ICE-Notbremsung in Lüneburg - Überlegungen zu dieser Aktion
AP berichtet von einer ICE-Notbremsung, bei der BGS-Beamte einen ICE, der sonst in einer Gruppe BlockiererInnen gerast sei, gestoppt hätten. wer weiß näheres? wie konnte es zu einer solchen Aktion kommen?
Die Nachrichtenagentur AP berichtet, dass bei Lüneburg ein ICE von BGSlern gestoppt wurde, der sonst ungebremst in einer Gruppe Blockierender gerast wäre.
Hier die Quelle:
"Mittwoch 13. November 2002, 15:21 Uhr
Castorblockade löst Notbremsung eines ICE aus
Lüneburg (AP) Eine Protestaktion von Atomkraftgegnern hat am späten Mittwochvormittag zwischen Hamburg und Lüneburg beinahe zu einem schweren Unglück geführt: Ein ICE der Deutschen Bahn musste notbremsen, weil Atomkraftgegner die Gleise einer Schnellstrecke blockiert hatten. Wie die Polizei weiter mitteilte, konnte der Schnellzug nur deshalb rechtzeitig stoppen, weil der Lokführer im letzten Augenblick vom Bundesgrenzschutz gewarnt worden war.
Nach den Worten eines Augenzeugen «qualmten die Räder» des ICE, als er kurz vor den Demonstranten zum Stehen kam. Dem Bundesgrenzschutz und der Polizei war es nicht mehr rechtzeitig gelungen, die Gleise zu räumen. Laut Polizei wurden 27 Blockierer vorläufig festgenommen. Sie müssen mit einem Strafverfahren rechnen. Verletzt wurde niemand."
Was hier gelaufen ist -- jedenfalls sofern die hier dargestellten Fakten der Wirklichkeit entsprechen - ist schockierend!! Bereits bei einem früheren Castortransport ist bei Lüneburg eine ähnliche Aktion passiert, bei der bereits Leute auf dem Gleis saßen, und dann erst das zuständige Stellwerk informiert wurde und den ICE zum Halten veranlasst hat.
Dass solche Aktionen lebensgefährlich sind, sollte eigentlich nicht gesagt werden müssen - zumal eine verantwortungsvolle Planung z.B. mehrere Stoppgruppen einbezieht, die per Eisenbahn-Notsignal dem Zugführer bereits in ausreichender Entfernung (beim Castor können das 3-5 Kilometer sein, ein ICE hat aufgrund der Geschwindigkeit einen sehr viel längeren Bremsweg) signalisieren, dass der Zug schnellstmöglich anhalten muss. Die BlockiererInnengruppe sollte sich erst aufs Gleis begeben, wenn sie von Stoppgruppen über den Halt des Zuges informiert worden ist. (bzw. wenn sie selbst sieht, dass der Zug steht) Dazu genügt ein Telefonanruf...Darauf wegen der Gefahr, abgehört zu werden, zu verzichten, ist absolut riskant; zumal zwischen dem Anruf und der tatsächlichen Blockade ja nur Sekunden liegen, in denen die Polizei nicht auf ein abgehörtes Telefongespräch reagieren kann. Mal eben wegspringen geht bei einem heranrasenden ICE nicht wirklich; wenn der Zug frontal auf einen zukommt, lassen sich Geschwindigkeit und Entfrenung extrem schwer abschätzen; außerdem fährt der ICE im Verhältnis zur Geschwindigkeit relativ leise.
