cdu-hessen.de gehackt

k.A. 29.12.2002 03:11 Themen: Freiräume Netactivism
OUT OF ORDER

Vielleicht hätten Sie jemand fragen sollen, der sich damit auskennt - da hilft auch keine Rasterfahndung!

http://www.cdu-hessen.de/cdu-hessen/php/fu....
OUT OF ORDER

Vielleicht hätten Sie jemand fragen sollen, der sich damit auskennt - da hilft auch keine Rasterfahndung!

http://www.cdu-hessen.de/cdu-hessen/php/fu....
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Ergänzungen

Och, so ein schoenes PDS-Logo...

Stefan/Kiezkicker 29.12.2002 - 03:43
Was soll denn dieser CCC-Schaedel, ein fettes PDS- Logo oder so kommt auf einer CDU-Seite doch viel lustiger. :o)
Nette Aktion. ;)

ui fnørd!

weist 29.12.2002 - 03:52
all hail discordia!

weist, keeper of the sacred receptacle of 'torr ghorrhak', master of norn, legitimate and acclaimed pope (sanctus! sanctus!) and lastbutnotleast headhoncho of the 334th bureau for applied desformation

ps: das ist alles gelogen, einschließlich diesem hier. eine person namens 'weist' existiert nicht. es gibt nichts zu sehen, bitte gehen sie weiter!

Link gekürzt

Pete 29.12.2002 - 04:25
Hab den Link mal mit html etwas kürzer gemacht, damit nicht die ganze Seite zerschossen wird. Hab ausserdem noch den Screenshot eingefügt - ist das ok?

die hat's auch erwischt ...

k.A. 29.12.2002 - 04:37
OUT OF ORDER II

Kurz und Knapp

Verantwortlich sind die Systemadministratoren der Firma mcn tele.com AG.

+ Schaut euch mal Dokus über "Sichere CGI-Anwendungen" an!
+ Sperrt mal die ASP-Scripte in einem Unterverzeichnis auf mcn-tele.com (liegt etwas sehr offen rum)
+ Legt keine Files mit Kennwörtern in öffentliche Ordner (ist unnötig!)

 http://www.electronic-minds.de/kundenlabor/ecoma/mcn/00.asp

Nette Aktion!

Frager 29.12.2002 - 05:01
Wie wäre es, das alles noch mal samt Bild zusammenzuposten, so als neuen Artikel? Oder lieber warten, bis noch mehr auftaucht?

schläft hier denn keiner?

egal 29.12.2002 - 05:37
nerds eben

Abgeguckt - aber eine gute Idee:

-relet- 29.12.2002 - 07:14
CDU Hessen - open posting NOW!
Das neue autonome Nachrichtenportal.

(Sogar bisher ohne Mods für die wos interessiert.)

Abgekocht

saul 29.12.2002 - 10:06
Nette Aktion, wird sie ärgern. Ist nichts groß passiert außer der kleinen Veränderung. Die Seite funktioniert wie gehabt nur n Guestbook zum Sprüchablassen haben se wohl nicht.
PS: Koch reizt zu Wortspielerein und in Hessen beginnt der Wahlkampf. Da lässt sich wieder was anstellen. Plakatgraffiti neue Runde. Demnäxt more.

im augenblick ist die seite nicht erreichbar

29.12.2002 - 14:34
schade.

@ egal

frühaufsteher (14:00 Uhr) 29.12.2002 - 14:38
du musst reden!

Kallisti!

Lord Caramac the Clueless 29.12.2002 - 20:27
Hail Eris!

Grüße von Lord Caramac dem Planlosen, NPIAB (B.o.P.), DACEBLF (Lt.Cdr.), NPG, LDD, 5° S.'.C.'.

Wenn Du den Fnord nicht siehst, kann er Dich nicht fressen.

hail eris

der midget 30.12.2002 - 21:50
es gab da mal einen zwerg,der dachte sich,ich krieg sie bevor sie mich kriegen.....


Destroy Babylon

schaaaaade

zu-spät-kommer 02.01.2003 - 11:19
...das ich über den jahreswexel net ins netz konnte..die typen haben ihre page inzwischen leider wieder hinbekommen,werd deswegen noch n paar minuten vor dem screenshot lechzen :-)

coole aktion!

