Bericht: 1. Mai in Berlin
01.05.03
Tag der Arbeit
Dieses Jahr wurde von Seiten der Anwohner der Versuch, das gesamte SO36 in ein Volksfest zu verwandeln, fortgeführt. So sollte dem 1. Mai die aggressive Stimmung genommen oder wenigstens reduziert werden. Auch die Polizei verfuhr wieder nach der Taktik der "ausgestreckten Hand" - sprich: Deeskalationstaktik. Dennoch kam es dieses Jahr wieder zu Ausschreitungen. Aber dieses Jahr nicht direkt am Ende der Demos. Diese verliefen bis zum Ende ruhig [soweit ich weiß] und haben sich auch friedlich aufgelöst.
Fotos folgen bis hoffentlich Dienstag.
Tag der Arbeit
Dieses Jahr wurde von Seiten der Anwohner der Versuch, das gesamte SO36 in ein Volksfest zu verwandeln, fortgeführt. So sollte dem 1. Mai die aggressive Stimmung genommen oder wenigstens reduziert werden. Auch die Polizei verfuhr wieder nach der Taktik der "ausgestreckten Hand" - sprich: Deeskalationstaktik. Dennoch kam es dieses Jahr wieder zu Ausschreitungen. Aber dieses Jahr nicht direkt am Ende der Demos. Diese verliefen bis zum Ende ruhig [soweit ich weiß] und haben sich auch friedlich aufgelöst.
Fotos folgen bis hoffentlich Dienstag.
VERLAUF:
Als ich gegen 15:30 durch Mauerpark fuhr, war dieser bereits wieder völlig sauber, und man konnte nichts mehr vom Vorabend sehen. Es war eigentlich alles wie immer: einige Leute [vielleicht etwas weniger als sonst] saßen auf der Wiese, auch die üblichen Sportler, Jonglierer, etc. waren da und der typische Grasgeruch lag in der Luft...
Als ich im Kreuzberg ankam [ca. 16:00], war die Stimmung noch bestens. Überall spielten Bands, teilweise auf Bühnen, teilweise einfach so auf der Straße. Überall roch es lecker, nach Gegrilltem, türkischen Spezilitäten, indischen Gewürzen und was weiß ich. Endlos viele Leute waren unterwegs. Jeden Alters, jeder couleur. Mal abgesehen von einigen Wolken, war das Wetter auch ziemlich gut.
Eine Weile setzte ich mich auf den Mariannenplatz. Auch hier ein Teil des Volksfestes und viele Menschen. Dann drehte ich noch eine Runde und kam am Lausitzer Platz vorbei. Hier führte gerade die Demo der Sozialisten, Maoisten, Kommunisten, Trotzkisten, etc. lang. Ein großes Fahnenmeer und viele bunte Transparente. Neben mir sagte die Frau im Lauti gerade, dass an der Demo 20.000 Menschen teilnahmen. Ob's stimmt weiß ich nicht =)
Ich ließ die Demo noch eine Weile an mir vorbei ziehen. Dann fuhr ich die Skalitzer vor um den Demozug wieder zu treffen, aber dieser machte noch einen Schlenker. Ich überlegte kurz, ob ich mitlaufen sollte, aber lief dann doch wieder über Umwege zurück zum Mariannenplatz. Ich kreuzte die Demo noch 2 - 3 Mal.
Ich hatte keine Lust jetzt noch zur Revolutionären 1. Mai Demo zu fahren, also blieb ich auch weiter hier. Etwas später guckte ich nochmal zum Lausitzer Platz, wo die Demo enden sollte, aber mal abgesehen, von ein paar Polizisten [die ersten in Schutzkleidung, die ich an diesem Tag sah] war hier keine Polizei. Und das fiel mir auch generell auf. Die Polizei hielt sich extrem zurück. Hier und da mal ein paar in ganz normaler Uniform und eben das Anti-Konfilkt-Team, was überall vor Ort war. Auch von den vereinzelten Kontrollen, die es gab, habe ich am späten Nachmittag nix mehr mitbekommen.
Plötzlich war die Wienerstraße [verlängerte Oranienstr.] von Polizisten in voller Montur abgeriegelt. Ich fragte Einen warum: "Wegen der Demo". Aha - bei der Demo waren sie also doch sehr vorsichtig. Ich radelte über den Lausitzer Platz zurück und hier standen in einigen Nebenstraßen 2 Wasserwerfer, ein Räumpanzer und etliche Wannen. Bei der Demo waren sie also SEHR vorsichtig. Ich radelte ein weiteres Mal zum Mariannenplatz.
Er war bereits weitaus leerer, da die Sonne am untergehen war. Und nicht mehr lange, dann hörte ich einen Knall. Man sah schon von weitem in der Mariannenstr. Rauchschwaden aufsteigen. Ich lief langsam durch die Massen auf das Ereignis zu. Etliche Leute kamen mir entgegen aber mindestens genausoviele liefen in die gleiche Richtung wie ich.
Irgendwann fingen immer mehr Leute an zu rennen [ich war jetzt auf Höhe der Oranienstr.]. Die Polizei schien, sich vorzuarbeiten. Es flogen auch erste Gegenstände. Da ich mit meinem Fahrrad in dem Gedränge sehr ungelenk war, bog ich links in die Oranienstr. Richtung Skalitzer Str.. Und lief dann diese runter um mir das Geschehen von der anderen Seite anzusehen. Hier versperrte eine Reihe von Polizisten die Sicht. Die Feuerwehr war bereits damit beschäftigt die brennenden Autos zu löschen.
