disobbedienti in Berlin

Anna und Anja 24.11.2002 20:14 Themen: Soziale Kämpfe
Heute hat in Berlin ein erstes Vernetzungstreffen stattgefunden, an dem Leute aus verschiedenen linken Zusammenhängen teilgenommen haben. Die Idee ist, sich in einem möglichst breiten und undogmatischen Aktionsnetzwerk gegen kapitalistische Herrschaft aufzulehnen. Nach dem Vorbild der italienischen disobbedienti sollen dabei radikale Inhalte mit Formen des zivilen und sozialen Ungehorsams vermittelt werden. Ziel ist, mit kreativen Aktionen radikale Politik (wieder) attraktiv zu machen.
Für das Konzept des "Ungehorsams" stehen ursprünglich die Zapatistas und die an ihnen orientierte italienische autonome Linke. Es geht vor allem darum, den in der Gesellschaft vordergründig vorhandenen "Frieden" aufzukündigen und soziale Konflikte mit spektakulären Aktionen sichtbar zu machen. Daran haben sich einige Fragen angeschlossen, unter anderem welche Rahmenbedingungen wir in Deutschland unter Rot-Grün haben ("Anti-Kriegs-Rhetorik" Schröders), wie die Situation der Berliner Linken aussieht (Zersplitterung), wie mensch einerseits Inhalte medienwirksam inszeniert (Verhältnis zu Medien) und andererseits auch Menschen direkt erreicht etc.
Da klar ist, dass einige dieser Fragen nur in der Praxis beantwortet werden können und auch die angesprochenen Ziele nur in einem längerfristigen Prozess zu erreichen sind, haben wir uns vorgenommen, das Konzept an einem konkreten Projekt auszuprobieren. Ein Vorschlag war, am Tag X (Angriff auf den Irak) vor verschiedenen symbolischen Orten wie Botschaften, Banken etc. Protest zu zeigen, um nicht nur zu sagen, dass wir gegen den Krieg sind. Das haben ja schon eine Million Menschen in Florenz getan. Für uns geht es darum, es auch zu zeigen, zu zeigen, dass wir nicht bereit sind, diesen Krieg hinzunehmen oder einfach nur zuzusehen. Dann haben wir diskutiert, ob es nicht sinnvoller wäre, einen konkreteren Termin zu wählen, was die Planung erleichtern würde. Angesprochen wurden Termine von Kopenhagen, Davos bis München. Allerdings waren wir uns einig, in Berlin vor Ort Aktionen starten zu wollen - was uns wieder auf den Tag X brachte.
Beim nächsten Treffen wollen wir hauptsächlich über die konkrete Aktionsplanung reden. Wenn ihr das alles gut findet, kommt einfach vorbei:

Sonntag, 01.12.02 um 17 Uhr Treffpunkt vor der Krähe (HU Ostflügel), Infos Anja 0162 38 66 952

PS: Leute, wenn ihr Bedarf seht, ergänzt uns bitte.
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Ergänzungen

Nicht nur Berlin als Ort

Ergänzer 24.11.2002 - 20:22
Wichtig wäre vor allem auch Berlin inhaltlich zu wählen. Wenn wir eine lokal verankerte Bewegung schaffen wollen, müssen wir natürlich auch lokal interessante Themen wählen. Am Besten wäre eine Verknüpfung.
Hier mal ein Beispiel:
EU-Gipfel in Kopenhagen. Welches sind konkrete Auswirkungen der EU-Beschlüsse auf das Leben in Berlin und anderswo? Hartz? Repression? Kita-Schliessungen? Diese Themen sollten dann wesentlich den Inhalt der Mobilsierungen/Aktionen bestimmen. Aber natürlich immer mit Verweis auf die Ursachen (eben der EU-Gipfel, der ja auch wieder Symptom von anderem ist). Dabei sind natürlich gut recherchierte Fakten notwendig...
Bei globalen Mobilisierungen konnten sich bisher nur wenige Leute einbringen, weil ausserhalb der Linken kaum klar ist, was denn WTO oder GATS nun ganz konkret mit uns zu tun hat.

