ZUR AUFLÖSUNG DER AAB

www.antifa.de 19.02.2003 16:09
Zur Auflösung der AAB: Should I stay or should I go?

Die Besten sterben jung, erst kurz vor Weihnachten Joe Strummer, jetzt auch noch das: Mitte Februar 2003 ist die Antifaschistische Aktion Berlin von ihren AktivistInnen aufgelöst worden. Grund dafür ist die Trennung der Gruppe in zwei etwa gleich große Fraktionen. Wir verstehen uns als der "aktivistische" Teil der AAB, ein großer Teil der Praxis der letzten Jahre wurde von uns getragen und gestaltet. Warum wir uns für eine Trennung ausgesprochen haben und warum wir der Meinung sind, dass von dieser Trennung beide sich jetzt neu konstituierenden Gruppen profitieren, wollen wir mit einem kurzen Text transparent machen.
Zur Auflösung der AAB: Should I stay or should I go?
Die Besten sterben jung, erst kurz vor Weihnachten Joe Strummer, jetzt auch noch das: Mitte Februar 2003 ist die Antifaschistische Aktion Berlin von ihren AktivistInnen aufgelöst worden. Grund dafür ist die Trennung der Gruppe in zwei etwa gleich große Fraktionen. Wir verstehen uns als der "aktivistische" Teil der AAB, ein großer Teil der Praxis der letzten Jahre wurde von uns getragen und gestaltet. Warum wir uns für eine Trennung ausgesprochen haben und warum wir der Meinung sind, dass von dieser Trennung beide sich jetzt neu konstituierenden Gruppen profitieren, wollen wir mit einem kurzen Text transparent machen.

Die AAB war seit ihrer Gründung immer Teil der Linken in der BRD, deshalb ist sie auch nicht von den Entwicklungen der Gesellschaft sowie der gesamten Linken verschont geblieben. Als 1989 die Auflösung des realexistierenden Sozialismus so gut wie abgeschlossen war, wurden in der radikalen Linken wieder vermehrt Grundsatzfragen diskutiert. Für die praktische Politik spielt die Frage nach gesellschaftlicher Intervention eine entscheidende Rolle. Während den "InterventionistInnen" schnell das Mitmachen, die Reproduktion der abzuschaffenden Verhältnisse, das potentiell falsche Verständnis zum Vorwurf gemacht wird, endet die Praxis der "IdeologiekritikerInnen" oft in Abgrenzung zu anderen Linken und ihrer Politik. Dabei unterscheidet beide Richtungen oft weniger die Analyse der kapitalistischen Verhältnisse, als die daraus gezogenen Konsequenzen. Im Mikrokosmos der deutschen radikalen Linken entwickelten sich unter diesen Vorzeichen seit 1989 Debatten um die sogenannten ?Antideutschen?, den Nahen Osten und zuletzt um die aktuellen Weltordnungskriege. Unterschiedliche Positionen und ihre polemischen Zuspitzungen führten zu Brüchen in Gruppen, Wohngemeinschaften und Freundschaften. Für eine bewegungsschwache Zeit ein denkbar unproduktives kommunikatives Setting, dem sich niemand wirklich entziehen konnte.

Things fall apart
Die Trennung der AAB ist die Konsequenz aus den Entwicklungen der Gruppe in den letzten ca. zwei Jahren nach Auflösung der AA/BO.
Ein grundlegender Konflikt war die Frage nach dem AdressatInnen und der Ausrichtung unserer politischen Praxis: Die AAB ist als explizit praxisbezogene Gruppe angetreten. Ziel der Politik war es, Räume für die radikale Linke wieder zu öffnen, eine Wahrnehmbarkeit für linksradikale Argumentationen und Standpunkte zu gewährleisten. Adressatin der Aktionen sollte eine möglichst breite Öffentlichkeit, gerade auch außerhalb der eigenen Szene sein. Erfolgreich waren wir damit an den Punkten, an denen es uns gelang, in die öffentliche Debatte einzugreifen und Diskussionen zuzuspitzen. Ein Mittel dazu war die Bündelung und Sammlung von radikalen Linken an einem bestimmten Politikfeld, nämlich dem Antifaschismus.
Von diesen Grundannahmen wurde sich in den letzten Jahren von einem relevanten Teil der Gruppe langsam aber sicher verabschiedet, ohne dass die Diskussion darüber geführt wurde. Nach dem Ende der AA/BO wurde es versäumt, neben dem Benennen der Gründe des Scheiterns auch die gemeinsame Perspektive neu zu bestimmen. Als Folge dessen kann jetzt eine Abkehr von Konzepten der politischen Einflussnahme festgestellt werden. Die Frage, ob denn die Strategie der Sammlung und Bündelung prinzipiell gescheitert ist, wurde letztendlich nicht beantwortet; die Notwendigkeit, sich weiter am Aufbau einer linken Bewegung zu beteiligen, war scheinbar nicht mehr gegeben.

Wir sind die Guten...
Aufgebrochen ist dieser schwelende Konflikt immer dann, wenn es an die Umsetzung der Aktionen ging, was zu einer faktischen Auftrennung in "KritikerInnen" und "Praxisdeppen" führte, abgrenzen oder mitmachen. Von einem Teil wurde es bevorzugt, eine distanzierte und lediglich kommentierende Haltung zu den linken Bewegungen der letzten Jahre einzunehmen, so zur Globalisierungsbewegung oder auch zur Antikriegsbewegung. Aus der Angst sich an den falschen Positionen von Teilen dieser Bewegungen die Finger schmutzig zu machen, hat man es vorgezogen aus sicherer Warte die Bewegungen zu kritisieren, ohne selbst nach vorne weisende ("richtige") Positionen einzubringen oder sich gar um die Gestaltung der Bewegungen zu kümmern. Die Abgrenzung zu anderen Linken, die verstärkt zum Moment der eigenen Politik wurde, begann sich gegen Fraktionen in der eigenen Gruppe zu richten, was folgte war eine gegenseitige Blockade. Praktische Initiativen innerhalb der Gruppe wurden in diesem Sinne "behandelt": Was weder diskursiv noch durch Kampfabstimmungen verhinderbar war, wurde die Unterstützung verweigert, man beteiligte sich einfach nicht dran.