Wieder waren es keine Nobelkarossen - soviel konnte ich erkennen. Ja, super, VW-Golf und Konsorten sind natürlich auch die typischen Bonzen-Autos und die der McDoof-Chefs. Ich ging zurück zur Oranienstr.. Hier eskalierte die Situation mehr und mehr. Es flogen mehr und mehr Gegenstände auf einige Wannen, die in der Oranienstraße standen und so kamen kurz danach auch drei Wasserwerfer auf die Kreuzung, die auch sogleich von etlichen Anwesenden "begrüßt" wurden.
Die Polizisten warnten, dass sie, würden die "Straftäter" die Steinwürfe nicht einstellen, sie direkt auf Menschen schießen würden. Nix passierte. Weiterhin flogen Steine, Flaschen und teilweise auch Feuerwerkskörper. Erste Wassersalven wurden abgeschossen.
Die Wasserwerfer fuhren ein wenig konfus wirkend hin und her, um sich am Besten zu positionieren. Was aber sehr schwer war, da die Steine von allen Seiten flogen. Noch ein weiteres Mal wurde gewarnt, direkt auf Leute zu zielen. Weiterhin schossen die Wasserwerfer ab und zu. Und das dritte Mal kündigte die Pozilei an, ab jetzt direkt auf Straftäter zu zielen. [Weil irgendeine Regelung 16 erfüllt sei - das ist unsere Polizei: §-treu bis zum Tod... wahrscheinlich, damit ihnen niemand am Folgetag vorwerfen kann, sie hätten sich nicht an die Gesetze gehalten =)]
Ich stellte mich in die Mitte der Kreuzung um besser fotografieren und filmen zu können. Hier standen auch noch viele andere Menschen. Bald rollte noch ein Polizeipanzer an. Hinter mir entdeckte ich eine Einheit von Grünlingen. Sie trugen grüne Kapuzen [wer sich schon immer mal gefragt hat, wozu die gut sind: so sind die weißen Helme in der Dunkelheit schlechter sichtbar - ich habe nachgefragt]. Wie sich bald rausstellte, war das eine Festnahmeeinheit.
Bald kurvte der Wasserwerfer 1 um mich herum. Ich stand auf der Mittelinsel inzwischen nur noch mit einigen Reportern. Ohne viel nachzudenken blieb ich erstmal hier und filmte sogar noch dem Wasserwerfer 1 hinterher, wie er um mich rum fuhr. Plötzlich machte es *klick* bei mir: "Moment .... MOOOMENT .. du stehst hier mitten auf einer Kreuzung, relativ alleine, umringt von 3 Wasserwerfern, die alle mit Steinen beworfen werden, und die, die sie werfern sind überwiegend besoffen und entsprechend sind ihre Wurfkünste ... SCHEIßE!!!" Schnellstmöglichst packte ich meine Kamera ein und bottete, so schnell es mit Fahrrad und Kamera möglich war, von der Kreuzung runter. Ein Stein traf mich am Fuß, aber nicht besonders doll [er hatte wahrscheinlich schon vorher die Straße getroffen].
Endlich war ich wieder sicher in den Menschenmassen. Ich ärgerte mich ein wenig über meine Blödheit, aber gut wenn ich nicht etwas mehr mitdenke, muss ja sowas passieren =)
Die Festnahmeeinheit setzte sich das erste Mal in Bewegung. Sie rannten ein Stück die Oranienstr. runter. Dann zogen sie sich wieder zurück.
Eine Leuchtrakete wurde genau vor die Reifen eines Wasserwerfers geschossen. Und der? Fährt einfach ein Stück nach vorne. Hmmm, schade ein bissel denken, die also auch mit *hehe*
Plötzlich fing eine Punkerin übelst an, ihren Freund anzuschreien: "WAS? DU WIRFST 'N STEIN? BIST DU BLÖD? ... WAS BRINGT DIR DAS? SAG MIR WAS DIR DAS BRINGT!!! ..." sie machte ihn total zur Schnecke. Ich fand das eigentlich ziemlich konrekt von ihr.
Der arme Eis-&-Getränke-Mann geriet mehr und mehr und die Schussbahn der Wasserwerfer und so wahrscheinlich auch der Steinewerfer. So schalte er irgendwann mutig sein Warnblinklicht an und fuhr über die Kreuzung davon. Weiß jemand, ob er was abbekommen hat?
Ein weiteres Mal kam eine Festnahmeeinheit - diesmal von hinten.
Die Wasserwerfer zielten jetzt schon seit einiger Zeit wirklich direkt auf Menschen. Einige, besonders der größte Teil der Gaffer, liefen jedes Mal weg, wenn eine Wasserfontäne auf sie zukam. Andere hingegen suchten förmlich die kalte Dusche. Auch ich bekam ein bisschen was ab, aber nicht der Rede wert. Glücklicherweise, war das Wasser nicht mit Tränengas angereichert. Btw., ich bin auch sehr erstaunt wie "gut" die Wasserwerfer zielen können. Der steht 3m - 5m vor der riesigen U-Bahnbrücke, die in den Scheinwerfern auch deutlich zu sehen war. Zack und trifft genau diese. Wollte er vielleicht ein wenig Vogelmist von der Brücke abkratzen? ;)
Dann irgendwann trieben die Wasserwerfer die Leute in der Skalitzer Richtung Kottbusser Tor und drohten auch damit, Menschen, die die Polizei-"Arbeit" behinderten ebenfalls festzunehmen. Das war jetzt also der Freibrief, alle und jeden mitzunehmen. Also lief ich mit der Mehrheit mit, runter die Skalitzer zum Kottbusser Tor.
