Polizeigewerkschaft macht nicht in Solidarität
Polizeigewerkschaft will nicht mit Bambule gegen die unsoziale Senatspolitik in Hamburg demonstrieren.
Da rufen die Gewerkschaften DGB, Ver.di, GEW zur Demonstration und eigentlich wollte auch die Polizeigewerkschaft mitmachen. Aber plötzlich ergab es sich, daß ja auch der Umgang mit der Bambule zu den unsozialen Machenschaften des Schwarz-Schill Senates gehört. Unsozial ist nicht gleich unsozial für die Beamten, herzlichen Glückwunsch für diese unterirdische Geistesleistung. Nicht mit den Opfern der Senatspolitik demonstrieren wollen wo man doch selbst Erfüllungsgehilfe derselben ist und das asoziale Verhalten des Senats anprangern wollen, erwartet nicht das Euch da noch irgendwer ernstnimmt. Wer den Protest spaltet hat im Gewerkschaftsbund nichts mehr zu suchen, dann macht doch Euren eigenen kleinen Club auf, das Stammtischniveau hat Euch ja schon erreicht. Und tschüß!
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Ergänzungen
bullen sind keine Arbeiter
Das Programm der Polizeigewerkschaft läuft darauf hinaus, glücklichere Bullen zu schaffen, die dann ausgeschlafen auf Demonstranten losknüppeln können, usw...
erzähle das vor allem mal dem DGB!
F: Im Demonstrationsaufruf der Gewerkschaften heißt es, daß sie den »außerparlamentarischen Protest gegen die Senatspolitik zusammenfassen« wollen. Arbeiten Sie auch mit den Gruppen zusammen, die seit der Räumung der »Wagenburg Bambule« gegen die soziale Ausgrenzungspolitik des Senats demonstrieren?
Wir haben bisher gar keine Zusammenarbeit gehabt, und viele in den Gewerkschaften haben da auch ein mulmiges Gefühl. Wir wollen nicht, daß das »Bambule«-Thema von den vielen anderen sozialen Problematiken ablenkt, die wir thematisieren wollen. Ich denke, daß wäre schädlich für die Durchsetzung unserer Interessen. Aber wir vertreten die Position: Alle, die friedlich für eine gute Sozialpolitik demonstrieren wollen, die können natürlich auch an dieser Veranstaltung teilnehmen.
aus: Dauerproteste gegen Hamburger Senat: Berührungsängste bei den Gewerkschaften?
jW sprach mit Erhard Pumm, Vorsitzender des DGB Hamburg
junge Welt 05.12.2002 Interview
@gdp
merkt ihr noch was?
da haben grade 50 leute keine wohnung, werden seitdem durch die stadt gejagt und hunderte sollen folgen!
das sind also keine gründe zu demonstrieren?
und: meint ihr, daß leute es cool finden, mit cops, die ihnen oder freunden aufs maul gehaun haben an einer demo teilzunehmen?
wenn ihr das nicht aushaltet, na denn halt nicht.
und: geht doch nach bremen!
bloß da sind die chaoten ja auch schon...
blöde sache das.
so ist das halt, wenn mensch mal demonstrieren möchte und z.b. schill das diffamiert.
lektion gelernt?
nö, anscheinend noch nicht.
müßt wohl erst n knüppel aufn kopp kriegen, dann lernt sich das ganz schnell!
polizei hört nicht auf gdp
Tja, schade...
Letztendlich zählt für jede Gewerkschaft genauso wie für uns nur das Bild nach außen, und jedenfalls in unserem Fall haben es die Medien geschafft, dieses gründlich zu versauen. Selbst die Gewerkschaften haben Angst, in diesen Sog aus Wahrheitsverbiegung und Falschaussagen hineinzugeraten. Das finde ich feige, aber die Mitgleider der ´Gewerkschaften lesen schließlich auch Springerpresse. Und gerade von Seiten der Polizeigewerkschaft, deren Mitglieder genau sehen, was auf den Straßen passiert, wäre es DIE Möglichkeit gewesen, nach außen hin zu demonstrieren, das alles ganz anders läuft, als es nach außen hin scheint. Und das wäre der schnellste Weg, endlich mal WIRKLICHE Gesprächsbereitschaft beim Senat zu erreichen. Diese Möglichkeit ist jetzt versäumt worden; statt dessen sind von der Polizeigewerkschaft jetzt Fronten ausgebildet worden, die so real gar nicht bestehen. Denn schließlich ist jede Überstunde und jeder verletzte Demoteilnehmer oder Polizist unnötig, und der Konflikt wird vom Senat auf dem Rücken der Polizei ausgetragen. Was die Polizei noch nicht ausreicehnd verstanden hat, ist, daß sich ein rasches Ende nicht durch noch mehr Wasserwerfer finden läßt, sondern -notgedrungen- durch Zusammenarbeit.
Ich find allerdings auch, daß bei vielen Leuten, die auf Bambule-Demos gehen, der Frust mitterweile so tief sitzt, daß sie sich keine Mühe mehr geben, das Bild betont zu korrigieren und dadurch noch mehr die Öffentlichkeitins Boot zu ziehen. Statt dessen spielen sie "Helden", in dem sie sich stundenlang von einer Polizeiübermacht im Kessel drangsalieren lassen (wie z.B. nach dem letzten Paulispiel), anstatt vielleicht einfach nach Hause zu gehen und die Bullenstehen zu lassen... Aufmerksamkeit hats erregt, Überstunden erzeugt, Gelder verschlungen, da brauch sich doch keiner auf den Kopp hauen zu lassen. Man kann doch morgen wiederkommen... Find ich jedenfalls intelligenter.