Nicht gerade neu: Das Wissen um die Schwierigkeit die Regierung zu stürzen
Der Wunsch der Linken, erst die richtige Theorie zu entwickeln, aus der man dann die richtige Praxis ableitet, ist so alt wie sie selbst. Die meisten dieser Ansätze haben sich zersplittert, bevor sie überhaupt relevante Praxis, geschweige denn Einflussnahme entwickeln konnten. Wir sind hingegen der Meinung, dass gerade auch die Praxis nach vorne weisen kann, Motor für inhaltliche Entwicklung ist, ohne dass der Weg bereits ausformuliert sein muss. Da die Linke sich momentan nicht am Vorabend der Revolution befindet, kann es für uns weniger darum gehen, die eine Revolutionstheorie zu entwickeln, sondern die Bedingungen für eine erhöhte Relevanz linker Positionen zu gesellschaftlich relevanten Themen zu schaffen. Als politische Gruppe in einer Bewegungslinken stellte sich für uns auch die Frage, ob wir diejenigen sind, die die Faschismustheorie auf der Höhe der Zeit, die Kapitalismuskritik, die gegen jeden Vorwurf der Unvollständigkeit erhaben ist, und die Theorie zur Revolution entwickeln. Der Streit über die "richtige" Position ist in der Linken ein Bestandteil der Politik, aber ohne die Wahrnehmbarkeit einer praktischen Politik interessiert sich auch niemand für die Positionen, die vertreten werden. Die AAB ist dafür ein gutes Beispiel: Nur aufgrund der praktischen Erfolge unserer Politik wurden auch die Positionen diskutiert.
Dem Anspruch, die Theorie zu verbessern und mit Praxis zusammenzuführen, wurde von den Leuten, die dies einforderten, nicht Genüge getan. Im Gegenteil hat die Art und Weise wie Diskussionen geführt wurden mehr und mehr zu einem Klima geführt, in dem Projekte gegen einen relevanten Teil in Kampfabstimmungen durchgesetzt werden mussten, bestenfalls gab es eine Art "Stillhalteabkommen". Von einer kontinuierlichen Diskussion um die Weiterentwicklung der Politik konnte keine Rede sein. Nicht einmal in der eigenen Gruppe wurde sich um Vermittlung der jeweiligen individuellen Positionen bemüht, um sich dann, enttäuscht, dass die eigene Erwartungshaltung nicht von anderen erfüllt wird, selbst bestätigen zu können, das man eben mit der "richtigen Position" ziemlich alleine ist.

Jede Gruppe muss sich also fragen, welche Rolle sie einnimmt, ob sie im Bereich der Diskurse in der innerlinken Diskussion Schwerpunkte legt oder in der Entwicklung der Handlungsfähigkeit der Linken, ob sie sich auf die scharfe Intervention im bzw. gegen den linken Mikrokosmos oder den nachvollziehbaren Angriff auf die herrschenden Verhältnisse konzentriert. Wir haben uns dafür entschieden, die Isolation in die uns die Konflikte in der AAB getrieben haben, aufzubrechen und verstärkt für die Gestaltung der Linken gemeinsam mit anderen Gruppen einzutreten.

Seitdem der Krieg ist wohne ich im Keller
Diskutiertes wurden zum Ende der AAB immer mehr als unverbindlich angesehen und Positionierungen auf irgendwann verschoben, wie es z.B. bei unseren Diskussionen um den drohenden Krieg gegen den Irak der Fall war: Bereits kurz nach der Diskussion um Aktion, Aufruf und Position, konnten sich die Beteiligten schon nicht mehr daran erinnern, dass wir eine Position dazu entwickelt hatten. Ein Teil der Gruppe äußerte sich gar nicht zum Thema, die einen hielten die Position einfach für "schlecht", andere meinten, dass ein Krieg in dem es nicht die objektiv "gute Seite" gibt, kein geeignetes Thema für die radikale Linke ist, viele blieben indifferent, "interessiert mich nicht so sehr" etc.... Man schließt einfach die Augen vor einer der wichtigsten politischen Entwicklungen, anstatt mit einer radikalen linken Position gegen Krieg, Kapitalismus und Rot-Grün zu agitieren. Zwar wird immer wieder bekundet, dass man Diskussionen an sich interessant findet, ohne damit aber irgendwo hin zu wollen. Die VertreterInnen einer Antikriegsposition werden aufgefordert, diese doch auch Leute schmackhaft zu machen, die der Meinung sind, ein Krieg mit UN-Mandat wäre eine berechtigter Krieg. So gelangt man an den Punkt, an dem man nicht mehr darüber reden kann wie der Krieg zu stoppen bzw. zu sabotieren ist, sondern die Frage dreht sich darum, ob der Krieg überhaupt bekämpfenswert ist. Für uns, die wir in dieser Frage eine Antikriegs- und antimilitaristische Position einnehmen, stellt das eine Blockade dar, von dem was wir an Intervention für notwendig erachten. Ohne an vergangene Diskussionen anzuknüpfen, wird je nach Zusammensetzung der Runden stets bei Null angefangen und versucht, eine öffentliche Positionierung zu verhindern bzw. klar zu stellen, dass nur ein Teil diese Position auch tatsächlich vertritt. Beispielhaft dafür ist das Dementi, das unter dem Namen AAB vor einigen Wochen auf der Leserbriefseite der Jungen Welt veröffentlicht wurde, und das bezugnehmend auf ein zuvor veröffentlichtes Interview behauptet, dass es keine Antikriegsposition der AAB gegeben hätte.

Die hier beispielhaft skizzierte Situation hat letztendlich dazu geführt, dass es in einem Punkt doch noch einen Konsens in der AAB gab: So wie es ist, kann es nicht bleiben. Unausgesprochen war den meisten Beteiligten klar: Es kann zusammen nicht mehr weitergehen, zu unterschiedlich waren die Positionen, die Vorstellungen und Wünsche, die man in und mit der AAB verwirklichen wollte. An diesem Punkt haben wir den ersten Schritt gemacht und für eine Trennung plädiert. Nicht weil wir -wie manche vermuten- "Linientreue" einfordern (wer die AAB kennt weiß, dass es diese Linie nie gegeben hat) oder zurück in die autonome Wohlfühlgruppe wollen, sondern weil wir weiterhin an einer praktischen und öffentlichkeitswirksamen Politik interessiert sind, für die wir unter diesen Umständen keine Grundlage mehr gesehen haben.

you?re making plans, we?re making history
Wir wollen auf Grundlage eines gemeinsamen Selbstverständnisses weiterhin Politik machen, orientiert an der Analyse der gesellschaftlich relevanten Entwicklungen. Die Art und Weise unserer Politik wird an den Grundlagen der verflossenen AAB ausgerichtet sein, d.h. wir wollen über die radikale Linke hinaus wirken und unsere Politik entwickeln, als Teil der Bewegungslinken mit eigenen Positionen bestechen, statt uns an der "Beschränktheit" anderer Linker abzuarbeiten.
Zum einen bleibt der Antifaschismus zentrales Element und Ansatzpunkt unserer Politik und das nicht nur, weil nach dem wirkungslos verpufften "Aufstand der Anständigen" die Notwendigkeit linksradikaler Anti- Nazi Arbeit nicht ad acta gelegt werden kann (die Zahl und Qualität der Nazi-Übergriffe ist unverändert hoch), sondern auch weil Antifaschismus immer noch ein wichtiger Punkt der politischen Verortung in der BRD ist.
Seit unserer Mobilisierung 1999 gegen den EU-Gipfel in Köln haben wir unser Praxisfeld erweitert durch die Aspekte der Globalisierungskritik und den Widerstand gegen den Neoliberalismus. Daran wollen wir weiter anknüpfen; mittelfristiges Ziel dabei ist es, die antikapitalistischen Teile der Bewegung, die sich links von Attac verorten, zu stärken und mit dafür zu sorgen, dass die generelle Kritik am Kapitalismus wahrnehmbar bleibt. Darüber hinaus wollen wir den erstarkenden Antisemitismus fernab von Szenediskussionen als gesellschaftliche Entwicklung thematisieren und Möglichkeiten der politischen Einflussnahme weg von der denunziatorischen Selbstbeschäftigung in einem Teil der Linken suchen.

