USA: Mächtig Rosa - Frauen gegen Krieg

Liza Featherstone, übersetzt + erweitert von Lotti 08.03.2003 01:52 Themen: Gender Militarismus
"Es ist gar nicht so einfach, warm und dabei modisch angezogen zu sein", lächelt Nina Human aus Atlanta, der dieses, in einen wogenden rosa Schal versteckt, wunderbar gelingt. Es war ein bewölkter Spätnachmittag im Januar, und Human war bei der Frauen-Friedensmahnwache vor dem Weissen Haus, um gegen den drohenden Krieg der Bush-Regierung gegen den Irak zu protestieren. Human hatte noch nie gegen irgendwas protestiert, aber sie hat viele schlaflose Nächte aus Angst vor diesem Krieg verbracht. Dann erfuhr sie von der Mahnwache, die vom 'Präventivschlag für den Frieden' der 'Code-Pink'-Frauen organisiert wird, im Internet. "Ich sagte meinem Mann und meinem Chef: Da gehe ich hin", erzählt sie.

Ein Artikel über Antikriegsaktionen von Frauen in den USA.

Der Name 'Code Pink' [Code Rosa, d. Ü'in] bezieht sich satirisch auf die farbkodierten Terrorismuswarnungen der Bush-Administration. Die Idee entstand durch die Beobachtungen der Organisatorinnen - u.a. Starhawk, Medea Benjamin von 'Global Exchange' und Diane Wilson von 'Unreasonable Women' - , dass Frauen einen grossen Teil der derzeitigen Antikriegsorganisierung leiten und dass mehr Frauen als Männer gegen den Krieg gegen den Irak sind.

Im Oktober begannen Frauen im ganzen Land die Farbe Rosa zu Protesten zu tragen, während sich Benjamin und ihre Mitstreiterinnen die Frauen-Mahnwache ausdachten; eine permanente Präsenz vor dem Weissen Haus. Die Mahnwache begann am 17. November und wird mit einer Aktionswoche in der ersten Märzwoche schliessen; das Ende wird am 8. März sein, dem internationalen Frauentag.

Durch 'Code Pink' inspirierte Mahnwachen finden regelmäßig in Utah, Texas und anderswo statt, und eine Gruppe von Frauen in Albany, New York hält eine ständige Mahnwache bis zum 8. März. Code Pink ist keine Organisation, sondern ein Phänomen: eine Sensibilität, die feministische Analyse genauso wiederspiegelt wie Verspieltheit, beeinflusst in Stil und Philosophie sowohl von ACT UP als auch von der Antiglobalisierungsbewegung.

Obwohl alle Beteiligten von der ernsten Bedeutung des Themas berührt sind - viele Beteiligte haben das Gefühl, dass das Überleben des Planten auf dem Spiel steht - , sind die Aktionen von bester Laune begleitet. Im Dezember unterbrach eine 'Code-Pink'-Gruppe eine Pressekonferenz von Charlotte Beers, einer PR-Expertin, die vom State-Department [US-Außenministerium] daür bezahlt wird, den Krieg gegen den Terrorismus anzupreisen, vor allem in islamischen Ländern. Mitten in der laufenden Veranstaltung entrollten 'Code-Pink'-Aktivistinnen eine rosa Transparent mit der Aufschrift "Charlotte, hör auf, den Krieg zu verkaufen". Eine Aktion in New York City am Martin-Luther-King-Tag zielte auf Laura Bush [Ehefrau des US-Präsidenten, d. Ü'in], die im Sheraton sprach. Dabei wurden Schilder hochgehalten, die sie aufforderten "Sag George, er soll nicht in den Krieg ziehen".

Auch wenn die 'Code-Pink'-Aktionen klein sind, sagt Medea Benjamin, "wir tragen immer rosa, und deshalb ist es nicht so einfach, uns zu ignorieren".

