Große Demo für Bambule und gegen Schill in Hamburg
Während im Radio FSK von den Ausschreitungen der Polizei berichtet und Orte aufzählt, die wegen der Anwesenheit gewaltbereiter Staatsdiener zu meiden sind, der Versuch einen Bericht von der Demo zu schreiben.
Gegen 13 Uhr Ankunft am Hachmannplatz. Es stehen schon viele Leute rum. Kundgebung. Direkt am Bahnhof ein paar BGSler, vor Schauspielhaus 3 Wannen und auf der Brücke in Richtung Kunsthalle ein paar mehr Wannen. Alles ruhig, kein Streß, gute Stimmung. Als die Demo gegen 14 Uhr auf der angemeldeten und genehmigten Route losgehen will steht eine Polizeikette im Weg. Es heißt irgendetwas von Straftaten und Straftätern. Wasserwerfer rauschen heran und ziehen aber schnell wieder ab. Ein paar Leuchtkugeln färben den Himmel. Nach kurzen Verhandlungen darf die Demo weiter ziehen. Es geht durch St. Georg. Die Demo in Ketten, Parolen werden gerufen. Auf beiden Seiten die ganze Zeit Polizeispalier. Alles bleibt aber ruhig.
Die Demo geht am Hauptbahnhof vorbei. Der angemeldete Weg durch die Mönckebergstraße ist blockiert. Mehrere Hundertschaften Polizei in kompletter Kampfausrüstung, 4 Wasserwerfer und 2 Räumpanzer (und 3 Wasserwerfer im Hintergrund) blockieren den Weg. Die Demo biegt ohne Probleme ab und zieht am Hauptbahnhof vorbei Richtung der beiden Brücken über die Alster. Die Innenstadt war komplett abgeriegelt. Jede Straße in diese Richtung war mindestens von einer Polizeikette mit Autos, oft auch Wasserwerfer blockiert. Keine Chance für Samstagseinkäufe der Normalbevölkerung. Dazu direkt an der Demo das Spalier und im Freiraum noch einige Greiftrupps.
Die Demo geht weiter zum Stephansplatz und biegt ab Richtung Gänsemarkt. Dort vor vier Wasserwerfern und einer Polizeikette eine Zwischenkundgebung. Weiter geht´s. Jede Straße Richtung Innenstadt ist immer noch dicht. Vor der Musikhalle weitere 5 Wasserwerfer. Nur nicht in den Straßen, in denen die Demo laufen darf.
Zwischen den Gerichten durch geht es auf die Feldstraße. Die Demo darf nicht auf der Feldstraße bleiben. Sondern muß ins Karoviertel hinein. Über Glashüttenstraße und Marktstraße zu Laezsstraße. Dort findet die Abschlußkundgebung statt. Einige Leute stehen wieder auf der Feldstraße (an der U-Bahn, direkt am Eingang zum Dom), die wegen der parkenden Polizeiwagen sowieso gesperrt ist. Die Polizei drängt die Leute wieder zurück ins Karoviertel.
Hier endet alles, was ich selbst gesehen hab. Und auch vorher hab ich sicherlich nicht alles gesehen.
In den Regionalnachrichten eben war der Polizeisprecher um 17 Uhr mit dem friedlichen Verlauf der Demo zufrieden. 2000 Polizisten aus ganz Deutschland und 3100 (Polizei) bzw. 4000 (Veranstalter) Demonstranten.
Jetzt kommen einige Vermutungen, die auf´s hören von FSK fußen:
Nach Ende der Abschlußkundgebung standen noch viele Leute in den Straßen, die wohl von der Polizei ohne konkreten Anlaß zertrieben wurden. Dabei benäßte der Wasserwerfer wohl auch 'Unbeteiligte' als er in den Dom (großer Jahrmarkt) hinein spritzte. Laut Radio gab es Festnahmen und teilweise schwer Verletze. Knüppeleinsatz in der Marktstraße. Die Lage scheint unübersichtlich zu sein. Die Polizei agiert scheinbar unkoordiniert im Karoviertel, im Schanzenviertel, in Altona und drumherum. Da werden sicherlich noch andere von berichten können.