Unsere nächsten Aktionen werden sich auf den anstehenden Krieg gegen den Irak beziehen. Wir mobilisieren weiter zu einer Demo am Tag X unter dem Motto "No Nation - No War - No Capitalism. We will stop you." (für die BerlinerInnen unter der geneigten LeserInnenschaft: 18.00 Uhr, Alex). Wir sehen hier die Notwendigkeit, bei einer der wichtigsten gesellschaftlichen Fragen mit einer Position präsent zu sein, die über die Unterstützung der rot-grünen Regierung, die noch 1999 lustig Bomben auf Belgrad warf und einen Angriffskrieg ohne UN-Mandat führte, hinaus weist und auf die Zusammenhänge von Krieg, Menschenrechten und Kapitalismus aufmerksam macht. Eine Beteiligung an der Organisation der revolutionären 1.Mai-Demo steht für uns auch in diesem Jahr wieder an, ebenso werden wir im Frühsommer bei den Aktionen gegen den ein oder anderen Gipfel (Evian/G8 bzw. Thessaloniki/EU) anzutreffen sein.

Alle die sich an unseren zukünftigen Projekten beteiligen wollen, sind eingeladen mit uns Kontakt aufzunehmen: Über die Internet-Seite www.antifa.de, die auch weiterhin von uns betrieben wird, per E-Mail an  mail@antifa.de oder bei dem Soli-Konzert für unseren in den Niederlanden inhaftierten Freund und Genossen JuanRa am 04.04. im RAW-Tempel in Berlin-Friedrichshain. Den Genossinnen und Genossen, die sich in ihrem Schreiben als "die bessere Hälfte" bezeichneten, wünschen wir selbstverständlich viel Erfolg mit ihrem zukünftigen Projekt, in der Hoffnung, dass es auf der nächsten revolutionären 1. Mai-Demo einen Demo-Truck mehr geben wird...
see you on the barricades...

Kontakt:
 mail@antifa.de
 http://www.antifa.de
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Ergänzungen

Warum postet Ihr den Text jetzt zum x-ten mal

Frager 19.02.2003 - 16:50
???

Typisches AAB-Verhalten

Antworter 19.02.2003 - 16:54
Weil die AAB sich für die wichtigste Gruppe hält, sind ihrer Ansicht nach natürlich auch ihre Texte am wichtigsten.
Also posten sie die wieder und wieder und wieder. Ist doch egal, obs für Indy scheisse ist oder nicht, "nach uns die Sintflut" - wozu Rücksicht auf andere nehmen?
Interessant übrigens, daß solche Texte nicht mehr zur Interim geschickt werden. Die AAB hat ja ein Interim-Boykott am laufen. Warum, ist mir nicht bekannt, wird meist bestritten.

-----------Vorschlagan_die_Mods:_Löschen------------
---------------einmal_ist_genug!---------------

PS: Warum diskutiert Ihr Eure Texte nicht im Diskussionsforum? Warum richtet Ihr auf www.antifa.de sowas nicht ein? Ist doch klar: Sollen ruhig die Indys Eure Arbeit machen.... jajajajaja

@Antworter

reisekader 19.02.2003 - 17:03
Entwickel mal Hemmungen! Dein Zensur-Gekeife ist ja peinlich. Würde gern beide Seiten lesen können,danke.

Mal ne Frage an Reisekader

19.02.2003 - 17:16
Also ich finde Dein Gemecker ekelhafter. Weil: Genau dieser Text der AAB wurde sehr oft hier gepostet - Du findest es also wichtig, daß ein und derselbe Text 20 mal bei Indy steht, weil Du ihn sonst nicht lesen kannst?

Na gut, dann lies mal das hier:

ZUR AUFLÖSUNG DER AAB

von www.antifa.de - 19.02.2003 16:09

Zur Auflösung der AAB: Should I stay or should I go?

Die Besten sterben jung, erst kurz vor Weihnachten Joe Strummer, jetzt auch noch das: Mitte Februar 2003 ist die Antifaschistische Aktion
Berlin von ihren AktivistInnen aufgelöst worden. Grund dafür ist die Trennung der Gruppe in zwei etwa gleich große Fraktionen. Wir verstehen
uns als der "aktivistische" Teil der AAB, ein großer Teil der Praxis der letzten Jahre wurde von uns getragen und gestaltet. Warum wir uns für
eine Trennung ausgesprochen haben und warum wir der Meinung sind, dass von dieser Trennung beide sich jetzt neu konstituierenden
Gruppen profitieren, wollen wir mit einem kurzen Text transparent machen.


Zur Auflösung der AAB: Should I stay or should I go?
Die Besten sterben jung, erst kurz vor Weihnachten Joe Strummer, jetzt auch noch das: Mitte Februar 2003 ist die Antifaschistische Aktion
Berlin von ihren AktivistInnen aufgelöst worden. Grund dafür ist die Trennung der Gruppe in zwei etwa gleich große Fraktionen. Wir verstehen
uns als der "aktivistische" Teil der AAB, ein großer Teil der Praxis der letzten Jahre wurde von uns getragen und gestaltet. Warum wir uns für
eine Trennung ausgesprochen haben und warum wir der Meinung sind, dass von dieser Trennung beide sich jetzt neu konstituierenden
Gruppen profitieren, wollen wir mit einem kurzen Text transparent machen.

Die AAB war seit ihrer Gründung immer Teil der Linken in der BRD, deshalb ist sie auch nicht von den Entwicklungen der Gesellschaft sowie
der gesamten Linken verschont geblieben. Als 1989 die Auflösung des realexistierenden Sozialismus so gut wie abgeschlossen war, wurden
in der radikalen Linken wieder vermehrt Grundsatzfragen diskutiert. Für die praktische Politik spielt die Frage nach gesellschaftlicher
Intervention eine entscheidende Rolle. Während den "InterventionistInnen" schnell das Mitmachen, die Reproduktion der abzuschaffenden
Verhältnisse, das potentiell falsche Verständnis zum Vorwurf gemacht wird, endet die Praxis der "IdeologiekritikerInnen" oft in Abgrenzung zu
anderen Linken und ihrer Politik. Dabei unterscheidet beide Richtungen oft weniger die Analyse der kapitalistischen Verhältnisse, als die
daraus gezogenen Konsequenzen. Im Mikrokosmos der deutschen radikalen Linken entwickelten sich unter diesen Vorzeichen seit 1989
Debatten um die sogenannten ?Antideutschen?, den Nahen Osten und zuletzt um die aktuellen Weltordnungskriege. Unterschiedliche
Positionen und ihre polemischen Zuspitzungen führten zu Brüchen in Gruppen, Wohngemeinschaften und Freundschaften. Für eine
bewegungsschwache Zeit ein denkbar unproduktives kommunikatives Setting, dem sich niemand wirklich entziehen konnte.

