BIS ZU 50.000 IN ROM
Übersetzung eines Berichts auf indy.it. über die Demonstration in Rom (eine von vielen Demonstrationen)gegen die Repressionswelle gegen die no-global-Bewegung. War übrigens die offizielle ESF Protestveranstaltung zur Sache. Praktisch eine Spontandemo, nahmen bis zu 50.000 Leute an ihr Teil. Die Polizei gab der ungeheuren aufgelaufen Masse nach und ließ sie durch zum Regierungspalast. Die Demonstration konnte über die zunächst abgesicherte Edelmeile der Stadt nicht weniger als das Herz des Regierungsviertels erreichen, um dort zum Abschluss zu kommen. Ein großes kleines Ereignis in den Ereignissen.
Ein bedeckter Himmel und ein warmer Schirokkowind erwarten die Demonstrationsteilnehmer auf der Piazza della Repubblica. Tausendfarbige Transparente und 6000 Leute sind schon lange vor dem Demonstrationsauftakt vor Ort: die "people of the movement" gehen wenige Tage nach Florenz zurück auf die Straße.
Obwohl die letzten Aktionen der Staatsanwaltschaft von Cosenza bestrebt sind, die no globals als subversiv zu stilisieren, überqueren die Menschen, die nicht wegen der Demonstration sind den Platz, ohne zu fürchten, sich so unter die "Subversiven" zu mischen, die Geschäfte bleiben geöffnet und niemand fürchtet, sich mit einem zerschlagenen Schaufenster wiederzufinden.
Um 16,30 geht es los, bei einem heißen, windstarken Sonnenenuntergang, in Richtung der Via Cavour. Die Demonstration wächst und wächst, es kommen immer mehr Menschen hinzu, und reihen sich Hinter dem Leittransparent ein. Die Parole ist, "Die Bewegung wird nicht verhaftet. Jeder und Jede Frei. Heute findet der Sonneuntergang die innenstadt voller Sound Systems und Fahnen vor. Die Demonstration geht durch di Via Cavour und sogar die Modeboutiquen machen nicht dicht. Das Ende verlässt Piazza della Repubblica erst als die demonstration schon fast an der Via die Fori imperiali angekommen ist. Die Stimmung ist ruhig, es wird geredet, Musik gehört, man ruft Parolen die die Befreiung der inhaftierten AktivistInnen einfirdern.
Um 17,38 erreicht die Demo Piazza Venezia. Der einzige stärker polizeilich belagerte Ort, die Ordnungskräfte versperren den Zugang zur [Edelmeile] Via del Corso mit etwa Zehn gepanzerten Einsatzwagen. Die Demonstration fließt nicht ab zur Piazza Santissimi Apostoli, die überhaupt zu klein ist, um eine Demonstration aufzunehmen, die inzwischen die 50.000 Teilnehmer erreicht. Alle bleiben auf der Piazza Venezia stehen, gegenüber der Straße, die zum Regierungspalast führt. Der Platz füllt sich. Es ist dunkel. Die Sonne ist schon eine ganze Weile untergegangen, aber der Platz erscheint heller als sonst, dank der Parolen, der Chöre, der wehenden Fahnen. Das ist der bewegende Augenblick. Der Platz ist voll mit Menschen. Die Einsatzwagen öffnen sich. Die Spaliere der Ordnungskräfte stellen sich wie sie sich immer vor einer Demonstrationsspitze aufstellen auf und beginnen, zurückzuweichen. Die Demonstration betritt die [Edelmeile der Schickeria] Via del Corso des Samstagabend, auf der die Leute zwischen den berühmtesten Läden Italiens flanieren und shoppen.
Viele, die Gefühle, die sich ansammeln: die Gesichter der verdutzten shoppenden Römer, die zurückweichenden Polizeispaliere, Piazza Colonna und das Parlamentsgebäude, wie sie näher rücken.... Das Gefühl ist das eines "sich die Stadt zurück erobern" , aber die ganze Stadt, auch den Teil, der wegen der starken institutionellen Belegung unzugänglich ist, auch der Teil der Stadt, der für Touristen und reiche extra aufgemöbelt wurde. Und endlich erreicht man Piazza Colonna, die Arkaden nehmen die Farbe der Fahnen und der Transparente an, die Masse Schaut in Richtung des Regierungsgebäudes und stimmt die Parole "Siamo tutti sovversivi"-"Wir sind alle Subversiv" ein. Aber...... auch hier, die gleiche Feststellung: die Läden machen nicht dicht. Als wollten sie unterstreichen, dass es niemand gelungen ist und gelingen wird, uns als "die, die im Unrecht sind" stilisieren, wie die, die sie gerne als solche, die Verwüstungen anrichten, in Florenz gesehen hätten. Im namen der Freiheit [ Offizielles Motto der von der ESF-Organisation veranstalteten Demonstration] waren wir am Schluss 40-50.000.
