Antifaschistische Proteste in Suhl unter massiver Repression
Am vergangenen Wochenende fand in Suhl die erste Nazi- Demonstration seit acht Jahren statt. Die antifaschistischen Aktivitäten gegen den Aufmarsch standen von Beginn an unter starker Repression. Die Innenstadt wurde in zwei Hälften aufgeteilt, mehr als 60 GegendemonstrantInnen festgenommen sowie unzählige Platzverweise ausgesprochen. Unter dessen marschierten die Nazis gut geschützt durch Teile der Suhler Innenstadt.
Dies ist der Versuch einer Zusammenfassung über das vergangene Wochenende in Suhl.
Dies ist der Versuch einer Zusammenfassung über das vergangene Wochenende in Suhl.
Antifaschistische Proteste in Suhl unter massiver Repression
Knapp 100 Nazis versammelten sich am Samstag auf dem Marktplatz im südthüringischen Suhl. Unter dem Motto: "Dem Antifa- Terror entgegentreten", zogen sie auf verkürzter Route durch die Suhler Innenstadt. Redner war u.a. der Hamburger Neonazi Christian Worch. Einige rechte Teilnehmer reisten auch aus anderen Bundesländern an.
Es war die erste Suhler Nazi- Demo seit acht Jahren.
Fast zeitgleich fand eine vom DGB angemeldete Gegenkundgebung und Demonstration am Platz der dt. Einheit statt. Diese wurde erst am Freitag Vormittag vom Landgericht Meiningen genehmigt. Gegenkundgebungen von PDS und Suhler Friedeninitiative sind im Vorfeld verboten worden. Schon vor Beginn der DGB- Kundgebung gab es die ersten Festnahmen und Platzverweise. An der Gegendemo beteiligten sich knapp 300 Menschen.
Warum es am Ende doch relativ wenig Gegendemonstranten waren, hat sicherlich viele Gründe.
Die Mobilisierungszeit betrug nicht mal zwei Wochen, die meisten haben erst am Samstag früh, neben den Unwetterwarnungen in der Zeitung erfahren, dass Gegenkundgebung und Demo nun doch erlaubt sind.
Von dieser Seite ist die Polizeitaktik gut aufgegangen.
Einige "Antideutsche" haben im Vorfeld sogar zum Boykott der Anti- Naziproteste in Suhl aufgerufen. Sie begründeten dies mit der möglichen Teilnahme einer antiimperialistischen Gruppe, die ebenfalls zu Gegenaktivitäten aufgerufen hatte.
Bemerkenswert ist auch, dass es nach dem Verbot der Saalfeld- Demo 1997, in Thüringen einen erneuten Versuch gab, eine antifaschistische Gewerkschaftsdemo zu verbieten. Der gegenwärtige Chef der Polizeiinspektion Suhl H. Schulz, war 1997 übrigens stellvertretender Chef der Polizeiinspektion Saalfeld.
Erfreulich war jedoch, dass besonders viel Junge Menschen aus Suhl und Umgebung an den Protesten teilnahmen.
Die Gegendemo stand von Beginn an unter völlig extremen Auflagen. So waren sowohl Frontransparente(!), Seitentranspis und laut Bekanntgabe des Anmelders, auch das Rufen von "radikalen" Parolen verboten!
Die Polizei war mit einigen Hundertschaften und Hubschrauber in und über dem Suhler und Zella-Mehliser Stadtgebiet im Einsatz. Darunter auch die berüchtigte BFE- ("Bewaffnete Fascho Einheit") Schlägertruppe aus Erfurt.
Auch während der DGB- Demo wurden TeilnehmerInnen wegen angeblicher Vermummung, Beleidigung etc. festgenommen. Auf Höhe der Senfte Kreuzung wurde die Demonstration von der Polizei gestoppt. Der DGB- Anmelder forderte die "Parolen rufenden Teilnehmer" auf, den Demonstrationszug zu verlassen. Sonst würde dies die Polizei erledigen. Für besondere Erregung sorgten offenbar die Parolen "Nie wieder Deutschland" und "Ob grün - ob braun - Nazis in die..." Die Büttel zogen zugleich ein noch dichteres Spalier auf. Bis dahin wurde bereits jeder Demonstrant aus allen nur erdenklichen Perspektiven gefilmt. Nach einer halbe Stunde "Verhandlungen" ging die Demo dann doch weiter. Bis auf Einzelne ist niemand den Ausschlussaufforderungen nachgekommen des Anmelders nachgekommen. Auch Parolen wurden weiterhin gerufen. Auf Höhe der B247 wurde der Versuch einer Sitzblockade bereits im Ansatz durch die Polizei aufgelöst. Die beteiligten DemonstrantInnen wurden umgehend festgenommen.
