ESF in Florenz: Provocatione!
In vielen Artikeln zum ESF wurde das kunterbunte Wirrwarr, die "Multitude" der in Florenz versammelten linken Strömungen herausgestellt. Dieser Beitrag hat den wohlwollenden Berichten, die das Feeling in und um die "Fortezza" gut dokumentierten, nichts hinzuzufügen, sondern konzentriert sich auf einige - für den Verfasser allzu deutlich hervortretenden - zentrale Schattenseiten und Schwächen der sich formierenden "neuen europäischen Linken"
Provocatione! So bezeichnete ein ergrauter langhaariger hippiesqer Politaktivist seine Aktion am Samstag, den 9.11 auf der Demo in Florenz: Weit vor der Demospitze, wo Carabinieri in einsatzbereiter Stellung ausharrten, nahm dieser eine heldenhafte Pose ein und stellte sich vor den Polizeiblock - sehr zur Freude der anwesenden Presse. In der einen Hand hielt er eine Anarchy-Fahne, in der anderen ein Schild, auf dem etwas in italienisch stand, das mit USA und Israel zu tun hatte. Es hatte schon etwas eigenartiges an sich - die Polizisten fanden die Aktion eher amüsant, und der Aktivist wirkte wie ein General, der den blauen Block Richtung Revolution zu führen beabsichtigt. Einzig ein - offenbar deutschsprachigen Gefilden entstammender - Demoteilnehmer störte die Idylle: "So you think all Jews are Nazis?" empörte er sich. Und den fragenden Blicken der Journalisten entgegnend: "Look at his back". Und tatsächlich, auf der Rückseite seines Pullis hatte der Genosse eine Gleichung aufgestellt: SHARON=[Judenstern]=[Hakenkreuz]. Der Empörte fragte noch empörter: "Why don't you fight fascism in your own country, why not fight Berlusconi?".
Und das erzähle ich deshalb, weil er mir mit diesem Satz schon irgendwie aus der Seele gesprochen hat. Warum fangen wir, die in Florenz versammelten europäischen Linken, nicht vor der Haustür an? Liegt das vermeintliche Böse denn wirklich immer so weit weg? Wahrscheinlich hätte ein weiteres Gespräch mit dem kühnen Revolutionär eine längere "Gleichung des Bösen" ergeben, die in etwa so ausgesehen hätte:
Kapitalismus=Imperialismus=Krieg=Bush=Sharon=Böse=Israel=Juden=Nazis=die anderen, weit weg
Und die Gegenbewegung? Die ist natürlich für
Antikapitalismus=Antimperialismus=Friede=Arafat=Fatah=Palästina=solidarisches Europa=Linke=wir, die guten, hier
Das Problem, das sich an der Gegenüberstellung solcher "Gleichungen" zeigt, ist meiner Meinung nach, daß die Kritik an den Verhältnissen allzu schnell in die Ferne gerichtet wird (und mit räumlicher Entfernung assoziiert wird) anstatt vor Ort anzusetzen. So erschien Europa in vielen auf dem ESF anzutreffenden Diskursen oft eher als positiv besetzer, einigender Faktor, während die USA und Israel als Projektionsfläche antiimperialistischer Kritik herhalten mußten, gerade so als gäbe es keinen europäischen Imperialismus.
Zu der räumlichen Entfernung und dem damit verbundenen Informationsstand paßt ein schwarz/weißes Israel/Palästinabild: Auf der Großveranstaltung zu Palästina in der Fortezza wurde die Intifada als "die eine Befreiungsbewegung der Palästinenser" bezeichnet. Die Frau des inhaftierten Fatah-Chefs bekam lange anhaltenden Beifall, er selbst wurde als Held gefeiert. Hoffnungen, daß ein entstehender palästinensischer Staat sozialistisch werde, wurden nicht angezweifelt, und die Leiden des palästinensichen Volkes wiederholt als die schlimmsten in der Geschichte der Menschheit bezeichnet. Zwar wurden von einem Redner auch die jüdisch-israelischen Opfer beklagt, doch Schuld sei Sharon. Differenziert wurde weiter nicht, sondern Sharon als abgrundtief schlechter, allein verantwortlicher Anführer eines Schurkenstaates gezeichnet.
