Bericht zum 30.04. [Düsseldorf] und zum ersten Mai [Berlin]
Auf der Homepage der antifajugend.dorsten [http://dorsten.antifa.net] finden sich zahlreiche Fotos und die passenden Berichte zu der Demo am 30.04., dem "Vorabend der Revolution" in Düsseldorf und dem ersten Mai in Berlin.
Demo in Düsseldorf:
Erstmalig seit einigen Jahren organisierten antifaschistische Gruppen aus NRW am 30.04. gemeinsam eine antikapitalistische Demonstration unter dem Motto "Jede Revolution hat ihren Vorabend - Kapitalismus abschaffen!". Nachdem es den ganzen Tag über immer wieder heftig geregnet hatte, fiel während der gesamten Demo kaum ein Tropfen Wasser, die TeilnehmerInnenzahl fiel mit 500 auch nicht wirklich ins Wasser. In Redebeiträgen wurde eine deutliche Abgrenzung zur traditionell linken Besetzung des ersten Mai's als "Tag der Arbeit" vorgenommen und der Arbeitsfetisch als "Ideologie, falsches Bewusstsein" denunziert. Es wurde die Notwendigkeit einer Solidarität mit Israel aufgezeigt und abschließend die Abschaffung von Arbeit, Deutschland und Kapitalismus gefordert. Während des sehr dynamischen Demozuges flog immer mal wieder ein Böller oder ein bisschen Leuchtspur durch die Lüfte, die Bullen waren nur mit zwei-drei Motoradcops und einer Wanne präsent. Aufgrund der Abschiebepraxis der Lufthansa wurde einem Lufthansa Center ein kurzer Besuch abgestattet, es flogen Farbbeutel. Auch die Grünen, welche sich für keine Lüge zu schade sind, gerade, wenn es um die Abschiebung von Sinti und Roma oder die Räumung ihres besetzten Büros geht, bekamen ihr Fett weg. Ein Rauchpaket sorgte für dicke Luft während der Vorstandstagung.Mochte man anhand der Aufrufe doch davon ausgehen, eine progressive Demo zu besuchen, hinterließen Dimitroffsche Steinzeitparolen wie "Hinter dem Faschismus steht das Kapital - der Kampf um Befreiung ist international" doch einen etwas faden Eindruck, Lichtblicke wie "Verkürzte Kritik bricht uns das Genick, wer das nicht erkennt denkt systemimmanent" wurden leider nicht von vielen aufgenommen.
Auf Auftakt- und Abschlusskundgebung rockten schließlich noch live die Reggae/Ragga KünstlerInnen Nikitaman und Mono.
erster Mai in Berlin:
Nachdem man am Mittwoch schon den "Vorabend der Revolution" in Düsseldorf begangen hatte, machte man sich am Tag darauf gen Berlin vom Acker. Dieses Jahr gab es nur zwei große Demos, die Antifaschistische Linke Berlin [ALB], ein Teil der sich im Frühjahr gespaltenen Antifaschistischen Aktion Berlin [AAB] mobilisierte zusammen mit Autokoms, Stalinisten/Maoisten und anderen Gruppen zur Demo um 15uhr nach Kreuzberg. Das Bündnismotto dieser Demo lautete "Krieg dem Krieg - nach Innen und nach Außen". Angesichts der aufrufenden Gruppen verwunderte es kaum, dass die 15h Demo zu einer gruseligen Manifestation wurde. Neben mit Irak-, Palästina-, Nordkorea-, und noch zahlreichen anderen Fahnen "antiimperialistischer Trutzburgen" im Kampf gegen den "US-Imperialismus" wurde auf dieser Demo auch mal wieder das antisemitische Transparent, auf welchem eine bewaffneter Mob vor "Groß-Palästina" in den Grenzen Israels zu sehen ist, gezeigt. Die ALB ging trotz eines Tiefladers völlig in der Demo unter, es schien nicht einmal ein Abgrenzungsbürfnis gegenüber dem reaktionären Großteil der DemoteilnehmerInnen und -organisatorInnen zu geben.
Ein anderes Bild bot sich auf der 18Uhr Demo, zu welcher unter anderem die "besser Hälfte" der AAB - die Gruppe Kritik & Praxis, die Autonome Antifa Nordost und das Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus aufgerufen hatten. Bereits um 17Uhr begann die Auftaktkundgebung mit einem Ragga-Künstler und der Popband MIA. Unter dem Bündnismotto "Don't fight the players - Fight the Game" fanden sich ähnlich viele Leute wie im letzten Jahr ein, es waren jedoch deutlich mehr Inhalte in Form von Transparenten und Fahnen präsent. Der Eindruck mag ein subjektiver sein, man kann nur mehrere tausend bis gut über zehntausend TeilnehmerInnen schätzen. Während der Demo hielten die Bullen sich zurück und provozierten lediglich durch massive Präsenz in den Seitenstraßen der Demoroute. Entgegen von Ankündigungen aus dem autoritären Politsektenlager wurde die Demo beim Eintreffen in Kreuzberg nicht angegriffen, ganz im Gegenteil schlossen sich etliche DemonstrantInnen dem israelsolidarischen Block an.
