Der Prozess um den Mord an Carlo wurde geschlossen
Am Nachmittag des 5. Mais entschied Richterin Elena Daloisio: die Ermittlungen gegen Mario Placanica, dem Beamten der paramilitären italienischen Polizei (Carabinieri), der Carlo Giuliani (den jungen G8-Demonstranten von 2001) erschoß wurden eingestellt.
Der Grund, warum dieser Mord nicht bestraft werden wird ist nicht nur, dass der Polizist sich selbst verteidigte (die Motivation, die auch zu einem früheren Zeitpunkt von seinem Verteidiger Silvio Franz betont wurde), sondern auch, wegen des 53. Arktikel des Italienischen Strafgesetzbuches, nach dem dies ein Fall von legitimierten Waffengebrauchs sei. Dies könnte einem möglichen und gefährlichen rechtlichen Ausweg für andere, ähnliche Situationen in der Zukunft dienen. So könnten durch die rechtlichen Konsequenzen alle von Polizisten begangenen Morde gedeckt werden da sie "im Dienst" waren. Jedenfalls wird es gegen den Schützen Mario Placanica, keinen weiteren Prozess geben. Er wird frei gesprochen werden.
Es ist schwer nach zu vollziehen, wie es zu der Entscheidung kam die sich auf den Expertenbericht zur Situation in der der Mord geschah stützt. Daloisio berichtet, es gäbe keinen Grund, diese Berichte glaubwürdig zu halten und sie seien auf unglaubwürdigen Methodologien begründet. Doch weiß Daloisio von irgendwelchen vergangenen Erfahrungen dieser Experten? "Wir haben keinen Zweifel an der Gründlichkeit der Ermittlungen" betont die Richterin. Die Hypothese die in den Expertenberichten aufgestellt wurde besagt, dass die Kugel von einem Stein abprallte und diese Flugbahn einschnitt. Der Polizist hätte nicht auf den Demonstranten geschossen, sondern gegen den Himmel um ihn einzuschüchtern. Sogar der andere Polizist, Filippo Cavataio, der am Steuer des von DemonstrantInnen angegriffenen Jeeps sass, wurde frei gesprochen. Er wurde beschuldigt, mit dem Fahrzeug mehrmals über den Körper des erschossenen Demonstranten gerollt zu sein, doch Elena Daloisio denkt, dass dies dem jungen Mann nur leichte Wunden zugefügt hätte. Hier müssen wir uns daran erinnern, dass die Autopsie auf die sie sich stützt, als "zu oberflächlich" befunden wurde, auch von Anklägerseite. Das Tribunal von Genua äußert sich zu diesen Fakten darauf hinweisend, dass die Entscheidungen ohne jeglichen Zweifel getroffen wurden, während es sehr deutlich ist, wie viele Schatten und unbeachtete Ungenauigkeiten es gibt, die den Ermittlungen gedient haben könnten. "Placanica wird weiterhin als guter Polizist arbeiten" ist der Kommentar seines Verteidigers, glücklich mit dem Richterspruch und vor allem, keiner der hohen Beamten der Polizeitruppen, die in diesem Verfahren betroffen waren, wurden schuldig gesprochen oder angeklagt, sogar wenn es erwiesen war, dass von ihnen viele Lügen erzählt über die Geschehnisse am Piazza Alimonda (der Platz in Genua, auf dem der Demonstrant starb) wurden, als sie versuchten eine Zeugenaussage zu umgehen.
Obwohl all dies klar ist, werden einige dieser hohen Offiziere in den Irak entsendet werden, und niemand beschuldigte sie oder versuchte rechtlich gegen ihre offensichtlichen Mängel an Professionalität oder Ethik (um es vorsichtig zu beschreiben) bei den G8-Demonstrationen vorzugehen.
Die Beendigung der Ermittlungen läßt diesen Mord nicht nur ohne Verantwortlichen, sondern versucht alle Verantwortlichkeiten dieser Menschen, die die Einsätze auf dem Piazza Alimonda anordneten und derer in den höchsten Positionen der genovesischen Polizei und Regierung, zu vertuschen und auszulöschen. Das schlimmste Risiko ist, dass diese Entscheidung Effekt auf alle anderen Prozesse um die Geschehnisse in Genua haben werden. Wir hoffen, dass diese anstandslose Rechtsprechung nicht das letzte Wort zu den Ereignissen sein wird, da wir die Wahrheit wollen und wir werden daran arbeiten, unsere Stimme erheben und kämpfen bis die Wahrheit ans Tageslicht kommt.
