Kriegshetze muss man Kriegshetze nennen.
Lieber X,
anbei schicken wir Euch die Endfassung eines Textes von Robert Kurz, den auch die Streifzüge-Redaktion inhaltlich mitträgt. Über den Stellenwert, sich mit den Antideutschen überhaupt zu beschäftigen, gibt es Differenzen, der Sache nach halten wir das Pamphlet allerdings für richtig und betreffend einer bestimmten Szene auch für wichtig. Man entschuldige unsere geharnischte Reaktion, aber nicht immer kann man sich die Instrumente der Kommunikation aussuchen.
anbei schicken wir Euch die Endfassung eines Textes von Robert Kurz, den auch die Streifzüge-Redaktion inhaltlich mitträgt. Über den Stellenwert, sich mit den Antideutschen überhaupt zu beschäftigen, gibt es Differenzen, der Sache nach halten wir das Pamphlet allerdings für richtig und betreffend einer bestimmten Szene auch für wichtig. Man entschuldige unsere geharnischte Reaktion, aber nicht immer kann man sich die Instrumente der Kommunikation aussuchen.
Lieber X,
Kriegshetze muss man Kriegshetze nennen. Es ist dahingehend auch kein Unterschied mehr zu machen zwischen Hardcore-Antideutschen a la Bahamas und den Nachbetern im Softcore-Antideutschtum.
Das Verhältnis von Hardcore- und Softcoreantideutschen läßt sich ungefähr so beschreiben: schlagen erstere letzteren dreimal ins Gesicht, meinen letztere, dass der letzte Schlag aber schon eine große Ungerechtigkeit darstellt. Sind die einen dezidiert für Bombardierung und Demokratisierung des Irak, so die anderen nicht dagegen. Ihre ideologischen Prämissen sind jedenfalls die gleichen: ihre Methode ist die Denunziation, ihr Ziel die Stigmatisierung. Sie wollen nicht diskutieren, sie wollen diffamieren. Ihr Anti-Antisemitismus dient dazu, sich gegen Kritik zu immunisieren, weil er Kritik unter Verdacht stellt. Überhaupt Verdacht und Andacht haben in diesem Segment das Denken ersetzt. Die mobilisierten Kindergartenkader der Antideutschen demonstrieren die ganze Traurigkeit einer irre gewordenen Szene. Und über ihre alten Herren verlieren wir am besten gar keine Worte mehr.
Die Antideutschen sind in der RestLinken eine prokapitalistische Kraft der Verheerung. Ihre Ungeheuerlichkeit verdient Ächtung. Die Antideutschen müssen in Quarantäne. Die Antideutschen sind keine Spielart der Linken, sondern deren radioaktiver Abfall, die deutsche Sonderform ihres Zerfalls. Ihre Organe sind unerträglicher Mist. Will aus der RestLinken noch was werden, muss sie sich von den Antideutschen endgültig trennen. Toleranz hingegen bedeutet Ignoranz.
Trotz alledem mit besten Grüßen
Franz Schandl
Anlässlich des Münchner Kongresses "Spiel ohne Grenzen"
DAS SPIEL IST AUS
Ein Schlesiertreffen der reaktionären Linken: Antideutsche Kriegshetzer, Globalisierungsleugner, Altstalinisten und nützliche Idioten geben sich ein Stelldichein der dummen Bewegungsbeschimpfung
Zitat: "Ebermann: Meine Bilder sind stark von 1914 bestimmt...
Gremliza: Meine sind mehr von 1940/41 bestimmt..."
Aus: (Streitgespräch in der Konkret-Redaktion unter dem Titel "Bankrott der Linken?", Mai-Ausgabe 1991)
Die Lügen und dreisten Fälschungen der imperialen Kriegspropaganda bröckeln. Es geht im Irak nicht um das Niederringen einer "Weltgefahr" und es geht nicht um Massenvernichtungsmittel. Es gibt keine "chirurgischen Präzisionsschläge", wie es sie schon in den bisherigen Weltordnungskriegen nicht gegeben hatte. Es gibt keine "Schonung" der Zivilbevölkerung, sondern massenhaft Tote und Verletzte. Und es wird keine "Befreiung" der Iraker durch die US-Weltmacht geben, sondern genau wie in Ex-Jugoslawien, Afghanistan und anderswo nur die Auswechslung eines Warlord- und Mafia-Regimes durch ein anderes, willfährigeres. Man sollte meinen, es sei eine schiere Selbstverständlichkeit, daß die radikale Linke konsequent und geschlossen gegen die imperiale Kriegstreiberei auftritt. Weit gefehlt: Eine Bande von ideologischen Warlords, die sich den Anspruch der etwas anderen "kritischen Theorie" ergaunern möchte, bejubelt den Bombenhagel und fiebert mit der imperialen Sodateska. Schlimmer: Ein Teil der radikalen Linken in der BRD und in Österreich hat sich eine "Debatte" über die Legitimität dieser indiskutablen Haltung aufzwingen lassen. Den Bellizisten ist es gelungen, die linke Kriegsgegnerschaft zu ihrem braven Haustier zu domestizieren. Es wird Zeit, diesen Leuten einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen.
Lange her, nichts dazugelernt: Anfang der 90er Jahre erlebte die radikale Linke in der BRD die Geburt der sogenannten Antideutschen, für die nach der deutschen Vereinigung und dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Weltlage auf den Stand des frühen 20. Jahrhunderts regredierte. Die Stoßrichtung war von Anfang an klar: God bless America - mit den "guten" Westmächten für die "westlichen Werte" und bürgerlichen Ideale, gegen das Phantom eines "Vierten Reiches". Die reale Globalisierung des Kapitals wurde strikt geleugnet, die neue Dimension imperialer Macht unter alleiniger Führung der USA ignoriert, der Untergang des Staatskapitalismus "nachholender Modernisierung" nie kritisch auf den Begriff gebracht.
Und alles einzig zu dem Zweck, in einer antideutschen negativen Idealwelt weitermachen zu können mit Restbeständen der linksbürgerlichen Aufklärungsideologie in den Grenzen der Subjektform warenproduzierender Systeme. An die Stelle einer Erneuerung radikaler Kapitalismuskritik auf der Höhe der globalen Entwicklung trat ein rein ideologisches Feindbild namens "Deutschland", ohne daß je das Verhältnis von kapitalistischer Gesellschaftsform und spezifisch deutscher Geschichte geklärt worden wäre. Kritik der politischen Ökonomie: Fehlanzeige. Aber auf jeden Fall: Immer wieder Anti-Hitler-Koalition, egal worum es geht, damit man innerhalb einer verewigten bürgerlichen Welt immer schon zu den "Guten" gehört und gleichzeitig den Gestus des "radical chic" zelebrieren kann.
Schon beim zweiten Golfkrieg 1991 outete sich ein Großteil der Antideutschen als "linke" Kriegshetzer. In grotesker Verbiegung der Tatsachen wurden das irakische Regime, die damalige Kohl-BRD und die Friedensbewegung unter das "Hitler"-Label subsumiert, um die in Wahrheit von der deutschen Regierung mitfinanzierte imperiale Kriegsmaschine beglückwünschen und auf hunderttausend belanglose Dritte-Welt-Kadaver scheißen zu können. Schon damals mußte die infame Lüge herhalten, Israel sei durch ein paar vorsintflutliche Scud-Raketen in seiner Existenz gefährdet, um den Zusam-menbruchsregionen der kapitalistischen Peripherie die Atombombe als Geschenk der westlichen Aufklärung auf den Kopf zu wünschen.
Zwölf Jahre später halten dieselbe reaktionäre Linke und ihr Nachwuchs ein ideologisches Schlesiertreffen nach dem anderen ab, um mit einer Doppelstrategie von skrupelloser denunziatorischer Hetze einerseits und einer stalinistischen "Bündnispolitik" zwecks Mobilisierung von nützlichen Idioten andererseits die radikale Linke in der BRD zu ihrer Schafherde zu machen. Der Münchner Kongreß "Spiel ohne Grenzen" (23.-25. Mai 2003) verspricht ein vorläufiger Höhepunkt dieses Schmierenstücks zu werden. Dabei läßt sich ein ganzes Spektrum von linken Autoren und Gruppierungen gewissermaßen an der Nase vorführen. Nützliche Idioten antideutscher "Bündnispolitik" müssen freilich gar nicht zusammenpassen, Hauptsache sie sind als Repräsentationsvieh anwesend. Die Veranstaltung ist offensichtlich unter Beteiligung von Kanalarbeitern des kriegsgeilen antideutschen Propagandablatts Bahamas sowie von dessen Nachplapper- und Vorfeldorganisationen für pubertäre Mitläufer eingefädelt worden. Je mehr die versammelte Gemeinde es von sich weist, mit jener antideutschen Moon-Sekte identifiziert zu werden, desto deutlicher wird, daß ihr von eben dieser ein ideologisches Überich verpaßt worden ist wie dem Rekruten von der Kleiderkammer ein schlecht sitzender Stahlhelm.
Unter dem Vorwand, es gehe um eine Auseinandersetzung mit der "verkürzten Kapitalismuskritik" der Anti-Globalisierungsbewegung, möchte man bei sorgfältigem Draußenhalten aller Störpotentiale von kritischer Analyse den sektiererischen Konsens von antideutschen ideologischen Kriegsherren und verschämten, duckmäuserischen Kriegsgegnern als "Koalition der Willigen" im Zeichen einer anachronistischen Interpretation der Weltlage proben. Gezeigt werden soll: Seht her, einige schlaue Bellizisten und eine Reihe nicht ganz so bellizistischer radikaler Linker von Rang und Namen sind doch im Grunde einig, weil sie gemeinsam vor lauter (eingebildeter) Reflektiertheit kaum laufen können. Ein bißchen Kriegsgegnerschaft ohne Biß darf sein, wenn nur die antideutschen Kriegshetzer gleichzeitig als "ehrenwerte Linke" und als moralische Macht Anerkennung und Verbeugungen ernten.
Man hört die versammelte Schafherde schon blöken auf das Kommando der anwesenden und noch mehr der abwesenden bellizistischen Vordenker. Die sowieso halbseidene "Kriegsgegnerschaft" der Zeitschrift Konkret und des vulgärmarxistischen Politkasper-Duos Trampert/Ebermann ist in Wirklichkeit keinen Pfifferling wert. "Gegen Krieg und deutschen Frieden" tönt Konkret, macht aber wie der gesamte nach der Pfeife der proimperialen Ideologie tanzende Kongress seinen (anti)deutschen Frieden durch den gemeinsamen Auftritt mit Bahamas-nahen KriegshetzerInnen wie Stefan Grigat und Andrea Woeldike. In enger Anbindung an die Basis-Statements der bellizistischen Propaganda wird die notwendige linke Kritik der Friedensbewegung diskreditiert.
Daß die ebenso wie Konkret als Mitveranstalter auftretende Jungle World sich seit dem 11. September als Ableger der US-Armeepostille "Stars and Stripes" unsterbliche Verdienste um die Beweihräucherung kapitalistischer Anti-"Zivilisation" erworben hat, ist sowieso allgemein bekannt. Eine Art Hyde-Park-Ecke für handzahme Kriegsgegner, die auch mal eine Frage stellen dürfen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß diese "Debatte" von einem teils offenen, teils verschämten Bellizismus durchzogen ist, der sich auch in einer lauwarmen und krampfhaft ironischen Berichterstattung über die laufenden Bombardierungen und die dagegen protestierende Antikriegsbewegung darstellt.
Fehlen darf auch nicht das iz3w, jene Zeitschrift von austrocknenden Dritte-Welt-Initiativen, die sich nicht zwischen traditioneller Bewegungsorientierung und antideutschem Bewegungs-Bashing entscheiden kann. Bei einigen ihrer Autoren mischen sich offenbar die allmählich adaptierten antideutschen Hetzmotive mit dem vulgären Interesse von NGO-Lobbyisten des humanitär-industriellen Komplexes hinter den Fronten der imperialen Weltordnungskriege. Aus diesem Stall kommt schließlich auch das unerträgliche Autorengespann Uwer/Osten-Sacken, die mit penetranter Regelmäßigkeit auch Konkret und Jungle World vollsudeln dürfen mit ausgesuchten Räsonnements darüber, wie den Irakern mittels Marschflugkörpern "Demokratie" und "zivile Verkehrsformen" geschickt werden sollen. Eine derart von jeder Bedingungsanalyse kapitalistischer Verhältnisse unbeleckte "Argumentation", deren Peinlichkeit noch vor wenigen Jahren in der linksradikalen Szene und Dritte-Welt-Bewegung nicht einmal mehr Verachtung ausgelöst hätte, wird nun mit dem Ernst von Erstklässlern "zur Debatte" gestellt. Wenn man in diesem Dunstkreis alles vergessen will, was man schon einmal gewußt hat, dann vielleicht aus dem sehr banalen Grund, daß sich die NGO-Lobby, wenn sie im zerbombten Irak zum Zuge kommen will, diesmal zur Gesinnungsprüfung bei der US-Militärverwaltung anstellen muß.
Es lohnt sich gar nicht, die Aufzählung fortzusetzen. Wenn diese Ansammlung von bellizistisch kontaminierten Dampfplauderern linksbürgerlichen Krisenbewußtseins etwas eint, dann ist es die rückwärtsgewandte Perspektive, denn die Geschichte ist für sie im Jahr 1945 zum Stillstand gekommen. Ausgerechnet diejenigen, die von einer positiven "kapitalistischen Zivilisation" faseln, die es nie gegeben hat, ausgerechnet diejenigen, deren Kapitalismusanalyse auf dem Niveau des Ersten Weltkriegs sitzen geblieben ist und die den Begriff des transnationalen Kapitals in Anführungszeichen setzen, um ihre eigene Ignoranz zu dokumentieren, ausgerechnet diejenigen, die an der kapitalistischen Subjektform ideologisch kleben wie die Fliege am Leim und die keinen Unterschied kennen wollen zwischen der Marxschen Theorie der Überakkumulation und der politischen Ökonomie des Antisemitismus, um ihre denunziatorische Giftspritze beliebig gegen unliebsame krisentheoretische Reflexionen richten zu können - ausgerechnet diese Leute besitzen die Dummdreistigkeit, über die sozialen Bewegungen zu Gericht sitzen zu wollen. Dabei schreckt man nicht einmal davor zurück, zusammen mit einem Gespenst der fossilen altstalinistischen Münchner ML-Sekte "Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD" (Streitbarer Materialismus) auf dem Podium Platz zu nehmen. Was für eine erlauchte Kollegialität, um der "verkürzten Kapitalismuskritik" der Bewegungen im Jahre 2003 auf die Spur zu kommen!
