Noch was zu Berlin
Der Berliner Senat hat am 05. November den Haushaltsnotstand für die Stadt erklärt und eine Gesetzesinitiative auf den Weg gebracht, die die bundeseinheitliche Beamtenbesoldung kippen soll. Mit der Öffnungsklausel für die Beamten sollen die Kosten im öffentlichen Dienst gesenkt werden. Die Länder sollen damit zeitweise auf Gehaltssteigerungen verzichten, das Weihnachtsgeld kürzen und das Urlaubsgeld streichen können. Mehrere Ministerpräsidenten anderer Bundesländer tobten vor Begeisterung und sicherten Berlin Unterstützung zu. Berlin wird langsam aber sicher zur Frontstadt gegen die Armen und Handyhasser umgebaut. (Mehr dazu:
http://www.de.indymedia.org/2002/11/33301.shtml)
http://www.de.indymedia.org/2002/11/33301.shtml)
Die "offizielle" Argumentation ist folgende: Die Verfünffachung der Schulden Berlins in den letzten zehn Jahren (von 10,8 Milliarden Euro 1991 auf 46 Milliarden Euro 2002) wird zum einen der damaligen Bundesregierung zur Last gelegt - diese hatte bis 1991 mehr als die Hälfte des Haushaltsetats der ehemaligen Frontstadt getragen und sich dann binnen vier kurzen Jahren aus der Finanzierung verabschiedet. Zum anderen ist natürlich die “Wiedervereinigung” schuld, oder weniger pathetisch gesprochen: der wilde Osten. Von dort nämlich mussten angeblich viel zu viele der im Öffentlichen Dienst beschäftigen Menschen übernommen werden, um soziale Spannung zu vermeiden. Daher kreischt es heute an allen Ecken und Enden der Stadt: die Verwaltung ist zu aufgebläht, zu viel Bürokratie, zu viel ist in Öffentlicher Hand, es wird zu viel ausgegeben.
(Mehr zur Senatsargumentation hier:
http://www.berlin.de/senfin/Presse/Alt/051102.html. Hier gibt es auch ein paar hübsche Diagramme, die den anwachsenden Schuldenstand Berlins in bunte Balken überträgt)
Wir sind da mit unserer Analyse schneller fertig: Das ganze Problem nennt sich Kapitalismus. In Berlin hat es schon immer eine traditionelle Verflechtung von Bauwirtschaft und Politik gegeben, die zu den großen Korruptionsskandalen in den 80er Jahren führten. Fußend auf diesem Sumpf und der spezifischen Großmannssucht wurde eine Politik betrieben, die nichts als das Wohl der Kapitalisten im Auge hatte. Beste Baugrundstücke am Potsdamer Platz wurden nahezu verschenkt, für die Olympiabewerbung 2000 im voraus 9 Milliarden locker gemacht, Einwohnerprognosen von 6 Millionen Menschen ausgegeben und die Bankgesellschaft gegründet, die ernsthaft gegen die Deutsche Bank anstinken sollte. Das alles zusammen hat zu einer gnadenlosen Zerrüttung der öffentlichen Finanzen geführt, die von fast allen Parteien mitzuverantworten ist, und die nun von der Allgemeinheit behoben werden soll. Und wenn die von Berlin nicht reicht, muss eben die der ganzen Bundesrepublik ran. Als Steuerzahler hat man nach der ersten Zahlung noch lange keine Ruhe.
Das Verfahren in Karlsruhe wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen; mit einer Entscheidung wird frühestens nach drei Jahren gerechnet. Selbst ein für Berlin positives Urteil bedeutet noch nicht, dass sofort Gelder fließen. Zunächst müsste nämlich noch das Finanzausgleichsgesetz geändert werden, das die Finanzbeziehungen zwischen dem Bund und den Ländern regelt. So weit ist es dann voraussichtlich im übernächsten Jahr nach der Urteilsverkündung.
