4 Thesen zur Achse Paris,Berlin, Moskau.

Alexandra Cohen 10.02.2003 23:02
Sicherheitstagung in München-Eine neue Achse gegen die USA ?
Es knallte anläßlich der Sicherheitstagung in München. Der Knall fand im Bayerischen Hof statt, nicht auf der Straße. Die Bundesregierung brüskierte den US-Minister Rumsfeld und erklärte den USA aggressiv den Frieden. Dies hat Gründe, die mit Humanität und ernsthafter Friedenspolitik, nicht das Geringste zu tun haben.

Hierzu einige Thesen.

1.Das deutsche Imperium

Kriegsminister Struck erklärte vor einiger Zeit: "Unsere Verteidigung beginnt am Hindukusch".Heute wurde er in dem Gebiet unter Feuer genommen. Bundeswehrsoldaten sind international tätig,aber nur in Regionen in denen "deutsche Interressen" selbständig wahrgenommen werden können.
Die imperiale Macht Deutschland entwickelt die deutsche Armee zur weltweiten Einsatztruppe und der deutsche Krieg wurde zur Normalität. Stärker als bisher soll die EU-Eingreiftruppe formiert werden.

2.Die Nato wird beerdigt

Bürgerlichen Medien sprechen seit dem Wochenende von einer Achse Paris, Moskau, Berlin. Bestimmte Analytiker betrachten sie als modifizierte Neuauflage der Achse Berlin Rom Tokio. Zurecht gehen sie von einem bevorstehenden radikalen Knall in der NATO aus. Nachdem die Staaten Frankreich, Belgien und Deutschland der Türkei, sogenannten Beistand im Kriegsfall gegen den Irak verweigern, gleicht die NATO einem Leichnam, dem durch künstlich aufgetragene Schminke ein lebendiges Aussehen verliehen wird.

3.Der Irak und der deutsche Frieden

Wesentliche Teile des deutschen Bürgertums säuseln vom Frieden und sind gegen einen Krieg. Gerne wird der Zeiten gedacht, als das Regime im Irak der wichtigste Außenhandelspartner in der
Region war. Nach einem US-Angriff und einer Niederlage Saddams hätten weder französische, russische oder deutsche Konzerne im Irak etwas zu melden. Die Ölförderung sowie "Aufbauaufträge" würden an US-Firmen gehen.Deshalb wird gegen den US-Krieg mobil gemacht. Diese Haltung ist nicht humaner als der geplante US-Krieg, gegen den Irak. Objektiv unterstützt damit die Achse Paris, Berlin, Moskau den Krieg Saddam Husseins gegen die eigene Bevölkerung. Die USA hingegen wollen mit ziemlicher Sicherheit Saddam 1 durch einen ihnen genehmen Saddam 2 ersetzen. Beide Seiten stehen gegen eine wirkliche Revolution im Irak.

4. Imperiale Rivalitäten

Die Tagung in München zeigt: Gegen das Imperium USA formiert sich ein nicht weniger negatives Imperium. Der verbale Schlagabtausch zwischen Rumsfeld und Fischer in München war Ausdruck dieser Tatsache.Enger werdenden Märkte und die dadurch zunehmenden Absatzschwierigkeiten verstärken die Rivalitäten zwischen Mafia und Camorra. Dabei ist es gängig, dass von Fall zu Fall, mal der eine und im nächsten Fall der andere zuerst losballert. Wenn die Ballerei von der Mafia in einem Gebiet begonnen wird, das auch die Camorra beansprucht,wird letztere erregt eine Friedensrhetorik zum Besten geben. Keiner sollte auf diesen "Frieden" hereinfallen. Der Hauptgegner für die normalen Bewohner einer Region, ist immer derjenige Kriminelle, der ein bestimmtes Gebiet beherrscht. In Deutschland demzufolge der deutsche Imperialismus und nicht Donald Rumsfeld.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

nät schlächt

einMensch 10.02.2003 - 23:23
schön auch mal artikel zu lesen, die jenseits von dichotmien krieg ja oder nein; usa böse oder gut, einfach nur die dahinter stehenden widersprüche zu analysieren und darzustellen.

unsere aufgabe kann und sollte es nicht sein, ein kanonenfutter-antikriegsmasse für die rot-grüne regierung zu spielen, deswegen gilt es immer auch die deutsche regierung zu kritisieren uns erkennbar jenseits ihrer nein-haltung zu positionieren.

