Aktionsberichte: Widerstand&Vision in Mittelhessen

Gruppe 7006-2555, die 2.te 06.12.2002 21:39 Themen: Repression Soziale Kämpfe
Direkte Aktionen gegen Symbole der Herrschaft und konkrete Formen von Ausbeutung, öffentliche Vermittlung, Kritik und Einmischung: Verschiedene Gruppen in Mittelhessen scheinen mit dieser Strategie die Verhältnisse in Mittelhessen weiter durcheinanderbringen zu wollen. Die vergangenen Wochen (vorheriger Bericht vom Zeitraum August-Oktober 2002 siehe unter  http://www.projektwerkstatt.de/aktuell_index.html) waren von vielen kleinen Aktionen und neuen Projekten geprägt. Das folgende ist ein Überblick über diese Aktionen, sie reichen von Attacken auf Repressionsbehörden bis zu neuen Zeitungsprojekten.
Dargestellt werden Aktionen, die uns zugetragen wurden - es ist also kein Anspruch auf Vollständigkeit. Alle Texte und Bilder, die wir erhalten haben, sind anonym. Und bleiben es!
Aktuelle Übersicht

Anti-Bullen-Aktion in Marburg
Die neue Bullenwache am Marktplatz wurde mit Farbe verschönert, zudem waren Sprüche an den Wänden zu finden gegen Polizei und Herrschaft im allgemeinen. Infos dazu in der Presse  http://mabiko.de/de/pub/content2985.cfm (Oberhessische Presse),  http://www.marburger-neue-zeitung.de/main.php?ses_viewmode=37&dir=4&content_id=67506 (Marburger Neue Zeitung) und bei  http://www.indymedia.de/2002/11/35091.shtml und  http://www.indymedia.de/2002/11/35355.shtml.

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Kommunikationsguerilla gegen Erziehung und gegen Abschiebung
Plakatveränderung gegen Erziehung ... siehe Bild oben. Der Text auf der Spruchblase lautet: "Trotz Schule und Erziehung will ich nicht zur Schafherde gehören. Ich tanze lieber aus der Reihe". Das Ganze hängt immer noch dort (Saasen, direkt neben dem Bahnhof).
Mandatsträger aus der Region erhielten Abschiebebescheide des Landratsamtes Gießen. Das wurde in der Presse dementiert. Oben als Bilder ein Scan eines der Schreiben, das wir uns organisieren konnten. Im folgenden der Pressetext aus dem Gießener Anzeiger: "In gefälschten Briefen wird die Ausreise verlangt
KREIS GIESSEN (dr). Für Angst in der Bevölkerung und Ärger im Gießener Landratsamt hat jetzt ein gefälschtes Schreiben gesorgt. Es sieht aus wie eine offizielle Benachrichtigung aus dem Landratsamt mit Anschrift, Briefkopf und Telefonnummern von Sachbearbeitern. Darin werden die Empfänger aufgefordert, "die Bundesrepublik Deutschland bis zum 9. Dezember 2002 um 16.30 Uhr" zu verlassen. Der Brief ist auch an Personen außerhalb des Landkreises geschickt worden.
"Da kann nicht mehr von einem schlechten Scherz gesprochen werden", sagt Landrat Willi Marx verärgert, der als Behördenleiter Strafanzeige erstatten wird. "Diktion und Inhalt des Schreibens sind verwerflich, zumal einzelne Empfänger auf Grund des amtlichen Charakters der Zusendung sehr betroffen reagiert haben", weiß der Landrat.
Marx weist ausdrücklich darauf hin, dass die in dem "Bescheid" getroffenen Aussagen und Begründungen nicht der Wahrheit entsprechen. Da der unbekannte Schreiber auf dem Briefkopf aktuelle Telefonnummern aus der Behörde verwendet habe, sollten sich die Empfänger umgehend dort melden, damit entsprechende Hinweise auf den Verteilerkreis sofort an die Staatsanwaltschaft weitergegeben werden können.? (Quelle:  http://www.giessener-anzeiger.de/sixcms/detail.php?id=694423&template_id=996&_next=GA_Stadt)

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Anti-Bullen-Aktion in Grünberg (25km östlich Gießen)
Offenbar gab es eine weitere Aktion gegen die Polizei. Hauptquelle ist die Polizei selbst mit folgender Presseinfo: ?Grünberg: Unbekannte beschmierten Polizeistation
In der Nacht zum Mittwoch (04.12.2002), zwischen 01:50 und 02:10 Uhr, beschmierten unbekannte Täter die Fassade der Polizeistation in der Londorfer Straße. Dabei entstand ein Sachschaden von ca. 300 ?. Hinweise erbittet die Kripo Gießen unter der Rufnummer: 0641/7006-2555.? (Quelle: Presseinformation Polizeipräsidium Mittelhessen, 5.12.2002)
Weitere Informationen besagen, daß in Grünberg etliche Spuckies gegen Polizei und Repressionsorgane geklebt und die Polizeistation selbst mit dem Spruch: ?Kein Staat, kein Gott, kein Bullenland? bemalt oder besprüht wurde.