Im Namen der Freiheit haben wir die römische Innenstadt voller Fahnen gesehen, die Zentren der Macht umzingelt von Transparenten und vor allem von einer großen Wärme, von viel Sozialisation, viel Lust, entschlossen zu sein und weiterzukommen. Bleiben der bedeckte Himmel, der sich inzwischen rötlich gefärbt hat, und der warme Schirokkowind der uns begleitete über Rom? Ja, aber nicht nur. Es bleibt die Freude, soviele zu sein, es bleibt die Verpflichtung, den wieder zur Freiheit zurückzuführen, der sie jetzt nicht hat, es bleibt die Erinnerung an eine Fahne mit einem A in einem Kreis auf der Piazza Colonna, es bleiben Tausend Emotionen eines besonderen Roms. Im Namen der Freiheit sind wir sicher weniger gewesen, als wir gerne gewollt hätten, aber sicher auch mehr als sie gerne hätten.
Im Namen der Freiheit.
Legrand
Obwohl die letzten Aktionen der Staatsanwaltschaft von Cosenza bestrebt sind, die no globals als subversiv zu stilisieren, überqueren die Menschen, die nicht wegen der Demonstration sind den Platz, ohne zu fürchten, sich so unter die "Subversiven" zu mischen, die Geschäfte bleiben geöffnet und niemand fürchtet, sich mit einem zerschlagenen Schaufenster wiederzufinden.
Um 16,30 geht es los, bei einem heißen, windstarken Sonnenenuntergang, in Richtung der Via Cavour. Die Demonstration wächst und wächst, es kommen immer mehr Menschen hinzu, und reihen sich Hinter dem Leittransparent ein. Die Parole ist, "Die Bewegung wird nicht verhaftet. Jeder und Jede Frei. Heute findet der Sonneuntergang die innenstadt voller Sound Systems und Fahnen vor. Die Demonstration geht durch di Via Cavour und sogar die Modeboutiquen machen nicht dicht. Das Ende verlässt Piazza della Repubblica erst als die demonstration schon fast an der Via die Fori imperiali angekommen ist. Die Stimmung ist ruhig, es wird geredet, Musik gehört, man ruft Parolen die die Befreiung der inhaftierten AktivistInnen einfirdern.
Um 17,38 erreicht die Demo Piazza Venezia. Der einzige stärker polizeilich belagerte Ort, die Ordnungskräfte versperren den Zugang zur [Edelmeile] Via del Corso mit etwa Zehn gepanzerten Einsatzwagen. Die Demonstration fließt nicht ab zur Piazza Santissimi Apostoli, die überhaupt zu klein ist, um eine Demonstration aufzunehmen, die inzwischen die 50.000 Teilnehmer erreicht. Alle bleiben auf der Piazza Venezia stehen, gegenüber der Straße, die zum Regierungspalast führt. Der Platz füllt sich. Es ist dunkel. Die Sonne ist schon eine ganze Weile untergegangen, aber der Platz erscheint heller als sonst, dank der Parolen, der Chöre, der wehenden Fahnen. Das ist der bewegende Augenblick. Der Platz ist voll mit Menschen. Die Einsatzwagen öffnen sich. Die Spaliere der Ordnungskräfte stellen sich wie sie sich immer vor einer Demonstrationsspitze aufstellen auf und beginnen, zurückzuweichen. Die Demonstration betritt die [Edelmeile der Schickeria] Via del Corso des Samstagabend, auf der die Leute zwischen den berühmtesten Läden Italiens flanieren und shoppen.