Weiter sollte natürlich klar sein, daß vielleicht sehr lange Arbeit nötig ist, bis die Sache erste Früchte trägt.

noch ein vorschlag

ungehorsam macht auch spass!! 24.11.2002 - 22:22
warum denn nicht den 20.dezember, globalen tag des sozialen ungehorsams, nutzen? vorbereitungstreffen: 29.11. 19uhr30 im A6-Laden (Adalbertstr.6)

Rin in de Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln

Knolle 24.11.2002 - 22:48
Eigentlich ist es peinlich. In Italien wächst der Widerstand hinter jeder Gartenmauer, während nördlich der Alpen gerade heute Halbfaschisten und Faschisten runde 53 % Wählerernte in Wien einfahren. In Berlin denken einige besonders Schlaue, mit der Übernahme italienischer Begriffe (disobbedienti) auch deren politische Kraft, Methoden und Ausstrahlung übernehmen zu können. Diese politische Chirurgie und Scharlatanerie kann nicht darüber hinwegtäuschen, das wir uns endlich um eine ernsthafte Analyse der deutschen Verhältnisse bemühen müssen. Stattdessen wird hier auf indymedia von anna und anja und irgendwelchen anonymen "Netzwerken" hinter den sicher hunderttausend Leute stehen, Aufrufe zum Aufputschen und kreativen, radikalen, undogmatischen, breiten, antikapitalistischen Ungehorsam verbreitet. Ich nehme Eure Vollmundigkeit beim Wort.
Was ist Kreativ bei Euch? Was ist radikal? Was ist undogmatisch? Was heißt breit? Und was ist für Euch antikapitalistisch? Natürlich werdet ihr mir den Ball zurückspielen und sagen, das kannst Du alles selbst entscheiden und das werden wir alle gemeinsam erarbeiten.
Kreativ wäre, erst nachzudenken und dann zu handeln. Euer Projekt hat genau den umgedrehten Ansatz. Eure Auflehnung ist nach meiner Einschätzung blinder Aktionismus, ihr produziert Kanonenfutter, Isoliertheit, Mißerfolg und Depression unter den Gruppen, die noch Links fühlen. Wir werden uns Euch jedenfalls nicht anschließen und wirklich selbst bestimmen, was wir wann und wo machen. Dazu brauchen wir kein Netzwerk, keine Krähe oder Adalbertstraße und keine Termine. Wir sind total dezentral und unabhängig, auch von Euch.
Wer nur die drei folgenden postings liest, der weiß, wie tief die deutsche Linke in der Scheiße steckt. Und ihr mit Eurem ewigen, nur weiter so, sorgt dafür, dass wir noch tiefer in den Sumpf reinreiten.


Wo ist die deutsche Linke? In Prag war sie nicht!
 http://germany.indymedia.org/2002/11/35297.shtml

Nationalismus und Attac: Wehret den Anfängen!
 http://germany.indymedia.org/2002/11/35298.shtml

attac und Nazis in München gemeinsam gegen US-Imperialismus?
 http://germany.indymedia.org/2002/11/35087.shtml

Ideen

Tu wat 24.11.2002 - 23:58
Tja, während der in nationalen Kategorien denkende Knoll weiterhin mit seinen Kumpels in Studi-Zimmern abhängt und alles und jeden scheisse findet und denkt, die Welt sei so, wie er sie sich in seinem Zimmerchen vorstellt... hier mal noch einen Termin:
(denn was wäre Theorie ohne Praxis - das Anpassen auf unsere Verhältnisse dürfte wirklich äusserst schwer sein)
Vor dem oben erwähnten 20.12. (2.kommentar: hast Du Lust am So. zu kommen und das noch mal vorzustellen?)
gäbe es den 5.12.: 17.00 Uhr Arbeitsamt Charlottenstrasse (Kreuzberg): Demonstration "Stoppt Hartz & Co!" Die Route geht vom Arbeitsamt über Oranienstrasse zum Hermannplatz.