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Coca-Cola als Symbol für Ausbeutung
Der Coca-Cola-Truck hatte es in Gießen etwas schwerer als sonst. Unten gab es Flugblätter, in vielen Kaufhäusern waren Dosen, Flaschen und Regale mit Etiketten versehen und eine Stunde lang tönte es (mal wieder!) vom Gerüst des Stadtkirchenturms herunter. Die Cola-Truck-Crew reagierte mit lauter Dauermusik, so daß niemand mehr zu hören war ... die langweilige Cola-Show aber auch nicht.

Text des Flugblattes und auch einiger Redebeiträge vom Kirchturmsgerüst:

Teure Werbeshow für blutige Geschäfte
Coca Cola als Beispiel für Herrschaft und Verwertung

Der Coca Cola Truck zieht durch die Lande. Was bei der teuren Werbeshow wie üblich nicht sichtbar ist: Das profitable Geschäft ist verbunden mit der Zerstörung der Umwelt und sozialer Strukturen in den Ländern, wo Coca Cola hergestellt wird ... Kolumbien, Peru, Mexiko, Indien usw. Menschen werden in Lebensverhältnisse gedrängt, die von Abhängigkeit und Zwang geprägt sind (z.B. Arbeit). Teilweise agiert ein Filz aus Konzernen, Regierung und Paramilitärs dabei besonders brutal - in Kolumbien werden gezielt Morde und Terror eingesetzt, um gegen eine gewerkschaftliche Organisierung bei Coca Cola vorzugehen. An dieser Stelle nur zwei Beispiele für die konkrete Politik Coca Cola?s:

- Beispiel Indien: Coca Cola Fabriken zerstören Umwelt und Lebenszusammenhänge der indigenen Bevölkerung. Das Grundwasser ist in hohem Maße verseucht und der Grundwasserspiegel im Umkreis von 5 km bedrohlich gesunken. Davon sind verschiedene Dörfer mit ca. 1000 Familien der indigenen Bevölkerung betroffen. In allen Dörfern herrscht akuter Wassermangel, außerdem ist das Wasser hochgradig verseucht, Salzhaltigkeit und Wasserhärte sind erhöht. Auf über 600 Morgen Land musste der Reisanbau aufgegeben werden.

- Beispiel Kolumbien: In den Abfüllanlagen der formal von Coca Cola unabhängigen, de facto aber über Kapitalanteile an den US-Konzern gebundenen kolumbianischen Firma Panamco tobt ein regelrechter Krieg gegen die Gewerkschaften. Mehr als 120 Angriffe hat die Ernährungswerkschaft SINALTRAINAL seit 1990 protokolliert: Ermordungen, Entführungen, Drohanrufe, inszenierte Terrorismusverfahren. In der von Armee und Paramilitärs besonders streng kontrollierten nordkolumbianischen Region Urabá wurde die Gewerkschaft sogar im wörtlichen Sinne physisch eliminiert. Im Dezember 1996 ermordeten "Unbekannte" den regionalen SINALTRAINAL-Sekretär Isidro Segundo Gil, ein weiterer Funktionär konnte einer Entführung nur knapp entkommen. Das Gewerkschaftsgebäude in der Stadt Carepa wurde in Brand gesetzt, die ArbeiterInnen des Unternehmens von Bewaffneten gezwungen, "bis 4 Uhr nachmittags aus der Gewerkschaft auszutreten. Diese Firmenpolitik scheint im übrigen nicht auf Kolumbien beschränkt zu sein. Gegen Coca-Cola-GewerkschafterInnen in Guatemala und Peru hat es in den vergangenen Jahren ähnliche Gewalttaten gegeben.