Schlafmützen

Medienkompetenz 04.01.2003 - 22:07
Guten morgen ihr Schlafmützen erst den CCC ignorieren und dann deren Aktionen abfeiern
 http://www.indymedia.de/2002/12/37695.shtml
Übrigens sehr informativer Kongress, nette Leute
nur eben die Preise, aber da sind ja auch die Kosten...

Ansonsten hat Andy Müller Maghun CCC Vorsitzender Post von den Bullen bekommen ("Kunsturheberrecht"),
Wahrscheinlich wegen dem "Belohnungsplakat" ein
Steckbrief mit Otto Schily , Bill Gates und Co im Stil der
bleiernen Zeit

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hier die Artikel über den Kongress
da der "Berliner Tagesspießer" nach einer Woche
Geld für seine Artikel haben will hab ich sie kommplett copiert
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Tagesspiegel 27.12.
Bescheuerte Überschrift und dumme Hauptaussage noch dazu in der Printversion mit zwei riesigen Bildern nebeneinander, Georg Bush + Andy Müller Maghun

6. Deutsche Meisterschaft im Schlossöffnen
Der Chaos Computer Club macht Jahres-Hackerparty. Dabei wird auch der Kampf mit der US-Regierung geprobt
Von Martina Wagner
Im Haus am Köllnischen Park werden Computer hin und her getragen, letzte Elektroinstallationen vorgenommen, Räume abgedunkelt, Pflanzen aufgestellt. Es könnten ganz normale Kongressvorbereitungen sein – wenn da nicht das Wort Chaos am Eingangsschild stünde. Und wer veranstaltet schon eine Pressekonferenz am zweiten Weihnachtsfeiertag – außer Leuten, denen Weihnachten egal und nur der Computer heilig ist? Der Chaos Communication Congress ist der jährliche Fachkongress des Chaos Computer Clubs e.V. (CCC) und hat sich seit seiner Entstehung im Jahre 1984 als „europäische Hackerparty“ etabliert. Das Motto: „Out of Order“, passend zur politischen Großwetterlage und dem zunehmenden Kontroll-Druck seitens der US-Amerikaner.
Weltweit und ohne öffentliche Debatten wurden neue Gesetze verabschiedet, die in die Grundrechte der Netzbürger einschneiden und den diesjährigen Congress überschatten (siehe Kasten). CCC-Sprecher Andy-Müller Maguhn sieht einiges auf uns zukommen: „Wenn die europäischen Länder nicht aufpassen, wird ihre Souveranität eingeschränkt werden zugunsten der Geheimdienste anderer Länder. Es traut sich keiner, laut Einhalt zu gebieten, weil man sonst als Terroristen-Sympathisant gilt.“ Es sei bedrohlich, wenn Netzbereiche und Internetverkehr überwacht und bestimmte Netzinformationen nicht mehr allen zur Verfügung stehen, wenn also der Medienfluss manipuliert wird. Der US-Geheimdienst sei für den CCC Reizthema Nummer Eins.
Aber auch neue Formen von Klageverfahren gegen Hacker erregen die Gemüter in diesem Jahr. Das Computerspielverbot in Griechenland ist nur eine absurde Variante. Und Otto Schilys Kommentar zum aktuellen Kannibalismus-Fall als Beweis der zunehmenden Kriminalität im Internet (der Mörder hatte sein Opfer im Internet kennengelernt) – das ist wie Chili ins lodernde Hackerherz, und darüber regt man sich hier auf, oder wie ein Besucher sagt: „Pearl vor die Säue“.
Der Congress wendet sich aber nicht nur an eingefleischte Technikfreaks, sondern auch an diejenigen, die sich mehr für Anwendungen und Auswirkungen interessieren. Neben dem umfangreichen Konferenzprogramm gibt es weitere Elemente des Congresses wie das Art & Beauty-Projekt (unter anderem wird der 3D-Science-Fiction-Film „c-wars“ vorgestellt), das Labor, wo der Lego-Roboter „Sumo Deathmatch“ und „Mikrolights, das Basteln von blinkenden Häusern“ ausgestellt werden, das Chaosarchiv, das Hackcenter und die sechste Deutsche Meisterschaft im Schlossöffnen.