Es ist die typische Haltung des unwahren Sektenbewußtseins, wenn ihm die Felle davonschwimmen: Jede Bewegung, die eine manipulierbare und organisatorisch einzäunbare Masse überschreitet, wird als Feind behandelt. Die Selbstverständlichkeit, daß aus den kapitalistischen Widersprüchen heraus entstandene soziale Bewegungen erst einmal von einer "verkürzten Kapitalismuskritik" getragen werden, wird so nicht Anlaß zur weitertreibenden theoretischen Kritik, sondern zur schäumenden propagandistischen Denunziation. Die antideutschen Bußprediger haben schon früher die ökologische Frage zum faschistischen Gegenstand erklärt, nun wollen sie dasselbe mit der sozialen Frage machen. Und ihre nützlichen Idioten lassen sie gewähren und wiegen dazu betroffen die leergefegten Köpfe.
Das kommt auch daher, daß diese Zusammenhänge völlig inkompatibel mit dem transnationalen Charakter der neuen Bewegungen sind. Überall sonst haben ihre Geistesverwandten wenigstens den Anstand besessen, offen zur imperialen Macht und kapitalistischen Konstitution überzulaufen, um der einstigen linksradikalen Identität abzuschwören. Einzig die Antideutschen in Deutschland und Österreich bilden das Unikum, den proimperialen Bellizismus mit einem Anspruch "radikaler Kritik" verbinden zu wollen. Eine derart absurdes Konstrukt ist schon in den europäischen Nachbarländern völlig un-verständlich, umso mehr in der übrigen Welt. In Wahrheit ist die grotesk amalgamierte antideutsche Identität die nationalste von allen, sie repräsentiert den tiefsten deutschen Provinzialismus in Bezug auf die weltweiten Bewegungen.
Die antideutschen Bellizisten und ihre Bündnisidioten wollen vom transnationalen Charakter der kapitalistischen Entwicklung nichts wissen und verharren intellektuell auf der Stufe der Weltkriegsepoche, weil sie selber nicht transnational sein können und wollen. Die Welt wird unter den eigenen deutschen Mief subsumiert, und so stellen sich ihnen die Millionen von Antikriegs- und Antiglobalisierungs-Demonstranten in New York und Washington (unter Beteiligung jüdischer Organisationen), in London und Madrid genauso wie die in Berlin als lauter identische Manifestationen desselben faschistisch-antisemitischen "deutschen" Bewußtseins dar. Ein klarer Fall von klinischem Verfolgungswahn.
Worin besteht das wirkliche Problem? Das Gros der neuen Bewegungen stellen Massen von zumeist sehr jungen Leuten, die weder eine linke noch überhaupt eine "politische" Geschichte hinter sich haben. Sie sind deswegen nicht etwa ideologisch neutral und unberührt, sondern aufgeladen mit den Sozialisationen und medialen Vermittlungen des herrschenden bürgerlichen Bewußtseins, an dessen Bruchlinien sich ihre Opposition entfaltet durch die Erfahrung der schreienden Widersprüche hindurch, wie sie der globalisierte Krisenkapitalismus erzeugt. Wohin sich diese Bewegungen kurz- wie langfristig entwickeln, ist offen. In Bezug auf sie und in ihnen agieren Strömungen, Gruppen, Organisationen und Individuen mit einer bereits ausgeformten "politischen" Geschichte und/oder mit ideologischen Identitäten (von Antiimps, anderen radikalen Linken, aber auch Neofaschisten usw. bis hin zu isla-mistischen palästinensisch-arabischen, aber auch ganz anders orientierten Migranten-Jugendlichen). Das alles ist gar nichts Neues, sondern schon immer die Struktur von sozialen Bewegungsverhältnissen gewesen.
Es gibt dabei heute einen Druck in Richtung völkisch- oder religiös-antisemitischer Verarbeitungsformen, der nicht nur von Neofaschisten und islamistisch-migrantischen Gruppen, sondern auch von völkisch-antizionistischen und letztlich antisemitischen Verwilderungsformen eines desorientierten altlinken Antiimperialismus ausgeht, der mit dem Ende der "nationalen Befreiungsbewegungen" in der Dritten Welt gegenstandslos geworden ist und eben deshalb verwahrlost; wie ja auch sonst die Zersetzungsprodukte des Staatsmarxismus "nachholender Modernisierung" im gesamten ehemaligen Ostblock sich als nationalistisch und völkisch-antisemitisch entpuppen.
Die antideutschen Bellizisten und ihre nützlichen Idioten sind nicht die wahren Gegner dieser Tendenzen, sondern im Gegenteil ihre Helfershelfer. Sie kämpfen nicht um, sondern gegen die Bewegungen als solche, weil diese nicht nach der Pfeife der proimperialen "linken" Killer-Intelligentsia tanzen; sie unterstellen die unmittelbare Identität der Massen von kriegs- und globalisierungsgegnerischen Jugendlichen mit den neofaschistischen und völkisch-"antiimperialistischen" Trittbrettfahrern; sie betreiben eine destruktive Politik der self-fulfilling-prophecy, um die unliebsamen Massendemonstrationen mit allen Mitteln gerade so zu identifizieren, wie man sie unbedingt haben will, um sie insgesamt als völkisch-antisemitische Erweckungsbewegung denunzieren zu können und die antideutsch zu gängelnde Schafherde der linken Szene von produktiv-kritischer Einmischung abzuhalten.
Das ist kein Fehler der Antideutschen, sondern ihre Methode und überhaupt ihr Wesen. Überall, wo sich Widerstand regt, soll er erst einmal als völkisch-antisemitisch denunziert werden, um jede kritische Vermittlung von vornherein auszuschließen (selbst der Begriff der Vermittlung als solcher wurde schon als Bähwort definiert, das ein guter Antideutscher nicht aussprechen darf).
Die Antideutschen und ihre bellizistisch-proimperiale Avantgarde entstammen in Wahrheit derselben Verfallslogik altlinker Geschichte wie ihre "antiimperialistischen" Gegner; sie bilden bloß die Kehrseite derselben Medaille. In der Geschichte der Modernisierung war es die traditionelle Linke gewohnt, die jeweils "fortschrittliche" Seite der kapitalistischen Entwicklung positiv zu besetzen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist diese Entwicklung jedoch zum Stillstand gekommen, der Weltmarkt implodiert im Zuge der dritten industriellen Revolution. Die Globalisierung ist nichts anderes als die Erscheinungsform eines weltweiten Krisenkapitalismus, dessen negative Transnationalität emanzipatorisch umgestülpt werden muß. Antideutsche und Antiimps blockieren gemeinsam diesen nächsten Schritt des emanzipatorischen Denkens und Handelns.
Beide weigern sich zu realisieren, daß die kapitalistische Modernisierungsgeschichte an ihr Ende gelangt ist, daß es keinen positiven Pol kapitalistischer Entwicklung mehr "links" zu besetzen gilt. Beide krallen sich an den kapitalistischen Kategorien der Moderne, an der Subjektform "abstrakter Arbeit" (Marx) und an den Formen des warenproduzierenden Systems fest. Beide sind deshalb gleichermaßen auf vergangene Konstellationen der Weltlage orientiert; die einen auf die "nationale Befreiung" der Dritten Welt, die anderen auf die ewige
Wiederholung der Anti-Hitler-Koalition. So müssen sie die absurde Alternative eines positiven Bezugs entweder auf Saddam bzw. Bin Laden einerseits oder auf Bush/Blair andererseits propagieren. In dieser falschen Polarisierung wird kein Kampf um die Zukunft ausgetragen, sondern einer um die Ver-gangenheit. Die radikale Linke gewinnt so keine eigene Position auf der Höhe des historischen Prozesses, sondern sie wird zum Anhängsel verschiedener Ausdrucksformen der globalen kapitalistischen Krisenbarbarei gemacht.
Die antideutschen Kriegshetzer und ihre nützlichen Bündnisidioten versuchen dabei die Maske "radikaler Kritik" anzulegen, indem sie sich hinter einer history fiction verstecken, die mit den Tatsachen nicht das geringste zu tun hat. In ihrem Fantasy-Film schickt sich die "deutsche Supermacht" an der Spitze der EU als unmittelbares Revival des Nazi-Imperiums an, die USA im Kampf um territoriale Expansion und Einflußzonen, Rohstoffe, Märkte und Arbeitskräfte herauszufordern wie einst im Mai des klassischen Imperialismus. Mit dieser antiken "Imperialismustheorie" auf der Höhe der "verkürzten Kapitalismuskritik" eines Lenin von 1916, die ironischerweise dieselbe ist wie die ihres "antiimperialistischen" Widerparts, soll bei den Antideutschen die jämmerliche Parteinahme für den imperialen Krieg der letzten Weltmacht als Ausbund von Radikalität verkauft werden. Der Konflikt in der NATO über den Irakkrieg dient als oberflächlicher "Beweis" für das haltlose Konstrukt, ohne daß man sich noch die Mühe macht, diese Interpretation aus einer Analyse des Weltkapitals herzuleiten.
Selbst ein oberflächlicher Blick auf die Weltlage genügt, um zu erkennen, daß es sich nicht um eine traditionelle imperialistische Konkurrenz handelt. Es geht weder um nationalimperiale Ausdehnungsinteressen noch um Märkte, schon gar nicht um Arbeitskräfte, und selbst um Rohstoffe (Öl) nur im Kontext transnationaler Reproduktionsstrukturen des Kapitals. Es gibt kein Zurück des Kapitalismus hinter die Globalisierung. Ebensowenig gibt es ein Zurück hinter die gesamtimperiale Machtstruktur der NATO unter alleiniger Führung der letzten Weltmacht USA, deren Rüstungsvorsprung und militärisch-industrieller Komplex auch in Jahrzehnten von der EU nicht eingeholt werden könnte, wenn es denn dafür überhaupt einen Grund gäbe. Selbst die von ihnen beschimpften Teenie-Demonstranten können die antideutschen Nostalgiker und Kollaborateure darüber belehren, daß die Bundeswehr weltweit in die gesamtimperiale Militärmaschine eingebunden ist und eigenständig nirgendwo handlungsfähig wäre.
In Wahrheit ist der Konflikt in der NATO überhaupt kein strategischer, die Ziele sind weitgehend identisch, sondern ein taktischer und legitimatorischer innerhalb der globalen imperialen Machtstruktur. Angesichts drohender und teils schon manifester Finanzmarkt- und Währungskrisen mit der US-Ökonomie als Epizentrum setzt die militärisch konkurrenzlose letzte Weltmacht auf eine Flucht nach vorn. Der globale Kontrollanspruch soll auch unter Bruch der eigenen legitimatorischen Grundlagen (Uno, Völkerrecht, Prinzip der Souveränität etc.) auf Biegen und Brechen ebenso aufrecht erhalten werden wie der Fluß der Kapitalströme. Einige subalterne Regierungen wie die französische und deutsche schrecken dagegen vor möglichen unbeherrschbaren Konsequenzen zurück, gerade auch weil sie selbst nicht eigenständig militärisch handlungsfähig sind.
Tatsächlich spielt sich dieser taktisch-legitimatorische Konflikt nicht nur oberflächlich zwischen einigen europäischen Regierungen und der US-Regierung ab, sondern auch innerhalb der Administrationen, Interessenträger und politischen Klassen quer durch das gesamtimperiale Gefüge. Ein Teil des Bundesverbands der deutschen Industrie und das deutsche Börsen-Zentralorgan "Wirtschaftswoche" stehen ebenso hinter der US-Kriegführung wie ein erheblicher Block von "Atlantikern" in CDU, FDP und beim rechten Flügel der Sozialdemokratie. Umgekehrt kritisieren Teile der Industrie, der Politik und der Administration in den USA und Großbritannien den riskanten Kurs der dort dominierenden "Falken". Nicht nationalimperiale Mächte formieren sich gegeneinander, sondern es ist ein Konflikt um das "Wie" innerhalb des westlichen Sicherheits- und Ausgrenzungsimperialismus.
Die Bellizisten und andere Antideutsche, die sich als "radikale Kritiker" eines deutschnationalen Supermacht-Phantoms halluzinieren, stehen in Wirklichkeit stramm an der Seite der finstersten gesamtimperialen Kräfte, an der Seite der Kotzbrocken Blair und Bush, an der Seite der deutschen Hardcore-Konservativen und des aggressivsten Teils der deutschen Wirtschaftsverbände. Sie kritisieren den BRD-Apparat nicht deswegen, weil er Teil der imperialen Machtstruktur ist, sondern im Gegenteil deswegen, weil er es momentan ihrer Meinung nach nicht überzeugt und militant genug ist.
Es ist kein Wunder, daß angesichts der fortgeschrittenen globalen Krisenverhältnisse Widersprüche innerhalb des imperialen Gesamtkonstrukts aufreißen. Richtig wäre es vom Standpunkt radikaler Kritik einzig und allein, diese Widersprüche aus der Krisenstruktur der Globalisierung zu erklären, um sie bewegungspraktisch gerade auch gegen den deutschen Anteil daran voranzutreiben und das Friedensgeheuchel von Rotgrün mit der realen Einbindung der BRD in die Logik, den Interessengehalt und gleichzeitig die Irrationalität der westlich-demokratischen Weltordnungskriege zu konfrontieren.
Die Antideutschen dagegen projizieren diese Widersprüche anachronistisch auf die Weltkriegsepoche zurück, um sich offen (Bahamas u.Co.) oder implizit (der vom entsprechenden ideologischen Überich gebeutelte Rest der Gemeinde) auf die Seite der imperialen "Falken" zu schlagen. Ihre dummen historischen Analogieschlüsse sind überdies völlig inkohärent. Mal plappern sie das Märchen nach, ein abgetakelter Dritte-Welt-Diktator wie Saddam Hussein sei eine "Weltgefahr" analog zu Hitler, mal tun sie so, als würde demnächst eine neue original deutsche Nazi-Wehrmacht die Welt überfallen. Selbst rein immanent ist ihr Konstrukt völlig absurd, denn hätten wir wirklich eine Situation wie vor 1914, dann könnte eine "radikale" Position nie und nimmer darin bestehen, den "eigenen" Nationalimperialismus dadurch bekämpfen zu wollen, daß man sich auf die Seite des anderen Nationalimperialismus schlägt. Flugs wird also das Muster der Anti-Hitler-Koalition irgendwie darüber geblendet, selbst wenn die Sache hinten und vorne klemmt. Wie hätten Sie´s denn gern, Erster oder Zweiter Weltkrieg, oder beides zusammen? Nur eins kommt nicht vor: die wirkliche Weltkonstellation des Jahres 2003.