Ich frage mich, wie es zu einer solchen Aktion kommen konnte. Haben sich Checker aufgespielt, stecken agent provocateurs dahinter, oder ist es bloße Planlosigkeit kombiniert mit Castorheldentum? Die Antiatombewegung kommt sehr gut ohne Märtyrer aus. Viele gewaltfreie Aktionen waren bisher durch genaue Planung und den weitgehenden Ausschluss der Gefährdung von Menschen gekennzeichnet. Das spricht für uns, und zeigt, wie ernst wir es mit unseren Forderungen meinen. (soll jetzt nicht gegen nächtliche Sägeaktionen sein - das ist lediglich eine andere Aktionsform, die ja auch in vielen Situaionen Sinn macht)Zugstoppaktionen sind mit verdammt hoher Veratwortung - v.a. was die Stoppgruppen angeht, verbunden. Trotzdem sind sie machbar, weil man sich darauf vorbereiten kann, die Risiken bei der Planung kennenlernen kann, und weiß, worauf man sich einlässt. Wenn eine Aktion scheitert - an Funklöchern, einer eingeknasteten Stoppgruppe, kaputten Telefonen oder daran, dass das Signal nicht beim Zugführer ankommt, ist das schade um die schöne Planung, aber eine Übung fürs näxte Mal, die außerdem schon wieder ein paar mehr Leuten Aktionserfahrung vermittelt hat. Eine Aktion um jeden Preis - um welchen eigentlich ?! - bringt nur Menschen in Lebensgefahr. Es ist nicht wahr, dass jedEr nur für sich selbst verantwortlich ist - nicht bei Aktionen die über eine Demo hinausgehen (und schon da machen Bezugsgruppen ja schließlich Sinn), und nicht wenn es in irgendeiner Form Hierarchien gibt - z.B. was Wissen, Ortskenntnis, Ausdauer, psychische Belastbarkeit angeht. Damit lügt man sich nur in die eigene Tasche und macht es möglich, dass es zu Aktionen kommt, in denen offenbar nicht allen klar ist, wieviel auf dem Spiel stand.
Darüber hinaus diskreditiert eine solche Aktion die Anti-Atom-Bewegung. (Dieses Argument mag makaber vor dem Hintergrund dieser Aktion makaber erscheinen - da aber das Ziel dieser Aktion doch offensichtlich maximale Medienpräsenz war, gehe ich ihm nach): Das Bild vom "Castor-Chaoten" ist oft und erfolgreich durchkreuzt worden, und ist mittlerweile nur in konservativen und populistischen Medien noch zu finden; stattdessen ist es von differenzierteren, realitätsnäheren Darstellungen abgelöst worden , die dafür sprechen, dass es Sympathie für viele unserer Aktionsformen gibt (BSP Kommentare von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung, die ja sonst auch nicht gerade linx ist oder eine ZDF_Dokumentation einer Soester Bezugsgruppe im März 2001)Es macht Sinn, situationsabhängig auf diese Sympathien einzugehen, weil so z.B. einer breiteren Öffentlichkeit klargemacht werden kann, was das Leben im Atomstaat und die massive Einschränkung von Grundrechten so bedeutet, und wie man dieser technokratischen Realität entgegentreten kann.
Um diese Aktion, ihr mögliches Ziel, und wie es dazu kommen konnte, besser reflektieren zu können, wäre es toll, wenn Leute, die Informationen darüber nicht wie ich nur von einer Agentur bezogen haben, sich hier zu Wort melden könnten.
Hier die Quelle:
"Mittwoch 13. November 2002, 15:21 Uhr
Castorblockade löst Notbremsung eines ICE aus
Lüneburg (AP) Eine Protestaktion von Atomkraftgegnern hat am späten Mittwochvormittag zwischen Hamburg und Lüneburg beinahe zu einem schweren Unglück geführt: Ein ICE der Deutschen Bahn musste notbremsen, weil Atomkraftgegner die Gleise einer Schnellstrecke blockiert hatten. Wie die Polizei weiter mitteilte, konnte der Schnellzug nur deshalb rechtzeitig stoppen, weil der Lokführer im letzten Augenblick vom Bundesgrenzschutz gewarnt worden war.
Nach den Worten eines Augenzeugen «qualmten die Räder» des ICE, als er kurz vor den Demonstranten zum Stehen kam. Dem Bundesgrenzschutz und der Polizei war es nicht mehr rechtzeitig gelungen, die Gleise zu räumen. Laut Polizei wurden 27 Blockierer vorläufig festgenommen. Sie müssen mit einem Strafverfahren rechnen. Verletzt wurde niemand."
Was hier gelaufen ist -- jedenfalls sofern die hier dargestellten Fakten der Wirklichkeit entsprechen - ist schockierend!! Bereits bei einem früheren Castortransport ist bei Lüneburg eine ähnliche Aktion passiert, bei der bereits Leute auf dem Gleis saßen, und dann erst das zuständige Stellwerk informiert wurde und den ICE zum Halten veranlasst hat.