Dort sperrten ein paar Einheiten die Straßen, ließen aber die Gehwege frei... hmm - sehr intelligent. Die Inzwischen 4 Wasserwerfer und 2 Räumpanzer fuhren irgendwo hin und auch ich machte mich auf den Nach-Hause-Weg. Vorbei an den Polizeiautos, die alles abriegelten. Plötzlich kam ich an eine Polizei-Sperre auf der Hauptstraße [Prinzenstraße?]. Die Brücken über die Spree seien gesperrt. Ich solle doch bitte sonstwo hinfahren, dort würde ich über die Spree kommen. "Hä? Seit ihr blöd ich will doch nicht zu den Krawallen, sondern weg von ihnen. Naja, wat soll man mach'n?" Also bin ich erstmal die Straße runtergefahren - vorbei an einer Polizei-Kontrolle. Näxte Brücke. Ich fragte auf dem Weg dorthin, extra noch ein paar Herren in Grün. "Ja, nee, da kommen sie rüber, die is nur für Autos gesperrt." Ach so, na dann. An der Brücke angekommen sah ich schon ein Frau in T-shirt an der Polizei-Sperre stehen. Sie wirkte total paralysiert: "Wissen sie was ich gerade durch gemacht habe ... ich will nur darüber zu meinem Auto ... das is doch jetzt kein Problem, ich will nur zu meinem Auto..." Irgendso eine Bullizisten stand da: "Nein das geht nicht ... wir haben Anweisung" Dann kam noch ihr nicht minder hässlicher Kollege hinzu: "Sie haben gehört was meine Kollegin gesagt hat."
Oh ja, toll, wenn eure obersten Führer befehlen, könnt ihr ja euer Gehirn ausschalten. Individualismus und Menschlichkeit sind ja "Untugenden". Die Polizei - dein Freund und Helfer. Ich war per Fahrrad unterwegs, für mich war es kein Problem weiter zu radeln, was die Frau machte weiß ich nicht. Vorher fragte ich die Politante noch wo lang es kürzer sei. Sie zeigte in die Richtung aus der ich kam. Gut, also fuhr ich in die andere Richtung. Und? Wirklich die näxte Brücke war frei. Das hatte ich in all den Jahren gelernt, mache GENAU das GEGENTEIL von dem was ein Bulle dir sagt, und es hat sich wieder mal bestätigt. Am liebsten wär ich zurück gefahren und hätte sie zusammengeschissen, aber ich wollte nach Hause. An allen größeren Kreuzungen standen noch Bullen. Mein 1. Mai beschränkte sich also darauf vor ihren Nasen über rote Ampeln und Straßen verkehrtrum zufahren. Klar, es wird nichts ändern und wahrscheinlich werden sich die Bullen nicht mal wirklich ärgern. Aber es hat einfach Spaß gemacht zufrieden in ihre, mir dumm hinterherguckenden, Gesichter zu lächeln =)
FAZIT:
Hmm, naja, also was soll ich sagen. Wie schon zur Walpurgisnacht. Ich persönlich halte nicht viel von dieser Form von Krawallen, denn ich sehe keinen Sinn in ihnen. Sie sind überwiegend unpolitisch. Man hat einfach gehört, dass auch dieser Jahr wieder etliche Krawalltouristen aus ganz Deutschland vor Ort waren. Dann müssen irgendwelche Deppen Autos anzünden, wo man 100% weiß, dass sie irgendwelchen Leuten gehören, die nicht mehr als der Durchschnitt verdienen. Eventuell können sie sich nicht mal ein neues leisten und sind am Arsch. Und das nur um die Bullen zu provozieren, damit man sich mit ihnen kloppen kann.
Klar wird es auch viele Menschen geben, die dort mitmachen, weil sie unzufrieden sind und keine Alternative haben, als den ganzen Tag auf der Straße rumzuhocken. Aber ich behaupte, dass das inzwischen die Minderheit ist.
Gut fand ich, dass dieses Jahr keine Krawalle von den Demos ausgangen.
Zum Polizeieinsatz: tja.. war halt Deeskalations-Taktik. Wobei ich heute gehört anscheinend zu viel, laut den Anwohnern, da die Polizei ewig nicht eingriff. Ähm... und was die Aktion mit den Brücken sollte versteh ich immer noch nicht.
ZITATE:
Punk: Wir waschen uns nie - Anarchie!
...hmm viel mehr fallen mir gerade garnicht ein ... näxtes mal sollte ich sie mir gleich notieren =(
################################################
weitere berichte und fotos zu linken demos aus dem raum berlin:
http://mai.unbefugter.de
Als ich gegen 15:30 durch Mauerpark fuhr, war dieser bereits wieder völlig sauber, und man konnte nichts mehr vom Vorabend sehen. Es war eigentlich alles wie immer: einige Leute [vielleicht etwas weniger als sonst] saßen auf der Wiese, auch die üblichen Sportler, Jonglierer, etc. waren da und der typische Grasgeruch lag in der Luft...
Als ich im Kreuzberg ankam [ca. 16:00], war die Stimmung noch bestens. Überall spielten Bands, teilweise auf Bühnen, teilweise einfach so auf der Straße. Überall roch es lecker, nach Gegrilltem, türkischen Spezilitäten, indischen Gewürzen und was weiß ich. Endlos viele Leute waren unterwegs. Jeden Alters, jeder couleur. Mal abgesehen von einigen Wolken, war das Wetter auch ziemlich gut.
