Protest an Kriegs-Air-Base Spangdahlem

horn for peace 01.03.2003 23:09 Themen: Militarismus
Am heutigen Sa. 1.3. haben am Haupttor der US-Air-Base Spangdahlem insgesamt ca. 200 Menschen gegen die Kriegspolitik der USA und ihrer Verbündeter protestiert.

In ihren Redebeiträgen machten die VerteterInnen lokaler Friedensgruppen von Saar, Mosel und Eifel auf die spezielle Stellung der Air-Base Spangdahlem für den geplanten Krieg gegen den Irak aufmerksam.
Am heutigen Sa. 1.3. haben am Haupttor der US-Air-Base Spangdahlem insgesamt ca. 200 Menschen gegen die Kriegspolitik der USA und ihrer Verbündeter protestiert.

In ihren Redebeiträgen machten die VerteterInnen lokaler Friedensgruppen von Saar, Mosel und Eifel auf die spezielle Stellung der Air-Base Spangdahlem für den geplanten Krieg gegen den Irak aufmerksam. Für die Kriege der Zukunft wird Spangdahlem als zentrales Munitions- und Treibstofflager sowie Ramstein als Personaldrehkreuz erweitert u.a. mit den größten Start- und Landebahnen Europas. Ramstein, Spangdahlem, der Fernmeldebereich in Trier und Frankfurt, sind die Militärstandorte in Deutschland von denen neben den Headquarters in Heidelberg und Stuttgart schon bei den letzten Kriegen Tod und Elend über die zivile Bevölkerung beispielsweise im Kosovo gebracht wurde.

Für die BewohnerInnen der Anliegergemeinden als erste Kollateralschäden des geplanten Irakkrieges kommen noch zusätzlich folgendes Probleme: Seit dem Golfkrieg 1991 kommt in den US-Militärmaschinen ein neuer Treibstoff zur Anwendung. ?J P - 8", ein ?Jetfuel" mit gefährlichen Zusatzstoffen, das im Verdacht steht Krankheiten wie MCS und Leukämie auszulösen, erhöhte Krebsraten in den Anliegergemeinden sind Alarmzeichen. Die Emissionen des giftigen NATO-Treibstoffs JP8, welches vor allem die Anwohner gefährdet, sind weitere Argumente gegen Kriege. Dieser Treibstoff ist ein Sinnbild der weltweiten Kriegspolitik: bei jeder Temperatur, an jedem Ort und in jeder Militärmaschine ist JP-8 einsetzbar, explosionsge-hemmt zum Schutz der eigenen Soldasten, ist das "Dreamfuel der NATO" aber ein Alptraum für alle anderen. Die Menschenverachtung der Kriegsmaschinerie beginnt also hier vor Ort.

Am Ende der Demonstration wurden noch mehr als hundert Bilder kranker irakischer Kinder von den Teilnemenden gezeigt, die aufgrund des letzten Irakkrieges und der darauffolgenden Sanktionen an schweren Erkrankungen bei schlechtester medizinischer Versorgung leiden. In einem großen Kreis stehend wurde so der Verkehr in die Air-Base zumindest behindert.

Am ersten Samstag nach dem Tag X soll am Standort Spangdahlem eine weitere Protestaktion stattfinden. Dazu ruft das Trierer Bündnis gegen Krieg und andere Friedengruppen aus der Region auf.
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Ergänzungen