Die Demo geht am Hauptbahnhof vorbei. Der angemeldete Weg durch die Mönckebergstraße ist blockiert. Mehrere Hundertschaften Polizei in kompletter Kampfausrüstung, 4 Wasserwerfer und 2 Räumpanzer (und 3 Wasserwerfer im Hintergrund) blockieren den Weg. Die Demo biegt ohne Probleme ab und zieht am Hauptbahnhof vorbei Richtung der beiden Brücken über die Alster. Die Innenstadt war komplett abgeriegelt. Jede Straße in diese Richtung war mindestens von einer Polizeikette mit Autos, oft auch Wasserwerfer blockiert. Keine Chance für Samstagseinkäufe der Normalbevölkerung. Dazu direkt an der Demo das Spalier und im Freiraum noch einige Greiftrupps.
Die Demo geht weiter zum Stephansplatz und biegt ab Richtung Gänsemarkt. Dort vor vier Wasserwerfern und einer Polizeikette eine Zwischenkundgebung. Weiter geht´s. Jede Straße Richtung Innenstadt ist immer noch dicht. Vor der Musikhalle weitere 5 Wasserwerfer. Nur nicht in den Straßen, in denen die Demo laufen darf.
Zwischen den Gerichten durch geht es auf die Feldstraße. Die Demo darf nicht auf der Feldstraße bleiben. Sondern muß ins Karoviertel hinein. Über Glashüttenstraße und Marktstraße zu Laezsstraße. Dort findet die Abschlußkundgebung statt. Einige Leute stehen wieder auf der Feldstraße (an der U-Bahn, direkt am Eingang zum Dom), die wegen der parkenden Polizeiwagen sowieso gesperrt ist. Die Polizei drängt die Leute wieder zurück ins Karoviertel.
Hier endet alles, was ich selbst gesehen hab. Und auch vorher hab ich sicherlich nicht alles gesehen.
In den Regionalnachrichten eben war der Polizeisprecher um 17 Uhr mit dem friedlichen Verlauf der Demo zufrieden. 2000 Polizisten aus ganz Deutschland und 3100 (Polizei) bzw. 4000 (Veranstalter) Demonstranten.
Jetzt kommen einige Vermutungen, die auf´s hören von FSK fußen:
Nach Ende der Abschlußkundgebung standen noch viele Leute in den Straßen, die wohl von der Polizei ohne konkreten Anlaß zertrieben wurden. Dabei benäßte der Wasserwerfer wohl auch 'Unbeteiligte' als er in den Dom (großer Jahrmarkt) hinein spritzte. Laut Radio gab es Festnahmen und teilweise schwer Verletze. Knüppeleinsatz in der Marktstraße. Die Lage scheint unübersichtlich zu sein. Die Polizei agiert scheinbar unkoordiniert im Karoviertel, im Schanzenviertel, in Altona und drumherum. Da werden sicherlich noch andere von berichten können.
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Ergänzungen
Münchener Verhältnisse
Dazu das Bild von fiesen Cops, die jemanden festnehmen.
Für mich, der leider nicht da war, und für Leute, die die Berichterstattung der Tagesschau kennen, sah es so aus, dass grundlos die Demo angegriffen wurde, denn es hieß auch, diese sei "weitgehend friedlich" gewesen.
Es ist widerlich, wie diese Rechts-REchtsaußen-Polizeiterror-Regierung in HH langsam aber sicher Verhältnisse wie im schwarzbraunen München bzw. Bayern einführt.
Umso erfreulicher finde ich die hohe Zahl von 4000-5000 Menschen.
Für ein selbstbestimmtes Leben!
Schill vertreiben!
In der Hafenstraße stand ja mal die Parole, "wir werden noch tanzen, wenn an voscherau etc. keiner mehr denkt..."
wie wahr. dabei soll es bleiben!