Things fall apart
Die Trennung der AAB ist die Konsequenz aus den Entwicklungen der Gruppe in den letzten ca. zwei Jahren nach Auflösung der AA/BO.
Ein grundlegender Konflikt war die Frage nach dem AdressatInnen und der Ausrichtung unserer politischen Praxis: Die AAB ist als explizit
praxisbezogene Gruppe angetreten. Ziel der Politik war es, Räume für die radikale Linke wieder zu öffnen, eine Wahrnehmbarkeit für
linksradikale Argumentationen und Standpunkte zu gewährleisten. Adressatin der Aktionen sollte eine möglichst breite Öffentlichkeit, gerade
auch außerhalb der eigenen Szene sein. Erfolgreich waren wir damit an den Punkten, an denen es uns gelang, in die öffentliche Debatte
einzugreifen und Diskussionen zuzuspitzen. Ein Mittel dazu war die Bündelung und Sammlung von radikalen Linken an einem bestimmten
Politikfeld, nämlich dem Antifaschismus.
Von diesen Grundannahmen wurde sich in den letzten Jahren von einem relevanten Teil der Gruppe langsam aber sicher verabschiedet,
ohne dass die Diskussion darüber geführt wurde. Nach dem Ende der AA/BO wurde es versäumt, neben dem Benennen der Gründe des
Scheiterns auch die gemeinsame Perspektive neu zu bestimmen. Als Folge dessen kann jetzt eine Abkehr von Konzepten der politischen
Einflussnahme festgestellt werden. Die Frage, ob denn die Strategie der Sammlung und Bündelung prinzipiell gescheitert ist, wurde letztendlich
nicht beantwortet; die Notwendigkeit, sich weiter am Aufbau einer linken Bewegung zu beteiligen, war scheinbar nicht mehr gegeben.

Wir sind die Guten...
Aufgebrochen ist dieser schwelende Konflikt immer dann, wenn es an die Umsetzung der Aktionen ging, was zu einer faktischen Auftrennung
in "KritikerInnen" und "Praxisdeppen" führte, abgrenzen oder mitmachen. Von einem Teil wurde es bevorzugt, eine distanzierte und lediglich
kommentierende Haltung zu den linken Bewegungen der letzten Jahre einzunehmen, so zur Globalisierungsbewegung oder auch zur
Antikriegsbewegung. Aus der Angst sich an den falschen Positionen von Teilen dieser Bewegungen die Finger schmutzig zu machen, hat
man es vorgezogen aus sicherer Warte die Bewegungen zu kritisieren, ohne selbst nach vorne weisende ("richtige") Positionen einzubringen
oder sich gar um die Gestaltung der Bewegungen zu kümmern. Die Abgrenzung zu anderen Linken, die verstärkt zum Moment der eigenen
Politik wurde, begann sich gegen Fraktionen in der eigenen Gruppe zu richten, was folgte war eine gegenseitige Blockade. Praktische
Initiativen innerhalb der Gruppe wurden in diesem Sinne "behandelt": Was weder diskursiv noch durch Kampfabstimmungen verhinderbar war,
wurde die Unterstützung verweigert, man beteiligte sich einfach nicht dran.

Nicht gerade neu: Das Wissen um die Schwierigkeit die Regierung zu stürzen
Der Wunsch der Linken, erst die richtige Theorie zu entwickeln, aus der man dann die richtige Praxis ableitet, ist so alt wie sie selbst. Die
meisten dieser Ansätze haben sich zersplittert, bevor sie überhaupt relevante Praxis, geschweige denn Einflussnahme entwickeln konnten.
Wir sind hingegen der Meinung, dass gerade auch die Praxis nach vorne weisen kann, Motor für inhaltliche Entwicklung ist, ohne dass der
Weg bereits ausformuliert sein muss. Da die Linke sich momentan nicht am Vorabend der Revolution befindet, kann es für uns weniger darum
gehen, die eine Revolutionstheorie zu entwickeln, sondern die Bedingungen für eine erhöhte Relevanz linker Positionen zu gesellschaftlich
relevanten Themen zu schaffen. Als politische Gruppe in einer Bewegungslinken stellte sich für uns auch die Frage, ob wir diejenigen sind, die
die Faschismustheorie auf der Höhe der Zeit, die Kapitalismuskritik, die gegen jeden Vorwurf der Unvollständigkeit erhaben ist, und die
Theorie zur Revolution entwickeln. Der Streit über die "richtige" Position ist in der Linken ein Bestandteil der Politik, aber ohne die
Wahrnehmbarkeit einer praktischen Politik interessiert sich auch niemand für die Positionen, die vertreten werden. Die AAB ist dafür ein gutes
Beispiel: Nur aufgrund der praktischen Erfolge unserer Politik wurden auch die Positionen diskutiert.
Dem Anspruch, die Theorie zu verbessern und mit Praxis zusammenzuführen, wurde von den Leuten, die dies einforderten, nicht Genüge
getan. Im Gegenteil hat die Art und Weise wie Diskussionen geführt wurden mehr und mehr zu einem Klima geführt, in dem Projekte gegen
einen relevanten Teil in Kampfabstimmungen durchgesetzt werden mussten, bestenfalls gab es eine Art "Stillhalteabkommen". Von einer
kontinuierlichen Diskussion um die Weiterentwicklung der Politik konnte keine Rede sein. Nicht einmal in der eigenen Gruppe wurde sich um
Vermittlung der jeweiligen individuellen Positionen bemüht, um sich dann, enttäuscht, dass die eigene Erwartungshaltung nicht von anderen
erfüllt wird, selbst bestätigen zu können, das man eben mit der "richtigen Position" ziemlich alleine ist.

Jede Gruppe muss sich also fragen, welche Rolle sie einnimmt, ob sie im Bereich der Diskurse in der innerlinken Diskussion Schwerpunkte
legt oder in der Entwicklung der Handlungsfähigkeit der Linken, ob sie sich auf die scharfe Intervention im bzw. gegen den linken Mikrokosmos
oder den nachvollziehbaren Angriff auf die herrschenden Verhältnisse konzentriert. Wir haben uns dafür entschieden, die Isolation in die uns
die Konflikte in der AAB getrieben haben, aufzubrechen und verstärkt für die Gestaltung der Linken gemeinsam mit anderen Gruppen
einzutreten.