'Code Pink' ist Teil einer ansteigenden Welle von kreativem und denkwürdigem feministischem Antikriegsaktivismus. Anfang Januar buchstabierte ein Gruppe von Frauen aus Point Reyes, Kalifornien PEACE [Frieden, d. Ü'in] mit ihren nackten Körpern in den Sandstrand und protestierten so gegen Bush's "nackte Aggression".Ein paar Wochen später und viele Grade kälter tat eine Gruppe von New Yorkerinnen dasselbe. Das Lysistrata-Projekt, nach der Figur von Aristophanes benannt, deren Name 'Sie, die Armeen entlässt' bedeutet (Lysistrata organisierte Frauen aus Athen und Sparta zu einem Sexstreik, um die Männer dazu zu bewegen, den Krieg zu beenden), arbeitete daran, die Verbindungen zwischen Frieden und reproduktiver Freiheit herzustellen. Die "Raging Grannies" ["Wütende Omas", d. Ü'in], eine Guerilla-Theatergruppe mit Wurzeln in der kanadischen Anti-Atombewegung, haben ebenfalls eine dynamische Präsenz. Diese Aktivistinnen sind verbunden mit etablierten internationalen Gruppen wie den Frauen in Schwarz und der Internationalen Frauenliga für Frieden und Freiheit.

Historisch hat es viele Formen des Widerstands von Frauen gegen den Krieg gegeben - und die Vorstellungen darüber waren unterschiedlich. In ihrer Abhandlung "Drei Guineen" von 1938 argumentierte Virginia Woolf, dass sie als Frau keinen Grund habe, patriotisch zu sein, da ihr der Staat gleiche Eigentums- und Bürgerrechte verweigere. Sie schrieb: "Wenn Sie darauf bestehen, zu kämpfen, um mich oder 'unser' Land zu beschützen, dann muss nüchtern und rational verstanden werden, dass Sie kämpfen... um sich Vorteile zu verschaffen, die ich nicht teile...tatsächlich habe ich als Frau kein Land. Als Frau will ich kein Land. Als Frau ist mein Land die ganze Welt."

Andere Feministinnen vertreten die Meinung, dass, sei es aufgrund von Biologie oder Kultur, die traditionelle Frauenrolle als Pflegerinnen - vor allem als Mütter - uns eine lebensbejahendere Weltsicht verliehen hat, eine, die Krieg und Gewalt missbilligt. Vor diesem Hintergrund organisierte 1961 eine nationale Organisation mit Namen "Woman Strike for Peace" [Frauenstreik für Frieden, WSP, d. Ü'in] 50.000 Frauen, die ihre Arbeitsplätze und Küchen verließen mit der Forderung, dass ihre gewählten VertreterInnen einen Atomteststop unterstützen sollten. Diese Frauen wollten ihre Kinder beschützen, aber, so schrieb die Historikerin Amy Swerdlow, sie fühlten auch eine mütterliche Verantwortung für die Welt.

Eine WSP-Teilnehmerin drückte das so aus: "Keiner Mutter fällt es leicht, auch nur die vage Möglichkeit einer Trennung von der Familie zu akzeptieren, die sie braucht. Aber die Menschheit braucht uns auch."

Die ansonsten bewundernswerte Anti-Atom-Aktivistin Dr. Helen Caldicott appellierte an ihr Publikum mit noch weniger subtilem Traditionalismus. "Als Mütter müssen wir dafür sorgen, dass die Welt für unsere Babies sicher ist", sagte sie einmal in einer Rede. "Ich appeliere besonders an die Frauen, diese Arbeit zu tun, weil wir die Entstehung des Lebens verstehen... Wir haben Gebärmütter, wir haben Brüste, wir haben die Menstruation,um uns daran zu erinnern, dass wir Leben schaffen können!"

Keine 'Code-Pink'-Teilnehmerin, die ich interviewt habe, sprach zu mir über ihren Bauch oder ihre Periode (Darüber war ich sehr dankbar). Aber Nina Human, die Demonstrantin aus Atlanta, sagte, dass die das Gefühl habe, dass "Frauen zusammen kommen müssen, weil es unsere Söhne und Töchter sind, die sie dazu zwingen werden, da rüber zu gehen." Abgesehen davon, fügte sie hinzu, "Ich glaube, dass Frauen im Prinzip friedlichere Menschen sind".



Diese Sorte Gefühl kommt bei Jenny Brown nicht so gut an, einer Aktivistin aus Gainesville, Florida, die Mitglied der Redstockings [Rotstrümpfe, d. Ü'in] ist (ja, dieses radikale feministische Gruppe, gegründet in den 60'ern, gibt es immer noch). "Seit wann sind Frauen natürlicherweise friedlich?" fragt Brown. "Harriet Tubman trug eine Waffe, als sie die Untergrund-Bahn betrieb." Brown ist erst 37, aber ihre Überzeugung entstammt einer ehrwürdigen Tradition. Im Januar 1968 protestierten radikale Feministinnen gegen die Jeanette-Rankin-Brigade, eine Frauen-Friedensorganisation.. Sie hielten eine Leichenzug ab und begruben die traditionelle Weiblichkeit. Brown erklärt: "Sie fanden, dass Apelle, die auf der friedlichen Natur von Frauen basierten, Männer nur darin bestätigen würden, dass sie keine Bedrohung darstellten".

