Carabinieri im Balkan-Einsatz misshandeln alten Mann in Ljeskare
Jüngste Aktionen im Rahmen der "Operation Harvest" haben den Präsidenten der Republika Srpska Dragan Cavic veranlasst, eine offizielle Beschwerde beim SFOR-Kommandanten einzureichen, weil es durch SFOR-Carabinieri zu Misshandlungen von Zivilisten gekommen sein soll. Über die Ereignisse, die zu dieser Beschwerde führten, wird in den örtlichen Medien breit berichtet.
Die Angehörigen der Abteilungen für Auslandseinsätze der Carabinieri sind schon oft wegen schlimmer Taten bei Auslandseinsätzen aufgefallen. Ihre Untergruppe "Tuscania" war auch in Genua 2001 an entscheidenden Stellen und in entscheidenden Situationen dabei.
Die Angehörigen der Abteilungen für Auslandseinsätze der Carabinieri sind schon oft wegen schlimmer Taten bei Auslandseinsätzen aufgefallen. Ihre Untergruppe "Tuscania" war auch in Genua 2001 an entscheidenden Stellen und in entscheidenden Situationen dabei.
SFOR-Carabinieri im Zwielicht
Jüngste Aktionen im Rahmen der "Operation Harvest" haben den Präsidenten der Republika Srpska Dragan Cavic veranlasst eine offizielle Beschwerde beim SFOR-Kommandanten einzureichen, weil es zu Misshandlungen von Zivilisten durch Carabinieri-Einheiten gekommen sein soll. Über die Ereignisse, die zu dieser Beschwerde führten, wird in den örtlichen Medien breit berichtet.
Am vergangenen Freitag suchten italienische Carabinieri das Dorf Ljeskare bei Prijedor auf , um mehrere Durchsuchungen durchzuführen. Unter anderem, durchsuchten sie das Haus von Milorad Bilbja. Seinen Angaben zufolge wurde er durch die italienischen Militärs ohne Grund und ohne dass er Widerstand geleistet hätte, misshandelt.
Am 22. 2. Berichtete die Zeitung Glas Srpski über den Vorfall:
Bilbija: "Freitag früh um 7,30 Uhr haben Carabinieri mein Haus umstellt. Sie sind in die Küche gekommen, o ich im Begriff war, den Ofen anzuheizen. Sie haben gefragt, ob ich Waffen hätte. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nur mein Jagdgewehr und eine Pistole habe. Sie haben mich gepackt und aus dem Haus geführt. Ich habe dem Dolmetscher die Schlüssel der Garage übergeben und ihm erkärt, dass sich dort die Waffenscheine befanden. Die Carabinieri haben mich mit erhobenen Armen und mit dem Gesicht zur Wand gestellt. Nachdem sie die Waffenscheine genommen hatten, sind sie in die Küche gegangen und haben Jagdgewehr, Pistole und Munition an sich genommen. Einer von ihnen ist in meine Richtung gekommen und hat mich "Bandit" genannt, was in allen Sprachen das Gleiche bedeutet. Ich habe ihnen gesagt, dass sie das tun sollten, wenn sie nicht registrierte Waffen finden. Als Antwort haben sie mich geschlagen. Dann haben sie begonnen, mit einem Hammer auf verschieden Stellen im Haus zu schlagen. Ein Carabiniere hat Karadzic und Mladic erwähnt und mich erneut einen Banditen genannnt. Nach einer halben Stunde sind zwei Offiziere und zwei Polizisten ins Haus gekommen. Einer von ihnen hielt seine Pistole an meinen Kopf. Ein anderer hat mich mit Tritten in die Magengegend traktiert. Ich bin hingefallen und habe gesehen, wie meine Schwester auf mich zukommt. Meine Schwester ist 67 Jahre alt und herzkrank. Ich habe versucht, ihr näher zu kommen, aber da haben sie mich erneut geschlagen und ich bin wieder hingefallen. Danach, bekamen sie einen Anruf. Einer von ihnen, ich glaube es war ein Major, hat mir seine Hand gereicht, aber ich habe mich geweigert, sie zu greifen, nachdem sie mich schon wieder getreten hatten. Bevor sie gegangen sind, haben die Carabinieri mir die Hose und die Jacke, die blutig waren, ausgezogen. Sie haben auch die Blutspuren im Haus weggewischt, damit die Polizei nach ihrem eintreffen in Ljeskare sie nicht findet."
