1. Mai 2003 - Vorläufige Zusammenfassung
Eine Woche nach dem diesjährigen 1. Mai ist es denke ich Zeit, einmal Bilanz zu ziehen.
Jaja, der 1.Mai: ein immer wieder von Linken (und leider auch Rechten) begangener Feiertag, dem nicht zuletzt die wichtige Aufgabe zufällt, der Szene wieder etwas Mut zu geben. Dieses Jahr jedoch war denke ich manches bemerkenswert:
1. Gewerkschaften demontieren sich selbst:
Auch wenn DGB-Chef Sommer in Neu-Anspach klar beliebter war als der Kanzler, haben die Gewerkschaften wieder einmal bewiesen, dass sie kaum realistische Konzepte haben. Die jetztigen "Reformpläne" der Regierung Schröder (die eigentlich Rückschrittspläne sind - Rückschritt zu 1900) sind zwar in ihrer jetztigen Form indiskutabel; die Vorschläge der Gewerkschaften (v.a. die höhere Neuverschuldung) aber auch! Die verblendete Einschätzung der Lage macht manche Gewerkschaftsbosse gar völlig wirklichkeitsfremd. Nein, das einzige was helfen KÖNNTE wäre eine Abkehr des Bismarckschen Konzeptes, bei dem die Arbeit alle Sozialversorgungsansprüche finanziert. Dazu müsste jedoch eine umfassende ENTEIGNUNG (ja,
ich fürchte so muss es sein) der großen Privatbanken und der großen deutschen Vermögen kommen, so kann der Umstieg auch finanziert werden. Doch welche Partei traut sich das ernsthaft?
2. Neonazis können überall marschieren
Egal wo, sei es in Berlin, Halle oder Frankfurt/M., die Rechte
konnte diesen 1. Mai als Erfolg verbuchen! Besonders in Berlin war die Zahl der Gegendemonstranten wirklich schwach, auch die Aktionen hätten einer Verbesserung bedurft. Wir dürfen doch nicht aufgeben, sobald mal ein paar mehr als die normalerweise üblichen 100-200 Glatzen auftauchen! Wo waren denn in Berlin alle, die dann abends wieder Krawall gemacht haben? Da hätten sie ein fast schon "legitimes" Ziel für ihre Pflastersteine gehabt, aber dann waren sie natürlich alle weg... Etwas besser
in Halle, aber machen wir uns nichts vor, die Faschos konnten ihre Demo bis zum Schluss durchziehen, wir konnten ihren Marsch nicht abbrechen. Auch Frankfurt/M. war ein Erfolg für die Nazis: ich denke es ist ziemlich klar dass die "plötzliche Absage" beabsichtigt war (es stand auch mal ein Beitrag dazu hier auf Indy, wurde aber glaub' ich gelöscht) und die Nazis uns somit wunderbar ins Leere laufen liessen!
3. Krawall in Berlin (und Hamburg)
Obwohl der Bezirk Kreuzberg sich dieses Jahr vieles überlegt hat, um die 1. Mai-Randale zu verhindern, geschafft haben sie es dank einigen Unverbesserlichen auch dieses Jahr nicht. Wieder
mussten einige hundert Jugnedlich Steine schmeissen, Autos anzünden und sich vom Wasserwerfer durch die Strassen treiben lassen. Und das obwohl die Kreuzberger Bevölkerung dieses Mal ausdrücklich signalisiert hat, dass ihre Sympathien für die Krawallmacher am Ende sind! Liebe Leute, wenn ihr schon Krawall machen wollt, dann geht doch auf den Ku'damm oder nach Grunewald zu den Bonzenvillen, aber doch nicht in einen der ärmsten Bezirke Berlins! Hamburg blieb dagegen weit hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück, hier kann ich (angesichts von Schill und Bambule) jedoch noch deutlich mehr Sinn hinter gewaltsamen Aktionen erkennen als in Kreuzberg!
