disobbedienti in Berlin
Heute hat in Berlin ein erstes Vernetzungstreffen stattgefunden, an dem Leute aus verschiedenen linken Zusammenhängen teilgenommen haben. Die Idee ist, sich in einem möglichst breiten und undogmatischen Aktionsnetzwerk gegen kapitalistische Herrschaft aufzulehnen. Nach dem Vorbild der italienischen disobbedienti sollen dabei radikale Inhalte mit Formen des zivilen und sozialen Ungehorsams vermittelt werden. Ziel ist, mit kreativen Aktionen radikale Politik (wieder) attraktiv zu machen.
Für das Konzept des "Ungehorsams" stehen ursprünglich die Zapatistas und die an ihnen orientierte italienische autonome Linke. Es geht vor allem darum, den in der Gesellschaft vordergründig vorhandenen "Frieden" aufzukündigen und soziale Konflikte mit spektakulären Aktionen sichtbar zu machen. Daran haben sich einige Fragen angeschlossen, unter anderem welche Rahmenbedingungen wir in Deutschland unter Rot-Grün haben ("Anti-Kriegs-Rhetorik" Schröders), wie die Situation der Berliner Linken aussieht (Zersplitterung), wie mensch einerseits Inhalte medienwirksam inszeniert (Verhältnis zu Medien) und andererseits auch Menschen direkt erreicht etc.
Da klar ist, dass einige dieser Fragen nur in der Praxis beantwortet werden können und auch die angesprochenen Ziele nur in einem längerfristigen Prozess zu erreichen sind, haben wir uns vorgenommen, das Konzept an einem konkreten Projekt auszuprobieren. Ein Vorschlag war, am Tag X (Angriff auf den Irak) vor verschiedenen symbolischen Orten wie Botschaften, Banken etc. Protest zu zeigen, um nicht nur zu sagen, dass wir gegen den Krieg sind. Das haben ja schon eine Million Menschen in Florenz getan. Für uns geht es darum, es auch zu zeigen, zu zeigen, dass wir nicht bereit sind, diesen Krieg hinzunehmen oder einfach nur zuzusehen. Dann haben wir diskutiert, ob es nicht sinnvoller wäre, einen konkreteren Termin zu wählen, was die Planung erleichtern würde. Angesprochen wurden Termine von Kopenhagen, Davos bis München. Allerdings waren wir uns einig, in Berlin vor Ort Aktionen starten zu wollen - was uns wieder auf den Tag X brachte.
Beim nächsten Treffen wollen wir hauptsächlich über die konkrete Aktionsplanung reden. Wenn ihr das alles gut findet, kommt einfach vorbei:
Sonntag, 01.12.02 um 17 Uhr Treffpunkt vor der Krähe (HU Ostflügel), Infos Anja 0162 38 66 952
PS: Leute, wenn ihr Bedarf seht, ergänzt uns bitte.
Da klar ist, dass einige dieser Fragen nur in der Praxis beantwortet werden können und auch die angesprochenen Ziele nur in einem längerfristigen Prozess zu erreichen sind, haben wir uns vorgenommen, das Konzept an einem konkreten Projekt auszuprobieren. Ein Vorschlag war, am Tag X (Angriff auf den Irak) vor verschiedenen symbolischen Orten wie Botschaften, Banken etc. Protest zu zeigen, um nicht nur zu sagen, dass wir gegen den Krieg sind. Das haben ja schon eine Million Menschen in Florenz getan. Für uns geht es darum, es auch zu zeigen, zu zeigen, dass wir nicht bereit sind, diesen Krieg hinzunehmen oder einfach nur zuzusehen. Dann haben wir diskutiert, ob es nicht sinnvoller wäre, einen konkreteren Termin zu wählen, was die Planung erleichtern würde. Angesprochen wurden Termine von Kopenhagen, Davos bis München. Allerdings waren wir uns einig, in Berlin vor Ort Aktionen starten zu wollen - was uns wieder auf den Tag X brachte.
