Internationaler Frauentag in Berlin
Im Rahmen des internationalen Frauentags am 8.März gab es in Berlin ein Bündnis von den "Frauen im Exil" und einer Frauen/Lesben-Gruppe. Diese organisierten eine Kundgebung am Abschiebeknast in Grünau und eine Demo gegen den Mißbrauch von Frauenrechten als Argumentationsstruktur zur Rechtfertigung verschärfter Sicherheitspolitik...
Zum 8.März gab es ein Bündnis, das aus einer Frauen/Lesben-Gruppe und den "Frauen im Exil" bestand. Diese organisierten eine Kundgebung um 14 Uhr am Abschiebeknast in Grünau, um im Allgemeinen gegen Abschiebung - aber im Rahmen des Tages - vor allem gegen die Abschiebung von Frauen zu protestieren. Noch immer ist es so, daß vor allem Frauen eher in die Situation einer drohenden Abschiebung geraten. Dies hängt zum Teil damit zusammen, daß sie mit ihren politisch aktiven Männern hierher geflüchtet sind, aber keinen eigenen Asylantrag gestellt haben und nach der Trennung von diesen keinen Aufenthaltsstatus mehr erhalten haben oder das sie aus geschlechtsspeziefischen Gründen in ihrem Heimatland mit Verfolgung und Mißhandlungen rechnen müssen, was in Deutschland NOCH IMMER kein Asylgrund ist (entgegen dem Grundgesetz und der Menschenrechtskonvention...) Zudem ist der internationale Frauentag aber auch ein Datum, das dazu genutzt werden kann und sollte, eine internationale Frauensolidarität aufzubauen. Dies kann immer nur aktiv geschehen, denn wie wir ja alle wissen, gibt es nicht "die Frauen", sondern muß immer versucht werden, daß Gemeinsame zu finden und zu nutzen.
Auf dieser Kundgebung waren ungefähr 150 oder mehr Frauen. Leider wurde im Vorfeld eine Rundmail mit der Ankündigung der Kundgebung verschickt, in der allerdings nicht erwähnt wurde, daß es sich um eine reine FRAUENkundgebung handelte. Aus diesem Grund waren auch einige Männer anwesend, von denen sich die Mehrheit etwas verstört, aber angemessen im Hintergrund hielt. Allerdings gab es auch eine Gruppe von Spartakisten, die offensichtlich Frauenaktionen nicht respektieren konnten. Nachdem sie zumindest darauf aufmerksam gemacht wurden, daß es sich bei dieser Kundgebung um eine Frauenkundgebung handelte, wanderten sie trotzdem durch die Frauenmenge um ihre Zeitung zu verkaufen. Selbst als über den Lauti die Veranstalterinnen-also die "Frauen im Exil" den Männern für ihre Solidarität gedankt, sie aber gebeten wurden sich hinten, am Rand der Kundgebung aufzuhalten, war dies für die Spartakisten kein Grund, nicht nach vorne, in Richtung des Lautsprecherwagens zu drängen, um weiterhin zu versuchen, ihre Zeitung zu verkaufen. Auch später ließen sie sich kaum dazu bewegen, sich aus den ersten Reihen zu entfernen. Falls diese Männer auf die Rundmail hin erschienen sind, will ich ihnen dieses nochmal verzeihen, aber ihre beschissene Aroganz gegenüber Frauenräumen kann ich nur entgegenstellen: Verpisst Euch! Wir brauchen euch nicht! Wir sind auch ohne euch viele und stark genug, unsere Anliegen zu vertreten!
