Bambule-Demo in Hamburg

T.Eufel 09.11.2002 19:09 Themen: Freiräume Repression
Am 09.11. trafen sich gegen 13.00 Uhr ca. 60 DemonstrantInnen, um gemeinsam mit den vorgestern aus polizeilicher "Sicherstellung" wieder auf die Strasse gelassenen Fahrzeugen der "Bambule"-Wagenburg zu demonstrieren.
Die Polizei untersagte den WagenbewohnerInnen eine Demonstration mit allen ihrer Fahrzeugen, da zu befürchten war, das es erneut zu grösseren Verkehrsbehinderungen in der Hamburger Innenstadt kommen würde. So durften lediglich zwei Wohnmobile den Umzug mitfahren. Die Polizei war allerdings, wie schon in den letzten Tagen vollkommen unverhältnismässig stark präsent. Mit mehr als 4 Wasserwerfern, 3 Räumpanzern, über vierhundert Polizeibeamten vor Ort, fast die gesamte Demonstrationsdauer liefen Behelmte im lockeren Spalier.
Die DemonstrationsteilnehmerInnen tanzten auf der Strasse, es wurden Parolen skandiert ("Schill muss weg!", "Ob Ost- Ob West-Nieder mit der Staffelmiete!" und immer wieder "Bambule!"). In Redebeiträgen wurde die "Grundrechtliche Verteidigung alternativer Lebensformen" gefordert. Die Zahl der friedlichen DemonstrationsteilnehmerInnen wuchs auf ca. 300 Personen an, es kam zu keinerlei Zwischenfällen, wobei der Strassenverkehr in der ganzen Innenstadt massiv gestört wurde (vor allem durch das grosse Polizeiaufgebot). Vorgestern konnten die WagenbewohnerInnen des am Montag freiwillig geräumten Wagenplatzes "Bambule"- Vorwerkstr ihre von der Polizei "sichergestellten" Fahrzeuge aus Hamburg-Harburg von einem "Verwahrgelände" abholen. Mit dem heutigen Demonstrationszug sollte allen Anwohnern, Nachbarn und anderen UnterstützerInnen gezeigt werden, dass die "Bambule wieder da ist".
Die Stadt Hamburg zeigt sich weiterhin nicht gesprächsbereit, um über ein Ersatzgelände zu verhandeln. "Bambule"- WagenplatzbewohnerInnen wollen allerdings immer noch selbstbestimmt in ihren zum Wohnen umgebauten Wagen in der Stadt bleiben. Das 1999 veränderte "Bauwagengesetz" verändert nicht wirklich die Situatiion. Die WagenbewohnerInnen fordern deshalb eine einfache Änderung im Baurecht, welche es grundsätzlich erlaubt in Wagen zu wohnen.
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Igitt wie die Menschen Symbole nutzen

Schill erzeugt Symbole 10.11.2002 - 00:56
Gesellschaft, Soziales
Zeitung: Bambule laut Verfassungsschutz neues Protest-Symbol





Die gewaltbereite autonome Szene in Hamburg hat nach Einschätzung des Verfassungsschutzes die Räumung des Bauwagenplatzes Bambule im Karolinenviertel als Symbol für Auseinandersetzungen mit der Staatsgewalt gewählt. Das sagte der stellvertretende Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz, Manfred Murck, der «Welt am Sonntag». Die Räumung des Bauwagenplatzes werde von der autonomen Szene und der Bauwagen-Szene genutzt, um sich zu solidarisieren.


2002-11-09 - 13:05:44


Tagesschau grüßt

Bambule-Demo in Humorburg mit 300 Leuten !

Mic. 10.11.2002 - 14:44
300 Leute kamen zusammen in die Großstadt muß ich da lesen
und beim Gottschalk in der Lesung in Düsseldorf waren mehr.
Scheiiiiiße schon wieder spukt der Zeitgeist umher denn
nicht nur Wagenplätze sollen verschwinden laut Schill und
Konsorten- es wird auch immer schwerer Leute zusammen zu
bekommen die sich solidarisieren und sonstige Aktionen
durchführen. Ein wesentliches weiteres Beispiel sei hier
noch kurz genannt so Z.B. leidet die alternative
Stadtzeitung:,, Stachel " aus Oldenburg am Schwund seiner
Redaktionsmitglieder so das die Zeitung ab diesem Monat ( vorerst) nicht mehr erscheinen wird. Ein weiteres Indiz
dafür, daß alternative Kultur gefährdet ist und z.B. euer Widerstand in Hamburg nicht nur machbar sondern nötig ist für den Fortbestand der alternativen Kultur. Mit solidarischen Grüßen von einem Taucher in eure Kultur ;-)

Habt Mut,Liebe und langen Atem

Seid zäh

Laßt euch von den Oberen nicht kaputt machen was ihr aufgebaut habt.

p.s. special greetings to an female friend in Hamburg.