Schaut man sich Bilder von der Demo oder von dem bunten Treiben in der Fortezza an, so hat es den Anschein, als hätten sich palästinensische Fahne und Palituch zum Integrationsmerkmal der neuen europäischen Linken entwickelt. Aber wieso ist dieser Nahostkonflikt ein so zentrales Thema, daß er neben dem anderen kleinsten gemeinsamen Nenner, der Ablehnung eines Angriffskrieges auf den Irak, Themen wie Globalisierung, innere Sicherheit etc. bei weitem an Popularität einholt?
Eine böse Vermutung: Es ist reizvoller, gegen die Regierungen in den USA und Israel auf die Straße zu gehen, als Farbe gegenüber Berlusconi, Fischer, Schily, Blair und Co. zu bekennen. Denn es ist konformistischer. Die Bösen sind weiter weg, und wir projizieren die verhaßten Verhältnisse einfach auf Einzelpersonen wie Bush oder Sharon, die so zu Fetischen des Bösen stilisiert werden. Doch glaubt wirklich jemand, Berlusoni und Co. stören sich an einer Intifada-solidarischen Massenkundgebung? Wie wär's denn, wenn 500.000 gegen Berlusconi auf die Straße gingen und seine Absetzung fordern? Wäre das nicht mutiger? Und wenn wir es nicht tun, wer dann?
Und das erzähle ich deshalb, weil er mir mit diesem Satz schon irgendwie aus der Seele gesprochen hat. Warum fangen wir, die in Florenz versammelten europäischen Linken, nicht vor der Haustür an? Liegt das vermeintliche Böse denn wirklich immer so weit weg? Wahrscheinlich hätte ein weiteres Gespräch mit dem kühnen Revolutionär eine längere "Gleichung des Bösen" ergeben, die in etwa so ausgesehen hätte:
Kapitalismus=Imperialismus=Krieg=Bush=Sharon=Böse=Israel=Juden=Nazis=die anderen, weit weg
Und die Gegenbewegung? Die ist natürlich für
Antikapitalismus=Antimperialismus=Friede=Arafat=Fatah=Palästina=solidarisches Europa=Linke=wir, die guten, hier
Das Problem, das sich an der Gegenüberstellung solcher "Gleichungen" zeigt, ist meiner Meinung nach, daß die Kritik an den Verhältnissen allzu schnell in die Ferne gerichtet wird (und mit räumlicher Entfernung assoziiert wird) anstatt vor Ort anzusetzen. So erschien Europa in vielen auf dem ESF anzutreffenden Diskursen oft eher als positiv besetzer, einigender Faktor, während die USA und Israel als Projektionsfläche antiimperialistischer Kritik herhalten mußten, gerade so als gäbe es keinen europäischen Imperialismus.
Zu der räumlichen Entfernung und dem damit verbundenen Informationsstand paßt ein schwarz/weißes Israel/Palästinabild: Auf der Großveranstaltung zu Palästina in der Fortezza wurde die Intifada als "die eine Befreiungsbewegung der Palästinenser" bezeichnet. Die Frau des inhaftierten Fatah-Chefs bekam lange anhaltenden Beifall, er selbst wurde als Held gefeiert. Hoffnungen, daß ein entstehender palästinensischer Staat sozialistisch werde, wurden nicht angezweifelt, und die Leiden des palästinensichen Volkes wiederholt als die schlimmsten in der Geschichte der Menschheit bezeichnet. Zwar wurden von einem Redner auch die jüdisch-israelischen Opfer beklagt, doch Schuld sei Sharon. Differenziert wurde weiter nicht, sondern Sharon als abgrundtief schlechter, allein verantwortlicher Anführer eines Schurkenstaates gezeichnet.
Schaut man sich Bilder von der Demo oder von dem bunten Treiben in der Fortezza an, so hat es den Anschein, als hätten sich palästinensische Fahne und Palituch zum Integrationsmerkmal der neuen europäischen Linken entwickelt. Aber wieso ist dieser Nahostkonflikt ein so zentrales Thema, daß er neben dem anderen kleinsten gemeinsamen Nenner, der Ablehnung eines Angriffskrieges auf den Irak, Themen wie Globalisierung, innere Sicherheit etc. bei weitem an Popularität einholt?
