22.02.: Neonazis wollen in Hamburg marschieren

Dr. Markus Merk 17.02.2003 01:54 Themen: Antifa
Für den 22. Februar rufen Neonazis aus dem Sprektrum der "Freien Kameradschaften" zu einen Aufmarsch in Hamburg-Wandsbek auf.Gegenaktivitäten sind angekündigt worden.
Der Aufmarsch ist geprägt von Differenzen innerhalb der norddeutschen Neonaziszene. Zwischen den beiden Kadern Christian Worch und Thomas Wulff, und ihrem jeweiligen Anhang, ist ein Richtungsstreit entbrannt. Während Worch fast jedes Wochenende irgendwo in Deutschland einen Haufen Neonazis anführt möchte sich Wulff auf einige wichtige Termine (1. Mai, Wehrmachtsausstellung) beschränken und ansonsten an der Basis vor Ort kämpfen (siehe auch die Erklärung "Zu wenig Demotermine?" auf den Seiten des Aktionsbüros Norddeutschland).
Im schleswig-holsteinischen Uetersen im Speckgürtel Hamburgs kam es zu einer ersten Kraftprobe zwischen Worch und Wulff. Das Aktionsbüro Norddeutschland verweigerte seine Unterstützung. Begleitet von Protesten zogen keine 100 Nazis durch die Kleinstadt. Unter ihnen auch extra aus ganz Norddeutschland angereiste Kader um ihre Unterstützung Worchs zu zeigen, z.B. Peter Borchert (Ex-NPD-Landesvorsitzender und Sprecher des "Club 88" in Neumünster), Thorben Klebe (ehemals Hamburger Sturm und Blood & Honor), Jörn Lemke (Vorsitzender des NPD-Kreisverband Lübeck) oder Thorsten Heise aus Northeim.
Der Aufmarsch am 22. Februar scheint eine Reaktion der Neonazis des Aktionsbüros auf die Aufforderung Worchs selber mal was zu machen zu sein. Doch auch dies war Worch nicht genehm. In einem Brief beschwert er sich über die Wahl des Datums (er hat für denselben Tag einen Aufmarsch in Bochum organisiert) und den Anmelder Lutz Giesen, der scheinbar nicht mit Geld umgehen kann. Der vor einem halben Jahr aus Berlin nach Hamburg gezogene Giesen ist inzwischen nach Gesprächen unter den Kameraden als Anmelder zurückgetreten. Neuer Anmelder ist Klaus Bärthel, als Mitveranstalter fungiert das Pärchen Tobias Thiessen und Inge Nottelmann. Klaus Bärthel gehört der Wolf-Verlag, der die Neonazizeitschrift "Zentralorgan" herausgibt. Tobias Thiessen wurde ebenso wie Bärthel für die Erstellung der Ausgabe 8/2000 des "Zentralorgans" wegen Volksverhetzung verurteilt. Thiessen ist eine treibende Kraft des Aktionsbüros Norddeutschland und geriet schon Anfang 2001 nach einem Naziaufmarsch in Hamburg verbal mit Worch aneinander. Inge Nottelmann entschloß sich nachdem sie geoutet wurde ihr Studium an der Hamburger Uni nicht fortzusetzen. In ihrer Freizeit ist die "Mutter der Kompanie" bei der "Mädelschar Deutschland", meldet Aufmärsche an und gibt auch schonmal Frauenzeitschriften Interviews.

Nachdem die schmutzige Wäsche nun gewaschen zu sein scheint konzentrieren sich die Neonazis auf den 22. Februar um sich ab 12 Uhr auf dem Ostpreußenplatz am U-Bahnhof Wandsbek Gartenstadt unter dem Motto "Amis raus - Freiheit rein" zu treffen und mit plattestem Antiamerikanismus und unterschwelligem Antisemitismus gegen einen Irak-Krieg zu protestieren.
AntifaschistInnen aus Hamburg (Aufruf der Antifaschistischen Aktion Harburg) rufen dazu auf den Neonaziaufmarsch zu verhindern. Ein Vorbereitungstreffen findet am 20. Februar um 19 Uhr in der B5 (Brigittenstr. 5, St. Pauli) statt. Am 22. gibt es zwei Treffpunkte: 9.30 - Bhf Sternschanze und 10.30 - Bhf Barmbek
Infos gibt es bei Avanti, nadir.org, FSK 93,0 mhz und unter 040/40187971
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Ergänzungen

Vielleicht noch ein interessanter Link + mehr

Nachtschwärmer 17.02.2003 - 02:36
Die neofaschistische Szene in Deutschland ist seit Jahrzehnten teilweise von staatlichen Institutionen gesteuert worden, die "anständigen" Politiker beraten nun die Krise
Telepolis
 http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/11678/1.html

Viele Fragen:
- Welche Strategie verfolgen die Nazis oder Behörden mit ihren Aufmärschen, inwieweit sind unsere Handlungen eigeplant und wie können wir unberechenbarer sein?
- Inwiefern genügt es, Nazis auf der Straße entgegenzutreten? Kann man solche Ideologien mit Repression begegnen? Ist es nicht besser, ein Denken zu befähigen, welches gewissermassen auf einer "höheren Ebene" liegt, als das Denken der Ideologen und Mitläufer und somit faschistisches Denken zu was Absurdes werden zu lassen?

Ich will hier Indymedia nicht als Diskussionsforum entwerten, sondern als Ergänzung dieses Textes ein paar Denkanregungen reinstellen.
Übrigens angenehm, daß zum Thema Antifa mal ein Text gepostet wird, der kein Flugblatt oder flacher Kurtext ist.