Die ersten Milliarden - der Senat hofft auf mehr als 30 Milliarden Euro über mehrere Jahre verteilt - dürften also frühestens zum Ende des Jahrzehnts fließen. Bis dahin wird der zusätzliche Finanzbedarf Berlins wohl auf 50 Milliarden Euro angewachsen sein. Jeder Privatmensch mit einem ähnlichen Finanzgebaren würde natürlich entmündigt werden.
Feature über Berlin:
http://de.indymedia.org/2002/10/32781.shtml
(ein Online-Special zur Haushaltskrise aus bürgerlicher Sicht gibt es hier: www.tagesspiegel.de/haushaltskrise)
Presseschau: "Das Sozialamt ist pleite"
Drei Artikel, ein Thema: das erster Berliner Sozialamt ist aufgrund des Sparkurses des Senates pleite. Das Neuköllner Sozialamt ist das größte der Bundesrepublik - und führt eine neue Zeitrechnung ein, indem es bereits Anfang November das Jahr 2002 beendet.
Berliner Zeitung:
Für viele Leistungen bleibt die Kasse zu, und ein Hauptwort des Kapitalismus ist das einzige, was Konjunktur hat: Zinsen. - Nun, eines ist gewiss: selbst an dieser Misere werden einige verdienen - die Banken. Das Sozialamt Neukölln kann in diesem Jahr keine Rechnungen mehr für die stationäre Behandlung von Sozialhilfeempfängern bezahlen. "Unser Etat ist erschöpft", sagte gestern Sozialstadtrat Michael Büge (CDU). 60 Millionen Euro sind im Haushaltsplan 2002 für den Bereich stationäre Krankenhilfe und Eingliederungshilfe vorgesehen. Davon hatte das Sozialamt bis zum 30. Oktober aber bereits 58,5 Millionen Euro ausgegeben.
Rechnungen, die die Krankenhäuser nach der Entlassung ihrer Patienten an das Sozialamt schicken, bleiben jetzt bis zum Jahresende liegen. "Wir können sie erst im nächsten Jahr bezahlen", sagte Büge. Ambulante Behandlungen seien davon aber nicht betroffen. Im Neuköllner Vivantes Klinikum am Mariendorfer Weg werden jährlich 24 000 Sozialhilfeempfänger aus dem Bezirk behandelt. In der Klinik wusste gestern noch niemand etwas von der Pleite-Erklärung des Sozialstadtrates. "Erfreut sind wir darüber nicht", sagte Vivantes-Sprecherin Fina Geschonneck. Bisher habe sich der Bezirk immer strikt an die Zahlungsfristen gehalten.
Die Auswirkungen des Sparhaushaltes bekommen schon jetzt jene Sozialhilfeempfänger zu spüren, die sich im Krankenhaus behandeln lassen müssen, aber nicht als Notfall gelten. Planbare Operationen wie etwa das Entfernen der Rachenmandeln oder der Einbau eines künstlichen Hüftgelenks genehmigt das Sozialamt erst wieder im kommenden Jahr.
Berliner Kurier:
... Heute behandeln, erst 2003 zahlen, davon hält Vivantes gar nichts: "Die Rechnungen müssen nach 14 Tagen bezahlt werden. Sonst werden 4,47 Prozent Zinsen fällig!" droht Sprecherin Fina Geschonneck. Auch bei der Senatsfinanzverwaltung läuft Büge mit seinem Vorstoß ins Abseits: "Was der Bezirk tut, ist gesetzwidrig. Neukölln muss mit seinem Geld auskommen!"