Eine Weile setzte ich mich auf den Mariannenplatz. Auch hier ein Teil des Volksfestes und viele Menschen. Dann drehte ich noch eine Runde und kam am Lausitzer Platz vorbei. Hier führte gerade die Demo der Sozialisten, Maoisten, Kommunisten, Trotzkisten, etc. lang. Ein großes Fahnenmeer und viele bunte Transparente. Neben mir sagte die Frau im Lauti gerade, dass an der Demo 20.000 Menschen teilnahmen. Ob's stimmt weiß ich nicht =)
Ich ließ die Demo noch eine Weile an mir vorbei ziehen. Dann fuhr ich die Skalitzer vor um den Demozug wieder zu treffen, aber dieser machte noch einen Schlenker. Ich überlegte kurz, ob ich mitlaufen sollte, aber lief dann doch wieder über Umwege zurück zum Mariannenplatz. Ich kreuzte die Demo noch 2 - 3 Mal.
Ich hatte keine Lust jetzt noch zur Revolutionären 1. Mai Demo zu fahren, also blieb ich auch weiter hier. Etwas später guckte ich nochmal zum Lausitzer Platz, wo die Demo enden sollte, aber mal abgesehen, von ein paar Polizisten [die ersten in Schutzkleidung, die ich an diesem Tag sah] war hier keine Polizei. Und das fiel mir auch generell auf. Die Polizei hielt sich extrem zurück. Hier und da mal ein paar in ganz normaler Uniform und eben das Anti-Konfilkt-Team, was überall vor Ort war. Auch von den vereinzelten Kontrollen, die es gab, habe ich am späten Nachmittag nix mehr mitbekommen.
Plötzlich war die Wienerstraße [verlängerte Oranienstr.] von Polizisten in voller Montur abgeriegelt. Ich fragte Einen warum: "Wegen der Demo". Aha - bei der Demo waren sie also doch sehr vorsichtig. Ich radelte über den Lausitzer Platz zurück und hier standen in einigen Nebenstraßen 2 Wasserwerfer, ein Räumpanzer und etliche Wannen. Bei der Demo waren sie also SEHR vorsichtig. Ich radelte ein weiteres Mal zum Mariannenplatz.
Er war bereits weitaus leerer, da die Sonne am untergehen war. Und nicht mehr lange, dann hörte ich einen Knall. Man sah schon von weitem in der Mariannenstr. Rauchschwaden aufsteigen. Ich lief langsam durch die Massen auf das Ereignis zu. Etliche Leute kamen mir entgegen aber mindestens genausoviele liefen in die gleiche Richtung wie ich.
Irgendwann fingen immer mehr Leute an zu rennen [ich war jetzt auf Höhe der Oranienstr.]. Die Polizei schien, sich vorzuarbeiten. Es flogen auch erste Gegenstände. Da ich mit meinem Fahrrad in dem Gedränge sehr ungelenk war, bog ich links in die Oranienstr. Richtung Skalitzer Str.. Und lief dann diese runter um mir das Geschehen von der anderen Seite anzusehen. Hier versperrte eine Reihe von Polizisten die Sicht. Die Feuerwehr war bereits damit beschäftigt die brennenden Autos zu löschen.
Wieder waren es keine Nobelkarossen - soviel konnte ich erkennen. Ja, super, VW-Golf und Konsorten sind natürlich auch die typischen Bonzen-Autos und die der McDoof-Chefs. Ich ging zurück zur Oranienstr.. Hier eskalierte die Situation mehr und mehr. Es flogen mehr und mehr Gegenstände auf einige Wannen, die in der Oranienstraße standen und so kamen kurz danach auch drei Wasserwerfer auf die Kreuzung, die auch sogleich von etlichen Anwesenden "begrüßt" wurden.
Die Polizisten warnten, dass sie, würden die "Straftäter" die Steinwürfe nicht einstellen, sie direkt auf Menschen schießen würden. Nix passierte. Weiterhin flogen Steine, Flaschen und teilweise auch Feuerwerkskörper. Erste Wassersalven wurden abgeschossen.
Die Wasserwerfer fuhren ein wenig konfus wirkend hin und her, um sich am Besten zu positionieren. Was aber sehr schwer war, da die Steine von allen Seiten flogen. Noch ein weiteres Mal wurde gewarnt, direkt auf Leute zu zielen. Weiterhin schossen die Wasserwerfer ab und zu. Und das dritte Mal kündigte die Pozilei an, ab jetzt direkt auf Straftäter zu zielen. [Weil irgendeine Regelung 16 erfüllt sei - das ist unsere Polizei: §-treu bis zum Tod... wahrscheinlich, damit ihnen niemand am Folgetag vorwerfen kann, sie hätten sich nicht an die Gesetze gehalten =)]
Ich stellte mich in die Mitte der Kreuzung um besser fotografieren und filmen zu können. Hier standen auch noch viele andere Menschen. Bald rollte noch ein Polizeipanzer an. Hinter mir entdeckte ich eine Einheit von Grünlingen. Sie trugen grüne Kapuzen [wer sich schon immer mal gefragt hat, wozu die gut sind: so sind die weißen Helme in der Dunkelheit schlechter sichtbar - ich habe nachgefragt]. Wie sich bald rausstellte, war das eine Festnahmeeinheit.
