Anti-Wahl-Aktionen: Neu starten? OK ...

Anti-Demokrati 24.12.2002 12:29 Themen: Soziale Kämpfe
Im Hessenländle hat Law-and-Order-Populist Roland Koch die Wahlkampfphase eingeläutet. Mit einem schönen Plakat "Auf ein Neues!". Der Spruch ist ausnahmsweise mal Konsens - und so wurde u.a. an einer Ortsausfahrt Reiskirchens ein großes Plakat leicht verändert.
Hintergrund:
Am 2.2. ist in Hessen und Niedersachsen Landtagswahl. Parteien und andere Demokratie-Fanclubs (viele "Linke" sind sicher dabei ...) werden das Wählen als wichtigste BürgerInnenpflicht benennen. Recht haben sie, alles andere an diesem Regime ist noch schlechter. Wahlen sind ein geeigneter Ort, die grundlegende Herrschaftsfrage zu stellen und Visionsdiskussionen zu provozieren.
Die Plakatverschönerung in Reiskirchen darf wohl als freche Aufforderung zu mehr verstanden werden. Das Plakat prangt an der B49 ca. 15.000 Autos täglich entgegen.

Plakatveränderungen sind eine nette Form der Subversion ... also der Idee, die Wucht der Herrschaft zu nutzen, um die gegenteiligen Ziele zu verfolgen. Wahlplakate werden überall stehen. Und kreative Aufkleber auch ... unter  http://www.wahlquark.de.vu werden ständig Aktionsideen, Downloads von Kopiervorlagen oder Hintergrundtexte zu Wahlen gesammelt.

Bis zum 2.2. in Niedersachsen und Hessen Demokratie als Herrschaftssystem demaskieren. Wir wollen nicht mehr Demokratie, sondern keine Herrschaft mehr!
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Ergänzungen

Noch mehr ...

Reiskirchener 24.12.2002 - 12:35
In Reiskirchen hat es offenbar nicht nur das Koch-Plakat abgekriegt. Auf dem Rathaus standen verschiedene Sprüche gegen Demokratie oder (hab ich mir gemerkt) "Rathäuser zu Wohnhäusern". Oder so. Überhaupt finden sich hier ständig Plakatveränderungen ... grusel ...

ist das echt so wichtig

24.12.2002 - 12:49
wenn bei einem kaff in hessen EIN plakat verändert wurde ?

oder feiert sich da jemand selbst ?

In Berlin gehts übrigens weiter

Berliner 24.12.2002 - 16:00
Nach der Aktion der letzten Woche (wo die HipHop-Szene mal ein bischen aktiv wurde) wird munter weiter agiert. Vielleicht schaffe ich mal die Tage ein paar neue Sachen zu fotografieren...

problematisch

Togliatti 25.12.2002 - 14:53
ich halte es für gefährlich und unklug, sich positiv auf die Vokabel "antidemokratisch" zu beziehen. Mit derlei Begriffen, die bei den meisten Assoziationen zu rechten Denkweisen auslösen, solltet ihr vorsichtiger umgehen. Den Unterschied zwischen antiparlamentaristischen Demokratie-Modellen (Rätedemokratie, Syndikalismus, Basisdemokratie etc.) und antidemokratischen Führerstaat-Phantasien zu verwischen, arbeitet den Falschen in die Hände. Eine progressive Kritik am Parlamentarismus sollte dessen Defizit an Demokratie thematisieren und nicht mit plumpen Parolen wie "Demokratie herunterfahren" arbeiten.

Für mehr Demokratie, gegen Parlamentarismus!

Demokratieverständnis?

Antidemokrati 26.12.2002 - 00:48
Ich finde es ziemlich arm, wenn wieder der Hinweis, daß auch Rechte so ein Wort ablehnend in den Mund nehmen können, ausreicht, um etwas positiv zu sehen. Demokratie ist Herrschaft. Mehr Demokratie ist mehr Herrschaft.
Es ist enttäuschend, daß Du keinen einzigen Satz gebracht hast, warum denn Demokratie gut sein soll.

Das gilt selbst für so etwas wie Rätedemokratie oder Basisdemokratie. Räte im Sinne von Interessiertenplena u.ä. ist gut. Wird es mit Demokratie verbunden, heißt es, daß die Räte auch über Unbeteiligte bestimmen können. Das ist dann schlechter - leider fordern viele Anarchos und Kommies diesen Blödsinn.
Ebenso bei Basis: Wenn Basisgruppen selbständig entscheiden können, würde ich das Autonomie, Projektfreiheit u.ä. nennen. Das Miteinander dann Kooperation oder Freie Vereinbarung. Zusammenschlüsse auch Freie Assoziation. Wenn die Idee der Demokratie dazukommt, heißt es, daß wieder zentrale Entscheidungen gefällt werden, die für alle gelten. Der Plenumswahn als nur verkappte FührerInnenstruktur (Eliten-Herrschaft) vieler "Linker" ist die logische Folge.

Immer wenn etwas eigentlich Sinnvolles mit Demokratie gekreuzt wird, entsteht Herrschaft. Es wird Zeit, das Problem dafür zu benennen: Die Demokratie selbst.

@ Antidemokrati

NoKommies 26.12.2002 - 01:26
Was machst Du dann hier auf Indy.de? Wenn u so argumentierst, würde ein "Geh doch nach drüben (Nordkorea)" sehr angebracht sein - find ich. Deine Argumentation ist nicht nur unnachvollziehbar, sondern idologisch und dogmatisch.

bb

aa 03.01.2003 - 20:47
ich finde das auch ziemlich peinlich

Wahnquark

Abdullah Erdogan 13.01.2003 - 14:49
Demokratie ist Herrschaft. Herrschaft ist schlecht. Ergo ist Demokratie schlecht. Eltern üben Herrschaft aus. Eltern sind schlecht. Sie gehören abgeschafft.

Herrschaftszeiten. Brillante Argumentationen werden hier vertreten. Am Ende sollen auch Fußballspiele ohne Schiedsrichter stattfinden, denn die üben auch Herrschaft aus. Oder am besten gar keine Regeln. Dann wird Fussball schnell Rugby ähneln. KEINE REGELN ist HERRSCHAFT DES STÄRKEREN. Das ist wohl, was hier Ideologie ist.

Dazu gratuliere ich recht herzlich. Das sind die Anarchos von heute.