Beim nächsten Treffen wollen wir hauptsächlich über die konkrete Aktionsplanung reden. Wenn ihr das alles gut findet, kommt einfach vorbei:
Sonntag, 01.12.02 um 17 Uhr Treffpunkt vor der Krähe (HU Ostflügel), Infos Anja 0162 38 66 952
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Nicht nur Berlin als Ort
Hier mal ein Beispiel:
EU-Gipfel in Kopenhagen. Welches sind konkrete Auswirkungen der EU-Beschlüsse auf das Leben in Berlin und anderswo? Hartz? Repression? Kita-Schliessungen? Diese Themen sollten dann wesentlich den Inhalt der Mobilsierungen/Aktionen bestimmen. Aber natürlich immer mit Verweis auf die Ursachen (eben der EU-Gipfel, der ja auch wieder Symptom von anderem ist). Dabei sind natürlich gut recherchierte Fakten notwendig...
Bei globalen Mobilisierungen konnten sich bisher nur wenige Leute einbringen, weil ausserhalb der Linken kaum klar ist, was denn WTO oder GATS nun ganz konkret mit uns zu tun hat.
Weiter sollte natürlich klar sein, daß vielleicht sehr lange Arbeit nötig ist, bis die Sache erste Früchte trägt.
noch ein vorschlag
Rin in de Kartoffeln, raus aus de Kartoffeln
Was ist Kreativ bei Euch? Was ist radikal? Was ist undogmatisch? Was heißt breit? Und was ist für Euch antikapitalistisch? Natürlich werdet ihr mir den Ball zurückspielen und sagen, das kannst Du alles selbst entscheiden und das werden wir alle gemeinsam erarbeiten.
Kreativ wäre, erst nachzudenken und dann zu handeln. Euer Projekt hat genau den umgedrehten Ansatz. Eure Auflehnung ist nach meiner Einschätzung blinder Aktionismus, ihr produziert Kanonenfutter, Isoliertheit, Mißerfolg und Depression unter den Gruppen, die noch Links fühlen. Wir werden uns Euch jedenfalls nicht anschließen und wirklich selbst bestimmen, was wir wann und wo machen. Dazu brauchen wir kein Netzwerk, keine Krähe oder Adalbertstraße und keine Termine. Wir sind total dezentral und unabhängig, auch von Euch.
Wer nur die drei folgenden postings liest, der weiß, wie tief die deutsche Linke in der Scheiße steckt. Und ihr mit Eurem ewigen, nur weiter so, sorgt dafür, dass wir noch tiefer in den Sumpf reinreiten.
Wo ist die deutsche Linke? In Prag war sie nicht!
Nationalismus und Attac: Wehret den Anfängen!
attac und Nazis in München gemeinsam gegen US-Imperialismus?
Ideen
(denn was wäre Theorie ohne Praxis - das Anpassen auf unsere Verhältnisse dürfte wirklich äusserst schwer sein)
Vor dem oben erwähnten 20.12. (2.kommentar: hast Du Lust am So. zu kommen und das noch mal vorzustellen?)
gäbe es den 5.12.: 17.00 Uhr Arbeitsamt Charlottenstrasse (Kreuzberg): Demonstration "Stoppt Hartz & Co!" Die Route geht vom Arbeitsamt über Oranienstrasse zum Hermannplatz.
Was vielleicht auch ganz interessant wäre: www.opentheory.org könnte genutzt werden, auch dezentral, virtuell vernetzt an so einer Art "Theorie", die direkt auf unsere Verhältnisse zugeschnitten ist zu arbeiten. In den 80ern oder im Wendland die ganze Zeit gibts ja viel Erfahrung mit Ungehorsam hierzulande, die Reaktion der Staatsmacht und vor allem mit allem was zum gesellschaftlichen Kontext gehört. In Deutschland hätte das "Ungehorsam" sein eine ganz andere "Aufgabe" und eine ganz andere Stellung als in Italien.
Ideenlos
Einige Gedanken dazu
Das wichtigste Ergebnis könnte sein, Politik machen wieder attraktiv zu machen. Die immer gleichen Rituale wie Latschdemos oder Kinder-Randale bringen genauso wenig wie all die besserwisserischen Flugblätter weltfremder Hinterzimmer-Stratgegen. Ziviler und sozialer Ungehorsam ist zwar nicht neu, kann aber als zentraler Bestandteil einer neuen Bewegung viel bringen.