Worum es uns nicht geht
Es geht uns nicht darum, Coca Cola als besonders grausam darzustellen und Europa als Hort des ?Guten? auszumachen, um damit Antiamerkanismus Vorschub zu leisten. Nicht anders agieren deutsche Firmen, die Waffen in Kriegsgebiete und an Diktaturen liefern oder Technologie zum Bau neuer Atomkraftwerke an andere Staaten verkaufen. Und das ist auch kein Wunder: Kapitalismus, Herrschaft und Verwertung sind global. Auch wenn europäische Eliten ihre Interessen moderner verpacken, verfolgen sie das gleiche Ziel: Die Ausweitung von Herrschaft und Profit!
Es geht uns nicht darum, einen ?bösen? Konzern anzuprangern und den Rest zu eigentlich verteidigen. Ausbeutung von Menschen und Naturzerstörung sind nicht die Ausnahme, sondern der kapitalistische Normalzustand. Ein System, dass jeden Tag mehr Menschen in lebenslange Lohnabhängigkeit zwingt, ist immer menschenverachtend - auch wenn es dabei keine Toten gäbe! Coca Cola ist nur ein Beispiel dafür, mit welcher Brutalität wirtschaftliche Interessen durchgesetzt werden.
Es geht uns nicht darum, mehr staatliche Kontrolle einzufordern - dass wäre auch völlig absurd, da Markt und Staat nicht im Gegensatz zueinander stehen. Dafür gibt es genügend Beispiele: Die Paramilitärs in Kolumbien sind u.a. Teil staatlicher Strategien, um Widerstand zu bekämpfen. Waffenlieferungen an die Türkei und andere Staaten sind offiziell genehmigt durch die deutsche Regierung. Wilde Streiks werden auf der ganzen Welt durch Polizei und Militär nieder geschlagen - die ausführenden Organe des staatlichen Gewaltmonopols. Ohne den Staat, der das Privateigentum schützt und notfalls gegen die Menschen verteidigt, die deshalb arm & abhängig sind, wäre Kapitalismus nicht denkbar.

Hinter Coca Cola steht das System!
Ohne die Existenz von Herrschaftsstrukturen wären weder der Terror in Kolumbien, noch die alltägliche Arbeitshetze, Ausgrenzung usw. denkbar: Gäbe es keine Staaten mitsamt Militär, Polizei und Gesetzen, gäbe es keinen Markt, der wirtschaftliche Abhängigkeiten erzeugt, könnten nirgendwo Menschen gezwungen werden, sinnlose Produkte für die Industrieländer herzustellen, während die Menschen vor Ort verhungern. Gäbe es keine Herrschaft, würden wir hier kein Getränk konsumieren, für welches anderen Menschen die Lebensgrundlage Wasser entzogen wird. Und genau das wollen wir: Nicht Konzerne, Regierungen oder Stellvertretungen, sondern die Menschen vor Ort sollen selbst entscheiden können, was sie produzieren, wie sie ihre Umgebung oder ihre Häuser gestalten usw. wollen
- Schluss mit den Morden in Kolumbien - Polizei und Militär abschaffen!
- Schluss mit der Zerstörung der Umwelt - Kapitalismus stoppen!
- Herrschaft und Verwertung beenden - für eine herrschaftsfreie Gesellschaft!
++  http://www.kolumbienkampagne.de ++  http://www.herrschaftsfrei.de.vu ++

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Neues Projekt: Abriss - der politische Terminkalender
Für den Raum Gießen gibt es jetzt einen gruppenübergreifenden politischen Termin- und Infokalender. Er soll monatlich erscheinen und in Kneipen, Döner-Läden, Zentren usw. zum Mitnehmen aushängen. Wegen seiner länglichen Form und der Aufhängung an einem Metallschild heißt er doppeldeutig ?Abriss?. Er ist auch downloadbar über  http://www.abriss.de.tf.

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Das Marburger ?Politbeben? erscheint neu
Nach einigen Wochen Pause ist auch das Marburger ?Politbeben? wieder neu herausgekommen mit vielen Texten zu politischen Aktionen in der Region.


Aussicht ... in den kommenden Wochen stehen jetzt schon fest:

Regionale Aktionstage in Marburg
9.-15.12. in Gießen und Marburg
Regionale Aktionstage gegen Rassismus, Herrschaft, für Freiräume und mehr!
u.a.: 11.12. 12-14h in Marburg (Mensabrücke): Grenzaktion (Menschen werden willkürlich selektiert
14.12. Symbolisches Grenzeneinreißen
15.12. 14 Uhr ab Bhf Marburg: Antirassistische Demonstration