Erstaunlich
"Ausschreitungen nach «Bambule»-Demonstration - Festnahmen
Unmittelbar im Anschluss an die Demonstration gegen die Räumung des Bauwagenplatzes «Bambule» ist es am Samstagabend in Hamburg zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Demonstranten und Polizisten gekommen. Randalierer schossen nach Augenzeugenberichten mit Leuchtkugeln auf die Beamten und warfen mit Steinen und Gegenständen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer ein. Mehrere Gewalttäter seien festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin.
2002-11-16 - 17:30:00"
Genau um die Zeit haben wir die Demo verlassen und da war alles noch sehr friedlich, bis darauf, dass Team Grün schon fast einen Kessel in der Feldstrasse gebildet hat. Laut FSK legten um 18:00 die Wasserwerfer ohne konkreten Anlass los. Da frägt man sich doch, welche Journalisten beim NDR so vorausschauend sein können und was das für Augenzeugen waren.
Abschlußkundgebung bis Bhf Sternschanze
Die Kette wird während dessen mit Flaschen, etc beworfen. Frage mich, wie es diesen Spielern von "Team Grün" so geht als Kanonenfutter. Durch Schlagstockeinsatz Verletzte.
Wasserwerfer und größere Mengen "Team Grün" auf der Feldstraße in Richtung Innenstadt. Anscheinend auch die eine oder andere Barri.
Abschlußkundgebung, Ende der Demo. Auflage: keine Spontandemo, entfernen in kleinen (2'er, 3'er Grüppchen). Ein Rettungswagen trifft für den Lautsprecherwagen ein.
Die Polizei rückt mit Wasserwerfern, etc vor. Einige Leute liefern sich an der Ecke Markt-/Feldstraße eine kleine "Schlacht" mit den WaWe's und den anrückenden Zügen. Der Großteil der Leute zieht sich mit den Bauwagen zurück.
"Team Grün" sieht auf die Feldstraße und bildet eine Kette vor den zurückziehenden. Zwischendurch (ohne ersichtlichen Grund) Gerangel von "Team Grün", der Schlagstock bleibt aber stecken.
Ecke Feldstraße/Neuer Pferdemarkt: "Team Grün" wieder im grossen Maßstab. Lautsprechdurchsage ("Team Grün") Abmarschrichtung Schanze - andere Richtung auch eher kein durchkommen.
Kreuzung Schanzenstraße/Schulterblatt: kleines "Lagerfeuer", ein Zug "Team Grün" zieht aus dem Schulterblatt kommend an den Leuten vorbei - Richtung Pferdemarkt. "Team Grün" selbst verbleibt (noch) eher im Bereich neuer Pferdemarkt.
Schanzenstraße hoch: aus Baustellenabsicherungen (durch die Umstrukturierung in Hülle und Fülle vorhanden) werden "Sperren" gebaut. Höhe Lagerstraße dann einige Züge "Team Grün" mit zwei WaWe's von rechts. Verbleiben aber erstmal Lagerstraße.
Bahnhof Sternschanze: Durchsage aus den Bauwagen: wir möchten jetzt parken, und dies eher alleine.
-- Cut --
Durchsage in der U-Bahn: Bahnhof Sternschanze, Feldstraße und Rathaus wg. einer Demo auf Anweisung der Polizei gesperrt. Über Telefon: Lage im Bereich Bahnhof Sternschanze nachher weiter eskaliert, "Team Grün" setzt Schlagstöcke ein, um den Haufen am Bahnhof zu vertreiben.
-- Cut 2 --
Rückblick: Die etwas Nasse, sonst aber sehr schöne Demo wurde einige Male ohne ersichtlichen Grund durch "Team Grün" aufgehalten und behindert. Nach Jahren der "Deeskalationspolitik" scheint es so, als wünschten sich einige Leute eine möglichst schnelle und schwere Eskalation.