Um die haarsträubenden logischen, historischen, sachlichen Fehler und Widersprüche ihrer "Argumentation" zu kaschieren, bauen die Antideutschen eine Drohkulisse von ideologischen Identifikationsmustern auf, die sie unangreifbar machen sollen. Wer ihre lächerlichen Konstrukte widerlegt, gilt per se schon als "antiamerikanisch" und "antisemitisch".
In Wahrheit ist es eine Selbstverständlichkeit, daß das US-Zentrum der imperialen Machtstruktur und Militärmaschine von radikaler Kritik auch als solches benannt und angegriffen wird. Die Kriterien, die diese Kritik von einem kulturalistischen rechten Antiamerikanismus unterscheiden, sind erstens die Herleitung aus der Kritik und Analyse des Kapitalverhältnisses und deshalb zweitens die Konstitution dieser Kritik als anti-völkische und transnationale, zusammen mit der linken Oppositionsbewegung in den USA selbst. Die antideutschen Kriegshetzer und ihre nützlichen Idioten dagegen wollen die Kritik an der US-Militärmaschine überhaupt mit dem Odium des rechten, völkischen Antiamerikanismus versehen, und dazu paßt, daß sie die Linke und die Antikriegsbewegung in den USA ebenso maßlos denunzieren wie die Bewegungen in Europa. Sie stellen nur das seitenverkehrte Spiegelbild des völkischen Antiamerikanismus dar, indem sie die unmittelbare positive Identifikation mit dem Gewaltapparat der letzten Weltmacht verlangen und der US-Gesellschaft, deren Internierungsquote von sozialer Delinquenz mittels Knast und Straflagern heute höher ist als diejenige der Sowjetunion zu Stalins Zeiten, einen "zivilisatorischen Vorsprung" bescheinigen. Auch die Amerikaner "dürfen" nicht antikapitalistisch, sondern sollen bloß "antideutsch" sein.
Dasselbe Bild eines wahnhaften Deutungsmusters bieten die Antideutschen hinsichtlich Israels. Auch hier schlägt die paranoide, in Wahrheit autistische "totale Identifikation" ins Gegenteil um. Die Notwendigkeit, das Existenzrecht des jüdischen Staates gegen die krude antizionistische Ideologie zu verteidigen (was überhaupt nichts mit einer akuten Existenzgefährdung Israels zu tun hat), verwandelt sich in eine militante Parteinahme für die rechte Likud-Regierung. Die linke und selbst die bloß liberale Opposition ebenso wie die Antikriegsbewegung in Israel werden von den Antideutschen genauso übel denunziert wie alle anderen. Auch hier stellen sie sich an die Seite der reaktionärsten rassistischen Kräfte, an die Seite der Rabin-Mörder und ihrer Hintermänner, und besitzen noch die Chuzpe, dies als die einzig legitime "Kritik des Antisemitismus" hinzustellen. Sie maßen sich überhaupt die Definiti-onsmacht über den antisemitischen Komplex an, um das ominöse Etikett nach Belieben selbst in ihrem eigenen Dunstkreis verteilen oder damit drohen zu können, falls sich auch nur die geringste Abweichung vom Bahamas-Überich andeutet. Die angebliche Kritik des Antisemitismus wird so derart inflationiert und entwertet, daß sie ins Unernsthafte umschlägt und damit gerade das antisemitische Syndrom deckt.
Das von Geltungssucht und identitätspolitischem Wahn getriebene Kalkül der Antideutschen ist gar nicht mehr auf die Gesellschaft bezogen; es geht ihnen weder um Israel noch um die Menschen im Irak oder um die Verhältnisse in den USA, auch überhaupt nicht mehr um soziale Emanzipation, sondern einzig und allein um eine innerlinke Szene-Politik und "Machtergreifung". Sie wollen pure Identifikation in einem abgeschotteten Raum ideologischen Wahns schaffen. Deshalb wird auch der Antisemitismus nicht mehr aus der Gesellschaft abgeleitet, sondern umgekehrt die Gesellschaft aus dem Antisemitismus, der als negatives Totalitätsprinzip erscheint.
Das tiefere Motiv dieses Wahns ist Realitätsverlust und Flucht aus der Wirklichkeit, weil diese nicht mehr in den Paradigmen des linksbürgerlichen Aufklärungsdenkens und von Restbeständen des schon immer "verkürzten" Arbeiterbewegungsmarxismus darstellbar ist. Die Antideutschen krallen sich am "bürgerlichen Erbe" der linken Geschichte fest, wo es doch die Aufgabe radikaler Kritik wäre, sich davon loszureißen. Sie wollen "radikal" sein, aber auf dem Boden kapitalistischer Ontologie, der unter den Füßen wegbricht. Daher die Flucht in einen imaginären ideologischen Raum, daher die Identifikation mit der letzten kapitalistischen Weltmacht. Daher auch der implizite Appell an die niedrigsten wohlstandschauvinistischen Instinkte einer metropolitanen Linken, die plötzlich entdeckt, daß sie mit den Boutiquen von New York mehr verbindet als mit den Ruinen von Kabul. Und daher auch der relative Erfolg in den linken Szene-Biotopen, die sich von den Antideutschen gerne "irritieren" lassen, weil damit ihre klammheimliche westlich-kleinbourgeoise Ich-AG-Identität angesprochen und in der neuen Weltkrise als Programm abgerufen wird.
Angesichts einer derart entmündigten und zur Schafherde degradierten radikalen Linken, die sich von den antideutschen Claqueuren des imperialen Massenmords überall hintreiben läßt, kann sich nur noch ein Gefühl einstellen: Ekel. Aber ist wirklich die gesamte radikale Linke in der BRD und Österreich mit kritischem Anspruch gegenüber dem traditionellen Antiimperialismus moralisch und intellektuell derart versaut und verkommen? Ist es nicht vielmehr eine Minderheit von Bellizisten und ihren nützlichen Idioten, die mit triefender Impertinenz das Maul aufreißen und publizistische Schlüsselpositionen besetzt haben, im Vertrauen auf den Trägheitseffekt und die schafsmäßige Duldsamkeit einer Menge von linken Aktivisten und Zwangslesern ihrer Postillen, die eigentlich ganz anders denken? Das läßt sich nur feststellen, wenn die konsequenten Kriegsgegner und radikalen Kritiker der kapitalistischen Anti-"Zivilisation" endlich mobil machen.
Schluß der "Debatte" mit sämtlichen Hardcore- und Softcore-Bellizisten! Der Bellizismus ist nicht satisfaktionsfähig. Die Zeit ist überreif, nach dem inhaltlichen auch den formalen Trennungsstrich zu ziehen. Die radikale Linke im deutschsprachigen Raum wird sich auch publizistisch neu formieren müssen, wenn sie je wieder von dieser Seuche loskommen will. Schluß mit allem Liberalismus und aller Duckmäuserei, Schluß mit allem biedermännischen "Verständnis"-Getue gegenüber den antideutschen ideellen Provinzdeppen, von denen die deutsche und österreichische Linke in aller Welt zum Gespött gemacht wird! Wenn jetzt nicht endlich ein Erdbeben in dieser linken Landschaft stattfindet, dann kann man die radikale Gesellschaftskritik hierzulande für die nächsten Jahre vergessen, dann werden die sozialen Bewegungen verpuffen und von den völkisch-antisemitischen Ideologemen ausgelaugt - gerade durch die antideutsche Paralysierung der Linken.
Was lange gärt, wird endlich Wut: Macht kaputt, was die radikale Linke kaputt macht - denunziert die Denunzianten! Es geht nicht darum, der Logik des linken Sektenwesens, des vergifteten Kleinklimas, der selbstzerstörerischen Identitätspolitik und der Herrschsucht von Gurus neue Nahrung zu verschaffen. Es geht im Gegenteil darum, mit dieser Logik ein Ende zu machen, die bei den antideutschen Demagogen eine neue Qualität angenommen hat und sogar noch die kafkaesken Zustände in den K-Gruppen der 70er Jahre übertrifft. Es geht darum, die von den Bellizisten aufgebaute byzantinische Atmosphäre der gierigen Verdächtigungen und des hemmungslosen Hintertreppen-Machiavellismus zu bannen. Die notwendige Kritik des Antisemitismus, auch des "linken", alt-antiimperialistischen, ist eine zu ernste Angelegenheit, als daß sie dem Willen zur Macht von selbsternannten antideutschen Lynch- und Femegerichten überlassen, inflationiert und verbraucht werden dürfte. Es ist eine Frage der Selbstachtung und der Selbsterhaltung für die radikale Linke, daß sie den von den Antideutschen direkt und osmotisch verbreiteten Bellizismus ächtet und die konsequente Kritik von völkisch-antisemitischen Tendenzen ohne und gegen diese Paranoia-Politiker in die Hand nimmt. Der Kampf gegen die braune Pest darf nicht bellizistisch entwertet werden. Gleichzeitig muß sich die radikale Linke von der erstickenden Atmosphäre befreien, die den überfälligen Diskurs zur Reformulierung der Kapitalismuskritik für das 21. Jahrhundert lähmt, weil die antideutschen Bellizisten, Kollaborateure und Nostalgiker alle Fragen der Theoriebildung denunziatorisch aufgeladen haben, selbst wenn der Bezug zu ihrem reduktionistischen Weltbild an den Haaren herbeigezogen ist.
Es kann natürlich sein, daß es für diesen Aufruf bereits zu spät und die falsche, fatale Polarisierung innerhalb der Linken zwischen völkisch-antizionistisch und antisemitisch heruntergekommenen "Antiimperialisten" einerseits und antideutschen, proimperial-kriegshetzerischen Helfershelfern der kapitalistischen Weltmachtmaschine samt deren nützlichen Bündnisidioten andererseits zu weit fortgeschritten ist. Diese beiden Pole desselben anachronistisch verhärteten Bewußtseins einer unwiderruflich vergangenen linken Geschichte werden auch gemeinsam untergehen und vielleicht einen Großteil der intellektuell ausgepowerten, unwahr gewordenen linksradikalen Szene-Biotope mit sich reißen. Es gibt Situationen, in denen es zukunftsträchtiger ist, lieber einsam zu werden als mit den Schafen zu blöken und mit den Fröschen zu quaken.
Aber es gibt auch Zeichen der Hoffnung, zum Beispiel den bundesweiten Schulstreik gegen den Krieg. Vielleicht sehen wir die ersten Lebenszeichen einer neuen Bewegungsgeneration, die schon bald beide Fossilien gleichermaßen so alt aussehen lassen wird, wie sie wirklich sind. Es wird ein Leben radikaler emanzipatorischer Kritik geben jenseits der vergangenheitsfixierten Paradigmen und Interpretationen, wie sie heute jene linksradikalen Publikationsorgane zumüllen, die sich selbst überlebt haben. Die wandelnden Leichen von anachronistischem Vulgärmarxismus und bürgerlicher Aufklärungsideologie haben keine andere Zukunft als den Sarg, in den sie von Rechts wegen hineingehören.
Für die kritische Solidarität mit der Antikriegsbewegung und den Bewegungen gegen die kapitalistische Globalisierung hier und überall auf der Welt, für die neue transnationale Solidarität von unten, für die Solidarität mit den jüdischen Antikriegsdemonstranten von New York und mit der gesamten Opposi-tionsbewegung in den USA, mit der israelischen Linken, mit den Millionen von Demonstranten in London, Paris, Rom, Madrid, Berlin!
Die eigenständige Vervielfältigung und Weiterverbreitung dieser Stellungnahme ist erwünscht.
Robert Kurz, mit Unterstützung von Redaktion "Krisis" und Redaktion "Streifzüge".
-----------------------------------------------------------------KONKRET WEITER IM KRIEG
Noch eine Fußnote zur schönsten aller Debatten
In der "theoretisch reflektierten" Linken herrscht Frieden zwischen Kriegsgegnern und Bellizisten. Einige Irrläufer dieser innerlinken friedlichen Koexistenz finden es deshalb gar nicht nett, daß ich nicht mehr mit den Bellizisten spielen will, auch nicht mit den Softcore-, Halb- und Viertel-Bellizisten. Deshalb das Stöhnen und Maulen über den Text "Das Spiel ist aus" auch von solchen, die gerne mal "Krisis" lesen, aber den mehr oder weniger freundlichen Austausch von Argumenten mit antideutschen linksbellizistischen Ideologen für eine ganz normale "linke Debatte" halten (daß eine unautorisierte, teilweise entstellte Version dieses Textes aus welchen Gründen und von wem auch immer in Umlauf gebracht wurde, gehört zum Risiko der elektronischen Medien. Wer die wirkliche Argumentation zur Kenntnis nehmen will, sollte sich an den jetzt im Netz stehenden autorisierten Text halten). Über vieles und mit vielen kann man diskutieren, aber nicht über die Legitimität des Bellizismus und nicht mit Bellizisten. Diese Botschaft ist eindeutig, und wer etwas anderes hineinlesen will, weil er es sich mit den Bellizisten nicht verderben will, ist selber schuld.
In einer immer noch eher analytisch formulierten Polemik ist es nicht möglich, zureichend auf die innerlinken Beziehungsverhältnisse und Kommunikationsformen einzugehen, was sowieso meistens als identitäres Hickhack verstanden wird, selbst wenn man sich bloß gegen Schläge unter die Gürtellinie und gegen stalinistische Methoden wehrt. Diejenigen sind einfach naiv, die meinen, daß der Kongreß "Spiel ohne Grenzen" doch gar nicht den Krieg zum Gegenstand habe. Aber das ist es ja gerade: Egal, ob "irgendwo weit hinten in der Dritten Welt" ein paar Städte eingeäschert werden, die linken Kriegsgegner und die "linken" Bellizisten treffen sich urgemütlich zum gemeinsamen Räsonnement über die "verkürzte Kapitalismuskritik" der Antiglobalisierungsbewegung. Wer das nicht als unerträglich empfindet, was ist dessen Kriegsgegnerschaft und Gesellschaftskritik mit emanzipatorischem Anspruch eigentlich wert? Nichts.