Ergänzung

Ergänz@ 02.03.2003 - 11:42

Bericht zu den Friedensdemonstrationen am 1. März 2003 in Trier und Spangdahlem

Rund 250 Menschen fanden sich auf dem Trierer Hauptmarkt ein, um unter dem Motto "Krieg ist keine Lösung" gegen einen drohenden Irakkrieg zu demonstrieren.
Der Redebeitrag von Thorsten Klein von der Katholischen Jugend Trier kritisierte die rot-grüne Kriegspolitik mit der Interventionsarmee Bundeswehr und der Kriegsbeteiligungen hinter der verbalen Irakkriegsablehnung.
Markus Pflüger von der AG Frieden kritisierte Hussein und forderte zivile Mittel gegen Unrechtsregime: "zivile Inspektionen statt militärische Interventionen - Kriegsprävention statt Präventivkriege - Stärkung des Rechts statt Recht des Stärkeren."
Albert Schtschepik von der PDS betonte unter anderem
dass ein Krieg vor allem Opfer unter der durch das Embargo geschwächten Zivilbevölkerung bringt und berichtet von Telefonprotest-Aktionen der us-amerikanischen Friedensbewegung. Den Abschluß machte Winfried Groß von der IG Metall Verwaltungsstelle Trier, der die gewerkschaftliche Kriegsablehnung erläuterte. Dazwischen wurde getrommelt und ein Verweigerungsaufruf us-amerikanischer Vietnamsoldaten verlesen.

Zur anschließeden Sternfahrt nach Spangdahlem machte sich rund ein Drittel der TriererInnen auf den Weg um sich dort mit Friedensgruppen aus der ganzen Region zu treffen. Begrüßt wurden Friedensbewegte aus Daun, Wittlich, Bitburg, Binsfeld, Luxemburg und dem Saarland. Die rund 200 Protestierer schlossen sich zum Abschluß mit Bildern kranker und veretzter Kinder aus dem letzten Irakkrieg zu einem Kreis um die Verkehrsinseln vor dem Haupttor zusammen. Im Hauptredebeitrag von Elvira Classen wurden die zu erwartenden zensierten Kriegsberichte, Sensationslust und Kriegspropaganda angeprangert.
Besonders wurde auf ein Peacehappening der "Jugend gegen Krieg" am Freitag 7.3. 13h an der Porta Nigra in Trier hingewiesen.
Für den Tag X verabredeten sich die Kriegsgegner für 17h am Pranger in Trier und am darauffolgenden Samstag um 15h wieder vor der Airbase.

Noch `ne Ergänzung...

egal... 02.03.2003 - 20:02
Ich war auch auf der Kundgebung... Erstmal fand ich`s toll, daß da unten in der Ecke überhaupt derartige Aktionen stattfinden. Weniger toll fand ich dagegen, daß sich die Redebeiträge der RednerInnern ausschließlich gegen die "Kriegstreiberei" (...) der USA richteten. Kaum ein Wort zu den deutschen Auslandseinsätzen der Bundeswehr, oder gar der Rolle des deutschen Imperialismus...

Angeekelt hat mich ein Typ mit èinem Kaiser-Wilhelm-Schnurrbart, der ein Schild mit "Dresden-Chemnitz-Hiroshima-Bagdad" um seinen original Eifeler-Bierbauch gebunden hatte...

Übrigens hat die NPD erst vor wenigen Wochen eine Hochglanz-Wurfsendung mit Flugblättern gegen den Flughafenausbau in Spangdahlem an die Briefkästen der AnwohnerInnen verschicken lassen, ViSdP ist Berliner Bundeszentrale....

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Ich möchte hier gar nicht die ganze Kundgebung schlecht machen, ich finde den Protest der Anwohnerinnen gegen den Ausbau des Militärflughafens prinzipiell unterstützenswert, und Kundgebungen gegen den Krieg im Irak selbstverständlich auch, aber Voraussetzung muß eine strikte Abgrenzung von deutsch-nationalen und antisemitischen Positionen sein. Und die habe ich hier vermissen müssen...

Übrigens hat die Junge Welt vor einigen Wochen ein Interview mit jemandem von der Ini gegen die Flughafenerweiterung abgedruckt, darüber war - unkommentiert - ein Foto abgebildet, auf dem ein Schild mit der Aufschrift "Binsfeld erwache!" (Binsfeld ist so`n Kaff, das an den Flughafen angrenzt) zu sehen war.......

Ich hoffe, daß gegen solche Ausfälle in Zukunft vorgegangen wird, auch in einem Bündnis mit Bürgerbewegten...