Tagessspiegel:
Das Sozialamt Neukölln macht die Kassen zu: Weil der insgesamt 200 Millionen Euro umfassende Etat für Sozialhilfe bereits Anfang November ausgeschöpft ist, werden bestimmte Leistungen erst im kommenden Jahr bezahlt. Betroffen sind vor allem Krankenhäuser und Träger, die die Eingliederung behinderter Sozialhilfeempfänger unterstützen. Auch andere Bezirke beklagen, dass sie kein Geld mehr für die zusätzlichen Hilfen haben. Der vom Senat diktierte Sparkurs soll nicht auf dem Rücken der Sozialhilfeempfänger ausgetragen werden, deshalb müssen die Träger nun auf ihr Geld warten. Sie reagieren entsetzt; viele Vereine sind nach eigenen Angaben nicht liquide genug, die Lücke zu überbrücken und stehen vor dem Aus. Die 60 Millionen Euro, die der Bezirk für zusätzliche Leistungen zugunsten von kranken und behinderten Sozialhilfeempfängern vom Land bekommen hat, sind aufgezehrt. Denn während Finanzsenator Thilo Sarrazin glaubt, dass die Bezirke an bestimmten Sozialhilfe-Leistungen sparen können, sieht Neuköllns Sozialstadtrat Michael Büge (CDU) keine solchen Einflusschancen.
Neukölln, wo von rund 310000 Einwohnern 38000 Sozialhilfe bekommen, sei besonders betroffen. Doch auch die Sozialstadträte anderer Bezirke bestätigen auf Nachfrage, dass sie mit den vom Land zugewiesenen Mitteln nicht zurecht kommen. Kerstin Bauer, Sozialstadträtin in Friedrichshain-Kreuzberg: “Die Bezirke sind überall im Minus.” Während Neukölln nun nichts mehr auszahlt und sich damit im Prinzip bei den Trägern verschuldet, will Friedrichshain-Kreuzberg gewissermaßen einen Kredit beim Land aufnehmen - in der Hoffnung, dass das Geld später nicht abgezogen wird. Betroffen von der Neuköllner Politik ist beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie kümmert sich in betreuten Wohngemeinschaften um geistig Behinderte; viele von ihnen sind von Sozialhilfe abhängig. Die Hilfe zum Lebensunterhalt, die die Menschen bekommen, bleibt unangetastet. Viel schwerer wiegen aber die Betreuungskosten, die sich laut Jens Holger Ahrens, AWO-Geschäftsführer in Neukölln, auf 1500 Euro pro Fall und Monat belaufen. Doch die Gehälter der Betreuer müssen weiter bezahlt werden, auch wenn das Sozialamt nichts mehr überweist. “Wir rechnen dadurch mit einem Minus von 145000 Euro”, hat Ahrens ausgerechnet - und hofft auf einen Bankkredit. Doch “die Zinsen ersetzt uns niemand”, sagt er. ...
gekürzt übernommen und verändert von:
http://www.enteignung.com/Denkzettel/Lokales/lokales.html
(Mehr zur Senatsargumentation hier:
http://www.berlin.de/senfin/Presse/Alt/051102.html. Hier gibt es auch ein paar hübsche Diagramme, die den anwachsenden Schuldenstand Berlins in bunte Balken überträgt) Wir sind da mit unserer Analyse schneller fertig: Das ganze Problem nennt sich Kapitalismus. In Berlin hat es schon immer eine traditionelle Verflechtung von Bauwirtschaft und Politik gegeben, die zu den großen Korruptionsskandalen in den 80er Jahren führten. Fußend auf diesem Sumpf und der spezifischen Großmannssucht wurde eine Politik betrieben, die nichts als das Wohl der Kapitalisten im Auge hatte. Beste Baugrundstücke am Potsdamer Platz wurden nahezu verschenkt, für die Olympiabewerbung 2000 im voraus 9 Milliarden locker gemacht, Einwohnerprognosen von 6 Millionen Menschen ausgegeben und die Bankgesellschaft gegründet, die ernsthaft gegen die Deutsche Bank anstinken sollte. Das alles zusammen hat zu einer gnadenlosen Zerrüttung der öffentlichen Finanzen geführt, die von fast allen Parteien mitzuverantworten ist, und die nun von der Allgemeinheit behoben werden soll. Und wenn die von Berlin nicht reicht, muss eben die der ganzen Bundesrepublik ran. Als Steuerzahler hat man nach der ersten Zahlung noch lange keine Ruhe.