Den Modellfall gibt schon seit dem 11. September die Jungle World ab, wo gemäßigte Kriegsgegner und andere Sozialkunde-Linksradikale unter der Dunstglocke eines diffusen Linksbellizismus einander Gute-Nacht-Geschichten erzählen dürfen. Nach diesem Modell ist auch der SPOG-Kongreß gestrickt. Und alle, alle tanzen an, außer denen natürlich, die man vorsichtshalber gleich gar nicht dabeihaben wollte, weil zu befürchten stand, daß sie sich nicht so recht als nützliche Idioten eignen. Aber die Bahamas, so heißt es, sind ja gar nicht dabei, und vielleicht ziehen sie laut linkem Mokassin-Telegraf sogar ein wenig über den Kongreß her, damit er umso sicherer stattfinden kann. Da ich meinen ersten Schlaganfall noch nicht hatte, erlaubte ich mir zu bemerken, daß dennoch Bahamas-nahe Bellizisten wie Stefan Grigat und Andrea Woeldike munter mitmischen, daß der Kongreß von dem Schweizer Bahamas-Ableger Risse ebenso wie von "Antifa"-Gruppen aus der BRD unterstützt wird, denen allesamt die Hamburger "Antideutsche Gruppe" aus dem Herzen spricht, wie sie Heiner Möller in Konkret zitiert: "Ein Angriff der USA auf den Irak ist vor diesem Hintergrund (Schutz Israels und Schwächung Deutschlands) zu unterstützen, auch wenn unklar bleibt, ob sich die Verhältnisse im Irak dann entscheidend verändern. Die Hoffnung dazu besteht immerhin". Na, sind das nicht fast schon Kriegsgegner?
Daß sich Möller über derlei kritisch auslassen darf, gehört allerdings auch bloß zur Alibi-Funktion für Konkret, das gemeinsam mit Bahamas-nahen Hardcore- und den Jungle-World-Softcore-Bellzisten zum SPOG-Kongreß einlädt. Konkret teilt mit den Bellizisten auch die Auffassung, daß der deutsche Imperialismus sich zum letzten Gefecht mit den USA anschickt, was ja fast schon den Bombenhagel auf den Irak rechtfertigt, denn da geht es ja "eigentlich" gegen Deutschland. Ob das nun eine irre Einschätzung ist oder nicht, jedenfalls macht es dann Konkret trotzdem gar nichts aus, daß seine stramm bellizistischen Haus- und Star-Autoren, "Nahost-Experten" und NGO-Lobbyisten Uwer/Osten-Sacken beim Auswärtigen Amt in Berlin vorstellig werden, um die Unterstützung eben jener deutschen Macht beim "Wiederaufbau des Irak" vorzuschlagen, weil Deutschland ja so viel wunderbare "Erfahrung beim Aufbau föderaler Strukturen" habe. Wer ist hier eigentlich wessen Idiot?
Damit nicht genug, dürfen die Bahamas-Kriegshetzer auch im offiziell kriegsgegnerischen Konkret weiterhetzen, wenn nicht direkt für den Krieg, so doch gegen die Kriegsgegner. Da darf ein Horst Pankow schon mal den Robert Kurz als verständnisvollen Freund und Helfer der islamischen Selbst-mordattentäter hinstellen; das ist noch nicht weiter schlimm, das ist soweit noch normaler Umgangston in Konkret. Daß den islamischen Mächten des Bösen die Zugehörigkeit zur Menschheit abgesprochen wird (bekanntlich waren auch schon die Nazis Außerirdische und keine Geschöpfe des "zivilisatorischen" Kapitalismus), das hört sich schon nicht einmal mehr nach friedlicher Koexistenz mit bloß gutwilligen Zweiflern am lustigen Treiben der US-Kriegsmaschine an. Was tut man nicht alles für seine Bellizisten, man darf sie nicht kränken, aber sie dürfen mit Dreck werfen.
Und auch das darf der Bahamas-Mann Pankow in Konkret schreiben: "Nichts fürchtet der Moslem-Mann neben Alkohol und Ungläubigen mehr als Sex - jedenfalls dessen heterosexuelle Variante..". Nicht nur außerirdische Monster sind diese Moslems, sondern auch noch schwule Säue, also drauf mit den Mega-Bomben. Da muß doch das Herz aller linken Schwulen und Frauen lachen, die es den Linksbellizisten irgendwie abgenommen haben, daß die US-Kriegsmaschine auch ein bißchen zwecks Schwulen- und Frauenbefreiung in der moslemischen Welt angetreten ist. Nun lest mal drüber weg, man kennt ja seine Hardcore-Bellizisten, sie schlagen immer wieder ein wenig über die Stränge, aber lieb sind sie doch.
Und wer da endlich aufschreit, der ist der eigentliche Demagoge. So bin ich also jetzt der Demagoge, der selber in Bahamas-Ton verfallen ist. Da hörts aber auf. "Und Tschüss" sagt zum Beispiel Christian Stock vom iz3w, der zu den Bellizisten noch nie "Tschüss" gesagt hat. Die sind eben interessante Gesprächspartner, denen man doch mal zuhören sollte. Die dürfen sich alles erlauben. Da gilt letzten Endes: Ihr seid O.K., wir sind O.K. Wer ihnen aber mal kräftig auf die Finger klopft, der hat sich schon zuviel erlaubt, der nützt damit ja vielleicht dem völkischen Antiimperialismus usw. Und deswegen dürfen sich die eben alles erlauben. Der Krieg als solcher ist eigentlich nicht so wichtig, ein paar tausend Tote hin oder her, die räsonierende Linke hierzulande triffts ja nicht.
Wer sich in den Sumpf linker Szene-Politik begibt, kommt darin um und deshalb zu nichts Sinnvollem mehr, ich weiß. Es soll ja auch nicht zur Gewohnheit werden. Also differenziert mal schön weiter, seid ein bißchen netter als Robert Kurz zu den Bellizisten, sie meinen´s ja gut. Rosa Luxemburg hat schließlich auch aus Gründen der Parteiräson Händchen gehalten mit der bellizistischen Sozialdemokratie, oder etwa nicht? Und Tschüss!
Robert Kurz
Kriegshetze muss man Kriegshetze nennen. Es ist dahingehend auch kein Unterschied mehr zu machen zwischen Hardcore-Antideutschen a la Bahamas und den Nachbetern im Softcore-Antideutschtum.
Das Verhältnis von Hardcore- und Softcoreantideutschen läßt sich ungefähr so beschreiben: schlagen erstere letzteren dreimal ins Gesicht, meinen letztere, dass der letzte Schlag aber schon eine große Ungerechtigkeit darstellt. Sind die einen dezidiert für Bombardierung und Demokratisierung des Irak, so die anderen nicht dagegen. Ihre ideologischen Prämissen sind jedenfalls die gleichen: ihre Methode ist die Denunziation, ihr Ziel die Stigmatisierung. Sie wollen nicht diskutieren, sie wollen diffamieren. Ihr Anti-Antisemitismus dient dazu, sich gegen Kritik zu immunisieren, weil er Kritik unter Verdacht stellt. Überhaupt Verdacht und Andacht haben in diesem Segment das Denken ersetzt. Die mobilisierten Kindergartenkader der Antideutschen demonstrieren die ganze Traurigkeit einer irre gewordenen Szene. Und über ihre alten Herren verlieren wir am besten gar keine Worte mehr.
Die Antideutschen sind in der RestLinken eine prokapitalistische Kraft der Verheerung. Ihre Ungeheuerlichkeit verdient Ächtung. Die Antideutschen müssen in Quarantäne. Die Antideutschen sind keine Spielart der Linken, sondern deren radioaktiver Abfall, die deutsche Sonderform ihres Zerfalls. Ihre Organe sind unerträglicher Mist. Will aus der RestLinken noch was werden, muss sie sich von den Antideutschen endgültig trennen. Toleranz hingegen bedeutet Ignoranz.
Trotz alledem mit besten Grüßen
Franz Schandl
Anlässlich des Münchner Kongresses "Spiel ohne Grenzen"
DAS SPIEL IST AUS
Ein Schlesiertreffen der reaktionären Linken: Antideutsche Kriegshetzer, Globalisierungsleugner, Altstalinisten und nützliche Idioten geben sich ein Stelldichein der dummen Bewegungsbeschimpfung
Zitat: "Ebermann: Meine Bilder sind stark von 1914 bestimmt...
Gremliza: Meine sind mehr von 1940/41 bestimmt..."
Aus: (Streitgespräch in der Konkret-Redaktion unter dem Titel "Bankrott der Linken?", Mai-Ausgabe 1991)
Die Lügen und dreisten Fälschungen der imperialen Kriegspropaganda bröckeln. Es geht im Irak nicht um das Niederringen einer "Weltgefahr" und es geht nicht um Massenvernichtungsmittel. Es gibt keine "chirurgischen Präzisionsschläge", wie es sie schon in den bisherigen Weltordnungskriegen nicht gegeben hatte. Es gibt keine "Schonung" der Zivilbevölkerung, sondern massenhaft Tote und Verletzte. Und es wird keine "Befreiung" der Iraker durch die US-Weltmacht geben, sondern genau wie in Ex-Jugoslawien, Afghanistan und anderswo nur die Auswechslung eines Warlord- und Mafia-Regimes durch ein anderes, willfährigeres. Man sollte meinen, es sei eine schiere Selbstverständlichkeit, daß die radikale Linke konsequent und geschlossen gegen die imperiale Kriegstreiberei auftritt. Weit gefehlt: Eine Bande von ideologischen Warlords, die sich den Anspruch der etwas anderen "kritischen Theorie" ergaunern möchte, bejubelt den Bombenhagel und fiebert mit der imperialen Sodateska. Schlimmer: Ein Teil der radikalen Linken in der BRD und in Österreich hat sich eine "Debatte" über die Legitimität dieser indiskutablen Haltung aufzwingen lassen. Den Bellizisten ist es gelungen, die linke Kriegsgegnerschaft zu ihrem braven Haustier zu domestizieren. Es wird Zeit, diesen Leuten einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen.
Lange her, nichts dazugelernt: Anfang der 90er Jahre erlebte die radikale Linke in der BRD die Geburt der sogenannten Antideutschen, für die nach der deutschen Vereinigung und dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Weltlage auf den Stand des frühen 20. Jahrhunderts regredierte. Die Stoßrichtung war von Anfang an klar: God bless America - mit den "guten" Westmächten für die "westlichen Werte" und bürgerlichen Ideale, gegen das Phantom eines "Vierten Reiches". Die reale Globalisierung des Kapitals wurde strikt geleugnet, die neue Dimension imperialer Macht unter alleiniger Führung der USA ignoriert, der Untergang des Staatskapitalismus "nachholender Modernisierung" nie kritisch auf den Begriff gebracht.
Und alles einzig zu dem Zweck, in einer antideutschen negativen Idealwelt weitermachen zu können mit Restbeständen der linksbürgerlichen Aufklärungsideologie in den Grenzen der Subjektform warenproduzierender Systeme. An die Stelle einer Erneuerung radikaler Kapitalismuskritik auf der Höhe der globalen Entwicklung trat ein rein ideologisches Feindbild namens "Deutschland", ohne daß je das Verhältnis von kapitalistischer Gesellschaftsform und spezifisch deutscher Geschichte geklärt worden wäre. Kritik der politischen Ökonomie: Fehlanzeige. Aber auf jeden Fall: Immer wieder Anti-Hitler-Koalition, egal worum es geht, damit man innerhalb einer verewigten bürgerlichen Welt immer schon zu den "Guten" gehört und gleichzeitig den Gestus des "radical chic" zelebrieren kann.
Schon beim zweiten Golfkrieg 1991 outete sich ein Großteil der Antideutschen als "linke" Kriegshetzer. In grotesker Verbiegung der Tatsachen wurden das irakische Regime, die damalige Kohl-BRD und die Friedensbewegung unter das "Hitler"-Label subsumiert, um die in Wahrheit von der deutschen Regierung mitfinanzierte imperiale Kriegsmaschine beglückwünschen und auf hunderttausend belanglose Dritte-Welt-Kadaver scheißen zu können. Schon damals mußte die infame Lüge herhalten, Israel sei durch ein paar vorsintflutliche Scud-Raketen in seiner Existenz gefährdet, um den Zusam-menbruchsregionen der kapitalistischen Peripherie die Atombombe als Geschenk der westlichen Aufklärung auf den Kopf zu wünschen.
Zwölf Jahre später halten dieselbe reaktionäre Linke und ihr Nachwuchs ein ideologisches Schlesiertreffen nach dem anderen ab, um mit einer Doppelstrategie von skrupelloser denunziatorischer Hetze einerseits und einer stalinistischen "Bündnispolitik" zwecks Mobilisierung von nützlichen Idioten andererseits die radikale Linke in der BRD zu ihrer Schafherde zu machen. Der Münchner Kongreß "Spiel ohne Grenzen" (23.-25. Mai 2003) verspricht ein vorläufiger Höhepunkt dieses Schmierenstücks zu werden. Dabei läßt sich ein ganzes Spektrum von linken Autoren und Gruppierungen gewissermaßen an der Nase vorführen. Nützliche Idioten antideutscher "Bündnispolitik" müssen freilich gar nicht zusammenpassen, Hauptsache sie sind als Repräsentationsvieh anwesend. Die Veranstaltung ist offensichtlich unter Beteiligung von Kanalarbeitern des kriegsgeilen antideutschen Propagandablatts Bahamas sowie von dessen Nachplapper- und Vorfeldorganisationen für pubertäre Mitläufer eingefädelt worden. Je mehr die versammelte Gemeinde es von sich weist, mit jener antideutschen Moon-Sekte identifiziert zu werden, desto deutlicher wird, daß ihr von eben dieser ein ideologisches Überich verpaßt worden ist wie dem Rekruten von der Kleiderkammer ein schlecht sitzender Stahlhelm.
Unter dem Vorwand, es gehe um eine Auseinandersetzung mit der "verkürzten Kapitalismuskritik" der Anti-Globalisierungsbewegung, möchte man bei sorgfältigem Draußenhalten aller Störpotentiale von kritischer Analyse den sektiererischen Konsens von antideutschen ideologischen Kriegsherren und verschämten, duckmäuserischen Kriegsgegnern als "Koalition der Willigen" im Zeichen einer anachronistischen Interpretation der Weltlage proben. Gezeigt werden soll: Seht her, einige schlaue Bellizisten und eine Reihe nicht ganz so bellizistischer radikaler Linker von Rang und Namen sind doch im Grunde einig, weil sie gemeinsam vor lauter (eingebildeter) Reflektiertheit kaum laufen können. Ein bißchen Kriegsgegnerschaft ohne Biß darf sein, wenn nur die antideutschen Kriegshetzer gleichzeitig als "ehrenwerte Linke" und als moralische Macht Anerkennung und Verbeugungen ernten.