Seitdem der Krieg ist wohne ich im Keller
Diskutiertes wurden zum Ende der AAB immer mehr als unverbindlich angesehen und Positionierungen auf irgendwann verschoben, wie es
z.B. bei unseren Diskussionen um den drohenden Krieg gegen den Irak der Fall war: Bereits kurz nach der Diskussion um Aktion, Aufruf und
Position, konnten sich die Beteiligten schon nicht mehr daran erinnern, dass wir eine Position dazu entwickelt hatten. Ein Teil der Gruppe
äußerte sich gar nicht zum Thema, die einen hielten die Position einfach für "schlecht", andere meinten, dass ein Krieg in dem es nicht die
objektiv "gute Seite" gibt, kein geeignetes Thema für die radikale Linke ist, viele blieben indifferent, "interessiert mich nicht so sehr" etc.... Man
schließt einfach die Augen vor einer der wichtigsten politischen Entwicklungen, anstatt mit einer radikalen linken Position gegen Krieg,
Kapitalismus und Rot-Grün zu agitieren. Zwar wird immer wieder bekundet, dass man Diskussionen an sich interessant findet, ohne damit aber
irgendwo hin zu wollen. Die VertreterInnen einer Antikriegsposition werden aufgefordert, diese doch auch Leute schmackhaft zu machen, die
der Meinung sind, ein Krieg mit UN-Mandat wäre eine berechtigter Krieg. So gelangt man an den Punkt, an dem man nicht mehr darüber reden
kann wie der Krieg zu stoppen bzw. zu sabotieren ist, sondern die Frage dreht sich darum, ob der Krieg überhaupt bekämpfenswert ist. Für
uns, die wir in dieser Frage eine Antikriegs- und antimilitaristische Position einnehmen, stellt das eine Blockade dar, von dem was wir an
Intervention für notwendig erachten. Ohne an vergangene Diskussionen anzuknüpfen, wird je nach Zusammensetzung der Runden stets bei
Null angefangen und versucht, eine öffentliche Positionierung zu verhindern bzw. klar zu stellen, dass nur ein Teil diese Position auch
tatsächlich vertritt. Beispielhaft dafür ist das Dementi, das unter dem Namen AAB vor einigen Wochen auf der Leserbriefseite der Jungen Welt
veröffentlicht wurde, und das bezugnehmend auf ein zuvor veröffentlichtes Interview behauptet, dass es keine Antikriegsposition der AAB
gegeben hätte.

Die hier beispielhaft skizzierte Situation hat letztendlich dazu geführt, dass es in einem Punkt doch noch einen Konsens in der AAB gab: So
wie es ist, kann es nicht bleiben. Unausgesprochen war den meisten Beteiligten klar: Es kann zusammen nicht mehr weitergehen, zu
unterschiedlich waren die Positionen, die Vorstellungen und Wünsche, die man in und mit der AAB verwirklichen wollte. An diesem Punkt
haben wir den ersten Schritt gemacht und für eine Trennung plädiert. Nicht weil wir -wie manche vermuten- "Linientreue" einfordern (wer die
AAB kennt weiß, dass es diese Linie nie gegeben hat) oder zurück in die autonome Wohlfühlgruppe wollen, sondern weil wir weiterhin an einer
praktischen und öffentlichkeitswirksamen Politik interessiert sind, für die wir unter diesen Umständen keine Grundlage mehr gesehen haben.

you?re making plans, we?re making history
Wir wollen auf Grundlage eines gemeinsamen Selbstverständnisses weiterhin Politik machen, orientiert an der Analyse der gesellschaftlich
relevanten Entwicklungen. Die Art und Weise unserer Politik wird an den Grundlagen der verflossenen AAB ausgerichtet sein, d.h. wir wollen
über die radikale Linke hinaus wirken und unsere Politik entwickeln, als Teil der Bewegungslinken mit eigenen Positionen bestechen, statt uns
an der "Beschränktheit" anderer Linker abzuarbeiten.
Zum einen bleibt der Antifaschismus zentrales Element und Ansatzpunkt unserer Politik und das nicht nur, weil nach dem wirkungslos
verpufften "Aufstand der Anständigen" die Notwendigkeit linksradikaler Anti- Nazi Arbeit nicht ad acta gelegt werden kann (die Zahl und
Qualität der Nazi-Übergriffe ist unverändert hoch), sondern auch weil Antifaschismus immer noch ein wichtiger Punkt der politischen
Verortung in der BRD ist.
Seit unserer Mobilisierung 1999 gegen den EU-Gipfel in Köln haben wir unser Praxisfeld erweitert durch die Aspekte der Globalisierungskritik
und den Widerstand gegen den Neoliberalismus. Daran wollen wir weiter anknüpfen; mittelfristiges Ziel dabei ist es, die antikapitalistischen
Teile der Bewegung, die sich links von Attac verorten, zu stärken und mit dafür zu sorgen, dass die generelle Kritik am Kapitalismus
wahrnehmbar bleibt. Darüber hinaus wollen wir den erstarkenden Antisemitismus fernab von Szenediskussionen als gesellschaftliche
Entwicklung thematisieren und Möglichkeiten der politischen Einflussnahme weg von der denunziatorischen Selbstbeschäftigung in einem Teil
der Linken suchen.

Unsere nächsten Aktionen werden sich auf den anstehenden Krieg gegen den Irak beziehen. Wir mobilisieren weiter zu einer Demo am Tag X
unter dem Motto "No Nation - No War - No Capitalism. We will stop you." (für die BerlinerInnen unter der geneigten LeserInnenschaft: 18.00
Uhr, Alex). Wir sehen hier die Notwendigkeit, bei einer der wichtigsten gesellschaftlichen Fragen mit einer Position präsent zu sein, die über
die Unterstützung der rot-grünen Regierung, die noch 1999 lustig Bomben auf Belgrad warf und einen Angriffskrieg ohne UN-Mandat führte,
hinaus weist und auf die Zusammenhänge von Krieg, Menschenrechten und Kapitalismus aufmerksam macht. Eine Beteiligung an der
Organisation der revolutionären 1.Mai-Demo steht für uns auch in diesem Jahr wieder an, ebenso werden wir im Frühsommer bei den
Aktionen gegen den ein oder anderen Gipfel (Evian/G8 bzw. Thessaloniki/EU) anzutreffen sein.

Alle die sich an unseren zukünftigen Projekten beteiligen wollen, sind eingeladen mit uns Kontakt aufzunehmen: Über die Internet-Seite
www.antifa.de, die auch weiterhin von uns betrieben wird, per E-Mail an  mail@antifa.de oder bei dem Soli-Konzert für unseren in den
Niederlanden inhaftierten Freund und Genossen JuanRa am 04.04. im RAW-Tempel in Berlin-Friedrichshain. Den Genossinnen und
Genossen, die sich in ihrem Schreiben als "die bessere Hälfte" bezeichneten, wünschen wir selbstverständlich viel Erfolg mit ihrem
zukünftigen Projekt, in der Hoffnung, dass es auf der nächsten revolutionären 1. Mai-Demo einen Demo-Truck mehr geben wird...
see you on the barricades...

Kontakt:
 mail@antifa.de
 http://www.antifa.de


Homepage:  http://www.antifa.de




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ERGÆNZUNGEN



Warum postet Ihr den Text jetzt zum x-ten mal
Von: Frager 19.02.2003 16:50

???



Typisches AAB-Verhalten
Von: Antworter 19.02.2003 16:54

Weil die AAB sich für die wichtigste Gruppe hält, sind ihrer Ansicht nach natürlich auch ihre Texte am wichtigsten.
Also posten sie die wieder und wieder und wieder. Ist doch egal, obs für Indy scheisse ist oder nicht, "nach uns die Sintflut" - wozu Rücksicht
auf andere nehmen?
Interessant übrigens, daß solche Texte nicht mehr zur Interim geschickt werden. Die AAB hat ja ein Interim-Boykott am laufen. Warum, ist mir
nicht bekannt, wird meist bestritten.