4. Resümee
Wir müssen uns was einfallen lassen, sonst werden wir als echte Alternative bald nicht mehr wahrgenommen. Auch das Auftreten dem rechten Pack gegenüber muss wieder entschlossener werden, auch wenn das NPD-Verbot gescheitert ist! Als positiv sehe ich dagegen die vielen "revolutionären"/alternativen 1. Mai-Demos an, etwa in Nürnberg oder Bottrop. Und noch etwas: ist der Irakkrieg und der amerikanische Rechtsbruch wirklich schon so schnell vergessen?
Grüße, ein anti
1. Gewerkschaften demontieren sich selbst:
Auch wenn DGB-Chef Sommer in Neu-Anspach klar beliebter war als der Kanzler, haben die Gewerkschaften wieder einmal bewiesen, dass sie kaum realistische Konzepte haben. Die jetztigen "Reformpläne" der Regierung Schröder (die eigentlich Rückschrittspläne sind - Rückschritt zu 1900) sind zwar in ihrer jetztigen Form indiskutabel; die Vorschläge der Gewerkschaften (v.a. die höhere Neuverschuldung) aber auch! Die verblendete Einschätzung der Lage macht manche Gewerkschaftsbosse gar völlig wirklichkeitsfremd. Nein, das einzige was helfen KÖNNTE wäre eine Abkehr des Bismarckschen Konzeptes, bei dem die Arbeit alle Sozialversorgungsansprüche finanziert. Dazu müsste jedoch eine umfassende ENTEIGNUNG (ja,
ich fürchte so muss es sein) der großen Privatbanken und der großen deutschen Vermögen kommen, so kann der Umstieg auch finanziert werden. Doch welche Partei traut sich das ernsthaft?
2. Neonazis können überall marschieren
Egal wo, sei es in Berlin, Halle oder Frankfurt/M., die Rechte
konnte diesen 1. Mai als Erfolg verbuchen! Besonders in Berlin war die Zahl der Gegendemonstranten wirklich schwach, auch die Aktionen hätten einer Verbesserung bedurft. Wir dürfen doch nicht aufgeben, sobald mal ein paar mehr als die normalerweise üblichen 100-200 Glatzen auftauchen! Wo waren denn in Berlin alle, die dann abends wieder Krawall gemacht haben? Da hätten sie ein fast schon "legitimes" Ziel für ihre Pflastersteine gehabt, aber dann waren sie natürlich alle weg... Etwas besser
in Halle, aber machen wir uns nichts vor, die Faschos konnten ihre Demo bis zum Schluss durchziehen, wir konnten ihren Marsch nicht abbrechen. Auch Frankfurt/M. war ein Erfolg für die Nazis: ich denke es ist ziemlich klar dass die "plötzliche Absage" beabsichtigt war (es stand auch mal ein Beitrag dazu hier auf Indy, wurde aber glaub' ich gelöscht) und die Nazis uns somit wunderbar ins Leere laufen liessen!
3. Krawall in Berlin (und Hamburg)
Obwohl der Bezirk Kreuzberg sich dieses Jahr vieles überlegt hat, um die 1. Mai-Randale zu verhindern, geschafft haben sie es dank einigen Unverbesserlichen auch dieses Jahr nicht. Wieder
mussten einige hundert Jugnedlich Steine schmeissen, Autos anzünden und sich vom Wasserwerfer durch die Strassen treiben lassen. Und das obwohl die Kreuzberger Bevölkerung dieses Mal ausdrücklich signalisiert hat, dass ihre Sympathien für die Krawallmacher am Ende sind! Liebe Leute, wenn ihr schon Krawall machen wollt, dann geht doch auf den Ku'damm oder nach Grunewald zu den Bonzenvillen, aber doch nicht in einen der ärmsten Bezirke Berlins! Hamburg blieb dagegen weit hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück, hier kann ich (angesichts von Schill und Bambule) jedoch noch deutlich mehr Sinn hinter gewaltsamen Aktionen erkennen als in Kreuzberg!
