NO l y m p i a - Nie & Nirgends
Die Bewerbungen der Städte Hamburg, Leipzig, Düsseldorf und Frankfurt für OLYMPIA 2012 laufen. Das ist zwar noch lange hin - die Auswirkungen der Bewerbung und in der "SiegerStadt" Olympia selber werden schon bald zu spüren sein!
In Düsseldorf wurde DIE Fahne geklaut, in Hamburg gibt es schöne Plakate - Was passiert in Frankfurt?
In Düsseldorf wurde DIE Fahne geklaut, in Hamburg gibt es schöne Plakate - Was passiert in Frankfurt?
Aufruf zu Aktionen gegen Olympia in Frankfurt/M. und überall!
DEMONSTRATION und HAPPENING g e g e n OLYMPIA!
Am 1.Februar 2003 um 13 Uhr an der Hauptwache/Frankfurt
Unter dem Motto:
Olympia? Nein danke, es geht schon schlecht genug!
Die Propaganda der Olympia2012 GmbH gaukelt uns ein Bild vor, das einen Gewinn für die Menschen in Frankfurt/RheinMain durch Olympia voraussagt. Das Gegenteil ist wahr! Bereits die Vorbereitung auf Olympia wird verheerende Folgen für DEINE Lebensbedingungen und die ALLER Menschen in Frankfurt und Umgebung haben!... Fortsetzung siehe andere Flyer!
Und abends?
BALL DES SPORTS zum Wohle der Deutschen Spitzensportler in der Frankfurter Festhalle.
Unter dem Motto Olympische Welten findet ebenfalls am 1.2. abends der 33.Ball des Sports in der Frankfurter Festhalle statt.
Gaststar der Mitternachts-Show, zu der 2.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Spitzensport und Prominenz erwartet werden, ist der Entertainer Udo Jürgens. Eine der begehrten Eintrittskarten kostet wie im Vorjahr 1.000 Euro, 400 Euro Spende zum Wohle der Deutschen Spitzensportler inklusive.
Neben dem Schirmherrn der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Bundespräsident Johannes Rau, und Vertretern der Bundesregierung ist erstmals auch IOC-Präsident Dr. Jacques Rogge in die Festhalle eingeladen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet 2005, welche Stadt die Olympischen Spiele bekommt.
Letztes Jahr erzielte die erfolgreichste Benefiz-Veranstaltung Europas einen Reinerlös von 1,2 Millionen Euro.
Der Ball 2003 wird den fünf Bewerberstädten noch einmal ein geeignetes Forum bieten, sich mit ihrer Bewerbung bei den nationalen Entscheidungsträgern werbewirksam zu präsentieren. Sie haben jeweils 48 Sekunden Zeit, ihre Bewerbung für Olympia 2012 vorzustellen...
Mehr Infos: www.wir-sind.dabei-2012.de
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Es gab bereits verschiedene AUFRUFE einzelner Gruppen gegen Olympia.
Der Erste und der Zweite stammen von einer autonomen Gruppe:
1.
GEGEN O l y m p i a ! aber warum eigentlich?
Olympia und auch schon die Vorbereitung der Stadt auf dieses Großereignis wird nachhaltig schlechte Folgen für die Menschen und ihre Lebensbedingungen in der Region haben.
Wenn Du glaubst, es geht Dich nichts an Auch Du wirst die Folgen zu spüren bekommen:
- Die Umweltzerstörung wird durch den Bau von Sportstätten, wie zum Beispiel des Wassersportzentrums, das Biotope und Naturschutzgebiete vernichten wird (Grüne Mitte in Maintal) und den verstärkten Ausbau der Infrastruktur (z.B. Flughafen), vorangetrieben.
- Die Stadt ist angeblich pleite, trotzdem ist scheinbar Geld, das für KiTas, Schulen sowie andere soziale und kulturelle Einrichtungen (Jugendclubs,...) dringend benötigt würde, für Großprojekte von mehr als zweifelhaftem Nutzen vorhanden.
- Wegen der nötigen Imagepflege der Stadt als Metropole und Olympiastadt wird die Vertreibung von Randgruppen wie Punks, Drogenabhängigen oder Obdachlosen aus den polierten Innenstadtbereichen weiter zunehmen. Alternative Wohnprojekte wie Bauwagenplätze werden noch stärker von Räumung bedroht sein.
- Die Erfahrungen in anderen Olympia-Städten zeigen: Mieten steigen, ganze Stadtviertel werden saniert und Wohnungen so für immer mehr Menschen unerschwinglich sie werden vertrieben!
Dies alles passiert auch jetzt schon mehr als verträglich, aber durch Olympia wird es noch weiter zunehmen.
Warum ist das so? Warum bedeutet Olympia nicht Spiel, Spaß und Spannung?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Konkurrenz statt Gegenseitiger Hilfe Grundprinzip ist, in der alles käuflich und verwertbar ist Arbeitskraft, Lebensraum, Natur,...denn darum geht es: Um Verwertung zugunsten von Profit! Nicht um die Schaffung von Wohlstand für alle oder selbstbestimmten Lebensmöglichkeiten, sondern ganz schlicht darum, aus Geld noch mehr Geld zu machen, egal ob mit der Produktion und dem Verkauf von Barbiepuppen, Panzern oder Kloschüsseln.
In dieser Gesellschaft sind sogenannte Standorte die Konkurrenten, das heißt regionale Wirtschaftsräume, die in Konkurrenz zu anderen Standorten treten. In diesen wird versucht, möglichst günstige Investitionsmöglichkeiten und geringe Nebenausgaben zu schaffen, um Investoren zu locken. Günstige Investitionsbedingungen, also standortsichernde Maßnahmen sind natürlich auch ein ausgebauter Flughafen und andere Infrastruktur.
Mit der Begründung Olympia wird die Infrastruktur der Region Frankfurt/RheinMain stark, der Flughafen erst recht ausgebaut werden müssen. Olympia ist also eine Begründung für den Ausbau der standortsichernden Maßnahmen, für den Erhalt der Konkurrenzfähigkeit, die nur innerhalb der Logik dieses Gegeneinanders und dieser sinnlosen Konkurrenz sinnvoll erscheint.
Aber durch Olympia soll noch mehr passieren. Laut Roland Koch soll Olympia ein Rhein-Main-Regionalbewusstsein schaffen, das mit Nationalismus durchaus verwandt ist. Die Menschen sollen sich durch das Projekt Olympia mit ihrer Region, vor allem aber ihrem Standort identifizieren. Du sollst nicht fragen, ob der Ausbau des Standortes mit allem was an Lärm-, Umweltbelastung und sozialen Folgen damit verbunden ist, überhaupt Dein Interesse ist. Im Gegenteil, Du sollst eine gefühlsmäßige Beziehung gegenüber den, Dich ausbeutenden und unterdrückenden Wirtschaftsinteressen, gegenüber Deinem Standort entwickeln.
Zwangsläufig unerwähnt in diesem Flugblatt bleiben noch andere, uns genauso wichtige Kritikpunkte an dieser Gesellschaft, wie z. B. der Umgang mit Herrschaft, Arbeit, Sexualität und Macht.
Es gibt mehr als genug Gründe,
Olympia zu verhindern! Wir können auch anders...!
> NO l y m p i a
Nicht in Frankfurt, Hamburg, Leipzig, Düsseldorf oder anderswo auf dieser Welt!
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2.
OLYMPIA? DANKE, ES GEHT SCHON SCHLECHT GENUG!
An jeder Straßenecke stehen Plakate, in der Zeitung liest man jeden Tag darüber, es wird uns auf allen medialen Wegen eingebläut und weisgemacht, wie wichtig Olympia für uns sei. Die Propagandamaschinerie für Olympia 2012 in Frankfurt/Rhein-Main läuft bereits auf Hochtouren!
Wir sind dabei! wird als Parole ausgegeben. Wir wurden zwar nicht gefragt, ob wir dabei sein wollen, aber wenn alle so dafür schwärmen, muss da ja was dran sein.
Aber warum sollen wir denn alle so scharf auf Olympia sein? Berichte und Interviews mit Politikern und Wirtschaftsleuten zeigen, dass sich die Pro-Olympia-Argumentation zusammenkürzen lässt: auf den Standort.
Innenminister Bouffier äußerte diesbezüglich: Was wir im Grundsatz brauchen ist Begeisterung und Aufbruchstimmung in Deutschland und insbesondere in der Region. Oder alle Bedenkenträger treten zusammen und diskutieren die Frage, ob die Bushaltestelle von A nach B wirklich verlegt werden kann. Dann werden wir im internationalen Wettbewerb keine Rolle spielen
Ministerpräsident Roland Koch: Olympia 2012 ist eine große Chance für Hessen, sich im globalen Standortwettbewerb zu profilieren. (Pressemitteilung zur Bewerbung )
Olympia ist gut für den Standort Frankfurt/Rhein-Main!