Was vielleicht auch ganz interessant wäre: www.opentheory.org könnte genutzt werden, auch dezentral, virtuell vernetzt an so einer Art "Theorie", die direkt auf unsere Verhältnisse zugeschnitten ist zu arbeiten. In den 80ern oder im Wendland die ganze Zeit gibts ja viel Erfahrung mit Ungehorsam hierzulande, die Reaktion der Staatsmacht und vor allem mit allem was zum gesellschaftlichen Kontext gehört. In Deutschland hätte das "Ungehorsam" sein eine ganz andere "Aufgabe" und eine ganz andere Stellung als in Italien.

Ideenlos

tunix gut 25.11.2002 - 01:11
also, tu wat, wenn das deine/eure Ideen sind, dann ist das weder kreativ, noch breit, noch ungehorsam. du schlägst doch noch nur sachen vor, die wir alle schon kennen, zum aa und so. warum denunzierst du eigentlich knolle, der kann doch auch nischt dafür, daß die wahlen nunmal in austria, die disobbedienti in italien und wir in deutschland sind, seit wann verwechseln wir tatsachen mit nationalen Kategorien im denken, versteh ich nicht! und erklär mir bitte mal wozu ich diese aktion von 20-80 Leute mit dir oder anderen unbedingt abzustimmen habe, reicht es nicht wenn die bullen eine anmeldung verlangen? solche dinge haben doch nichts mit offener Theorie oder Netzwerken zu tun, es sei denn du willst über mich bestimmen, da muß ich ebend meine freunde zusammenkratzen und los gehts, oder meinst du daß zu eurer demo oder was da raus kommt 1000 leute kommen?

Einige Gedanken dazu

Maxx 25.11.2002 - 02:03
Ich fände es noch wichtig auf 2 Dinge hinzuweisen: Diese Sache sollte nicht zur Gründung einer Gruppe o.ä. führen. Die Stärke des Ansatzes ist wenn sie zur Bewegung wird. Es sollte sich nicht zu stark an den Disobidientes orientiert werden. In Italien haben sie einen ganz anderen Rückhalt, dort herrschen ganz andere Verhältnisse. Zum Ideen-bekommen ists aber ok. Die Idee von "Tu wat" mit open-theory.org finde ich ziemlich wichtig. Besonders wenn das als offener Prozess ("fragend gehen" eben) verstanden wird.
Das wichtigste Ergebnis könnte sein, Politik machen wieder attraktiv zu machen. Die immer gleichen Rituale wie Latschdemos oder Kinder-Randale bringen genauso wenig wie all die besserwisserischen Flugblätter weltfremder Hinterzimmer-Stratgegen. Ziviler und sozialer Ungehorsam ist zwar nicht neu, kann aber als zentraler Bestandteil einer neuen Bewegung viel bringen.

@ tunixgut

Tu wat 25.11.2002 - 02:09
Auf diesem Primitiv-Niveau hab ich schon mal gar keine Lust zu argumentieren. Versuchs ohne Unterstellungen und dann vielleicht. Du scheinst ja nicht mal zu wissen, was sozialer Ungehorsam ist, wenn Du ständig was von "unserer Demo" schreibst.

Tag X in Berlin/Kreuzberg

25.11.2002 - 04:29
Bei Angriff auf Irak:
TAG X - BERLIN - KREUZBERG
18 UHR KOTTBUSSER TOR
KEIN BLUT FÜR ÖL!

Berlin Stadt des Ungehorsams!

Bezahlt wird nicht! 25.11.2002 - 09:49
Sehr begrüßenswerte Initiative! Natürlich ist die SItuation hier nicht die gleiche wie in Italien... hat auch niemand behauptet. Dennoch oder gerade deshalb ist die Initiative auch hier mal über andere Praxisformen, Vermittelbarkeit und Einigung in der Praxis zu diksutieren und konkret zu werden sehr sinnvoll.
Lasst die ewigen NörglerInnen, Antideutschen, Militanzfetischisten usw. bei Seite. Es ist wieder Zeit eine offensivere Linke Arbeit zu machen und sich zu bewegen.
Wie Karl Heinz Roth schon Anfang der 90er sagte: Es wird wieder große progressive soziale Bewegungen geben, aber nicht aufgrund sondern trotz der Linken!