Nach der Demonstration gab es Vokü im SBZ Krähenfuß in der Humboldt-Universität, die jedoch relativ schnell leergegessen war. Dies lag daran, daß nicht mit der Anzahl der Frauen, die dort auftauchten, gerechnet wurde. Es wurde aber darauf geachtet, daß Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen dort essen konnten, wenn sie wollten. Ansonsten gab es Kaffee und Tee, sowie Saft und andere Getränke. Außerdem wurde ein Film der "Women Global Strike" gezeigt. Die Polizistinnen, die das Gebäude inspizieren wollten, wurden mit den Worten:" Sie haben hier nicht das Hausrecht!" verwiesen. Und als sie versuchten, durch das Fenster zu schauen, darauf hingewiesen, daß das Universitätsgelände am Tor ende, endgültig entfernt. (Tribute! :))
Danach ging es weiter zur Demonstration, die unter der Bahnhofsbrücke Friedrichstraße begann. Auch hier waren 150-200 Frauen anwesend. Unter den Motto "Wir brauchen keinen großen Bruder - (und auch keine große Schwester) zogen diese über die Oranienburger Straße zum Hackeschen Markt bis zum Rosenthaler Platz. Schön war, daß auch ältere Frauen sich an dieser Demo beteiligten, denn organisiert war diese eher von jüngeren, linken Frauen. Parolen, die eigens für diese Demo entworfen wurden, wurden fröhlich aufgegriffen; es wurde getanzt und die Stimmung im Allgemeinen war innerhalb der Demo sehr entspannt. Auch große Teile der PassantInnen zeigten sich positv (überrascht?) und solidarisch.
Sowohl Demoleitung als auch Lauti-Moderation waren großartig. Am Rosenthaler Platz entschied die Polizei plötzlich, daß der gewählte Kundgebungsplatz den Tram- und Autoverkehr zu sehr aufhalte. Es wurde dazu angehalten, den Platz in Richtung Weinbergsweg zu verlassen. Über den Lautsprecherwagen wurde dies für Frauen, die keinen Ärger mit der Polizei wollten oder sich erlauben konnten, weitergegeben. Trotz alledem hielten sich die Mehrheit der Frauen auf dem Rosenthaler Platz weiterhin auf, bis die lächerliche Wanne mit ihren sechs PolizistInnen noch drei weitere Sixpacks angefordert hatten. Also ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde. In der Zwischenzeit wurden Parolen wie "Wir sind Frauen, wir sind viele, wir haben die Schnauze voll!" "Sicherheit und Vaterland, unsere Antwort: Widerstand!" etc. gerufen und getanzt. Es gab einen Zwischenfall mit einer Clique von Prolls? Nazis? Von denen einer (mit Unterstützung seiner blondierten Freundin) versuchte in die Demo einzudringen. Nach mehreren Angriffen dieser Person und einer Schlägerei mit einer Frau wurde er mit Gewalt entfernt und die U-Bahn-Treppe hinuntergeschubst. Sowohl dieses Arschloch definitiv entfernt werden mußte, war das Motto der Demo immernoch "Wir brauchen keinen großen Bruder!" und ich hoffe, daß ich die Mehrheit der Frauen vertrete, wenn ich sage, wir hätten ihn uns auch selbst vom Hals geschafft! Selbst umstehende Bullen und (männliche) Kinder konnten nicht umhin, sexistische Sprüche äußern zu müssen. Aber wie auch immer: Für eine herrschaftsfreie Gesellschft! WE DON'T NEED A BIG BROTHER!!!
Außerdem gab es ein offenes Mikrophon, das zu kontroversen Diskussionen geführt hat. Trotzdem war diese Demonstration eine starke, powervolle und lustige - wir haben der Polizei gezeigt, daß nicht nur junge, linksradikale Männer Streß machen können! Wir werden weiterhin dasein! Und auch die Passantinnen haben uns wahrgenommen. Es gab Frauen, deren erste politisches Frauenengagement eben genau dieses war, die nächstes Jahr wieder kommen werden. Und um damit zu enden: (auch an euch Scheiß-Linke-Macker) HEUTE IST NICHT ALLE TAGE; WIR KOMMEN WIEDER KEINE FRAGE!!!)