Standort heißt im herrschenden Diskurs immer Wirtschaftsstandort. Sicherung des Standortes Frankfurt/Rhein-Main bedeutet, dass Frankfurt konkurrenzfähig bleibt. Frankfurt darf und soll im Turnier der Standorte nicht in die Regionalliga absteigen.
Und wie wird das erreicht? Es werden Bedingungen geschaffen über die und mit denen sich besonders gut Geld verdienen lässt: Die Infrastruktur wird umgebaut; die Stadt von Standortschädlingen (Obdachlose und andere sogenannte Randgruppen) gesäubert; Löhne werden gesenkt und Sozialleistungen abgebaut. An allen Enden wird gespart, nur nicht bei den Gewinnen, die müssen steigen.
Stellen wir uns die Frage: Wozu das alles? und betrachten deshalb die Verhältnisse in denen wir leben:
Standort, Konkurrenz und Kapitalismus
Das kapitalistische System basiert auf Konkurrenz; jede und jeder muss in diesem Krieg Aller gegen Alle miteinander konkurrieren: Staaten, Standorte, Firmen, Arbeiter und Angestellte,... Dieses Konkurrenzdenken, hierarchische Denkstrukturen, sowie ein auf Macht und Abhängigkeiten basierendes Rollenverständnis sind tief in uns verankert. Es wird im Kapitalismus nicht etwa auf gegenseitige Hilfe gesetzt, sondern stattdessen auf Ellenbogen und Durchsetzungsvermögen.Es ist ein Fressen und gefressen werden: In der sinnlosen Konkurrenz um immer mehr Marktanteile und Profite bleiben nur die Besten, Größten, Schnellsten übrig. Es muss als Naturgesetz des Kapitalismus immer mehr Gewinn gemacht werden, wobei egal ist, womit dieser gemacht wird und ob die produzierten Dinge den Menschen nützen oder nicht, sie müssen keinen konkreten Nutzen haben.
Es geht also nicht etwa darum, den Menschen Wohlstand und ein schönes, angenehmes Leben zu verschaffen, sondern einzig und allein um immer mehr Profit. Mensch und Umwelt, Tiere und Pflanzen, einfach alles wird dabei verwertet; Wasser, Lebensraum, Natur, Gesundheit, Arbeitskraft,... im Kapitalismus ist Alles Ware und wird zu Geld gemacht.
Und was hat Olympia damit zu tun?
Olympia ist eine heuchlerische Begründung für die Durchsetzung der Standortinteressen in der Region: Wenn Olympia nach Frankfurt kommt, muss die Infrastruktur ausgebaut werden, es wird neue Autobahnzubringer geben; und was ist schon ein Olympia-Gelände ohne eigene Bahn-Stationen...und mit Olympia braucht die Region den Flughafenausbau erst recht: Ein begeistertes Engagement für Olympia lässt sich nicht mit einem Engagement gegen den Flughafenausbau vereinbaren, sagt Jürgen Hartwig, Vorsitzender des Unternehmerverbandes Rhein-Main.
Standort, Standort über Alles!
Die Sicherung des Standortes dient letztendlich der Sicherung von Unterdrückung und Ausbeutung zugunsten von Wirtschaftswachstum und Profit.
So ist es auch ein formuliertes Ziel, dass die Menschen sich durch Olympia mit ihrerRegion und ihrem Standort identifizieren sollen. Es handelt sich dabei, genau wie beim Nationalismus, um eine Ideologie. Ministerpräsident Roland Koch sieht Olympia als Katalysator für ein Rhein-Main-Regionalbewusstsein.Denn eine Region, die Schwierigkeiten damit hat, sich selbst zu finden, braucht ein paar gemeinsame Visionen. (FR 10.05.2001)
Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet sollen stolz darauf sein, dass ihre Stadt, ihre Region die Olympischen Spiele Ausrichten darf. Jedes Wochenende finden Sportveranstaltungen für Olympia statt. So sollen die Menschen durch den Sport und eben speziell Olympia gegenüber positive Gefühle entwickeln für ihren Standort. Sie sollen nicht rational überlegen, abwägen und fragen, ob der Standort, und was seine Sicherung mit sich bringt, eigentlich auch ihr Interesse ist, sondern sie sollen eine emotionale Beziehung zu ihm entwickeln sich über ihn definieren. Sie sollen das Beste für ihren Standort wollen und Opfer für ihn bringen. Zum Beispiel niedrigere Löhne, einen Flughafenausbau und alle anderen standortsichernde Maßnahmen.
Prestige und Metropolengetue der Stadt Frankfurt
Über die Rhein-Main-Region wird regelmäßig behauptet, sie sei eine Weltmetropole. Mensch könne sich rühmen mit diesem wichtigen Finanzschauplatz, der großartigen Skyline und der internationalen Bekanntheit Frankfurts. Was kann sich die Stadtverwaltung für ihr Ansehen Besseres wünschen, als Olympia? Die ganze Welt wird auf Frankfurt gucken, wenn die Fackel ins Stadion getragen wird. Die Frankfurt-Rhein-Main-2012-GmbH hat die Möglichkeit, ihre Region zukünftigen Investoren zu präsentieren. Die Metropole wird ein neues urbanes Image und ästhetische Qualität durch den Umbau erhalten.
Olympia schafft Arbeitsplätze!
Denn es muss gebaut werden; die Sicherheitsbranche wird einen Aufschwung erfahren; denn die Innenstadt muss noch sauberer sein von Müll und Prestigeschädlingen. Es entstehen befristete Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor.
Das klingt gut oder?...
Im Kapitalismus sind die Menschen davon abhängig, ihre Arbeitskraft zu verkaufen um Essen und Wohnraum kaufen zu können. Soziale Sicherheiten werden immer weiter abgebaut, so dass die Menschen noch abhängiger von Arbeitsplätzen werden. Nur gibt es zu wenige! Dass die Menschen keine Arbeitsplätze haben, liegt nicht daran, dass sie alle faul und Sozialschmarotzer sind, sondern schlicht und ergreifend daran, dass es aufgrund von Technologisierung und Rationalisierung immer weniger Arbeitsplätze gibt.
Es klingt doch eigentlich ganz schön, wenn immer weniger gearbeitet werden muss und stattdessen viel mehr Zeit zur freien Verfügung bliebe. Es wäre schön, lebten wir nicht im Kapitalismus.
Finanzierung
Beispielsweise bei den olympischen Spielen 1972 in München wurden 2/3 von öffentlichen Kassen getragen. Die Erlöse landeten zum Großteil auf den Konten von Firmen und Verbänden. So fand eine riesige Umverteilung von Steuergeldern in private Kassen statt.
Bei den Kosten für die Bewerbung für Olympia2012 geht es um die Frage, wie viel die Stadt Frankfurt und wie viel das Land Hessen blecht. Die Kosten werden bislang auf 30 Millionen Euro kalkuliert, welche sich wie folgt verteilen sollen: 5 Mio. kommen vom Land, 3,3 Mio. von der Stadt und 1,7 Mio. aus der Region. Die übrigen 20 Mio. Euro sollen, so Innen- und Sportminister Bouffier, über Sponsoren und den finanziellen Beitrag der Bundesregierung abgedeckt werden.Fließt das Geld aber nicht oder nur teilweise wird das Land Hessen für die Finanzierung gerade stehen. (FR 9.11.2002)
Während Kindertagesstätten immer weniger Stellen und immer weniger Geld zur Verfügung haben; während soziale Netze nicht mehr finanzierbar sind, ist offensichtlich immer noch genug Geld für Großprojekte wie Olympia vorhanden. Das ist nicht verwunderlich: Mit KiTas und sozialen Ausgaben kann man schließlich nur bedingt Geld verdienen.
Olympia fördert Umstrukturierung und Vertreibung!
Stadtviertel mit relativ niedrigen Mieten, in denen sich ärmere Menschen noch eine Wohnung leisten können werden im Zuge von Olympia umstrukturiert. Unrentable Häuser werden abgerissen, totalsaniert. An ihrer Stelle werden schicke Wohnungen oder Büros entstehen. Ganz im Sinne der Großinvestoren und zugunsten des Stadtbildes- schließlich ist das Olympische Dorf gleich um die Ecke.
