Noch mehr aus Quito

estrella 01.11.2002 15:32 Themen: Globalisierung Repression Soziale Kämpfe
Die symbolische Besetzung Quitos im Rahmen der Tage des Kontinentalen Widerstandes gegen des ALCA, an der alle Völker und Nationalitäten Amerikas teilnahmen, haben gestern, am 31. Oktober, die Straßen der Hauptstadt mit Musik, Tanz, Farben und Parolen gefüllt, mit etwa 10.000 TeilnehmerInnen.
Repression gegen symbolische Besetzung Quitos

Die symbolische Besetzung Quitos im Rahmen der Tage des Kontinentalen Widerstandes gegen des ALCA, an der alle Völker und Nationalitäten Amerikas teilnahmen, haben gestern, am 31. Oktober, die Straßen der Hauptstadt mit Musik, Tanz, Farben und Parolen gefüllt, mit etwa als 10.000 TeilnehmerInnen.
Diese friedliche Demo begann Donnerstag morgen, und erreichte aus allen vier Himmelrichtungen des Landes, wo sie sich trafen, um friedlich in Richtung der Hotels Marriot und Schweiz, die Sitze der Treffen der Minister und Unternehmer; aber die Antwort, die sie von den Sicherheitskräften bekamen - unter Befehl der ecuadorianischen Regierung - war Repression.
So beklagte der Nobelpreisträger Adolfo Pérez Esquivel in einem Lokalradio, dass er nicht verstünde, worum sie dermaßen viel Tränengas auf die Indigenen, Campesinos, Arbeiter und Frauen feuerten, die mit ihren Kindern friedlich marschierten.
Seit 14.00 waren zwei verletzte Personen bekannt, unter ihnen der Präsident der Nationalen Föderationen der Grichtsarbeiter, Luis Muñoz; und mehrere Kinder unter einem Jahr erstickten fast durch die Tränengasbomben, die von der Polizei abgeschossen wurden. Insgesamt 5.000 Polizisten bewachten die Treffen der Minister und der Unternehmer.
Diese symbolische Besetzung Quitos, in der Deligierte aus 41 Ländern teilnahmen, wird aufrechterhalten bis unser Befehl den Ministern und Unternehmer überbracht wird , machte der Führer der Indigegen, Ricardo Ulcunango, heute Mittag gegenüber der Presse deutlich.

31.10. 15.30

Demonstration von 10.000 gegen das ALCA stark unterdrückt

Bauernführer prangern Repression gegen die Proteste an als ein weiteres Beispiel für das Fehlen von Freiheiten, die das Fortschreiten des sogenannten "Freihandels" mit sich bringt.

Weitere 15.000 demonstrieren gegen den Neoliberalismus in Cuenca

Um die 10.000 Campesinos, Indigene, ArbeiterInnen und StudentInnen, die in Quito auf die Straße gingen, um ihre vollständige Ablehnung des ALCA und des neoliberalen Modells deutlich zu machen, wurden heute von ecuadorianischen Sicherheitskräfte unterdrückt. Menschenrechtsgruppen haben bestätigt, dass es mindestens 5 Verletzte durch Tränengasbomben gibt, die direkt auch auf Kinder, Senioren und alle anderen TeilnehmerInnen der Demonstration geschossen wurden.
"Wieder einmal sehen wir, dass der "Freihandel" Repression und Menschenrechtsverletzungen bedeutet, weil dem Volk nicht genügend Freiheit gegeben wird, seine Ablehnung dieser Zwänge der großen Mächte auszudrücken", sagte Cesar Cabrera, Präsident der Nationalen Konföderation der Bäuerlichen Sozialversicherung (CONFEUNASSC-CNC). "Dennoch war das heute erreichte bedeutsam: Tausende Menschen haben von den Auswirkungen und Schäden des ALCA etwas erfahren; und außerdem haben wir der Welt die vollständige Ablehnung der Völker der gesamten Hemisfäre gezeigt."

Zusätzlich zu den Aktionen vor der VII Ministerkonferenz des ALCA und dem Siebten Unternehmerforum Amerikas, gab es Mobilisierungen auch in Bolivar und Machala mit mindestens 1000 Personen und in Cuenca gingen 15.000 Campesinos und KünstlerInnen auf die Strasse, zur Unterstützung der Mobilisierungen in Quito.

Die Führer der CONAIE und der CONFEUNASSC-CNC fordern, dass eine Delegation der Minister vorbeikommt, um sich mit ihnen über die Besorgnisse der Bevölkerung des Kontinents auseinander zu setzen. Diese Lösung wurde von den Behörden verweigert, während die Proteste von Tränengasbomben unterdrückt wurden.
"Wir verurteilen die Aktionen der Polizei", sagte José Encalada, ein Führer der CONFEUNASSC-CNC. "Das ALCA wird die Kultur und Ökonomie der Campesinos zerstören, die Produktionskapazität unserer Länder zersetzen; und den Transnationalen Konzernen neue Rechte geben, um unser Wasser, Gesundheits- und Bildungssysteme und andere strategische Dienstleistungen zu privatisieren. Deshalb lehnen die Völker Amerikas es ab; und die Regierungen sollten nicht nur unsere Rechte zu protestieren respektieren, sondern sich mit ihren Völkern auseinander setzen, dass sie eine alternative Integration fordern, die auf den Prinzipien der Gerechtigkeit, Wechselseitigkeit und der Diversität der Natur und der Kultur basiert."
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Ergänzungen

Presseerklaerung der sozialen Bewegungen

Judith W. 02.11.2002 - 22:01
Quito, 31 de Octubre del 2002.