Auf dieser Kundgebung waren ungefähr 150 oder mehr Frauen. Leider wurde im Vorfeld eine Rundmail mit der Ankündigung der Kundgebung verschickt, in der allerdings nicht erwähnt wurde, daß es sich um eine reine FRAUENkundgebung handelte. Aus diesem Grund waren auch einige Männer anwesend, von denen sich die Mehrheit etwas verstört, aber angemessen im Hintergrund hielt. Allerdings gab es auch eine Gruppe von Spartakisten, die offensichtlich Frauenaktionen nicht respektieren konnten. Nachdem sie zumindest darauf aufmerksam gemacht wurden, daß es sich bei dieser Kundgebung um eine Frauenkundgebung handelte, wanderten sie trotzdem durch die Frauenmenge um ihre Zeitung zu verkaufen. Selbst als über den Lauti die Veranstalterinnen-also die "Frauen im Exil" den Männern für ihre Solidarität gedankt, sie aber gebeten wurden sich hinten, am Rand der Kundgebung aufzuhalten, war dies für die Spartakisten kein Grund, nicht nach vorne, in Richtung des Lautsprecherwagens zu drängen, um weiterhin zu versuchen, ihre Zeitung zu verkaufen. Auch später ließen sie sich kaum dazu bewegen, sich aus den ersten Reihen zu entfernen. Falls diese Männer auf die Rundmail hin erschienen sind, will ich ihnen dieses nochmal verzeihen, aber ihre beschissene Aroganz gegenüber Frauenräumen kann ich nur entgegenstellen: Verpisst Euch! Wir brauchen euch nicht! Wir sind auch ohne euch viele und stark genug, unsere Anliegen zu vertreten!
Nach der Demonstration gab es Vokü im SBZ Krähenfuß in der Humboldt-Universität, die jedoch relativ schnell leergegessen war. Dies lag daran, daß nicht mit der Anzahl der Frauen, die dort auftauchten, gerechnet wurde. Es wurde aber darauf geachtet, daß Flüchtlingsfrauen und Migrantinnen dort essen konnten, wenn sie wollten. Ansonsten gab es Kaffee und Tee, sowie Saft und andere Getränke. Außerdem wurde ein Film der "Women Global Strike" gezeigt. Die Polizistinnen, die das Gebäude inspizieren wollten, wurden mit den Worten:" Sie haben hier nicht das Hausrecht!" verwiesen. Und als sie versuchten, durch das Fenster zu schauen, darauf hingewiesen, daß das Universitätsgelände am Tor ende, endgültig entfernt. (Tribute! :))
Danach ging es weiter zur Demonstration, die unter der Bahnhofsbrücke Friedrichstraße begann. Auch hier waren 150-200 Frauen anwesend. Unter den Motto "Wir brauchen keinen großen Bruder - (und auch keine große Schwester) zogen diese über die Oranienburger Straße zum Hackeschen Markt bis zum Rosenthaler Platz. Schön war, daß auch ältere Frauen sich an dieser Demo beteiligten, denn organisiert war diese eher von jüngeren, linken Frauen. Parolen, die eigens für diese Demo entworfen wurden, wurden fröhlich aufgegriffen; es wurde getanzt und die Stimmung im Allgemeinen war innerhalb der Demo sehr entspannt. Auch große Teile der PassantInnen zeigten sich positv (überrascht?) und solidarisch.
Sowohl Demoleitung als auch Lauti-Moderation waren großartig. Am Rosenthaler Platz entschied die Polizei plötzlich, daß der gewählte Kundgebungsplatz den Tram- und Autoverkehr zu sehr aufhalte. Es wurde dazu angehalten, den Platz in Richtung Weinbergsweg zu verlassen. Über den Lautsprecherwagen wurde dies für Frauen, die keinen Ärger mit der Polizei wollten oder sich erlauben konnten, weitergegeben. Trotz alledem hielten sich die Mehrheit der Frauen auf dem Rosenthaler Platz weiterhin auf, bis die lächerliche Wanne mit ihren sechs PolizistInnen noch drei weitere Sixpacks angefordert hatten. Also ungefähr eine halbe bis dreiviertel Stunde. In der Zwischenzeit wurden Parolen wie "Wir sind Frauen, wir sind viele, wir haben die Schnauze voll!" "Sicherheit und Vaterland, unsere Antwort: Widerstand!" etc. gerufen und getanzt. Es gab einen Zwischenfall mit einer Clique von Prolls? Nazis? Von denen einer (mit Unterstützung seiner blondierten Freundin) versuchte in die Demo einzudringen. Nach mehreren Angriffen dieser Person und einer Schlägerei mit einer Frau wurde er mit Gewalt entfernt und die U-Bahn-Treppe hinuntergeschubst. Sowohl dieses Arschloch definitiv entfernt werden mußte, war das Motto der Demo immernoch "Wir brauchen keinen großen Bruder!" und ich hoffe, daß ich die Mehrheit der Frauen vertrete, wenn ich sage, wir hätten ihn uns auch selbst vom Hals geschafft! Selbst umstehende Bullen und (männliche) Kinder konnten nicht umhin, sexistische Sprüche äußern zu müssen. Aber wie auch immer: Für eine herrschaftsfreie Gesellschft! WE DON'T NEED A BIG BROTHER!!!