Das Verfahren in Karlsruhe wird mehrere Jahre in Anspruch nehmen; mit einer Entscheidung wird frühestens nach drei Jahren gerechnet. Selbst ein für Berlin positives Urteil bedeutet noch nicht, dass sofort Gelder fließen. Zunächst müsste nämlich noch das Finanzausgleichsgesetz geändert werden, das die Finanzbeziehungen zwischen dem Bund und den Ländern regelt. So weit ist es dann voraussichtlich im übernächsten Jahr nach der Urteilsverkündung.
Die ersten Milliarden - der Senat hofft auf mehr als 30 Milliarden Euro über mehrere Jahre verteilt - dürften also frühestens zum Ende des Jahrzehnts fließen. Bis dahin wird der zusätzliche Finanzbedarf Berlins wohl auf 50 Milliarden Euro angewachsen sein. Jeder Privatmensch mit einem ähnlichen Finanzgebaren würde natürlich entmündigt werden.
Feature über Berlin:
http://de.indymedia.org/2002/10/32781.shtml (ein Online-Special zur Haushaltskrise aus bürgerlicher Sicht gibt es hier: www.tagesspiegel.de/haushaltskrise)
Presseschau: "Das Sozialamt ist pleite"
Drei Artikel, ein Thema: das erster Berliner Sozialamt ist aufgrund des Sparkurses des Senates pleite. Das Neuköllner Sozialamt ist das größte der Bundesrepublik - und führt eine neue Zeitrechnung ein, indem es bereits Anfang November das Jahr 2002 beendet.
Berliner Zeitung:
Für viele Leistungen bleibt die Kasse zu, und ein Hauptwort des Kapitalismus ist das einzige, was Konjunktur hat: Zinsen. - Nun, eines ist gewiss: selbst an dieser Misere werden einige verdienen - die Banken. Das Sozialamt Neukölln kann in diesem Jahr keine Rechnungen mehr für die stationäre Behandlung von Sozialhilfeempfängern bezahlen. "Unser Etat ist erschöpft", sagte gestern Sozialstadtrat Michael Büge (CDU). 60 Millionen Euro sind im Haushaltsplan 2002 für den Bereich stationäre Krankenhilfe und Eingliederungshilfe vorgesehen. Davon hatte das Sozialamt bis zum 30. Oktober aber bereits 58,5 Millionen Euro ausgegeben.
Rechnungen, die die Krankenhäuser nach der Entlassung ihrer Patienten an das Sozialamt schicken, bleiben jetzt bis zum Jahresende liegen. "Wir können sie erst im nächsten Jahr bezahlen", sagte Büge. Ambulante Behandlungen seien davon aber nicht betroffen. Im Neuköllner Vivantes Klinikum am Mariendorfer Weg werden jährlich 24 000 Sozialhilfeempfänger aus dem Bezirk behandelt. In der Klinik wusste gestern noch niemand etwas von der Pleite-Erklärung des Sozialstadtrates. "Erfreut sind wir darüber nicht", sagte Vivantes-Sprecherin Fina Geschonneck. Bisher habe sich der Bezirk immer strikt an die Zahlungsfristen gehalten.
Die Auswirkungen des Sparhaushaltes bekommen schon jetzt jene Sozialhilfeempfänger zu spüren, die sich im Krankenhaus behandeln lassen müssen, aber nicht als Notfall gelten. Planbare Operationen wie etwa das Entfernen der Rachenmandeln oder der Einbau eines künstlichen Hüftgelenks genehmigt das Sozialamt erst wieder im kommenden Jahr.
Berliner Kurier:
... Heute behandeln, erst 2003 zahlen, davon hält Vivantes gar nichts: "Die Rechnungen müssen nach 14 Tagen bezahlt werden. Sonst werden 4,47 Prozent Zinsen fällig!" droht Sprecherin Fina Geschonneck. Auch bei der Senatsfinanzverwaltung läuft Büge mit seinem Vorstoß ins Abseits: "Was der Bezirk tut, ist gesetzwidrig. Neukölln muss mit seinem Geld auskommen!"