Tu wat

Ungehorsame 25.11.2002 - 10:25
Tu wat, mit Dir/Euch möchte ich auch nichts zu tun haben. Erst unterstellst Du Knolle irgendwelche Studi-Psychosen, dann erteilst Du Zensuren an tunixgut: "Primitiv-Niveau" und unterstellst ihm Unterstellungen. Fakt ist doch ihr wollt wat von den Leuten und tunixgut hat nur seine Meinung dazu geäußert. Wer so intolerant wie DU eine andere Meinung gleich abstraft, der sollte gefälligst auch alleine im Sandkasten spielen.
Auch ich sehe nicht ein, wozu es für derartig harmlose Actions, wie Du sie machen willst, einer riesigen Koordinierung bedarf. wozu willst Du wissen, was ich vorhabe? Das geht Dich nichts an. Und übrigens macht doch erstmal eure ungehorsame Monsterparty und dann kommt zu uns und sagt das wars, wie können wir es weiter machen? Ich habe auch etwas dagegen, das sich alle möglichen Obermacker hinstellen und ominöse Netzwerke von 5 Leuten den Sack aufhalten, in dem ich verschwinden soll. Selbstbestimmt heißt für mich, selbst denken und selbst handeln. Erst wenn wir alle genug gehandelt haben, kann man mal darüber reden, was raus gekommen ist. Auch euer Ansatz ist noch recht nebolös. Wollt ihr etwa nur an diesem einen Tag ungehorsam sein? womöglich auf einer angemeldeten performance? das stinkt mir zusehr nach happening. ungehorsam ist man immer oder gar nicht, dazu bedarf es keiner Absprachen, sondern eines Willens und dem Mut, sich zu sich selbst zu bekennen.



Find ich cool

Writer 25.11.2002 - 11:49
Find ich cool den Ansatz - Ideen gibts wirklich jede Menge. In bestimmten Sub-Kulturen gibts ja auch solche Ansätze. So haben mal Writer in Berlin an mehrren Orten gleichzeitig Videokameras entfernt. Wenn sowas glich 200 Leute machen würden und dann eine TV-Sendung stürmen und dort die PE verlesen..
Daß Leute wie die Pöbel-Fraktion hier diese Sache blöd findet, weil sie a) lieber Macker-Militanz oder b) lieber nur sitzenund alles antisemitisch finden oder c) sowiso alles scheisse ist, finde ich ganz gut. Hätte keine Lust mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten, die nur aus Prinzip auf Anti machen.
Was für Leute waren eigentlich so dabei beim ersten Treffen?

Gute Sache!

einer 25.11.2002 - 13:09
Finde den Ansatz richtig ein gruppenübergreifendes radikales und vor allem aktionsbezogenes Netzwerk ins Leben zu rufen. Klar herrscht hier gerade nicht die Proteststimmung wie in Italien, andererseits, was noch nicht ist kann ja noch kommen. Bei der momentanen Zerfahrenheit der Linken in D kann so ein Ansatz nicht schaden. Und lieber ein bisschen Aktionismus als übertriebene Theorie-Zerfleischerei. Gute Aktionen sind sexy! (ja, bitte haut mir auf den Kopf wegen des Wortes sexy!)

ergaenzung

niemand 25.11.2002 - 13:12
ich finde das ist sinnvoll am 01.12 auch wenn andere menschen das anders sehen

hurra, der Widerstand ist da!

... 25.11.2002 - 13:13
Yeah lasst euren Frustrationen freien Lauf, aber bitte nicht auf Indy. Trefft euch, schlagt euch, bespukt euch Angesicht zu Angesicht irgendwo in der realen Oeffentlichkeit, damit ihr wie es der Freund aus Austria schon gesagt hat, realisiert, wie tief ihr wirklich in der Scheisse sitzt.

Anpoebeleien sind geil, denn sie foerdern die Destruktivitaet.
Selbstschutz ist genial, denn er erhaelt den Status quo aufrecht.
Hahnenkaempfe sind wichtig, denn sie staerken das Patriarchat.
Indymedia ist scheisse, denn es beschleunigt alles zusammen!

