Demo für gebühren- und repressionsfreies Studium in Hamburg

Langzeitstudierende(r) 07.05.2003 20:06 Themen: Bildung
Heute gab es in Hamburg die erste Lesung zur Neufassung des
Hamburger Hochschulgesetzes. Für 1.500 Menschen ein Grund,
auf die Straße zu gehen.
Seid Monaten schon in vieler Leute Munde, ein weiteres Puzzlestück in der Repressionstaktik des Hamburger Senates:

Die Neufassung des Hamburger Hochschulgesetzes.

(Einige) Eckpunkte dieses Gesetzes:

* Studiengebühren für Studenten mit Erstwohnsitz außerhalb Hamburgs
* Studiengebühren und Möglichkeit der Exmatrikulation für sog.
"Langzeitstudenten"
* Einführung der angelsächsischen Abschlüsse (Bachelor und Master)
als grundsätzliche Abschlüsse - mit Aufnahmeprüfung und
Studiengebühren für den Weg zum Bachelor zum Master
-> Bildung einer Elite über deren sozialen Status
* Zusammenlegung von Teilen der HWP und der Uni-HH
* Zusammenlegung/Streichung von Fachbereichen der Uni-HH
* Möglichkeit der Exmatrikulation von Studenten, die der
Uni "besonders schweren Schaden" (was ist das? wer definiert
das?) zufügen.
* Einschränkung des Astas auf ein nur noch hochschulpolitisches
Mandat
* (weitgehende) Aufhebung der demokratischen Selbstverwaltung
der Uni-HH

Alles in allem ein Paket, um demokratiewidrig die Hochschulen
zu "Ausbildungsplätzen" zu machen, und die Freiheit der Forschung und Lehre einzuschränken. (Und natürlich Eliten und Eliten der Eliten zu bilden (und die Basis dieser Eliten einzuschränken))

Gegen etwa 13:00 Uhr ging die Demo über die übliche Route
vom Campus weg los, zum Gänsemarkt, wo es noch zwei(drei?)
Redebeiträge gab zum Jungfernstieg.

Der Rathausmarkt war - natürlich - wieder abgesperrt. Bei Senats- und Bürgerschaftssitzungen gilt die Bannmeile, und der Hamburger Rechts-Schill-Senat versteckt sich gerne hinter Gesetzen, Verordnungen und virtuellen Bedrohungen, um die Proteste gegen seine Politik nicht wahrhaben zu müssen.

An der Absperrung zum Rathausmarkt gab es dann leichte Auseinandersetzungen mit den eingesetzten Beamten, als einige
Leute versuchten, durch die Absperrung zum Rathausmarkt
zu gelangen. Schlagstöcke wurden gezückt (ob sie eingesetzt
wurden, habe ich nicht erkennen können), ein - "ungetarnter" - BFE-Zug ging in die Demo.

Die Lage entspannte sich aber einigermassen schnell wieder, und
nach einem kurzen Redebeitrag ging es wieder zurück zum
Gänsemarkt, wobei die Demo etwa auf Höhe des Alsterhauses
aber gestoppt und "endgültig" aufgelöst wurde.

Als ein kleinerer Zug versuchte, auf der Straße in Form einer
Demo Richtung Gänsemarkt/Uni weiterzugehen, wurde dieser
durch ein Seitenspalier auf den Bürgersteig gedrängt, und
weiterbegleitet (zumindest bis Gänsemarkt).

Nachher zerstreute sich noch ca. 30-50 Mensch auf dem
Rathhausmarkt, wo Parolen gerufen wurden. Hier gab es einen
Platzverweis, und die Zerstreuung zerstreute sich weiter.

Bei der Demo war von 3 Personalienfeststellungen die Rede.

Soweit von dieser Demo - nächste Woche mehr?

Schill? (Hamb. Innensenator)

Muß WEG!

Dräger? (Hamb. Wissenschaftssenator)

Muß WEG!

Senat?

Muß WEG!
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Ergänzungen

Schlagstockeinsatz

Keine Namen auf Demos 07.05.2003 - 20:47
Natürlich kam es zu einem Schlagstockeinsatz an beasagter Stelle, sonst wäre die Demo ja auf den Rathausmarkt gekommen.
Auf dem Rathausmarkt haben sich dann etwa 80 Studierende verstreut um dann aus allen Richtungen zu skandieren. Ziemlich schnell kam dann die Staatsgewalt einige flüchteten andere erhielten Platzverweise.

hamburg hat zu viele

scheisz bullen 08.05.2003 - 03:08
ein lob an team green - die haben sich heut doch ganz gut im griff gehabt
als die demo-spitze am gatter sich nen kleinen fight leistete wurde erst sehr spät geknüppelt und auch nur so weit dass die am zaun zerrenden was auf die finger bekamen
leider läufts nicht immer so

Keine Solidarität mit Studenten.