Eine böse Vermutung: Es ist reizvoller, gegen die Regierungen in den USA und Israel auf die Straße zu gehen, als Farbe gegenüber Berlusconi, Fischer, Schily, Blair und Co. zu bekennen. Denn es ist konformistischer. Die Bösen sind weiter weg, und wir projizieren die verhaßten Verhältnisse einfach auf Einzelpersonen wie Bush oder Sharon, die so zu Fetischen des Bösen stilisiert werden. Doch glaubt wirklich jemand, Berlusoni und Co. stören sich an einer Intifada-solidarischen Massenkundgebung? Wie wär's denn, wenn 500.000 gegen Berlusconi auf die Straße gingen und seine Absetzung fordern? Wäre das nicht mutiger? Und wenn wir es nicht tun, wer dann?
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
...oder Clement...
que se vayan todos!
Bloßweil wir Berlusconi Schily usw. haben
hast du mal
tragen? italien ist nicht deutschland, und die deutsche linke ist nicht der bauchnabel der bewegungen.
Wer nur einen Hammer hat
Übrigens: Provocazione schreibt sich mit "z" - wahrscheinlich hast du vom Rest von dem, was in Italien vorgeht, ebensoviel verstanden.
"Die sollen mal gegen Berlusconi demonstrieren" - lächerlich. Dann informier dich mal.
blöde provokation!
1) warum versuchst du anhand eines beispiels eine bestimmte tendenz zu verallgemeinern? hast du vielleicht auch den gemeinsamen block der palästinensischen und jüdischen gemeinde nicht gesehen, die zusammen eine ende der okkupation forderten?
2) was ist falsch daran, die intifada als befreiungskampf zu bezeichen - übersetzt hießt das ungefähr soviel wie 'abschütteln' und meint sowas ähnliches wie befreiung. abgesehen davon richtet sich die derzeitige intifada nicht nur gegen die israelische besatzung, sondern auch gegen die politik der autonomiebehörde.
3) was ist falsch daran, als rechten politiker und militaristen zu bezeichnen, der ein zentrales hindernis für einen frieden darstellt. erst in dieser woche hat er ein waffenstillstandabkommen von hamas und fatah mit der ankündigung beantwortung, trotzdem an der exekutionspolitik gegenüber kadern der palästinensischen gruppen festzuhalten.
4) wie kommst du darauf, die bewegung, die sich zum esf versammelte würde den einfachen weg gegen 'äußere feinde wählen'? hast du dir das programm des esf angesehen - da ging es vor allem um europäische politik von wasser, enegrie bis hin zu transportsystemen, von bildungspolitik und sozialen sicherungssystemen bis hin zur europäischen militarisiserung... abgesehen davon ist es inzwischen ja auch nicht mehr einfach, zwischen innen und aussen zu unterscheiden.
5)und ausgerechnet für italien stimmt es ja nun überhaupt nicht, dass sich die bewegung lieber um internationale politik, als um die eigenen herrschenden kümmern würde... die größten demonstration des letzten jahres ware solche gegen die sozial- und arbeitsmarktpolitik der regierung sowie gegen die ermächtigungstendenzen in berlusconis verfassungsvorschlägen.
einfach nur die ständig reproduzierten weisheiten des blätterwaldes von jungleworld, konkret und anderen auf andere verhältnisse anzuwinden ist nicht nur dumm, sondern auch chauvinistisch. die brd-linke ist nicht der nabel der welt und ihre diskussionen sind zum glück im globalen maßstab unbedeutend!
Der Typ war echt psycho...
Zur letzten Frage: Ich hab es eigentlich so verstanden, daß die Demo hauptsächlich gegen Berlusconi und seine Bande ging, sowie gegen kapitalismus generell. Müsstst Du eigentlich auch mitbekommen haben, wenn Du da warst.
Zum Autor
Entlarvend
Tss... verstehe einer diese deutschen Kommies...
Tut mir leid...
Ich habe mich dafür entschieden, meinen Beitrag so kurz wie möglich zu halten (Im Sinne der Lesbarkeit), und das Ganze ist - wie in oben angekündigt - nur ein Addendum über dieses mir nicht ganz unwichtige Thema. Nein, das Sozialforum war kein Festival der Antisemiten. So auskotzmäßig sollte das gar nicht rüberkommen; für erwähnenswert halte ich die angesprochenen Dinge allerdings schon.