Dass solche Aktionen lebensgefährlich sind, sollte eigentlich nicht gesagt werden müssen - zumal eine verantwortungsvolle Planung z.B. mehrere Stoppgruppen einbezieht, die per Eisenbahn-Notsignal dem Zugführer bereits in ausreichender Entfernung (beim Castor können das 3-5 Kilometer sein, ein ICE hat aufgrund der Geschwindigkeit einen sehr viel längeren Bremsweg) signalisieren, dass der Zug schnellstmöglich anhalten muss. Die BlockiererInnengruppe sollte sich erst aufs Gleis begeben, wenn sie von Stoppgruppen über den Halt des Zuges informiert worden ist. (bzw. wenn sie selbst sieht, dass der Zug steht) Dazu genügt ein Telefonanruf...Darauf wegen der Gefahr, abgehört zu werden, zu verzichten, ist absolut riskant; zumal zwischen dem Anruf und der tatsächlichen Blockade ja nur Sekunden liegen, in denen die Polizei nicht auf ein abgehörtes Telefongespräch reagieren kann. Mal eben wegspringen geht bei einem heranrasenden ICE nicht wirklich; wenn der Zug frontal auf einen zukommt, lassen sich Geschwindigkeit und Entfrenung extrem schwer abschätzen; außerdem fährt der ICE im Verhältnis zur Geschwindigkeit relativ leise.
Ich frage mich, wie es zu einer solchen Aktion kommen konnte. Haben sich Checker aufgespielt, stecken agent provocateurs dahinter, oder ist es bloße Planlosigkeit kombiniert mit Castorheldentum? Die Antiatombewegung kommt sehr gut ohne Märtyrer aus. Viele gewaltfreie Aktionen waren bisher durch genaue Planung und den weitgehenden Ausschluss der Gefährdung von Menschen gekennzeichnet. Das spricht für uns, und zeigt, wie ernst wir es mit unseren Forderungen meinen. (soll jetzt nicht gegen nächtliche Sägeaktionen sein - das ist lediglich eine andere Aktionsform, die ja auch in vielen Situaionen Sinn macht)Zugstoppaktionen sind mit verdammt hoher Veratwortung - v.a. was die Stoppgruppen angeht, verbunden. Trotzdem sind sie machbar, weil man sich darauf vorbereiten kann, die Risiken bei der Planung kennenlernen kann, und weiß, worauf man sich einlässt. Wenn eine Aktion scheitert - an Funklöchern, einer eingeknasteten Stoppgruppe, kaputten Telefonen oder daran, dass das Signal nicht beim Zugführer ankommt, ist das schade um die schöne Planung, aber eine Übung fürs näxte Mal, die außerdem schon wieder ein paar mehr Leuten Aktionserfahrung vermittelt hat. Eine Aktion um jeden Preis - um welchen eigentlich ?! - bringt nur Menschen in Lebensgefahr. Es ist nicht wahr, dass jedEr nur für sich selbst verantwortlich ist - nicht bei Aktionen die über eine Demo hinausgehen (und schon da machen Bezugsgruppen ja schließlich Sinn), und nicht wenn es in irgendeiner Form Hierarchien gibt - z.B. was Wissen, Ortskenntnis, Ausdauer, psychische Belastbarkeit angeht. Damit lügt man sich nur in die eigene Tasche und macht es möglich, dass es zu Aktionen kommt, in denen offenbar nicht allen klar ist, wieviel auf dem Spiel stand.