Das Programm wurde auch in diesem Jahr mit heißer Nadel gestrickt. Zahlreiche Gruppen und Einzelpersonen haben sich für einen Arbeitsplatz im Hackcenter angemeldet. Darin sind noch nicht die vielen Laptop-Besitzer eingeschlossen, die sich durch ihre Mobilität einfach dort niederlassen können, wo es ihnen gerade Spaß macht. Die Bandbreite der Projekte reicht von Infoständen verschiedener freier Betriebssysteme über Bastler, die digitale Satelliten-Receiver bis ins letzte Detail untersuchen, alternative Netz-Radio-Projekte bis zu einer Gruppe, die die unglaublichen Datenmengen im Hackcenter-Netzwerk als Live-Videoanimation auf einem großen Bildschirm visualisiert.
Diese Beiträge tragen typische Hacker-Titel wie „Amateurfunk – quo vadis“, „Angriff der Mensch-Maschine-Schnittstelle am Beispiel Internet-Banking?“, „Browser-Esperanto und seine Dialekte“, „Distributing Computing Panel“, „One time Crypto“, „Pop Culture and Media Hacking“, „Rapid Development von IPv6 mit 6to4“, „Network Hijacking“, „Perl – die Taschenkettensäge unter den Programmiersprachen“, „Spaß mit Codeflow Analyse“, „Wikipedia Workshop“ und „Zero Tool Hacking“. Was für den Otto-Normal-User wie ein Programm für einen ambitionierten Alien-Congress klingt, ist für heimische Computerfreaks ein wahres Weihnachtsfest.
Die fortgeschrittenen weiblichen Hacker aus dem gesamten Bundesgebiet haben sich in diesem Jahr wieder mit einem eigenem Veranstaltungsprogramm durchsetzen können: Es wird gelötet, gehackt und geplaudert. Neben Tee und Sofas bieten die „Haecksen“ jede Menge spannende Workshops aller Arten, unter anderem das „Ada-Lovelace-Mentoring-Projekt aus Trier“. „Wir haben derzeit eine Frauenquote von drei Prozent auf dem Congress. Es gibt noch zu wenig Ermunterung und zu wenig Mentoren für computerinteressierte Frauen“, sagt Tina Lorenz, eine der Organisatorinnen.
Neben Vorträgen, Wettbewerben und trotz der harschen Kritik an der Bush-Regierung kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz. Zum dritten Mal findet das so genannte „Hacker-Jeopardy“ statt, eine Variante der bekannten amerikanischen Gameshow. Die Kategorien werden dementsprechend angepasst. So müssen beispielsweise die Kandidaten Dateiformate anhand der ersten acht Bytes erkennen. Getreu nach dem Wau-Holland-Motto: „Die Realität ist immer noch einen Zahn härter“.
Der Gründervater des CCC verstarb im vergangenen Jahr und hinterließ eine große Lücke. Die gegründete Stiftung bemüht sich, seinen Nachlass an Deutungen und Vorhersagen, philosophischen Schriften und Vorträgen als „Datengarten“ zu archivieren. Geschäftsführer Gerriet Hellwig: „Wir versuchen, das Material in XML zu sichern. Auch eine Biographie ist in Planung. Das notwendige Kapital für die Stiftung haben wir zu zwei Drittel beisammen.“ Das umfangreiche Holland-Archiv soll in Zukunft dem CCC und einem breiten Publikum zur Verfügung gestellt werden. Doch bis dahin ist es noch ein langer, kontroverser Datenweg zwischen Chaos und Kommerz.
Trotz Weihnachtsstress kümmern sich rund 160 „Chaos-Engel“ um den reibungslosen Ablauf vom CCC-Kongress, der bis zum 29. Dezember läuft (Tageskarten: ab 20 Euro). Die Besucher sind überaus friedlich – in der Szene herrscht tugendhafte Ehrlichkeit. Während viele unermüdlich an ihren Computern basteln und nächtelang durchhacken, finden Spontanparties und Sit Ins statt. Man sitzt auf den Sofas, plaudert, raucht und trinkt zusammen. Doch Vorsicht! Falls sich in den drei Congress-Tagen die harten Realitäten etwas verschieben, liegt das nicht nur am großzügig verteilten Anti-Weihnachts-Gebäck. George W. Bush sollte bei den Hackern besser nicht persönlich vorbeikommen.
Im Internet:
www.ccc.de/congress/2002/
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Tagesspiegel 29.12.
Berlinteil
Tippen, stöpseln, löten: Im Trainingslager der Computer-Knacker Die Hacker-Szene tagt im Haus am Köllnischen Park
und übt den virtuellen Einbruch in fremde Netze
Von Christian Hönicke
beim Lockpicking beweißt der Schreibknecht Ch. H.
das er davon überhaupt nix verstanden hat