Aktionen gegen die Gefahrenabwehrverordnung in Gießen
Die Stadtverordnetenversammlung will eine Verordnung beschließen, nach der u.a. Wühlen in Mülleimern, Lagern auf dem Boden, Alkoholtrinken in der Öffentlichkeit (außer dem kommerziellen der "besseren" GießenerInnen an Weihnachtsbuden usw.?), Flugblattverteilen usw. verboten und verfolgt werden. Die jetzige CDU-Regierung toppt damit die bereits durchgeknallten Aktionen der rot-grünen Vorgängerin, die mit Überwachungskameras und Bettelverbot schon gut dabei war.
Mehrere Gruppen rufen zu direkten Aktionen und Protesten auf.
Donnerstag, 12.12., 17 Uhr: Vor dem Eingang zur Stadtverordnetenversammlung (dort soll abgestimmt werden) beginnt eine Kundgebung ... und mehr? Kreative Aktionen sind geplant. Das ist der Auftakt. Eigene Aktionen, Aufrufe usw. sind erwünscht - Vielfalt gegen die Monotonie der herrschenden Politik!!!
Ab Samstag, 14.12. (Treffpunkt: 12 Uhr bei den Drei Schwätzern im Gießener Seltersweg): Kreative Aktionen ... Lagern, Saufen, Innenstadt säubern und vieles mehr. Denkt Euch selbst was aus und kommt dann einfach dahin.
In Kürze wird es eine gesonderte Internetseite zum Thema geben ...

Aktionstage ?Widerstand&Vision? 19.-28.12. in der Projektwerkstatt Saasen ( http://www.hoppetosse.net)
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Giessen reagiert

Me 07.12.2002 - 01:56
Von  http://de.indymedia.org/2002/12/36309.shtml

In Giessen/Hessen wird am 12.12. eine neue Gefahrenabwehrverordnung in Kraft treten, die für Punks, Obdachlose, Alkoholiker und zahlreiche Andere eine extreme Verschlechterung ihrer Lebensverhältnisse bedeuten wird.


Das Programm beinhaltet folgende Punkte, welche unter Hauptführung von Peter Möller (CDU) entwickelt worden sind und sich auf grosse
Teile des S.O.S.-Programms (Sicherheit-Ordnung-Sauberkeit) beziehen, welches die Giessener CDU im Wahlkampf propagierte:

- "Trinkgelage" auf öffentlichen Plätzen ab 2 Personen werden verboten
- unangepasstes Verhalten in der Öffentlichkeit wird nicht toleriert
- Durchsuchen von Mülltonnen nach Verwertbarem wird verboten
- das Verteilen von Flugblättern wird verboten
- "aggressives Betteln" wird verboten
- (schon seit Januar 2001) verboten ist das "wilde" Plakatieren, verfolgt werden kann auch der Presseverantwortliche und nicht mehr nur der
Kleber eines Plakates
- Schlafen und Lagern auf öffentlichem Raum wird verboten
- Teppichausklopfen auf Balkonen und Fenstern wird verboten
- ebenso das Autowaschen auf der Strasse
- unter Strafe steht die Verunreinigung von Strassen durch Zigaretten oder Kaugummis
- Richtlinien für die Länge von Hundeleinen werden festgesetzt

warum nervt die projektwerkstatt

saasen-auslacher 07.12.2002 - 10:08
diesmal kommts bunter: antiamerikanismus mit einer unsinnigen analyse, die dann auch noch feststellt, es gehe nicht um diesen, lachhaft. die projektwerkstatt macht erst aktionen gegen mc donalds, jetzt gegen coca cola, wirklich kein anti-amerikanismus?
dazu enthält die analyse eine verkürzte kapitalismuskritik, die nicht nur antideutschen, sondern auch anderen hier die zornesRÖTE in die stirn steigen lässt. warum, bitte, was haben wir unserm linken ideal angetan, aus saasen mit solchen schwachköpfen gesachlagen zu werden. J.B. sucks!

SKANDAL

Nato Stahlhelm 07.12.2002 - 10:44
Lieber saasen auslacher
Du hast recht! Was fällt der Projektwerkstadt auch ein zuerst gegen mc donalds (die arbeitzbedingen sind da doch so spitze) und jetzt auch noch gegen coca cola (mord is doch geil) zu protestieren. der antiamerikanismus liegt echt auf der hand. Nicht das das noch so weit geht das die demnächst gegen einen us-krieg im irak protestieren. das wär bestimmt antisemitisch, stimmts nicht saasen auslacher?
dummerchen...

Nato Stahlhelme statt Palitücher

warum nerven die amokdeutschen???

Prodeutscher 07.12.2002 - 10:46
lasst uns doch einfach in ruhe mit eurem müll

feiert euch nur selbst

07.12.2002 - 10:49
und setzt npd, attac und alle anderen gruppen gleich

Projektwerkstatt nervt noch viel mehr ...