Darüber hinaus diskreditiert eine solche Aktion die Anti-Atom-Bewegung. (Dieses Argument mag makaber vor dem Hintergrund dieser Aktion makaber erscheinen - da aber das Ziel dieser Aktion doch offensichtlich maximale Medienpräsenz war, gehe ich ihm nach): Das Bild vom "Castor-Chaoten" ist oft und erfolgreich durchkreuzt worden, und ist mittlerweile nur in konservativen und populistischen Medien noch zu finden; stattdessen ist es von differenzierteren, realitätsnäheren Darstellungen abgelöst worden , die dafür sprechen, dass es Sympathie für viele unserer Aktionsformen gibt (BSP Kommentare von Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung, die ja sonst auch nicht gerade linx ist oder eine ZDF_Dokumentation einer Soester Bezugsgruppe im März 2001)Es macht Sinn, situationsabhängig auf diese Sympathien einzugehen, weil so z.B. einer breiteren Öffentlichkeit klargemacht werden kann, was das Leben im Atomstaat und die massive Einschränkung von Grundrechten so bedeutet, und wie man dieser technokratischen Realität entgegentreten kann.
Um diese Aktion, ihr mögliches Ziel, und wie es dazu kommen konnte, besser reflektieren zu können, wäre es toll, wenn Leute, die Informationen darüber nicht wie ich nur von einer Agentur bezogen haben, sich hier zu Wort melden könnten.
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Ergänzungen
look here!
Erst sachkundig machen -- dann spekulieren
...vorher
Genau, und die hättest Du vielleicht mal vorher hören sollen, bevor Du Deine negativen "Überlegungen" zu einer Aktion schreibst, die Du nicht kennst!
Lies mal die Beiträge:
Die hättest Du vielleicht auch lesen sollen.
Also: Nicht böse gemeint, aber gebt der Staatspropaganda doch nicht noch mehr Zunder! Lasst Euch nicht zu Marionetten machen!
Traurighe Wahrheit
An alle die sowas gut heissen:
Ihr solltet euch mal das Bild vorstellen wenn zig hundert Tonnen in eine Gruppe von 20 Menschen mit 250 km/h fahren.
Und habt ihr euch mal gedanken gemacht wie es einem Zugfuehrer geht der sowas mitmachen muss.
Na Danke Protest kann man auch anders zeigen aber nicht auf diese Leichtsinnige Art und Weise.
Genauso wie Hakenkrallen und der Rest man Ihr gefärdet eure Leben und andere Leben.
Protest = Denken+Handeln
oh
NiX-Live-Ticker-Meldung
Gegendarstellung:
Menschenblockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg um 10.50 Uhr
Um 10.55 Uhr wurde durch eine Menschenblockade für 10 Min. ein ICE aus Richtung Hamburg kurz vor Lüneburg gestoppt.
Dieser ICE war vorgewarnt, fuhr bereits seit Winsen verlangsamt und näherte sich mit niedriger Geschwindigkeit. Ca. 400 m vor der Blockade blieb er stehen. Der Vorwurf, diese Menschenblockade hätte eine Notbremsung verursacht, ist falsch.
Eine Notbremsung war nicht notwendig, denn die 20 km-lange Strecke ab Winsen reicht als Bremsweg sogar für einen Überschall-ICE aus. Gesicherten Informationen zur Folge waren Polizei und BGS über eine Blockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg informiert, bevor der fragliche ICE Winsen erreicht hatte.
Die Versuche, die Ereignisse zu verfälschen, sollen dazu führen, Demonstranten zu kriminalisieren, um damit zu verhindern, dass Menschen die Hauptstrecken als Aktionsraum für Protest gegen Castortransporte wahrnehmen.
Da von den Ordnungskräften der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erhoben wird, sind zu diesem Zeitpunkt weitere Informationen ohne Absprache mit einem Anwalt nicht möglich.
Wir berichten darüber weiter
"Wir können sie nicht zwingen...
Das folgende Gegendarstellung ist aus dem Gorleben-Ticker:
n den Medien wurde zu dem ICE-Stop im Zusammenhang mit dem Castor-Transport nach Gorleben berichtet
Gegendarstellung:
Menschenblockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg um 10.50 Uhr
Um 10.55 Uhr wurde durch eine Menschenblockade für 10 Min. ein ICE aus Richtung Hamburg kurz vor Lüneburg gestoppt.
Dieser ICE war vorgewarnt, fuhr bereits seit Winsen verlangsamt und näherte sich mit niedriger Geschwindigkeit. Ca. 400 m vor der Blockade blieb er stehen. Der Vorwurf, diese Menschenblockade hätte eine Notbremsung verursacht, ist falsch.