Unter dessen war die Fascho- Demo in Begleitung eines doppelt so großen Polizei- Kontingents bereits in Bewegung. Mit verkürzter Route, und unter der Auflage keine Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln zu tragen, marschierten sie gut geschützt durch die Suhler Innenstadt.
Offenbar sah die polizeiliche Taktik vor, beide Demonstrationen gleichzeitig, und somit gut voneinander getrennt beginnen zulassen. So begann die DGB- Demo auf Druck der Einsatzleitung völlig plötzlich und viel früher als geplant.
Am Ende der Gegendemo gab es dann die von der Polizei schon lang ersehnten Massenfestnahmen. Zwischen ehem. Kaufhof und Lauterbogencenter kesselte sie zahlreiche Demonstranten ein. Zuvor versuchten AntifaschistInnen ein Grüppchen Nazi- Skins beim Bier kaufen zu stören. Der psychisch und sichtbar völlig überforderte Polizeieinsatzleiter Schulz wies seine Lakaien daraufhin an, ca. 40 Gegendemonstranten wahllos festzunehmen.
Für den Abtransport stellte die Städtische Nahverkehrs-gesellschaft SNG einen ganzen Linienbus zur Verfügung. Abtransportiert wurden die Gefangenen in einem zur GeSa umfunktionierten Garagenkomplex. Zusätzlich wurden Dutzende Platzverweise im gesamten Stadtgebiet verteilt. Unter den Festgenommenen befanden sich auch zwei Kinder.
Wie der Ermittlungsausschuss mitteilte, wurden die meisten Gefangenen noch vor 22 Uhr wieder frei gelassen bzw. den Eltern übergeben. Auch der "Knastabholgruppe" sowie Angehörigen wurden Platzverweise am Gelände der Polizeidirektion Suhl ausgesprochen.
Die Rote Hilfe Südthüringen kündigte bereits die Veröffentlichung einer kleinen Sonderbroschüre zu den Ereignissen in Suhl an.
Pressebilder gibt es auch unter:
http://www.indymedia.de/2002/10/32560.shtml
Knapp 100 Nazis versammelten sich am Samstag auf dem Marktplatz im südthüringischen Suhl. Unter dem Motto: "Dem Antifa- Terror entgegentreten", zogen sie auf verkürzter Route durch die Suhler Innenstadt. Redner war u.a. der Hamburger Neonazi Christian Worch. Einige rechte Teilnehmer reisten auch aus anderen Bundesländern an.
Es war die erste Suhler Nazi- Demo seit acht Jahren.
Fast zeitgleich fand eine vom DGB angemeldete Gegenkundgebung und Demonstration am Platz der dt. Einheit statt. Diese wurde erst am Freitag Vormittag vom Landgericht Meiningen genehmigt. Gegenkundgebungen von PDS und Suhler Friedeninitiative sind im Vorfeld verboten worden. Schon vor Beginn der DGB- Kundgebung gab es die ersten Festnahmen und Platzverweise. An der Gegendemo beteiligten sich knapp 300 Menschen.
Warum es am Ende doch relativ wenig Gegendemonstranten waren, hat sicherlich viele Gründe.
Die Mobilisierungszeit betrug nicht mal zwei Wochen, die meisten haben erst am Samstag früh, neben den Unwetterwarnungen in der Zeitung erfahren, dass Gegenkundgebung und Demo nun doch erlaubt sind.
Von dieser Seite ist die Polizeitaktik gut aufgegangen.
Einige "Antideutsche" haben im Vorfeld sogar zum Boykott der Anti- Naziproteste in Suhl aufgerufen. Sie begründeten dies mit der möglichen Teilnahme einer antiimperialistischen Gruppe, die ebenfalls zu Gegenaktivitäten aufgerufen hatte.
Bemerkenswert ist auch, dass es nach dem Verbot der Saalfeld- Demo 1997, in Thüringen einen erneuten Versuch gab, eine antifaschistische Gewerkschaftsdemo zu verbieten. Der gegenwärtige Chef der Polizeiinspektion Suhl H. Schulz, war 1997 übrigens stellvertretender Chef der Polizeiinspektion Saalfeld.