Außerdem gab es ein offenes Mikrophon, das zu kontroversen Diskussionen geführt hat. Trotzdem war diese Demonstration eine starke, powervolle und lustige - wir haben der Polizei gezeigt, daß nicht nur junge, linksradikale Männer Streß machen können! Wir werden weiterhin dasein! Und auch die Passantinnen haben uns wahrgenommen. Es gab Frauen, deren erste politisches Frauenengagement eben genau dieses war, die nächstes Jahr wieder kommen werden. Und um damit zu enden: (auch an euch Scheiß-Linke-Macker) HEUTE IST NICHT ALLE TAGE; WIR KOMMEN WIEDER KEINE FRAGE!!!)
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
mehr Sachlichkeit
Allerdings eine sachlichere Berichterstattung irgendwie angemessener, zumal es sich ja auch um eine für uns wichtige und ernstzunehmende Sache handelt. Warum diese undifferenzierten Urteile ("Scheiß-Linke-Macker"..)?
Und was tut es zur Sache, dass die Freundin von dem Typen blondierte Haare hatte? Mit solchen Bemerkungen werden Schubladen bedient.
Wir wollen diese Demostörer in keiner Weise in Schutz nehmen. Für uns sind sie auch Idioten, aber noch lange keine Nazis, nur weil sie Lonsdale tragen, eine blondierte Freundin haben und eine Demo stören. Mit diesem Begriff sollte nicht so um sich geschmissen werden.
In diesem Sinne...
FIGHT SEXISM !!
Eure Meinung ist gar nicht gefragt Schwestern
Verbindliche Zwischen Menschliche Vereinbarungen bleiben!
Und Schwestern die davon aus welchen Gründen auch immer abweichen, unterscheiden sich in nichts, von den Piraten Horden im Süd Chinesischen Meer!
Blick über den Tellerrand
Schade, daß Deutschland auch am 8.März einfach nur Deutsch war.
Kampf für eine bessere Welt? Nein - uns gehts doch gut.
Für das eigene Befinden definieren wir uns über Abgrenzungen anderen Menschen gegenüber. Gemeinsamkeiten werden nicht gefunden. Schade.
Hilft nur eines: packt die Koffer!
@reality check
achtung diskriminierung
in diesem sinne
fight sexism!
@Mann
check your head
a) sonst die zeitgleiche Kundgebung der "Frauen im Exil" vor dem Abschiebeknast hätte verschoben werden müssen, was für alle indiskutabel war
b) die 14 Uhr Demo offen für alle war und wir uns dachten: na prima, dann können alle emanzipatorischen Männer und Frauen, die nicht auf die 18 Uhr Demo können oder wollen, ja trotzdem demonstrieren
Diese Demo war leider nicht ganz so gut besucht UND AN ALLE DIE JETZT VON SEXISMUS REDEN: WO SEID IHR DENN GEWESEN????
Männer waren nicht da, aber trotzdem haben die Frauen sich bemüht, Stimmung zu machen und waren wohl letztendlich ganz zufrieden.