Man hört die versammelte Schafherde schon blöken auf das Kommando der anwesenden und noch mehr der abwesenden bellizistischen Vordenker. Die sowieso halbseidene "Kriegsgegnerschaft" der Zeitschrift Konkret und des vulgärmarxistischen Politkasper-Duos Trampert/Ebermann ist in Wirklichkeit keinen Pfifferling wert. "Gegen Krieg und deutschen Frieden" tönt Konkret, macht aber wie der gesamte nach der Pfeife der proimperialen Ideologie tanzende Kongress seinen (anti)deutschen Frieden durch den gemeinsamen Auftritt mit Bahamas-nahen KriegshetzerInnen wie Stefan Grigat und Andrea Woeldike. In enger Anbindung an die Basis-Statements der bellizistischen Propaganda wird die notwendige linke Kritik der Friedensbewegung diskreditiert.
Daß die ebenso wie Konkret als Mitveranstalter auftretende Jungle World sich seit dem 11. September als Ableger der US-Armeepostille "Stars and Stripes" unsterbliche Verdienste um die Beweihräucherung kapitalistischer Anti-"Zivilisation" erworben hat, ist sowieso allgemein bekannt. Eine Art Hyde-Park-Ecke für handzahme Kriegsgegner, die auch mal eine Frage stellen dürfen, kann nicht darüber hinwegtäuschen, daß diese "Debatte" von einem teils offenen, teils verschämten Bellizismus durchzogen ist, der sich auch in einer lauwarmen und krampfhaft ironischen Berichterstattung über die laufenden Bombardierungen und die dagegen protestierende Antikriegsbewegung darstellt.
Fehlen darf auch nicht das iz3w, jene Zeitschrift von austrocknenden Dritte-Welt-Initiativen, die sich nicht zwischen traditioneller Bewegungsorientierung und antideutschem Bewegungs-Bashing entscheiden kann. Bei einigen ihrer Autoren mischen sich offenbar die allmählich adaptierten antideutschen Hetzmotive mit dem vulgären Interesse von NGO-Lobbyisten des humanitär-industriellen Komplexes hinter den Fronten der imperialen Weltordnungskriege. Aus diesem Stall kommt schließlich auch das unerträgliche Autorengespann Uwer/Osten-Sacken, die mit penetranter Regelmäßigkeit auch Konkret und Jungle World vollsudeln dürfen mit ausgesuchten Räsonnements darüber, wie den Irakern mittels Marschflugkörpern "Demokratie" und "zivile Verkehrsformen" geschickt werden sollen. Eine derart von jeder Bedingungsanalyse kapitalistischer Verhältnisse unbeleckte "Argumentation", deren Peinlichkeit noch vor wenigen Jahren in der linksradikalen Szene und Dritte-Welt-Bewegung nicht einmal mehr Verachtung ausgelöst hätte, wird nun mit dem Ernst von Erstklässlern "zur Debatte" gestellt. Wenn man in diesem Dunstkreis alles vergessen will, was man schon einmal gewußt hat, dann vielleicht aus dem sehr banalen Grund, daß sich die NGO-Lobby, wenn sie im zerbombten Irak zum Zuge kommen will, diesmal zur Gesinnungsprüfung bei der US-Militärverwaltung anstellen muß.
Es lohnt sich gar nicht, die Aufzählung fortzusetzen. Wenn diese Ansammlung von bellizistisch kontaminierten Dampfplauderern linksbürgerlichen Krisenbewußtseins etwas eint, dann ist es die rückwärtsgewandte Perspektive, denn die Geschichte ist für sie im Jahr 1945 zum Stillstand gekommen. Ausgerechnet diejenigen, die von einer positiven "kapitalistischen Zivilisation" faseln, die es nie gegeben hat, ausgerechnet diejenigen, deren Kapitalismusanalyse auf dem Niveau des Ersten Weltkriegs sitzen geblieben ist und die den Begriff des transnationalen Kapitals in Anführungszeichen setzen, um ihre eigene Ignoranz zu dokumentieren, ausgerechnet diejenigen, die an der kapitalistischen Subjektform ideologisch kleben wie die Fliege am Leim und die keinen Unterschied kennen wollen zwischen der Marxschen Theorie der Überakkumulation und der politischen Ökonomie des Antisemitismus, um ihre denunziatorische Giftspritze beliebig gegen unliebsame krisentheoretische Reflexionen richten zu können - ausgerechnet diese Leute besitzen die Dummdreistigkeit, über die sozialen Bewegungen zu Gericht sitzen zu wollen. Dabei schreckt man nicht einmal davor zurück, zusammen mit einem Gespenst der fossilen altstalinistischen Münchner ML-Sekte "Arbeiterbund für den Wiederaufbau der KPD" (Streitbarer Materialismus) auf dem Podium Platz zu nehmen. Was für eine erlauchte Kollegialität, um der "verkürzten Kapitalismuskritik" der Bewegungen im Jahre 2003 auf die Spur zu kommen!
Es ist die typische Haltung des unwahren Sektenbewußtseins, wenn ihm die Felle davonschwimmen: Jede Bewegung, die eine manipulierbare und organisatorisch einzäunbare Masse überschreitet, wird als Feind behandelt. Die Selbstverständlichkeit, daß aus den kapitalistischen Widersprüchen heraus entstandene soziale Bewegungen erst einmal von einer "verkürzten Kapitalismuskritik" getragen werden, wird so nicht Anlaß zur weitertreibenden theoretischen Kritik, sondern zur schäumenden propagandistischen Denunziation. Die antideutschen Bußprediger haben schon früher die ökologische Frage zum faschistischen Gegenstand erklärt, nun wollen sie dasselbe mit der sozialen Frage machen. Und ihre nützlichen Idioten lassen sie gewähren und wiegen dazu betroffen die leergefegten Köpfe.
Das kommt auch daher, daß diese Zusammenhänge völlig inkompatibel mit dem transnationalen Charakter der neuen Bewegungen sind. Überall sonst haben ihre Geistesverwandten wenigstens den Anstand besessen, offen zur imperialen Macht und kapitalistischen Konstitution überzulaufen, um der einstigen linksradikalen Identität abzuschwören. Einzig die Antideutschen in Deutschland und Österreich bilden das Unikum, den proimperialen Bellizismus mit einem Anspruch "radikaler Kritik" verbinden zu wollen. Eine derart absurdes Konstrukt ist schon in den europäischen Nachbarländern völlig un-verständlich, umso mehr in der übrigen Welt. In Wahrheit ist die grotesk amalgamierte antideutsche Identität die nationalste von allen, sie repräsentiert den tiefsten deutschen Provinzialismus in Bezug auf die weltweiten Bewegungen.
Die antideutschen Bellizisten und ihre Bündnisidioten wollen vom transnationalen Charakter der kapitalistischen Entwicklung nichts wissen und verharren intellektuell auf der Stufe der Weltkriegsepoche, weil sie selber nicht transnational sein können und wollen. Die Welt wird unter den eigenen deutschen Mief subsumiert, und so stellen sich ihnen die Millionen von Antikriegs- und Antiglobalisierungs-Demonstranten in New York und Washington (unter Beteiligung jüdischer Organisationen), in London und Madrid genauso wie die in Berlin als lauter identische Manifestationen desselben faschistisch-antisemitischen "deutschen" Bewußtseins dar. Ein klarer Fall von klinischem Verfolgungswahn.
Worin besteht das wirkliche Problem? Das Gros der neuen Bewegungen stellen Massen von zumeist sehr jungen Leuten, die weder eine linke noch überhaupt eine "politische" Geschichte hinter sich haben. Sie sind deswegen nicht etwa ideologisch neutral und unberührt, sondern aufgeladen mit den Sozialisationen und medialen Vermittlungen des herrschenden bürgerlichen Bewußtseins, an dessen Bruchlinien sich ihre Opposition entfaltet durch die Erfahrung der schreienden Widersprüche hindurch, wie sie der globalisierte Krisenkapitalismus erzeugt. Wohin sich diese Bewegungen kurz- wie langfristig entwickeln, ist offen. In Bezug auf sie und in ihnen agieren Strömungen, Gruppen, Organisationen und Individuen mit einer bereits ausgeformten "politischen" Geschichte und/oder mit ideologischen Identitäten (von Antiimps, anderen radikalen Linken, aber auch Neofaschisten usw. bis hin zu isla-mistischen palästinensisch-arabischen, aber auch ganz anders orientierten Migranten-Jugendlichen). Das alles ist gar nichts Neues, sondern schon immer die Struktur von sozialen Bewegungsverhältnissen gewesen.
Es gibt dabei heute einen Druck in Richtung völkisch- oder religiös-antisemitischer Verarbeitungsformen, der nicht nur von Neofaschisten und islamistisch-migrantischen Gruppen, sondern auch von völkisch-antizionistischen und letztlich antisemitischen Verwilderungsformen eines desorientierten altlinken Antiimperialismus ausgeht, der mit dem Ende der "nationalen Befreiungsbewegungen" in der Dritten Welt gegenstandslos geworden ist und eben deshalb verwahrlost; wie ja auch sonst die Zersetzungsprodukte des Staatsmarxismus "nachholender Modernisierung" im gesamten ehemaligen Ostblock sich als nationalistisch und völkisch-antisemitisch entpuppen.
Die antideutschen Bellizisten und ihre nützlichen Idioten sind nicht die wahren Gegner dieser Tendenzen, sondern im Gegenteil ihre Helfershelfer. Sie kämpfen nicht um, sondern gegen die Bewegungen als solche, weil diese nicht nach der Pfeife der proimperialen "linken" Killer-Intelligentsia tanzen; sie unterstellen die unmittelbare Identität der Massen von kriegs- und globalisierungsgegnerischen Jugendlichen mit den neofaschistischen und völkisch-"antiimperialistischen" Trittbrettfahrern; sie betreiben eine destruktive Politik der self-fulfilling-prophecy, um die unliebsamen Massendemonstrationen mit allen Mitteln gerade so zu identifizieren, wie man sie unbedingt haben will, um sie insgesamt als völkisch-antisemitische Erweckungsbewegung denunzieren zu können und die antideutsch zu gängelnde Schafherde der linken Szene von produktiv-kritischer Einmischung abzuhalten.
Das ist kein Fehler der Antideutschen, sondern ihre Methode und überhaupt ihr Wesen. Überall, wo sich Widerstand regt, soll er erst einmal als völkisch-antisemitisch denunziert werden, um jede kritische Vermittlung von vornherein auszuschließen (selbst der Begriff der Vermittlung als solcher wurde schon als Bähwort definiert, das ein guter Antideutscher nicht aussprechen darf).
Die Antideutschen und ihre bellizistisch-proimperiale Avantgarde entstammen in Wahrheit derselben Verfallslogik altlinker Geschichte wie ihre "antiimperialistischen" Gegner; sie bilden bloß die Kehrseite derselben Medaille. In der Geschichte der Modernisierung war es die traditionelle Linke gewohnt, die jeweils "fortschrittliche" Seite der kapitalistischen Entwicklung positiv zu besetzen. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist diese Entwicklung jedoch zum Stillstand gekommen, der Weltmarkt implodiert im Zuge der dritten industriellen Revolution. Die Globalisierung ist nichts anderes als die Erscheinungsform eines weltweiten Krisenkapitalismus, dessen negative Transnationalität emanzipatorisch umgestülpt werden muß. Antideutsche und Antiimps blockieren gemeinsam diesen nächsten Schritt des emanzipatorischen Denkens und Handelns.
Beide weigern sich zu realisieren, daß die kapitalistische Modernisierungsgeschichte an ihr Ende gelangt ist, daß es keinen positiven Pol kapitalistischer Entwicklung mehr "links" zu besetzen gilt. Beide krallen sich an den kapitalistischen Kategorien der Moderne, an der Subjektform "abstrakter Arbeit" (Marx) und an den Formen des warenproduzierenden Systems fest. Beide sind deshalb gleichermaßen auf vergangene Konstellationen der Weltlage orientiert; die einen auf die "nationale Befreiung" der Dritten Welt, die anderen auf die ewige
Wiederholung der Anti-Hitler-Koalition. So müssen sie die absurde Alternative eines positiven Bezugs entweder auf Saddam bzw. Bin Laden einerseits oder auf Bush/Blair andererseits propagieren. In dieser falschen Polarisierung wird kein Kampf um die Zukunft ausgetragen, sondern einer um die Ver-gangenheit. Die radikale Linke gewinnt so keine eigene Position auf der Höhe des historischen Prozesses, sondern sie wird zum Anhängsel verschiedener Ausdrucksformen der globalen kapitalistischen Krisenbarbarei gemacht.
Die antideutschen Kriegshetzer und ihre nützlichen Bündnisidioten versuchen dabei die Maske "radikaler Kritik" anzulegen, indem sie sich hinter einer history fiction verstecken, die mit den Tatsachen nicht das geringste zu tun hat. In ihrem Fantasy-Film schickt sich die "deutsche Supermacht" an der Spitze der EU als unmittelbares Revival des Nazi-Imperiums an, die USA im Kampf um territoriale Expansion und Einflußzonen, Rohstoffe, Märkte und Arbeitskräfte herauszufordern wie einst im Mai des klassischen Imperialismus. Mit dieser antiken "Imperialismustheorie" auf der Höhe der "verkürzten Kapitalismuskritik" eines Lenin von 1916, die ironischerweise dieselbe ist wie die ihres "antiimperialistischen" Widerparts, soll bei den Antideutschen die jämmerliche Parteinahme für den imperialen Krieg der letzten Weltmacht als Ausbund von Radikalität verkauft werden. Der Konflikt in der NATO über den Irakkrieg dient als oberflächlicher "Beweis" für das haltlose Konstrukt, ohne daß man sich noch die Mühe macht, diese Interpretation aus einer Analyse des Weltkapitals herzuleiten.