„Hast du einen Laptop dabei?“ „Nein.“ Ungläubiges Kopfschütteln am Einlass des Hauses am Köllnischen Park. Schließlich findet hier der 19. Kongress des Chaos Computer Clubs statt. Hacker aus aller Welt treffen sich hier, und einen Computer hat fast jeder dabei. Entsprechend voll ist es im Hackcenter, dem Herzstück des Kongresses. Über zwei Etagen reiht sich Maschine an Maschine, Hacker an Hacker. Bloß gut, dass man Elektrosmog nicht sehen kann. Wer hier keinen Platz mehr gekriegt hat, setzt sich ins Treppenhaus, den Laptop auf dem Schoß. Oder macht es wie die Insassen des Busses draußen auf der Straße: Aus der Fahrertür führen zwei Kabel ins Haus.
In den wenigen freien Ecken im Hackcenter liegen die Opfer der letzten Nacht in ihren Schlafsäcken, umrahmt von leeren Bierbüchsen, beschallt von Techno-Musik und klappernden Tasten. Miteinander gesprochen wird selten, normalerweise schieben sich die Hacker einfach Dateien zu. Die entspannte Atmosphäre erinnert an einen holländischen Coffeeshop, nicht nur, weil sich ein sanfter Hanfgeruch über Mäuse und Tastaturen erhebt. Doch die kryptischen Abkürzungen und Zahlenkombinationen an den Wänden erinnern daran, dass hier nicht Amsterdam ist. Eine Treppe führt hinunter in die Dunkelheit, in die zweite Ebene des Hackcenters. Hier, wo die Tageszeit nicht einmal mehr zu erahnen ist und die Gesichter nur noch von den Bildschirmen erhellt werden; hier sitzen die wahren Hacker. Die Freibeuter des Cyber-Zeitalters, die in Firmen- oder Staatsnetze eindringen.
Fotografieren ist verboten, schließlich ist das hier alles andere als legal. Wer von den meist männlichen Wesen im heiratsfähigen Alter mit bequemen Pullovern und Jeans oder Cargo-Hose gerade im Pentagon-Rechner ist oder nur seine E-Mails liest, lässt sich unmöglich sagen. Über die Bildschirme flackert stets nur ein nichtssagendes Gewirr aus Zahlen und Buchstaben. Auch bei Hendrik, der zum fünften Mal dabei ist. Er hat einen Server aufgebaut, den die anderen für die Verbreitung von meist nicht legalen Dateien nutzen. „Das Beste am Kongress ist aber, dass man hier die Leute sieht, die man sonst das ganze Jahr über nur im Chat trifft“, sagt er. „Das sind Leute, die die gleichen Interessen haben.“ Sie kommen nicht nur aus Chemnitz oder Hamburg, sondern auch aus Österreich, Holland und Frankreich.
Jan aus Kiel spielt seit zwei Uhr morgens ein neues Betriebssystem auf. Das hätte er natürlich auch zu Hause machen können, „aber hier kann man viel lernen, vor allem von den richtigen Programmierern“. Computerei braucht Zeit. Man hilft sich, vor allem dabei, den Rechner immun gegen Angriffe von außen zu machen. Das ist auch nötig, denn ein ungeschützter Rechner auf einem Hacker-Kongress ist virtueller Selbstmord. Außerdem werden alle geknackten Passwörter von Kongressteilnehmern auf einer Leinwand präsentiert.
Ein Pranger für unaufmerksame Computerfreaks. Im letzten Jahr hat es Christian erwischt, zweimal hintereinander. „Das ist schon peinlich“, sagt er. Diesmal passiert ihm das nicht mehr. Er hat sich beraten lassen und Vorträge gehört zu Themen wie „Chipkarten und Überwachung“ oder „Die fünf Pforten der Manipulation“.
Das Obergeschoss der Kongresshalle gehört den Fingerfertigen. Im Labor wird von Lego-Bausteinen bis zu Funkgeräten alles verwertet, was sich irgendwie löten, schrauben und an einen Computer stöpseln lässt. Zwei Türen weiter dürfen Hacker ihre Knackerqualitäten im realen Leben testen. Bei den Deutschen Meisterschaften im Schlossöffnen treten Mannschaften gegeneinander an. Wer als Erster die Schlösser des Gegners aufgebrochen hat, ist eine Runde weiter. Einst stolze und teure Sicherheitsschlösser werden in kürzester Zeit reihenweise unbrauchbar gemacht. In der Diziplin Vorhängeschlösser brauchen die Sieger im Finale 21 Minuten – für sieben Schlösser. Für die Verlierer bleibt nur fleißiges Trainieren: Die Aufbauskizzen der Schlösser hängen an der Wand. Und das Einsteiger-Schlossknacker-Set gibt es hier schon für 35 Euro zu kaufen.
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Chaostage in Berlin begonnen

