Nach Davos: Randale in Bern - Fotos und Berichte

Mr.X 26.01.2003 21:04 Themen: Globalisierung Repression Soziale Kämpfe Weltweit
Die Züge aus Landquart kamen am Abend in Bern an, wo sie von einem massiven Polizeiaufgebot erwartet wurden. Zwischen 1000 und 2000 Menschen versuchten zu demonstrieren, was die Polizei unter Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas verhinderte. Schliesslich entwickelten sich die üblichen Randale... Es gab viele Verletzte und Verhaftungen.
Fotos und Berichte aus Davos: hier.
Meldung von 21.00
Zwischen 1000 und 2000 Leute sind per Zug in Bern angekommen. Das Gebiet um den Bahnhof ist für den Verkehr gesperrt und ein riesiges Bullenaufgebot versucht eine Demo zu verunmöglichen. Sehr wahrscheinlich versuchen die Bullen, die Leute in Richtung Reithalle abzudrängen. Ein illegales Vorgehen, zumal in der Stadt Bern spontane Demos nicht bewilligungspflichtig ist.
Tränengas, geknallte Scheiben, etc.

Meldung von 22.00
Und weiter gehts in Bern. Zuerst splitterte sich die Demo auf, nun versuchen die Leute wieder zusammen zu kommen.
Bisher (21:57) wurde eine Person verhaftet. Gerüchteweise kam durch, dass der Wasserwerfer gebrannt haben soll. Ob das stimmt, who knows. Die Situation ist äusserst unübersichtlich, der Kampfgeist scheint aber ungebrochen...

Meldung von 23.00
300 bullen haben jetzt gerade die reithalle umstellt, zwei wasserwerfer aus zürich sind auf dem wege nach bern auf der autobahn gesichtet worden.

Meldung von 0.00
Die leute, welche in der reithalle sind haben einen bagger erbeutet. die polizei hat angst vor dem und hat sich kurz ein wenig zurück gezogen. es wirdwahrscheinlich noch eine lange nacht

offizielle Polizeimitteilung
Medienmitteilung Nr. 29
Die Stadtpolizei Bern teilt mit:
Voraussichtliche Anti-WEF-Nachdemonstration in Bern
pid. Anti-WEF-Kreise haben im Verlauf des heutigen Nachmittags zu einer Nachdemonstration in Bern aufgerufen. Hinweise haben sich in den letzten Stunden verdichtet, dass über tausend Demonstranten in Extrazügen und Cars nach Bern reisen, wo sie sich zwischen 20 und 21 Uhr zu einer Kundgebung treffen wollen. Weil sich unter den Anreisenden viele gewaltbereite Demonstranten befinden, muss damit gerechnet werden, dass es in Bern zu Ausschreitungen kommen wird. Die Stadtpolizei Bern fordert daher die Bevölkerung auf, die Innenstadt zu meiden!
Polizeikommando der Stadt Bern

Meldung vom Teletext
Eingeschlagene Scheiben, Beschädigungen an Autos und ein "sehr hoher Sachscha- den": Dies ist die Bilanz der Anti-WEF- Demo in Bern, wie Franz Märki von der Stapo Bern gegenüber TELETEXT sagte. "Es ist uns gelungen, die Demonstranten am Eindringen in die Innenstadt zu hin- dern", sagte Märki. Es sei zu einigen Festnahmen gekommen, wieviele konnte er aber nicht sagen. Insgesamt seien 400 bis 500 Beamte, darunter Verbände aus anderen Kantonen, im Einsatz. Man habe mit Aktionen in Bern gerech- net, sagte Märki weiter. Nach Schätzun- gen der Polizei waren in Bern über 1000 WEF-Gegner an der Demo beteiligt.


Im Blick werden die Demonstranten sogar als Terroristen bezeichnet:
BERN - Der Berner Polizeidirektor Kurt Wasserfallen hat nicht mit Vergleichen gespart und die Ausschreitungen vom Samstagabend als «Terrorismus in Reinkultur» bezeichnet. Wasserfallen sagte in einer Pressekonferenz, Bern habe die schwersten Ausschreitungen seit einigen Jahren erlebt. Für ihn habe es sich bei den rund 1.000 Aktivisten, die für die Nachkundgebung gegen das Davoser Weltwirtschaftsforum nach Bern kamen, nicht um Demonstranten, sondern um «Terroristen der übelsten Art» gehandelt. Laut Wasserfallen hätten die Demonstrierenden bei ihren Angriffen bewusst auch Tötungen in Kauf genommen... weiter: hier


Weitere Bilder aus Basel von der Belagerung der Reitschule:












solche bilder sind das, was die presse braucht - nach dem 11.september wird sowas als "terroristischer akt" bezeichnet
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Ergänzungen

Das mit den "Terroristen" war abzusehen

Pessimist 27.01.2003 - 04:22
Vandana Shiva meinte bei den Aktionen um den EU-Gipfel in Brüssel, daß alle Gesetze die nach dem 11.9. geschaffen wurden, im Grunde Anti-Protestgesetze seien. Heute werden Oppositionelle vom Staat so behandelt wie "echte" Terroristen in den 70ern. Während es vor 20 Jahren normal war zu demonstrieren, ist es heute lebensgefährlich. Schon allein aus diesem Grunde sollten wir echt aufpassen, was wir den Medien für Bilder geben. Irgendwo aus Fun Scheiben einschmeissen, kann genau das sein, was sie brauchen. In Florenz gaben wir den Medien andere Bilder - das war die wohl größte Niederlage für Berlusconi (die haben übrigens im Vorfeld geplant, in Florenz unter Brücken 2 oder 3 Bomben detonieren zu lassen, kam aber irgendwie raus).

