Kurzmeldungen Italien
Die Nacht wird Schwerpunkt, um die Militärtransporte doch durchzusetzen. Kurzinfo zur aktuellen Lage. Mit Karte, damit Nachvollzogen werden kann, was wo geschieht. Start der Züge ist bei Vicenza, der Zielort Camp Darby liegt zwischen Pisa und Livorno. Die Gegner sind an mehreren Orten mittendrin und die Polizei in Massen und aggressiv überall vorhanden, wo leute sind oder noch hinkommen könnten (Pisa).
Mehrere Tonnen Material, unter anderem zwei Betonpfeiler von über 10 Metern Länge liegen auf den Gleisen bei Fornovo, auf der Strecke eines derzeit rollenden Zuges. Auch CGIL-Funktionäre und das christliche Friedensnetz Lilliput stehen seit neuestem ausdrücklich hinter der Belegung von Gleisen mit Sperrgut. Das war beispielsweise am Montag noch nicht der Fall, da riefen die Funktionäre der CGIL und Lilliput-Vertreter wegen einer ähnlichen Sache bei einer Blockade noch die Polizei, echt wahr, wobei die Sache etwas komplizierter ist, es gab auch andere, die da echt Scheiße gebaut haben sollen. Die betreffenden Funktionäre und Netzwerkvertreter haben sich vor wenigen Stunden nun in aller Form dafür öffentlich entschuldigt.
Das ist echt etwas Besonderes und hat eine nicht geringe politische Bedeutung. Soviel Einheit kann wirklich gefährlich werden und es wird auch Folgen haben, dass es passiert ist. Ganz vordergründig bei der offenen wie bei der verdeckten Repression, und wenn die Leute wirklich stark sind und den zu erwartenden Gegenmaßnahmen standhalten, dann könnte das auch die sozialen Kämpfe sehr viel stärker machen. Es ist nicht nur der Krieg, der die Menschen treibt. Radikale Formen des zivilen ungehorsams haben jedenfalls in den letzten Tagen in der allgemeinen Perzeption wieder den Status eines eindeutig legitimen und berechtigten Mittels erlangt, wie es schon lange nicht mehr der Fall war. Das ist ein Ding von enormer Wichtigkeit.
Eine fast drei Kilometer lange Lasterkolonne, zu der auch gespenstisch aussehende Raketenträger gehörten, hat in den Abendstunden von Ederle bei Vicenza aus sehr viel Material zum verladen in den Bahnhof von Verona gebracht. In Verona war die Lage wegen der ellenlangen Lasterkolonne mit Kriegsgut und dem Verladen des selben auf den Zug während des ganzen Abends sehr gespannt, aber es gab keine Zwischenfälle, außer dass der Zug erfolgreich abgefahren ist. (Obwohl sie noch da waren, gab´s da keine Disobbedienti-Blockade, was aber angesichts der zeitweiligen Ingewahrsamnahme von 23 Leuten und starkem Polizeischutz bei der Zugvorbereitung nicht weiter wundert)
In Fornovo, wo die Barrikade die Gleise blockiert, sind starke Polizeikräfte eingetroffen. Luca Casarini und die anderen Disobbedienti, die am Militärflughafen waren, sind wie viele andere auch, auf dem Weg nach Bologna. Da die Schienen in Fornovo mit großen Mengen schwerem Sperrgut belegt sind, wird eine Umleitung des Zuges über Bologna vermutet, der mit dem Material von der Lkw-Kolonne beladen worden war, und jetzt auf dem Weg ist. Auch der Bahnhof von Pisa ist polizeilich schwer belagert.
In Dossobuono sind 70 Leute versammelt, dort ist der Zug im Anmarsch. Die Polizei ist mit Kamopfmontur und Getras massiv vor Ort, Carabinieri sind auch da. Die Polizei beginnt jetzt, Zähne zu zeigen. Bisher galt "Schlagstock light" weil der Minister für die Sicherheit Pisanu die Schiene "guten, friedfertigen Demonstranten wird nichts passieren" fuhr und sich zum großzügigen und tolerant gab. Jetzt wo der wirklich softe Flügel der italienischen sozialen Bewegungem Rete Lilliput sowie die Gewerkschaft CGIL den Kurs gewechselt haben und die Blockaden uneingeschränkt unterstützen, ist das taktische Motiv dafür weg. So sind Spaltung und Kriminalisierung viel schwieriger, das Rezept wird nichtig, also kann jetz auf Plan B geschaltet werden.