Erfreulich war jedoch, dass besonders viel Junge Menschen aus Suhl und Umgebung an den Protesten teilnahmen.
Die Gegendemo stand von Beginn an unter völlig extremen Auflagen. So waren sowohl Frontransparente(!), Seitentranspis und laut Bekanntgabe des Anmelders, auch das Rufen von "radikalen" Parolen verboten!
Die Polizei war mit einigen Hundertschaften und Hubschrauber in und über dem Suhler und Zella-Mehliser Stadtgebiet im Einsatz. Darunter auch die berüchtigte BFE- ("Bewaffnete Fascho Einheit") Schlägertruppe aus Erfurt.
Auch während der DGB- Demo wurden TeilnehmerInnen wegen angeblicher Vermummung, Beleidigung etc. festgenommen. Auf Höhe der Senfte Kreuzung wurde die Demonstration von der Polizei gestoppt. Der DGB- Anmelder forderte die "Parolen rufenden Teilnehmer" auf, den Demonstrationszug zu verlassen. Sonst würde dies die Polizei erledigen. Für besondere Erregung sorgten offenbar die Parolen "Nie wieder Deutschland" und "Ob grün - ob braun - Nazis in die..." Die Büttel zogen zugleich ein noch dichteres Spalier auf. Bis dahin wurde bereits jeder Demonstrant aus allen nur erdenklichen Perspektiven gefilmt. Nach einer halbe Stunde "Verhandlungen" ging die Demo dann doch weiter. Bis auf Einzelne ist niemand den Ausschlussaufforderungen nachgekommen des Anmelders nachgekommen. Auch Parolen wurden weiterhin gerufen. Auf Höhe der B247 wurde der Versuch einer Sitzblockade bereits im Ansatz durch die Polizei aufgelöst. Die beteiligten DemonstrantInnen wurden umgehend festgenommen.
Unter dessen war die Fascho- Demo in Begleitung eines doppelt so großen Polizei- Kontingents bereits in Bewegung. Mit verkürzter Route, und unter der Auflage keine Springerstiefel mit weißen Schnürsenkeln zu tragen, marschierten sie gut geschützt durch die Suhler Innenstadt.
Offenbar sah die polizeiliche Taktik vor, beide Demonstrationen gleichzeitig, und somit gut voneinander getrennt beginnen zulassen. So begann die DGB- Demo auf Druck der Einsatzleitung völlig plötzlich und viel früher als geplant.
Am Ende der Gegendemo gab es dann die von der Polizei schon lang ersehnten Massenfestnahmen. Zwischen ehem. Kaufhof und Lauterbogencenter kesselte sie zahlreiche Demonstranten ein. Zuvor versuchten AntifaschistInnen ein Grüppchen Nazi- Skins beim Bier kaufen zu stören. Der psychisch und sichtbar völlig überforderte Polizeieinsatzleiter Schulz wies seine Lakaien daraufhin an, ca. 40 Gegendemonstranten wahllos festzunehmen.
Für den Abtransport stellte die Städtische Nahverkehrs-gesellschaft SNG einen ganzen Linienbus zur Verfügung. Abtransportiert wurden die Gefangenen in einem zur GeSa umfunktionierten Garagenkomplex. Zusätzlich wurden Dutzende Platzverweise im gesamten Stadtgebiet verteilt. Unter den Festgenommenen befanden sich auch zwei Kinder.
Wie der Ermittlungsausschuss mitteilte, wurden die meisten Gefangenen noch vor 22 Uhr wieder frei gelassen bzw. den Eltern übergeben. Auch der "Knastabholgruppe" sowie Angehörigen wurden Platzverweise am Gelände der Polizeidirektion Suhl ausgesprochen.
Die Rote Hilfe Südthüringen kündigte bereits die Veröffentlichung einer kleinen Sonderbroschüre zu den Ereignissen in Suhl an.
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Widerstand !!!
Diese extreme form von Demonstrationseinrechtseinschränkung, Einschüchterung und Parteinahme für Neonazis durch die Polizei ist absolut nicht mehr hinnehmbar!
Dies darf auch nicht so hingenommen werden, weil die Cops sonst meien sie könnten in Zukunft, und auch woanders genauso vorgehen. Deshalb muss auf allen Ebenen dagegen vorgegangen werden!