Selbst ein oberflächlicher Blick auf die Weltlage genügt, um zu erkennen, daß es sich nicht um eine traditionelle imperialistische Konkurrenz handelt. Es geht weder um nationalimperiale Ausdehnungsinteressen noch um Märkte, schon gar nicht um Arbeitskräfte, und selbst um Rohstoffe (Öl) nur im Kontext transnationaler Reproduktionsstrukturen des Kapitals. Es gibt kein Zurück des Kapitalismus hinter die Globalisierung. Ebensowenig gibt es ein Zurück hinter die gesamtimperiale Machtstruktur der NATO unter alleiniger Führung der letzten Weltmacht USA, deren Rüstungsvorsprung und militärisch-industrieller Komplex auch in Jahrzehnten von der EU nicht eingeholt werden könnte, wenn es denn dafür überhaupt einen Grund gäbe. Selbst die von ihnen beschimpften Teenie-Demonstranten können die antideutschen Nostalgiker und Kollaborateure darüber belehren, daß die Bundeswehr weltweit in die gesamtimperiale Militärmaschine eingebunden ist und eigenständig nirgendwo handlungsfähig wäre.
In Wahrheit ist der Konflikt in der NATO überhaupt kein strategischer, die Ziele sind weitgehend identisch, sondern ein taktischer und legitimatorischer innerhalb der globalen imperialen Machtstruktur. Angesichts drohender und teils schon manifester Finanzmarkt- und Währungskrisen mit der US-Ökonomie als Epizentrum setzt die militärisch konkurrenzlose letzte Weltmacht auf eine Flucht nach vorn. Der globale Kontrollanspruch soll auch unter Bruch der eigenen legitimatorischen Grundlagen (Uno, Völkerrecht, Prinzip der Souveränität etc.) auf Biegen und Brechen ebenso aufrecht erhalten werden wie der Fluß der Kapitalströme. Einige subalterne Regierungen wie die französische und deutsche schrecken dagegen vor möglichen unbeherrschbaren Konsequenzen zurück, gerade auch weil sie selbst nicht eigenständig militärisch handlungsfähig sind.
Tatsächlich spielt sich dieser taktisch-legitimatorische Konflikt nicht nur oberflächlich zwischen einigen europäischen Regierungen und der US-Regierung ab, sondern auch innerhalb der Administrationen, Interessenträger und politischen Klassen quer durch das gesamtimperiale Gefüge. Ein Teil des Bundesverbands der deutschen Industrie und das deutsche Börsen-Zentralorgan "Wirtschaftswoche" stehen ebenso hinter der US-Kriegführung wie ein erheblicher Block von "Atlantikern" in CDU, FDP und beim rechten Flügel der Sozialdemokratie. Umgekehrt kritisieren Teile der Industrie, der Politik und der Administration in den USA und Großbritannien den riskanten Kurs der dort dominierenden "Falken". Nicht nationalimperiale Mächte formieren sich gegeneinander, sondern es ist ein Konflikt um das "Wie" innerhalb des westlichen Sicherheits- und Ausgrenzungsimperialismus.
Die Bellizisten und andere Antideutsche, die sich als "radikale Kritiker" eines deutschnationalen Supermacht-Phantoms halluzinieren, stehen in Wirklichkeit stramm an der Seite der finstersten gesamtimperialen Kräfte, an der Seite der Kotzbrocken Blair und Bush, an der Seite der deutschen Hardcore-Konservativen und des aggressivsten Teils der deutschen Wirtschaftsverbände. Sie kritisieren den BRD-Apparat nicht deswegen, weil er Teil der imperialen Machtstruktur ist, sondern im Gegenteil deswegen, weil er es momentan ihrer Meinung nach nicht überzeugt und militant genug ist.
Es ist kein Wunder, daß angesichts der fortgeschrittenen globalen Krisenverhältnisse Widersprüche innerhalb des imperialen Gesamtkonstrukts aufreißen. Richtig wäre es vom Standpunkt radikaler Kritik einzig und allein, diese Widersprüche aus der Krisenstruktur der Globalisierung zu erklären, um sie bewegungspraktisch gerade auch gegen den deutschen Anteil daran voranzutreiben und das Friedensgeheuchel von Rotgrün mit der realen Einbindung der BRD in die Logik, den Interessengehalt und gleichzeitig die Irrationalität der westlich-demokratischen Weltordnungskriege zu konfrontieren.
Die Antideutschen dagegen projizieren diese Widersprüche anachronistisch auf die Weltkriegsepoche zurück, um sich offen (Bahamas u.Co.) oder implizit (der vom entsprechenden ideologischen Überich gebeutelte Rest der Gemeinde) auf die Seite der imperialen "Falken" zu schlagen. Ihre dummen historischen Analogieschlüsse sind überdies völlig inkohärent. Mal plappern sie das Märchen nach, ein abgetakelter Dritte-Welt-Diktator wie Saddam Hussein sei eine "Weltgefahr" analog zu Hitler, mal tun sie so, als würde demnächst eine neue original deutsche Nazi-Wehrmacht die Welt überfallen. Selbst rein immanent ist ihr Konstrukt völlig absurd, denn hätten wir wirklich eine Situation wie vor 1914, dann könnte eine "radikale" Position nie und nimmer darin bestehen, den "eigenen" Nationalimperialismus dadurch bekämpfen zu wollen, daß man sich auf die Seite des anderen Nationalimperialismus schlägt. Flugs wird also das Muster der Anti-Hitler-Koalition irgendwie darüber geblendet, selbst wenn die Sache hinten und vorne klemmt. Wie hätten Sie´s denn gern, Erster oder Zweiter Weltkrieg, oder beides zusammen? Nur eins kommt nicht vor: die wirkliche Weltkonstellation des Jahres 2003.
Um die haarsträubenden logischen, historischen, sachlichen Fehler und Widersprüche ihrer "Argumentation" zu kaschieren, bauen die Antideutschen eine Drohkulisse von ideologischen Identifikationsmustern auf, die sie unangreifbar machen sollen. Wer ihre lächerlichen Konstrukte widerlegt, gilt per se schon als "antiamerikanisch" und "antisemitisch".
In Wahrheit ist es eine Selbstverständlichkeit, daß das US-Zentrum der imperialen Machtstruktur und Militärmaschine von radikaler Kritik auch als solches benannt und angegriffen wird. Die Kriterien, die diese Kritik von einem kulturalistischen rechten Antiamerikanismus unterscheiden, sind erstens die Herleitung aus der Kritik und Analyse des Kapitalverhältnisses und deshalb zweitens die Konstitution dieser Kritik als anti-völkische und transnationale, zusammen mit der linken Oppositionsbewegung in den USA selbst. Die antideutschen Kriegshetzer und ihre nützlichen Idioten dagegen wollen die Kritik an der US-Militärmaschine überhaupt mit dem Odium des rechten, völkischen Antiamerikanismus versehen, und dazu paßt, daß sie die Linke und die Antikriegsbewegung in den USA ebenso maßlos denunzieren wie die Bewegungen in Europa. Sie stellen nur das seitenverkehrte Spiegelbild des völkischen Antiamerikanismus dar, indem sie die unmittelbare positive Identifikation mit dem Gewaltapparat der letzten Weltmacht verlangen und der US-Gesellschaft, deren Internierungsquote von sozialer Delinquenz mittels Knast und Straflagern heute höher ist als diejenige der Sowjetunion zu Stalins Zeiten, einen "zivilisatorischen Vorsprung" bescheinigen. Auch die Amerikaner "dürfen" nicht antikapitalistisch, sondern sollen bloß "antideutsch" sein.
Dasselbe Bild eines wahnhaften Deutungsmusters bieten die Antideutschen hinsichtlich Israels. Auch hier schlägt die paranoide, in Wahrheit autistische "totale Identifikation" ins Gegenteil um. Die Notwendigkeit, das Existenzrecht des jüdischen Staates gegen die krude antizionistische Ideologie zu verteidigen (was überhaupt nichts mit einer akuten Existenzgefährdung Israels zu tun hat), verwandelt sich in eine militante Parteinahme für die rechte Likud-Regierung. Die linke und selbst die bloß liberale Opposition ebenso wie die Antikriegsbewegung in Israel werden von den Antideutschen genauso übel denunziert wie alle anderen. Auch hier stellen sie sich an die Seite der reaktionärsten rassistischen Kräfte, an die Seite der Rabin-Mörder und ihrer Hintermänner, und besitzen noch die Chuzpe, dies als die einzig legitime "Kritik des Antisemitismus" hinzustellen. Sie maßen sich überhaupt die Definiti-onsmacht über den antisemitischen Komplex an, um das ominöse Etikett nach Belieben selbst in ihrem eigenen Dunstkreis verteilen oder damit drohen zu können, falls sich auch nur die geringste Abweichung vom Bahamas-Überich andeutet. Die angebliche Kritik des Antisemitismus wird so derart inflationiert und entwertet, daß sie ins Unernsthafte umschlägt und damit gerade das antisemitische Syndrom deckt.
Das von Geltungssucht und identitätspolitischem Wahn getriebene Kalkül der Antideutschen ist gar nicht mehr auf die Gesellschaft bezogen; es geht ihnen weder um Israel noch um die Menschen im Irak oder um die Verhältnisse in den USA, auch überhaupt nicht mehr um soziale Emanzipation, sondern einzig und allein um eine innerlinke Szene-Politik und "Machtergreifung". Sie wollen pure Identifikation in einem abgeschotteten Raum ideologischen Wahns schaffen. Deshalb wird auch der Antisemitismus nicht mehr aus der Gesellschaft abgeleitet, sondern umgekehrt die Gesellschaft aus dem Antisemitismus, der als negatives Totalitätsprinzip erscheint.
Das tiefere Motiv dieses Wahns ist Realitätsverlust und Flucht aus der Wirklichkeit, weil diese nicht mehr in den Paradigmen des linksbürgerlichen Aufklärungsdenkens und von Restbeständen des schon immer "verkürzten" Arbeiterbewegungsmarxismus darstellbar ist. Die Antideutschen krallen sich am "bürgerlichen Erbe" der linken Geschichte fest, wo es doch die Aufgabe radikaler Kritik wäre, sich davon loszureißen. Sie wollen "radikal" sein, aber auf dem Boden kapitalistischer Ontologie, der unter den Füßen wegbricht. Daher die Flucht in einen imaginären ideologischen Raum, daher die Identifikation mit der letzten kapitalistischen Weltmacht. Daher auch der implizite Appell an die niedrigsten wohlstandschauvinistischen Instinkte einer metropolitanen Linken, die plötzlich entdeckt, daß sie mit den Boutiquen von New York mehr verbindet als mit den Ruinen von Kabul. Und daher auch der relative Erfolg in den linken Szene-Biotopen, die sich von den Antideutschen gerne "irritieren" lassen, weil damit ihre klammheimliche westlich-kleinbourgeoise Ich-AG-Identität angesprochen und in der neuen Weltkrise als Programm abgerufen wird.
Angesichts einer derart entmündigten und zur Schafherde degradierten radikalen Linken, die sich von den antideutschen Claqueuren des imperialen Massenmords überall hintreiben läßt, kann sich nur noch ein Gefühl einstellen: Ekel. Aber ist wirklich die gesamte radikale Linke in der BRD und Österreich mit kritischem Anspruch gegenüber dem traditionellen Antiimperialismus moralisch und intellektuell derart versaut und verkommen? Ist es nicht vielmehr eine Minderheit von Bellizisten und ihren nützlichen Idioten, die mit triefender Impertinenz das Maul aufreißen und publizistische Schlüsselpositionen besetzt haben, im Vertrauen auf den Trägheitseffekt und die schafsmäßige Duldsamkeit einer Menge von linken Aktivisten und Zwangslesern ihrer Postillen, die eigentlich ganz anders denken? Das läßt sich nur feststellen, wenn die konsequenten Kriegsgegner und radikalen Kritiker der kapitalistischen Anti-"Zivilisation" endlich mobil machen.
Schluß der "Debatte" mit sämtlichen Hardcore- und Softcore-Bellizisten! Der Bellizismus ist nicht satisfaktionsfähig. Die Zeit ist überreif, nach dem inhaltlichen auch den formalen Trennungsstrich zu ziehen. Die radikale Linke im deutschsprachigen Raum wird sich auch publizistisch neu formieren müssen, wenn sie je wieder von dieser Seuche loskommen will. Schluß mit allem Liberalismus und aller Duckmäuserei, Schluß mit allem biedermännischen "Verständnis"-Getue gegenüber den antideutschen ideellen Provinzdeppen, von denen die deutsche und österreichische Linke in aller Welt zum Gespött gemacht wird! Wenn jetzt nicht endlich ein Erdbeben in dieser linken Landschaft stattfindet, dann kann man die radikale Gesellschaftskritik hierzulande für die nächsten Jahre vergessen, dann werden die sozialen Bewegungen verpuffen und von den völkisch-antisemitischen Ideologemen ausgelaugt - gerade durch die antideutsche Paralysierung der Linken.
Was lange gärt, wird endlich Wut: Macht kaputt, was die radikale Linke kaputt macht - denunziert die Denunzianten! Es geht nicht darum, der Logik des linken Sektenwesens, des vergifteten Kleinklimas, der selbstzerstörerischen Identitätspolitik und der Herrschsucht von Gurus neue Nahrung zu verschaffen. Es geht im Gegenteil darum, mit dieser Logik ein Ende zu machen, die bei den antideutschen Demagogen eine neue Qualität angenommen hat und sogar noch die kafkaesken Zustände in den K-Gruppen der 70er Jahre übertrifft. Es geht darum, die von den Bellizisten aufgebaute byzantinische Atmosphäre der gierigen Verdächtigungen und des hemmungslosen Hintertreppen-Machiavellismus zu bannen. Die notwendige Kritik des Antisemitismus, auch des "linken", alt-antiimperialistischen, ist eine zu ernste Angelegenheit, als daß sie dem Willen zur Macht von selbsternannten antideutschen Lynch- und Femegerichten überlassen, inflationiert und verbraucht werden dürfte. Es ist eine Frage der Selbstachtung und der Selbsterhaltung für die radikale Linke, daß sie den von den Antideutschen direkt und osmotisch verbreiteten Bellizismus ächtet und die konsequente Kritik von völkisch-antisemitischen Tendenzen ohne und gegen diese Paranoia-Politiker in die Hand nimmt. Der Kampf gegen die braune Pest darf nicht bellizistisch entwertet werden. Gleichzeitig muß sich die radikale Linke von der erstickenden Atmosphäre befreien, die den überfälligen Diskurs zur Reformulierung der Kapitalismuskritik für das 21. Jahrhundert lähmt, weil die antideutschen Bellizisten, Kollaborateure und Nostalgiker alle Fragen der Theoriebildung denunziatorisch aufgeladen haben, selbst wenn der Bezug zu ihrem reduktionistischen Weltbild an den Haaren herbeigezogen ist.