Weitere Beobachtungen
Im (Zwischen-)Ergebnis vereinigten sich dann die beiden Demonstrationsteile vor dem U-Bahnhof wieder - allerdings getrennt von einer massiven Polizeikette (die wohl auch wieder verhindern sollte, daß die Ellis Richtung Vorwerkstraße fahren könnten) und umrahmt von mehreren Hundertschaften; diese machten sich auch unter den schaulustigen und von ihnen weggerempelten Dom-BesucherInnen nicht wirklich Freunde. Die Situation begann ziemlich ungemütlich zu werden. Recht bald darauf muß das Ganze dann eskaliert sein, aber darüber mögen andere berichten.
schlaue Polizei
Tritte tun auch cops weh
Bahnhof Feldstraße
Zusätzlich wurden noch zahlreiche DemontrantInnen und Unbeteiligte auf den Bahnhof gejagt, bis wir unter Aufsicht endlich in die U-Bahn einsteigen durften.
Hamburg, was ist aus Dir geworden...
krass fand ich es am bhf. sternschanze
Solidaritätsaktion in Köln
Solidaritätsdemo 3 Stunden durch die Kölner Innenstadt.Wie in Hamburg sind auch zwei Wagenplätze in Köln noch diesen Winter, im Zuge des "Innenstadtsäuberungsprogramms", von Räumung bedroht.Seid wachsam und laßt euch nicht unterkriegen.....wem gehört die welt!
Gegen die Hetze
Es sah alles so aus als wären die Bullen (Der Senat) sehr an einer Eskalation interessiert.
dem wildgwordenen senat und seinen schergen..
ZUR DEMO AM STADION...WIR WERDEN IMMER MEHR!
SCHILL UND SCHILLY LAW AND ORDER UNSERE ANTWORT WIDERSTAND!!!
@Bob
Das zeugt von Unkenntnis über die Verhältnisse.
Zum einen sind Bullen == Menschen (wie Du vermutlich auch) und zum anderen hat die Polizei herzlich wenig mit dem Senat zu tun! Stichwort: "Gewaltenteilung".
Also, der Comment war ne glatte sechs.
Erst denken, Andre...
Wenn hier Noten verteilt würden (was ich nciht sehr libertär fände), dann würdest dein Kommentar aus den Rahmen sprengen und müßte mit 7 bewertet werden ("extrem daneben").
@ist egal
Schlagstock
unmäßigkeit reicht hier nicht
ein paar fotos unter
zu Schlagstock von Altlinker
@Altlinker
@all
1.schreibt hier nachrichten denn dies ist ein nachrichtenportal
2.geht lieber wieder alle auf demos und entwickelt einen gemeinsamen widerstand statt euch hier anzustänkern...dann machen die demos so wie heute wieder spaß...
soviele leute waren in hamburg bei einer linksradikalen demo schon lange nicht mehr auf der straße,wenn auch vielen noch die erfahrung gefehlt hat (wie schön) und soviele "alte" gesichter würd ich auch gern wieder öfters sehn...z.b. montag (siehe oben)
3.VIVA BAMBULE-DIE STADT GEHÖRT ALLEN!
altlinker 17
kein aufruf zur gewalt, aber zur Durchsetzung der eigenen rechte und einer kleinen Utopie,oder , only sheepps need a leader
und tschüss
äh...
DOKUMENTATION!
stichwort gewaltenverschränkung
und sie sind nicht wie ich, sonst wärn sie keine bullen geworden. der putz war seit je geächtet, war nie irgendwo wirklich erwünscht. warum sollte das auch anders sein. sie sind es schliesslich die da stehen und auf leute einprügeln, die leute nassspritzen(will mal wissen wieviele da jetzt krank werden). "dreh dich nicht um, der putz geht um!" ist aktueller denn je.
der senat hat wohl offensichtlich etwas mit den gewalttaten der polizei zu tun.
@Altlinker (=Neurechter?)
