Auf dem Weg vom Studium zur Eliten-Reproduktion - Aktionswoche beginnt
Aktionstage gegen Bildungs- und Sozialabbau in Berlin und Hamburg begonnen. Für heute sind in Berlin und Hamburg Großdemonstrationen geplant.
An der Demonstration in Berlin unter dem Motto "Kein Sozialabbau - nirgends!" nahmen 3000 Menschen teil. Erwartet wurden 10.000. [Fotos] - Im Anschluss wurde das Rote Rathaus besetzt.
Hamburg: Fotos 1 | Fotos 2 | weiterer Bericht
Im Gegensatz zu anderen Ländern und anderen Zeiten schienen zuletzt die Studierenden in der BRD eher inaktiv, denn bei den Protesten gegen den 3. Golfkrieg blieben sie weitgehend unsichtbar.
Doch nun könnte es anders werden, denn ähnlich wie letztes Jahr, als bundes- und Europaweit die Studierenden sich gegen sie unmittelbar betreffende Maßnahmen wehrten, geht es Ihnen, zumindest in Berlin und Hamburg direkt an den Kragen.
Alle für Alle | t-uni-b.de | Education Is Not For Sale | GATS.de | Bankenskandal | Bambule | Regierung Stürzen | die neue Printausgabe mit Schwerpunkt Bildung zum runterladen!
An der Demonstration in Berlin unter dem Motto "Kein Sozialabbau - nirgends!" nahmen 3000 Menschen teil. Erwartet wurden 10.000. [Fotos] - Im Anschluss wurde das Rote Rathaus besetzt.
Hamburg: Fotos 1 | Fotos 2 | weiterer Bericht
Im Gegensatz zu anderen Ländern und anderen Zeiten schienen zuletzt die Studierenden in der BRD eher inaktiv, denn bei den Protesten gegen den 3. Golfkrieg blieben sie weitgehend unsichtbar.
Doch nun könnte es anders werden, denn ähnlich wie letztes Jahr, als bundes- und Europaweit die Studierenden sich gegen sie unmittelbar betreffende Maßnahmen wehrten, geht es Ihnen, zumindest in Berlin und Hamburg direkt an den Kragen.
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Eindeutige Wortwahl in Berlin 1997
Die Proteste des letzten Jahres unter Anderem In Baden Württemberg und Nordrheinwestfalen gehen also woanders weiter.
Besonders ausgeprägt in den beiden Städten: Die Studierenden müssen nicht nur die Folgen der kapitalistischen Globalisierung (GATS) ausbaden, sondern ähnlich wie zuvor bereits alle wehrlosen Randgruppen, konkret für die Willkür der örtlichen Eliten herhalten. In Berlin könnte bald eine der 3 großen Unis stillgelegt werden um die Folgen des Bankenskandals zu tragen, dank seiner Erben der neoliberalen SPD/PDS-Koalition. In Hamburg ist das Hochschulgesetz eine weitere Station der Kahlschlagpolitik des erzreaktionären Schwarz-Schill-Senats, nachdem bereits Flüchtlinge, soziale Projekte und alternative Lebensformen massiv unterdrückt wurden.
Nach den Aktionen dieser Woche ist geplant sich mit den anderen Betroffenen zu verbünden um den den Verheerungen der Agenda 2010, GATS und Bankenskandal zu begegnen.
Anfang Juni findet dann in Potsdam die Woche der Alternativuni statt
In Berlin regte sich der Widerstand gegen die verheerenden Angriffe auf das Bildungssystem vor Allem an der HU (Humboldt Universität) und der TU (Technische Universität), an der FU (Freie Universität) gab es ebenfalls eine überfüllte Vollversammlung, allerdings scheint es dort nebenbei eine Art Rechtsruck zu geben von den Angriffen auf nicht verwertbare Fachbereiche abgesehen. Neuerdings werden offenbar verstärkt Vertreter/innen von verbrecherischen rechtsgerichteten Regierungen, die unmittelbar für Kriege, blutige Unterdrückung von Minderheiten und tödliche politische und gesellschaftliche Repression verantwortlich sind, eingeladen.