Der 19. Jahreskongress des Chaos Computer Club (CCC) tagt seit gestern in Berlin, Titel der Veranstaltung ist "Out of Order". Noch Stunden nach Kassenöffnung standen die Computerfreaks vor dem Haus am Kölnischen Markt Schlange. "Der Ansturm ist enorm", so Pressesprecher Lars Weiler gestern. "Es sind viel mehr Leute als erwartet." Bis Sonntag rechnet er mit rund 2.500 Teilnehmern. Trotz des großen Andrangs verlaufe alles relativ ruhig, so Weiler weiter. "Ein bisschen Chaos gehört bei uns natürlich dazu." Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des CCC referierte Vorstandsmitglied Andy Müller-Maguhn zum Auftakt über die Geschichte und Struktur des Clubs. Besonderes Interesse gelte dieses Jahr den Themen Internetzensur, Datensicherheit sowie Kryptographie, so der Pressesprecher. "TAZ
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TAZ 27.12.
"Wir sind doch auch NGO"

Andy Müller-Maguhn, Direktoriumsmitglied der "Netzregierung" Icann, sieht noch viel Potenzial für die Kooperation von CCC-Hackern und Globalisierungskritikern: "Uns geht es ähnlich wie denen"

Interview ANNE HAEMING

taz: Herr Müller-Maguhn, in der aktuellen Hochzeit basisdemokratischer Bewegungen scheint das Internet das Medium der Zivilgesellschaft schlechthin?

Andy Müller-Maguhn: Ich würde nicht von einem neuen Zeitalter der Demokratie sprechen. Im Grunde sind Internet und Computer nur Werkzeuge, Strukturverstärker. Und wir alle wissen, dass man mit technischen Netzwerken den perfekten Überwachungsstaat betreiben genauso wie NGOs eine bessere Vernetzung bieten kann. Was bei Icann für mich der rote Faden ist, ist die Frage, wie die Architektur eines Netzes letztendlichAuswirkungen auf die gesellschaftlichen Zustände hat.

Attac bezeichnet sich als "Netzwerk ohne hierarchische Strukturen oder geographische Zentrale", Icanns Grundverständnis ist das einer "global, consensus, non-profit corporation" Lassen sich die beiden vergleichen?

Bei Attac kenne ich die Statuten nicht so genau, aber im Grunde geht es auch dort darum, Raum für Informationsvielfalt zu bieten. Natürlich ist das nicht hierarchisch, aber klar gibt auch in der links-progressiven Bewegung Auseinandersetzungen darüber. Dieses Spannungsverhältnis ist vergleichbar mit der Situation von Icann: Einerseits orientiert man sich nicht national, sondern international, gleichzeitig kann man die Nationalstaaten mit ihren unterschiedlichen Empfindlichkeiten nicht übersehen. Und bei Icann ist es nun mal die US-Regierung, die da ihre Empfindlichkeiten durchdrückt und ganz interessante Methoden gefunden hat, den anderen Staaten das Gefühl zu geben, sie dürfen auch ein bisschen mitmachen.

Sie würden also nicht sagen, dass Icann und Attac dem gleichen ideologischen Hintergrund verpflichtet sind?