4. Resümee
Wir müssen uns was einfallen lassen, sonst werden wir als echte Alternative bald nicht mehr wahrgenommen. Auch das Auftreten dem rechten Pack gegenüber muss wieder entschlossener werden, auch wenn das NPD-Verbot gescheitert ist! Als positiv sehe ich dagegen die vielen "revolutionären"/alternativen 1. Mai-Demos an, etwa in Nürnberg oder Bottrop. Und noch etwas: ist der Irakkrieg und der amerikanische Rechtsbruch wirklich schon so schnell vergessen?
Grüße, ein anti
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Ergänzungen
Berlin muss nach links
Bankrott galoppiert weiter
Migrantensoli war richtig "in" in den letzten Jahren. Aber wer jenseits der Illegalität nur einen einfachen Ausländerstatus hat, wird nicht einmal mehr wahrgenommen, als Mensch, der deshalb mitunter großen Problemen ausgesetzt ist. Auch gegen den Kapitalismus sein hat seinen Reiz, aber die Bedingungen und die Umgebung die das Leben von sozial und gesellschaftlich besonders Schwachen bestimmen und was für Folgen das alles hat, ist eindeutig nicht mehr Thema. Es ist schon widerlich, wer sich alles für links ausgibt. Für Kids wie die aus Kreuzberg oder sonstwo ganz unten müsste eher gekämpft als so ein monströses Zeug geredet werden. Soziale Gerechtigkeit müsste auch und gezielt zur Verbesserung der Lebensumstände benachteiligter Kids erkämpft werden. Viele von ihnen kompensieren auf die leidlich bekannte, vollkommen hirnrissige Weise ihre extremen sozialen Grenzen. Das gehört wahrgenommen und reflektiert. Diese sozialen Grenzen haben Ursachen, verdammt noch mal, diese sind es, die plattgemacht gehören, nicht die Kids!
Ach ja, noch eine Anmerkung in Sachen 30 gegen 20: nie und nimmer laufen 20 Berliner Ordnungshüter vor 30 geschlossenen Gegnern ohne weiteres weg. Die operieren nämlich in Kleingruppen, die aber nach wie vor ganz eng in der guten alten Hundertschaft eingebunden sind. Die polizeiliche Kleingruppe ist eine gezielte technische Neuerung aus der zweiten Hälfte der 90er, die explizit als Antwort auf die Kleingruppentaktik der Linken entwickelt wurde. Um die Ecke kommt aber ganz schnell die ganze Hundertschaft gelaufen, wenn Gruppe X in Bedrängnis gerät. "Gegner" mit dem nötigen Zeug, um die wirklich in die Flucht zu schlagen, sind grundsätzlich weit und breit nicht in Sicht. Kampfsport hin und Kampfsport her. Da sind die linken Kampfsportler den polizeilichen Hobbybrüdern meistens weit unterlegen! Ich hatte vielfach Gelegenheit, das zu beobachten.
was für ein scheiss
bullen
Tja, letzendlich haben die bullen nur den vorteil ihrer rüstung und der großen geschlossenen gruppe
Keine Bullen - Kein Krawall????
wie viele mich dafür jetzt wieder fertig machen wollen) am 1. mai (der mauerpark war was anderes) und trotzdem gab's randale. und das waren auch keine erzürnten kreuzberger, sonder angereiste krawall-touristen oder gelangweilte immigranten-machos (ist nicht rassistisch gemeint).
REVOLUTIONÄRER 1. MAI IN GRUNEWALD!!!
FRIEDE DEN HÜTTEN, KRIEG DEN PALÄSTEN!!!
marschieren?
In Frankfurt nicht! Aucch wennd as eventuell ein Fake war mit dem FFM aufmarsch (ich glaubs aber nicht) konnten sie definitiv NICHT marschieren, sondern WIR auf IHRER Route. Das finde ich nen Erfolg!
auch wenn es beim ersten mal gelöscht wurde..
Naziposting
Auf nach Mitte!
Also Aufruf an die linksradikalen Mai-Vorbereiter: Reagiert auf das erneut absehbaren Verbot einer Demo nach Mitte kreativer, widerstaendiger, ungehorsamer und lasst uns im Vorfeld diskutiern wie man den 1. Mai 2004 in die Neue Mitte traegt!
Zusammenstellung 1.5.03 Berlin auf indy