Studihasser 08.05.2003 - 14:32
Immer das selbe Gejammer von euch Studenten.
Hach die bösen Politiker. Wollen uns nicht anständig studieren lassen. Blablabla. Forden Solidarität. Nicht mit mir.
Es gibt 2 Arten von Studenten:
1. karrieregeile Idioten -- denen verweigere ich die Solidarität.
2. Idealisten, die sich einzig der wahren Forschung und Lehre verschrieben haben -- kauft euch ein nettes Buch das bildet euch auch. Als Schluss mit dem Gejammer!

Der solipsistische Vorredner

student 08.05.2003 - 15:57
weiss offensichtlich nicht, wovon er spricht; für ihn scheinen grundlegende Rechte der Universität, sprich: eine demokratisch organisierte Selbstverwaltung (ein Präsi, der an die Uni gebunden und ihr gegenüber rechenschaftspflichtig ist) und - hieran anschliessend - die Freiheit von Forschung und Lehre (in Gremien diskutieren Profs, Studis und TVP, wie Studienform und -Inhalt auszusehen haben) Worthülsen zu sein. Diese Rechte werden - so der Senat will - bald einem sog. Externen Rat übertragen, der dann nach Gutdünken an der Uni (oder dem, was dann noch übrig ist) herumspielen kann nach dem Motto: 'Irgendwie muss doch auch eine Bildungsanstalt Profit abwerfen und effizient sein'. Gegen diese Vorhaben wehren sich DIE Studierenden, die über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen vermögen.

Es darf nicht sein, dass die Studiendauer massiv verkürzt wird und eine fachwissenschaftliche Grundausbildung überhaupt nicht mehr gewährleistet wird (Bachelor-Pläne);
es darf nicht sein, dass der Senat aufgrund willkürlicher Bedarfsprognosen der HH Wirtschaft feststellt, dass zu viele Geisteswissenschaftler ausgebildet werden (Dahnonyi-Papier) und gleich die Hälfte der Geistes-, Sprach- und Kulturwissenschaften streichen will;
es darf nicht sein, dass diejenigen Fächer, die als besonders KRITISCH gelten (z.B. die Sozialwissenschaften) nicht nur verkleinert werden sollen, sondern sich in die Wirtschaftswissenschaften integrieren sollen. Dieses Schicksal soll auch die Journalistik erfahren.

Lieber Vorredner, vielleicht solltest DU Dir mal ein Buch nehmen, ich empfehle etwas Humboldt zum Anfang, vielleicht verstehst Du dann, dass die Universitäten MEHR sind als ein paar Egoisten und Bücherwürmer!

@student

Studischreck 08.05.2003 - 16:28
"Lieber Vorredner, vielleicht solltest DU Dir mal ein Buch nehmen, ich empfehle etwas Humboldt zum Anfang, vielleicht verstehst Du dann, dass die Universitäten MEHR sind als ein paar Egoisten und Bücherwürmer!"


Das ist doch verklärte Scheisse. Die Unis waren noch nie was anderes als elitäre Zuchtanstalten.
Jetzt Mal ehrlich. Ich hatte auch schon studiert. So ein Mist gibt man sich doch nicht freiwillig. Höchstens um billiger ins Freibad zu kommen. Das was man da lernt. das kann man bei Interesse sich auch selber beibringen. Aber immer jammern (Vor allen die Pädagogen) Grundkurs "Jammern I-III" mit sehr-gut bestanden. Dann vieleicht Beamter werden=Staatsbüttel und Solidarität einforden?.
Lächerlich.

flugis

kost 08.05.2003 - 18:30
vielleicht kriegts ja auch mal jemand hin ein paar flyer an der HAW in bergedorf, der tu in harburg und dem haw-gebäude berliner tor und überhaupt allen uni-gebäuden zu verteilen. gebt die dinger doch einfach jemandem mit der in einem von den gebäuden studiert um sie zu platzieren/verteieln.. voll vorm audimax kommt nur ein bruchteil vorbei und leider nehmen noch weniger die flyer mit...

Sklaven der Grossunternehmen

10.05.2003 - 19:16
Alles wirtschaftliche optimiert. Statt Open Source einzusetzen müssen die Erstsemester mit öffentlichen Mitteln auf Word und Windows geschult werden und allzu gerne zahlt die öffentlichen Hand dafür Geld. Und natürlich muss alles verwertbar sein. Werbung in der Mensa. Werbung in Studentenmagazinen. Patentierte Forschung. Herrlich, Humboldt geht von Bord.