Leicht verwirrt
weiter kämpfen....
widerstand gegen law ans order
gegen schill und schilly
kommt alle am montag wieder- nach dem st.pauli spiel
wir werden noch tanzen wenn auch an schill schon keiner mehr denkt
fight for your rights
Der hat aber anfangen
Es waren Gewaltbereite (wie man so schön sagt) auf der Demo und das wussten ALLE. Und was denken die Bullen was passiert, wenn sie ca. 500 Leute nicht zum Rest der Demo (Die nur 5 m auf der anderen Seite der Bullensperre war) durchlassen? Die Bullen wurden weggeschubst,geprügelt, was weiß ich. Und dann, direkt nach der kleinen Abschluss Kundgebung, kamen WaWe's Hundertschaften, Steine&Flaschen flogen Barris wurden errichtet, usw.. Die Gewalt ging vielleicht nicht klar von der Polizei aus aber sie war auf jeden Fall gewollt!!!
Mal kurz in die Runde gefragt...
Ist das der Öffentlichkeit überhaupt bekannt (und bewußt)?
Als einfacher Bürger fühle ich mich jedenfalls von diesen Uniformierten eher bedroht als beschützt. Und das ist sicherlich nicht der -auch von mir- erteilte Arbeitsauftrag an eine deutsche Exekutivgewalt. Vielleicht eher der Anfang vom Ende unserer Freiheit.
HUFU
Anonymus : Ey ´HUFU....
Solidarische Kritik
Zunächst mal haben wir die Demo als erfreulich groß, sehr kraftvoll, meist mit guter, motivierender Stimmung und mit vielen inhaltlich guten Parolen wahrgenommen.
Nun zu unserer Kritik:
1)Auftaktkundgebung
Die Auftaktkundgebung war -gerade auch angesichts des Wetters- zu lang( und leider auch zu leise!);das wirkte anstrengend und eher demotivierend.
Lieber mehr kleine Zwischenkundgebungen, bzw. Reden während der Demo, damit erreichen wir auch die AnwohnerInnen und PassantInnen noch mehr, und können sie über bloße Sprechchöre hinaus informieren; gerade an der Ecke Hauptbahnhof/ Mönckebergstr. wäre das nötig gewesen.
2)"Kettten bilden!"
Es war die ganze Demo über sehr anstrengend, ständig auf die Notwenigkeit von Ketten hinzuweisen, und damit allzuoft auch noch auf totales Unverständniss zu treffen.
Leider ist schon seit Jahren immer wieder zu merken,
dass das Bewusstsein, wozu Ketten überhaupt gut sind, nämlich ausschließlich zu UNSEREM SCHUTZ, teilweise gar nicht mehr vorhanden ist. Durch Ketten schützen wir uns davor, dass die Polizei einzelne aus der Demo rauszieht, die Demo als ganzes angreift, Lautis rausholt u.ä., bzw. wir machen es ihr zumindest schwerer. Außerdem bleiben wir so in unseren Bezugsgruppen zusammen und verlieren uns nicht, was bei vereinzeltem Gehen und v.a. Laufen sonst immer wieder passiert.
Leuten, die nicht in Ketten gehen behindern solche, die es gerne tun wollen was einfach nur tierisch anstrengend und aufreibend und auch schlicht unsolidarisch ist.
Dadurch wurde es der Polizei von uns unnötig erleichtert, immer wieder zu provozieren.
Dies ist seit Jahren so, und dass ist ein Zustand, mit dem wir umgen müssen.
Wichtig wäre ein ERKLÄRENDER Beitrag auf der Auftaktkundgebung hierzu und kontinuierliche Wiederholungen während der Demo, die über ein "Bildet Ketten." hinaus gehen
Wichtig wäre außerdem, von Anfang an darauf hinzuweisen, auf was wir uns einstellen müssen, dass die Wagen geschützt werden müssen etc.(Leider kamen wir etwas zu
spät zur Kundgebung- über Aufklärung sind wir hier dankbar!)
3)"Team Grün und Karo-Lokalpatriotismus"
Wir fanden die andauernde Verniedlichung der Polizei als "Team Grün" schlicht verniedlichend und falsch und auch nicht gerade witzig, angesichts der enormen Repression, die (nicht nur) gestern von der Polizei gegen uns eingesetzt wurde.