Giessener 07.12.2002 - 12:25
Nicht nur McDonalds und Coca-Cola haben die attackiert, sondern auch noch selbst (oder bejubeln zumindest Taten anderer) Westerwelle, Fischer, Koch, den Knast, das Landgericht, alle möglichen Polizeistationen, BGS-Einrichtungen usw. Krasser Antiamerikanismus ist das ... am Ende greifen die auch noch Bundeswehreinrichtungen an - DIE Früchte westlicher Zivilisation schlechthin. Gottesdienste, Bundeswehrappelle usw. haben sie schon gestört. Also sowas von verkürzt, jedesmal nur eine Sache als Beispiel raussuchen. Igitt aber auch. Nur Marx lesen ist unverkürzt. Basta!

Ergänzung: Umsonstläden in Mittelhessen

Saasi 07.12.2002 - 12:30
Da fehlt doch noch was (ist bestimmt auch antiamerikanisch ...):

In Giessen UND Marburg wurden in den vergangenen zwei Monaten Umsonstläden eingerichet. Der einige ist im besetzten Haus in der Wannkopfstr. 13 in Marburg (lohnt sich ohnehin!), siehe auch  http://www.nichtwissen.de, der andere im Infoladen Gießen, Alter Wetzlarer Weg (zugänglich immer dann, wenn dort Veranstaltungen sind (siehe  http://www.projektwerkstatt.de/giessen).

Und in der Projektwerkstatt gibt es weiterhin den "Ladenschluss", den politischen Geschenkeraum, wo Material für politische Aktionen zum Verschenken und Verleihen gesammelt wird (hierher also nicht mehr genutzte Megafone, Direct-Action-Materialien wie Farbe, Kletterausrüstung, Ketten, Kostüme usw., zudem Zelte, Computer, Videoausrüstung, Kameras usw. - wird dann an politische Gruppen weitergegeben). Siehe Link.

keine chance auf konstruktive debatte ...

espi 07.12.2002 - 16:50
Tja, da machen ich und andere Aktionen, um Menschen zu vermitteln, welche widerlichen Vorgänge (Ermordungen in Kolumbien, Verseuchung von Wasser in Indien usw.) mit dem Produkt Coca Cola verbunden sind. Und dabei macht mensch sich alle Mühe, um deutlich zu machen, dass Coca Cola nur EIN BEISPIEL ist für Herrschaft und Verwertung. Sonst würde ich ja nicht auch gegen Siemens oder deutsche Rüstungskonzerne, Castor, Polizei usw. anstänkern. Aber Leute, die mich und andere eh nicht mögen, kriegen es hin, sich eine von vielen Aktionen raus zu suchen und uns Antiamerikanismus vorzuwerfen - das Raster bereits im Kopf ... keine Chance auf Auseinandersetzung ohne Vorurteile oder gezielte Anmache?
Natürlich werden keine Alternativen benannt, wie eine deutlichere Kapitalismuskritik aussehen könnte oder wie die Aktion hätte sein müssen, um (aus Sicht der KritikerInnen - ich finde nämlich, dass wir klar gemacht haben, dass es nicht um ein böses amerikanisches Unternehmen sondern Kritik an Herrschaft geht) nicht antiamerikanisch zu sein - oder darf das Morden ond Umweltzerstören durch Konzerne nicht einmal mehr kritisiert werden, weil diese aus den USA stammen?

1 Anti-Koment...

Beobachter32 08.12.2002 - 19:16
...gegen die Projektwerkstatt hat es bisher auf diesen Artikel gegeben. Davon lasst ihr euch alle provozieren? Ignoriert den Mist einfach, in ein paar Monaten sind die Antideutschen eh am Ende - spätestens wenn sich rausstellt das sie von VVS oder BKA beauftragt wurden die Linke in D-land zu spalten. Dann muss sich Mr.copyriot neue Freunde in NPD-Kreisen suchen und im Trauma dürfen Fascho-Bands auftreten. Bäh!