@ tunixgut
Tag X in Berlin/Kreuzberg
TAG X - BERLIN - KREUZBERG
18 UHR KOTTBUSSER TOR
KEIN BLUT FÜR ÖL!
Berlin Stadt des Ungehorsams!
Lasst die ewigen NörglerInnen, Antideutschen, Militanzfetischisten usw. bei Seite. Es ist wieder Zeit eine offensivere Linke Arbeit zu machen und sich zu bewegen.
Wie Karl Heinz Roth schon Anfang der 90er sagte: Es wird wieder große progressive soziale Bewegungen geben, aber nicht aufgrund sondern trotz der Linken!
Tu wat
Auch ich sehe nicht ein, wozu es für derartig harmlose Actions, wie Du sie machen willst, einer riesigen Koordinierung bedarf. wozu willst Du wissen, was ich vorhabe? Das geht Dich nichts an. Und übrigens macht doch erstmal eure ungehorsame Monsterparty und dann kommt zu uns und sagt das wars, wie können wir es weiter machen? Ich habe auch etwas dagegen, das sich alle möglichen Obermacker hinstellen und ominöse Netzwerke von 5 Leuten den Sack aufhalten, in dem ich verschwinden soll. Selbstbestimmt heißt für mich, selbst denken und selbst handeln. Erst wenn wir alle genug gehandelt haben, kann man mal darüber reden, was raus gekommen ist. Auch euer Ansatz ist noch recht nebolös. Wollt ihr etwa nur an diesem einen Tag ungehorsam sein? womöglich auf einer angemeldeten performance? das stinkt mir zusehr nach happening. ungehorsam ist man immer oder gar nicht, dazu bedarf es keiner Absprachen, sondern eines Willens und dem Mut, sich zu sich selbst zu bekennen.
Find ich cool
Daß Leute wie die Pöbel-Fraktion hier diese Sache blöd findet, weil sie a) lieber Macker-Militanz oder b) lieber nur sitzenund alles antisemitisch finden oder c) sowiso alles scheisse ist, finde ich ganz gut. Hätte keine Lust mit solchen Leuten zusammenzuarbeiten, die nur aus Prinzip auf Anti machen.
Was für Leute waren eigentlich so dabei beim ersten Treffen?
Gute Sache!
ergaenzung
hurra, der Widerstand ist da!
Anpoebeleien sind geil, denn sie foerdern die Destruktivitaet.
Selbstschutz ist genial, denn er erhaelt den Status quo aufrecht.
Hahnenkaempfe sind wichtig, denn sie staerken das Patriarchat.
Indymedia ist scheisse, denn es beschleunigt alles zusammen!
@ Writer
Zur Anmerkung weiter oben von Maxx: Daß die die Situation hier völlig anders ist als in Italien, war natürlich allen klar. Es geht jetzt eher darum herauszufinden, inwieweit sich Idee aus Italien hier für Ansätze benutzen lassen. opentheory oder dieses wiki-Tool wären daher wirklich sinnvoll.
fdsg
in europa passiert momentan genug, fürchterliche veränderungen zeichnen sich ab, die verhinderung des (notwendigen) sturzes eines diktators tausende kilometer entfernt scheint euch aber mehr zu interresieren
Themen gibts viele
Was Dich auch entlarvt: der Wunsch, die irakische Bevölkerung solle nach Jahren der Unterdrückung durch Hussein doch jetzt auch noch von der Nato den Gnadenstoß erhalten...
Arme Antideutsche
Je mehr ihr geifert und sabbert, liebe Antideutsche, Bullen und Nazis, desto mehr wissen wir, daß wir auf dem richtigen Weg sind. Schönes Leben noch!
Ein Link
tutto per tutti ? jeder für sich wohl eher ..
schau an
Wir sind alle subversive!