@reality check: die Themen waren die deutschen Zustände, Abschiebeknäste, gesellschaftlicher Sexismus, Rassismus und Antisemitismus, Krieg und die kritische Auseinandersetzung mit uns als linke Feministinnen in unserem Verhältnis dazu. Klar ist das typisch deutsch, das sind auch die Zustände in denen wir agieren, von denen wir teilweise profitieren und in denen wir mit den "Frauen im Exil" etwas verändern müssen. Pack deine Koffer, ich weiß nur nicht wo du hinwillst...
@demoteilnehmerinnen: um die Kommentare der Schreiberin zu verstehen, muß wohl ergänzt werden, das die Freundin immer wieder wütend in Richtung Demo ihre Faust schüttelte und ihren Typen beschwichtigtend in den Arm nahm, als er von der Polizei angequatscht wurde. Okay, die Haare sind egal, aber traurig war ihr Verhalten mindestens.
Außerdem sind die Kommentare von Typen unter den Demoaufrufen auf der Startseite echt zum kotzen, ist schon erstaunlich, wie provoziert sie sich fühlen, wenn sie einmal nicht im Mittelpunkt stehen. Und die Spartakisten, wobei das auch egal ist, waren wirklich das Letzte auf der Kundgebung. Naja, lassen wir uns den Erfolg nicht nehmen, das die Realität scheiße ist, wußten wir ja schon vorher.
Solidarische Grüße an alle, die da waren, die kommen wollten, die die Welt verändern wollen...
Gegen Sexismus,Antisemitismus und Rassismus,in den Köpfen und den Strukturen - Kapitalismus abschaffen!
"von Frauen provoziert"
Und zwar gehts mal wieder um die tolle Leistung eines Bullen, der nämlich die Störer der Demo in Schutz nahm und sagte, wir (die Frauen) seien ja selbst Schuld, weil wir die Männer (naja, es waren wohl eher Jungs) durch unsere Demo provoziert hätten. Wir sollten uns also nicht wundern, wenn die agressiv reagierten und hätten uns das selbst zuzuschreiben.
Wenn das mal nicht ne klassische "Argumentationsweise" dieser Herren ist...
So nach dem Motto: Frauen, die Minirock tragen, müssen sich ja nicht wundern, wenn sie vergewaltigt werden.
Zum Kotzen!
Nicht Männer gegen Frauen...
Die Femninistinnen kämpfen -zu recht- gegen das Patriarchiat an.
Doch sie werden solange unterliegen, bis sie einsehen, daß nicht der Mann ihr Feind ist, sondern die Gesellschaft an sich, die das Patriarchiat hervorbringt.
Frauenbefreiung nur über sozialistische Revolution!
Meinungsmacher
Vorsicht !!!!!! IRONIE !!!!!!!!!!!
@Meinungsmacher
Klein, aber fein
Absolut wunderbar die Lauti-Frau, die sehr gelassen und gutgelaunt alte und neue Parolen wiederholt, über den 8. März informiert, diverse Redebeiträge vorgelesen und auch zum Lauterwerden aufgefordert hat: "Seid doch mal ein bisschen lauter - sonst wissen die Leute an der Seite gar nicht, warum wir hier sind!"
Aus meiner Sicht - einer "älteren Frau"(?) - war die Demo allerdings eher bedauerlich klein. Warum ist das so erstaunlich, dass sowenig ältere da waren? Erstaunlich doch eher, dass wir insgesamt sowenige waren. War ja schliesslich aus den Aufrufen nicht ersichtlich, dass das von jüngeren gemacht wurde, und selbst wenn ;). Ich habe mich gefreut, dass es wieder was zum 8.März gab - jenseits von Bustouren der BVG namens Politeia, Penthelesia und Märzwind - und mich auch gefragt, wo denn die anderen alle waren. Nächstes Jahr am besten wieder, und noch ein bisschen mehr mobilisieren.
Zu dem Vorwurf, hier wäre zuwenig über den Tellerrand geguckt worden: erst denken, dann tippen, ok?