Insbesondere angesichts des gravierenden Angriffs der Bush-Administration auf reproduktive Rechte ist jetzt keine geeignete Zeit, um traditionelle Geschlechterrollen zu verstärken oder den Kult der zwanghaften Mutterschaft zu feiern. Der Gedanke, dass Frauen biologisch - oder sogar kulturell - dazu bestimmt wären, aufzuziehen und zu ernähren, könnte die Kräfte der Reaktion stärken. Radikale Feministinnen sagen schon lange, dass das Nichtanerkennen weiblicher Fähigkeit zu Aggression - und Kampfgeist - auch unsere Macht negiert.

Wenn allerdings nach der Bedeutung des Mutter-Seins gefragt wird, sagen Aktivistinnen, dass es keine besondere Rolle in der gegenwärtigen feministischen Anti-Kriegs-Organisierung gespielt hat. "Einige mögen es", sagt Medea Benjamin. "Aber wir wollen wirklich niemanden ausschliessen. Viele unserer Freundinnen haben keine Kinder. Wir wollen nicht, dass es abgedroschen, alt oder abstossend klingt." Die Grundsatzerklärung von 'Code Pink' lehnt jeden biologischen Determinismus vehement ab:

Frauen waren Schützerinnen von Leben - nicht, weil wir besser oder reiner oder von Natur aus pflegender sind, sondern weil sich die Männer mit dem Führen von Kriegen beschäftigt haben. Wegen unserer Verantwortung der nächsten Generation gegenüber, wegen unserer eigenen Liebe zu unseren Familien und Gemeinschaften und diesem Land, von dem wir ein Teil sind, verstehen wir die Liebe einer Mutter im Irak zu ihren Kindern und das ungebändigte Verlangen dieses Kindes nach Leben.
Die Frauen, die vor dem Weissen Haus stehen, hatten sehr unterschiedliche Theorien daüber, warum Frauen gegen den Krieg sein sollten. Einige wiesen darauf hin, dass Militarismus, jedenfalls teilweise, von unseren Ideen über Maskulinität lebt. Gail Kielson, eine Aktivistin, die im westlichen Massachusetts gegen Häusliche Gewalt känpft, sieht Zusammenhänge zwischen der kriegerischen Cowboyrhetorik der Bush-Regierung und Gewalt gegen Frauen. Während sie mit einiger Frustration in Richtung des Weissen Hauses gestikuliert, sagt sie, dass sie und andere in ihrem Gebiet in letzter Zeit "eine eigenartige, erschreckende Zunahme" Häuslicher Gewalt beobachtet haben: "Es gibt eine Parallele zwischen der Einstellung des Präsidenten gegenüber dem Irak und dem, was Männer zuhause tun".

Die National Organization for Women [Nationale Frauenorganisation, NOW, d. Ü'in] hat eine sehr deutliche Erklärung gegen den Krieg gegen den Irak abgegeben, und hat die Frauen-Mahnwache von ihrem Hauptsitz in Washington, DC aus aktiv unterstützt, der nur einige Schritte von Weissen Haus entfernt ist. Die Erklärung von NOW erwähnt die friedliche Natur von Frauen nicht, sondern konzentriert sich auf praktische Gründe gegen den Krieg mit Irak: seine massiven Kosten würden Gelder für Bildung, Gesundheit und Soziales verbrauchen und damit ökonomische Härten schaffen, von denen "Frauen den grössten Teil zu tragen haben". NOW weist auch darauf hin, "Ein U.S.-Einmarsch in den Irak wird wahrscheinlich die Sicherheit und Rechte von irakischen Frauen (gefährden) - die z.Z. mehr Rechte und Freiheiten geniessen als die Frauen anderer Golfstaaten, wie etwas Saudiarabien".