Laut Bilbija haben die Misshandlungen bis zwölf Uhr Mittags angedauert.
SRNA schrieb ebenfalls am 22.2:
Der Sprecher der SFOR Jean Maxwell hat bestätigt, dass die Carabinieri in Ljeskare waren, um nach Waffen zu suchen und hat mitgeteilt, dass bei zwei bewohner des Dörfchens nicht registrierte Waffen gefunden worden seien. Die beiden hätten sich der Verhaftung widersetzt, was die Anwendung von Gewalt durch die Carabinietri erforderlich gemacht hätte. Maxwell erklärte auch, keine Kenntnis von den Misshandlingen gegen Bilbija zu haben, der in Bestitz regulärer Waffenscheine für seine Waffen hatte.
Der Präsident der Republika Srpska, Dragan Cavic hat dem Chefkommandanten der SFOR William Ward eine Beschwerde zukommen lassen und hat darin das Verhalten der Carabinieri als "Brutal und vandalastisch" bezeichnet. Ein seinem Brief bringt er Protest und Verbitterung wegen der erniedrigenden Behandlung, die damit einem unschuldigen Bürger zuteil wurde. Cavic hat in seinem Brief eine energische Untersuchung des Vorfalls eingefordert, damit die Verantwortlichen der Episode bestraft werden und sich Ähnliches in Zukunft nicht wieder vorkäme.
RTRS schrieb am 22.2.:
Einige Bürger, Vertreter der I)nstitutionen, der Polizei, der Veteranenorganisationen und der EUPM (EU-Polizeimission) haben ein Treffen organisiert, bei dem das Verhalten der italienischen Soldaten scharf kritisiert wurde.
Der Sprecher der multinationalen Südwest-Division der SFOR Nigel Fountain hat erklärt, die Bürger würden mit der Diskreditierung der Arbeit der Stabilisierungskräfte manchmal zu weit gehen.
Vier Tage nach der Episode hat die italienische Beobachtergruppe Osservatorio die Balcani das Krankenhaus von Prijedor aufgesucht, wo Milorad Bilbija derzeit behandelt wird. Nach Aussage der Ärzte wird er noch mehrere Tage dort verbleiben müssen.
Die Beobachter stellten Bilbija einige Fragen:
OB: Wie ist Ihr gesundheitlicher Zusand?
MB: Es geht mir etwas besser, aber Magen und nieren tun mir weh. Wenn ich gehe ist mir schwindelig und ich habe Schmerzen.
OB: Haben Sie vor, wegen des Verhaltens der SFOR zu protestieren?
Ja. Sie sagen, dass ich Widerstand geleistet haben soll, aber ich bin 63 Jahre alt und meine Schwester ist 67 ... Wie hätten wir Widerstand leisten können? Es sind Lügen. In meinem Haus haben sie nichts gefunden, während sie in anderen Häusern vom Dorf Waffen gefunden haben. Den anderen haben sie aber nichts getan, nur mich haben si geschlagen.
OB: Ist Ihr Eigentum beschädigt worden?
Sind Teller auf dem Tisch gefährlich? Nein, aber sie haben sie alle kaputtgeschlagen und mich dabei "Bandit" genannt, was für mich eine Beleidigung ist. Ich kann alles vergeben, aber nicht das, was sie meiner Schwester angetan haben. Sie ist herzkrank, wurde an der Niere operiert und ist in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung. Das ist der Grund, weshalb ich bereit bin, bis ans Ende zu gehen. Jedes mal wenn ich was gesagt habe, haben sie mich getreten ...