1 Anti-Komment?

Indynutzer 08.12.2002 - 22:28
Naja ... stimmt nicht so ganz. Habe hier einige weitere gesehen, die wohl wegen beleidigendem Inhalt wieder gelöscht wurden. Das ist seit einigen Wochen leider üblich geworden, daß nur durch harte Zensur seitens Indy Anti-Projektwerkstatts-Haßtiraden hier rausfliegen. Das Mittel "Zensur" finde ich zwar nicht richtig, aber wenn es hier so abging wie bei den Texten der letzten Wochen, dürfte es einiges gewesen sein ... das schöne dabei: Es sind immer dieselben Formulierungen mit keinem oder wenig Hinweisen auf irgendwelche Gründe. Einfach Dreckwerfen. Aber das macht nix - auf Treffen, wo ProjektwerkstättlerInnen anwesend sind, sind die Sprüche eher schon Kult. Wer jemanden mal necken will, benutzt einen der vielen Sprüche hier aus den Kommentaren. Bei den konkreten Aktionen in Mittelhessen kommt es dagegen selten zu Streit, weil die meisten PöblerInnen wohl reine SesselfurzerInnen sind und nicht zu sehen sind, wenn es losgeht (Ausnahme, hihi ... fragten doch die Jusos heute bei der Vorbereitung einer Aktion, ob denn auch der J.B. dahinkommen wolle - das wäre dann doch ein Problem, weil der immer so radikale Aktionen mache ... echt schrecklich, die Vorstellung).

stimmt das Wirrkopfvorurteil?

Uljanov 09.12.2002 - 09:55
@indynutzer

wenn Aktionen wie im Moment laufen schaue auch ich hin- und wieder Indymedia an. Meistens merke ich wie jetzt, dass es nutzlos ist. Deine Bemerkung über die Jusos ist schlicht faktisch falsch, vielleicht hast Du nicht richtig zugehört oder hattest vorher einen geraucht, wie auch immer. Letztlich hast Du Dich nur selbst lächerlich gemacht. Den Jusos liegt es denke ich sehr fern, die Projektwerkstatt wegen vermeintlicher Radikalität zu fürchten. An 80er-Jahre grünem-Habitus ist nämlich nichts so furchtbar radikal, ja, es ist nicht einmal originell. Was gesagt wurde, ist das die inhaltliche Übereinstimmung wohl gegen null geht. Das sollte aber eigentlich nicht wirklich verwundern, mit wem hat die Projektwerkstatt überhaupt übereinstimmung?

In diesem Sinne: Gefahrenabwehrverordnung verhindern!

p.s. Lustig finde ich den Streit zwischen Antideutschen und Projektwerkstatt, wobei den Antideutschen zumindest dahingehend recht zu geben ist, dass die Kapitalismuskritik der Aktionen wirklich mehr als dürftig bis hin zu in Teilen gefährlich ist. Wer "Umsonstläden" einrichtet und Mc Donalds angreift, der scheint zu meinen, dass Problem in der kapitalistischen Gesellschaft läge im Verkauf von Gütern oder im Konsum. Wer aber also verkennt, dass es um die Frage der Mehrwertabschöpfung geht, der begibt sich in der Tat auch recht schnell in gefährlichere Gewässer. Nämlich dann, wenn er meint -wie die einzelnen Aktionen doch suggerieren- das es gute und böse Kapitalisten gäbe, oder um das Tier beim Namen zu nennen: raffendes und schaffendes Kapital.

he?

berlinerin 09.12.2002 - 12:10
Ich habe mir mal die Zitate-Seiten der Projektwerkstatt angesehen - dort werden vor allem EU-PolitikerInnen und NGO-Funktionäre zitiert und deren Strategie auseinander genommen, Hegemonie zu erlangen. Mit einder deutlichen Position gegen deutsche wie EU Interessen. Das erscheint mir wenig antiamerikanisch. Und auf den Verweis auf eine Reihe von Aktionen gegen verschiedene Herrschaftssymbole ist bisher hier nicht eingegangen worden.
Zu dem Vorwurf der verkürzten Kapitalismuskritik: Umsonstläden (ich kenne den in Berlin) greifen ein Element von Kapitalismus, nämlich den Warentausch an, ohne damit zu sagen, dass er sich darin erschöpft. Vor allem soll er Menschen helfen, ein wenig aus dieser Tauschlogik auszbrechen . Es ist völlig logisch, dass eine umfassende Kapitalismuskritik mehr ist - aber das Einrichten von Umsonstläden selbst (damit ist ja keine Aussage verbunden) zu diskreditieren, finde ich ziemlich bescheuert ... Praxisversuche (so begrenzt sie auch sein mögen) nicht erwünscht, oder was?

Und es ist auch logisch, dass sich Aktionen fast immer ein Symbol heraus greifen (z.B. Lufthansa bei der Deportation Class Kampagne) - und daran zu versuchen, Grundsätzliches klar zu machen - das scheinen die Menschen bei der Coca Cola Aktion doch zumindest versucht zu haben. Wenn mensch Aktionen gegen die Bundeswehr macht ergibt sich daraus doch auch nicht, dass mensch denkt, es gäbe gutes und schlechtes Militär, oder?