Feministinnen waren zum Krieg in Afghanistan geteilter Meinung: einige begrüßten den Sturz der Taliban, während andere aus antiimperialistischen, gewaltfreien oder praktischen Gründen dagegen waren. Zum Krieg gegen den Irak gibt es kaum Kontroversen. Bush hat wenig überzeugend versucht, Feminismus zur Legitimierung der Invasion heranzuziehen indem er einen "demokratischen" Irak herbeifantasierte, der zeigen würde, "dass eine ehrliche Regierung und Respekt für Frauen und die grosse islamische Tradition des Lernens im Nahem Osten und darüber hinaus triumphieren können." Das kaufen ihm Feministinnen aber nicht ab; wenige sehen Gründe zu glauben, dass Krieg die elenden Lebensbedingungen der Irakischen Menschen verbessern wird, Frauen inklusive.

Die Erklärung von NOW weist auch darauf hin, dass Militarismus Frauen oft in einer besonderen Weise verletzt, ein Punkt, den eine Gruppe von Frauen aus Okinawa gut nachvollziehen kann. Ihre Protestgruppe wurde 1995 gegründet, als ein 12-jähriges Mädchen aus Okinawa von US-Soldaten vergewaltigt wurde. Die Frauen sind nach Washington gereist, um gegen den drohenden Krieg gegen den Irak zu protestieren und sprachen erregt mit Hilfe einer Übersetzerin.

Noriko Akahane sagt: "Frauen wollen das Militär nirgends:"



Code Pink Aktivistinnen in Costa Rica am 15.2.03

Zusätzlich zu seiner politischen Offenheit ist einer der überzeugendsten Gründe für den Erfolg von 'Code Pink', dass es Spass macht. Wie Benjamin sagt: "Frauen verbringen ihre Zeit gern mit anderen Frauen." Tatsächlich, die Stimmung bei der Mahnwache und ihrem (winzigen) Büro um die Ecke ist lebhaft. "Fühlst du die Energie?" sagt Robin Metalitz, Studentin an der George Washington Universität. Maddy Bassi, die ihr Studium unterbrochen hat, um mit 'Global Exchange' zu arbeiten, hat die Frauen-Mahnwache koordiniert - und auch eine Frauendelegation in den Irak. "Vor ein paar Tagen dachte ich 'Mir fehlen Männer'. Also ging ich in eine Kneipe", lachte sie. "Aber dann wünschte ich, ich wäre nicht gegangen. Ich wollte wieder hier sein!"

Während sich einige feministische Aktivistinnen gegen den Krieg organisieren, indem sie ihre Identität und kulturelle Macht benutzen, organisieren sich viele Frauen - und Männer - lediglich mit einer feministischen Analyse. 'New Yorkers Say No to War' (NYANTW) [New YorkerInnen sagen Nein zum Krieg, d. Ü'in] ist ein gutes Beispiel, sagt Chris Cuomo, eine feministische Philosophin, die inzwischen an der Cornell Universität unterrichtet und aktiv in der Gruppe ist, die kurz nach dem 11. September gegründet wurde. Das erste Treffen, das in Eve Enslers Wohnung stattfand, war ein Who-is-who, wie Cuomo sagt, "der New York Cliterati" [Wortspiel mit den Wörtern Clitoris = Klitoris und Literati = LiteratInnen, d. Ü'in], u.a. mit Urvashi Vaid, Laura Flanders, Sarah Schulman und anderer Prominenz. Nicht alle Mitglieder der Gruppe sind Frauen, aber von Anfang an haben Frauen den Ton angegeben.

Obwohl die Worte "Frauen" und "Feminismus" nicht im Namen der Gruppe auftauchen, hat eine Genderanalyse immer ein wichtige Rolle gespielt: Die Organisation hat Teach-Ins zu Frauen und Militarismus abgehalten und Rednerinnen der Revolutionären Vereinigung der Frauen aus Afghanistan eingeladen. Viele Mitglieder der 'New Yorkers Say No to War' aus der Bewegung für globalen Gerechtigkeit, die wesentlich vom Feminismus beeinflusst wurde, insbesondere in ihrer Kultur, die Konsensfindung und Kommunikation betont.

Diskussionen in solchen Gruppen ist meistens offen und respektvoll. Wie AktivistInnen für globale Gerechtigkeit haben auch Feministinnen immer versucht, politische Ideale innerhalb ihrer Organisationen in die Praxis umzusetzen, und haben so "eine andere Realität in einer feindlichen Umgebung geschaffen", wie Cuomo es ausdrückt. "Wenn Frieden hier nicht stattfindet," fragt sie, "wie sollen wir es da draussen hinkriegen? Es gibt dieses Verständnis, dass wir die neue Welt hier und jetzt schaffen".