Den Karolokalpatriotismus a la "Wir sind wider zu Hause" und "Karo bleibt in unserer Hand" fanden wir ebenso daneben und uns ist schleierhaft, was es bedeuten soll, das Karo bliebe in unserer Hand, schließlich handelt es sich hier um einen Stadtteil einer Stadt in einem Land mit kapitalistischem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem.
Kritik an der Kritik
Alle zusammen gegen die da oben
A
Solidarische Kritik [Ganz]
Zunächst mal haben wir die Demo als erfreulich groß, sehr kraftvoll, meist mit guter, motivierender Stimmung und mit vielen inhaltlich guten Parolen wahrgenommen.
Nun zu unserer Kritik:
1)Auftaktkundgebung
Die Auftaktkundgebung war - gerade auch angesichts des Wetters - zu lang (und leider auch zu leise!); das wirkte anstrengend und eher demotivierend.
Lieber mehr kleine Zwischenkundgebungen, bzw. Reden während der Demo, damit erreichen wir auch die AnwohnerInnen und PassantInnen noch mehr, und können sie über bloße Sprechchöre hinaus informieren; gerade an der Ecke Hauptbahnhof/Mönckebergstr. wäre das nötig gewesen.
2)"Kettten bilden!"
Es war die ganze Demo über sehr anstrengend, ständig auf die Notwenigkeit von Ketten hinzuweisen, und damit allzuoft auch noch auf totales Unverständniss zu treffen.
Leider ist schon seit Jahren immer wieder zu merken,
dass das Bewusstsein, wozu Ketten überhaupt gut sind, nämlich ausschließlich zu UNSEREM SCHUTZ, teilweise gar nicht mehr vorhanden ist. Durch Ketten schützen wir uns davor, dass die Polizei einzelne aus der Demo rauszieht, die Demo als ganzes angreift, Lautis rausholt u.ä., bzw. wir machen es ihr zumindest schwerer. Außerdem bleiben wir so in unseren Bezugsgruppen zusammen und verlieren uns nicht, was bei vereinzeltem Gehen und v.a. Laufen sonst immer wieder passiert.
Leuten, die nicht in Ketten gehen behindern solche, die es gerne tun wollen was einfach nur tierisch anstrengend und aufreibend und auch schlicht unsolidarisch ist.
Dadurch wurde es der Polizei von uns unnötig erleichtert, immer wieder zu provozieren.
Dies ist seit Jahren so, und dass ist ein Zustand, mit dem wir umgehen müssen.
Wichtig wäre ein ERKLÄRENDER Beitrag auf der Auftaktkundgebung hierzu und kontinuierliche Wiederholungen während der Demo, die über ein "Bildet Ketten." hinaus gehen
Wichtig wäre außerdem, von Anfang an darauf hinzuweisen, auf was wir uns einstellen müssen, dass die Wagen geschützt werden müssen etc. (Leider kamen wir etwas zu
spät zur Kundgebung - über Aufklärung sind wir hier dankbar!)
3)"Team Grün und Karo-Lokalpatriotismus"
Wir fanden die andauernde Verniedlichung der Polizei als "Team Grün" schlicht verniedlichend und falsch und auch nicht gerade witzig, angesichts der enormen Repression, die (nicht nur) gestern von der Polizei gegen uns eingesetzt wurde.
Den Karolokalpatriotismus a la "Wir sind wieder zu Hause" und "Karo bleibt in unserer Hand" fanden wir ebenso daneben und uns ist schleierhaft, was es bedeuten soll, das Karo bliebe in unserer Hand, schließlich handelt es sich hier um einen Stadtteil einer Stadt in einem Land mit kapitalistischem Wirtschafts- und Gesellschaftssystem, unabhängig davon, ob wir da nun wohnen oder nicht...
Natürlich ist uns auch klar, dass es bestimmte Freiräume, von uns erkämft, gibt, die wir uns erhalten wollen, diese komische "wir im Viertel"-Stimmung - angesichts der zunehmenden Yuppiesierung und ebenso der Tatsache, dass die kapitalistische Realität mit all ihrem Scheiß nicht vor den Toren der Schanze haltmacht - finden wir unangebracht.