Die Frage ist nur, wer sich die neuen Wohnungen, und damit höhere Mieten, noch leisten kann. Mit Sicherheit nicht die Menschen die z.B. heute im Gallus zuhause sind. Sie werden aus ihren Vierteln verdrängt und weiter verelenden.
Die Menschen der Region sind die großen Verlierer des olympischen Monopoly!
Olympia bringt Umweltzerstörung!
Eine Umweltkatastrophe droht in Maintal! Im Jahr 2012 soll im Naturschutzgebiet Grüne Mitte das olympische Wassersportzentrum stehen. Ein 80 Hektar großer, 3 Meter tiefer und 2,5 km langer See wird die dortigen Biotope, Naturschutzflächen, Wiesen, Gärten und Äcker ersetzen.Überschwemmt werden auch der Flughafenwald und der Höllsee.
Olympia macht Schluss mit überflüssig-unrentablen Grünflächen, Kleingärtner und sonstige Naturfreunde bringen kein Geld. Dafür besetzen sie mit ihren Lauben Gebiete, auf denen schöne Kamera- und Zuschauertribünen, Versorgungsstrecken, künstliche Gärten, Sport- und Begegnungsstätten hingepflastert werden können, die danach niemand mehr braucht.
Olympia und Nachhaltigkeit
Der olympische Austragungsort verpflichtet sich (der Olympischen Charta 2001 zufolge) alle Einrichtungen auf die olympische Nutzung hin zu optimieren. Es sind meist temporäre Bauten geplant, deren Module später andernorts weiterverwendet werden sollen. Politiker sprechen immer wieder von einer nachhaltigen Nutzung der Anlagen. Doch wer braucht Schnelllinien zwischen Flughafen, Olympiapark und Hauptbahnhof, wem dienen Parkplatz- und Messegeländeerweiterung, Modernisierung des Stadtbildes, kompletter Umbau der Region...???
Auf dem Steckenpferd Olympia werden wirtschaftsfördernde Maßnahmen, die ökologisch wie sozial katastrophale Folgen für die Region mit sich bringen, durchgeprescht.
Olympia schafft nachhaltige Vernichtung von Lebensgrundlagen!
> NO l y m p i a Frankfurt, >Hamburg, >Leipzig, >Düsseldorf,
noch >sonst wo auf dieser Welt!
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Der Dritte stammt von der Bürgerinitiative gegen Olympia 2012 in Frankfurt/RheinMain:
APPELL AN DIE STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG UND DEN MAGISTRAT
Rückkehr zu Vernunft und Augenmaß! Rücknahme der Frankfurter Bewerbung
für die Olympiade 2012
Die Stadt Frankfurt hat sich als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2012 beworben. Sie konkurriert dabei mit anderen deutschen Städten (Düsseldorf, Hamburg, Leipzig und Stuttgart); europaweit mit Budapest, Paris und Rom.
Wir - die UnterzeichnerInnen dieser Erklärung - halten die Bewerbung der Stadt Frankfurt für unangemessen und schädlich für die Stadt und die Region. Wir lehnen sie daher ab und fordern Stadtverordnetenversammlung und Magistrat auf, die Bewerbung als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2012 zurückzunehmen.
Was von den BefürworterInnen der Bewerbung bisher vorgelegt wurde, ist von Wunschdenken und Hoffnungen bestimmt. Eine nüchterne Bestandsaufnahme von Nutzen und Risiken fehlt.
· Eine Machbarkeitsstudie enthält nur vage Finanzierungsangaben.
· Die Behauptung, Olympia würde viel Geld nach Frankfurt bringen, entbehrt jeder konkreten Grundlage.
· Die verheerende Finanzlage unserer Stadt ist bekannt. Sie verschärft sich von Jahr zu Jahr. Die Steuereinnahmen sinken. Die Lasten, die von Bund und Land auf die Stadt abgewälzt werden, steigen an. Der Schuldenstand der Stadt Frankfurt betrug Mitte 2002 rund 2,1 Mrd. In dieser Summe sind die Schulden der Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften nicht enthalten.
Der Blick auf vergleichbare andere Großprojekte macht die Probleme deutlich:
· Die Ausgaben der Stadt Berlin für die Olympiabewerbung betrugen allein im Jahr 1988 250 Mio. DM. Berlin hat aufgrund dieser Erfahrung und angesichts seiner Finanzlage auf eine erneute Olympia-Bewerbung verzichtet.
· Die Ausgaben für den Bau der olympischen Austragungsstätten in Sydney verschlangen rund 2 Mrd. US-$.
· Die Expo in Hannover hinterließ für die Stadt und das Land Niedersachsen Schulden i. H. v. 1 Mrd.
· Die französische Regierung hat auf Grund dieser Erfahrungen im August 2002 die Bewerbung der Region von Paris für die nächste Expo zurückgezogen.
In Frankfurt und der Region hätte eine die Ausrichtung von Olympischen Spielen nachhaltige negative Veränderungen auf vielen Gebieten zur Folge. Manche sind bereits jetzt spürbar und werden selbst bei einer erfolglosen Bewerbung ihre Auswirkungen haben:
· Umschichtungen im Haushalt der Stadt Frankfurt zugunsten von Olympia belasten andere wichtige Bereiche (Sozial-, Kultur- und Wirtschaftspolitik).
· KleingärtnerInnen befürchten Eingriffe in ihre Areale und die Umwidmung von Kleingartengebieten in Sportstätten und Verkehrswege.
· Sportvereine befürchten, dass eine Umschichtung der öffentlichen Mittel für Sport erfolgt weg vom Breiten-; hin zum Spitzensport.
· Umweltverbände warnen vor Eingriffen in ökologisch sensiblen Bereichen durch den Bau von Sportstätten und Verkehrswegen.
· Verkehrsinitiativen vermuten, dass Olympia zum Vorwand genommen werden könnte, um den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens oder der Autobahnen in der Region weiter voran zu treiben.
Die Investitionen für die Olympia-Infrastruktur würden bereits nach dem Preisniveau von 2001 (!) 1,3 Mrd. Euro (2,54 Mrd. DM) kosten. Nach den Spielen gäbe es dann in Frankfurt neben dem Waldstadion mit 50.000 Plätzen weitere 50.000 - 60.000 Plätze in fünf weiteren großen Sportstätten. Wie sollen die nach 2012 sinnvoll ausgelastet, wie der Unterhaltungsaufwand aufgebracht werden?
Angesichts dieser Daten und der prekären Finanzlage unserer Stadt erwarten wir, dass die BefürworterInnen der Olympiabewerbung zu kritischer Bestandsaufnahme, Rationalität und Augenmaß zurückkehren. Die Erfordernisse einer kommunalen Zukunftssicherung sind auf anderen Feldern zu finden: Sie müssen auf eine solide soziale, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle, aber nicht zuletzt auch den Breitensport der Schulen und Vereine fördernde Haushaltspolitik gerichtet sein.
Wir appellieren an Stadtverordnetenversammlung und Magistrat:
· Kehren Sie zurück zu Vernunft und Augenmaß!
· Nehmen Sie die Bewerbung für die Olympiade 2012 zurück!
Frankfurt am Main, im September 2002
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Unter www.aku-wiesbaden.de hat auch der, in der Bürgerinitiative gegen den Flughafenausbau tätige Arbeitskreis Umwelt seine Position aus Flughafengegnersicht gegenüber Olympia dokumentiert.