Insgesamt waren wohl 6000 Leute in oder um Davos - das ist mehr als das letzte Mal (vor 2 Jahren). Die Perfektionierung der Repressionsmaschinerie ist aber beängstigend. Vor 2 Jahren gabs da noch Proteste von den Resten der schweizer Zivilgesellschaft...

Polizisten plaudern ein wenig auf Indy.CH

27.01.2003 - 04:28
Wie jedes Jahr zu Davos, ist die schweizer Polizei sehr aktiv auf Indymedia. Als nach Genua ein schweizer Polizist sogar seine Freude über den Tod von Carlo G und die Hoffnung auf weitere Tote bei Indymedia in Form von Kommentaren ausgedrückt hat, kam es zu Ermittlungen gegen ihn. Dummerweise hatte er den Computer an seinem Arbeitsplatz genutzt.
Hier mal ein paar Kostproben polizeilicher Arbeit im Netz:

"Ich hätte all diese Chaoten mit Tränengas bombardiert und dann festgenommen. Es ist ja offensichtlich, das diese Typen nicht demonstrieren, sondern randalieren wollen." (wohl ein Kollege aus Dtl., der nicht mitdurfte?)

"andersdenkende ausgrenzen, parolen grölen und nicht darüber diskutieren wollen, anderen menschen das recht untersagen sich zu treffen ("wipe out wef"), ... eine schöne linke politik ist das."

"Sorry, es ist einfach zu offensichtlich, dass es 90 Prozent aller WEF-Gegner nicht ums Demonstrieren geht, sondern Krawall und Chaos im
Vordergrund steht. Ansonsten hätte man nämlich die Kontrollen akzeptiert, die voll und ganz im Einklang mit unserem Rechtsstaat stehen.
Demokratie und Rechtsstaat bedeutet, dass auch auf andere Menschen Rücksicht genommen wird. Aber dazu sind Chaoten per se
natürlich nicht in der Lage, klar.."

"Ihr Linken Arschlöcher, geht dahin wo der Pfeffer wächst" (Autor nennt sich hier Terminator")

"Wann endlich greifen die Sicherheitskräfte durch und stellen in Graubünden wieder Recht und Ordnung her?"

"Wie blöd... ... muss man eigentlich sein, um nicht friedlich demonstrieren zu können?"

"Klar! Welches Car-Unternehmen ist so blöd und fährt Chaoten nach Graubünden, die dann vielleicht ihre Fahrzeuge zerstören?"

"Wenn die unterbelichteten Vertreter des Oltner Bündnisses in Fideris nicht blockiert hätten, dann wären jetzt alle friedlich in Davos am
demonstrieren, oder womöglich schon wieder zu Hause. Aber das wollen die ja nicht, denn sonst hätten sie ja keinen Grund um sich wegen
der angeblichen repressionen der polizei zu beklagen."

...übrigens haben die geschafft, ein paar Zabkereien auszulösen und etwas Paranoia zu streuen. Allerdings nur temporär - und das, obwohl die schweizer Indys nix von deren Zeug zensieren.

an

pessimist 27.01.2003 - 08:21
ja klar is das schlechte presse für uns wen es zu ausschreitungen kommt nur naja im fernsehen (und ich will ma behaupten das das in unsren "lieben" industrieländern die hauptinfoquelle is) da wird wenn es keinen stress gab bestenfalls ma am rand über demos berichtet wenn überhaupt ...
aloso der einzige nachrichten beitrag den ich dieses we gesehen hab zu davos ging vielleicht ne halbe min und da wurde kaum was erwähnt

hui hui hui tiffy

felix 27.01.2003 - 15:05
Es ist nicht die Aufgabe einer internationalen Protestbewegung, den Herrschenden dieser Welt zu gefallen. Wir lassen uns nicht in sogenannte „Gute“ und „Böse“ DemonstrantInnen spalten!

