"Rufmord-Kampagne" gegen kritische Zeitung

Anonym 26.01.2003 00:55 Themen: Medien Repression
Das kritische STADTBLATT in Pforzheim gerät unter immer heftigeren Druck. Verschiedene Interessengruppen versuchen offensichtlich mit Repressalien, das weitere Erscheinen der unabhängigen Zeitung zu verhindern.
Das STADTBLATT berichtet über mutmaßliches Fehlverhalten der Polizei ebenso wie über andere "Skandale" in der "Ex-Goldstadt".
Durch ihren leicht verständlichen Stil erreicht die Zeitung eine breite Bevölkerung. Und genau dies ist bestimmten Kreisen ein Dorn im Auge
PZ betreibt "Rufmord-Kampagne"
gegen das kritische STADTBLATT

"Aus unserer Sicht versucht die Pforzheimer Zeitung durch Rufmord, das STADTBLATT kaputt zu machen", äußert sich Redakteur Jürgen Wiedmann zu jüngsten Artikeln in der PZ. "Haltlose Vorwürfe gegen mich und unsere Zeitung werden durch Redakteure der PZ aufgebauscht und die Pforzheimer Bevölkerung dadurch getäuscht." Sinn und Zweck dieser laufenden Negativ-Berichte sei es wohl, dem STADTBLATT Anzeigenkunden zu entziehen und die Glaubwürdigkeit unserer Zeitung bei unseren Lesern zu beschädigen. Ziel sei es offenbar, uns als mißliebigen (kleinen) Konkurrenten aus zu schalten. Die Redaktion des STADTBLATT appelliert in diesem Zusammenhang an alle Leserinnen und Leser sowie die Anzeigenkunden, sich nicht durch eine solche mutmaßliche Rufmord-Kampagne bevormunden zu lassen. "Ich bitte alle Menschen in Pforzheim, denen die Freiheit der Meinung und der Presse in unserer Stadt wichtig ist, sich ihr eigenes, nicht durch die PZ vorgegebenes Urteil zu bilden", appelliert STADTBLATT-Gründer Jürgen Wiedmann an die Bevölkerung. Gerade die jüngsten Vorkommnisse mit mutmaßlichen Schwerverbrechen, Unsauberkeiten bei der hiesigen Polizei, Steuerverschwendung bei der Stadt sowie Unterdrückung der Meinungs- und Informationsfreiheit durch gewisse Politiker in Pforzheim zeigten, wie wichtig die Freiheit einer unabhängigen, nicht durch ganz bestimmte Interessengruppen gesteuerten Presse in unserer Stadt sei. sb
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Ergänzungen

Was war genau los?

Frager 26.01.2003 - 02:56
Was wurde genau behauptet? Was stimmt davon und was nicht?

Naja, das "Stadtblatt" sieht ja auch etwas...

ui? 26.01.2003 - 10:04
seltsam aus. Wenn ihr euch mal die Titel anschaut und die Texte, dann erinnert mich das an eine linke Ausgabe der Kronenzeitung oder so.

Für deutsche Kleinstädte typisch

HanZ 26.01.2003 - 14:33
Mich erinnert das an einen Fall aus Passau: Eine anfangs angesehene Frau (weiß gar nicht, ob sie Historikerin oder "nur" Journalistin war) stieß auf viele Informationen zur Nazivergangenheit der Stadt. Was dann los war, erinnert an schlechte Filme. Die Frau wurde solange gemobbt, bis sie aus der Stadt verschwand. Selbst höchste Behördenstellen beteiligten sich an krassen Aktionen gegen die Frau.
Ihr in Pforzheim seid mehrere - versucht irgendwie Druck aufzubauen. Koordiniert Euch mit anderen progressiven Kräften in der Stadt und in umliegenden Städten. Verteilt Plakate und Flugblätter (die ja nicht alle von Euch, sondern von Unterstützern kommen können - sonst würden die Euch auch hier versuchen unter Druck zu setzen).
Postet weitere News!

Zu Euren Fragen

Jürgen Wiedmann 26.01.2003 - 21:07
1.Unserer Zeitung wird z.B. durch die "PZ" unterstellt, nicht "sauber" und ausgewogen zu recherchieren. Gleichzeitig werden unsere Anfragen bei verschiedenen Stellen, z.B. Polizei, Justiz, Stadt etc. häufig nicht oder kaum aussagefähig beantwortet.
Die "PZ" unterschlägt in ihren immer häufiger werdenden Artikeln über unsere Zeitung und mich wesentliche Informationen. Entsprechende Gegendarstellungen bzw. Leserbriefe druckt die "PZ" dann nicht ab.
Die Geschichten sind fast endlos, so dass ich hier nicht detailliert darauf eingehen kann.

2. Das Stadtblatt sieht wie gesagt mit Absicht so aus - schließlich erreichen auch Bild- oder Kronenzeitung (übrigens auch die durchaus seriöse und für ein "bürgerliches" Medium relativ kritische Abendzeitung in München) gerade deshalb eine breite Bevölkerung - leider. Was man von wohl den meisten kritisch-alternativen Publikationen leider nicht behaupten kann. Darum!

3. Vielen Dank für die Ermutigung - zum Glück werden unsere Unterstützer immer mehr.

STATDBLATT

Filbinger 26.01.2003 - 21:22
Ich meine dass die Zeitung nicht "seltsamer" aussieht als ein Bayernkurier oder ein KONRADSBLATT. Nur mit dem Unterschied, dass die Themen tatsächlich aus der Mitte unserer Gesellschaft kommen. (Sehr zum Leidwesen eines "etablierten" Blattes, wie man sieht.) Man kann es nicht allen Leuten rechtmachen, schon gar nicht denjenigen, die allein schon aus der ideologischen Ausrichtung heraus bestimmte Themen gar nicht angehen, "um Ärger zu vermeiden..."
Eine Zeitungsredaktion die diesem Prinzip huldigt, sieht dann für mich sehr,sehr seltsam aus...

skurille medienwelt

ich 26.01.2003 - 21:25
eine bürgerliche zeitung wie PZ bemängelt also, daß eine kritische zeitung nicht ausgewogen und sauber zu berichten? vielleicht sollten wir der pz mal einen brief mit genua-fotos und den dazugehörigen pz-artikeln schicken?
ansonsten: je besser ihr die artikel im STADTBLATT belegt, desto mehr macht sich die pz lächerlich.

Spitzenzeitung

Fan 27.01.2003 - 13:53
bei aller Kleinstadt Häme in den obigen Kommentaren, ich finde diese Zeitung hervorragend. Eine kleine Stadt braucht natürlich andere Medien als das linksintellektuelle Berlin-Publikum (zu zu 90% aus Kleinstädten stammend). Daher ist das etwas "Bild"hafte Auftreten geradezu richtig. Im Kern geht es darum lokal über lokale Themen zu berichten - genau das macht das Blatt.
Ich hoffe mal das Ihr den Wirbel übersteht, Viel Glück.