Hamburg: 2000 Studierende demonstrieren gegen Hochschulgesetz

student activist 07.05.2003 19:09 Themen: Bildung
StudentInnen marschieren in die Hamburger Innenstadt und versuchen, in die Bannmeile zu kommen. Polizei versperrt Zugänge.
Am Mittwoch Nachmittag, den 7.5.03, marschierten knapp 2000 Studierende vom Uni-Campus in die Hamburger Innenstadt, um gegen Studiengebühren zu protestieren. Im Anschluss versuchten mehrere Demonstranten, die äußere Grenze der Bannmeile zu durchbrechen um auf den Rathausmarkt vorzudringen. Ein massives Polizeiaufgebot konnte dies verhindern. Etwa 20 Studierende hatten zuvor den Rathausmarkt als Piraten verkleidet mit Booten über die Binnenalster „geentert“ und machten mit Transparenten auf die drohende Abwicklung der HWP aufmerksam. Mit dieser Form des zivilen Ungehorsams anlässlich der ersten Bürgerschaftslesung des sogenannten HochschulModernisierungsGesetzes, wollen die Studierenden ihren Protest gegen die Verabschiedung des Gesetzes und die bevorstehenden Kürzungen durch die Empfehlungen der „Dohnanyi- Kommission“ dorthin tragen, wo er Gehör finden soll - nämlich zu den verantwortlichen PolitikerInnen. Ihr Widerstand richtet sich nicht nur gegen die Inhalte dieses Gesetzes, sondern auch gegen die undemokratische Art und Weise mit der die Wissenschaftsbehörde ihr Gesetzesvorhaben und ihre bildungspolitischen Vorstellungen über die Köpfe aller Universitätsmitglieder hinweg durchsetzen will. Bedauerlicherweise fanden die zahlreichen Einwände und Verbesserungsvorschläge der Gremien der Hamburger Hochschulen in der Behörde für Wissenschaft kein Gehör.

Das Gesetz selbst sieht eine Reihe von einschneidenden Veränderungen vor, gegen die sich die Demonstrierenden wenden. So sollen die demokratisch legitimierten Gremien der Hochschulen abgeschafft oder in ihren Kompetenzen durch in der Regel wirtschaftlich dominierte Hochschulräte ersetzt werden. Damit wird die demokratische Organisation und die Selbstbestimmung der Hochschulen weitgehend beseitigt und die Freiheit von Forschung und Lehre bedroht. Weitere Vorhaben im Gesetz sind: Die Einführung von Studiengebühren, das Verbot von Äußerungen der ASten, die über den hochschulpolitischen Rahmen hinausgehen und die erleichterte Exmatrikulation unliebsamer Studierender.

Dazu sagt Maik Sühr, Fachschaftsvertreter der Uni Hamburg: „Durch das geplante Gesetz soll die Ausrichtung von Forschung und Lehre auf wirtschaftliche Interessen des Standortes Hamburg anstatt auf gesellschaftliche Bedürfnisse konzentriert werden. Das Grundrecht auf Bildung und die demokratische Organisation der Wissenschaftsabläufe sollen so eingeschränkt werden.“
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Ergänzungen

mal ne Frage

07.05.2003 - 22:14
Da die Politik so oder so mal wieder macht, was sie will, kann ich Hamburg jetzt also von den in Frage kommenden Orten, an denen ich ab diesem Jahr studieren möchte, wegstreichen. Kann mir jemand sagen, wo in Deutschland, das alles noch vernünftig abläuft oder gibts da garnichts mehr, sodass das Ganze ne "Qual der Wahl"-Angelegenheit wird?

07.05.2003 - 23:54
Wir sind froh über jeden, der nicht nach Hamburg kommt. Die Auswärtigen nerven mit dem Szenescheiß. Also, bleib´wo der Pfeffer wächst!!!

Super gastfreundlich

hamburgerin 08.05.2003 - 00:02
super rede,herzlichen glückwunsch.......wie bist du denn drauf, vorredner? also ich freue mich über jeden netten menschen, der in mein geliebtes hh kommt. aber auf so verschlossene und fremdenfeindliche leute wie dich kann hamburg gut verzichten!!!!!!!

2000?

strangeman 08.05.2003 - 00:37
waere schoen, wenn es 2000 gewesen waeren. Ich schaetze es waren gerade mal 500 (wenn ueberhaupt).
Ich frag mich, was die anderen 69500 Hamburger Studenten so machen?! ;( Aber wenn sie erstmal zahlen muessen, oder in ihrem Fachbereich gekuerzt wird, dann schreien sie am lautesten.
Leider bin ich damit hier an der falschen Adresse, denn die Hamburger, die hier lesen, kommen eh zu den Demos. Mit so wenig leuten werden wir die Medienoeffentlichkeit wohl nicht auf unsere Seite kriegen ;(

Bayern!

STudent OIBER 08.05.2003 - 00:38
Komm zu uns!
Ja, das ist doch die Lösung!
Deutschland ist doch scheiße!
Bayern ist das bessere Deutschland!
Hier geht's den Leuten und somit auch den Unis am Besten, hier werden zuletzt Studigebühren eingeführt.Es gibt nicht einmal Rückmeldegebühren!Und nervige Ausländer stören auch nicht lange, wer nicht Informatik studieren will kommt ganz schnell ins Ausreiselager!

Lieber Herr Polizei!

Bürgerin 08.05.2003 - 01:15
Danke für Ihre Mühen Demozahlen runterzurechnen. Dafür sind offene Medien schließlich auch da!

@bürgerin

graf zahl 08.05.2003 - 01:31
wie wärs ma mit zählen? so 1,2,3 .... es waren wirklich nur etwas über 500 piepel.
Die tretboote waren aber viel geiler - kompliment an die macher! - und das waren 6 Boote - nich piepel! Geentert ham die den Rathausmarkt eigentlich auch nicht wirklich - aber bis zu Schleuse waren sie immerhin.
Warum seid ihr nich geschwommen, ihr warmduscher??

flugis verteieln

kost 08.05.2003 - 18:28
vielleicht kriegts ja auch mal jemand hin ein paar flyer an der HAW in bergedorf, der tu in harburg und dem haw-gebäude berliner tor und überhaupt allen uni-gebäuden zu verteilen. gebt die dinger doch einfach jemandem mit der in einem von den gebäuden studiert um sie zu platzieren/verteieln.. voll vorm audimax kommt nur ein bruchteil vorbei und leider nehmen noch weniger die flyer mit...