Trotzdem solidarische Grüße...




selva 03.03.2003 - 00:35


Schwere Herden von Krieg,
ziehend den erdrückenden Leib
von Stein
( aus verwitternder Kuhle,
worein sich das Raubtier
des Friedens schmiegt )
dem eigenen Hungern
entgegenfliehend:
quer-Schlachtfeld-ein - wo man
spurlos zerfällt,im besten Fall
Hand in Hand
vor offenem Munde.
Ressourcenstücke vor
Sprung auf eine leerzertretene
Welt
im Echo von Schrei und Über
schall.Reissend am
ziehenden Körper
der Wunde

WIR TREIBEN DEN KRIEG AUS - Spangdahlem

gk 12.03.2003 - 18:37
WIR TREIBEN DEN KRIEG AUS - Spangdahlem

Eine Aktion im Angesicht des amerikanischen Militärflughafens bei Spangdahlem

Wenn die Dämmerung hereinbricht, beginnt sie...

1. Der Krieg herrscht. In einer Toncollage wird die Entwicklung der Erscheinungsformen des Krieges im Zuge der Epochen der Menschheitsgeschichte simuliert. (15 Minuten) Hören wir also am Anfang aufeinanderprallende Körper, Fäuste, Schreie, Keuchen, den ersten Pfeil, eine Streitaxt, die einen Schädel zertrümmert, später Schwertkämpfe, Florett, Kanonendonner, die ersten Gewehre, das Sperrfeuer des 1. Weltkrieges, des 2., die Bombenabwürfe der ersten Generation, der 2., bis hin zum erschreckend unspektakulären "Plop, - Polp, - Plop" der Atombombe. Direkte, physische Gewalt verwandelt sich in kalte, automatisierte Gewalt.

2. Die Kriegsaustreiber stürmen von verschiedenen Orten im Tal den Berg hoch zum Veranstaltungsort: klappernd, trillernd, trommelnd, pfeifend, johlend, rasselnd, mit Fackeln in den Händen. Sie tragen Masken und Kostüme wie sie in den verschiedenen Regionen Deutschlands früher zum Austreiben des Winters verwendet wurden, aber auch afrikanische, asiatische Masken zur Austreibung böser Geister nehmen teil.

3. Am Veranstaltungsort angekommen, lassen die Kriegsaustreiber die Geister in Richtung Militärbase los und begleiten den Abflug der Geister mit einem langanhaltenden gemeinsamen Ton. (Die Geister sind mitgebrachte Luftballons, die wie Schimären gestaltet sind.)

4. Auf der Hauptbühne erscheinen die Götter des Lebens und der Fruchtbarkeit, Bacchus, Dionnysos, Apoll, Ganymed, Demeter, Venus, Marylin u.a. Dazu erklingt Renaissancemusik. Die Götter schreiten hinab, die Kriegsaustreiber bewerfen sie mit Blumen. Die Götter gehen zum Zaun der Airbase, stellen sich entlang des Zaunes, im Abstand von 1,5 Metern, nebeneinander mit dem Rücken zum Publikum, der Airbase zugewandt, auf.

5. Sobald sie am Zaun stehen, herrscht Schweigen. Die Götter heben sehr langsam die Arme seitlich vom Körper bis zu einem Winkel von 90 Grad, eine Haltung, die verschieden interpretierbar ist: wie eine Beschwörung, Christus am Kreuz, gemeinsam bilden sie eine Absperrung. Die Endposition wird mindestens 3 Minuten gehalten, bis...

6... im Publikum Menschen umfallen, lautlos, ohne Grund, ohne Sinn, einer nach dem anderen. Auch Kriegsaustreiber und Soldaten sind darunter.

7. Ein schmales Licht auf der Hauptbühne: Jemand liest die jeweilige Anzahl der Todesopfer der vergangenen Kriege vor, viele Opfer, viele Kriege...

8. Eine Instrumentalgruppe spielt einen Ausschnitt aus Mozarts Requiem.

9. Der Veranstalter spricht.

10. BAP, Udo Lindenberg, Lutz Görner u.a. treten auf der Hauptbühne auf.

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 http://www.montagsdemonstrationen.net/
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