17.02.2003 - 08:32
Was machen Aufrufe auf der Startseite?

@ 17.02.2003 08:32

Ray Bellion 17.02.2003 - 11:13
informieren, mobilisieren, interessieren, komplettieren,

22.2: Auch Naziaufmarsch in Bochumverhindern!

NO Pasaran! 17.02.2003 - 11:51
Am gleichen Tag wird es auch einen Naziaufmarsch in Bochum geben. Wem der Weg nach Hamburg zu weit ist, ist in Bochum herzlich willkommen, um uns zu helfen, den Aufmarsch hier zu verhindern. Während das offizielle Bochum räumlich und zeitlich getrennt zum Aufmarsch bei Bier und Würstchen demonstrieren will, wird ein breites Bündnis direkt vor Ort sein und die Nazis nicht aus dem Hauptbahnhof herauslassen. Lokale und regionale Antifagruppen, das Friedenplenum, der VVN-BdA und andere mobilisieren zu diesem Termin.

Mehr Infos immer aktuell unter  http://www.bo-alternativ.de

KOMMT ALLE AM 22.02 NACH BOCHUM!

TREFFPUNKT: 12:00 Hauptbahnhof

Die Nazidemo ist um 14 Uhr ab dem HBF angemeldet.

Kein Fußbreit den FaschistInnen!


______________________________________________________
 http://www.bo-alternativ.de/aufruf-22-02-03.htm

geniales

irredenta 17.02.2003 - 12:39
mobilisierungsplakat...mein kompliment! ;-)

Klarer Fall von Kindesmißbrauch@Plakat

OnkelFranzAusDerLindenstraße 17.02.2003 - 13:00

Was machen Aufrufe auf der Startseite?

17.02.2003 - 13:04
Das ist kein Aufruf. Das ist ein Hintergrundartikel der eigens für Indy selbstgeschrieben ist. Aufrufe sind die Sachen, die Deine Lieblingsgruppe hier gerne postet. Die mit den 3 Ausrufezeichen-Sätzen am Ende.

aufrufe um neonaziaufmärsche zu verhindern

ali 17.02.2003 - 16:30
gehören, wenn sie der mobilisierung dienen und nicht nur in einem satz enden auf die titelseite. wieso auch nicht?
erstmal muß vor der haustür der braune dreck weggefegt werden...

@ ali

Icke 17.02.2003 - 16:35
Das wäre vielleicht beinem linken Szene-Pool so. Indy ist aber kein linker Szenepool, sondern ein Medienprojekt mit bestimmten Zielsetzungen.

Kindesmißbrauch

Moralschlumpf 17.02.2003 - 19:58
Ja, ja ich will jetzt mal nur mosern.
Also ich war schon ein bißchen geschockt von dem Plakat. Daß da so ein kleiner Junge gezeigt wird, finde ich schon erschreckend. Man sollte sich nicht hinter kleinen Kindern verstecken und für seine politischen Ziele mißbrauchen. Niemals! Laßt uns sowas aus dem politischen Kampf heraushalten.
Außerdem ist das wohl eher ein Motiv für Nazis. Blond, blaue Augen und den Arm erhoben. Der Führer würde sich freuen.

hmmmm

mhhhhh 17.02.2003 - 20:48
Also den kleine Fratz kenne ich bis jetzt nur als Rotterdamer Fußballfan, der schon in sehr jungen jahren zur agression gegen die Amsterdam Fans getrimmt wurde, möglicherweise sehen wir hier nen zukünftigen Holligan. Glaub nicht das das zu nem antifa Aufruf passt.

21.2.03

till 17.02.2003 - 21:42
ist nicht zum thema, weiß ich. trotzdem an alle Hamburger:
Hamburg: GEGEN EINE WELT DER KRIEGE! DEMONSTRATION - FREITAG 21.02.03 - 15.30 UHR - GÄNSEMARKT
siehe auch:
 http://www.nadir.org/nadir/aktuell/2003/02/11/14247.html
Danke,
Till

Nazi-demo in Bochum verboten

ANTIFA DO 17.02.2003 - 22:05
die nazidemo am 22. 2.03 gibt es nicht.


sie ist abgesagt.

alle bitte, die können, nach hamburg am samstag kommen.

22:05h bitte löschen!

17.02.2003 - 22:44
so dumm kann auch nur die "v.o.g." sein...

keinen fußbreit dem kindesmißbrauch

denker 18.02.2003 - 17:15
wie kindesmißbrauch... ich finde das ist ein süßer fratz, ausserdem kann wiederstand nicht früh genug beginnen. und angesichts der verbindung hamburg und st pauli ist rot für faschos doch symbolträchtig...
kindesmißbrauch, jeder der davon weiß, dies aber nicht meldet, kann mit bis zu fünf jahren gefängnisbestraft werden/ gesetz seit 17.02 in kraft, also anzeigen und papa statt die bösen verpetzen!!
finde solch ein gesetz zwar sinnvoll, deine formulierung aber total überzogen...

sajkd

sdfaf 19.02.2003 - 12:07
Natürlich ist der Naziaufmarsch in Bochum leider nicht verboten sondern findet statt, wenn wir ihn nicht verhindern. Deswegen alle, denen der Weg nach Hamburg zu weit ist,nach Bochum-Langendreer West kommen. Treffpunkt 12 Uhr.

Antifa ist machbar, Herr Nachbar.