Sowohl was die superdreisten Demoauflagen angeht - da mischt sich zum Glück ja schon die Rote Hilfe ein. Aber auch pol. durch Öffentlichkeitsarbeit und Pressearbeit. Aber letztendlich liegt es an uns, was wir praktisch auf der Strasse durchsetzten, konkret wird unser Recht erst dann real, wenn wir es uns nehmen. Das gilt besonders für unser Demorecht.
Für Antideutsche oder Exlinke die meinen öffentlich zum Boykott einer wichtigen Anti-Nazi Aktion Aufrufen zu müssen habe ich erstmal kein Verständnis!
Eigendlich sollten wir wie in Saalfeld 1998 (?) eine bundesweite Antifa Demo organisieren. Leider hat das die Bewegung zur Zeit nicht "im Kreuz", leider auch, weil in letzter Zeit einzelne Gruppen völlig eigenmächtig und unreflektiert ihre Demo zur "bundesweiten Demo" ausrufen. Das fehlen einer Bundesweiten struktur tut da Ihr übriges, gute Regionalvernetztung wiederum kann einiges ausgleichen.
Aber auf Solidarität - die eine Waffe sein kann - könnt Ihr trotzdem noch zählen!
und wie ist es mit deinem rechtsverständnis
und wie ist es mit deinem rechtsverständnis
Solidarität mit allen Festgenommenen.
Nazis aufs Maul
"Antideutsche"
@xyz
Stimmt, vielleicht sollte mensch diese Leute wirklich nicht als "antideutsch" abtun. Wohl er als das was sie wirklich sind, coole (meist) Erfurter Obermackerautonome mit einen Hang zur Selbstdarstellung.
Die sonst komischerweise auch kein Problem mit schwulenfeindlichen parolengrölenden Erfurter Hools auf ihren Demos haben. Aber im Gegenzug von den Suhlern die Distanzierung von antiimperialistischen Gruppen einfordern.
Von diesen Leuten hielt es anscheinend auch niemand für nötig, die Gegenkundgebung der Anarcho Gruppe F.U.R.A. (organisiert in ATAG) in Meiningen zu unterstützen.
vielleicht
wurden da wirklich linke zusammengeschlagen? wenn ja, koennt ich's ja verstehen, dass da leute keinen bock haben hinzufahren, wenn diese leute dann auch da sind. haette dann auch eigentlich nicht unbedingt was mit antideutsch/antiimp oder so zu tun.
rkl etc.
gleichwohl schlage ich vor, auf dem teppich zu bleiben. der aufruf, zu hause zu bleiben, kam von einer einzelperson.
wenn andere thüringer antifas zuhause geblieben sind, muss sich sich suhl gedanken machen, warum.
re: julie
Bei dem Prügelvorwurf handelte es sich um eine Sache bei einer Suhler Antifa- Demo. Kurz und knapp gesagt, ein "Antideutscher" schlug ohne Vorwarnung auf einen Jugendlichen mit Pali- Fahne ein, und wollte ihm das Teil klauen. Offenbar rechnete der Angreifer nicht mit Gegenwehr und schaute ziemlich doof aus der Wäsche, als er was auf die Nase bekam. Der ganze Vorgang dauerte nicht mal eine Minute. Diente aber den "Antideutschen" für ihre Opferlegenden. Diese behaupten wohl bis heute, dass einer ihrer Genossen bewusstlos war, und sie Opfer einer "völkischen" Prügelattacke waren.
Leider (für sie) haben fast 400 Leute gesehen wie es wirklich war.
es ist nicht so - wie es noch niemals war
hooligans und philosophen
von einem "Erfurter OberSuperAntifaCheckerMAcker mit Bereitschaft zur Auseinandersetzung!!
merci
vielleicht solltet ihr euch aber einfach mal zusammensetzen und zumindest eine art minimalkonsens finden. in der art: "keine physische gewalt unter linken", oder so.
dann sind vielleicht, auch wenn mensch sich sonst nichts zu sagen hat, wenigstens gemeinsame antifa aktionen moeglich.
9.November Weimar
Können wir mal alle Differenzen zur Seite legen und uns darauf konzentrieren, daß der Feind rechts steht?
9. November Weimar - gemeinsam den Fascho-Umzug angreifen!
treffpunkt