Viele, die Gefühle, die sich ansammeln: die Gesichter der verdutzten shoppenden Römer, die zurückweichenden Polizeispaliere, Piazza Colonna und das Parlamentsgebäude, wie sie näher rücken.... Das Gefühl ist das eines "sich die Stadt zurück erobern" , aber die ganze Stadt, auch den Teil, der wegen der starken institutionellen Belegung unzugänglich ist, auch der Teil der Stadt, der für Touristen und reiche extra aufgemöbelt wurde. Und endlich erreicht man Piazza Colonna, die Arkaden nehmen die Farbe der Fahnen und der Transparente an, die Masse Schaut in Richtung des Regierungsgebäudes und stimmt die Parole "Siamo tutti sovversivi"-"Wir sind alle Subversiv" ein. Aber...... auch hier, die gleiche Feststellung: die Läden machen nicht dicht. Als wollten sie unterstreichen, dass es niemand gelungen ist und gelingen wird, uns als "die, die im Unrecht sind" stilisieren, wie die, die sie gerne als solche, die Verwüstungen anrichten, in Florenz gesehen hätten. Im namen der Freiheit [ Offizielles Motto der von der ESF-Organisation veranstalteten Demonstration] waren wir am Schluss 40-50.000.
Im Namen der Freiheit haben wir die römische Innenstadt voller Fahnen gesehen, die Zentren der Macht umzingelt von Transparenten und vor allem von einer großen Wärme, von viel Sozialisation, viel Lust, entschlossen zu sein und weiterzukommen. Bleiben der bedeckte Himmel, der sich inzwischen rötlich gefärbt hat, und der warme Schirokkowind der uns begleitete über Rom? Ja, aber nicht nur. Es bleibt die Freude, soviele zu sein, es bleibt die Verpflichtung, den wieder zur Freiheit zurückzuführen, der sie jetzt nicht hat, es bleibt die Erinnerung an eine Fahne mit einem A in einem Kreis auf der Piazza Colonna, es bleiben Tausend Emotionen eines besonderen Roms. Im Namen der Freiheit sind wir sicher weniger gewesen, als wir gerne gewollt hätten, aber sicher auch mehr als sie gerne hätten.
Im Namen der Freiheit.
Legrand
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Ergänzungen
Doch eher gut 30.000
weiter so!!! sie kommen nicht durch!!!
Berlusconi am Ende?
Was zur Zeit unwahrscheinlich erscheint, ist dass sich die Bewegung von einem solchen Wechsel einfach kassieren lässt. Keine bürgerliche Regierung kommt um die wirtschaftlichen und politschen Rahmenbedingungen herum. Das hieße aber, dass die Arbeiter, die unter Berlusconi gegen seine Versuche, den Arbeitsmarkt zu "liberalisieren", gestreikt haben, dies nun plötzlich einer neuen Regierung zuliebe nicht mehr tun sollten. Sie haben schon mal stillgehalten, unter Prodi und dann D'Alema, und sie sehen jetzt, was es gebracht hat. Da ist wohl so einfach nicht mehr Ruhe im Karton zu bekommen. Ganz zu schweigen von der neuen Bewegung, denen sozialdemokratisch geführte Kriege genauso lieb sind wie solche unter Berlusconi.
Eine Gefahr besteht noch: dass sich die Neofaschisten von der AN weiter auf Kosten der Klientel von Berlusconi profilieren. Das Schlimme ist, dass die neben dem Sauhaufen von Forza Italia und Lega Nord noch als einzige sowas wie seriöse Politik darstellen können. Ein Problem, das für die AN als Verfechterin des Polizeistaats allerdings bald massiv werden könnte: Es gibt seit Genua sehr ernstzunehmende Anstrengungen, das jahrzehntealte faschistische Netzwerk in Teilen der "Ordnungskräfte" hochgehen zu lassen. Zuweilen findet man bei Indy Italia Mosaiksteinchen dieses Unternehmens, die offenbar von Insidern mit intimer Kenntnis der Apparate stammen müssen. Wenn es stimmt, was die behaupten, dürfte in nächster Zukunft eine politische Bombe platzen, die übrigens auch genau die Kreise betrifft, die die jetzigen Verhaftungen im Süden organisiert haben.
Was in diesem Zusammenhang auch sehr interessant ist: Berlusconi, der letzte Woche sein Interims-Amt als Außenminister abgegeben hat, hat im Gegenzug "zeitweilig" die Kontrolle über die Geheimdienste übernommen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Zahlen aus Italien
Firenze: 3.000 persone
Viareggio:
Perugia: 500 persone
Genova:
Napoli: 15.000
Roma: 30.000 persone
Lecce: volantinaggio
Palermo: 1.000 in corteo
Pisa: 200 sotto prefettura
Milano: 3.000 in corteo
Latina: davanti al carecere
Taranto: 4.000 in piazza
Arezzo: 200 persone
Bergamo: resoconto presidio / blocco stradale
Terni: 150 persone
Monza: resoconto
Catania: 500 persone
Seregno: 300 persone, resoconto
Auf Indy-Italy finden sich sehr viele Bilder von den Demos.