Echt >linke< Argumentationslogiken

Anti-Herrschafts-Mensch aus Mittelhessen 09.12.2002 - 14:05
Es sind wohl tatsächlich „Linke“, die am Beispiel dieser Liste von Aktionsberichten eine Analyse machen, daß die vermeintlich dahinterstehenden Leute antiamerikanisch, bekloppt, nervig oder sonstwas sind. Denn die Analyse ist derart verkürzt, wie es bei „Linken“ eben typisch ist.

1. Aus der längeren Liste von Aktionsberichten werden nur zwei Aktionen herausgelöst, die anderen gar nicht mehr beachtet und dann behauptet, es seien nur amerikanische Firmen angegriffen worden. Aber der zweiten Wiederholung dieser Fälschung hat sie nach Rhetorikstil von Goeppels (man muß nur irgendwas ständig wiederholen, dann glauben es die Leute) das Ganze als Wahrheit durchgesetzt und die weiteren Kommentare beziehen sich darauf.
Ganz abgesehen mal davon, daß der Bericht oben nicht der erste ist und unter den vielen weiteren der vergangenen Wochen auch vor allem deutsche Firmen und Institutionen, Wahlen und der Tag der Einheit als Angriffsziel zu finden waren. Wird in der Analyse alles weggelassen – ultraverkürzte Analyse halt.

2. Bei der oben im Bild zu sehenden Aktion auf dem McDoof-Plakat handelt es sich zudem gar nicht um eine Anti-McDoof-Aktion, sondern das Bild wurde wegen des Kinderportraits für eine Aktion gegen Erziehung und Schule genutzt. Die Kritik ist also auch hier mindestens „verkürzt“, eigentlich sogar antiinhaltlich. Die Behauptung, die Projektwerkstatt (ein Haus ...) würde sich vor alle amerikanische Firmen heraussuchen, wird praktischerweise durch nix belegt. Würde auch nicht gehen. Darum läßt mensch es bei der Behauptung, wird schon was hängenbleiben. Und darum geht’s schließlich.

3. Daß bei der Coca-Cola-Aktion der Anti-Amerikanismus sogar thematisiert und deutsche Firmen explizit genannt werden, wird verschwiegen oder sogar als Gegenbeweis angeführt. Weil mensch auch deutsche Firmen benennt, benennt mensch sie nicht. Auch reichlich verkürzte Analyse bzw. eher wiederum antiinhaltlich (also den Inhalt komplett ignorierend – wie eine gekaufte Wissenschaft so analysiert ...).

4. Am schrägsten ist aber noch die Herleitung von Anti-Amerikanismus und von strukturellem Antisemitismus. Anti-amerikanisch ist danach, wenn mensch etwas Skandalöses im Verhalten amerikanischer Firmen benennt (oder ist das Morden gar nicht so schlimm?). Wenn aber, wie hier in einigen Kommentaren, die sehr präzise Kritik an konkretem Firmenverhalten mit einer Kritik an Amerika gleichgesetzt wird, wird ja eine Gleichsetzung von mordenden Coca-Cola-ManagerInnen und paramilitärischen Einheiten mit Amerika betrieben. Das würde ich dann als anti-amerikanisch werten.
Genauso ist es mit dem Vorwurf des strukturellen Antisemitismus – hier sogar doppelt. Zuerst wird aus der Kritik an Coca-Cola abgeleitet, daß hier in raffendes und schaffendes Kapital getrennt wird. Sehr interessant analysiert ... Coca-Cola ist eindeutig ein produzierendes Gewerbe, würde also bei der (falschen und so gar nicht möglichen!!!) Trennung in schaffendes und raffendes Kapital zu ersterem gehören. Die Kommentatoren oben rechnen es aber zum raffenden. Bloß weil es ein amerikanischer Konzern ist? Wer ist hier anti-amerikanisch? Und dann auch noch auf das Judentum zu kommen, ist schon ein harter Antisemitismus, der in den Kommentaren durchblickt. Wenn immer eine Firma scheiße baut und Menschen ausbeutet, denken so einige selbsternannte Anti-AntisemitInnen offenbar zuerst an Juden. Das allerdings finde ich erschreckend.

5. Wer behauptet, die Mehrwertabschöpfung sei das zentrale Element der Gesellschaftsordnung, ist an Verkürztheit in der Gesellschaftsanalyse nur noch schwer zu übertreffen. Eine tatsächlich verkürzte, reine Anti-Coca-Cola-Aktion würde dazu aber sogar besser passen.