4)"Die Bullen scheinen sich zurückzuziehen!" oder Kritik am Lautsprecher Wagen "Möbel"
Wir wissen nicht, vermuten aber, dass dieser Lautiwagen mit (Teilen) der Demoleitung identisch war.
Die zunächst "bloß" von Verniedlichungen und Lokalpatriotismus geprägten Kommentare des Lautiwagens Möbel (s.o.), haben wir ab dem erzwungenem Halt Dom-Eingang/U-Feldstraße als regelrechte Desinformationspolitik empfunden. Es war für Menschen, die nicht Teil der Demoleitung waren nicht nachzuvollziehen, in was für einer Situation wir uns befanden, was sollte mit den Wagen passieren, was mit der Demo? Die Einschätzungen zur Polizei waren zum Teil naiv ("Die Bullen scheinen sich zurückzuziehen" u.a.).
Die vorderen 2 Wagen standen fast völlig ungeschützt, obwohl doch gerade kurz zuvor von der Polizei versucht worden war, sie zu isolieren.
Über die folgenden 1 1/2 Stunden, versuchten wir, sie deshalb zumindest jetzt so gut es ging zu schützen("begleiten" passt schon eher...) und fühlten und dabei vom erwähnten Lautiwagen - gelinde gesagt - völlig alleingelassen. Wir haben immer wieder und wieder gebeten, per Lautiwagen durchzugeben, dass sich Leute am Schutz der Wagen beteiligen sollen , da wir da teilweise fast allein standen und wurden damit entweder ignoriert oder für blöd verkauft ("ja ,gleich..."). Schließlich verließ auch einer der Wagen die Demo, ohne dass mensch wusste, warum.
Wir fühlen uns deshalb verarscht und instrumentalisiert, schließlich wäre es für die Polizei ein leichtes gewesen, uns, die wir da völlig allein standen abzugreifen. Es ist eine oft genug von den Bullen zerstörte Illusion (nicht zuletzt auch gestern), dass wir "wenn was passiert schon reagieren können" - können wir nicht, dann ist es nämlich vielleicht zu spät.
Erst spät waren dann zumindest auf der rechten Seite der Wagen wieder Menschen. Den Umgang des Lautiwagens fanden wir völlig undemokratisch, Entscheidungsprozesse unsichtbar und das Spielen von Musik anstelle der Durchgabe von Informationen (Abba statt Infos) nervtötend , am brisantesten kam dies beim Wasserwerfereinsatz zum Ausdruck.
Als die Demo dann wieder losging, war es völlig unklar, wohin sie sich bewegen konnte/sollte, es wurde nicht klar, ob die Demo mittlerweile aufgelöst war. Auf unseren Vorschlag hin, die Demo bis vor die U/S- Sternschanze zu machen (um von da aus dann gut wegkommen zu können) und dies auch per Lauti durchzugeben, wurden wir erneut ignoriert.
Hier haben wir die Demo dann verlassen.
5)
Party oder Politik?!?
Alk: Es war echt zum Kotzen, wie (von einigen wenigen von Anfang an) aber zunehmend zur späteren (und brisanteren) Stunde von einer Reihe von DemoteilnehmerInnen Alkohohl konsumiert wurde.
Braucht mensch hier wirklich (wieder) Grundsatzvorträge zu halten, dass das einfach nur scheiße und grob unsolidarisch allen anderen gegenüber ist???
Vor allem nachdem sich die Demo vom Domeingang/U-Feldstraße Richtung Schanzenstern bewegte, waren in der Rest-Demo soviele Alkoholisierte, dass eine Stimmung HERRschte, die uns zunehmend davon abhielt, die Léute darauf anzusprechen.
Auch Alk sollte also wohl wieder in der Auftaktkundgebung und während der Demo thematisiert werden.
So, das wars an Kritik.
(Trotzdem) :Solidarische Grüße an alle, die da waren, und durch Vorbereitung, Organisation und besonnenes Verhalten
auf der Demo selbst dafür gesorgt haben, dass die Demo ein Erfolg wird.
