Anklage gegen 6 Polizisten in Köln

Solario 28.02.2003 17:03 Themen: Repression
Die Misshandlungen auf der Wache Eigelstein werden ein Fall fürs Gericht.
Hier die Meldung aus dem Kölner Stadtanzeiger online 27.02.03:

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Im Prügelskandal auf der Polizeiwache Eigelstein hat die Staatsanwaltschaft sechs Polizeibeamte wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Das bestätigte gestern Oberstaatsanwältin Regine Appenrodt. Am 11. Mai des vergangenen Jahres soll der 31-jährige Stefan N. nach seiner Festnahme von Beamten auf der Wache Eigelstein schwer misshandelt worden sein. Er war später im Krankenhaus ins Koma gefallen und 13 Tage später gestorben. Eine Obduktion ergab als Todesursache ein Hirnödem.
Die Anklage geht davon aus, dass die Tritte und Schläge, die das Opfer erleiden musste, mittelbar zu seinem Tode geführt haben. Dabei stützt sich die Staatsanwaltschaft auf gerichtsmedizinische Gutachten und die Aussagen zweier unbeteiligter Kollegen der Angeklagten. Eingestellt wurden die Ermittlungen wegen des Vorwurfs der unterlassenen Hilfeleistung gegen die beiden Beamten, die den Vorfall beobachtet hatten. In einem Gutachten konnte deren Verteidigerin Gabriele Jansen nachweisen, dass ?objektiv die Zeit zu kurz war, um die Tat zu verhindern. Aufgrund der psychologischen Ausnahmesituation konnten meine Mandanten nicht in dieser kurzen Phase einschreiten.?
Das Gros der Angeschuldigten im Alter zwischen 25 und 35 Jahren hatte die Vorwürfe zurückgewiesen. Kritisch reagierten die Bonner Verteidiger Christoph Arnold und Uwe Krechel auf die Nachricht: ?Nach der Anklageerhebung ist nunmehr zu hoffen, dass der Prozess rechtsstaatlich und fair sein wird.?
Strafrechtler Guido Frings, der einen beschuldigten Polizeiobermeister vertritt, wies darauf hin, dass Stefan N. bei der Festnahme in der mütterlichen Wohnung in der Roonstraße erheblichen Widerstand geleistet habe. ?Es ist also die Frage, ob der Umgang mit dem Mann mit normalen Maßstäben anzusehen ist.? Die Hauptverhandlung müsse letztlich klären, was von den Vorwürfen übrig bleibe, meinte Frings.

 http://www.ksta.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1046211646775&openMenu=992279212917&calledPageId=992279212917&listid=994347600516

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Ja ja, das ist jetzt nicht Berichterstattung von unten, andererseits glaube ich, das den Stadtanzeiger außerhalb Kölns nicht so viele lesen. Aufgrund der Schwere des Vorfalls denke ich weiterhin, das das Thema überregional Interesse findet (bzw. finden sollte).

Grüße aus Köln
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Ergänzungen

Wieder aml typisch!

Uwe 28.02.2003 - 19:01
Das sieht den Bullen wieder mal ähnlich. In deutschen
Polizeiwachen, genauso wie in Knästen, wird gewohnheitsmäßig geprügelt und zusammengeschlagen,
insbesondere, wenn der Betreffende sich weigert, ein
Geständnis abzulegen. Dass diese Säcke von der CDU
jetzt sogar versucht haben, Folter zu legalisieren, wundert
mich auch nicht.

Adresse von den Jungs?

jemand 01.03.2003 - 20:21
Wäre gut wenn man die Adressen von diesen "Gesetzeshütern" aufbringen könnte. Ist bestimmt irgendwie möglich. Gebt euch Mühe und verbreitet sie dann im Internet.

Gruß M

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