Eine härtere Gangart war meiner Meinung nach aber auch abzusehen. So wie die zunehmend nächtliche Umsetzung der Transporte, ist dies Teil der Strategie, mit der auf die sehr erfolgreiche Welle des Widerstands und des Protestes in Zusammenhang mit den Todeszügen reagiert wird, damit diese doch noch durchkommen. Und da wurde von den Zuständigen in den letzten Tagen so einiges durchgespielt und zurechtgebastelt.
Das ist echt etwas Besonderes und hat eine nicht geringe politische Bedeutung. Soviel Einheit kann wirklich gefährlich werden und es wird auch Folgen haben, dass es passiert ist. Ganz vordergründig bei der offenen wie bei der verdeckten Repression, und wenn die Leute wirklich stark sind und den zu erwartenden Gegenmaßnahmen standhalten, dann könnte das auch die sozialen Kämpfe sehr viel stärker machen. Es ist nicht nur der Krieg, der die Menschen treibt. Radikale Formen des zivilen ungehorsams haben jedenfalls in den letzten Tagen in der allgemeinen Perzeption wieder den Status eines eindeutig legitimen und berechtigten Mittels erlangt, wie es schon lange nicht mehr der Fall war. Das ist ein Ding von enormer Wichtigkeit.
Eine fast drei Kilometer lange Lasterkolonne, zu der auch gespenstisch aussehende Raketenträger gehörten, hat in den Abendstunden von Ederle bei Vicenza aus sehr viel Material zum verladen in den Bahnhof von Verona gebracht. In Verona war die Lage wegen der ellenlangen Lasterkolonne mit Kriegsgut und dem Verladen des selben auf den Zug während des ganzen Abends sehr gespannt, aber es gab keine Zwischenfälle, außer dass der Zug erfolgreich abgefahren ist. (Obwohl sie noch da waren, gab´s da keine Disobbedienti-Blockade, was aber angesichts der zeitweiligen Ingewahrsamnahme von 23 Leuten und starkem Polizeischutz bei der Zugvorbereitung nicht weiter wundert)
In Fornovo, wo die Barrikade die Gleise blockiert, sind starke Polizeikräfte eingetroffen. Luca Casarini und die anderen Disobbedienti, die am Militärflughafen waren, sind wie viele andere auch, auf dem Weg nach Bologna. Da die Schienen in Fornovo mit großen Mengen schwerem Sperrgut belegt sind, wird eine Umleitung des Zuges über Bologna vermutet, der mit dem Material von der Lkw-Kolonne beladen worden war, und jetzt auf dem Weg ist. Auch der Bahnhof von Pisa ist polizeilich schwer belagert.
In Dossobuono sind 70 Leute versammelt, dort ist der Zug im Anmarsch. Die Polizei ist mit Kamopfmontur und Getras massiv vor Ort, Carabinieri sind auch da. Die Polizei beginnt jetzt, Zähne zu zeigen. Bisher galt "Schlagstock light" weil der Minister für die Sicherheit Pisanu die Schiene "guten, friedfertigen Demonstranten wird nichts passieren" fuhr und sich zum großzügigen und tolerant gab. Jetzt wo der wirklich softe Flügel der italienischen sozialen Bewegungem Rete Lilliput sowie die Gewerkschaft CGIL den Kurs gewechselt haben und die Blockaden uneingeschränkt unterstützen, ist das taktische Motiv dafür weg. So sind Spaltung und Kriminalisierung viel schwieriger, das Rezept wird nichtig, also kann jetz auf Plan B geschaltet werden.
Eine härtere Gangart war meiner Meinung nach aber auch abzusehen. So wie die zunehmend nächtliche Umsetzung der Transporte, ist dies Teil der Strategie, mit der auf die sehr erfolgreiche Welle des Widerstands und des Protestes in Zusammenhang mit den Todeszügen reagiert wird, damit diese doch noch durchkommen. Und da wurde von den Zuständigen in den letzten Tagen so einiges durchgespielt und zurechtgebastelt.
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Ergänzungen
Vom Protest zum Widerstand
Gruß Wal Buchenberg