Nach Abschluss der Demo kam es Kreuzberg mal wieder zu den üblichen Maifestspielen, ein paar Eindrücke davon sind in Form von Fotos dokumentiert.
Auch wenn es mit der Revolution nichts geworden ist, so war die 18h Demo doch ein Lichtblick für linksradikale Praxis in Deutschland. Bleibt zu hoffen, dass es bald wieder Manifestationen wie diese gibt, solche, die eine Absage an personifizierenden und reaktionären Antikapitalismus, an Antisemitismus und Antizionismus, an Staat und Nation erteilen. Dann klappt's hoffentlich auch bald mit dem Kommunismus...
* die im Text vertretenen Positionen stellen nicht zwingend die Meinung der gesamten anifajugend.dorsten dar.
Erstmalig seit einigen Jahren organisierten antifaschistische Gruppen aus NRW am 30.04. gemeinsam eine antikapitalistische Demonstration unter dem Motto "Jede Revolution hat ihren Vorabend - Kapitalismus abschaffen!". Nachdem es den ganzen Tag über immer wieder heftig geregnet hatte, fiel während der gesamten Demo kaum ein Tropfen Wasser, die TeilnehmerInnenzahl fiel mit 500 auch nicht wirklich ins Wasser. In Redebeiträgen wurde eine deutliche Abgrenzung zur traditionell linken Besetzung des ersten Mai's als "Tag der Arbeit" vorgenommen und der Arbeitsfetisch als "Ideologie, falsches Bewusstsein" denunziert. Es wurde die Notwendigkeit einer Solidarität mit Israel aufgezeigt und abschließend die Abschaffung von Arbeit, Deutschland und Kapitalismus gefordert. Während des sehr dynamischen Demozuges flog immer mal wieder ein Böller oder ein bisschen Leuchtspur durch die Lüfte, die Bullen waren nur mit zwei-drei Motoradcops und einer Wanne präsent. Aufgrund der Abschiebepraxis der Lufthansa wurde einem Lufthansa Center ein kurzer Besuch abgestattet, es flogen Farbbeutel. Auch die Grünen, welche sich für keine Lüge zu schade sind, gerade, wenn es um die Abschiebung von Sinti und Roma oder die Räumung ihres besetzten Büros geht, bekamen ihr Fett weg. Ein Rauchpaket sorgte für dicke Luft während der Vorstandstagung.Mochte man anhand der Aufrufe doch davon ausgehen, eine progressive Demo zu besuchen, hinterließen Dimitroffsche Steinzeitparolen wie "Hinter dem Faschismus steht das Kapital - der Kampf um Befreiung ist international" doch einen etwas faden Eindruck, Lichtblicke wie "Verkürzte Kritik bricht uns das Genick, wer das nicht erkennt denkt systemimmanent" wurden leider nicht von vielen aufgenommen.
Auf Auftakt- und Abschlusskundgebung rockten schließlich noch live die Reggae/Ragga KünstlerInnen Nikitaman und Mono.
erster Mai in Berlin:
Nachdem man am Mittwoch schon den "Vorabend der Revolution" in Düsseldorf begangen hatte, machte man sich am Tag darauf gen Berlin vom Acker. Dieses Jahr gab es nur zwei große Demos, die Antifaschistische Linke Berlin [ALB], ein Teil der sich im Frühjahr gespaltenen Antifaschistischen Aktion Berlin [AAB] mobilisierte zusammen mit Autokoms, Stalinisten/Maoisten und anderen Gruppen zur Demo um 15uhr nach Kreuzberg. Das Bündnismotto dieser Demo lautete "Krieg dem Krieg - nach Innen und nach Außen". Angesichts der aufrufenden Gruppen verwunderte es kaum, dass die 15h Demo zu einer gruseligen Manifestation wurde. Neben mit Irak-, Palästina-, Nordkorea-, und noch zahlreichen anderen Fahnen "antiimperialistischer Trutzburgen" im Kampf gegen den "US-Imperialismus" wurde auf dieser Demo auch mal wieder das antisemitische Transparent, auf welchem eine bewaffneter Mob vor "Groß-Palästina" in den Grenzen Israels zu sehen ist, gezeigt. Die ALB ging trotz eines Tiefladers völlig in der Demo unter, es schien nicht einmal ein Abgrenzungsbürfnis gegenüber dem reaktionären Großteil der DemoteilnehmerInnen und -organisatorInnen zu geben.