10.02.2003 - 23:32
Die Verschwörungstheoretiker vergraulen mit ihren völlig absurden Thesen jeden Normalbürger. Die Achse Moskau-Paris-Berlin mit den Achsenmächten gleichzusetzen, zeugt zum einen von völliger Dummheit und Unwissenheit zum anderen ist es mal wieder eine Verherrlichung des 3. Reiches. Selbst wenn Deutschland einmal Frieden will, muss man trotzdem dagegen sein. Die Linke wird auch noch weiter an Sympathien verlieren, wenn sie sich krampfhaft an Ideologie und alten Feindbildern festhält.

Verdrehen können die wie Seilwinder !

Kurt 11.02.2003 - 01:05
Wenn es in das Kriegs Konzept ihres Großen Bruders passen würde, wären die im stande aus Mutter Theresa ein Mengele zu machen.

@vorrednerinnen

eiliger gast 11.02.2003 - 01:19
"da ist deutschland einmal für den frieden" *rofl*
klar, die herren chirac, putin und schröder sind ja auch sooo uneigennützig, menschen- und friedensliebend. und haben auch noch nie massaker in tschetschenien (putin), bombenkrieg gegen jugoslawien (schröder und fischer) und kriegerische interventionen in afrika (chirac) durchgeführt. ausserdem bauen sie alle die innere repression in ihren ländern ab und lassen grosszügig flüchtlinge hinein.

der artikel ist einer der wenigen qualitativ brauchbaren auf indy. danke.

Irak bdeutet D.mercedis,giftgas, bnd u.GSG9!

salam 11.02.2003 - 03:49
1/Ich habe ganzen Zeit solche Position in der D.antikrieg Bewegung vermisst.Endlich diese sehr vernuftige Artikel.
2/ wer intresse an die rolle D. zu dem Irak haben will,kan er/sie nach der Yeitschrift(TATORT: Irak)und (Die Totes Kremer)suchen. Dort koennen sie die Namen von Hunderten D.firmen, bnd, gsg9 mit Ihre verkauften martial+datum ...
Allso lassen wir zusammen sein und rufen: Die Haupt feind steht im eigenen Land
3/ Wer gegen dem Krieg protestieren will, muss die Rille D. entlavern
4/ Die D. antikriegbewegung sollen sich mit die Opfern der faschtishen Regim in Irak solidarisieren und alle kapf mitllen gegen der usa Krieg ausschoepfen!
5/ Wir wollen kein Faschistischen Regim und und kein Krieg der usa.
Nein fuer Diktatur
Nein fuer Krieg

DaimlerCrisler deutsche Bank

Trotzkist 11.02.2003 - 09:59
der Hauptfeind steht im eigenen Land!!!.
Ich muss (fast) allen meine Vorrednern zustimmen. Dat war endlich mal ein guter Artickel. Sich gegen Schröder und co zu stellen ist keine Spalterei, sondern Vernunft.

11.02.2003 - 10:39
trotzdem klingt es manchmal so, als ob ihr euch ein deutsches ja zum krieg wünscht. dann würden die feindbilder - auf kosten des irakischen volkes - wieder stimmen.

kein blut für öl! für eine entwaffnung des irak unter un-aufsicht! schröder, bleib gefälligst bei deinem nein!

bla bla

j 11.02.2003 - 11:11
meine güte was für ein schwachsinn.
aber um die große theorie vom klassenkampf und von der schlimmen burgeoisie aufrecht zu erhalten ist ja irgendwie jedes mittel recht.
mannmannmann. kommt mal in der realität an und sucht nicht hinter jeder kleinigkeit eine weltverschwörung!
und wenn hier paris-berlin-moskau mit berlin-rom-tokyo verglichen wird wird mir ehrlich gesagt speiübel.

@achsen

s.a.t.h. 11.02.2003 - 12:35
speiübel wird mir auch, vor allem aber, weil dieser vergleich paris und moskau nicht gerecht wird.
was diese friedendbewegung so eklig macht, sind doch nicht die "imperialistischen Interessen", sondern die unverhohlene mobilisierung antiamerikanischer und antisemitischer stereotype quer durch alle politischen lager in D.