Eins ist aber allen gemeinsam, es herrscht viel Unmut an den Universitäten. Selbst die Mitarbeiter/innen, an der HU etwa, haben sich mit den Studierenden solidarisiert, denn schließlich sind auch deren Arbeitsplätze möglicherweise bedroht.
Die Studierenden auf der dortigen VV hatten mehrere Aktionsvorschläge, "auch solche die weh tun" wurden gefordert. Einig waren sich die HU-Studierenden, daß sie sich mit den anderen Unis zusammen tun wollen, und auch mit anderen gesellschaftlichen Kräften, z.B. mit den Gewerkschaften und Erwerbslosen am 17. Mai gegen die Agenda 2010. Voraussichtlich in der Woche vom 19.-23. Mai wird es eine Reihe von Protesaktionen von Studierenden geben.
Ob die Schüler/innen, die ja bald vor unzugänglichen Universitäten stehen werden, sich an den Protesten beteiligen scheint momentan eher unwahrscheinlich.
In Hamburg, wo der Kampf gegen die Schikanen und den Größenwahn schon Tradition hat, ist das Hochschulgesetz nur eine weitere Bedrohung, nach Olympia, der mittelalterlich anmutenden Vertreibung des Bauwagenwagenplatzes Bambule und den Brechmitteleinsätzen unter Anderem.
Schon im letzten Sommersemester gab es Proteste [Fotogalerie des Uni-AStAs] gegen das Hamburger Hochschulgesetz (HmbHG). Tagelang wurden Uni-Gebäude bestreikt, Tausende nahmen an (Spontan-) Demonstrationen teil. Die Verabschiedung des HmbHG verschob sich immer weiter nach hinten. Im Wintersemester ebbte die Protestwelle in Hamburg ab, erhielt aber Ende Januar neuen Aufschwung. Die Dohnanyi-Kommission (selbsternannte Experten, die sich Gedanken zur Umgestaltung der Hamburger Hochschullandschaft bis 2012 gemacht haben) stellte ihren Bericht vor und bekam als Antwort Fischköpfe auf den Tisch gelegt. Dem Bericht zufolge soll u.a. die Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) mit den sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fachbereichen der Universität zusammengelegt werden. Gegen diese Pläne machten HWP-Studierende mit einer Aktionswoche mobil.
(Einige) Eckpunkte des neuen Hamburger Hochschulgesetzes (HmbHG):
- Studiengebühren für Studenten mit Erstwohnsitz außerhalb Hamburgs
- Studiengebühren und Möglichkeit der Exmatrikulation für sog."Langzeitstudenten"
- Möglichkeit der Exmatrikulation von Studenten, die derUni "besonders schweren Schaden" (was ist das? wer definiertdas?) zufügen.
- Einschränkung des Astas auf ein nur noch hochschulpolitischesMandat
- (weitgehende) Aufhebung der demokratischen Selbstverwaltungder Uni-HH
(Einige) Punke des Dohnanyi-Berichts:
- Einführung der angelsächsischen Abschlüsse (Bachelor und Master)als grundsätzliche Abschlüsse - mit Aufnahmeprüfung undStudiengebühren für den Weg zum Bachelor zum Master-> Bildung einer Elite über deren sozialen Status
- Zerschlagung der Hochschulen zugunsten von neuzugründenden 'schools'
- Zusammenlegung von Teilen der HWP und der Uni-HH
- Zusammenlegung/Streichung von Fachbereichen der Uni-HH
Alles in allem ein Paket, um demokratiewidrig die Hochschulenzu "Ausbildungsplätzen" zu machen, und die Freiheit der Forschung und Lehre einzuschränken, und natürlich Eliten sowie Eliten der Eliten zu bilden.