-

HanZ 27.01.2003 - 15:28
Sicher müssen wir den Herrschenden nich tgefallen - aber den Menschen schon. Ich fand das Beispiel mit Florenz schon ganz gut: Was haben die Medien gehetzt.... schliesslich haben die Aktivisten die Florentiner mit ihrer Fröhlichkeit und Positivität überzeugt..
Hier mal Links zur schweizer Tagesschau über Davos und Co:

Landquart:
 http://real.sri.ch/ramgen/sfdrs/ts/2003/TS_25012003.rm?start=0:00:48.490&end=0:03:39.85

Davos:
 http://real.sri.ch/ramgen/sfdrs/ts/2003/TS_25012003.rm?start=0:03:40.183&end=0:06:12.437

@ pessimist

Re 27.01.2003 - 15:36
naja was hilft es ner kleinen gruppe menschen zu gefallen ...
Aristoteles sagte einma alle menschen sind dumm und das stimmt auch und in folge dessen handeln sie immer erst wenn es zu spät is für sie ... siehe argentinien die leute haben auch erst reagiert als der kollaps schon da war ... man muss zwar sagen was sie jetzt tuhen zeugt von Intelligenz nur wer weiß wie lange es noch dauert bis auch andre länder drauf kommen das man mit gegenseitiger solidarität weiter kommt wie mit blanken egoismus

'Terroristen' ?

Cannibale 27.01.2003 - 18:17
Meine Herren Revolutionäre,

Eure Vorstellungen sind so eng
wie die eines Kleinbürgers
aus Besançon.

Francis Picabia

noch was zur zürcher polizei

27.01.2003 - 19:36
bei der zürcher Stadtpolizei (berüchtige Anti-demo-bullen) arbeitet seit dem jahr 2000 ein Typ der sicher 3 jahre lang mitglied der schweizer Rechtsextremen szene war. Dies ist nun aufgeflogen (dank den medien jedoch ohne grosses aufsehen zu erregen). Lapidarische begründung der politisch verantwortlichen (die Stadtpolizei steht unter der führung der sozialdemokraten) für die Einstellung des strammen jungen Rechten ist, dass der Mann ja nicht vorbestraft gewesen sei, und dass man mit ihm gesprochen habe über seine Gesinnung, d.h. die Tatsache war den Herren Oberbullenkommandanten also bekannt.
es existiert zu dem ein foto von der blocher-demo im jahre 1995, wie genau der Typ (er steht neben dem Oberfascho Pascal Lobsiger) einen Stein schmeisst und zwar auf linke gegendemonstrantINNen!
in den wenigen zeitungsberichten zu der Angelegenheit wird zwar geschrieben, dass er Steine gegen seine jetzigen kollegen geworfen habe... wer aber die jüngere CH-Geschichte kennt, weiss, dass damals die Faschoskins im Auftrag und im Schutze der Stadtpolizei Steine gegen die Anti-blocher-demo warfen. die Kooperation von Stadtpolizei und Faschos ging sogar soweit, dass die bullen den Faschos in Garetten/schubkarren Steine brachten und sie aufforderten gegen die Linken zu schmeissen, weil sie selber nicht dürften...
All das ist eigentlich öffentlich bekannt, und es gibt sogar ein Foto davon wie der angebliche-EX-Fascho-jetzt-Bulle eine Straftat begeht, doch vorbestraft ist er ja eh nicht...
also das ist mal das eine! und ob das der einzige fall ist, muss bezweifelt werden! ddie zürcher Stadtbullen erschiessen, verstümmeln und verprügeln erwiesenermassen ziemlich oft irgendwelche Kleinkriminelle und Unbeteiligte, doch ein rechtskräftiges Gerichtsurteil gegen einen Stadtbullen gibt es kein einziges! Keins in der ganzen unrühmlichen Geschichte der ZH-Stapo!!!

Das andere in dem zusammenhang ist, dass die in fideris (kontrollschleuse vor Davos, sog. Vehgatter) stationierten bullen alle DemonstrantINNen rausfiltern wollten, die schon mal im Zusammenhang mit irgendwelchen ausschreitungen verhaftet worden sind... die Rechten Landfriedensbrecher dürfen bullen werden während wir unseres Rechtes zu demonstrieren einfach so beraubt werden... zum glück ist der plan der polizei in fideris nicht aufgegangen...

es geht weiter ...

Brain 27.01.2003 - 20:12
und wieder mal wird ein wenig mehr GEschichte geschrieben ... !

weiter so und viel Erfolg an die Leute in Davos, wär auch gerne da ...

Alle Jahrzehnte wieder kommen die Randalierer

Cannibale 27.01.2003 - 20:41


Um sich Erleichterung zu verschaffen
muss man das Bewusstsein ändern-
steckt Euch also zwei Finger in den Mund !

Picabia

Arme Revolutionäre ...

Cannibale 27.01.2003 - 20:45
Arme Revolutionäre aus Pappmaché,
wenn Ihr unbedingt was stürzen wollt,
dann stürzt zu Boden und schlaft mit
dem Leben !

Picabia

muss ausgefüllt werden? Neee

Das auch nicht 27.01.2003 - 21:17
picabia
und wie hast du heute die Welt verbessert? Garnicht!!!
Also halt die Klappe,oder reiss dir deinen Arsch auf für eine andere Welt. Spalterin!!!!

lol

gabba 28.01.2003 - 04:36
lol

war dabei

soli 21.02.2003 - 19:24
ich war dort und muss dazu sagen das die leute in bern während des ganzen tages in landquart und fideris von der polizei provoziert wurde. kein wunder wenns dann truble gibt