Unter www.gruenemitte.de.vu werden die Folgen auf die Natur durch den Bau des Wassersportzentrums in Maintal, südlich von Frankfurt beschrieben
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Unter Anderem in der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND ist ein Artikel zu Frankfurt und Olympia erschienen:
Großes Potenzial zur Manipulation 15.11.2002 Wie Frankfurt versucht, sich mit einer merkwürdigen Studie gegenüber anderen deutschen Olympia-Bewerberstädten einen Vorteil zu verschaffen Es ist ein aufregendes Leben, das Holger Preuß derzeit führt. Der 32-jährige Sportökonom ist heute, da sich viele Städte um die Austragung Olympischer Spiele bewerben, ein gefragter Experte. Momentan weilt er zu einem Vortrag in Lausanne, dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dort soll Preuß, der über den wirtschaftlichen Nutzen der Olympischen Spiele 1972 bis 1996 promovierte, über ökonomische Effekte einer Bewerbung referieren. Nächste Woche droht wieder grauer Arbeitsalltag: Seminare und Vorlesungen an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Es ist auch eine aufregende Studie, die Holger Preuß im Auftrag der Frankfurter Olympiabewerbung angefertigt hat, und die sein Co-Autor Heinz-Jürgen Weiss von der Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young nun vorgestellt hat. Einen volkswirtschaftlichen Zusatznutzen für die Region Rhein-Main von maximal 5,1 Mrd. Euro weist das Papier aus, mindestens aber 2,4 Mrd. Euro. Dazu prognostiziert sie ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in Höhe von 9,4 Mrd. Euro allerdings nur, wenn Frankfurt die Spiele ausrichten darf. Auf die deutschen Konkurrenten Leipzig, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart, so die Autoren, seien diese Ergebnisse nicht ohne weiteres zu übertragen. Vorteil Frankfurt also im Rennen um die Gunst des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), das am 12. April 2003 über den deutschen Bewerber entscheidet? Der Hamburger Wirtschaftsprofessor Wolfgang Maennig, Gutachter für die Evaluierungskommission des NOK in diesen Fragen, wundert sich jedenfalls, dass diese Effekte ausschließlich für Frankfurt gelten sollen.Schließlich seien die volkswirtschaftlichen Ausgangsvoraussetzungen der anderen Bewerber nahezu identisch aber er lasse sich gerne belehren. Karl-Heinz Blumenberg vom Hamburger Olympiabüro findet dies ebenfalls nicht nachvollziehbarauch kalkulieren die Hanseaten den Nutzen eher konservativ, auf rund 3 Mrd. Euro.Alles andere erscheint Blumenberg, wenn der vorweihnachtliche Vergleich gestattet ist, als Spekulatius.Spekulation muss es vorerst auch bleiben. Denn so laut die Zahlen herausposaunt wurden, die Studie ist noch gar nicht fertig. Lediglich das ganze Zahlenmaterialsagt Preuß, nur müsse dies noch in schriftliche Form gegossen werden. Mit anderen Worten: Momentan ist nichts zu verifizieren. Eigentlich,sagt Preuß, sollte die Untersuchung erst im Dezember publiziert werden.Doch heute befindet die Stadtregierung Frankfurts über die zweite Tranche der insgesamt 30 Mio. Euro teuren Bewerbung. Warum dieser Zeitpunkt? Das kann man sich ja wohl ausrechnen,sagt Preuß. Nicht nur der Zeitpunkt, auch die Studie selbst wird argwöhnisch aufgenommen. Maennig etwa kann sich nicht vorstellen, dass die rund 2,5 Mrd. Euro, die eine Ausrichterstadt für die Spiele investieren müsste, viermal zurückkommen würden. Ich bin da grundsätzlich sehr skeptisch,sagt auch Bernd Frick, Wirtschaftsprofessor an der Universität Witten-Herdecke, denn diese Studien stehen und fallen mit der Annahme. Und die meisten Modelle in dieser Richtung seien nun einmal zu optimistisch. Für Frick, das lässt der Ökonom deutlich durchblicken, besitzen die Frankfurter Zahlen Luftschloss-Charakter. Meistens,sagt er, lohnen sich diese Großveranstaltungen nicht. Noch andere Dinge stoßen merkwürdig auf. Nicht nur, dass Autor Weiss gleichzeitig als Chef der Frankfurter Bewerbung fungiert, auch Sportökonom Preuß hat, wie er freimütig bekennt, mit der Bewerbung immer viel zu tun gehabt.Unabhängigkeit ist also nicht gerade die Stärke dieses Papiers. Eher hat sie den Charakter eines PR-Papiers. Wir mussten etwas zur Wirtschaftlichkeit sagen,beschreibt Preuß den Ausgangspunkt, aber eine Bewerbungs-GmbH kann ja keine eigene Studie schreiben. Offiziell ist sie deswegen von Ernst & Young und von der Sporthochschule in Köln erstellt worden. Was hat sie gekostet? Den Steuerzahler null, sagt Preuß. Ich bin dafür von der Sporthochschule freigestellt worden. Pikant: Die Sporthochschule unterstützt offiziell den Konkurrenten Düsseldorf. Auch an dem Umstand, dass er gleichzeitig bei der laufenden Bewerbung für Budapest 2012 als Berater tätig ist, scheint sich Preuß nicht zu stören. Pikant ist zudem, wie Preuß vor zwei Jahren reagierte, als Maennig in einer Rezension für die Zeitschrift Sportwissenschaft seine Doktorarbeit zu hinterfragen wagte. Preuß ringe sich nicht zu einer integrierten Kosten-Nutzen-Analyse durch, kritisierte Maennig. Daraufhin schickte Preuß potenziellen Rezensenten Briefe mit einer Stellungnahme zu diesen unbegründeten Anmerkungen, und rechtfertigte sich wie folgt: Im Nachhinein ist es sehr schwer, ja nahezu unmöglich, eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, die nicht an unzähligen Stellen angegriffen werden könnte. Das Potenzial zur Manipulation und der Mangel an Daten sind so groß, dass ich mich ausdrücklich dagegen verwehre, die gesamten Spiele durch eine derartige Analyse bewerten zu sollen. Wie aber, fragt man sich nun, ist eine exakte Prognose möglich, wenn nicht einmal die Vergangenheit genau rekonstruiert werden kann?
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Wenn Ihr Euch direkt an die OLYMPIA GMBH wenden wollt:
Frankfurt RheinMain 2012 GmbH
Braubachstr. 33a
60311 Frankfurt a. M.
Hotline: 069-2123 2012
Pressekontakt: 069-2123 4278
eMail:
info@wir-sind-dabei-2012.de
www.wir-sind-dabei-2012.de
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Als Abschluss hier noch ein Text, wie er in einem Indymedia-Artikel in Zusammenhang mit dem Frankfurter Nazi-Aufmarsch am 1.Mai 2002 erschien. Gleichzeitig findet jedes Jahr am 1.Mai das
Radrennen um den Henninger-Turm
in Frankfurt statt. Dies war schon öfter Thema von Überlegungen zu Aktionen am 1.Mai:
Rund um den Henninger Turm geht bereits ins 41te Jahr und gilt als bedeutendstes
deutsches Profiradrennen. Das sogenannte Elitefeld, darunter diesmal sechs
Top Ten - Weltklasseteams, zieht ein bis zwei Millionen Zuschauer
an die Straßenränder und verschafft diesem Ereignis internationale Medienpräsenz.
Neben den üblichen Begleitrennen von Amateuren, Behinderten, Jugendlichen etc.
wird dieses Jahr erstmals zusätzlich ein sogenannter "Jedermannswettbewerb" ausgetragen.
Bis zu 2000 FreizeitsportlerInnen sollen Gelegenheit bekommen, "auf den Spuren von Jan Ullrich und Erik Zabel" zu strampeln. Und dies für einen vermeintlich guten Zweck. Denn Titelsponsor des Jedermann-Rennens ist das Frankfurter Olympiabüro, das sich jetzt "Frankfurt Rhein-Main 2012 GmbH" nennt.
Entsprechend lautet das Leitmotto für die 80 km-Strecke: "Velotour für 2012 - wir
sind für Olympia". Der Geschäftführer dieser GmbH läßt verlauten: "Der Radklassiker
mit einer Medienkontaktzahl von einer Milliarde ist für uns eine Bühne, die wir für
unsere Olympia-Bewerbung nutzen wollen."
Allein deshalb könnte diese Propagandaveranstaltung "Velotour für 2012" zum Protest reizen.
Doch wir haben auch noch den 1. Mai ... wo es auf der Hand liegt, ihnen "ihre Bühne" zu besseren Zwecken streitig zu machen. Frankfurt ist, was internationale Sportereignisse anbelangt, seit Jahren auf dem absteigenden Ast: Keine Tennisturniere mehr, die Eintracht in der 2ten Liga ... "Rund um den Henninger-Turm" ist sozusagen das letzte Top-Event, und das läuft jetzt Gefahr "baden zu gehen". Denn sowohl auf der "Elitestrecke über 206 km" als auch während der "Olympia- Jedermann-Tour" läßt sich öffentlichkeitswirksam agieren. Selten dürften z.B. gut plazierte Parolen auf und entlang der Rennstrecke soviel Aufmerksamkeit finden. Und fünf Leute mit einem Antifa-Transparent auf einer menschenleeren Etappe im Taunus reichen aus, um das gesamte Rennen zum Abbruch zu
bringen und damit einen sicherlich geradezu unglaublichen Öffentlichkeitseffekt auszulösen. Sympathien dürfte das bei den ZuschauerInnen und in den Medien nicht bringen, aber der politische Hintergrund ließe sich kaum ausblenden und mit etwas Geschick käme die Botschaft rüber: Kein Normalzustand, wenn Nazis marschieren.
Wozu habt Ihr Kopf und Hände, denkt Euch selber mal was aus!