Es kann natürlich sein, daß es für diesen Aufruf bereits zu spät und die falsche, fatale Polarisierung innerhalb der Linken zwischen völkisch-antizionistisch und antisemitisch heruntergekommenen "Antiimperialisten" einerseits und antideutschen, proimperial-kriegshetzerischen Helfershelfern der kapitalistischen Weltmachtmaschine samt deren nützlichen Bündnisidioten andererseits zu weit fortgeschritten ist. Diese beiden Pole desselben anachronistisch verhärteten Bewußtseins einer unwiderruflich vergangenen linken Geschichte werden auch gemeinsam untergehen und vielleicht einen Großteil der intellektuell ausgepowerten, unwahr gewordenen linksradikalen Szene-Biotope mit sich reißen. Es gibt Situationen, in denen es zukunftsträchtiger ist, lieber einsam zu werden als mit den Schafen zu blöken und mit den Fröschen zu quaken.
Aber es gibt auch Zeichen der Hoffnung, zum Beispiel den bundesweiten Schulstreik gegen den Krieg. Vielleicht sehen wir die ersten Lebenszeichen einer neuen Bewegungsgeneration, die schon bald beide Fossilien gleichermaßen so alt aussehen lassen wird, wie sie wirklich sind. Es wird ein Leben radikaler emanzipatorischer Kritik geben jenseits der vergangenheitsfixierten Paradigmen und Interpretationen, wie sie heute jene linksradikalen Publikationsorgane zumüllen, die sich selbst überlebt haben. Die wandelnden Leichen von anachronistischem Vulgärmarxismus und bürgerlicher Aufklärungsideologie haben keine andere Zukunft als den Sarg, in den sie von Rechts wegen hineingehören.
Für die kritische Solidarität mit der Antikriegsbewegung und den Bewegungen gegen die kapitalistische Globalisierung hier und überall auf der Welt, für die neue transnationale Solidarität von unten, für die Solidarität mit den jüdischen Antikriegsdemonstranten von New York und mit der gesamten Opposi-tionsbewegung in den USA, mit der israelischen Linken, mit den Millionen von Demonstranten in London, Paris, Rom, Madrid, Berlin!
Die eigenständige Vervielfältigung und Weiterverbreitung dieser Stellungnahme ist erwünscht.
Robert Kurz, mit Unterstützung von Redaktion "Krisis" und Redaktion "Streifzüge".
-----------------------------------------------------------------KONKRET WEITER IM KRIEG
Noch eine Fußnote zur schönsten aller Debatten
In der "theoretisch reflektierten" Linken herrscht Frieden zwischen Kriegsgegnern und Bellizisten. Einige Irrläufer dieser innerlinken friedlichen Koexistenz finden es deshalb gar nicht nett, daß ich nicht mehr mit den Bellizisten spielen will, auch nicht mit den Softcore-, Halb- und Viertel-Bellizisten. Deshalb das Stöhnen und Maulen über den Text "Das Spiel ist aus" auch von solchen, die gerne mal "Krisis" lesen, aber den mehr oder weniger freundlichen Austausch von Argumenten mit antideutschen linksbellizistischen Ideologen für eine ganz normale "linke Debatte" halten (daß eine unautorisierte, teilweise entstellte Version dieses Textes aus welchen Gründen und von wem auch immer in Umlauf gebracht wurde, gehört zum Risiko der elektronischen Medien. Wer die wirkliche Argumentation zur Kenntnis nehmen will, sollte sich an den jetzt im Netz stehenden autorisierten Text halten). Über vieles und mit vielen kann man diskutieren, aber nicht über die Legitimität des Bellizismus und nicht mit Bellizisten. Diese Botschaft ist eindeutig, und wer etwas anderes hineinlesen will, weil er es sich mit den Bellizisten nicht verderben will, ist selber schuld.
In einer immer noch eher analytisch formulierten Polemik ist es nicht möglich, zureichend auf die innerlinken Beziehungsverhältnisse und Kommunikationsformen einzugehen, was sowieso meistens als identitäres Hickhack verstanden wird, selbst wenn man sich bloß gegen Schläge unter die Gürtellinie und gegen stalinistische Methoden wehrt. Diejenigen sind einfach naiv, die meinen, daß der Kongreß "Spiel ohne Grenzen" doch gar nicht den Krieg zum Gegenstand habe. Aber das ist es ja gerade: Egal, ob "irgendwo weit hinten in der Dritten Welt" ein paar Städte eingeäschert werden, die linken Kriegsgegner und die "linken" Bellizisten treffen sich urgemütlich zum gemeinsamen Räsonnement über die "verkürzte Kapitalismuskritik" der Antiglobalisierungsbewegung. Wer das nicht als unerträglich empfindet, was ist dessen Kriegsgegnerschaft und Gesellschaftskritik mit emanzipatorischem Anspruch eigentlich wert? Nichts.
Den Modellfall gibt schon seit dem 11. September die Jungle World ab, wo gemäßigte Kriegsgegner und andere Sozialkunde-Linksradikale unter der Dunstglocke eines diffusen Linksbellizismus einander Gute-Nacht-Geschichten erzählen dürfen. Nach diesem Modell ist auch der SPOG-Kongreß gestrickt. Und alle, alle tanzen an, außer denen natürlich, die man vorsichtshalber gleich gar nicht dabeihaben wollte, weil zu befürchten stand, daß sie sich nicht so recht als nützliche Idioten eignen. Aber die Bahamas, so heißt es, sind ja gar nicht dabei, und vielleicht ziehen sie laut linkem Mokassin-Telegraf sogar ein wenig über den Kongreß her, damit er umso sicherer stattfinden kann. Da ich meinen ersten Schlaganfall noch nicht hatte, erlaubte ich mir zu bemerken, daß dennoch Bahamas-nahe Bellizisten wie Stefan Grigat und Andrea Woeldike munter mitmischen, daß der Kongreß von dem Schweizer Bahamas-Ableger Risse ebenso wie von "Antifa"-Gruppen aus der BRD unterstützt wird, denen allesamt die Hamburger "Antideutsche Gruppe" aus dem Herzen spricht, wie sie Heiner Möller in Konkret zitiert: "Ein Angriff der USA auf den Irak ist vor diesem Hintergrund (Schutz Israels und Schwächung Deutschlands) zu unterstützen, auch wenn unklar bleibt, ob sich die Verhältnisse im Irak dann entscheidend verändern. Die Hoffnung dazu besteht immerhin". Na, sind das nicht fast schon Kriegsgegner?
Daß sich Möller über derlei kritisch auslassen darf, gehört allerdings auch bloß zur Alibi-Funktion für Konkret, das gemeinsam mit Bahamas-nahen Hardcore- und den Jungle-World-Softcore-Bellzisten zum SPOG-Kongreß einlädt. Konkret teilt mit den Bellizisten auch die Auffassung, daß der deutsche Imperialismus sich zum letzten Gefecht mit den USA anschickt, was ja fast schon den Bombenhagel auf den Irak rechtfertigt, denn da geht es ja "eigentlich" gegen Deutschland. Ob das nun eine irre Einschätzung ist oder nicht, jedenfalls macht es dann Konkret trotzdem gar nichts aus, daß seine stramm bellizistischen Haus- und Star-Autoren, "Nahost-Experten" und NGO-Lobbyisten Uwer/Osten-Sacken beim Auswärtigen Amt in Berlin vorstellig werden, um die Unterstützung eben jener deutschen Macht beim "Wiederaufbau des Irak" vorzuschlagen, weil Deutschland ja so viel wunderbare "Erfahrung beim Aufbau föderaler Strukturen" habe. Wer ist hier eigentlich wessen Idiot?
Damit nicht genug, dürfen die Bahamas-Kriegshetzer auch im offiziell kriegsgegnerischen Konkret weiterhetzen, wenn nicht direkt für den Krieg, so doch gegen die Kriegsgegner. Da darf ein Horst Pankow schon mal den Robert Kurz als verständnisvollen Freund und Helfer der islamischen Selbst-mordattentäter hinstellen; das ist noch nicht weiter schlimm, das ist soweit noch normaler Umgangston in Konkret. Daß den islamischen Mächten des Bösen die Zugehörigkeit zur Menschheit abgesprochen wird (bekanntlich waren auch schon die Nazis Außerirdische und keine Geschöpfe des "zivilisatorischen" Kapitalismus), das hört sich schon nicht einmal mehr nach friedlicher Koexistenz mit bloß gutwilligen Zweiflern am lustigen Treiben der US-Kriegsmaschine an. Was tut man nicht alles für seine Bellizisten, man darf sie nicht kränken, aber sie dürfen mit Dreck werfen.
Und auch das darf der Bahamas-Mann Pankow in Konkret schreiben: "Nichts fürchtet der Moslem-Mann neben Alkohol und Ungläubigen mehr als Sex - jedenfalls dessen heterosexuelle Variante..". Nicht nur außerirdische Monster sind diese Moslems, sondern auch noch schwule Säue, also drauf mit den Mega-Bomben. Da muß doch das Herz aller linken Schwulen und Frauen lachen, die es den Linksbellizisten irgendwie abgenommen haben, daß die US-Kriegsmaschine auch ein bißchen zwecks Schwulen- und Frauenbefreiung in der moslemischen Welt angetreten ist. Nun lest mal drüber weg, man kennt ja seine Hardcore-Bellizisten, sie schlagen immer wieder ein wenig über die Stränge, aber lieb sind sie doch.
Und wer da endlich aufschreit, der ist der eigentliche Demagoge. So bin ich also jetzt der Demagoge, der selber in Bahamas-Ton verfallen ist. Da hörts aber auf. "Und Tschüss" sagt zum Beispiel Christian Stock vom iz3w, der zu den Bellizisten noch nie "Tschüss" gesagt hat. Die sind eben interessante Gesprächspartner, denen man doch mal zuhören sollte. Die dürfen sich alles erlauben. Da gilt letzten Endes: Ihr seid O.K., wir sind O.K. Wer ihnen aber mal kräftig auf die Finger klopft, der hat sich schon zuviel erlaubt, der nützt damit ja vielleicht dem völkischen Antiimperialismus usw. Und deswegen dürfen sich die eben alles erlauben. Der Krieg als solcher ist eigentlich nicht so wichtig, ein paar tausend Tote hin oder her, die räsonierende Linke hierzulande triffts ja nicht.
Wer sich in den Sumpf linker Szene-Politik begibt, kommt darin um und deshalb zu nichts Sinnvollem mehr, ich weiß. Es soll ja auch nicht zur Gewohnheit werden. Also differenziert mal schön weiter, seid ein bißchen netter als Robert Kurz zu den Bellizisten, sie meinen´s ja gut. Rosa Luxemburg hat schließlich auch aus Gründen der Parteiräson Händchen gehalten mit der bellizistischen Sozialdemokratie, oder etwa nicht? Und Tschüss!
Robert Kurz
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Ergänzungen
oh gott
das kann ja nun wirklich nicht ernstgemeint sein ... die paar teenies die sich ein friedenszeichen auf das t-shirt malen und sich freuen, den krieg für ihre zwecke instrumentualisieren zu können, sich ein zwei stunden frei nehmen
dieses als zeichen der hoffnung, aber gut
kurz gilt ja als untergangsprophet
des weiteren mag es sein, dass seine these von, es gibt keine innerimperiale konkurenz, sondern nur noch die gesamtimperiale, durch den irakkrieg widerlegt ist. vielleicht hat er deswegen schaum vorm mund
uwer wir lieben dich
gib mir ein W
gib mir ein e
gib mir ein R
UWER !
yeah, rock and roll, grüße an die bundesregierung, ihr radikalen.
die diskutierbarkeit bellizistischer realpolitik muß geduldet werden, ja der emanzipatorische gehalt dieser ist doch wohl in betracht zu ziehen !
das hatte doch die angelika beer auch neulich gesagt, und überhaupt ist antimilitarismus rein egoistisch und schuld am tod vieler menschen in seiner verweigerungshaltung.
wie sagten meine genossinnen der antideutschen "redaktion marxistische kritik" richtig :
"Gönnen sie den Menschen im Irak kein leben wie sie selbst es führen, eben keinen westlichen Lebensstil? Ist für die Araber schlecht, was die Europäer beanspruchen? Gönnen sie ihnen keinen Alltag frei von Furcht, Terror, Hunger und Not? Gönnen sie ihnen kein individuelles Recht auf Unversehrtheit, gesundheitliche Versorgung, Bildung, rechtsstaatliche Behandlung und satt zu sein?
Sie sind so unmoralisch wie der Papst, dessen weltfremdes christliches Dogma besonders das Lebensrecht der Ungeborenen schützt. In Deutschland wurde die Demokratie mit kriegerischer Gewalt gegen die supertoitschen Nazis durchgesetzt. Sie wurde den Menschen hier von den USA geschenkt oder muss ich heute sagen "aufgezwungen". Wir zehren noch heute davon.
Die USA und Britannien werden ihrer historischen Verantwortung und Schuld an den irakischen Verhältnissen gerecht und setzen sich jetzt dafür ein, dass auch die IrakerInnen Anteil am besseren Leben haben. Sie tun das nicht aus freien Stücken, tun es erzwungenermaßen, denn sie erlebten den Horror vom 11.September 01, der mit Giftgas oder Atombomben wiederholt werden könnte - was verhindert werden muss. KommunistInnen sind für die Vermeidung solcher Katastrophen, für sie hat Kommunismus die Prämisse und das Ziel der Vermeidung aller menschlichen Katastrophen - Auschwitz im aktiven Gedenken, denn passives Gedenken ist sinnlos."
that's how it is !
wir antideutschen sind die wirklichen freunde der arabischen massen !
die macht der bilder der den us-truppen zujubelnden irakis wird eine veränderung in den köpfen bewirken, da hatte uwer in seiner einschätzung schon sehr recht.
islamfaschismus hin oder her.
Antideutsche, Antiimps, Demokraten
"Die Antideutschen sind in der RestLinken eine prokapitalistische Kraft der Verheerung. Ihre Ungeheuerlichkeit verdient Ächtung. Die Antideutschen müssen in Quarantäne. Die Antideutschen sind keine Spielart der Linken, sondern deren radioaktiver Abfall, die deutsche Sonderform ihres Zerfalls. Will aus der RestLinken noch was werden, muss sie sich von den Antideutschen endgültig trennen." Vollkommen richtig.