(Ende des Interviews)
Anmerkung: Einigen wird vielleicht auf ungute Weise die Qualität mancher Gewaltepisode während des G8 in Genua in Erinnerung kommen. Bei den Ermittlungen von unten, die in Sachen G8 angestellt wurden, hat sich herausgestellt, dass dramatischste Momente dieser Tage, unter anderem in Zusammenhang mit den Einsätzen in Piazza Alimonda, wo Carlo Giuliani starb, und Corso Torino, Leute aus diesen Kreisen als Mitverantwortliche dieser Einsätze sahen. Es haben sich Hinweise darauf gefunden, dass innerhalb der italienischen Sicherheitskräfte informelle Zusammenhänge existieren, die eine ganz eigene Art haben, ihren Job zu machen, sich nicht zuletzt aus Profis der Auslandseinsätze zusammensetzen und beispielsweise schon in Afrika wegen Misshandlungen auffielen und dass die rechtsradikale Komponente sehr stark ist. Offenbar werden von ihnen auch zu gleichgesinnten Kollegen und Agenten anderer Länder gerade über die internationalen Missionen beste Kontakte gehalten. Nach fundierten Erkenntnissen derer, die versucht haben, die G8 Ereignisse aufzuklären, gehörten Leute wie diese zu den übelsten Gewalttätern von Genua und leiteten entscheidende Einsatzphasen, die unmittelbar die Eskalation im Vorfeld des Todes von Carlo Giuliani beeinflussten und auch den Einsatz in Piazza Alimonda selbst.
Zur Vermeidung von Missverständnissden sei klargestellt, dass nicht bekannt ist, welcher Division genau die jetzt in Ljeskare aufgefallenen Carabinieri gehören. Der oberste Chef aller Spezialeinheiten für Sondermissionen und Einsätze im In- und Ausland ist aber einer, der gerade durch Taten in Genua auf seinen jetzigen Posten befördert wurde. Der damalige Oberst Leonardo Leso ist derzeit mit dem Grad eines Brigadegenerals der Befehlshaber der Zweiten Mobilen Brigade der Carabinieri. In Genua zur Zeit des G8 war er an der Spitze der Befehlshierarchie der dort eingesetzten Carabinieri. Die Seconda Brigata Mobile wurde im September speziell für Auslandseinsätze gegründet. Er ist ein mehrfach ausgezeichneter Veteran und der ehemalige Kommandant des Tuscania-Bataillons, der u.a. in Genua im Einsatz war. Im Rahmen von M.S.U. ( Multinational Specialized Unit ) -Missionen auf dem Balkan war er bereits bei operativen Einsätzen in Bosnien, Albanien und Kosovo aktiv.
Die Einrichtung der 2. Brigade der Carabinieri für Spezialeinsätze gründet genau auf diese Erfahrungen. Mit ihr unterstehen Leso das 7. Und 13. Mobile Regiment, die früher zu den Panzergrenadieren des Heeres angehörten, jetzt aber mit neuen militärischen Aufgaben betraut sind, das Fallschirmspringer-Regiment der Carabinieri Tuscania, (die in Genua auf der Piazza Alimonda waren) die vor dem September 2001 eine Abteilung der ebenso berüchtigten Brigade "Folgore" stellten und bisher bei den Auslandsmissionen insbesondere militärische Polizeiaufgaben inne hatten und als die Schmiede der Sondereinsatzgruppen G.I.S. gelten.
Letztere stellen den dritten Teil der Leso untergestellten Truppen. Es handelt sich um die italienischen Antiterroreinheit schlechthin, die am 6. Februar 1978 gegründet wurden. Im Inland führen sie u.a. Geiselbefreiungen und als riskant eingestufte Verhaftungen durch, im Ausland waren sie u.a. im Rahmen der "Operation Alba" dabei. Sie sind eigentlich weiterhin direkt der Generalkommandantur der Carabinieri unterstellt, können aber bei Vorliegen einer entsprechenden Genehmigung als Teil der 2. Brigade aktiv werden.