-----------Vorschlagan_die_Mods:_Löschen------------
---------------einmal_ist_genug!---------------

PS: Warum diskutiert Ihr Eure Texte nicht im Diskussionsforum? Warum richtet Ihr auf www.antifa.de sowas nicht ein? Ist doch klar: Sollen
ruhig die Indys Eure Arbeit machen.... jajajajaja



@Antworter
Von: reisekader 19.02.2003 17:03

Entwickel mal Hemmungen! Dein Zensur-Gekeife ist ja peinlich. Würde gern beide Seiten lesen können,danke.

komisch

19.02.2003 - 17:19
warum liest denn der herr eisekader den text nicht auf antifa.de oder in der interim oder warum liest er nicht die version, die gestern und vorgestern gepostet wurden? warum muss als datum der 19.2 stehen? postet der reisekader morgen wieder den text?

Naja...

Kommunist 19.02.2003 - 17:22
Dann seid ihr die "Guten" oder zumindest die "Besseren". Richtig war es auf jeden Fall, sich von diesen Verrückten Antideutschen zu trennen.

Aber nun folgt ein Neuanfang, falls ihr nicht aufgeben wollt. Und da wäre es gut, die bisherige Arbeit kritisch auszuwerten. Ein Grund dafür, dass die AAB immer sehr aktionistisch war und ihre Inhalte verhandelte und verkaufte bzw. teilweise gar keine hatte, lag daran, dass alles sehr schwammig war und es eben keine richtigen Inhalte gab, zumindest keine revolutionären.

Mir war oft nicht klar gewesen, warum einige überhaupt in der AAB sind: Weil sie dort ihre FreundInnen haben, weil sie gerne Pop und Hip Hop mögen und sich in der AAB toll vorkommen, weil sie gerne Nazis auf die Fresse hauen oder weil sie für den Kommunismus kämpfen wollen?

Ihr schreibt, dass Euer Aktionsfeld der Antifaschismus war. Ist das nicht schon der Grundfehler? Der Kampf gegen Nazis ist sinnvoll und notwendig, darf jedoch nicht mit dem Kampf für den Kommunismus verwechselt werden. Ich hatte nie den Eindruck, dass es dem Großteil der AAB wirklich um Kommunismus ging, obwohl sich die Gruppe als kommunistisch bezeichnete.

Ihr kritisiert: "Der Wunsch der Linken, erst die richtige Theorie zu entwickeln, aus der man dann die richtige Praxis ableitet, ist so alt wie sie selbst."

Das ist aber falsch. Es ist notwendig, zumindest ein paar verbindliche Thesen zu entwickeln, wie revolutionäre Arbeit aussehen muss und was die Aufgabe der Gruppe bzw. der RevolutionärInnen ist und wie eine Gruppe zu diesen oder jenen Positionen steht und warum sie diese oder jene Ansichten vertritt und diese Thesen dauernd weiterzuentwickeln. Wir müssen uns doch erst einmal überlegen, für was wir kämpfen, warum wir dafür kämpfen und wie wir das erreichen, bevor wir anfangen zu kämpfen. Alles andere ist blinder Aktionismus und führt zu Nichts (wenn das Gerüst schon wakelig ist, dann muss das Haus früher oder später zusammenbrechen). So ist es auch nicht verwunderlich, dass sich große Teile der Antifa zu einer extremeren "Bürgerwehr" entwickelt hatten, die die bürgerlichen Werte gegenüber der faschistischen Barbarei verteidigten.

Diesbezüglich ist die Kritik der antideutschen Fraktion zumindest vom Ansatz her gerechtfertigt, auch wenn die wiederum den Fehler begehen, aus Angst vor falscher Praxis gar keine Praxis zu machen und dazu noch völlig hirnverbrannte Positionen zu vertreten.

Dass ihr auf dem 1. Mai gerne wieder einen Demotruck haben wollt, beweist meiner Meinung nach auch, dass ihr nicht verstanden habt, worauf es ankommt: Entscheidend ist nicht, wer am meisten Leute hinter sich scharen kann, sondern wer am besten kommunistische Inhalte vermitteln kann und das geht wohl kaum in einem Dezibelwettbewerb selbsternannter DJs, oder? Lieber weniger Leute, und dafür welche, die zumindest ein Interesse am Kommunismus haben und nicht nur wegen Party kommen.

Ich bin gespannt, was uns noch so alles erwartet! In der Linken gibt es keinen Wahnsinn, den ich mir nicht vorstellen könnte! Passt gut auf Euch auf!

@falscher Reisekader

Reisekader (in Echt, wirklich ;-) 19.02.2003 - 18:00
He, nix gegen Hippies!

Wenn die Nacht

am tiefsten ist 19.02.2003 - 18:49
Tja so eine grosse inhaltliche Differenz zu der anderen Grupppe habt ihr nicht, nur das ihr halt euer scheiss-ding weitermachen wollt, während die "bessere Hälfte" ganz offiziel in den Schoss ihrer eltern/dieses systems wollen.
ihr kritiesiert die USA/BRD/ISRAEL/IMPRIALISMUS-Leute bei euch ja nicht wegen ihrer inhaltlichen analyse,system verteidigen, araber=antisemiten, Personenbündniss etc., sondern bloß weil sie`s nix macht. schliesslich wollen wir gute freunden bleiben, halt typisch aab, immer auf allen hochzeiten wollen, bischen antideutsch hier, bischen antikriegsbewegung hier."revolutionär" als adjektiv fragen, am 1.mai dann doch lieber mit den bürgerlichen über einzelne syptome des systems reden. bla.bla.bla. da kann ich mich nur des kommentars, der schon bei der "besseren hälfte" stand, anschliessen:
"Auf jeden Fall ist das der ein guter Schritt in die richtige Richtung um das Niveu der (Berliner) Linken zu heben. Natürlich ist eine Spaltung in deutsch-chauvinistisch und noch deutsch-chauvinistischer noch nicht das Gelbe vom Ei, aber eben doch ein Schritt in die richtige Richtung. Für AAB`ler wird es ein völliger Rückzug ins Privatleben oder ein noch unproblematischer Aufstieg auf der Kariereleiter und für die Oportunisten aus anderen (Berliner) Gruppen kein "wir brauchen die aber, weil sie so gut Leute an Start kriegen. OK, sie verarschen uns andauernd, haben Parolen wie HA-HO-HE, sagen "Bollos", wenn sie Ausländer meinen, verteidigen Vergewaltiger und dieses System (als angebliche Alternative zu den Taliban), aber sie machen ein gutes Layout!"-Argumentationsvorwand. Wurd auch langsam Zeit. Und jetzt, FIPO, GOOG NIGHT-WHITE PRIDE!!!"

Kommunist go Home Dinosaurier!

Trotzkina 19.02.2003 - 19:12
Natürlich werden auch Kommunisten nicht nur von Inhalten Satt!

Bewegungen brauchen Menschen, weil Bewegungen aus Menschen bestehen,, aber das wird so ein NKWD Kommunist wie du Niemals begreifen.

erg

serg 19.02.2003 - 20:14
ich find das schon wichtig das es um gehen soll was grad mit der aab passiert da sie , nach der auflösung der AA/BO die autonome antifa gruppe war mit den größten bundesweiten einfluss
grade jetzt sollte ein ruck durch die3 linke gehen und versucht werden neue konzepte zu entwickeln

denckt mal nach und lest auch den anderen text wenn ihr den hiesigen überhaupt gelesen habt

RIP

Na oft genug ist er ja gekommen!