Eine Notbremsung war nicht notwendig, denn die 20 km-lange Strecke ab Winsen reicht als Bremsweg sogar für einen Überschall-ICE aus. Gesicherten Informationen zur Folge waren Polizei und BGS über eine Blockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg informiert, bevor der fragliche ICE Winsen erreicht hatte.
Die Versuche, die Ereignisse zu verfälschen, sollen dazu führen, Demonstranten zu kriminalisieren, um damit zu verhindern, dass Menschen die Hauptstrecken als Aktionsraum für Protest gegen Castortransporte wahrnehmen.
Da von den Ordnungskräften der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erhoben wird, sind zu diesem Zeitpunkt weitere Informationen ohne Absprache mit einem Anwalt nicht möglich.
ICE-Strecken-aktion beim letzten Castor vorig
war bei der Aktion letztes Jahr niemand gefährdet.
Sicherheit stand ganz oben auf der Prioritätenliste.
Die Aktion wäre nicht gemacht worden, wenn sie eine Gefährdung der Beteiligten bedeutet hätte... jetzt mal von der Gefahr festgenommen zu werden abgesehen....
ich erinnere daran, dass beim März-Castor letzen jahres die presse ganz wild behauptete, daß das eine an der Betonblock-Aktion bei Süschendorf beteiligte Mädchen dazu gezwungen wurde und gerade mal noch so schwer unterkühlt vorm Kältetod bewahrt wurde oder so ähnlich....
Das hatte ich auch ne ganze Zeit lang geglaubt und ich dachte Robin wood wär zu weit gegangen.
Bis ich mal ein Interview mit besagtem Mädchen sah.... sie sagte, sie hatte höchstens kalte Füße....
Die Pressemeldung vom Not-ICE-Stop in letzter Sekunde habb ich von vorneherein erstmal nicht geglaubt... das sah zu offensichtlich nach einer Bullen-falschmeldung aus....
Hier findet Ihr die Gegendarstellung!
!In den Medien wurde zu dem ICE-Stop im Zusammenhang mit dem Castor-Transport nach Gorleben berichtet
Gegendarstellung:
Menschenblockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg um 10.50 Uhr
Um 10.55 Uhr wurde durch eine Menschenblockade für 10 Min. ein ICE aus Richtung Hamburg kurz vor Lüneburg gestoppt.
Dieser ICE war vorgewarnt, fuhr bereits seit Winsen verlangsamt und näherte sich mit niedriger Geschwindigkeit. Ca. 400 m vor der Blockade blieb er stehen. Der Vorwurf, diese Menschenblockade hätte eine Notbremsung verursacht, ist falsch.
Eine Notbremsung war nicht notwendig, denn die 20 km-lange Strecke ab Winsen reicht als Bremsweg sogar für einen Überschall-ICE aus. Gesicherten Informationen zur Folge waren Polizei und BGS über eine Blockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg informiert, bevor der fragliche ICE Winsen erreicht hatte.
Die Versuche, die Ereignisse zu verfälschen, sollen dazu führen, Demonstranten zu kriminalisieren, um damit zu verhindern, dass Menschen die Hauptstrecken als Aktionsraum für Protest gegen Castortransporte wahrnehmen.
Da von den Ordnungskräften der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erhoben wird, sind zu diesem Zeitpunkt weitere Informationen ohne Absprache mit einem Anwalt nicht möglich.
Wir berichten darüber weiter"
Gegendarstelllung von www.castor.de
Gegendarstellung:
Menschenblockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg um 10.50 Uhr
Um 10.55 Uhr wurde durch eine Menschenblockade für 10 Min. ein ICE aus Richtung Hamburg kurz vor Lüneburg gestoppt.
Dieser ICE war vorgewarnt, fuhr bereits seit Winsen verlangsamt und näherte sich mit niedriger Geschwindigkeit. Ca. 400 m vor der Blockade blieb er stehen. Der Vorwurf, diese Menschenblockade hätte eine Notbremsung verursacht, ist falsch.
Eine Notbremsung war nicht notwendig, denn die 20 km-lange Strecke ab Winsen reicht als Bremsweg sogar für einen Überschall-ICE aus. Gesicherten Informationen zur Folge waren Polizei und BGS über eine Blockade auf der Hauptstrecke Hamburg-Lüneburg informiert, bevor der fragliche ICE Winsen erreicht hatte.