Es ist ein Massstab des Erfolges dieser Vision - und des Feminismus' - dass wenige Feministinnen Männer aus ihren Organisationen ausschliessen wollen, und dass soviele männliche Antikriegsaktivisten feministische Gruppen miteinbeziehen. Die Frauen-Mahnwache begrüßt Männer und hat viele männliche Fans. Wie Medea Benjamin erklärt, "Männer reden gern mit Frauen". Einige lokale Männer kommen jeden Tag vorbei. "Sie sind an unserer Seite. Es ist angenehm, weil wir die Kontrolle haben und sie uns Sachen besorgen," sagt Benjamin sachlich. "Einige Männer haben uns Kuchen gebacken".

Andere Männer haben die militaristische Männlichkeit auf eigene Faust infrage gestellt. Bei der Demonstration in Washington am 18. Januar stand eine Gruppe großer Männer mittleren Alters an der Seite und sang "We're a Gentle, Angry People". Eine Frauengruppe, die dieses Lied gesungen hätte - ein Klassiker des Genres "Frauenmusik" - hätte vielleicht klischeehaft, verstaubt, ein bisschen weinerlich gewirkt. Aber in dieser Fassung klang der Song ironisch und subversiv, und doch vollkommen ehrlich: ein optimistischer Eindruck einer anderen Welt. Genau wie 'Code Pink'.

Der Originalartikel in "The Nation"

Mehr Artikel über Code-Pink:

The Examiner (San Francisco): Code Pink alert in D.C.
Guerrilla News Network: A Code Pink Diary
Women's eNews 'Code Pink' White House Vigil Continues


und schließlich:
Code Pink 4 Peace



Amerikanische und irakische Frauen in BagdadNational Organization for Women

United for Peace
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Ergänzungen

Bei uns ist das Thema aufgeladen

Ruth 13.03.2003 - 09:50
Danke!
danke für den ausführlichen text über die Hintergründe und die Debatte. Bei uns hier in BRD/Berlin ist leider das ganze Thema ziemlich zäh, weil es ja geschichtlich so aufgeladen ist. Vielleicht ändert sich das ja mal langsam, immerhin hatten wir dieses Jahr wenigstens überhaupt wieder powervolle Frauendemos: ja mehrere!
Also: die Themen, die in dem Artikel über die USA als die Diskurse in der Bewegung in den USA dargestellt werden, sind bei uns natürlich damit belastet, dass die große Frauenbewegungen der 20. Jahre leider im 3. Reich ziemlich schnell umgekrempelt waren in die total Faschismus tragenden Nazi-Frauenverbände und deren biologistische Leier des heiligen Muttertums. Logischerweise gibts jetzt bei uns viel mehr heavy Streit um die Gefahren biologistischer argumentationen als in den USA, wo immerhin aus den Reihen der first nation women auch texte kamen, die den selben Diskurs ganz anders codieren und doch von women as caregivers for the earth reden. Mich machts auch mulmig, wenn ich lese, dass die eher reformistischen Frauenkreise aus den verschiedenen Religionen sich dort trafen, um zunächst mal einene Aufruf gegen die fundamentalistischen Kriegstreibereien zu verfassen, der leider nötig hatte, ziemlich die Frauen-mutter Seite ideologisch zu überhöhen und das diese Kreise sogar Kontakt bis zu Condoleezza Rice haben. das ist hier ein vergleichbarer geschmack, wenn am 8. März das programm für die lange Nacht der frauen mit einem dicken CDU als Sponsoren Marke hinten drauf erscheint.

Aber bei uns passiert weniger, weil dann die tolle demo gegen Big-Brother und Repression zunächst mal auch nur einen kleinen Fokus hat und durch die Anti-Deutsche Fraktion gekennzeichnet schien. Ist doch wirklich alles ziemlich von der Geschichte geprägt, ich hoffe dass wir da langsam mehr auftauen, sonst gibts auch kein Fluten!!

Bis zum nächsten Jahr kann noch viel geschehen: Jeden So. ab 17.00 FrauenStreikkaffee Weise Str. 53, in der Lunte.

Gruß

ruth