Tagessspiegel:
Das Sozialamt Neukölln macht die Kassen zu: Weil der insgesamt 200 Millionen Euro umfassende Etat für Sozialhilfe bereits Anfang November ausgeschöpft ist, werden bestimmte Leistungen erst im kommenden Jahr bezahlt. Betroffen sind vor allem Krankenhäuser und Träger, die die Eingliederung behinderter Sozialhilfeempfänger unterstützen. Auch andere Bezirke beklagen, dass sie kein Geld mehr für die zusätzlichen Hilfen haben. Der vom Senat diktierte Sparkurs soll nicht auf dem Rücken der Sozialhilfeempfänger ausgetragen werden, deshalb müssen die Träger nun auf ihr Geld warten. Sie reagieren entsetzt; viele Vereine sind nach eigenen Angaben nicht liquide genug, die Lücke zu überbrücken und stehen vor dem Aus. Die 60 Millionen Euro, die der Bezirk für zusätzliche Leistungen zugunsten von kranken und behinderten Sozialhilfeempfängern vom Land bekommen hat, sind aufgezehrt. Denn während Finanzsenator Thilo Sarrazin glaubt, dass die Bezirke an bestimmten Sozialhilfe-Leistungen sparen können, sieht Neuköllns Sozialstadtrat Michael Büge (CDU) keine solchen Einflusschancen.
Neukölln, wo von rund 310000 Einwohnern 38000 Sozialhilfe bekommen, sei besonders betroffen. Doch auch die Sozialstadträte anderer Bezirke bestätigen auf Nachfrage, dass sie mit den vom Land zugewiesenen Mitteln nicht zurecht kommen. Kerstin Bauer, Sozialstadträtin in Friedrichshain-Kreuzberg: “Die Bezirke sind überall im Minus.” Während Neukölln nun nichts mehr auszahlt und sich damit im Prinzip bei den Trägern verschuldet, will Friedrichshain-Kreuzberg gewissermaßen einen Kredit beim Land aufnehmen - in der Hoffnung, dass das Geld später nicht abgezogen wird. Betroffen von der Neuköllner Politik ist beispielsweise die Arbeiterwohlfahrt (AWO). Sie kümmert sich in betreuten Wohngemeinschaften um geistig Behinderte; viele von ihnen sind von Sozialhilfe abhängig. Die Hilfe zum Lebensunterhalt, die die Menschen bekommen, bleibt unangetastet. Viel schwerer wiegen aber die Betreuungskosten, die sich laut Jens Holger Ahrens, AWO-Geschäftsführer in Neukölln, auf 1500 Euro pro Fall und Monat belaufen. Doch die Gehälter der Betreuer müssen weiter bezahlt werden, auch wenn das Sozialamt nichts mehr überweist. “Wir rechnen dadurch mit einem Minus von 145000 Euro”, hat Ahrens ausgerechnet - und hofft auf einen Bankkredit. Doch “die Zinsen ersetzt uns niemand”, sagt er. ...
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
den kanzeler aus polen holen
München ist auch
information - the key to success
1) Verbreitet Information: Macht publik, wie wenig die 'Verantwortlichen' von Umgang mit Geld verstehen. Macht publik, wieviel Steuergelder, Arbeitsplätze... sie in der Vergangenheit schon vernichtet haben. Spickt das ganze noch mit Fakten über ihre Gehälter, Lebensstil etc.
Vermeidet revolutionären Jargon und Worthülsen. Streut stattdessen Stichwörter (keine Parolen) an Stellen ein, wo sie eine hohe Wahrscheinlichkeit haben, auch bei oberflächlichem Lesen 'hängenzubleiben'. Versucht nicht, Komplettlösungen zu schaffen - Wut bracht keine Patentrezepte. Stattdessen kann z.B. auch einfach darauf hingewiesen werden, daß bei den bestehenden Entlohungen der Herrschenden von diesen funktionierende Konzepte verlangt werden sollten.