Die Aktionen - also beide Demos des Bündnisses wie auch die Vokü bezog ganz wesentlich die Situation von Flüchtlings- und anderes migrantische Frauen mit ein. Das ist so deutlich bei ganz wenigen (geschlechter-)gemischten Aktionen der Linken. Und das war eigentlich schon immer so - Antirassismus wurde erst zum Thema auch für Männer, als Frauengruppen das schon lange verstanden hatten.
Das kann noch besser werden, sicherlich. Es waren wenige Migrantinnen bei der Demo selber. Allerdings war die auch eher 'old school' vom Stil her, und über Geschmäcker lässt sich ja streiten..
Sie war gut vorbereitet, mit Lauti-Schutz samt Seitentranspis, guten Flugis, die auch verteilt wurden, neuen Parolen, guter Musik und erinnerte so insgesamt sehr an die Demos von früher. Auch optisch wirkte das Ganze so, als ob ein Schwarzer Block in Miniaturausgabe nochmal die Neue Mitte erschrecken wollte - schön konterkariert, wie gesagt, durch die Ansagen des Lauti. Mich hat allerdings ziemlich irritiert, dass eine Männerstimme aus dem Lauti die EA-Nummer verlas, als ich am S-Bahnhof Friedrichstrasse die Treppen runterkam... aber das war wohl ein vorbereitetes Band?
Weiter hinten wirkte die Demo dann mehr wie ein schwatzhafter Spaziergang - frau traf alte Bekannte und hatte sich viel zu erzaehlen.
Es gab relativ viele Transparente: "Wir brauchen keinen großen Bruden - für eine herrschaftsfreie Gesellschaft" (Leittranspi), "Freiheit stirbt mit Sicherheit", "die stadt gehört allen - für freies fluten", "Frauenkampf gegen imperialistischen Krieg - trotz alledem" (mit Hammer & Sichel und rotem Stern, nur: trotz alledem was?), "Kampf den deutschen Zuständen - gegen den antisemitischen Konsens" und auch "Code Pink - Feed the People - Starve the Arms(+Oil)-Race - Trim Bush". (Siehe USA: Mächtig Rosa - Frauen gegen Krieg:
.. und auch Redebeiträge - zur zur Geschichte des 8.März, zur Situation von Füchtlingsfrauen, von der Gruppe Kiralina zu Frauen und Knast (der u.a. dazu aufrief, neben den politschen Gefangenen die sozialen nicht zu vergessen), zur Situation moslemischer Inderinnen in Gujarat, Frauen und Krieg (der nicht unbedingt zu bedingungsloser Solidarität mit Israel hätte aufrufen müssen, aber darüber lässt sich bekanntlich ja streiten) und zur Verschärfung der Inneren Sicherheit seit dem 11.September:
(...) Überwachungsmassnahmen setzen in erster Linie eine Politik der Diskriminierung und Regulierung durch. Ihre Darstellung als Schutz vor sexistischer Gewalt ist eine völlig inakzeptable Instrumentalisierung und obendrein Banalisierung patriarchaler Verhältnisse. Sexualisierte Gewalt ist überall und in verschiedensten Formen anwesend. Die Symptombekämpfung mit so zweifelhaften Mitteln festigt das Rollenspiel zwischen passiven Schutzbedürftigen und schlauen handlungsmächtigen Beschützern und verhindert ein Auseinanderstzung mit gesellschaftlichen Gewaltstrukturen. Der Mythos des Einzeltäters aus gesellschaftlich marginalisierten Gruppen dient immer wieder zur Ablenkung vom sehr viel höheren Risiko alltäglicher sexualisierter Gewalt in privaten Räumen. Es wäre also konsequent, Frauen zu raten: Verlaßt Eure vier Wände sooft Ihr könnt, misstraut Euren Beschützern und rettet Euch in die Stadt! (...)
Ein Letztes noch, zur Frage, ob uns Männer in der Demo oder sonstwo nun eher hinderlich seien oder notwendig: Jungs, regt Euch ab. Ihr habt soviel Platz. Auf der Strasse, im Netz, bei der Revolution, überall. Es wäre schon masslos entspannend, mal einen Moment lang Ruhe zu haben.
interessant
Wer oder was ist das denn, diese obskure "Gesellschaft an sich", welche das Patriarchat hervorbringt? In einem aber hast du recht: nicht der Mann an sich ;-D, sondern der patriarchale Mann ist der Feind.