Gegen Olympia Nicht nur in Frankfurt!
DEMONSTRATION und HAPPENING g e g e n OLYMPIA!
Am 1.Februar 2003 um 13 Uhr an der Hauptwache/Frankfurt
Unter dem Motto:
Olympia? Nein danke, es geht schon schlecht genug!
Die Propaganda der Olympia2012 GmbH gaukelt uns ein Bild vor, das einen Gewinn für die Menschen in Frankfurt/RheinMain durch Olympia voraussagt. Das Gegenteil ist wahr! Bereits die Vorbereitung auf Olympia wird verheerende Folgen für DEINE Lebensbedingungen und die ALLER Menschen in Frankfurt und Umgebung haben!... Fortsetzung siehe andere Flyer!
Und abends?
BALL DES SPORTS zum Wohle der Deutschen Spitzensportler in der Frankfurter Festhalle.
Unter dem Motto Olympische Welten findet ebenfalls am 1.2. abends der 33.Ball des Sports in der Frankfurter Festhalle statt.
Gaststar der Mitternachts-Show, zu der 2.000 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Spitzensport und Prominenz erwartet werden, ist der Entertainer Udo Jürgens. Eine der begehrten Eintrittskarten kostet wie im Vorjahr 1.000 Euro, 400 Euro Spende zum Wohle der Deutschen Spitzensportler inklusive.
Neben dem Schirmherrn der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Bundespräsident Johannes Rau, und Vertretern der Bundesregierung ist erstmals auch IOC-Präsident Dr. Jacques Rogge in die Festhalle eingeladen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) entscheidet 2005, welche Stadt die Olympischen Spiele bekommt.
Letztes Jahr erzielte die erfolgreichste Benefiz-Veranstaltung Europas einen Reinerlös von 1,2 Millionen Euro.
Der Ball 2003 wird den fünf Bewerberstädten noch einmal ein geeignetes Forum bieten, sich mit ihrer Bewerbung bei den nationalen Entscheidungsträgern werbewirksam zu präsentieren. Sie haben jeweils 48 Sekunden Zeit, ihre Bewerbung für Olympia 2012 vorzustellen...
Mehr Infos: www.wir-sind.dabei-2012.de
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Es gab bereits verschiedene AUFRUFE einzelner Gruppen gegen Olympia.
Der Erste und der Zweite stammen von einer autonomen Gruppe:
1.
GEGEN O l y m p i a ! aber warum eigentlich?
Olympia und auch schon die Vorbereitung der Stadt auf dieses Großereignis wird nachhaltig schlechte Folgen für die Menschen und ihre Lebensbedingungen in der Region haben.
Wenn Du glaubst, es geht Dich nichts an Auch Du wirst die Folgen zu spüren bekommen:
- Die Umweltzerstörung wird durch den Bau von Sportstätten, wie zum Beispiel des Wassersportzentrums, das Biotope und Naturschutzgebiete vernichten wird (Grüne Mitte in Maintal) und den verstärkten Ausbau der Infrastruktur (z.B. Flughafen), vorangetrieben.
- Die Stadt ist angeblich pleite, trotzdem ist scheinbar Geld, das für KiTas, Schulen sowie andere soziale und kulturelle Einrichtungen (Jugendclubs,...) dringend benötigt würde, für Großprojekte von mehr als zweifelhaftem Nutzen vorhanden.
- Wegen der nötigen Imagepflege der Stadt als Metropole und Olympiastadt wird die Vertreibung von Randgruppen wie Punks, Drogenabhängigen oder Obdachlosen aus den polierten Innenstadtbereichen weiter zunehmen. Alternative Wohnprojekte wie Bauwagenplätze werden noch stärker von Räumung bedroht sein.
- Die Erfahrungen in anderen Olympia-Städten zeigen: Mieten steigen, ganze Stadtviertel werden saniert und Wohnungen so für immer mehr Menschen unerschwinglich sie werden vertrieben!
Dies alles passiert auch jetzt schon mehr als verträglich, aber durch Olympia wird es noch weiter zunehmen.
Warum ist das so? Warum bedeutet Olympia nicht Spiel, Spaß und Spannung?
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Konkurrenz statt Gegenseitiger Hilfe Grundprinzip ist, in der alles käuflich und verwertbar ist Arbeitskraft, Lebensraum, Natur,...denn darum geht es: Um Verwertung zugunsten von Profit! Nicht um die Schaffung von Wohlstand für alle oder selbstbestimmten Lebensmöglichkeiten, sondern ganz schlicht darum, aus Geld noch mehr Geld zu machen, egal ob mit der Produktion und dem Verkauf von Barbiepuppen, Panzern oder Kloschüsseln.
In dieser Gesellschaft sind sogenannte Standorte die Konkurrenten, das heißt regionale Wirtschaftsräume, die in Konkurrenz zu anderen Standorten treten. In diesen wird versucht, möglichst günstige Investitionsmöglichkeiten und geringe Nebenausgaben zu schaffen, um Investoren zu locken. Günstige Investitionsbedingungen, also standortsichernde Maßnahmen sind natürlich auch ein ausgebauter Flughafen und andere Infrastruktur.
Mit der Begründung Olympia wird die Infrastruktur der Region Frankfurt/RheinMain stark, der Flughafen erst recht ausgebaut werden müssen. Olympia ist also eine Begründung für den Ausbau der standortsichernden Maßnahmen, für den Erhalt der Konkurrenzfähigkeit, die nur innerhalb der Logik dieses Gegeneinanders und dieser sinnlosen Konkurrenz sinnvoll erscheint.
Aber durch Olympia soll noch mehr passieren. Laut Roland Koch soll Olympia ein Rhein-Main-Regionalbewusstsein schaffen, das mit Nationalismus durchaus verwandt ist. Die Menschen sollen sich durch das Projekt Olympia mit ihrer Region, vor allem aber ihrem Standort identifizieren. Du sollst nicht fragen, ob der Ausbau des Standortes mit allem was an Lärm-, Umweltbelastung und sozialen Folgen damit verbunden ist, überhaupt Dein Interesse ist. Im Gegenteil, Du sollst eine gefühlsmäßige Beziehung gegenüber den, Dich ausbeutenden und unterdrückenden Wirtschaftsinteressen, gegenüber Deinem Standort entwickeln.
Zwangsläufig unerwähnt in diesem Flugblatt bleiben noch andere, uns genauso wichtige Kritikpunkte an dieser Gesellschaft, wie z. B. der Umgang mit Herrschaft, Arbeit, Sexualität und Macht.
Es gibt mehr als genug Gründe,
Olympia zu verhindern! Wir können auch anders...!
> NO l y m p i a
Nicht in Frankfurt, Hamburg, Leipzig, Düsseldorf oder anderswo auf dieser Welt!
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2.
OLYMPIA? DANKE, ES GEHT SCHON SCHLECHT GENUG!
An jeder Straßenecke stehen Plakate, in der Zeitung liest man jeden Tag darüber, es wird uns auf allen medialen Wegen eingebläut und weisgemacht, wie wichtig Olympia für uns sei. Die Propagandamaschinerie für Olympia 2012 in Frankfurt/Rhein-Main läuft bereits auf Hochtouren!
Wir sind dabei! wird als Parole ausgegeben. Wir wurden zwar nicht gefragt, ob wir dabei sein wollen, aber wenn alle so dafür schwärmen, muss da ja was dran sein.
Aber warum sollen wir denn alle so scharf auf Olympia sein? Berichte und Interviews mit Politikern und Wirtschaftsleuten zeigen, dass sich die Pro-Olympia-Argumentation zusammenkürzen lässt: auf den Standort.
Innenminister Bouffier äußerte diesbezüglich: Was wir im Grundsatz brauchen ist Begeisterung und Aufbruchstimmung in Deutschland und insbesondere in der Region. Oder alle Bedenkenträger treten zusammen und diskutieren die Frage, ob die Bushaltestelle von A nach B wirklich verlegt werden kann. Dann werden wir im internationalen Wettbewerb keine Rolle spielen
Ministerpräsident Roland Koch: Olympia 2012 ist eine große Chance für Hessen, sich im globalen Standortwettbewerb zu profilieren. (Pressemitteilung zur Bewerbung )
Olympia ist gut für den Standort Frankfurt/Rhein-Main!
Standort heißt im herrschenden Diskurs immer Wirtschaftsstandort. Sicherung des Standortes Frankfurt/Rhein-Main bedeutet, dass Frankfurt konkurrenzfähig bleibt. Frankfurt darf und soll im Turnier der Standorte nicht in die Regionalliga absteigen.