Verteilt dieses Material auf allerlei Weisen. Wenn etablierte Medien genutzt werden können, sollte dies getan werden; hierbei ist aber darauf zu achten, daß man den Teufel nicht für den Beelzebub eintauscht (die BZ läßt natürlich keine Gelegenheit aus, den rot-roten Senat in den Dreck zu treten. Unvorsichtiges Agieren kann einen hier jedoch schnell zu Erfüllungsgehilfen der Rechten machen. Deshalb sei klargemacht, daß diese auch keine Alternative, da an der Misere ursächlich schuld sind). Diskreditiert vor allem den von der herrschenden Versagerclique vereinnahmten BWL-Slang von 'Effizienz', 'Innovativität' und 'Erfolg'!
2) Versucht, einen Eindruck zu erlangen, wei eure Maßnahmen ankommen. Ist die Resonanz zu schlecht, gegebenenfalls Material (das Austauschen einzelner Wörter bewirkt manchmal wahre Wunder, z.B. 'Regierende' statt 'Herrschende', um bei Parteistaatsgläubigen anzukommen. Die Anschaffung eines Thesaurus lohnt sich immer!) oder Methoden verbessern.
Die Zweckentfremdung privatwirtschaftlich genutzen Raums zur Verbreitung eigener Werbung ist potentiell strafbar und sollte deshalb unbedingt Einzeltätern überlassen bleiben. Keinesfalls dürfen existierende Gruppen für solche Aktionen Verantwortung übernehmen, da Strafverfolgung und Diskreditierung nicht auf sich warten lassen.
3) Ist die Resonanz gut, fangt an, auf Hintergründe einzugehen. Nur diejenigen, die Interesse an einer Sache haben, lassen sich mit drögen Fakten und Theorie zutexten. Arbeitet mit anderen Gruppen ähnlicher Ausrichtung parallel; versucht, Überschneidungen zu vermeiden. Seid tolerant: stellt langfristige Ziele nicht über konkret im hier und jetzt anzugehende Problematiken: es macht keinen Sinn, sich ernsthaft über die Ausrichtung eines zukünftigen, alternativen Systems zu streiten, solange die bisherige Misere noch fest im Sattel sitzt.
Kennt eure Ideale! Mit Rechten ist erfahrungsgemäß keine Zusammenarbeit möglich; mehr als kritisches Beobachten und Versuche, Personen von der Falschheit ihrer Ansicht zu überzeugen, rächt sich. Klare, für solche Kreise unakzeptable Forderungen im Vorfeld sind oftmals besser als eine langatmige Erklärung, wenn der Schaden bereits angerichtet ist.
Viel Glück! Es werden interessante Jahre werden!
'Wenn ein formell demokratischer Staat die Menschen nicht zu ihrem Recht kommen läßt, gibt es für den wahren Demokraten nur eine Lösung - den Herrschenden ihren Repräsentationsanspruch abzuerkennen: ich behalte meine Macht für mich oder gebe sie jemandem, den ich für besser geeignet halte, an meiner Statt zu entscheiden. Denn wenn man schon eine Herrschaft hinnehmen muß, so ist doch zumindest zu verlangen, daß diese uneigennützig zum Wohle der Bevölkerung handelt. Ist dem nicht der Fall, entpuppen sich die Herrschenden als verantwortungslos, raffgierig, selbstsüchtig und wirklichkeitsfremd, so sind sie durch eine konzertierte Aktion möglichst vieler Menschen ihrer Ämter zu erheben, ihres Wohlstandes zu entledigen und zu einer kläglichen Existenz in Insignifikanz bis zum Ende ihrer Tage zu verdammen, haben sie doch durch die Tat bewiesen, daß sie außerstande sind, mehr Verantwortung als für ihr eigenes Leben zu übernehmen.'