Allerdings müsste logischerweise die gleiche Trennung auch von der Szene der Antiimperialisten (samt Anhang) und von den Anhängern der demokratischen Herrschaftsform des Kapitals erfolgen. Geschähe dies, dann würde von der (kapitalistischen) Linken in Deutschland nichts übrig bleiben. Immerhin wäre das ein Fortschritt. Am längsten lebe der Kommunismus.
eine kleine (Selbst?)kritik, lieber R.Kurz
„
Dasselbe Bild eines wahnhaften Deutungsmusters bieten die Antideutschen hinsichtlich Israels. Auch hier schlägt die paranoide, in Wahrheit autistische "totale Identifikation" ins Gegenteil um. Die Notwendigkeit, das Existenzrecht des jüdischen Staates gegen die krude antizionistische Ideologie zu verteidigen (was überhaupt nichts mit einer akuten Existenzgefährdung Israels zu tun hat), verwandelt sich in eine militante Parteinahme für die rechte Likud-Regierung. Die linke und selbst die bloß liberale Opposition ebenso wie die Antikriegsbewegung in Israel werden von den Antideutschen genauso übel denunziert wie alle anderen. Auch hier stellen sie sich an die Seite der reaktionärsten rassistischen Kräfte, an die Seite der Rabin-Mörder und ihrer Hintermänner, und besitzen noch die Chuzpe, dies als die einzig legitime "Kritik des Antisemitismus" hinzustellen. Sie maßen sich überhaupt die Definiti-onsmacht über den antisemitischen Komplex an, um das ominöse Etikett nach Belieben selbst in ihrem eigenen Dunstkreis verteilen oder damit drohen zu können, falls sich auch nur die geringste Abweichung vom Bahamas-Überich andeutet. Die angebliche Kritik des Antisemitismus wird so derart inflationiert und entwertet, daß sie ins Unernsthafte umschlägt und damit gerade das antisemitische Syndrom deckt."
Dem wird man ohne Abstriche zustimmen müssen. Das für mich Ödeste am albernen und dummen Gelalle der Antideutschen ist jene schäbige (man hat ja schließlich irgendwann mal 2 Seiten Lacan gelesen, aber offenbar nicht viel verstanden) Drauflos-Dekonstruiererei, die beständig Motive zu verorten weiß: Ständig spricht „es“ da angeblich aus einem, vor allem Antisemitisches spricht da aus einem...nur den schlichten intellektuellen Anstand, vielleicht erst einmal das, was einer zu sagen hat, wortwörtlich und somit Ernst zu nehmen, mag niemand von denen aufbringen. Dies meint nicht, Entlarvungsstrategien überhaupt für unbrauchbar zu halten. Wer sich indessen ausschliesslich mit Entlarvungen aufhält, wird letztlich zum betrogenen Trickbetrüger, der auch nicht mehr zu bieten hat als jene, deren Auseinandersetzung mit dem WTC sich darauf beschränkt, Illuminaten am Werk zu sehen, da 11 plus 9 plus 2 (00) plus 1 ja schließlich 23 ergibt...Wobei ich die Die-Illuminaten-sind-da-Schwätzer noch für sympathischer halte. Die denunzieren wenigstens nicht, um sich auf meine Kosten („Antisemit!“ radebrechts pawlowsch) so etwas wie ein „Ich“ zurecht zu zimmern, die gerieren sich wenigstens nicht (manche sogar wortwörtlich mithilfe erfundener Biographien – message true!) als verfolgte Nazi-Opfer. Mit denen kannste ´n Bier trinken gehen – und wenn sie ihre R-A-Wilson-Geschichtelchen gut zu erzählen wissen, wird sogar ´ne vergnügliche halbe Stunde daraus. Während die Antideutschen in ihrer hingehämmerten Plumpheit sogar noch in meiner Art, den Wein zu schlürfen, Judenfeindlichkeit zu verorten sich bemüssigt sehen, während ringsum die derzeitige ganmz reale Welt mit ihren menschen-fressenden Verteilungsschlägereien beschäftigt ist. Lassen wir das. Es hat keinen Sinn, einem Antideutschen beipuhlen zu wollen, dass die Tatsache, dass Milliarden von menschen nicht einmal geregelten Zugang zu trinkwasser haben, Frustrationen erzeugt.
Und in diesem Sinne, lieber R. Kurz, erstmal herzlichen Dank für Ihren Beitrag. Und zweitens – hier spricht ein Berufener, einer, der selber Erfahrungen in dieser Richtung machte, und der mitnichten in der Position ist, Sie jetzt begönnern zu dürfen: Springen wir fortan nicht über die Stöckchen, die uns diese Hansels hinhalten. Wir sind keine Antisemiten. Antisemiten sind jene, die per „Rattenlinie“ Herrn Mengele, Herrn Eichmann und ähnlichem Gesindel die Fluchtwege wiesen...Antisemiten, m a W, sind die umjubelten, in hündischer Unterwürfigkeit angebeteten USA, die zur Zeit damit beschäftigt sind, ein 3te Welt Land im Klump zu hauen. Und sie sind sich nicht einmal dafür zu Schade, dieses Einprügeln auf einen Wehrlosen zur großen Drachentötung umzulügen. Hier wäre, btw, ein bißchen „Dekonstruktion“ angebracht: Das Töten Wehrloser zur Drachentötung, zum großen St. Georgs-Ritt umlügen...wer, scheißenochmal, hatte darauf nochmal die copyrigths??? Ach, das ist jetzt ein bißchen böse. Manchmal muß man böse sein.
inwiefern prokapitalistisch?
Weil sie den Kapitalismus als ganzes und nicht nur seine imperialistischen form anprangern?
Ergänzend
Im Augenblick ist Israel, genauer: die derzeitige rechte israelische Machtelite - noch genehm! Sie werden Israel jedoch erbarmungslos fallenlassen, wenns mal anders läuft!
und eine weitere Ergänzung
Mit denen, die demographische Überlegungen anstellen a la "Die geburtenrate der araber in Israel ist viel höher als die der Juden! Irgendwann sind wir eine Minderheit im eigenen Land! Dem muß man Vorschub leisten" (es gibt solche Idioten!) bin ich mit Sicherheit nicht solidarisch. Merke: Solidarität gibts niemals "uneingeschränkt" oder ohne Vorbedingungen.
Wollte ich auch noch mal online stellen.
Wenn irgend wer davon labert, "die Juden ins Meer" zu treiben (=Vorbedingung!, Antecedens), bin ich na klar mit Amos Oz und anderen solidarisch!
Ich bin, und habe es deutlich gemacht, dagegen, Israel "I-SS-rael" zu schreiben. ich bin aber auch dagegen, aus dieser richtigen Einsicht Diskursmehrwert zu generieren für die Rechtfertigung eines wioderwärtigen und mit - jawohl! - Massenvernichtungswaffen geführten Angriffskrieges!
Und wenn Sie derzeit zu dumm sind, diese einfachen und klaren Überlegungen zu verstehen, sei Ihnen der jüdische (dann muß es ja stimmen...ätsch!!!) Autor Wesley Salmon, Logik, bei Reclam, Stuttgart, empfohlen...
glanzleistung
Es fängt schon toll an: im vorwort beschimpft franz schadl die antideutsch als „abfall“. Bei aller emotionalität und schärfe einer solchen debatte; ich hatte es bisher für unmöglich gehalten, dass linke menschen als „müll“ oder „abfall“ bezeichnen.
Der text von kurz selber ist derart von antiamerikanismus und menschenverachtung durchsetzt, dass eine inhaltliche kritik daran nur schwer zu formulieren ist.
Die these, dass die antideutschen propaganda für amerika betreiben, ist nicht sonderlich originell; als nächstes müsste eigentlich die von terz und taz verbreitete behauptung kommen, antideutsche würden den ganzen tag bei mc donalds rumsitzen.
Außerdem haben die antideutschen ein feindbild namens deutschland. Ist auch nicht so überraschend. Ich dachte bisher, entschuldigt bitte, meine naivität, dass eine linke in deutschland sich natürlich gegen deutschland richten muss; schon allein aus dem doch wohl acuh herrn kurz bekannten slogan „der feind steht rechts und im eigenen land“. Von anderen gründen wie ns oder auschwitz fange ich lieber erst gar nicht an; gegen eine solche argumentation sind herren kurz&schandl immun; sie fühlen sich wohl auch von der vom nazi-prof knütter erfundenen „faschismuskeule“ belästigt.. . Herr kurz sitzt vermutlich immer zuhause und grölt besoffen ddr-songs als „..dass ein gutes deutschland blühe..“.
Über israel schreibt herr k.: „schon damals musste die infame lüge herhalten, israel sei durch ein paar vorsintflutliche scud-raketen in seiner existenz gefährdet...“ ja, ein staat, auch der besondere staat israel (warum israel kein normaler bürgerlicher nationalstaat ist, werde ich jetzt nicht erklären) ist gefährdet wenn raketen auf sein territorium geschossen werden und seine bürger dadurch getötet werden. Insbesondere wenn die gefahr besteht, dass die diese rakten biologische oder chemische waffen enthalten können. Herr k., der moralisierend über jeden toten der amerikanischen befreiungsaktion im irak daherseuselt, verschweigt gekonnt die opfer in israel im zweiten golfkrieg.
In einer von deutschland dominierten eu sieht herr k. keine gefahr. Warum auch. Man sieht ja zum beispiel an von der durch joseph fischer geprägten eu-außenpolitik in welche richtung das geht: finanzierung von massakern an jüdischen zivilisten...
Saddam hussein ist für herr k. nur „abgetakelter dritte-welt-diktator“. Ein „ganz normaler“, missverstandener massenmörder der giftgas auf zivilisten schießt, zehntausende kommunsiten, juden und oppositionelle hinrichten lässt, der voll ist mit antisemitischem vernichtungswahn. Aber ansonsten doch „ganz normal.“
Der schulstreik, bei dessen demos zwölfjährige „usa. sa, ss“ rufen sind ein „hoffnungszeichen“.
Das alles steht für sich selbst. Herr k schreibt: „überall, wo sich widerstand regt, soll er erst einmal als völkisch-antisemitisch denunziert werden...“. in manchen fällen ist das gar nicht nötig; da outen sich die autoren schon selbst.
Losverkäufer suchen Arbeit!
Und da Sie – wie von mir weiter oben bereits beschrieben – es mit der Dumpf-Michel-Dekonstruktion als methode haben: Jemandem zu unterstellen, er sei „durchsetzt“ von etwas...war das nicht Goebbels? (Ätsch! Retourkutsche mußte sein!)
But anyway: Rationale Argumente, mit denen man sich ja ganz gern auseinandersetzte, waren und sind nicht erkennbar!
In meiner Kindheit gab es noch die Losverkäufer/innen (meistens ...innen!), die saßen miten auf dem Platz und verkauften Lose, die man aufreissen mußte. Da stand dann fast immer:
Sie haben gewonnen:
NICHT!
Versuchen Sie es noch einmal!
Tun Sie´s doch einfach auch!
originell
Die These, dass 2 und 2 im Rahmen der Peano-Axiome 4 ist, ists auch nicht...
Die Antideutschen sind die Wahren Freunde!
Aber in den Augen der Antideutschen sind die Araber aber auch Faschisten!
Ergo sind oder waren die Antideutschen auch die Wahren Freunde von Adolfo!
@werner
Dem kurzen Robert seine letzte Krise
und was ist mit tee
Weil wegen
hinfahren anhören diskutieren.
Und meinung immer noch SELBER bilden .
nochmal
Eure Massen auf die ihr euch so freudig bezieht werden auch bald wieder verschwinden. Und es fängt ja auch schon an, denn so ein Krieg dauert ja doch recht lang, wie wir wissen haben Deutsche Schüler nicht grade viel engagement was solche dinge angeht.
Sie werden sich schon bald an den permanenten Kriegszustand gewöhnt haben, so wie an alles bisher.
Und dann nimmt VIVA auch wieder das peace Zeichen aus dem Bild.
Ja, der Kongress ist wirklich gut
Stehen die Ergebnisse des Kongresses schon fest? Wenn ja, könnte man die ja schon mal im Vorfeld verteilen, damit dann niemand aus der Reihe tanzt.
euer problem ist nicht die revolution...
Gegen Krieg & Gegen Deutschland
Warum machen es sich viele so einfach und blocken die Frage ab, wie linksradikale Politik in Deutschland nach der Shoah sein kann? Mit einem Verweis auf die pseudo-antideutschen Bahamas meinen antideutsche Kritik für erledigt erklären zu können, ist die Verweigerung einer Auseinandersetzung. Die nur mit einer Verdrängung und Ignorierung der nationalsozialistischen-deutschen Verbrechen funktioniert.
Desgleichen ist es ziemlich verwegen und beschränkt, eine Auseinandersetzung mit den linksradikalen, antideutschen und ideologiekritischen Positionen zur Globalisierungskritischen Bewegung meinen deshalb verweigern zu können, weil die Bahamas da auch was zu schreiben würden.
Die Veranstalter des Münchener Kongresses sind erkennbar nicht die Bahamas - oder glaubt jemand ernsthaft, die würden die PDS Bayern als Mitveranstalterin dulden. Schaut Euch mal das Kongressprogramm an.
Die gruppe demontage wird am Kongress mit Veranstaltungen teilnehmen. Und hat mit Bellizismus nun wirklich nix zu tun.
Im übrigen: Die Anwürfe und Schimpfereien von Robert Kurz sind die besten Gründe, nach München zu fahren.
Mal abgesehen von dem Geschimpfe von Franz Schandl vorweg. Das ist auch derart vom Ressentiment getragen, dass es absurd wird:
Sowohl Kenntnis der Anti-AKW-Bewegung sollte er als Linker haben, zu wissen, dass für radioaktiven Müll die Produzenten verantwortlich sind. Um in diesem bescheuerten, undurchdachten Bild von Schandl zu bleiben: Die Linke als Atomkraftwerk müsste dann wohl abgeschaltet werden, oder?
Das kann es doch nicht sein, was einem ernsthaft an "Argumenten" einfällt. Und es erinnert im Stil arg an die wüstesten Editoriale der Bahamas.
In diesem Sinne: Weder Krisis noch Bahamas,
für den kosmopolitischen Kommunismus!
quarantäne?