Ein anderes Bild bot sich auf der 18Uhr Demo, zu welcher unter anderem die "besser Hälfte" der AAB - die Gruppe Kritik & Praxis, die Autonome Antifa Nordost und das Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus aufgerufen hatten. Bereits um 17Uhr begann die Auftaktkundgebung mit einem Ragga-Künstler und der Popband MIA. Unter dem Bündnismotto "Don't fight the players - Fight the Game" fanden sich ähnlich viele Leute wie im letzten Jahr ein, es waren jedoch deutlich mehr Inhalte in Form von Transparenten und Fahnen präsent. Der Eindruck mag ein subjektiver sein, man kann nur mehrere tausend bis gut über zehntausend TeilnehmerInnen schätzen. Während der Demo hielten die Bullen sich zurück und provozierten lediglich durch massive Präsenz in den Seitenstraßen der Demoroute. Entgegen von Ankündigungen aus dem autoritären Politsektenlager wurde die Demo beim Eintreffen in Kreuzberg nicht angegriffen, ganz im Gegenteil schlossen sich etliche DemonstrantInnen dem israelsolidarischen Block an.
Nach Abschluss der Demo kam es Kreuzberg mal wieder zu den üblichen Maifestspielen, ein paar Eindrücke davon sind in Form von Fotos dokumentiert.
Auch wenn es mit der Revolution nichts geworden ist, so war die 18h Demo doch ein Lichtblick für linksradikale Praxis in Deutschland. Bleibt zu hoffen, dass es bald wieder Manifestationen wie diese gibt, solche, die eine Absage an personifizierenden und reaktionären Antikapitalismus, an Antisemitismus und Antizionismus, an Staat und Nation erteilen. Dann klappt's hoffentlich auch bald mit dem Kommunismus...
* die im Text vertretenen Positionen stellen nicht zwingend die Meinung der gesamten anifajugend.dorsten dar.
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Ergänzungen
Und die Nazis auf der Demo bleiben unerwähnt
haeh?
von wegen verkürzte Kritik.
Ideologie raus.
Einige Antideutschen Schoten auf der Demo, waren auch anscheinend sehr verpeilt.
Als am Straßenrand einige kahlgeschorene Männer im Eingang einer eindeutig als solchen erkennbaren Schwulenbar standen, riefen die Idioten extrem laut und aggressiv "Für die Freiheit für das Leben - Nazis von der Straße fegen!" Das ist ja wohl zumindest sehr peinlich.
Aber sonst war die Demo laut und lustig.
Nachher gab`s auch noch eine Lohnsklavenbörse (wie am 14.09.in Köln). Ja das wesenliche wurde ja schon erwähnt.
Smash all nations!
Das ist doch `ne Albanische Flagge da oben auf der Berlin-18:00Uhr-Demo. Soviel zum Thema Nationalflaggen.
Ich glaub du brauchst 'ne Brille !!
Das ist ne rote Fahne auf der steht "K&P"
und das steht vermutlich für Kritik & Praxis , die Mitorganisatoren der demo waren
Auch sehr öffentlichkeitswirksam!?
Hurra Krieg - oder watt?
Wie soll mensch das denn auch sonst verstehen?
Ja dann marschiert mal weiter Soldaten!
soso
zu der ganzen israel vs. palästina scheiße die in berlin so abgeht kann ich echt nur sagen, wer sich positiv auf nationalstaaten bezieht (auch den israelischen) hat in der linken nix verloren. ich will lebensbedingungen für menschen verbessern und staaten sind wie die geschichte gezeigt hat dafür als bezugspunkt äußerst ungeeignet. ich will in keinster weise das existenzrecht israels als notwendige konsequenz der geschichte in frage stellen. ich unterstütze aber keine reaktionäre und menschenverachtende militärlogik, wie sie von hamas, dschihad und der israelischen regierung unter dem ex-general (hallo geschichtsbuch) sharon betrieben wird. in sofern kann ich die monokausalen disskussionen (für oder gegen ansonsten aufs maul) wie sie seit über einem jahr in der linksradikalen szene in berlin gängig sind null nachvollziehen.
ich dachte immer wir kämpfen um die (köpfe der) menschen und nicht darum wer für den tolleren staat ist.
für die abschaffung aller staaten!!! (meinetwegen israel zuletzt)
für eine lebendige, konstruktive und vor allem solidarische!!! und geschichtsbewusste (hallo liebe antideutschen)disskussion in der linken!!!
"get fire in your hearts and brain in your heads!"
nazis auf der 18 uhr demo
18.00 uhr demo hat gerockt
der "antifablock" auf der 15.00 uhr demo war dagegen ein witz, totz fettester mobilisierung durch die alb. das kommt wohl dabei heraus wenn man dem reaktionärsten teil der berliner linke zuarbeitet. hab gehört, die haben sich ihre demo auch noch mit mehreren tausend euro vom bezirksamt kreuzberg-friedrichshain finazieren lassen - na das nenne ich systemopposition. wäre schön wenn die gruppe mal dazu stellung bezieht.
bahamas hat nicht an der demo teilgenommen
Stimmt das mit der Alb
fake
heul doch
natürlich gabs kohle vom staat
Wer im Glashaus sitzt...
Bin jetzt kein ALB-Fan (halte von Komie-Gruppen nicht so viel ).... Aber wenn wir jetzt al dabei sind: Von wem lassen sich cenn die Antideutschen bezahlen? Gibt da echt gruselige Gerüchte!