Der Typ war tatsächlich eine Ausnahme - jedoch ging das auf der Palästinaveranstaltung Gesagte in eine ähnliche Richtung. Denn wenn das palästinensische Volk dasjenige sein soll, was in der Geschichte der Menscheit am meisten zu leiden hatte, und Sharon allein Schuld ist, dann muß das fehlende Puzzlestück doch sein: Sharon ist der grausamste Mensch überhaupt. Soweit von Hitler entfernt?
Das interessante an der Eingangsanekdote ist dennoch eher die Reaktion des besagten Teilnehmers - die mir deshalb auffiel, weil bei der vorangegangenen Palästina-Veranstaltung keinerlei Kritik oder Differenzierung stattfand. Sharon ist der böse - und die Fatah über alle Zweifel erhaben. Daß - natürlich - die Palästina-Solidarität nicht das einzige Thema der Demo war, ist naheliegend - dennoch fand ich die Präsenz der entsprechenden Fahne recht dominierend, gerade im Verhältnis zur Themenvielfalt der angebotenen Workshops. Ich habe wie gesagt eingangs die verschiedenen ausführlichen Berichte zum ESF erwähnt und ich stimme weitgehend mit der bisherigen deutschen Indymedia-Berichterstattung überein. Nur der von mir behandelte Punkt kam so noch nicht zur Sprache, es sei denn, ich hätte da was übersehen.
Zum Thema "Deutsche Debatte ist nicht der Nabel der Welt": Das ist richtig und auch gut so. Weniger gut finde ich das andere Extrem, dieser Diskussion keinerlei Bedeutung beizumessen. Ich finde es erstaunlich, wenn Antisemitismusdebatten hierzulande inzwischen prägend für viele linke Gruppen und Medien geworden sind, aber auf einer der ESF-Veranstaltungen offenbar nicht einmal ansatzweise Bewußtsein über diese Zusammenhänge besteht. Ich finde eine Palästinasolidarität wichtig (die ich grundsätzlich unterstütze!), wenn sie nicht die Nähe zu gewissen Positionen sucht. Ich erinnere mich noch, wie die deutsche Übersetzerin eine problematische Stelle elegant löste ("erbarmungsloser Zerstörungskrieg" - klingt bekannt?)
Was die weniger dämliche Palästinasolidarität angeht: Mir geht es nicht um eine Beurteilung der italienischen Linken, sondern um das Sozialforum. Gut in Erinnerung ist mir noch der Buchstand von Pluto Press (Soweit ich weiß Chomsky-Verlag für Großbritannien), der mehrere Bücher über jüdischen Fundamentalismus sowie ein Buch, das "The Global Economy of Israel" oder so ähnlich hieß, im Angebot hatte, jedoch kein Buch über Fundamentalismus in Palästina und dessen Einfluß im Nahostkonflikt. Muß ich eine autoritär-(anti-)deutsche Haltung haben, um das zumindest fragwürdig zu finden?
Ach ja: Checker solltet Ihr nicht alles glauben. Ich habe z.B. gar keinen Schreibtisch. ;-)
Naja
Davon abgesehen
Wär übrigens schön, wenn über dieses Thema mal offen, ehrlich und ohne Übertreibungen diskutiert werden würde. Was muss noch passieren, bis das Thema wichtig genug wird, um das einzusehen?
zur fatah
Die Al Aqsa Märtyrer Brigaden, ein zu Yasser Arafts Fatah gehörender militärischer Arm, übernahm die Verantwortung für die Ermordung von fünf Einwohnern des Kibbuz Metzer (in der Nähe von Katzir nahe der Grünen Linie zum Westjordanland). Unter den Toten waren zwei Kinder, deren Mutter, der Vorsitzende der Kibbuzgemeinschaft und ein Einwohner.
Die Toten sind: Revital (34), Matan (5) und Noam Ohayoun (4) sowie Tirza Damari (42) und Dori Yitzhak (44).
Entsprechend der ersten Berichte eröffnete der Terrorist das Feuer auf die Bewohner des Kibbuz, nachdem diese den gemeinschaftlichen Essensaal verließen. Dabei wurden die beiden älteren Opfer getötet. Danach drang der Terrorist in das Haus der Familie Ohayoun ein und eröffnete das Feuer auf die Mutter, welche sich schützend vor ihre Kinder warf ihren Tod während des Massakers aber nicht verhindern konnte.