Da sich die Proteste momentan scheinbar nur auf die beiden Städte ausdehnen ist eine große Bewegung eher unwahrscheinlich. Oder werden die unmittelbar Betroffenen vielleicht nicht nur ihre eigenen Interessen wahrnehmen und damit eben ihre durchsetzen, indem sie eine breite Solidarisierung hervorbringen?
Möglicherweise ist das die letzte Chance der Gegenwehr vor dem endgültigen Wandel der Bildung in eine Eliten-Reproduktion für die Reichen.
In Berlin jedenfalls wird es eine Aktionswoche vom 19.-23. Mai geben, hoffentlich nicht nur mit kosmetischen Forderungen, beschränkt auf die kleine Gruppe der Studierenden, die bereits in den nächsten Semesterferien verpuffen.
Aktuelle Beiträge zu der Situation an den Unis:
- Verurteilt die Seminare in Fu-Berlin
- Berlin: Spontandemo nach Vollversamlung der TU - Fotos
- HU Berlin: VV voller Erfolg! - Bilder
- Fotos von Studierenden-Demo in Hamburg
- Demo für gebühren- und repressionsfreies Studium in Hamburg
- Hamburg: Studierendendemo, Fotos + Video
- Hamburg: 2000 Studierende demonstrieren gegen Hochschulgesetz
- Aktionen Hamburger Studierender
Weitere Links:
- Alternativuni
- Berlin-umsonst Kampagne
- ASTA Uni-Hamburg
- Arbeiterkommunistische Partei Irans
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Demos nun auch in Magdeburg und Stendal
Kinners, schön das ihr den Arsch endlich hochgekriegt habt!
"Munterbleiben", rät
Gafard (war auch da)
Erstes Europäisches Bildungsforum
Das EEF (European Education Forum) soll eine Plattform für Analyse und Alterntiven im Bildungsbereich sein. Abschliessen werden wir am Samstag mit eine großen Studierenden- und SchülerInnendemo.
Die Idee zu einem solchen Forum entstand auf dem 1. Europäischen Sozialforum im Rahmen einiger Seminare zu Bildung.
Wer mehr wissen möchte:
www.eef2003.org
Education, Paideia and Democracy
("Democracy and Nature". The International Journal of Inclusive Democracy. Volume 9, Number 1, March 2003),
is entirely devoted to the cruical question of education, which is one of the main victims of present neoliberal globalisation.
Contents:
OUR AIMS
Contributors/Editorial
EDUCATION, PAIDEIA AND DEMOCRACY:
'From (Mis-)education to Paideia' by Takis Fotopoulos
'Toward a Critical Theory of Education' by Douglas Kellner
'Critical Pedagogy and Class Struggle in the Age of Neoliberal Globalization: Notes from History's Undersite'
by Peter Mc Laren
'Utopian Thinking Under the Sign of Neoliberalism: Towards a Critical Pedagogy of Educated Hope'
by Henry A.Giroux
'Derrida, Lyotard and the Oriantations of a New Academic Responsibility' by Peter Pericles Trifonas
Dialouge Section:
Liberatory Ethics, Education, Paideia and Democracy:
Experiences of the US Educational System'
by John Sargis
Bookreview:
'A Radical Green Political Theory' by Alan Carter
reviewed by Chamsy Ojeili
Themes of Back Issues:
Vol.8, no.3: Democratic or 'Objective' Liberatory Ethics.
Vol.8, no.2: The 'War' Against Terrorism.
Vol.8, no.1: Transition to Democracy and Radical Movements.
"Politics must cease to be a technique for holding and exercising power and become again the self-management of society by its members."
Excerpt from OUR AIMS of D&N.
Some of the articles above should be soon on the
D&N-Website.
See as well:
Oje !!!
Und selbst für ihr Selbstinteresse stehen sie (die Studis)
nicht auf. 3000 von 133.000 in Berlin !!!
MIR reichts schon lange! Deutschland zerbröseln und `ne Revolution anzetteln - alles andere ist quark !!!