Presseerklaerung: Ecuador Epizentrum des kontinentalen Widerstandes gegen das ALCA

M;it einer harschen Kritik der sozialen Organisationen Amerikas gegenueber den Wirtschaftsministern schliessen die Mobilisierungen Gegen das ALCA

Nach heftigen Zusammenstoessen zwischen den Sicherheitskraeften und den Indígena- und Campesino-Organisationen, die an dem Treffen “Otra América es Posible“ (Ein anderes Amerika ist moeglich) teilgenommen haben, zeichnen sich zwei Positionen ab: Eine, die den Freihandel bekaempft und eine andere, die eine Integration mit einem humaneren und solidarischeren Charakter vorschlaegt.

Die Ankunft der vielfaeltigen Maersche, angefuehrt von der Nationalen Konfoederation der Campesinoversicherung (CONFEUNASSC) und der Nationalen Indigenakonfoederation Ecuadors (CONAIE), denen sich hunderte weitere BewohnerInnen anschlossen, wurden von der Bevoelkerung der Hauptstadt herzlich empfangen. Die heftigen Proteste des heutigen Tages zwangen die Minister, im Rahmen ihres Gipfeltreffens 50 Deligierte aus Ecuador und ganz Amerika zu empfangen. Die Proteste breiteten sich bis Cuenca aus, der drittwichtigsten Stadt des Landes, wo 15 Tausend Menschen ihre Ablehnung des ALCA zum Ausdruck brachten. Auch in Machala, einer Provinz, die vom Bananenanbau lebt, nahmen zahlreiche Personen an einer Demonstration teil.

César Cabrera, Vorsitzender der CONFEUNASSC, gab bekannt, dass beim Treffen der Aussenminister, in einem Luxushotel in der Stadt, in bislang ungekannter Art und Weise die sozialen Sektoren des Kontinentes zur Anklage brachten, dass das ALCA unter Ausschluss der Zivilgesellschaft verhandelt worden ist. Deshalb fordern sie, dass die Verhandlungen beendet und eine Volksbefragung auf kontinentaler Ebene durchgefuehrt wird, so dass die Menschen selbst ueber ihre Zukunft bestimmen koennen.

Antonio Poso, Vorsitzender des Lateinamerikanischen Parlaments, gab bekannt, dass die Kriterien des Parlamentes in keiner Weise beruecksichtigt wuerden, (...) und forderte, dass die Kongresse ueber diese diese Art von Abkommen entscheiden.

Leonidas Iza, Vorsitzender der CONAIE, hob in seiner Rede die extreme Armut des amerikanischen Kontinentes hervor, welche sich mit dem ALCA noch verschaerfen werde. “Wir erheben unsere Stimmen, und die nordamerikanische Regierung nennt uns Terroristen. Wir bedrohen niemanden, aber wir sind es leid und wir haben Hunger.”

Mit grosser Empoerung wandten sich die Campesinos und Indígenas an den ecuatorianischen Aussenminister Dr. Heinz Moeller, und beklagten die Repression, bei der drei Kinder von acht Monaten bzw. einem Jahr druch Traenengas sowie weitere drei Personen verletzt wurden, darunter der Vorsitzende der Assoziation der Justizangestellten, Luis Muños.

Die Delegierten der sozialen Sektoren der Vereinigten Staaten beschuldigten auf englisch den US-Minister Bob Zoellick, den Widerstand in Nordamerika gegen den Freihandel zu verschweigen, (...) und hoben die schrecklichen Konsequenzen des Freihandelsabkommens Nordamerikas (NAFTA) hervor.

Zum Ende der Veranstaltung uebergaben die Indígenas und Campesinos den groessten Brief der Welt, voller Sorgen und Vorschlaege der Menschen, die sich den Karawanen angeschlossen hatten, an die Minister. Der Brief war vier Meter breit und etwa zweihundert Meter lang. Ausserdem uebergaben sie eine Erklaerung der Zivilgesellschaft der Amerikas (das Dokument ist bei indymedia veroeffentlicht), woraufhin die Minister sich aus dem Saal zurueckzogen.

Gegen 21 Uhr verliessen die Indígenas und Campesinos den Park El Arbolito mit den Fahnen der CONAIE und CONFEUNASSC, mit der Befriedigung, ihre Mission erfuellt zu haben und der Hoffnung, dass die Regierungen das ALCA nicht unterzeichnen. Sie verabschiedeten sich von Quito mit einem Blick in den Himmel, vielleicht um noch einmal zu bestaetigen, dass, wie sie sagen, die naechste Regierung ihre seien wird.

(...)

COMISION DE COMUNICACION
CONFEUNASSC-CNC.
CONAIE.

Contactos:
Doris Trujillo, CONFEUASSC-CNC, 097 294 165
Cesar Cabrera, CONFEUNASSC-CNC, 097 650 805