Die Versuche, die Ereignisse zu verfälschen, sollen dazu führen, Demonstranten zu kriminalisieren, um damit zu verhindern, dass Menschen die Hauptstrecken als Aktionsraum für Protest gegen Castortransporte wahrnehmen.
Da von den Ordnungskräften der Vorwurf des gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erhoben wird, sind zu diesem Zeitpunkt weitere Informationen ohne Absprache mit einem Anwalt nicht möglich.
Wir berichten darüber weiter
viel geschrieben,
so long ...
faxen dicke
taz-Artikel zum Thema
Merkwürdig
Danach klingt die Aktion doch etwas sehr "mutig".
Die Abstandsangaben sind allerdings nicht stimmig: Als der ICE etwa 250 Meter entfernt war, ging es danach auf die Schienen und der ICE hielt dann in 200 Meter Entfernung von den Demoleuten. Also ein Bremsweg von 50 Meter? Dann fuhr der ICE wohl eher Radfahrertempo und es war in keiner Weise gefährlich oder knapp.
Was bringt das ?
Es kann sein, daß alle möglichen Ausnahmen in Betracht gezogen wurden, um schlimmes zu verhindern.
Kann ja sein!
Muss aber nicht so sein.
Ich frage mich, was soll mit der Blockade eines ICEs, ereicht werden?
Wie Naiv muss man sein, um Anzunehmen, daß die Bullen oder bestimmte Medien, eine solche Aktion nicht für ihre Zwecke nutzen?
Nichts ist einfacher, als aus der Blockade einer ICE- Strecke, eine schlimme "beinahe-Katastrophe" zu konstruieren, in der die Bullen sich beinahe selbst opfern, um das Leben von Castor -Gegnern/innen zu schützen. ( wie es ja geschehen ist)
Von: egal 13.11.2002 21:39
"Die Versuche, die Ereignisse zu verfälschen, sollen dazu führen, Demonstranten zu kriminalisieren, um damit zu verhindern, dass Menschen die Hauptstrecken als Aktionsraum für Protest gegen Castortransporte wahrnehmen."
@egal 21:39
eine solche Aktionsform eignet sich nun mal in hervorragender Weise dazu, Demonstranten zu kriminalisieren.
Und dabei ist es von geringer Bedeutung, wie gross die Entfernung des ICEs zur Blockade war, als der ICE zum stehen kam.
Es ist auch von geringer Bedeutung, ob irgendwer behauptet, die Bullen oder die DB wäre vorgewarnt gewesen.
Wer glaubt das denn?
Wer will, macht daraus eine beinahe Katastrophe, ganz einfach!
Solche Aktionsformen verfehlen ihren Zweck. Durch sie wird nichts erreicht, was der AntiCastor-Bewegung nutzen könnte und es wird nicht erreicht, daß "Aussenstehende" ein Verständnis für den Protest gegen Atomkraft aufbringen können.
Behinderung unvermeidlich, Schienendemo
Grundsätzlich ist eine gewisse Behinderung von "Zivil-verkehr bei einer Schienendemo nicht zu vermeiden.
Das trifft aber auf jede Strassendemo genauso zu.
Dabei ist die Behinderung gleich, wenn die Leute vor dem Castor sitzen und der ICE dahinter warten muss, oder die Leute vor dem ICE sitzen und der Castor dahinter warten muss.
Die Schauergeschichte mit der qualmenden Notbremse ist doch schon deshalb Fake, weil es bei eiener Gefahrenbremsung zwar ab und an wüste Funken sprüht, aber niemals qualmt.
Das weiß jeder Bahner.
Es gab 2001 in Lüneburg zwei Schienendemos auf der Hauptsrecke.
Im Mai bei einem Transport zur Plutoniumfabrik und im Nov. vor einem ICE.
In beiden Fällen gab es keinerlei Gefährdung ausser durch Bullenpügel und z.t. folterähnlicher Fesselung mit Kabelbindern.
Glaubt doch dieser Lügenzentrale kein Wort.