Da muss ich aber lachen
Warum dann männliche Genossen aus einer Demo vertrieben bzw. ausschließen?
Ich denke, du hast gar nicht kapiert, was ich dir/euch sagen wollte.
Meinungsmacher
Für Geschlechterrollen
Wir Doppeläxtlerinnen sind da wie die Antideutschen (die invertieren auch bloss nazis) - eine Wohlfühlideologie mit klarem Feindbild für unser Selbstwertgefühl!
Wer gegen Geschlechterrollen ist oder gar Gender studiert ist ein Sexist!
Wer für Friden in Nahost ist ist ein Antisemit!
Bahamas und Doppelaxt united gegen Aufklärung!
@Meinungsmacher
Ich sehe das, wie in einer Freundschaft, in der es auch ggf. mal GUT sein kann, wenn mensch sich eine Weile nicht sieht und getrennte Wege geht .... um sich dann später ggf. etwas reifer, bewusster und offener wieder aneinander anzunähern.
Nachdem ich die letzte Zeit sehr viel schlechte Erfahrungen mit Männern (auch und gerade in der Linken in Berlin) gemacht habe, brauche ich Abstand zu - insbesondere den "Politmackern" - und ich halte die Debatte mit Frauen gerade für sehr wichtig. Darin mache ich neue Erfahrungen. Wir sind zueinander sehr kritisch und gehen auch nicht gerade "zimperlich" miteinander um und was ich aber durchaus auch als positiv ansehe: dass wir uns immer wieder zusammensetzen, um Widersprüche zu klären und Streitigkeiten wie ein aufklärendes Gewitter wahrnehmen.
- ausserdem war am 8. März auf 2 Demonstrationen ein Queer-Block vorgesehen. Warum hast Du keinen organisiert und dann mit an diesen Demos teilgenommen?
eine kleine ergänzung
PS: Übrigens erregten die Glückwünsche an Bullinnen Übelkeit bei den linkeren Vertretern beider Geschlechter auf der Demo.
@ Augenzeuge
Zweites Dingen :Blumen an die Bullen, das war ne Einzelaktion einer Frau, eine Minute vorher haben die Cops vom Orgaplenum nen "Platzverweis" erhalten (das habe ich in Berlin noch nie erlebt) was forderst Du also? Hätte die Frau mit Gewalt gehindert werden müssen, weil sie ne andere Analyse hat? So, das Du daraus deine Feminismuskritik ableitest macht jawohl klar, warum du nicht erwünscht warst und es in einer kritischen Auseinandersetzung über Frauenerleben, Opfer - Täterinnen - Widersprüche und den Auswirkungen sexistischer Strukturen auf Frauen nicht bist!
@ "es reicht einer" + "Augenzeuge"
Ich hätte es besser gefunden, uns einen öffentlichen Raum zu nehmen, in dem wir uns reorganisieren können und den wir als Schutzraum gegen Gewalt und Staatsrassismus nutzen.
Im übrigen ist für uns immer wieder eine bedeutende Frage, wie wir die Gewaltmaschinerie des Staates aufweichen können. Ich gebe zu bedenken, dass wir erst dann wirklich etwas erreichen können, wenn sich Soldaten und Soldatinnen, Polizisten und Polizist/innen auf unsere Seite stellen und sich der Ausführung von Befehlen ihrer Vorgesetzten widersetzen. Zwar ist dies nicht besonders einfach und zuvor sollten wir auf Solidarität der einfachen Bevölkerung setzen, aber trotzdem sollte es teil unserer Strategie sein, den Polizist/innen zu zeigen, dass wir auch sie als Menschen und Arbeitende ansehen, denen es nach einer Revolution auch besser gehen wird...
Da ich zu einer Gruppe von Frauen gehöre, die an der Organisierung eines Streikes arbeiten, werden selbstverständlich auch Polizistinnen eingeladen auch zu streiken.