Realismus

Max Brym 11.02.2003 - 12:49
Die Achse ist eine Realität. Bürgerliche Analytiker vergleichen die Achse Paris,Berlin,Moskau mit der historischen Achse Berlin,Rom,Tokio. Ein Vergleich wird im deutschen leider mit GLEICH übersetzt. Diese Analogie ist richtig verstanden, absolut gerechtfertigt. Es formiert sich ein gefährliches Bündnis gegen die USA. Im "deutschen" Interresse soll und darf Krieg geführt werden. Wenn ein bestimmter Krieg nicht im ökonomischen und geostrategischen Kalkül Deutschlands liegt, wird in "Frieden" gemacht. Dabei spielt die herrschende Elite durchaus mit antiamerikanischen und antisemitischen Befindlichkeiten. In diesem Zusammenhang,werden wirkliche Verbrechen der USA angesprochen. Das ist nichts neues, 1914 sprachen deutsche Sozialdemokraten, von den Verbrechen des russischen Zarismus um Gemeinsamkeiten mit dem deutschen Kaiser zu begründen. Die Friedensbewegung sollte darauf achten, nicht zum Instrument der Achse Paris,Berlin Moskau zu werden. Nur wenn der Hauptfeind im eigenen Land attackiert wird, läßt sich das vermeiden.

@realismus

s.a.t.h. 11.02.2003 - 13:17
Das ist billig. was Du geschrieben hast, ist eindeutig ein vergleich im sinne von gleichsetzen und nicht ein vergleich im Unterschied, der notwendig ist, um NS historisch begreifen zu können.
Der rückschluss aus deinem geschreibsel: Wie schon damals ginge es Deutschland und anderen darum, "imperialistische interessen" zu verfolgen. so landest du bei dimitroff, und so kannst du den aktuellen konflikt nicht beschreiben.
Du begreifst Nation als verteter nationalökonomischer Interessen. nicht dass es nicht auch ökonomische Interessen gäbe, aber damit sagst du nichts darüber aus, wer mit wem sympathisiert. das Baath regime findet hier so viel unterstützung (und beispielsweise in israel so viel Ablehnung) weil es sich die Abschaffung des staates israel zum ziel geamcht hat. der islam hatte in Deutschland schon immer viele freunde, weil er parallelen zu deutschen Denken aufweist. Das und vieles führt eben dazu, dass manchen gar nicht weg bleibt, die beziehungen zum irak über appeasement zu beschreiben.
aber das kann dich ja nicht erreichen, weil du als "realist" doch nur die "wahren verhältnisse" hinter dem Diskurs konstruierst und gelten lässt.

Friedensfuerst Gerhard *prustlach*

loeti 11.02.2003 - 13:30
Alex Cohen volle Zustimmung zu der Kritik an D'lands verlogener Friedensrhetorik.
Ich verweise nur ganz nebenbei auf das was ich hier schon mal fuer unsere englischsprachigen Gaeste ein biszchen hastig hingetippt hatte:  http://de.indymedia.org/2003/02/40757.shtml

Ich bitte Euch allerdinx auch dringend um so viel Besonnenheit, dasz die berechtigte Kritik an der doitschen Regierung nicht umschlaegt in ein hirnloses pro-Bush Kriegsgejubel (wie das an anderen Stellen hier schon mal angeklungen ist...). Der Feind meines Feindes ist noch lange nicht mein Freund. Das Opfer steht immer zwischen den beiden strahlenden Helden. Wie die Menschen im Irak weder von Schroeder noch von Bush viel zu erhoffen haben, wird in diesem Artikel ja auch sehr treffend angedeutet.

Danke für diese Zusammenfassung

tanja 11.02.2003 - 14:33
Ich stimme der politischen Analyse von Alexandra Cohen voll und ganz zu. Die Formation eines Neuen Imperiums durch Frankreich-Deutschland-Russland wird Realität und damit wächst die Gefahr eines Krieges zwischen den Weltökonomien beständig.

Die Iswestija kommentierte die Bildung dieses "eurasischen Imperiums" sehr wohlwollend und überschwenglich.