Und wie wird das erreicht? Es werden Bedingungen geschaffen über die und mit denen sich besonders gut Geld verdienen lässt: Die Infrastruktur wird umgebaut; die Stadt von Standortschädlingen (Obdachlose und andere sogenannte Randgruppen) gesäubert; Löhne werden gesenkt und Sozialleistungen abgebaut. An allen Enden wird gespart, nur nicht bei den Gewinnen, die müssen steigen.
Stellen wir uns die Frage: Wozu das alles? und betrachten deshalb die Verhältnisse in denen wir leben:
Standort, Konkurrenz und Kapitalismus
Das kapitalistische System basiert auf Konkurrenz; jede und jeder muss in diesem Krieg Aller gegen Alle miteinander konkurrieren: Staaten, Standorte, Firmen, Arbeiter und Angestellte,... Dieses Konkurrenzdenken, hierarchische Denkstrukturen, sowie ein auf Macht und Abhängigkeiten basierendes Rollenverständnis sind tief in uns verankert. Es wird im Kapitalismus nicht etwa auf gegenseitige Hilfe gesetzt, sondern stattdessen auf Ellenbogen und Durchsetzungsvermögen.Es ist ein Fressen und gefressen werden: In der sinnlosen Konkurrenz um immer mehr Marktanteile und Profite bleiben nur die Besten, Größten, Schnellsten übrig. Es muss als Naturgesetz des Kapitalismus immer mehr Gewinn gemacht werden, wobei egal ist, womit dieser gemacht wird und ob die produzierten Dinge den Menschen nützen oder nicht, sie müssen keinen konkreten Nutzen haben.
Es geht also nicht etwa darum, den Menschen Wohlstand und ein schönes, angenehmes Leben zu verschaffen, sondern einzig und allein um immer mehr Profit. Mensch und Umwelt, Tiere und Pflanzen, einfach alles wird dabei verwertet; Wasser, Lebensraum, Natur, Gesundheit, Arbeitskraft,... im Kapitalismus ist Alles Ware und wird zu Geld gemacht.
Und was hat Olympia damit zu tun?
Olympia ist eine heuchlerische Begründung für die Durchsetzung der Standortinteressen in der Region: Wenn Olympia nach Frankfurt kommt, muss die Infrastruktur ausgebaut werden, es wird neue Autobahnzubringer geben; und was ist schon ein Olympia-Gelände ohne eigene Bahn-Stationen...und mit Olympia braucht die Region den Flughafenausbau erst recht: Ein begeistertes Engagement für Olympia lässt sich nicht mit einem Engagement gegen den Flughafenausbau vereinbaren, sagt Jürgen Hartwig, Vorsitzender des Unternehmerverbandes Rhein-Main.
Standort, Standort über Alles!
Die Sicherung des Standortes dient letztendlich der Sicherung von Unterdrückung und Ausbeutung zugunsten von Wirtschaftswachstum und Profit.
So ist es auch ein formuliertes Ziel, dass die Menschen sich durch Olympia mit ihrerRegion und ihrem Standort identifizieren sollen. Es handelt sich dabei, genau wie beim Nationalismus, um eine Ideologie. Ministerpräsident Roland Koch sieht Olympia als Katalysator für ein Rhein-Main-Regionalbewusstsein.Denn eine Region, die Schwierigkeiten damit hat, sich selbst zu finden, braucht ein paar gemeinsame Visionen. (FR 10.05.2001)
Die Menschen im Rhein-Main-Gebiet sollen stolz darauf sein, dass ihre Stadt, ihre Region die Olympischen Spiele Ausrichten darf. Jedes Wochenende finden Sportveranstaltungen für Olympia statt. So sollen die Menschen durch den Sport und eben speziell Olympia gegenüber positive Gefühle entwickeln für ihren Standort. Sie sollen nicht rational überlegen, abwägen und fragen, ob der Standort, und was seine Sicherung mit sich bringt, eigentlich auch ihr Interesse ist, sondern sie sollen eine emotionale Beziehung zu ihm entwickeln sich über ihn definieren. Sie sollen das Beste für ihren Standort wollen und Opfer für ihn bringen. Zum Beispiel niedrigere Löhne, einen Flughafenausbau und alle anderen standortsichernde Maßnahmen.
Prestige und Metropolengetue der Stadt Frankfurt
Über die Rhein-Main-Region wird regelmäßig behauptet, sie sei eine Weltmetropole. Mensch könne sich rühmen mit diesem wichtigen Finanzschauplatz, der großartigen Skyline und der internationalen Bekanntheit Frankfurts. Was kann sich die Stadtverwaltung für ihr Ansehen Besseres wünschen, als Olympia? Die ganze Welt wird auf Frankfurt gucken, wenn die Fackel ins Stadion getragen wird. Die Frankfurt-Rhein-Main-2012-GmbH hat die Möglichkeit, ihre Region zukünftigen Investoren zu präsentieren. Die Metropole wird ein neues urbanes Image und ästhetische Qualität durch den Umbau erhalten.
Olympia schafft Arbeitsplätze!
Denn es muss gebaut werden; die Sicherheitsbranche wird einen Aufschwung erfahren; denn die Innenstadt muss noch sauberer sein von Müll und Prestigeschädlingen. Es entstehen befristete Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor.
Das klingt gut oder?...
Im Kapitalismus sind die Menschen davon abhängig, ihre Arbeitskraft zu verkaufen um Essen und Wohnraum kaufen zu können. Soziale Sicherheiten werden immer weiter abgebaut, so dass die Menschen noch abhängiger von Arbeitsplätzen werden. Nur gibt es zu wenige! Dass die Menschen keine Arbeitsplätze haben, liegt nicht daran, dass sie alle faul und Sozialschmarotzer sind, sondern schlicht und ergreifend daran, dass es aufgrund von Technologisierung und Rationalisierung immer weniger Arbeitsplätze gibt.
Es klingt doch eigentlich ganz schön, wenn immer weniger gearbeitet werden muss und stattdessen viel mehr Zeit zur freien Verfügung bliebe. Es wäre schön, lebten wir nicht im Kapitalismus.
Finanzierung
Beispielsweise bei den olympischen Spielen 1972 in München wurden 2/3 von öffentlichen Kassen getragen. Die Erlöse landeten zum Großteil auf den Konten von Firmen und Verbänden. So fand eine riesige Umverteilung von Steuergeldern in private Kassen statt.
Bei den Kosten für die Bewerbung für Olympia2012 geht es um die Frage, wie viel die Stadt Frankfurt und wie viel das Land Hessen blecht. Die Kosten werden bislang auf 30 Millionen Euro kalkuliert, welche sich wie folgt verteilen sollen: 5 Mio. kommen vom Land, 3,3 Mio. von der Stadt und 1,7 Mio. aus der Region. Die übrigen 20 Mio. Euro sollen, so Innen- und Sportminister Bouffier, über Sponsoren und den finanziellen Beitrag der Bundesregierung abgedeckt werden.Fließt das Geld aber nicht oder nur teilweise wird das Land Hessen für die Finanzierung gerade stehen. (FR 9.11.2002)
Während Kindertagesstätten immer weniger Stellen und immer weniger Geld zur Verfügung haben; während soziale Netze nicht mehr finanzierbar sind, ist offensichtlich immer noch genug Geld für Großprojekte wie Olympia vorhanden. Das ist nicht verwunderlich: Mit KiTas und sozialen Ausgaben kann man schließlich nur bedingt Geld verdienen.
Olympia fördert Umstrukturierung und Vertreibung!
Stadtviertel mit relativ niedrigen Mieten, in denen sich ärmere Menschen noch eine Wohnung leisten können werden im Zuge von Olympia umstrukturiert. Unrentable Häuser werden abgerissen, totalsaniert. An ihrer Stelle werden schicke Wohnungen oder Büros entstehen. Ganz im Sinne der Großinvestoren und zugunsten des Stadtbildes- schließlich ist das Olympische Dorf gleich um die Ecke.
Die Frage ist nur, wer sich die neuen Wohnungen, und damit höhere Mieten, noch leisten kann. Mit Sicherheit nicht die Menschen die z.B. heute im Gallus zuhause sind. Sie werden aus ihren Vierteln verdrängt und weiter verelenden.
Die Menschen der Region sind die großen Verlierer des olympischen Monopoly!
Olympia bringt Umweltzerstörung!
Eine Umweltkatastrophe droht in Maintal! Im Jahr 2012 soll im Naturschutzgebiet Grüne Mitte das olympische Wassersportzentrum stehen. Ein 80 Hektar großer, 3 Meter tiefer und 2,5 km langer See wird die dortigen Biotope, Naturschutzflächen, Wiesen, Gärten und Äcker ersetzen.Überschwemmt werden auch der Flughafenwald und der Höllsee.