6. Daß es gutes und schlechtes Militär gibt, scheinen aber eher auch wiederum diejenigen zu denken, die hier den Vorwurf der verkürzten Kritik benutzen. Angefangen von der Unterstützung für den Krieg gegen Kosovo (viele aus dem Umfeld von Ex-Friedensbewegung) oder Afghanistan/Irak (viele Antidoitsche u.a.) bis zur Solidarität mit dem venezolanischen Links-Diktator, der mit Militär auf ArbeiterInnen schießen läßt scheint es doch ganz schön viele „gute“ Armeen zu geben. Die grundsätzliche Herrschaftskritik ala „Projektwerkstatt“ ist in der „Linken“ eher kaum zu finden.

Fazit
Damit mensch nicht beim Marx-Lesen einschläft und derweil die Welt theoretisierend so beläßt, wie sie ist bzw. sich entwickelt, ist es notwendig, konkrete Formen der Intervention und Aktion zu finden. Dabei werden notwendigerweise immer konkrete Einzelobjekte, -anlässe, -themen usw. der Anlaß sein. Wichtig ist, daß neben der Aktion eine Vermittlung stattfindet, daß es um mehr geht. Egal ist aber, welche Nationalität, religiösen Hintergrund u.ä. ein Anlaß hat. Entscheidend ist, daß die Nationalität, Religion oder sonstige Herrschaftsform insgesamt (und nicht nur die spezielle) der Gegenstand der Kritik ist und die übergreifenden Herrschaftsbedingungen mit benannt werden.


P.S. Spannend ist natürlich, daß bei näherem Hinsehen es wohl vor allem gegen die Projektwerkstatt geht. Und da ist jeder Schlamm gut. Die auf Indymedia beschriebene Anti-Coca-Cola-Aktion in Oberhausen hat auf die allgemeinen Herrschaftsbedingungen auch, aber deutlich weniger hingewiesen – und bekommt diesen Schlamm hier nicht ab. Ebenso lohnt es sich, durch die thematischen Bereiche der  http://www.projektwerkstatt.de zu surfen, z.B. unter Zitaten und Debatten. Spannend ist es vor allem unter Nachhaltigkeit, die da unter anderem als antiamerikanische Strategie entlarvt wird ... dazu hielt J.B. kürzlich auch einen Vortrag in Marburg, daß Nachhaltigkeit eine herrschaftsorientierte, eurozentristische globale Leitkultur ist, die die USA von der Führungsposition in der Welt verdrängen will. Vielleicht sollten die Viellaller, die hier die Debatte um Antiamerikanismus sowie (bei anderen Anlässen) Antirepression, Eliten usw. nutzen, um auszugrenzen und mit Dreck zu werfen, eher mal selbst sich äußern, wie konkrete politische Praxis aussehen kann. Oder sich zeigen – Mittelhessen könnte deutlich mehr politische Aktion und Gegenöffentlichkeit gebrauchen und weniger Biertischversammlungen mit anschließender Indymedia-Poserei. Andere Regionen sicherlich auch ...

Antideutsch = Proamerika?

Punxatan 09.12.2002 - 14:57
McDonalds verkauft undefinierbares Etwas zwischen wabbligen Brötchenhälften zu horrenden Preisen. Und das zu kritisieren, sei antisemitisch? Weil, gegen Amerikkka ist auch gegen Israel? Na, ich würde als Alternative auch nicht die Thüringer Rostbratwurst empfehlen, sondern Döner Kebap!

der venolanische linksdiktator

Bolivarist 09.12.2002 - 15:13
Ich glaube da hat jemand ein wenig zuviel BILD-Zeitung geschnüffelt um Hugo Chavez als mordenden Linksdiktator darzustellen. Fakt ist, dass venezolanische Unternehmer eine (schein)-Revolte mit grossen Säbelrasseln veranstalten und die Projektwerkstatt, sich auch da noch dahinterstellt. Aber, der Sommer hat gezeigt, Chavez werdet Ihr nicht besiegen!
Hasta la victoria siempre!

Auf dies Startseite mit dem Artikel!

Günther 10.12.2002 - 12:12
Für Giessen bedeuetet die Gefahrenabwehrverordnung Ähnliches, wie für Hamburg Schill und die Bambule-Räumung. Also sofort auf die Startseite damit!!!!!

Der ist schon seit 4 Tagen auf der Startseite

10.12.2002 - 13:57