11.02.2003 - 16:11
Hallo Kurt, wie geht's Nina? Hat sie immer noch keine Freunde?

Falsche Prämissen: falsche Schlußfolgerung

Tom 11.02.2003 - 17:24
Zuerst einmal: Das Staaten Interressen haben ist banal. Das man mit politischem Handeln meist die Interressen der einen oder anderen Seite stützt, ist es auch. Es kann tatsächlich der Fall sein, daß ein an sich richtiges Handeln unbeabsichtigte fatale Konsequenzen hat, in dem man die letztendlich die "falsche" Seite stützt. Max Brym (tschuldigung Alexandra Cohen) stellt es allerdings so dar, als hätte die deutsche Friedensbewegung nur die Wahl zwischen Pest oder Cholera, ergo (aber das spricht er nicht aus) solle man besser nichts tun. Nun zu Cohen/Bryms Prämissen:
- Deutsche Truppen in Afghanistan sind dort als Lückenbüßer der Amis, die sich nicht gerne mit so etwas wie "nation-building" abgeben. Ansonsten ist da noch die KSK aber unter voller Kontrolle der USA und denselben Geheimschutzregeln. Kein Mensch weiß, was die dort machen und alles deutet darauf hin, daß es auch schon Verluste gegeben hat, die man hier sorgfältig verbirgt. Wenn irgendjemand etwas dort unten imperial veranstaltet dann sinds die AMis deren Firma Unicoal es erst im Guten mit den Mullahs versucht hat (ne Pipeline aus Zentralsaien zu bauen) jetzt unter Karsai zum Zug kommt. Die Übernahme der ISAF Führung zur Zeit ist, um den großen Brueder zu besänftigen. Ansonsten: Der Beschaffungsetat der BW (nicht der Gesamtetat bei 24 Milliarden) ist mit 4 Milliarden Euro nur um eine Milliarde höher, als das was die AMis jedes Jahr Israel an Waffen schenken. Nicht gerade das was man unter imperialen Ambitionen versteht.
- Der Achsenbegrif ist viel zu voreilig. Moskau wird aller Wahrscheinlichkeit nach für einen Teil an den irakischen Ölquellen einknicken. Bei Paris ist das noch nicht ausgeschlossen. Ansonsten sind Putin, Bush und Sharon die besten Freunde. Dauernd bestätigen sie sich gegenseitig, daß sie die einzige richtige Methode des Umgangs mit Terroristen kennen und alle drei fühlen sich durch die Euroweicheier gelinde gesagt irritiert. Geschichte wiederholt sich bekanntlich nicht es sei denn als Farce. Und diese angebliche Achse ist eine Farce.
- Paris hat beim letzten Mal mitgemacht und würde diesmal fürs Mitmachen bestimmt ein wenig belohnt. Rußland wird sich jedenfalls wahrscheinlich nicht gegen einen Krieg stellen. Es geht eher darum den Preis hochzutreiben. Und was den Krieg Saddams gegen die eigene Bevölkerung angeht: In den letzten zehn Jahren waren es 10 Mal mehr die USA die die dortigen Menschen mit Sanktionen Uranmunition usw. ausgerottet haben als Saddam. Wahrscheinlich konnte ihm nichts besseres für den Machterhalt passieren als die USA. Erst rufen sie 91 zu seinem Sturz, dann sehen sie, daß es die verkehrten Leute sein könnten, die an die Macht kommen, lassen Saddam also lieber fröhlich die Opposition massakrieren und dann jahrelange Sanktionen, die die Leute nur noch ans Überleben denken lassen. Was D angeht: Ich glaube, Schröder hat Angst vor folgender Alternative, wenn er den Krieg bejaht: entweder Soldaten für einen sehr zweifelhaften Kolonialkrieg zu stellen oder nachher - wie Kohl beim letztenmal - Blechen zu müssen. Und das wäre erst der Anfang, da es ja noch andere Mitglieder der Achse des Bösen gibt. Da verstärkt man lieber die Friedenstruppe in Afghanistan und hofft, daß der große Bruder gnädig ist.
-Um Märkte geht es schon gar nicht. Der größte deutsche Markt ist außerhalb der EU schließlich die USA und der gerät langsam in Gefahr. Ölfirmen hat D auch nicht und Marktkonkurrenz mit den USA gibt es auch nicht. Falls Du es nicht wissen solltest: Die USA haben ein Handelsdefizit von 5 Prozent des BIP was sie aber nicht weiter stört, da sie ihre Importe mit der Weltreservewährung bezahlen, von der sie jederzeit genügend nachdrucken können. Ein viertel der Bevölkerung arbeitet dort mittlerweile im militärisch-industriellen Komplex und der ist der beste der Welt und hat den Kongreß in der Hand. tatsächlich liegen die Interresse der deutschen Exportindustrie und der Amirüstungsunternehmen nicht auf einer Linie. Die einen wollen Ruhe, die anderen lieber Krieg. Da aber die USA leider der größte Exportmarkt der BRD ist, sagt die FAZ, das Zentralorgan der deutschen Bourgeoisie jeden Tag in ihren Kommentaren: Schröder und Fischer es reicht.