Der Sicherheitschef des Kibbuz entdeckte einen der wahrscheinlich zwei Terroristen und eröffnte das Feuer auf ihn, verfehlte aber den palästinensischen Extremisten. In der Folgezeit versuchten mehrere Polizei- und Armeeeinheiten die Eindringlinge zu stellen, schafften aber trotz der Hilfe von Helikoptern nicht, die Terroristen festzunehmen.
In den vergangenen Wochen gingen mehrere Hinweise bei den israelischen Sicherheitsbehörden ein, dass Kibbuzim nahe der "Grünen Linie" Ziel terroristischer Aktivitäten werden könnten. In diesem Zusammenhang ist auch die Explosion eines Autos zu verstehen, welches am frühen Sonntagmorgen in der Nähe des Kibbuz Metzer explodierte und die zwei vermutlichen Selbstmordattentäter tötete. Das Auto war vorher von einer Streife der Grenzpolizei zur Überprüfung angehalten worden.
Besonders tragisch ist der Angriff auf den Kibbuz zu werten, da diese von der linken "Hashomer Hatzair" Bewegung 1953 gegründete Kommune, sich seit Jahrzehnten für den Ausgleich und die Aussöhnung Israels mit seinen arabischen Nachbarn einsetzt und den Abzug Israels aus dem Westjordanland und Gaza unterstützt. Der Kibbuz hat mehrere Kooperationen mit arabischen Dörfern in der näheren Umgebung.
Der Anschlag ereignete sich nur wenige Stunden nach dem Abzug der israelischen Armee aus Jenin und kurz vor dem Eintreffen von David Satterfield, einem hochrangigen Beamten des US Aussenministeriums, welcher das weitere Vorgehen zum Bush Plan erörtern soll.
Seit Anfang Oktober 2002 sind 33 Israelis getötet worden, darunter:
11 Soldaten, 15 Frauen (davon 2 junge Mädchen und eine alte Frau), 7 Kinder unter 18 Jahren (Quelle Haaretz)
Palästinensische Gewalt und Terror haben nach Angaben israelischer Sicherheitskreise keinesfalls nachgelassen, auch wenn es in den letzten Monaten und Wochen mit einigen Ausnahmen vermeintlich ruhig geworden war.
ich könnte noch mehr news posten
stundenlang könnte ich das machen
Nice Try, Herr(!) Pittel
Ich wünschte mir, sie hätten das in Florenz einem von den alten Partisanen auf der Demo erzählt (zu Ihrer Information: das sind die alten Männer mit den roten Halstüchern). Von dem Satz heiße Ohren, den Sie sich dort abgeholt hätten, bei Ihrem Versuch, Deutschunterricht zu erteilen, hätten Sie uns gerne berichten können, Herr(!) Pittel.
Im Übrigen würden Sie sich prächtig als Schreiber für die freiheitsliebende Zeitung "Il Giornale" eignen. Die gehört Herrn Berlusconi - bzw. seiner Frau, wegen der Pressevielfalt. Dort wurde als Aufmacher für die "Berichterstattung" über die Demo ein großes Foto mit einem noch größeren Stalinporträt gewählt, inmitten von etwa einem Dutzend Aktivisten der PMLI, der bedeutenden Partei der Marxisten-Leninisten Italiens, die im Allgemeinen nur Lachkrämpfe hervorruft - aber immerhin von den Journalisten dieser Zeitung als repräsentativ für die knappe Million, die für Ayatollah Bin Hussein demonstrierten, empfunden wurden.
Vielleicht sollten Sie sich dort einmal bewerben, denn Sie scheinen journalistisches Talent zu haben.
Mit dem Ausdruck meiner vorzüglichen Verachtung
Bossis Zeitung wäre auch gut
"sog. no-global-"Pazifisten" ein neues Ideol: Bin Laden"
haben. (das war die fette Überschrift auf der Titelseite)
Antideutsche bei Bossi? Zufällige Übereinstimmung in Interessen und Ideologie?
stopnoglobals!
der spass internationalisiert sich schon :-)
Es gibt sie zwar überall, die Linke, die insgesamt gegen chauvinistischen Nationalismus/Imperialismus ist, aber diese pro-Scharon-Linie, die gibts wohl so nicht.