Nein, ich fürchte nicht. Bei Icann geht es vorgeblich nur ums Technische, das Domain-Name-System ist zentralistisch und hierarchisch. Theoretisch wäre es möglich, dass die Vereinigten Staaten von Amerika kraft geistiger Umnachtung auf die Idee kommen, ein Land als terroristisch zu deklarieren, sagen wir mal den Irak. Dann könnten sie den Irak aus dem Domain-Name-System austragen, ein paar Stunden später gäbe es den Irak weltweit im Internet nicht mehr. Man könnte auch ein Land komplett simulieren.

Gibt es innerhalb von Icann eine Möglichkeit, NGOs eine Plattform zu bieten?

Ein Thema, für das ich mich stark gemacht habe, ist ein so genanntes Privacy Committee, in dem drei der Icann-Vorstandsmitglieder sitzen, aber auch drei Externe, Vertreter aus dem NGO-Bereich etwa - Leute, die sich glaubwürdig um Datenschutz kümmern. Ein anderes Projekt stößt auf größere Widerstände innerhalb von Icann. Es geht da um Urheberrechte, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit.

Wenn Icann und Attac so wenig gemein haben, wie sieht denn der Kontakt zwischen Attac und dem CCC aus?

Zum einen gibt es personelle Überschneidungen wie auch gemeinsame handfeste Projekte, zum anderen sehen wir uns durchaus als NGO, die sich um digitale Bürgerrechte kümmert.

Wie groß schätzen Sie den Einfluss des Internets auf die Bewegungen?

Zumindest hat soziale Vernetzung durch die technische Vernetzung einen enormen Aufschub bekommen. Es ist wichtig, eine gemeinsame soziale und kulturelle Realität aufrechtzuerhalten, voneinander zu lernen und gemeinsam politische Diskussionen zu führen. Wir Computerfreaks sitzen etwas autistisch vor unseren Geräten, aber natürlich entstehen da auch soziale Netze. Nicht umsonst treffen uns einmal wöchentlich hier in unseren Räumen und einmal im Jahr auf dem Kongress.

Werden auf dem Kongress neben den technischen Fragen auch derartige politische Themen diskutiert?

Das ist immer eine Mischung, wie der Club selbst ja auch eine Mischung aus "Technikern" und "Politikern" ist. Wir versuchen sowohl aktuelle technische Entwicklungen zu beleuchten, als auch aktuelle gesellschaftliche, industrielle Entwicklungen. Mein Gefühl ist, dass es zur Zeit der Hackerszene so ähnlich geht wie der NGO-Szene, man ist viel zu beeindruckt von dem, was da so vor sich geht, als dass man schon eine richtige Antwort gefunden hätte.

Und was hat der Kongresstitel "Out of Order" damit zu tun?

Der Titel hat einerseits mit unserem Selbstverständnis als Diskordia zu tun, gepflegte Streitkultur. Andererseits verweist es auf das Kongresssymbol, das Pentagon mit dem ausgebrochenen Zacken. Wir waren uns einig, dass die amerikanische Regierung im Moment sehr dominierend ist - es läuft ein Schema ab, wo nicht mal mehr so getan wird, als ginge es um einen ordnungsgemäßen demokratischen Zustand.

taz Berlin lokal Nr. 6939 vom 27.12.2002, Seite 18, 168 Zeilen (Interview), ANNE HAEMING
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Junge Welt
31.12.2002
 
Interview: Damiano Valgolio
 
Warnung vor Microsoft und Co.: Großer Bruder auf der Festplatte?
 
jW fragte Andy Müller-Maguhn, Vorstandsmitglied und Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC) und Vertreter der europäischen Internet-Nutzer in der »Netzregierung« ICANN
 
F: Am Wochenende hat der CCC in Berlin seinen 19. Jahreskongreß veranstaltet, den Chaos Communication Congress. Was haben Sie besprochen?

Der Kongreß hat traditionell zwei Funktionen – zum einen ist das natürlich eine Art Community-Treff der Hacker-Gemeinde. Zirka 3000 Leute sind gekommen, im nächsten Jahr werden wir uns ein größere Gebäude mieten müssen. Es gab Labors, wo vom Rechner bis zum Modellhubschrauber alles mögliche zusammengelötet wurde.