Bald kurvte der Wasserwerfer 1 um mich herum. Ich stand auf der Mittelinsel inzwischen nur noch mit einigen Reportern. Ohne viel nachzudenken blieb ich erstmal hier und filmte sogar noch dem Wasserwerfer 1 hinterher, wie er um mich rum fuhr. Plötzlich machte es *klick* bei mir: "Moment .... MOOOMENT .. du stehst hier mitten auf einer Kreuzung, relativ alleine, umringt von 3 Wasserwerfern, die alle mit Steinen beworfen werden, und die, die sie werfern sind überwiegend besoffen und entsprechend sind ihre Wurfkünste ... SCHEIßE!!!" Schnellstmöglichst packte ich meine Kamera ein und bottete, so schnell es mit Fahrrad und Kamera möglich war, von der Kreuzung runter. Ein Stein traf mich am Fuß, aber nicht besonders doll [er hatte wahrscheinlich schon vorher die Straße getroffen].
Endlich war ich wieder sicher in den Menschenmassen. Ich ärgerte mich ein wenig über meine Blödheit, aber gut wenn ich nicht etwas mehr mitdenke, muss ja sowas passieren =)
Die Festnahmeeinheit setzte sich das erste Mal in Bewegung. Sie rannten ein Stück die Oranienstr. runter. Dann zogen sie sich wieder zurück.
Eine Leuchtrakete wurde genau vor die Reifen eines Wasserwerfers geschossen. Und der? Fährt einfach ein Stück nach vorne. Hmmm, schade ein bissel denken, die also auch mit *hehe*
Plötzlich fing eine Punkerin übelst an, ihren Freund anzuschreien: "WAS? DU WIRFST 'N STEIN? BIST DU BLÖD? ... WAS BRINGT DIR DAS? SAG MIR WAS DIR DAS BRINGT!!! ..." sie machte ihn total zur Schnecke. Ich fand das eigentlich ziemlich konrekt von ihr.
Der arme Eis-&-Getränke-Mann geriet mehr und mehr und die Schussbahn der Wasserwerfer und so wahrscheinlich auch der Steinewerfer. So schalte er irgendwann mutig sein Warnblinklicht an und fuhr über die Kreuzung davon. Weiß jemand, ob er was abbekommen hat?
Ein weiteres Mal kam eine Festnahmeeinheit - diesmal von hinten.
Die Wasserwerfer zielten jetzt schon seit einiger Zeit wirklich direkt auf Menschen. Einige, besonders der größte Teil der Gaffer, liefen jedes Mal weg, wenn eine Wasserfontäne auf sie zukam. Andere hingegen suchten förmlich die kalte Dusche. Auch ich bekam ein bisschen was ab, aber nicht der Rede wert. Glücklicherweise, war das Wasser nicht mit Tränengas angereichert. Btw., ich bin auch sehr erstaunt wie "gut" die Wasserwerfer zielen können. Der steht 3m - 5m vor der riesigen U-Bahnbrücke, die in den Scheinwerfern auch deutlich zu sehen war. Zack und trifft genau diese. Wollte er vielleicht ein wenig Vogelmist von der Brücke abkratzen? ;)
Dann irgendwann trieben die Wasserwerfer die Leute in der Skalitzer Richtung Kottbusser Tor und drohten auch damit, Menschen, die die Polizei-"Arbeit" behinderten ebenfalls festzunehmen. Das war jetzt also der Freibrief, alle und jeden mitzunehmen. Also lief ich mit der Mehrheit mit, runter die Skalitzer zum Kottbusser Tor.
Dort sperrten ein paar Einheiten die Straßen, ließen aber die Gehwege frei... hmm - sehr intelligent. Die Inzwischen 4 Wasserwerfer und 2 Räumpanzer fuhren irgendwo hin und auch ich machte mich auf den Nach-Hause-Weg. Vorbei an den Polizeiautos, die alles abriegelten. Plötzlich kam ich an eine Polizei-Sperre auf der Hauptstraße [Prinzenstraße?]. Die Brücken über die Spree seien gesperrt. Ich solle doch bitte sonstwo hinfahren, dort würde ich über die Spree kommen. "Hä? Seit ihr blöd ich will doch nicht zu den Krawallen, sondern weg von ihnen. Naja, wat soll man mach'n?" Also bin ich erstmal die Straße runtergefahren - vorbei an einer Polizei-Kontrolle. Näxte Brücke. Ich fragte auf dem Weg dorthin, extra noch ein paar Herren in Grün. "Ja, nee, da kommen sie rüber, die is nur für Autos gesperrt." Ach so, na dann. An der Brücke angekommen sah ich schon ein Frau in T-shirt an der Polizei-Sperre stehen. Sie wirkte total paralysiert: "Wissen sie was ich gerade durch gemacht habe ... ich will nur darüber zu meinem Auto ... das is doch jetzt kein Problem, ich will nur zu meinem Auto..." Irgendso eine Bullizisten stand da: "Nein das geht nicht ... wir haben Anweisung" Dann kam noch ihr nicht minder hässlicher Kollege hinzu: "Sie haben gehört was meine Kollegin gesagt hat."