@ Writer

Dr. No 25.11.2002 - 13:23
Es waren Leute aus ganz verschiedenen Zusammenhängen da, was aber nicht unbedingt was heissen muss. Das erste Treffen war erst mal nur dazu da, um einen ersten Meinungsaustausch zum Sinn eines solchen Vorgehens zu machen. Da waren Leute von den Antikaps, von Fels, von der FAU, von Indy ;-), Attac, Konfessionslose usw.
Zur Anmerkung weiter oben von Maxx: Daß die die Situation hier völlig anders ist als in Italien, war natürlich allen klar. Es geht jetzt eher darum herauszufinden, inwieweit sich Idee aus Italien hier für Ansätze benutzen lassen. opentheory oder dieses wiki-Tool wären daher wirklich sinnvoll.

fdsg

hafh 25.11.2002 - 14:04
habts ihr keine anderen themen als den irak krieg?????????
in europa passiert momentan genug, fürchterliche veränderungen zeichnen sich ab, die verhinderung des (notwendigen) sturzes eines diktators tausende kilometer entfernt scheint euch aber mehr zu interresieren

Themen gibts viele

Antideutsche und Nazis vertreiben 25.11.2002 - 14:08
Wie kommst Du auf Deinen Vorwurf? Willst Du nur ein bischen herumtrollen? Es wurden zig Gründe angesprochen (Harz, EU-Gipfel, Rpression, Argentinien/Neoliberalismus, ...) und Du kommst mit einem Vorwurf, der Dich als Antideutscher entlarvt. Der Vorwutf hat überhaupt nichts mit dem Text zu tun.
Was Dich auch entlarvt: der Wunsch, die irakische Bevölkerung solle nach Jahren der Unterdrückung durch Hussein doch jetzt auch noch von der Nato den Gnadenstoß erhalten...

Arme Antideutsche

NoKommies 25.11.2002 - 14:10
Stundenlang sitzen sie am Computer. Sie können meckern und geifern und fluchen, sie können Intrigen spinnen und Anti-Antifa-Arbeit machen. Dnnoch schaffen sie es nicht wirklich, linke Bewegung zu verhindern. Muss ganz schön frustrierend sein - oder?
Je mehr ihr geifert und sabbert, liebe Antideutsche, Bullen und Nazis, desto mehr wissen wir, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Schönes Leben noch!

Ein Link

25.11.2002 - 14:24

tutto per tutti ? jeder für sich wohl eher ..

teeschlürferin 25.11.2002 - 16:50
na prima, für den tag x -irakkrieg gibt’s bereits 2 aufrufe: einer für 18 uhr zum kotti und einer für 18 uhr zum alex. nun soll mensch also zwischen dreien wählen dürfen. diskussion und austausch mit verschiedenen gruppen und einzelpersonen darüber, inwieweit der disobeddienti-ansatz auf dtl. übertragen werden könnte ist zwar schön. mit euren aktionsideen setzt sich jedoch im grunde nur das bestehende fort: jedes grüppchen macht sein ding, alle nebeneinander her. wäre es nicht sinnvoller, anregungen aus italien bei den schon bestehenden initiativen, gruppen etc. zu thematisieren ? und statt ständig neuer bündnisse und aktionen lieber die unterstützen, die schon in planung sind (hartz-, irak-termine/friedensinis etc.). sonst bleibt alles wie es ist: jeder macht seins und meckert dann rum, wenn sich nicht mehr als 20 leute einfinden.

schau an

redpilot 25.11.2002 - 18:15
die antikaps berlin heißen jetzt disobbedienti. aber was ist daran neu und innovativ jeden monat aufs neue ne neue sau durch die stadt zu treiben...kenn wir ja von den ruckies...da komm die antikaps auch her...