Der eigentliche Konferenzteil ist traditionell eher eine Mischung aus der Beschäftigung mit aktuellen technischen Entwicklungen und Möglichkeiten auf der einen Seite und gesellschaftlichen Wechselwirkungen auf der anderen Seite. Ein wichtiges Thema waren diesmal beispielsweise die neuen Möglichkeiten der Software-Industrie, den freien Informationszugang einzuschränken. Auch dem Themenbereich Medienmanipulation waren verschiedene Vorträge und Workshops gewidmet. Ein Dauerbrenner, der schon den Kongreß vor einem Jahr dominiert hat, ist selbstverständlich die zunehmende Überwachung und die Einschränkung des Datenschutzes im Zuge der sogenannten Antiterrorgesetze.

F: Wie beurteilt der CCC die immer größeren Eingriffe in die Privatsphäre? Leben wir schon in einem Überwachungsstaat?

Wenn man so will, müssen wir uns schon längst mit einem handfesten Überwachungsstaat auseinandersetzen. Die amerikanische Regierung hat die Strategie der »Total Information Awareness« ausgegeben. Unter dem Vorwand der Terrorbekämpfung sollen Regierungsstellen vollständigen Zugang zu sämtlichen Daten bekommen, die irgendwo bei Unternehmen, Behörden oder sonstigen Einrichtungen gespeichert sind. Das geht von Telefonverbindungen und reservierten Flügen bis zu Kreditkartenabrechnungen und Daten medizinischer Behandlungen. Es können von Millionen Menschen Bewegungs- und Verhaltensschemata erstellt werden, inzwischen schon mit relativ geringem Aufwand und geringen Rechenkapazitäten. Durch die gravierenden Fortschritte beispielsweise im Bereich der Entschlüsselungstechnik könnten schon bald die allermeisten Methoden, mit denen heute Daten verschlüsselt werden, nicht mehr funktionieren. Das ist ein Aspekt, der über technische Details weit hinausgeht, denn damit wäre Sicherheit keine zeitlich undefinierte Angelegenheit mehr. Jedes Verschlüsselungsprogramm wird irgendwann obsolet.

F: Sie haben von Plänen gesprochen, den freien Datenfluß zu beeinträchtigen. Was meinen Sie damit?

Es gibt eine Reihe von Entwicklungen, die aus der Ecke der Urheberrechtsindustrie kommen, Systeme zum sogenannten Digital Rights Management. Die Firma Microsoft hat ein System entwickelt, durch das nicht mehr der Benutzer, beziehungsweise Besitzer, eines Computers bestimmt, was sich auf der Festplatte befindet, sondern der Konzern. Bei jedem Down-Load erfolgt ein automatischer Lizenz-Abgleich. Nicht lizenzierte Musikstücke, oder was auch immer Microsoft nicht paßt, könnte der Computer dann sofort löschen. Das sind natürlich gravierende Angelegenheiten, wir sprechen vom »digitalen Faschismus«.

F: Das Emblem des diesjährigen Kongresses war ein Pfeil, der ein stilisiertes Pentagon durchbricht. Ist das mehr als bloße subversive Symbolik? Wie sieht die Zusammenarbeit mit der globalisierungskritischen Bewegung aus?

Club-Mitglieder haben in der Vergangenheit Verschlüsselungsworkshops angeboten und beim Aufbau von Indymedia und freien Radiosendern mitgearbeitet. Allerdings gibt es bei so global denkenden Menschen wie Hackern einige Vorbehalte gegen eine Bewegung, die allgemein als »Antiglobalisierungsbewegung« bezeichnet wird. Wir sehen uns aber nicht in erster Linie als Dienstleister von Bewegungen. Unsere politische Aufgabe liegt zunächst darin, den freien Datenfluß so weit wie möglich aufrechtzuerhalten und den Menschen Möglichkeiten zu bieten, ihre persönlichen Daten zu schützen.




Link Aktualisierung + Ergänzung

Medienkompetenz 14.02.2003 - 17:54
wegen der indy Umstellung hier der funktionierende link zum alten Artikel
 http://de.indymedia.org/2002/12/37695.shtml

und dann noch was
 http://www.dradio.de/cgi-bin/es/neu-computer/1506.html

der Kongress im Überblick mit Pressespiegel

Medienkompetenz 14.02.2003 - 18:41