Teil vier und fünf der Brigade sind eine logistische Abteilung und die nachrichtendienstlich tätigen und extrem berüchtigten R.O.S. (Raggruppamento Operativo Speciale), die u.a. wegen der dubiosen Verhaftungswelle in Cosenza im vergangenen Herbst bekannt geworden sind. Auch sie gehören den Carabinieri an, die seit dem Jahr 2000 neben dem Heer, der Marine und der Luftwaffe als vierte militärische Kolonne der italienischen Streitkräfte geführt werden und damit nicht eine paramilitärische Polizei sind, wie viele fälschlich meinen, sondern richtige Soldaten mit Polizeiaufgaben.
Jüngste Aktionen im Rahmen der "Operation Harvest" haben den Präsidenten der Republika Srpska Dragan Cavic veranlasst eine offizielle Beschwerde beim SFOR-Kommandanten einzureichen, weil es zu Misshandlungen von Zivilisten durch Carabinieri-Einheiten gekommen sein soll. Über die Ereignisse, die zu dieser Beschwerde führten, wird in den örtlichen Medien breit berichtet.
Am vergangenen Freitag suchten italienische Carabinieri das Dorf Ljeskare bei Prijedor auf , um mehrere Durchsuchungen durchzuführen. Unter anderem, durchsuchten sie das Haus von Milorad Bilbja. Seinen Angaben zufolge wurde er durch die italienischen Militärs ohne Grund und ohne dass er Widerstand geleistet hätte, misshandelt.
Am 22. 2. Berichtete die Zeitung Glas Srpski über den Vorfall:
Bilbija: "Freitag früh um 7,30 Uhr haben Carabinieri mein Haus umstellt. Sie sind in die Küche gekommen, o ich im Begriff war, den Ofen anzuheizen. Sie haben gefragt, ob ich Waffen hätte. Ich habe ihnen gesagt, dass ich nur mein Jagdgewehr und eine Pistole habe. Sie haben mich gepackt und aus dem Haus geführt. Ich habe dem Dolmetscher die Schlüssel der Garage übergeben und ihm erkärt, dass sich dort die Waffenscheine befanden. Die Carabinieri haben mich mit erhobenen Armen und mit dem Gesicht zur Wand gestellt. Nachdem sie die Waffenscheine genommen hatten, sind sie in die Küche gegangen und haben Jagdgewehr, Pistole und Munition an sich genommen. Einer von ihnen ist in meine Richtung gekommen und hat mich "Bandit" genannt, was in allen Sprachen das Gleiche bedeutet. Ich habe ihnen gesagt, dass sie das tun sollten, wenn sie nicht registrierte Waffen finden. Als Antwort haben sie mich geschlagen. Dann haben sie begonnen, mit einem Hammer auf verschieden Stellen im Haus zu schlagen. Ein Carabiniere hat Karadzic und Mladic erwähnt und mich erneut einen Banditen genannnt. Nach einer halben Stunde sind zwei Offiziere und zwei Polizisten ins Haus gekommen. Einer von ihnen hielt seine Pistole an meinen Kopf. Ein anderer hat mich mit Tritten in die Magengegend traktiert. Ich bin hingefallen und habe gesehen, wie meine Schwester auf mich zukommt. Meine Schwester ist 67 Jahre alt und herzkrank. Ich habe versucht, ihr näher zu kommen, aber da haben sie mich erneut geschlagen und ich bin wieder hingefallen. Danach, bekamen sie einen Anruf. Einer von ihnen, ich glaube es war ein Major, hat mir seine Hand gereicht, aber ich habe mich geweigert, sie zu greifen, nachdem sie mich schon wieder getreten hatten. Bevor sie gegangen sind, haben die Carabinieri mir die Hose und die Jacke, die blutig waren, ausgezogen. Sie haben auch die Blutspuren im Haus weggewischt, damit die Polizei nach ihrem eintreffen in Ljeskare sie nicht findet."
Laut Bilbija haben die Misshandlungen bis zwölf Uhr Mittags angedauert.
SRNA schrieb ebenfalls am 22.2:
Der Sprecher der SFOR Jean Maxwell hat bestätigt, dass die Carabinieri in Ljeskare waren, um nach Waffen zu suchen und hat mitgeteilt, dass bei zwei bewohner des Dörfchens nicht registrierte Waffen gefunden worden seien. Die beiden hätten sich der Verhaftung widersetzt, was die Anwendung von Gewalt durch die Carabinietri erforderlich gemacht hätte. Maxwell erklärte auch, keine Kenntnis von den Misshandlingen gegen Bilbija zu haben, der in Bestitz regulärer Waffenscheine für seine Waffen hatte.