Wir sind alle subversive!

uwe 25.11.2002 - 18:27
@Teedrinkerin Die Intention dieses Treffens war es nicht eine weitere Splittergruppe in Berlin zu gründen. Genauso wenig soll ein dritter 18.00 Uhr Termin am Tag X installiert werden.Ganz im Gegenteil.
Es ging darum alte Mauern an Hand gemeinsamer praktischer Aktionsziele zu durchbrechen. Vielleicht entsteht ja irgendwann mal wieder ein gemeinsamer Diskurs genauso wie eine gewisse Popularität. So soll das Treffen, so wie ich das verstanden habe, auch kein weiteres langweiliges zwangsmäßig institutionalisiertes Bündnistreffen werden, sondern die Möglichkeit bieten eigene Aktionen mit anderen zu koordinieren und das Eindringen in den "medialen Raum" über das Label "Ungehorsame" ermöglichen. Verständigung mit den anderen "Ungehorsamen" ist absolut erwünscht.
Von den Zapatisten soll "Fragend lernen" gelernt werden. Genauso wie Einheit in der Verschiedenheit. Aber z.B. "Dienend befehlen" kam verständlicherweise nicht so gut an.
Es waren auch Leute da welche in der Vorbereitung der sozialen Protesttage am 19./20.12. involviert sind. Vieleicht können wir da auch für kommende Projekte irgendwann irgendwas zusammenlegen?
Zu dem antideutschen Einwand der Krieg gegen Hussein würde den Menschen im Irak nutzen: Am 9.12. war in der jW ein interessanter Artikel darüber wie in Dänemark der irakische Kriegsverbrecher General Nizar Khazraji verhaftet wurde. Eben dieser General war verantwortlich für den Giftgaseinsatz gegen das kurdische Dorf Halabja wo tausende Menschen getötet wurden. Khazraji ist der ranghöchste irakische Offizier der bisher aus dem Irak in den Westen übergelaufen ist. Ausgerechnet ihn hatten die USA im Sinn für die Anzettlung einer Revolte im irakischen Militär. Seine künftige Rolle im neuen Regime sollte von seinem Erfolg abhängen. Viele der US-Förderer handelten ihn schon als neuen Präsident! Seine Verantwortung an dem Massaker wäre den USA sicher "entfallen".
Außerdem: hätte die USA vor '89 die nicht gerade demokratische DDR bombardiert, würde ich bestimmt jetzt hier nicht sitzen und schreiben können.

Komisch

Ede 25.11.2002 - 21:13
Warum erfährt man erst nachdem hier einige stundenlang rumnörgeln, wer am Koordinierungstreffen teilgenommen hat? warum habt ihr das nicht gleich von Anfang an gesagt. Diese Geheimsniskrämerei ist Blödsinn und kommt ja doch raus. Vor allem nährt sie berechtigte Zweifel an Eurem sicherlich guten Vorhaben. Ich bin nun auch etwas irritiert, wollte eigentlich am 1.12. kommen, jetzt warte ich doch lieber ab, was da rauskommt.

Ist das hier das deutsche Sektierertreff?

für eine breite linke Bewegung 25.11.2002 - 21:58
Wenn ich mir den Ton der Postings hier anschaue, fange ich an ernsthaft an den intelektuellen Fähigkeiten der Schreiberlinge zu zweifeln.
Wollt ihr linke Politik machen um euch selbst zu befriedigen oder um etwas zu verändern?
So weit ich weiß war es ein erstes Treffen zu dem verschiedene Gruppen eingeladen wurden und einige kamen. Mir erscheint der Ansatz sehr positiv und keineswegs spalterisch oder der Drang zu einer Konkurrenzveranstaltung. Ganz im Gegenteil, es ist garantiert sinnvoller und weniger sektiererisch als die meisten Postings hier.
Ich freue mich jedenfalls, dass es solche Ansätze noch gibt und es anscheinend Linke gibt, die sich einen Kopf darüber machen, wie in dieser Gesellschaft etwas bewegt werden kann, anstatt nur rumzusitzen und auf jeden draufzuschlagen der sich bewegt, sich in der eigenen Unfähigkeit zu suhlen und sich einzubilden dass es an "den anderen" liegt, die ja so Scheiße sind.
Ich wünsche dem Treffen viel Glück. Wenn von den vielen sinnvollen Versuchen, die es gibt neue Wege zu suchen, einer mal klappt, dann wird er die ewigen NörglerInnnen, Antideutschen (Nationaldeutschen), alte-Schule-Antiimps, SalonkommunistInnen, StalinistInnen, autonomen Spaßfeinde und alle protestantisch leidenden lustlosen deutschen Linken hinweg fegen!!