11.02.2003 - 17:27
Guter Ansatz. Bundeswehr abschaffen!

@s.a.t.h.

Bloodrage 11.02.2003 - 17:28
"das Baath regime findet hier so viel unterstützung (und beispielsweise in israel so viel Ablehnung) weil es sich die Abschaffung des staates israel zum ziel geamcht hat."
Soll heissen die ganze Friedensbewegung in Deutschland ist ein antisemitischer Verein, welcher das Baath-Regime unterstützt, nur weil sie sich gegen einen Krieg gegen den Irak ausspricht? Kann ja wohl kaum Dein Ernst sein, oder?
Und wenn Du ein wenig mehr nachdenken würdest und Dich ein wenig informieren würdest, wüsstest Du, daß es einzig und alleine ökonomische Interessen sind, welche zu diesem Nein von Putin, Chirac, Schröder und co führen....

Schön und gut

Ruhe 11.02.2003 - 19:15
Das ist ja nur rechtens mal Gedanken zu fassen, die das Nein der 3 hinterfragen, denn die Friedenstaube hat denen bestimmt nicht in den Verstand gemacht, aber auch nur die zweite These in Erwägung zu ziehen ist eine unglaublichr Frechheit. Paris-Berlin-Moskau = Berlin-Rom-Tokio? Halt einfach die Fresse! Soll das heissen der Irak ist also schlimmer als Hitler-Deutschland? Die USA macht alles aus völligem Uneigennutz und es ist Zufall das dort Öl fliesst im Irak? Dieser Krieg ist Ok und die Nein Sager sind die eigentlichen Verbrecher? Wir Linken müssen langsam eine solche Langeweile haben, nur wir verwöhnten, Pisa-Blöden Wohlstandsjammerlappen können immer mehr von solchen kranken Ideen zehren. Lasst uns doch am Besten gleich aufgeben, denn die Ziele werden uns ja nie zufrieden stellen. Ich bleib lieber konterrevolutionär, als irgendwann euch gehorchen zu müssen.

tja

Sta2think 11.02.2003 - 19:51
Frage in die Runde: Sind - wenn man davon absieht, daß Herrschaft, Staat, Nation, Profitsystem, Zins, Kapitalvernichtung, Konsum, Rassismus als solches die Probleme sind - 2 konkurrierende imperialistische Blöcke besser als ein monolithischer ? Ich find das halt putzig, daß wenigstens noch "um Armeekrieg oder Wirtschaftskrieg" gestritten wird, ist doch immer noch besser als die totale Gleichschaltung in einem Block. Wie die sich um die "Entwaffnung des Irak" (Hä? Hä?) drängeln, jeder hat 'ne andere "Idee", da brechen doch Widersprüche auf, oder nicht ?
@TOM: Geht's in Afghanistan denn wirklich um die Pipeline (hab was gehört von wegen die soll gar nicht kommen) oder eher um Stützpunkte ? Um Drogen ?
Ansonsten muß ich Dir zustimmen. Rußland und Frankreich werden sich sicher kaufen lassen, weil sie fürchten, daß die USA in jedem Fall "rekolonisieren".
Und der Deutsche Militärhaushalt bietet zwar so lustige Annekdoten wie die Scharping-Bestellung der Lufttransporter und den EuroJägerFighter2000-Irrsinn, aber für den ganz großen Imperialismus können die wahrscheinlich nicht die Scheine auftreiben. Hoffentlich.