Olympia macht Schluss mit überflüssig-unrentablen Grünflächen, Kleingärtner und sonstige Naturfreunde bringen kein Geld. Dafür besetzen sie mit ihren Lauben Gebiete, auf denen schöne Kamera- und Zuschauertribünen, Versorgungsstrecken, künstliche Gärten, Sport- und Begegnungsstätten hingepflastert werden können, die danach niemand mehr braucht.
Olympia und Nachhaltigkeit
Der olympische Austragungsort verpflichtet sich (der Olympischen Charta 2001 zufolge) alle Einrichtungen auf die olympische Nutzung hin zu optimieren. Es sind meist temporäre Bauten geplant, deren Module später andernorts weiterverwendet werden sollen. Politiker sprechen immer wieder von einer nachhaltigen Nutzung der Anlagen. Doch wer braucht Schnelllinien zwischen Flughafen, Olympiapark und Hauptbahnhof, wem dienen Parkplatz- und Messegeländeerweiterung, Modernisierung des Stadtbildes, kompletter Umbau der Region...???
Auf dem Steckenpferd Olympia werden wirtschaftsfördernde Maßnahmen, die ökologisch wie sozial katastrophale Folgen für die Region mit sich bringen, durchgeprescht.
Olympia schafft nachhaltige Vernichtung von Lebensgrundlagen!
> NO l y m p i a Frankfurt, >Hamburg, >Leipzig, >Düsseldorf,
noch >sonst wo auf dieser Welt!
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Der Dritte stammt von der Bürgerinitiative gegen Olympia 2012 in Frankfurt/RheinMain:
APPELL AN DIE STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG UND DEN MAGISTRAT
Rückkehr zu Vernunft und Augenmaß! Rücknahme der Frankfurter Bewerbung
für die Olympiade 2012
Die Stadt Frankfurt hat sich als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2012 beworben. Sie konkurriert dabei mit anderen deutschen Städten (Düsseldorf, Hamburg, Leipzig und Stuttgart); europaweit mit Budapest, Paris und Rom.
Wir - die UnterzeichnerInnen dieser Erklärung - halten die Bewerbung der Stadt Frankfurt für unangemessen und schädlich für die Stadt und die Region. Wir lehnen sie daher ab und fordern Stadtverordnetenversammlung und Magistrat auf, die Bewerbung als Austragungsort für die Olympischen Spiele 2012 zurückzunehmen.
Was von den BefürworterInnen der Bewerbung bisher vorgelegt wurde, ist von Wunschdenken und Hoffnungen bestimmt. Eine nüchterne Bestandsaufnahme von Nutzen und Risiken fehlt.
· Eine Machbarkeitsstudie enthält nur vage Finanzierungsangaben.
· Die Behauptung, Olympia würde viel Geld nach Frankfurt bringen, entbehrt jeder konkreten Grundlage.
· Die verheerende Finanzlage unserer Stadt ist bekannt. Sie verschärft sich von Jahr zu Jahr. Die Steuereinnahmen sinken. Die Lasten, die von Bund und Land auf die Stadt abgewälzt werden, steigen an. Der Schuldenstand der Stadt Frankfurt betrug Mitte 2002 rund 2,1 Mrd. In dieser Summe sind die Schulden der Eigenbetriebe und Beteiligungsgesellschaften nicht enthalten.
Der Blick auf vergleichbare andere Großprojekte macht die Probleme deutlich:
· Die Ausgaben der Stadt Berlin für die Olympiabewerbung betrugen allein im Jahr 1988 250 Mio. DM. Berlin hat aufgrund dieser Erfahrung und angesichts seiner Finanzlage auf eine erneute Olympia-Bewerbung verzichtet.
· Die Ausgaben für den Bau der olympischen Austragungsstätten in Sydney verschlangen rund 2 Mrd. US-$.
· Die Expo in Hannover hinterließ für die Stadt und das Land Niedersachsen Schulden i. H. v. 1 Mrd.
· Die französische Regierung hat auf Grund dieser Erfahrungen im August 2002 die Bewerbung der Region von Paris für die nächste Expo zurückgezogen.
In Frankfurt und der Region hätte eine die Ausrichtung von Olympischen Spielen nachhaltige negative Veränderungen auf vielen Gebieten zur Folge. Manche sind bereits jetzt spürbar und werden selbst bei einer erfolglosen Bewerbung ihre Auswirkungen haben:
· Umschichtungen im Haushalt der Stadt Frankfurt zugunsten von Olympia belasten andere wichtige Bereiche (Sozial-, Kultur- und Wirtschaftspolitik).
· KleingärtnerInnen befürchten Eingriffe in ihre Areale und die Umwidmung von Kleingartengebieten in Sportstätten und Verkehrswege.
· Sportvereine befürchten, dass eine Umschichtung der öffentlichen Mittel für Sport erfolgt weg vom Breiten-; hin zum Spitzensport.
· Umweltverbände warnen vor Eingriffen in ökologisch sensiblen Bereichen durch den Bau von Sportstätten und Verkehrswegen.
· Verkehrsinitiativen vermuten, dass Olympia zum Vorwand genommen werden könnte, um den geplanten Ausbau des Frankfurter Flughafens oder der Autobahnen in der Region weiter voran zu treiben.
Die Investitionen für die Olympia-Infrastruktur würden bereits nach dem Preisniveau von 2001 (!) 1,3 Mrd. Euro (2,54 Mrd. DM) kosten. Nach den Spielen gäbe es dann in Frankfurt neben dem Waldstadion mit 50.000 Plätzen weitere 50.000 - 60.000 Plätze in fünf weiteren großen Sportstätten. Wie sollen die nach 2012 sinnvoll ausgelastet, wie der Unterhaltungsaufwand aufgebracht werden?
Angesichts dieser Daten und der prekären Finanzlage unserer Stadt erwarten wir, dass die BefürworterInnen der Olympiabewerbung zu kritischer Bestandsaufnahme, Rationalität und Augenmaß zurückkehren. Die Erfordernisse einer kommunalen Zukunftssicherung sind auf anderen Feldern zu finden: Sie müssen auf eine solide soziale, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle, aber nicht zuletzt auch den Breitensport der Schulen und Vereine fördernde Haushaltspolitik gerichtet sein.
Wir appellieren an Stadtverordnetenversammlung und Magistrat:
· Kehren Sie zurück zu Vernunft und Augenmaß!
· Nehmen Sie die Bewerbung für die Olympiade 2012 zurück!
Frankfurt am Main, im September 2002
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Unter www.aku-wiesbaden.de hat auch der, in der Bürgerinitiative gegen den Flughafenausbau tätige Arbeitskreis Umwelt seine Position aus Flughafengegnersicht gegenüber Olympia dokumentiert.