Seid ungehorsam gegenüber KregstreiberInnen und AusbeuterInnen!!!

Wozu die Mühe?

Verwundert 26.11.2002 - 00:04
Wollt Ihr jetzt etwa die Internet-Pöbel-Fraktion überreden zu kommen? Seid doch froh, daß die das scheisse finden! Ich habe keinen Bock mit irgendwelchen Hardcore-Dogmaten zusammen arbeiten zu müssen.

Angst

McLilo 26.11.2002 - 00:17
Hallo Ede! Ich glaube es war und ist ziemlich egal mit welchem Background Leute progressiv aktiv sind. Daher sind die Gruppen-Label Schall und Rauch. Hier geht es um Aktionen!

sorry

uwe 26.11.2002 - 00:26
Bei meinem Beitrag oben: "Fragend lernen" heißt richtig "Fragend gehen". Dabei geht es darum lernfähig zu sein. Ich sollte wohl mal wieder richtig ausschlafen...

@redpilot

Antikap 26.11.2002 - 10:34

erstens ist es ganz und gar nicht so, das die Antikaps jetzt Disobbedienti heißen und zweiten kommen die Antikaps auch nicht von Linksruck. Diese ewige Vergleicherei geht mir ziemlich auf die Nerven. Und Fakt ist: Der große Teil der Gruppe war nie bei Linksruck, aber Fakt ist auch das Ex-Linksruckler dabei sind. Na und?

also...

Anna ohne Anja 26.11.2002 - 16:46
Nur ein kurzer comment: Wir haben den Beitrag direkt nach dem Treffen geschrieben. Wir dachten, in der Kürze liegt die Würze und haben schon einiges Inhaltliches nicht ausgeführt - mit dem Hinweis, uns bitte zu ergänzen. Dass wir weder Gruppen noch Namen noch Teilnehmerzahlen reingeschrieben haben, liegt zum einen daran. Und bei mir ehrlich gesagt auch an einem gewissen Grundreflex, sowas immer erstmal nicht rumzuposaunen, schon gar nicht übers Netz. Damit sollte aber nix verheimlicht werden oder so. Und eigentlich soll das ganze ja auch transparent und offen sein, insofern ist es auch okay, dass es jetzt noch geschrieben wurde. Und an alle, die meinen, sie wüssten es besser: Okay, dann bitte macht es auch besser. Genau darum geht es uns (oder mir) nämlich nicht: Zu behaupten, dass ich jetzt wüsste wo es lang geht und alles, was andere machen dadurch falsch oder bescheuert ist. Ich wünsch also auch Knolle und co viel Erfolg bei ihren Aktionen.
Solidarität ist nicht nur ne Waffe sondern gehört für mich einfach zu linkem Selbstverständnis dazu.

lasst sie doch meckern

halodri 26.11.2002 - 18:00
Lasst doch die Leute meckern. Das sind sowieso die, die immer querschießen, egal welchen Ansatz eine/r verfolgt. Da kann mensch nichts richtig machen, weil die reine Lehre was anderes sagt. Ich sehe die Vielfalt als eine Bereicherung, ist doch gut, wenn jemand einen anderen Ansatz hat, vielleicht trifft man sich in der Mitte, oder auch nicht. Und der Ansatz über "ungehorsame" und radikale Aktionen was zu bewegen, in die Medien zu bringen, und vielleicht die Attraktivität alternativer Politik zu steigern, müsste ja eigentlich im Interesse vieler Gruppen und Zusammenhänge stehen. Nur scheint das hier bei vielen noch nicht angekommen zu sein, jede neue Idee/ Gruppierung/ Netzwerk wird gleich von all jenen beschossen, die in ihrer kleinen Ecke um ihre Pfründe bangen. Dabei können von einer gesteigerten Attraktivität linker Politik alle Gruppierungen profitieren. Gerade in einer Phase der Schwäche der Linken in Deutschland, sollten wir uns nicht gegenseitig fertig machen. Das spielt den wirklichen Gegnern in die Hände - was könnten "die" sich mehr wünschen als eine marginalisierte Linke, die immer auf sich selbst draufhaut. Also: wäre schön wenn was bei rauskommt!