Oh ja, toll, wenn eure obersten Führer befehlen, könnt ihr ja euer Gehirn ausschalten. Individualismus und Menschlichkeit sind ja "Untugenden". Die Polizei - dein Freund und Helfer. Ich war per Fahrrad unterwegs, für mich war es kein Problem weiter zu radeln, was die Frau machte weiß ich nicht. Vorher fragte ich die Politante noch wo lang es kürzer sei. Sie zeigte in die Richtung aus der ich kam. Gut, also fuhr ich in die andere Richtung. Und? Wirklich die näxte Brücke war frei. Das hatte ich in all den Jahren gelernt, mache GENAU das GEGENTEIL von dem was ein Bulle dir sagt, und es hat sich wieder mal bestätigt. Am liebsten wär ich zurück gefahren und hätte sie zusammengeschissen, aber ich wollte nach Hause. An allen größeren Kreuzungen standen noch Bullen. Mein 1. Mai beschränkte sich also darauf vor ihren Nasen über rote Ampeln und Straßen verkehrtrum zufahren. Klar, es wird nichts ändern und wahrscheinlich werden sich die Bullen nicht mal wirklich ärgern. Aber es hat einfach Spaß gemacht zufrieden in ihre, mir dumm hinterherguckenden, Gesichter zu lächeln =)
FAZIT:
Hmm, naja, also was soll ich sagen. Wie schon zur Walpurgisnacht. Ich persönlich halte nicht viel von dieser Form von Krawallen, denn ich sehe keinen Sinn in ihnen. Sie sind überwiegend unpolitisch. Man hat einfach gehört, dass auch dieser Jahr wieder etliche Krawalltouristen aus ganz Deutschland vor Ort waren. Dann müssen irgendwelche Deppen Autos anzünden, wo man 100% weiß, dass sie irgendwelchen Leuten gehören, die nicht mehr als der Durchschnitt verdienen. Eventuell können sie sich nicht mal ein neues leisten und sind am Arsch. Und das nur um die Bullen zu provozieren, damit man sich mit ihnen kloppen kann.
Klar wird es auch viele Menschen geben, die dort mitmachen, weil sie unzufrieden sind und keine Alternative haben, als den ganzen Tag auf der Straße rumzuhocken. Aber ich behaupte, dass das inzwischen die Minderheit ist.
Gut fand ich, dass dieses Jahr keine Krawalle von den Demos ausgangen.
Zum Polizeieinsatz: tja.. war halt Deeskalations-Taktik. Wobei ich heute gehört anscheinend zu viel, laut den Anwohnern, da die Polizei ewig nicht eingriff. Ähm... und was die Aktion mit den Brücken sollte versteh ich immer noch nicht.
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Punk: Wir waschen uns nie - Anarchie!
...hmm viel mehr fallen mir gerade garnicht ein ... näxtes mal sollte ich sie mir gleich notieren =(
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Friedlicher Verlauf auch der...
Hier noch weitere Links
1.Mai: Erste Fotos von beginnender Strassenschlacht und Weiteres
videos zum 1. Mai in Berlin:
und natürlich:
KPD/RZ Berlin zum 1.Mai
???
Am stärksten aber find ich solche Typen wie die "aktuelle Kamera" der Spinner rennt durch Marzan, sieht ein Bullenwagen, füllt sich provoziert rennt schnell nach kreuzberg und schmeisst ein Auto um. NA LOGISCH er wurde ja provoziert und wenn er mal zeigen kann was er drauf hat rennt er weg und kommt erst bei Mami wieder zum stehen. Dann noch schnell seinen Computer hochgefahren die Tränen aus den Augen gewischt und die Welt bei Indymedia vertäufelt.
Kein Verständnis
Nach x-facher Wiederholung solch reformistischen Bürgerpazifismus sollte doch mal eins klargestellt werden, das anscheinend in einige Köpfe nicht reingeht:
Ja, man kann sich über die Abfackelung von Anwohnerautos (übrigens nicht nur der Schlechterverdienenden - Krieg gegen "Bonzen" ist Sozialneid, kein Antikapitalismus) streiten und sich - besonders als Betroffener - darüber aufzuregen ist völlig legitim. Wahr ist auch, dass es Demo-TeilnehmerInnen gibt, für die Marx ein amerikanischer Komiker und Kapitalismus ein zu langes Wort ist und die in der Tat nur geil auf Sachen-Kaputtmachen sind.
Diese LEUTE sind in der Tat "unpolitisch". Die (notwendige) Differenzierung liegt jedoch darin, zu erkennen, dass, auch einige Menschen auf der Demo noch so wenig Kritik im Kopf haben mögen, ihre TATEN sind nichtsdestoweniger ein politischer Akt sind. Ob man es nun mit dem wünschenswerten Theoriebezug im Kopf tut oder nicht, ein Sich-Erheben gegen die Staatsgewalt kann unmöglich unpolitisch sein, weil man sich über die "Ordnung" und geltende Regeln hinwegsetzt. Insofern sind mir kleine dumme "Krawallos" gerade am 1. Mai wesentlich lieber, als die "duften Berliner", die die Zustände jeden Tag aufs neue affirmieren.
Scheiss Punks
@???
bei Bild is der Inhalt festgesetzt weils ne feste Redaktion usw. gibt bei indymedia kann jeder depp (ums ma so zu sagen) news schreiben ob die nun sinnvoll sind oder net is ja net sache von indymedia sondern von dem jeweiligen "autor" von daher indymedia zu verteufeln is eher ziemlich lächerlich ...
Die FAU-Berlin dazu
@???
1. mai. zitat des tages
Frage?
1.-mai randale
Autonome/die üblichen gesichter , waren während der Straßenschlacht kaum zu sehen , und ließen sich erst im Verlauf von v.a. Migranten und aus "normalen" Subkulturen
kommenden deutschen Jugendlichen z.t. Kindern mitreißen.
Wenn die Linke nach sozialen Protest schreit und nach Argentinien schielt aber die 1.Mai Randale als unpolitisch verteufelt ,während dort eher ein breites Spektrum der "Randexistenzen" kämpfen , wird auch bei einer wirklich einsetzenden sozialen Protestbewegung nix zu sagen haben .
Sicherlich ,ich auch , war die Deeskalation und die polizeifreie Demo ein guter Schritt in die richtige Richtung und hat dabei nach meiner Einschätzung HEFTIGSTE KRAWALLE DIE VIELLEICHT AN 87 erinnern würden , verhindert.
