verhaltens").
Im übrigen würde ich es sehr begrüßen, wenn die Proteste in Anbetracht ihrer gesamtgesellschaftlichen Relevanz in Aufrufen und Berichterstattung nicht so sehr als rein "studentisch" dargestellt würden.
Ich selbst bin schon etwas länger (freiwllig) exmatrikuliert, sehe aber, dass da Dinge auf dem Spiel stehen, für die es sich lohnt, auf die Straße zu gehen, unabhängig davon, ob man selbst direkt betroffen ist, oder sich Sorgen um die Zukunft seiner Kinder macht.
Leider wirken Berichte über "Studierendendemos" etc da immer etwas abschreckend, zumal so der Eindruck entsteht, der Rest der Gesellschaft sei ja kaum betroffen.