Unter www.gruenemitte.de.vu werden die Folgen auf die Natur durch den Bau des Wassersportzentrums in Maintal, südlich von Frankfurt beschrieben
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Unter Anderem in der FINANCIAL TIMES DEUTSCHLAND ist ein Artikel zu Frankfurt und Olympia erschienen:
Großes Potenzial zur Manipulation 15.11.2002 Wie Frankfurt versucht, sich mit einer merkwürdigen Studie gegenüber anderen deutschen Olympia-Bewerberstädten einen Vorteil zu verschaffen Es ist ein aufregendes Leben, das Holger Preuß derzeit führt. Der 32-jährige Sportökonom ist heute, da sich viele Städte um die Austragung Olympischer Spiele bewerben, ein gefragter Experte. Momentan weilt er zu einem Vortrag in Lausanne, dem Sitz des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), dort soll Preuß, der über den wirtschaftlichen Nutzen der Olympischen Spiele 1972 bis 1996 promovierte, über ökonomische Effekte einer Bewerbung referieren. Nächste Woche droht wieder grauer Arbeitsalltag: Seminare und Vorlesungen an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Es ist auch eine aufregende Studie, die Holger Preuß im Auftrag der Frankfurter Olympiabewerbung angefertigt hat, und die sein Co-Autor Heinz-Jürgen Weiss von der Frankfurter Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young nun vorgestellt hat. Einen volkswirtschaftlichen Zusatznutzen für die Region Rhein-Main von maximal 5,1 Mrd. Euro weist das Papier aus, mindestens aber 2,4 Mrd. Euro. Dazu prognostiziert sie ein zusätzliches Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in Höhe von 9,4 Mrd. Euro allerdings nur, wenn Frankfurt die Spiele ausrichten darf. Auf die deutschen Konkurrenten Leipzig, Hamburg, Düsseldorf und Stuttgart, so die Autoren, seien diese Ergebnisse nicht ohne weiteres zu übertragen. Vorteil Frankfurt also im Rennen um die Gunst des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), das am 12. April 2003 über den deutschen Bewerber entscheidet? Der Hamburger Wirtschaftsprofessor Wolfgang Maennig, Gutachter für die Evaluierungskommission des NOK in diesen Fragen, wundert sich jedenfalls, dass diese Effekte ausschließlich für Frankfurt gelten sollen.Schließlich seien die volkswirtschaftlichen Ausgangsvoraussetzungen der anderen Bewerber nahezu identisch aber er lasse sich gerne belehren. Karl-Heinz Blumenberg vom Hamburger Olympiabüro findet dies ebenfalls nicht nachvollziehbarauch kalkulieren die Hanseaten den Nutzen eher konservativ, auf rund 3 Mrd. Euro.Alles andere erscheint Blumenberg, wenn der vorweihnachtliche Vergleich gestattet ist, als Spekulatius.Spekulation muss es vorerst auch bleiben. Denn so laut die Zahlen herausposaunt wurden, die Studie ist noch gar nicht fertig. Lediglich das ganze Zahlenmaterialsagt Preuß, nur müsse dies noch in schriftliche Form gegossen werden. Mit anderen Worten: Momentan ist nichts zu verifizieren. Eigentlich,sagt Preuß, sollte die Untersuchung erst im Dezember publiziert werden.Doch heute befindet die Stadtregierung Frankfurts über die zweite Tranche der insgesamt 30 Mio. Euro teuren Bewerbung. Warum dieser Zeitpunkt? Das kann man sich ja wohl ausrechnen,sagt Preuß. Nicht nur der Zeitpunkt, auch die Studie selbst wird argwöhnisch aufgenommen. Maennig etwa kann sich nicht vorstellen, dass die rund 2,5 Mrd. Euro, die eine Ausrichterstadt für die Spiele investieren müsste, viermal zurückkommen würden. Ich bin da grundsätzlich sehr skeptisch,sagt auch Bernd Frick, Wirtschaftsprofessor an der Universität Witten-Herdecke, denn diese Studien stehen und fallen mit der Annahme. Und die meisten Modelle in dieser Richtung seien nun einmal zu optimistisch. Für Frick, das lässt der Ökonom deutlich durchblicken, besitzen die Frankfurter Zahlen Luftschloss-Charakter. Meistens,sagt er, lohnen sich diese Großveranstaltungen nicht. Noch andere Dinge stoßen merkwürdig auf. Nicht nur, dass Autor Weiss gleichzeitig als Chef der Frankfurter Bewerbung fungiert, auch Sportökonom Preuß hat, wie er freimütig bekennt, mit der Bewerbung immer viel zu tun gehabt.Unabhängigkeit ist also nicht gerade die Stärke dieses Papiers. Eher hat sie den Charakter eines PR-Papiers. Wir mussten etwas zur Wirtschaftlichkeit sagen,beschreibt Preuß den Ausgangspunkt, aber eine Bewerbungs-GmbH kann ja keine eigene Studie schreiben. Offiziell ist sie deswegen von Ernst & Young und von der Sporthochschule in Köln erstellt worden. Was hat sie gekostet? Den Steuerzahler null, sagt Preuß. Ich bin dafür von der Sporthochschule freigestellt worden. Pikant: Die Sporthochschule unterstützt offiziell den Konkurrenten Düsseldorf. Auch an dem Umstand, dass er gleichzeitig bei der laufenden Bewerbung für Budapest 2012 als Berater tätig ist, scheint sich Preuß nicht zu stören. Pikant ist zudem, wie Preuß vor zwei Jahren reagierte, als Maennig in einer Rezension für die Zeitschrift Sportwissenschaft seine Doktorarbeit zu hinterfragen wagte. Preuß ringe sich nicht zu einer integrierten Kosten-Nutzen-Analyse durch, kritisierte Maennig. Daraufhin schickte Preuß potenziellen Rezensenten Briefe mit einer Stellungnahme zu diesen unbegründeten Anmerkungen, und rechtfertigte sich wie folgt: Im Nachhinein ist es sehr schwer, ja nahezu unmöglich, eine Kosten-Nutzen-Analyse zu erstellen, die nicht an unzähligen Stellen angegriffen werden könnte. Das Potenzial zur Manipulation und der Mangel an Daten sind so groß, dass ich mich ausdrücklich dagegen verwehre, die gesamten Spiele durch eine derartige Analyse bewerten zu sollen. Wie aber, fragt man sich nun, ist eine exakte Prognose möglich, wenn nicht einmal die Vergangenheit genau rekonstruiert werden kann?
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Wenn Ihr Euch direkt an die OLYMPIA GMBH wenden wollt:
Frankfurt RheinMain 2012 GmbH
Braubachstr. 33a
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Hotline: 069-2123 2012
Pressekontakt: 069-2123 4278
eMail:
info@wir-sind-dabei-2012.de www.wir-sind-dabei-2012.de
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Als Abschluss hier noch ein Text, wie er in einem Indymedia-Artikel in Zusammenhang mit dem Frankfurter Nazi-Aufmarsch am 1.Mai 2002 erschien. Gleichzeitig findet jedes Jahr am 1.Mai das
Radrennen um den Henninger-Turm
in Frankfurt statt. Dies war schon öfter Thema von Überlegungen zu Aktionen am 1.Mai:
Rund um den Henninger Turm geht bereits ins 41te Jahr und gilt als bedeutendstes
deutsches Profiradrennen. Das sogenannte Elitefeld, darunter diesmal sechs
Top Ten - Weltklasseteams, zieht ein bis zwei Millionen Zuschauer
an die Straßenränder und verschafft diesem Ereignis internationale Medienpräsenz.
Neben den üblichen Begleitrennen von Amateuren, Behinderten, Jugendlichen etc.
wird dieses Jahr erstmals zusätzlich ein sogenannter "Jedermannswettbewerb" ausgetragen.
Bis zu 2000 FreizeitsportlerInnen sollen Gelegenheit bekommen, "auf den Spuren von Jan Ullrich und Erik Zabel" zu strampeln. Und dies für einen vermeintlich guten Zweck. Denn Titelsponsor des Jedermann-Rennens ist das Frankfurter Olympiabüro, das sich jetzt "Frankfurt Rhein-Main 2012 GmbH" nennt.
Entsprechend lautet das Leitmotto für die 80 km-Strecke: "Velotour für 2012 - wir
sind für Olympia". Der Geschäftführer dieser GmbH läßt verlauten: "Der Radklassiker
mit einer Medienkontaktzahl von einer Milliarde ist für uns eine Bühne, die wir für
unsere Olympia-Bewerbung nutzen wollen."
Allein deshalb könnte diese Propagandaveranstaltung "Velotour für 2012" zum Protest reizen.
Doch wir haben auch noch den 1. Mai ... wo es auf der Hand liegt, ihnen "ihre Bühne" zu besseren Zwecken streitig zu machen. Frankfurt ist, was internationale Sportereignisse anbelangt, seit Jahren auf dem absteigenden Ast: Keine Tennisturniere mehr, die Eintracht in der 2ten Liga ... "Rund um den Henninger-Turm" ist sozusagen das letzte Top-Event, und das läuft jetzt Gefahr "baden zu gehen". Denn sowohl auf der "Elitestrecke über 206 km" als auch während der "Olympia- Jedermann-Tour" läßt sich öffentlichkeitswirksam agieren. Selten dürften z.B. gut plazierte Parolen auf und entlang der Rennstrecke soviel Aufmerksamkeit finden. Und fünf Leute mit einem Antifa-Transparent auf einer menschenleeren Etappe im Taunus reichen aus, um das gesamte Rennen zum Abbruch zu
bringen und damit einen sicherlich geradezu unglaublichen Öffentlichkeitseffekt auszulösen. Sympathien dürfte das bei den ZuschauerInnen und in den Medien nicht bringen, aber der politische Hintergrund ließe sich kaum ausblenden und mit etwas Geschick käme die Botschaft rüber: Kein Normalzustand, wenn Nazis marschieren.
Wozu habt Ihr Kopf und Hände, denkt Euch selber mal was aus!
Gegen Olympia Nicht nur in Frankfurt!
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
Ergänzungen
Richtig und Wichtig
Da hat es funktioniert, vielleicht klappt es nun ja ÜBERALL! Gegen die Propaganda der Leistungsgesellschaft - Olympia verhindern! solidarische grüße!
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Plakate in Hamburg veraendert