Der Präsident der Republika Srpska, Dragan Cavic hat dem Chefkommandanten der SFOR William Ward eine Beschwerde zukommen lassen und hat darin das Verhalten der Carabinieri als "Brutal und vandalastisch" bezeichnet. Ein seinem Brief bringt er Protest und Verbitterung wegen der erniedrigenden Behandlung, die damit einem unschuldigen Bürger zuteil wurde. Cavic hat in seinem Brief eine energische Untersuchung des Vorfalls eingefordert, damit die Verantwortlichen der Episode bestraft werden und sich Ähnliches in Zukunft nicht wieder vorkäme.
RTRS schrieb am 22.2.:
Einige Bürger, Vertreter der I)nstitutionen, der Polizei, der Veteranenorganisationen und der EUPM (EU-Polizeimission) haben ein Treffen organisiert, bei dem das Verhalten der italienischen Soldaten scharf kritisiert wurde.
Der Sprecher der multinationalen Südwest-Division der SFOR Nigel Fountain hat erklärt, die Bürger würden mit der Diskreditierung der Arbeit der Stabilisierungskräfte manchmal zu weit gehen.
Vier Tage nach der Episode hat die italienische Beobachtergruppe Osservatorio die Balcani das Krankenhaus von Prijedor aufgesucht, wo Milorad Bilbija derzeit behandelt wird. Nach Aussage der Ärzte wird er noch mehrere Tage dort verbleiben müssen.
Die Beobachter stellten Bilbija einige Fragen:
OB: Wie ist Ihr gesundheitlicher Zusand?
MB: Es geht mir etwas besser, aber Magen und nieren tun mir weh. Wenn ich gehe ist mir schwindelig und ich habe Schmerzen.
OB: Haben Sie vor, wegen des Verhaltens der SFOR zu protestieren?
Ja. Sie sagen, dass ich Widerstand geleistet haben soll, aber ich bin 63 Jahre alt und meine Schwester ist 67 ... Wie hätten wir Widerstand leisten können? Es sind Lügen. In meinem Haus haben sie nichts gefunden, während sie in anderen Häusern vom Dorf Waffen gefunden haben. Den anderen haben sie aber nichts getan, nur mich haben si geschlagen.
OB: Ist Ihr Eigentum beschädigt worden?
Sind Teller auf dem Tisch gefährlich? Nein, aber sie haben sie alle kaputtgeschlagen und mich dabei "Bandit" genannt, was für mich eine Beleidigung ist. Ich kann alles vergeben, aber nicht das, was sie meiner Schwester angetan haben. Sie ist herzkrank, wurde an der Niere operiert und ist in einer schlechten gesundheitlichen Verfassung. Das ist der Grund, weshalb ich bereit bin, bis ans Ende zu gehen. Jedes mal wenn ich was gesagt habe, haben sie mich getreten ...
(Ende des Interviews)
Anmerkung: Einigen wird vielleicht auf ungute Weise die Qualität mancher Gewaltepisode während des G8 in Genua in Erinnerung kommen. Bei den Ermittlungen von unten, die in Sachen G8 angestellt wurden, hat sich herausgestellt, dass dramatischste Momente dieser Tage, unter anderem in Zusammenhang mit den Einsätzen in Piazza Alimonda, wo Carlo Giuliani starb, und Corso Torino, Leute aus diesen Kreisen als Mitverantwortliche dieser Einsätze sahen. Es haben sich Hinweise darauf gefunden, dass innerhalb der italienischen Sicherheitskräfte informelle Zusammenhänge existieren, die eine ganz eigene Art haben, ihren Job zu machen, sich nicht zuletzt aus Profis der Auslandseinsätze zusammensetzen und beispielsweise schon in Afrika wegen Misshandlungen auffielen und dass die rechtsradikale Komponente sehr stark ist. Offenbar werden von ihnen auch zu gleichgesinnten Kollegen und Agenten anderer Länder gerade über die internationalen Missionen beste Kontakte gehalten. Nach fundierten Erkenntnissen derer, die versucht haben, die G8 Ereignisse aufzuklären, gehörten Leute wie diese zu den übelsten Gewalttätern von Genua und leiteten entscheidende Einsatzphasen, die unmittelbar die Eskalation im Vorfeld des Todes von Carlo Giuliani beeinflussten und auch den Einsatz in Piazza Alimonda selbst.