@ruhe

tanja 11.02.2003 - 19:54
Geh spielen Kleiner. Das schon vielen wie Dir geholfen. :-)

P.S. Das nächste mal mehr mit ein wenig Ausdruck, Gramatik und deutscher Rechtsschreibung :-))

der denkansatz ist schon mal ein anfang

stulle 11.02.2003 - 20:11
er musz aber noch weiter gedacht werden um die zusammenhänge zu erklären.

1. ich finde dieses achsengerede ziemlich daneben. gut es gibt beim aktuellen konflikt schnittpunkte und zusammenarbeit zwischen den regierungen von d, f und rus. dies ist in meinen augen aber (noch) nicht als achse zu bezeichnen. denn wie andere schon erwähnten, kann es beim nächsten konflikt schon wieder ganz anders aussehen.

2. den wirtschaftlichen aspekt würde ich auf jeden fall noch verstärken. es ist nur zu offensichtlich warum sich gerade diese drei staaten zusammentun. in der vergangenheit waren es nämlich zu großem teil diese, die mit dem irak handel trieben. das neue regime, was in bagdad installiert werden wird, wird nun aber seine haupthandelspartner in den reihen der kriegführenden länder suchen und diese gruppe ist jetzt schon ziemlich groß. so bleibt die wahl, einer aus einer großen gruppe zu sein oder sich sympathien in vielen anderen ländern der region zu verschaffen. noch sind länder wie saudiarabien partner der usa, aber der prinz drohte der bush-regierung schon mit einer bendigung der truppenstationierung am ende von golfkrieg 3. zugegeben, die wirtschaftskraft der arabischen länder ist nicht sonderlich groß, aber in der summe nicht übel. und die frage an einen arabischen geschäftsmenschen, ob er sich lieber einen bmw oder einen chrysler kauft, wird dieser in zukunft wohl eindeutiger beantworten.

3. das engagement v. a. der deutschen im nahen und mittleren osten ist seit einiger jahren geprägt von vermittlungsversuchen im israel/palästinakonflikt zum einen und zur anderen von einer annäherung an regime wie das iranische oder das syrische. man sucht neue geschäftspartner in ländern, die keinen handel mit den usa betreiben können/ wollen/ dürfen und versucht sich in diesen märkten zu etablieren.

4. noch mal kurz zu der achse. sobald der irakkonflikt ad acta gelegt wurde, werden neue gebiete ins blickfeld geraten. z.b. gibt es entlang der russischen südgrenze etliche länder die reich an rohstoffen sind und noch nicht komplett "aufgeteilt" wurden. und diese gebiete, die russland als natürliche interessensphäre betrachtet, werden weder deutschland noch frankreich links liegen lassen wollen und können. diese "achse" wird weder von dauer sein noch europas letzter versuch, sich im konkurrenzkampf von den usa abzugrenzen. es wird vielmehr verstärkt eigene interessen beanspruchen und durchzusetzen versuchen.

be-frieden und -menschenrechten

malte 12.02.2003 - 08:35
deutschland bringt jetzt den frieden in den irak und in jugoslawien waren es die menschenrechte. schon damals waren fischer und co nicht müde gewesen ihr version von geschichtlicher konsquenz aus auschwitz vorzutragen: krieg.

was es in afgahnistan war, ist mir leider entfallen. aber: frieden mit deutschland ist natürlich im wortsinne auch eine friedensbewegung - befriedungsbewegung wäre wohl das bessere wort.

ein schönes wort, was es noch länger gibt: friedenssoldaten. hmm. wer sich sowas wohl ausgedacht hat.

wenn deutsche (blau)helme im irak stehen, dann ist wohl mit dem frieden schluss. bisher sind wir ja nur in kuwait vertreten mit dem fuchs, die drohnen der bundeswehr namens luna sind gerade auf dem weg in den irak und an der heimatfront gilt es den frieden zu propagieren. was muss da groß analysiert werden? diese art von sonderweg scheint eher eine autobahn ins kriegsgebiet.