Am 8. März habe ich vor dem Krähenfuss versucht 2 Polizistinnen darauf anzusprechen und wollte ihnen mit den Worten, dass sie mir leid tun, an diesem Tag arbeiten zu müssen und darüber hinaus solch einen Job ausüben zu müssen Blumen geben, was aber von ihnen mit den Worten "das ist für uns verboten" abgelehnt wurde. Ich verabschiedete mich mit den Worten: "Sie sind ängstlicher und feiger als manche Ihrer Kolleginnen!" und ging dann Richtung "Krähenfuss". An den Gesichtern der dort stehenden Frauen konnte ich ablesen, dass sie nicht damit einverstanden waren. Sie hielten es aber noch nicht einmal für nötig, mich zu kritisieren bzw. mich zu fragen, warum ich das getan habe und was ich mir davon verspreche bzw. er-sie-warte. So wurde wieder einmal eine Chance verspielt/vergeben, uns dazu zu verständigen. Schade.
Desweiteren war ich sehr enttäuscht darüber, dass wir zwar den Film über den "global-women's-strike" im "Krähenfuss" zeigen konnten, dass aber der Ton nicht eingestellt werden konnte, obwohl einige der "Frauen-im-Exil" diesen gern gehört hätten. In diesem Film wird über die weltweiten Frauenkämpfe berichtet. Scheinbar interessieren sich deutsche Frauen nicht sonderlich dafür...
Dies sollte - da Ihr hier ja auch über den Film berichtet wurde - der Wahrheit zuliebe nicht verschwiegen werden.
Wer sich noch für die "Blumentaktik" interessiert, möge sich unter
weiter dazu informieren.
@Augenzeuge
"Dem Klassenfeind sagt man: Herzlich willkommen."
Ich finde es wichtig auch auf der Ebene der Staatsangestellten zwischen den unteren Befehlsempfänger/innen und den oberen Chargen der staatlichen Bürokratie zu unterscheiden. Auch innerhalb des Staates gibt es unterschiedliche Schichten und Klassen. Im öffentlichen Dienst, dem Staat (und Organ der Bourgesie, als Organ des Klassenfeindes und jahrtausendealte patriarchale Institution, die insbesondere durch die Unterwerfung der Frauen entstand [1]) arbeiten sehr viele, da bekanntlich der Staatssektor durch den Keynesianismus ausgebaut wurde. Falls Du zu den "Spartakisten" gehörst, zeigt dies Eure mangelnde Theorie auf. Ihr habt weder eine adäquate Klassenanalyse, noch Trotzki wirklich begriffen. Trotzkis Faschismusanalyse beruht im Wesentlichen auf einer Kritik an der stalinstischen Volksfront. und Sozialimperialismusideologie. Er kritisierte darin, dass z.B. die stalinistische KPD nicht in der Lage war, zwischen sozialdemokratischen Führern und der einfachen Basis zu unterscheiden und deshalb strategisch und taktisch nicht in der Lage war, die Basis der SPD zu erreichen und für sich zu gewinnen. Du verhältst Dich ähnlich, wenn Du den Versuch, die untere Ebene des Staates zu erreichen und anzusprechen in den Dreck ziehst.
Desweiteren ist auch das Lager des Klassenfeindes nicht monolithisch. Es ist wichtig, darin Bruchstellen zu finden und damit diesen Moloch aufzuweichen und unschädlich zu machen.
Trotzki war ein verhinderter Stalin
Aber traurig, daß immer noch Leute an Gurus festhalten müssen.
@Machno
Aber trotzdem ist Trotzkis Faschismusanalyse interessant und äußerst lesenswert.
Was Dir aber entgangen ist: ich kritisiere diese "kleinen Soldaten der Partei", weil sie noch nicht einmal ihre eigenen Theoretiker gelesen und verstanden haben. Das heisst: ich schlage sie mit ihren eigenen Waffen. Das war auch der Grund, warum ich Trotzki hier einbrachte. Denn die "Spartakisten" sind ja bekanntlich Trotzkisten. Got it now?
ok
@ Meinungsmacher