No justice no peace.
Übersetzung von www.indymedia.org
Es ist schwer nach zu vollziehen, wie es zu der Entscheidung kam die sich auf den Expertenbericht zur Situation in der der Mord geschah stützt. Daloisio berichtet, es gäbe keinen Grund, diese Berichte glaubwürdig zu halten und sie seien auf unglaubwürdigen Methodologien begründet. Doch weiß Daloisio von irgendwelchen vergangenen Erfahrungen dieser Experten? "Wir haben keinen Zweifel an der Gründlichkeit der Ermittlungen" betont die Richterin. Die Hypothese die in den Expertenberichten aufgestellt wurde besagt, dass die Kugel von einem Stein abprallte und diese Flugbahn einschnitt. Der Polizist hätte nicht auf den Demonstranten geschossen, sondern gegen den Himmel um ihn einzuschüchtern. Sogar der andere Polizist, Filippo Cavataio, der am Steuer des von DemonstrantInnen angegriffenen Jeeps sass, wurde frei gesprochen. Er wurde beschuldigt, mit dem Fahrzeug mehrmals über den Körper des erschossenen Demonstranten gerollt zu sein, doch Elena Daloisio denkt, dass dies dem jungen Mann nur leichte Wunden zugefügt hätte. Hier müssen wir uns daran erinnern, dass die Autopsie auf die sie sich stützt, als "zu oberflächlich" befunden wurde, auch von Anklägerseite. Das Tribunal von Genua äußert sich zu diesen Fakten darauf hinweisend, dass die Entscheidungen ohne jeglichen Zweifel getroffen wurden, während es sehr deutlich ist, wie viele Schatten und unbeachtete Ungenauigkeiten es gibt, die den Ermittlungen gedient haben könnten. "Placanica wird weiterhin als guter Polizist arbeiten" ist der Kommentar seines Verteidigers, glücklich mit dem Richterspruch und vor allem, keiner der hohen Beamten der Polizeitruppen, die in diesem Verfahren betroffen waren, wurden schuldig gesprochen oder angeklagt, sogar wenn es erwiesen war, dass von ihnen viele Lügen erzählt über die Geschehnisse am Piazza Alimonda (der Platz in Genua, auf dem der Demonstrant starb) wurden, als sie versuchten eine Zeugenaussage zu umgehen.
Obwohl all dies klar ist, werden einige dieser hohen Offiziere in den Irak entsendet werden, und niemand beschuldigte sie oder versuchte rechtlich gegen ihre offensichtlichen Mängel an Professionalität oder Ethik (um es vorsichtig zu beschreiben) bei den G8-Demonstrationen vorzugehen.
Die Beendigung der Ermittlungen läßt diesen Mord nicht nur ohne Verantwortlichen, sondern versucht alle Verantwortlichkeiten dieser Menschen, die die Einsätze auf dem Piazza Alimonda anordneten und derer in den höchsten Positionen der genovesischen Polizei und Regierung, zu vertuschen und auszulöschen. Das schlimmste Risiko ist, dass diese Entscheidung Effekt auf alle anderen Prozesse um die Geschehnisse in Genua haben werden. Wir hoffen, dass diese anstandslose Rechtsprechung nicht das letzte Wort zu den Ereignissen sein wird, da wir die Wahrheit wollen und wir werden daran arbeiten, unsere Stimme erheben und kämpfen bis die Wahrheit ans Tageslicht kommt.
No justice no peace.
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Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
genua
am piazza alimondo hängen immer noch blumen und briefe von freundInnen/sympatisantInnen carlos am zaun (ganz nah an der stelle wo er sterben musste).
wer mitkriegt was da am wochenende geht soll posten, wer italienisch kann könnte ja was von indy italia übersetzen.
NO JUSTICE NO PEACE !!!
Mobilsierungen in einer sehr dunklen Zeit
Schwache Charaktere
Ja
dazu ist kein schwacher Charakter nötig
frage
Der Polizist ist ein mörder und nur das!!!
NIEDER MIT ALLEN POLIZEISTAATEN!!!!!!!
Quark
Herkunft des Feuerlöschers