Man muß sich nur vorstellen wenn die Demo wie 2000 im Bullenspalier und Bullenangriffen verlaufen wär, und was dann für ein militantes Potential den Bullen entgegengestanden hätte (Körting hat diesen 1.Mai von nem harten Kern von 1300 gesprochen)
Das Abfackeln des eigenen ghettos bzw. der Autos ist ein übliches ritual was in außerdeutschen sozialen Unruhengebieten typisch ist (Frankreich hunderte brennende Autos in Ghettos wo im Vergleich zu Kreuzberg höchstens Dealer und keine Yuppies wohnen/das Abrennen von leerstehenden Wohnhäusern in Schwarzensiedlungen der USA und damit ausgelöste Volxfeststimmung) .
Wenn Die Linke sich zurückzieht wird sie halt auch keinen Einfluß auf solche Ereignisse haben .
Im übrigen sollten die achso linken Schreiberlinge nicht vergessen , das im Vergleich zu ihnen, die Mehrzahl der sich am Krawall beteiligten Jugendlichen und Kinder ,die Polizei ,nicht nur von Demos kennen, bzw. sie kennengelernt haben .(die Bullen haben eh mitlerweile eh eher Para uns zumindest auf den Wachen nach Demos zu verprügeln , weil dann organisierte Leute dann eh die Bullen mit rechtlichen Schritten nerven (überführen sag ich nicht/aber ich glaube die 10te Dienstaufsichtsbeschwerde wegen Willkür etc. nervt sie dann schon). Das Bullen nicht nur uns schlagen sollte mal mitlerweile in jedes linke Schreiberling Hirn eingedrungen sein .
Statt Rückzug sollte man Solidarität zeigen und auch wenn das nicht heißt das ich das Abfackeln von Kleinwagen gut finde ..
ACHJA NAZIVERGLEICHE ZU FÜHREN IST DUMM SCHIZOPHREN UND OHNE LEBENSKENTNISS ...
P.S. für Grammatikfehler kein Gewähr is mir egal
passte doch zeitlich alles
Mensch musste sich lediglich nur noch entscheiden zwischen STARWARS und 1 MAI BERLIN.
viele videos zum 1. Mai 2003 bei:
Ein Zeitungsbericht aus dem Tagesspiegel
Die beiden Cliquen treffen sich am Mariannenplatz. Es ist 18 Uhr 30, auf den Stufen vor dem ehemaligen Bethanienkrankenhaus sammeln sich die Jungs mit den gegelten Haaren, den langen, nadelspitzen Koteletten, den Markenklamotten. Einige posieren mit verschränkten Armen, andere palavern. Die Gesichtszüge wirken entschlossen. Die vielen Besucher der Party auf dem Platz nehmen die Jugendlichen kaum wahr. Ein paar türkische Mütter, die mit kleinen Kindern auf den Bänken nahe den Stufen sitzen, blicken besorgt. Die da zusammenkommen sind vielleicht ihre Söhne, Neffen oder deren Freunde. Gegen 19 Uhr ziehen die Jungmachos ab. Ein Jugendlicher mit hellblauem Pulli hüpft an der Spitze hoch, animiert mit ausgestreckten Armen zum Weiterlaufen. In einer Marschsäule bahnen sich 100 Jungmachos den Weg durch die Feiernden, am Mariannenplatz vorbei zur Kreuzung Oranienstraße-Adalbertstraße. Dann kommt das Vorspiel. Zur verabredeten Randale.
Kreuzberg, am Abend des 1. Mai 2003. Länger als in den Jahren zuvor bleiben die Krawalle aus. Die Polizei lässt sich nicht blicken, Tausende tanzen, quatschen, trinken vor den vielen Bühnen. Doch die jungen Türken wollen action. Szenen einer Provokation.
Schon auf dem Weg zur Adalbertstraße ruft ein Jugendlicher „Steine schmeißen“. Aber erst muss noch etwas erledigt werden. An der Kreuzung steuert einer der Cliquenchefs auf zwei junge Türken zu. Plötzlich Geschrei, der Anführer reißt einen Jugendlichen zu Boden. Sofort treten und schlagen zehn Mann zu. Ärger in der Gang? Das Opfer wird in einen Hofeingang gezerrt. Die Tür schließt sich. Die Clique verteilt sich auf der Straße.
Eine halbe Stunde später. Der hellblaue Pulli ist wieder da und mit ihm die Meute, inzwischen 150 Türken. Sie laufen die Mariannenstraße hinunter, über die Skalitzer, zur Reichenberger. Aus den Gehwegen werden Pflastersteine gepopelt. Die Jungmachos wissen: In der Reichenberger, weit ab von der Maiparty, stehen Polizeiautos. Der hellblaue Pulli johlt, die Menge stürmt in die Reichenberger und schleudert die Steine. Es ist geschafft. Kein 1. Mai ohne Krawall.
Nach einigen Minuten kommt ein Trupp Polizisten. Die Türken rennen zurück zur Skalitzer. Die Beamten stammen aus Niedersachsen, sie tragen keine Schilde. „Jetzt passiert das, was wir nicht gewollt haben“, sagt der Truppführer. Auf der Mariannenstraße kippen die Türken einen Pkw um. Die Polizisten ziehen erstmal ab. Zwei Vermummte tanzen auf dem Kleinwagen. Ein abseits stehender, jüngerer Türke lächelt. „Das sind die Weddinger und die Kreuzberger“, sagt er über die Gangs. Aus Kreuzberg seien vor allem „die Naunyner“ gekommen, aus der gleichnamigen Straße. Nach und nach mischen ein paar Autonome, Punks und Dosenbierdeutsche mit. Um 20 Uhr30 brennen Autos in der Mariannenstraße. Eine Rauchsäule steigt auf. Die Gangs haben gesiegt.