Trotzkina 19.02.2003 - 20:31
Und wenn ich keine Leseschwäche habe, laufen alle Versionen, darauf hinaus, Diktaturen durch Diktaturen zu ersetzen, bloß beim Standort oder Sitz des Jeweiligen Zentralkommites sind sich die Verschiedenen Seiten entzweit.

AAB der größte zusammenhang????

20.02.2003 - 02:24
das ist doch totaler Quatsch, wenn man/frau die letzten zeiten in Berlin Revue pasieren lässt: außer auf ANTIFA-Demos und mit ihrem Atari-Teenage-Dezibel-Wettbewerb am 1. Mai und ultra-coolen-long-drink Parties ist die AAB in Berlin doch NIRGENDS präsent gewesen, wo es hier in letzter Zeit in Berlin politisch zur Sache ging: gegen den Krieg, gegen Bush, gegen die Sozialkürzungen, gegen die Repression, für die Freiheit politischer Gefangener, für linke Freiräume/verteidigung der linken Freiräume, bei Internationaler Solidarität, etc.... diese Liste lässt sich beliebig fortsetzen...

Das einzige was die AAB geschafft hat, ist, das Niveau der politischen Arbeit und Auseinandersetzung gehörig zu senken, indem sie ihren unpolitischen POP und ANTIFA-Cult mit hilfe der springer-medien und mit papas kohle hier ausgelebt hat und die Antideutschen Spinner hoffähig gemacht hat/überall eingeführt hat.

Wenn jetzt aus den Überbleibseln eine neue ernstzunehmende Formation entstehen würde, die hier wirklich was reißen will, dann haben sie sicher einiges aufzuarbeiten und anzupacken...

Re: 2:24

liegamstrand 20.02.2003 - 13:24
Dafür daß die "nirgends" waren haben die dich aber offenbar ziemlich genervt. Auch wenns unkuschlig ist, aber die 80er sind vorbei, im Ernst. Und wenn die was konnten, dann Parties feiern. Cocktails für alle!

JW-Interview von heute

post-bote 20.02.2003 - 13:51

20.02.2003

Interview
Interview: Ulla Jelpke

Antifaschisten gespalten: Kein Platz für Kriegsgegner?

jW sprach mit Martina Schiller und Rolf Freymüller. Sie sind ehemalige Mitglieder der Antifaschistischen Aktion Berlin (AAB), die sich Mitte Februar aufgelöst hat

F: Die AAB war seit 1993 aktiv. Ihre Gruppe hat sich nun abgespalten beziehungsweise zur Auflösung der AAB beigetragen. Welche politischen Differenzen haben dazu geführt?

Schiller: Die AAB war seit ihrer Gründung immer Teil der Linken in der BRD, weshalb sie auch nicht von den Entwicklungen der Gesellschaft sowie der gesamten Linken verschont geblieben ist. Debatten um die sogenannten Antideutschen, den Nahen Osten und die aktuellen Weltordnungskriege führten zu Brüchen quer durch die radikale Linke. Ein grundlegender Konflikt war die Frage nach dem Adressaten und der Ausrichtung unserer politischen Praxis. Ziel der AAB-Politik war es, Räume für die radikale Linke zu öffnen, eine Wahrnehmbarkeit für linksradikale Argumentationen und Standpunkte zu gewährleisten.

F: Die »bessere Hälfte«, sprich die andere Fraktion der ehemaligen AAB, hält Ihnen »blinden Aktionismus« vor. Worauf bezieht sich der Vorwurf?

Freymüller: Aufgebrochen ist der Konflikt immer dann, wenn es an die Umsetzung von Aktionen ging, was zu einer faktischen Auftrennung in »KritikerInnen« und »Praxisdeppen« führte. Von einem Teil wurde es bevorzugt, eine distanzierte und lediglich kommentierende Haltung zu neuen linken Bewegungen einzunehmen, etwa zur Anti-Globalisierungsbewegung oder auch zur Antikriegsbewegung. Die Abgrenzung zu anderen Linken begann sich gegen Fraktionen in der eigenen Gruppe zu richten. Was folgte, war eine gegenseitige Blockade. Da die Linke sich gerade nicht am Vorabend der Revolution befindet, kann es für uns weniger darum gehen, die ultimative Revolutionstheorie zu entwickeln, sondern vielmehr darum, die Bedingungen für größere Relevanz linker Positionen zu gesellschaftlich relevanten Themen zu schaffen. Der Streit über die »richtige« Position ist in der Linken ein Bestandteil der Politik, aber ohne die Wahrnehmbarkeit einer praktischen Politik interessiert sich niemand für uns. Wir wollten die Isolation, in die uns die Konflikte innerhalb der AAB getrieben haben, aufbrechen und verstärkt für die Gestaltung der Linken eintreten.

F: Die Auseinandersetzungen haben sich zuletzt in der Frage des drohenden Irak-Kriegs zugespitzt. Was will Ihre Gruppe, und was will sie nicht?

Schiller: Diskussionen, etwa über den drohenden Irak-Krieg, waren innerhalb der AAB zuletzt immer unverbindlich. Ein Teil der Gruppe äußerte sich gar nicht zum Thema, andere meinten, daß ein Krieg, bei dem es nicht die objektiv »gute Seite« gibt, kein geeignetes Thema für die radikale Linke sei. Man verschloß einfach die Augen vor einer der wichtigsten politischen Entwicklungen, anstatt mit einer radikalen linken Position gegen Krieg, Kapitalismus und Rot-Grün zu agitieren. Es wurde nicht mehr darüber geredet, wie der Krieg zu stoppen beziehungsweise zu sabotieren ist. Alles drehte sich um die Frage, ob der Krieg überhaupt bekämpfenswert ist. Das war für uns, die wir in dieser Frage eine klare Antikriegs- und antimilitaristische Position einnehmen und uns der Kriegstreiberei aktiv widersetzen wollen, nicht länger hinnehmbar.

F: Wird der Antifaschismus auch weiterhin Schwerpunkt Ihrer Arbeit sein?

Freymüller: Die Zahl und Qualität der Nazi-Übergriffe ist unverändert hoch, und der Antifaschismus ist ein zentraler Punkt unserer politischen Verantwortung.

Wir haben unser Praxisfeld jedoch erweitert durch die Aspekte der Globalisierungskritik und den Widerstand gegen den Neoliberalismus. Mittelfristiges Ziel ist es, die antikapitalistischen Teile der Bewegung, die sich links von ATTAC verorten, zu stärken und dafür zu sorgen, daß die generelle Kritik am Kapitalismus wahrnehmbar bleibt. Darüber hinaus wollen wir den erstarkenden Antisemitismus als gesellschaftliche Entwicklung thematisieren und Möglichkeiten der politischen Einflußnahme – fernab der denunziatorischen Selbstbeschäftigung in einem Teil der Linken – suchen. Unsere nächsten Aktionen werden sich allerdings vor allem auf den anstehenden Krieg gegen den Irak beziehen

aktueller Jungle World Artikel

bba 20.02.2003 - 16:11
Scheiden tut weh

Die Antifaschistische Aktion Berlin gibt nach zehnjährigem Bestehen ihre Auflösung bekannt. Sie spaltet sich in zwei neue Gruppen.

von ivo bozic

Die Party fällt aus. Am Donnerstag der vergangenen Woche löste sich die Antifaschistische Aktion Berlin (AAB) auf. Ganz ohne Showdown und Rosenkrieg vollzog sie die Scheidung so pragmatisch, wie man es von der postautonomen Antifa aus Berlin erwarten konnte. Als die Besitztümer aufgeteilt waren, war das Kapitel beendet.