Es ging darum alte Mauern an Hand gemeinsamer praktischer Aktionsziele zu durchbrechen. Vielleicht entsteht ja irgendwann mal wieder ein gemeinsamer Diskurs genauso wie eine gewisse Popularität. So soll das Treffen, so wie ich das verstanden habe, auch kein weiteres langweiliges zwangsmäßig institutionalisiertes Bündnistreffen werden, sondern die Möglichkeit bieten eigene Aktionen mit anderen zu koordinieren und das Eindringen in den "medialen Raum" über das Label "Ungehorsame" ermöglichen. Verständigung mit den anderen "Ungehorsamen" ist absolut erwünscht.
Von den Zapatisten soll "Fragend lernen" gelernt werden. Genauso wie Einheit in der Verschiedenheit. Aber z.B. "Dienend befehlen" kam verständlicherweise nicht so gut an.
Es waren auch Leute da welche in der Vorbereitung der sozialen Protesttage am 19./20.12. involviert sind. Vieleicht können wir da auch für kommende Projekte irgendwann irgendwas zusammenlegen?
Zu dem antideutschen Einwand der Krieg gegen Hussein würde den Menschen im Irak nutzen: Am 9.12. war in der jW ein interessanter Artikel darüber wie in Dänemark der irakische Kriegsverbrecher General Nizar Khazraji verhaftet wurde. Eben dieser General war verantwortlich für den Giftgaseinsatz gegen das kurdische Dorf Halabja wo tausende Menschen getötet wurden. Khazraji ist der ranghöchste irakische Offizier der bisher aus dem Irak in den Westen übergelaufen ist. Ausgerechnet ihn hatten die USA im Sinn für die Anzettlung einer Revolte im irakischen Militär. Seine künftige Rolle im neuen Regime sollte von seinem Erfolg abhängen. Viele der US-Förderer handelten ihn schon als neuen Präsident! Seine Verantwortung an dem Massaker wäre den USA sicher "entfallen".
Außerdem: hätte die USA vor '89 die nicht gerade demokratische DDR bombardiert, würde ich bestimmt jetzt hier nicht sitzen und schreiben können.
Komisch
Ist das hier das deutsche Sektierertreff?
Wollt ihr linke Politik machen um euch selbst zu befriedigen oder um etwas zu verändern?
So weit ich weiß war es ein erstes Treffen zu dem verschiedene Gruppen eingeladen wurden und einige kamen. Mir erscheint der Ansatz sehr positiv und keineswegs spalterisch oder der Drang zu einer Konkurrenzveranstaltung. Ganz im Gegenteil, es ist garantiert sinnvoller und weniger sektiererisch als die meisten Postings hier.
Ich freue mich jedenfalls, dass es solche Ansätze noch gibt und es anscheinend Linke gibt, die sich einen Kopf darüber machen, wie in dieser Gesellschaft etwas bewegt werden kann, anstatt nur rumzusitzen und auf jeden draufzuschlagen der sich bewegt, sich in der eigenen Unfähigkeit zu suhlen und sich einzubilden dass es an "den anderen" liegt, die ja so Scheiße sind.
Ich wünsche dem Treffen viel Glück. Wenn von den vielen sinnvollen Versuchen, die es gibt neue Wege zu suchen, einer mal klappt, dann wird er die ewigen NörglerInnnen, Antideutschen (Nationaldeutschen), alte-Schule-Antiimps, SalonkommunistInnen, StalinistInnen, autonomen Spaßfeinde und alle protestantisch leidenden lustlosen deutschen Linken hinweg fegen!!
Seid ungehorsam gegenüber KregstreiberInnen und AusbeuterInnen!!!
Wozu die Mühe?
Angst
sorry
@redpilot
erstens ist es ganz und gar nicht so, das die Antikaps jetzt Disobbedienti heißen und zweiten kommen die Antikaps auch nicht von Linksruck. Diese ewige Vergleicherei geht mir ziemlich auf die Nerven. Und Fakt ist: Der große Teil der Gruppe war nie bei Linksruck, aber Fakt ist auch das Ex-Linksruckler dabei sind. Na und?
also...
Solidarität ist nicht nur ne Waffe sondern gehört für mich einfach zu linkem Selbstverständnis dazu.
lasst sie doch meckern