Besser spät als gar nicht
Die Polizei begann mit einer Kette den Wagen und rund 150 Demonstranten vom Hauptzug zu isolieren. Kurz darauf wurden auch die zwei Wagen im hinteren Bereich von Polizisten umzingelt. Die Polizei bezog mit rund 70 Beamten auf dem Schlachthof Stellung und viele der Isolierten befürchteten in einen Kessel zu geraten. Die Polizisten wurden merhfach aufgefordert ihr unrechtliches Verhalten zu unterlassen und die Kette aufzulösen. Die erste Dose flog und es kam zu Rangeleien und einigen verletzten Demonstranten, woraufhin der Druck zunahm und die Polizei die Kette auflösen mußte. Kurz vor 18 Uhr wurde das Ende der ursprünglich bis 2200 Uhr angemeldeten Demonstration ausgerufen und die Polizei forderte via Demoleitung alle Anwesenden auf sich in kleineren Gruppen von 3 bis 4 Personen in alle Richtungen zu zerstreuen. Das dauert bei mehreren Tausen Leuten schon so seine Zeit, zumal auf dem Dom zu dem Zeitpunkt höchstbetrieb herrschte und Busse, sowie die U-Bahn keinen Zugang mehr zu dem Gebiet hatten. Schon zehn Minuten später sammelte sich ein Großaufgebot der Polizei auf der Cityseite der Feldstraße. Rund 150 Polizisten und 2 Wasserwerfer begannen alle Anwesenden sanft, wie unsanft Richtung verbliebener Demonstranten zu geleiten. 50 Meter vor dem Haupteingang des Doms kam der Trupp zum Stillstand. Nach einmaliger Aufforderung unter Androhung von Gewalt den Platz zu räumen gingen die Wasserwerfer keine zwei Minuten später los. Viele Menschen stürmten in Panik davon. Einige schmissen Steine und zogen zwei Absperrungen den Wasserwerfern entgegen. Die Polizei forderte die unbeteiligten Menschen auf sich Richtung Neuer Pferdermarkt zurückziehen. Wo das war wußten natürlich nur die Einheimischen. Im Bahnhof wurden die Gatter heruntergelassen. Die Steine flogen aus einer Gruppe von rund 20-30 Vermummten. Es gab einige Festnahmen durch als Demonstranten getarnte Zivlipolizisten. Die Polizei stürmte plötzlich mit 80 Einsatzkräften hinter den sich zurückziehenden Menschen in die Marktstraße her. Kurz darauf wurden auch die Menschen vom Bahnhofsvorplatz vertrieben. Die Gatter wurden wieder geöffnet und alle Anwesenden sollten sich entfernen. Es blieb nur der Pferdemarkt übrig. Die Jet-Tankstelle wurde geräumt. Das war ungefähr um 19 Uhr.
In die Schanzenstraße Richtung Bahnhof hatte sich ein Großteil der Demonstranten zurückgezogen. Dort waren drei Barrikaden aus Müllcontainern und Bauabsperrungen errichtet worden, eine davon brannte. Bezeichnend ist, daß das Feuer von einem Kneipier gelöscht wurde, der nach seinen Angaben schon vor 30 Minuten die Feuerwehr gerufen hatte. Es waren mindestens 4 Beamte mit Feuerlöschern auf dem Rücken vorort. Allein zwei davon in der Schanzenstraße. Die Barrikaden wurden geräumt und hunderte von Polizisten eilten Richtung Schanzenbahnhof. Was sich dort und auch in der Lagerstraße abspielte ist mir nicht bekannt. Die Schanzenstraße wurde von der Polizei noch viele Stunden als Hauptverkehrsader genutzt und mehrfach waren laufende Polizeitrupps zu sehen, aus denen heraus einige Polizisten (wenn Mann/Frau nicht schnell genug im Hauseingang verschwand) im vorbeilaufen von ihren Knüppeln kurzen Gebrauch machten.