Mit der AAB verschwindet die größte und interventionsfähigste deutsche Antifa-Gruppe von der Bildfläche. 1993 wurde die Gruppe unter dem Namen Agitation & Praxis gegründet. Als Teil der bundesweiten Organisation AA/BBO war die AAB ein Ergebnis der Debatte über die Organisierung in der autonomen Linken. Die AAB war dabei vom ersten bis zum letzten Tag ihres Bestehens in der Szene heftig umstritten.

Vorgeworfen wurde ihr, parteiähnliche Strukturen zu haben, inhaltlich beliebig und populistisch zu sein und durch Mackertum und einen Militanzfetischismus aufzufallen. Als dann im März 1999 in der Szenezeitung Interim noch ein Vergewaltigungsvorwurf gegen ein Mitglied der AAB erhoben wurde und die Organisation sehr lange brauchte, um sich dazu zu äußern, beschloss so manche Gruppe den Boykott der AAB.

Allerdings hat ihr das wenig geschadet. Durch ihr effektives und pragmatisches, man kann auch sagen: dominantes Auftreten konnte die AAB in der radikalen Linken ihren Platz behaupten, schon weil sie die mühsame Organisation der 1. Mai-Demonstration in Berlin übernahm und mit ihrer Pressearbeit immer wieder Aufsehen erregte.

Der Niedergang der AAB begann spätestens mit dem Ende der AA/BO im April des Jahres 2001. Nach dem kurzen Sommer der Staatsantifa im Jahr 2000 war die Antifabewegung in die Krise geraten. Vor allem die Strategie der AA/BO, Antifa nur als einen Motor für eine grundsätzlichere, revolutionäre Politik zu nutzen, musste spätestens mit der Erkenntnis, dass auch der Staat und das Kapital gelegentlich kein Interesse am Bestehen rechtsextremer Bewegungen haben, in Frage gestellt werden.

Die notwendige Debatte über eine Neuorientierung wurde jedoch nicht geführt, zumindest nicht gemeinsam. Da die AAB eine sehr große Gruppe mit zeitweise 70 Mitgliedern war, traf man sich vor allem in Arbeitsgruppen und an Stammtischen. So bildeten sich verschiedene Zirkel, die sich mit der Zeit auseinanderlebten und in zwei Fraktionen zerfielen.

Daher ist das Ende der AAB auch der Anfang zweier neuer Gruppen. Das Wort Auflösung ist insofern nicht korrekt. Vielmehr muss man von einer Spaltung sprechen. Noch vor dem offiziellen Begräbnis am vergangenen Donnerstag haben sich zwei etwa gleich große Nachfolgegruppen gebildet.

Die Gründe für die Spaltung sind vielfältig. Aus der Sicht des sich nunmehr donnerstags treffenden Teils der AAB, also der Donnerstagsgruppe, standen sich zwei Konzepte gegenüber. Wie Vertreter dieser Fraktion der Jungle World erklärten, halte man an dem alten Konzept der AAB fest, für alle Linken offen zu sein und sich an der Antiglobalisierungsbewegung zu beteiligen. Es gehe aber nicht um ein »blindes Sammeln« aller möglichen Linken und Halblinken, sondern darum, in gegenwärtigen Bewegungen präsent zu sein, nicht nur mit dem eigenen Logo, sondern auch mit eigenen Argumenten.

Man stehe für eine »linksradikale Politik als offensives Aufgreifen und Zuspitzen gesellschaftlicher Konflikte und als Impulsgeber in möglichst breite Gesellschaftsschichten«. Den anderen werfen sie vor, sich vor allem von der Mehrheit der Linken abzugrenzen und als Zielgruppe ihrer Politik eher einen kleinen Teil der Linken denn die breite Öffentlichkeit im Blick zu haben. Diese beiden Konzepte hätten einander mehr und mehr blockiert.

Die andere Fraktion, die sich mittwochs trifft, schreibt in ihrer Erklärung zur Auflösung der AAB: »Wir werfen den Anderen vor, sich in einem unreflektierten, rein quantitativen, weil auf Sammlung möglichst vieler gerichteten Aktionismus zu erschöpfen, der Radikalität durch das Hochhalten eines nicht näher bestimmten revolutionären Ansatzes in Kombination mit militantem Auftreten bloß imitiert.«

Neben strategischen sind aber auch inhaltliche Konflikte bei der Spaltung im Spiel. Während große Teile der Donnerstagsgruppe in der traditionelleren Linken zu verorten sind, entwickelte sich die Mittwochsgruppe in der Auseinandersetzung mit postmodernen, wertkritischen und antideutschen Positionen. Der Donnerstagskreis engagiert sich gegen den Irakkrieg, während der Mittwochskreis dies skeptisch bewertet.

Homogene Fraktionen stehen sich dennoch nicht gegenüber. Und dass ein Aktivist der Donnerstagsgruppe auf der Demonstration zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht auf dem Lautsprecherwagen mit einem Palästinensertuch posierte und Intifada-Soli-Songs abspielte, dürfte eher als plumpe Provokation zu werten sein, um die Spaltung voranzutreiben, denn als Ausdruck einer politischen Ausrichtung der gesamten Donnerstagsgruppe. Der Jungle World versicherte ein Sprecher jedenfalls: »Es wird sich an unseren Papieren und an unserer Praxis zeigen, dass wir nicht den Antiimperialismus im Nahen Osten entdeckt haben.«

Auch für die Donnerstagsgruppe sei das Thema Antisemitismus weiterhin wichtig. Inhaltliche Auseinandersetzungen mit all diesen Streitpunkten stehen jedoch in beiden Nachfolgeorganisationen noch aus. Auch die Mittwochsgruppe wird erst noch ihren Platz in der sich derzeit neu sortierenden Berliner Szene suchen müssen.

Jedenfalls hat sich gezeigt, dass ein Ausgangspunkt der AAB verkehrt war. Die Schwäche der Linken liegt nicht nur in ihrer ineffektiven Struktur begründet. Ohne eine inhaltliche Festlegung ist linke Politik auf Dauer nicht möglich. Entweder weil sie irgendwann nicht mehr politikfähig ist – oder nicht mehr links.

Trotzdem muss man am Ende feststellen, dass selten eine Gruppe überhaupt zehn Jahre lang besteht und dabei so viele Erfolge verzeichnen kann. Kein Wunder also, dass allen Streitigkeiten zum Trotz in der autonomen Szene bisher kein Jubel über das Ableben der AAB aufkommen mag.