Quelle: Der Tagesspiegel
war da
Die Regie haben jetzt andere Leute übernommen
HOCH DIE ANTINATIONALE SOLIDARITÄT!!!!
ZUSAMMENHALT GEGEN STAATSGEWALT
@ Berliner
@Unverständnis: Wer darf denn dann darüber
---- schnipp ----
Mili tanzt nicht mehr
Nicht militante Linksradikale lösen die Krawalle am Ersten Mai in Kreuzberg aus - es sind gelangweilte türkische Machokids
aus Berlin CEM SEY
---- schnipp ----
Kein Wort über türkische Steinewerfer
Von Suzan Gülfirat
Jeden Montag im Tagesspiegel: ein Rückblick auf die in Berlin erscheinenden türkischen Tageszeitungen.
Es lebe die bürgerliche Presse
@über mir: Weißt Du überhaupt was Rassismus
Lies Dir mal die verschiedenen Beschreibungen durch, die geschilderten Fälle lassen einen erschrecken und ich kenne diese Situationen genau, wohne nämlich auch in ex-SO36.
Und dann lese ich hier soetwas wie zugereiste Wessi-Punks zerhauen kleine Autos von türkischen Gemüsehändlern, da muß doch einfach mal was geradegerückt werden. Das sind genau die Penner (oder in ein bis zwei jahren besser ....), die einem sonst aufs Maul hauen, wenn Du deren BWW oder Kampfköter nur schief anschaust.
Oder soll ich mich freuen, weil sie mehr aus egoistischer Krawall-Geilheit denn aus Überlegung vielleicht auch ein paar korrekte Ziele getoffen haben? Und dabei im Endeffekt gegen alle anderen vorgegangen sind? Diese Leute haben keinen Respekt vor anderen, warum sollen sie also unsere Solidarität bekommen?
Weiß Du über-
"weder wird in den Artikeln behauptet, dass nur Türken für Krawall prädestiniert sind noch, das Wo ist also das Problem?"
Natürlich behauptet keiner dieser Artikel, dass Türken "von Natur aus" Gewalttäter sind. Weshalb es diverseste Tages- und Wochenzeitungen aber für nötig halten, die (mögliche) Tatsache, dass türkische Jugendliche mitunter weit vorne bei den Straßenschlachten dabei sind, bleibt doch fragwürdig.
Ganz abgesehen davon kann ich diesen Betroffenheitsquark ala "Ich wohn auch in SO36, ich kann bzw. darf sagen, dass das Scheiße ist" nicht mehr hören. Meinetweg, reg Dich auf (zurecht), wenn jemand dein Auto abfackelt - das würde ich auch tun. Dadurch wird gewaltsamer Widerstand gegen die herrschende Ordnung und vor allem gegen die Repressionsmaschinerie des Staates (über deren "Vorbereitung" des 1. Mai ja nie berichtet wird) aber nicht weniger politisch - auch wenn er z.T. von dumpfen deutschen oder türkischen Biernasen getragen wird, auch wenn es sich nur um einen Tag handelt.
Ich hasse Autos, und zwar alle genauso! Von mir aus können sie die alle zersmashen und abfackeln, allerdings habe ich auch kein eigenes Auto, bin Fahrradfahrer ... :)
Und alle diese Artikel sind latent rassistisch, ja? Und sie machen einen zum Rassisten, wenn man sie nur liest, ja?
Ich bin der Meinung, dass man sich eine Meinung zu den Vorfällen bilden kann, ohne deshalb zum Rassisten zu werden, aber lieber gleich mit der Keule wackeln, was? Darüber rege ich mich echt auf, die Autos, Sparkassen und Bullen sind mir doch sowas von egal ...
Was haben Dir die Autos denn getan?
was ist denn daran rassistisch?
@01:38: Wo kommst Du denn her, etwa aus
Und dann noch so Ergänzungen hier, dass kleine Autos türkischer Gemüsehändler verheizt worden sind, aber die Frage ist doch dann von wem! Das nenne ich Realitätsverlust, aber volle Kanne! Und das nächste Mal geben die dann nur uns vor's Maul, weil sie an die Bullen nicht mehr rankommen, oder was?
Viel Spaß, mit solchen Idioten habe ich nichts zu tun.
P.S. Hast Du wenigstens die Beschreibungen der Leute gelesen, die versucht haben da einzugreifen, bevor die Bullen kamen? Nee, bestimmt nicht, aber hier gleich was von Rassismus rumschreien ...
krawallgeilheit...
"Und das nächste Mal geben die dann nur uns vor's Maul, weil sie an die Bullen nicht mehr rankommen, oder was?" Ich sags ja, Du armes Opfer...wahrscheinlich alles nur, weil der Südländer so impulsiv ist oder was? Übrigens sehr süss, wie Du Dich für den türkischen Gemüsehändler einsetzt, der Multikulti-Kuschelkiez will keine verwahrlosten "Türkengangs", sondern nur fein integrierte Gemüsehändler. Das nenn ich mal antirassistisch.
Berlin 1. Mai 2003 - Zusammenstellung
@Du armes Opfer: Den türkischen ...
Klar, und dass die das Kato angegeriffen haben, was soll's ... sind sie doch selbst schuld, oder wie?