Zur Vermeidung von Missverständnissden sei klargestellt, dass nicht bekannt ist, welcher Division genau die jetzt in Ljeskare aufgefallenen Carabinieri gehören. Der oberste Chef aller Spezialeinheiten für Sondermissionen und Einsätze im In- und Ausland ist aber einer, der gerade durch Taten in Genua auf seinen jetzigen Posten befördert wurde. Der damalige Oberst Leonardo Leso ist derzeit mit dem Grad eines Brigadegenerals der Befehlshaber der Zweiten Mobilen Brigade der Carabinieri. In Genua zur Zeit des G8 war er an der Spitze der Befehlshierarchie der dort eingesetzten Carabinieri. Die Seconda Brigata Mobile wurde im September speziell für Auslandseinsätze gegründet. Er ist ein mehrfach ausgezeichneter Veteran und der ehemalige Kommandant des Tuscania-Bataillons, der u.a. in Genua im Einsatz war. Im Rahmen von M.S.U. ( Multinational Specialized Unit ) -Missionen auf dem Balkan war er bereits bei operativen Einsätzen in Bosnien, Albanien und Kosovo aktiv.
Die Einrichtung der 2. Brigade der Carabinieri für Spezialeinsätze gründet genau auf diese Erfahrungen. Mit ihr unterstehen Leso das 7. Und 13. Mobile Regiment, die früher zu den Panzergrenadieren des Heeres angehörten, jetzt aber mit neuen militärischen Aufgaben betraut sind, das Fallschirmspringer-Regiment der Carabinieri Tuscania, (die in Genua auf der Piazza Alimonda waren) die vor dem September 2001 eine Abteilung der ebenso berüchtigten Brigade "Folgore" stellten und bisher bei den Auslandsmissionen insbesondere militärische Polizeiaufgaben inne hatten und als die Schmiede der Sondereinsatzgruppen G.I.S. gelten.
Letztere stellen den dritten Teil der Leso untergestellten Truppen. Es handelt sich um die italienischen Antiterroreinheit schlechthin, die am 6. Februar 1978 gegründet wurden. Im Inland führen sie u.a. Geiselbefreiungen und als riskant eingestufte Verhaftungen durch, im Ausland waren sie u.a. im Rahmen der "Operation Alba" dabei. Sie sind eigentlich weiterhin direkt der Generalkommandantur der Carabinieri unterstellt, können aber bei Vorliegen einer entsprechenden Genehmigung als Teil der 2. Brigade aktiv werden.
Teil vier und fünf der Brigade sind eine logistische Abteilung und die nachrichtendienstlich tätigen und extrem berüchtigten R.O.S. (Raggruppamento Operativo Speciale), die u.a. wegen der dubiosen Verhaftungswelle in Cosenza im vergangenen Herbst bekannt geworden sind. Auch sie gehören den Carabinieri an, die seit dem Jahr 2000 neben dem Heer, der Marine und der Luftwaffe als vierte militärische Kolonne der italienischen Streitkräfte geführt werden und damit nicht eine paramilitärische Polizei sind, wie viele fälschlich meinen, sondern richtige Soldaten mit Polizeiaufgaben.
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Ergänzungen
Können wir das nicht auch i d Bundesrepublik?
Buchtipp zum Thema
Türkischer Staatsanwalt wurd ausgewechselt!
SS ist wieder da
und ich muss mal sagen dass die Aneinanderreihung der Bullen einen leichten bis starken SS tatsch hat.
Wie wäre es mit...