- Gerhard Nimzow, 'Macht, Staat und Verantwortung'
ein spruch
Armut
Artikel 1
Die derzeit geltenden Gesetze zur ultimativen Vernichtung und Verarmung unserer deutschen Landwirte und des Bauernthums im Allgäu und in Bayern sind ersatzlos zu schleifen. Die beschlossenen und bereits geltenden Unrechts-Gesetze über die Enteignung der Landwirte in Deutschland sind unverzüglich und ersatzlos aufzuheben.
Artikel 2
Das von unseren unfähigen Polit-Bonzen und Polit-Schranzen total durchlöcherte und zu Lasten der Menschen und immer wieder mit den Füssen getretene und ausgehöhlte deutsche Grundgesetz von 1948 ist unverzüglich durch eine ausschliesslich vom Volk selbst bestimmte deutsche Verfassung zu ersetzen unter dem Motto: "Wir sind das Volk".
Artikel 3
Die Unterdrückung und Ausbeutung der Klein- und Geringverdiener einschl. Jungunternehmer durch das seit 1.4.99 geltende grundgesetzwidrige Aushilfslohnversteuerungswillkürgesetz ist unverzüglich ersatzlos abzuschaffen.
Artikel 4
Der kolossalen Ausbeutung und der Inquisition der arbeitenden Menschen durch unsere Polit-Banausen ist unverzüglich Abhilfe zu schaffen. Es kann nicht angehen, dass in ganz Europa und auf der ganzen Welt die Höchststeuersätze bei der Einkommensteuer 36 Prozent (ca. 1/3 des Verdienstes) betragen, in Deutschland der Höchststeuersatz aber nur von 53 auf 47 Prozent gesenkt werden soll. Seinerzeit betrug der Steuersatz für alle Untergebenen der "Zehente" = 10 Prozent.
Artikel 5
Das von Adolf Hitler am 21.9.1933 eingeführte "Rabattgesetz" muss sofort ersatzlos abgeschafft werden. Nach wie vor werden alle Verbraucher in Deutschland durch die barbarischen Monopole wegen des seit jetzt 66 Jahren geltenden Rabattgesetzes (höchstens 3 %) um ihren kärglichen Verdienst und um ihre kärglichen Ersparnisse gebracht. (z.B. Neuwagenrabatte, Bücherrabatte, Medikamente etc.)
Artikel 6
Das von Adolf Hitler am 21.9.1933 eingeführte "Ladenschlussgesetz" muss sofort abgeschafft werden. Jeder Mensch darf sich die Freiheit nehmen, seinen Laden geöffnet zu halten, so lange er möchte. Die barbarischen Gesetze gemäss den Artikeln 5, 6 und 7 des Memminger Manifests wurden seinerzeit (1933) erlassen, um den Juden in Deutschland ihre Geschäfte zu erschweren und um sie bei Verstössen in die Arbeitslosigkeit, ins Lager und ins Gas zu schicken.
Artikel 7
Sämtliche restlichen 66 Maastricht-Kriterien (von 270) sind bis spätestens 30.6.2000 in nationales Recht umzusetzen. Sie dienen zur Befreiung der Menschen in Deutschland aus der jetzt seit 66 Jahren herrschenden deutschen Diktatur + "Zwangs-Demokratie", die undemokratisch, ungesetzlich, grundgesetzwidrig, europarechtswidrig und menschenrechtswidrig ist. Sie dienen ultimativ zum sofortigen Abbau der Arbeitslosigkeit in Deutschland. (z.B. Rente ab 60, Freiheit für alle Arbeiter und Angestellten, Freiheit, Freiheit, Freund, Freund, Freund ... usw. )
Nachwort: Über sieben Millionen Arbeitslose in Deutschland warten voller Sehnsucht auf die Umsetzung der 7 Artikel des Memminger Manifests vom 10. März 2000 durch das herrschende barbarische deutsche Politbeamtenthum.
Sparen bei den Arbeitslosen
praktische Ratschläge, die politisch sind
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