Den "Spaß internationalisieren" bedeutet die GenossInnen europaweit über "unsere" deutschen Antideutschen aufzuklären, wie z.B. in Kopenhagen, wo sich ja die deutschen Antideutschen versucht haben, einzumogeln. :-)
Zu Pali-Solidarität, etc.: es ist tatsächlich quatsch zu behaupten, die gesamte Linke würde jetzt nur noch gegen Irak-Krieg und zur Pali-Solidarität arbeiten, dann habt ihr das ESF falsch verstanden.
Es ist nur so, ihr deutschen Antideutschen mit gutem Draht zum israelischen Staat, daß ihr euch gerne eure eigene Welt zusammenhalizioniert.
was übersehen
Selektive "antideutsche" Wahrnehmung
Aber mit der Wahrheit braucht antideutscher Mann es ja nicht so weit zu meinen, Hauptsache es bestätigt sich das eigene Weltbild und es kann auf alles was sich beesgt eingedroschen werden.
Yesh Gvul und Women in Black
Was mir an den Kommentaren hier auffällt: Geht's vielleicht eine Spur weniger aggressiv? Man muß meine Meinung weder lieben geschweige denn ernst nehmen, aber unliebsame Menschen gleich in die rechtsradikale Ecke zu stellen zeugt dann doch von einem recht überschaubaren Weltbild. Mit Oriana Fallaci, Bahamas und Konsorten möchte ich nicht in einen Topf geworfen werden. Nur weil ich nicht schreie, hurra, Truppen nach Palästina und boykottiert Israel, bin ich noch lange kein Faschist. Ja, sowas gibt's.
Ist das denn so schwer: Ja, Sharon ist ein Riesenarsch. Nein, er ist kein Hitler und es gibt noch andere Ärsche, die vielleicht ähnlich wert sind, getreten zu werden.
Und zum letzten: Nicht nur italienische Linke waren in Florenz versammelt, und diesen wäre wahrlich kein Vorwurf in Bezug auf Berlusconi zu machen. Das sollte aber doch eine "europäische" Demonstration sein? Und warum - ich bleibe dabei - fokussiert sich der Widerstand im Gegensatz zu den Seminaren und Konferenzen - auf der Demo so sehr und m. E. einseitig in besagte Richtung?
Kirche im Dorf lassen
Was die Palästina-Fahnen angeht, so habe ich mir die Mühe gemacht, sie zu zählen in dem Teil der Demo, den ich habe vorbeiziehen lassen - das war vor allem die "Spitze", sprich die vorderen 100-200.000, bis zum Disobbedienti-Block. Ich habe ca.50(!) Palästina-Flaggen gezählt, und einige Transparente zum Thema. Was ich NIRGENDS gesehen habe waren die aus Deutschland leider vertrauten grünen Hamas-Fahnen, gelben Hisbollah-Flaggen etc., also der ganze islamistische Mist, und auch keine der "Holocaust-in-Palästina"-Transparente oder ähnlichen Scheißdreck. Weiter hinten, wo eher Gewerkschaften, PRC etc. liefen, wurden die Fahnen eher weniger, dito die "Pali-Tücher". Von einer Dominanz dieser Symbole auf der Demo zu sprechen, ist also blödsinnig - kein Vergleich etwa zu der Berliner Friedensdemo am 26.10., die diesbezüglich ja ziemlich unangenehm war.
Auffällig war allerdings, daß trotzkistische Gruppen (vor allem die englische SWP) besonders am Sonntag penetrant mit "antizionistischen" Plakaten herumliefen (mal abgesehen davon, daß sie in jeder Hinsicht penetrant waren).
Insgesamt hatte ich aber das Gefühl, daß eher die italienische Linke uns was erzählen kann über mögliche Positionierungen zu Palästina als umgekehrt...
"If it ain't American it can't be imperialism"
Die Linke hat erst angefangen, sich aus den alten Deutungsmustern des Ost-West-Konflikts zu lösen und sich mit den Gegensätzen der heutigen Welt zu befassen. Zwar war Europa schon vor Ground Zero im Umbruch. [
Es gibt dabei aber einen Unterschied zwischen Italien und Deutschland. Hier ist die Debatte immerhin in Gang gekommen. [siehe z.B.:
Javiar hat total recht, find ich!
@ "Student"
Hier eine linke Europa-Kritik:
Rote Khmer Hochschulgruppen
GlobalisierungskritikerInnen ins Reisfeld treiben und erschiessen!
RotFront
Sei tapfer
ruf mal an
Gen.Nr. 2
Grüsse auch vom Gen. Nr. 1