Kulturgeschichte
Kommt vor das man einen Comment unter einen Schrottbeitrag setzt. Der wird zurecht gelöscht und damit ist auch n gelungener Beitrag weg, gut, der macht ja dann auch keinen Sinn mehr. Den Beitrag zur linken Kulturgeschichte der Sauberkeit will ich daher nochmal reinsetzen, zumal es ein Thema ist, das aus der linken Geschichte nicht wegzudenken ist. Wer heut rumrennt, als sei er die letzten 10 Jahre per Anhalter quer durch die Galaxis gereist, sollte was über seine Vorbilder und den Hintergrund wissen.
Die Zeichnung stellt eine Scene von 78 dar. Hab kein Foto von, daher aus dem Gedächtnis nachgezeichnet.
Die Zeichnung stellt eine Scene von 78 dar. Hab kein Foto von, daher aus dem Gedächtnis nachgezeichnet.
Wir erinnern uns (nicht alle) an die 60ziger Jahre. Sauberkeit war oberstes Gebot und als Kind wurd man zur Reinlichkeit erzogen. In Jeans und Turnschuhe in die Vorlesung? Undenkbar. Betrachten wir Fotos von 68, so stellen wir verwundert fest, die Studenten sahen aus wie Bankangestellte in der Mittagspause. Zwar war das schon die Zeit der Hippies doch die Mehrheit beachtete noch die bürgerliche Kleiderordnung. In den 70zigern wandelte sich das Bild. Als Kind stets sauber gekleidet, endlich dem Druck entflohen, begann man als Trotzreaktion das genaue Gegenteil zu machen. Das verrottete Outfit wurde zum Erkennungszeichen wie das Pallituch, die langen Haare und der wildwuchernde Bart. Das Outfit wurde zur Abgrenzung gegen die bürgerliche Welt aber auch gegen die aufkommenden Parteisekten. Hier wurde auf "proletarisches Aussehen" Wert gelegt, zumindest was man da dafür hielt. Haare kurz und Bart ab. Was sollen denn die Arbeiter vorm Werktor denken? Wie sehen denn die aus, wascht euch erstmal. Witzigerweise entsprach dies keineswegs dem Aussehen der Arbeiterjugendlichen, die eher lockerer rumliefen. Und genau mit dem Nachwuchs hatten diese Parteien ihre liebe Not, sahen nicht gerade aus wie die Jungpioniere auf den Aufmärschen in Ostberlin. Sauber, frisch gekämmt in ordentlicher Uniform, so wollte auch die DKP ihren Nachwuchs haben. Doch da mußte man etwas tolerant sein, soviele hatten sie von denen ja doch nicht. Die Vertreter der ML-Sekten wie auch DKP oder GIM erkannte man schon von weitem, heut würd man etliche von denen für BWL Studenten halten. Als In den 70igern Fritz Teufel in einen Anfall geistiger Umnachtung (oder Genialität) für die KPD (Semmler/Horlemann) kanidierte, schäumte die Konkurrenz von der KPD/ML, wir entblöden euch(Arbeiter) nicht mit Haschkommunetypen wie Fritz Teufel. Tatsächlich war es von einiger Bedeutung, mehr als alle Parolen provozierten lange Haare die Öffentlichkeit. Wenn man solche Veränderungen zulässt, dann könnt ja mal alles anders werden und die produzierte Angst und Hass, langhaarige Affen, kennt man noch, ebenso die Karrikaturen aus der Welt. In Deutschland ist man eben ordentlich, man legt Europa in Schutt und Asche aber gekämmt und in gebügelter Uniform.
In den 70igern wurde es alltäglicher und zum Markenzeichen der Schüler und Studenten, ein Stück alternativer Alltagskultur. Hilfreich im Sommer beim Rumreisen, wenn man eh recht verkommen aussah oder später in besetzten Häusern wo die Möglichkeiten zur Sauberkeit eh etwas beschränkt waren. Zwar kam man so in keiner Nobeldisco rein, man hatte eh seine eigenen Zentren.
Solang die Leut jung waren, konnten sie auch so rumlaufen, später änderte sich das. Wer auf die 30 zugeht will sich nicht noch älter machen und vor allem die Frauen änderten irgendwann ihr Erscheinungsbild. Weg mit den lila Latzhosen, her mit der Brigitte. War es noch im Zusammenhang mit dem Feminismus üblich, sich möglichts unansehnlich zu machen, legte sich das beizeiten. Davon abgesehen, es hatte sich ausprovoziert, schocken konnte man damit niemand mehr. Spätestens mit Eintritt in die Arbeitswelt mußten Kompromisse gemacht werden.
78 schon. Am 17.6.78 gab es in Frankfurt mal wieder ne fette Demo gegen die Nazis. Zwei Teilnehmer kamen auf die Idee, sich wie die zwei Gestalten in der Karrikatur einer Frankfurter Scenezeitung auszustatten und zogen so auf die Demo. Habs etwa so nachgezeichnet. Die FAZ wütete hinterher; Manch professionellen Beobachter der Scene packte das Grausen, als er Personen ansichtig wurde, die vor Schmutz starrten und deren Verhalten auch nicht gerade von Ernsthaftigkeit zeugte.
Bis in die 80ziger blieb es üblich, rumzulaufen als käm man grad vom Hippitrail aus Afghanistan oder hätte die letzten Nächt in der Mülltonne verbracht, bei den Autonomen war es eh Markenzeichen und unvergessen, das Erscheinungsbild der Grünen im Bundestag, einschließlich Fischers Turnschuhe (die sind heute im Offenbacher Ledermuseum zu bewundern). Aber Kleidung die was aushält und einen nicht behindert war eh nötig, etwa bei den 48 Stundeneinsätzen an der Startbahn oder bei Demos die jederzeit in Putzdemos umschlagen konnten.
Ab Mitte der 80ziger war das Spiel ausgereizt. Nichtmal die Punks provozirten noch und es wurde endgültig zu einer Marotte von wenigen Jugendlichen bzw einer Scene die aus ihrer geschlossenen Welt den Ausgang nicht mehr findet. Beeindrucken lässt sich davon niemand mehr und wer heut etwa in Berlin rumläuft als wär die Müllkippe sein Zweitwohnsitz, macht sich allenfalls zur Lachnummer. In Xberg solls gerüchteweise noch solche Gespenster geben, die rumlaufen als kämen sie grad von der Schlacht vom Winterfeldplatz. S gibt immer Leute die nicht mitbekommen haben, das der Krieg aus ist.
Und heut? Schaut man sich selbst in Xberg um, so stellt man vor allem in Sommer fest, Mode ist kein Fremdwort und auch da wollen jüngere Frauen nicht wie ne Emmakarrikatur aussehen. Vor allem Türkinnen, die sich von der traditionellen Kleiderordnung abgesetzt haben und deren türkische Herkunft man nur noch erkennt, wenn sie türkisch reden.
Zurück in die Vergangenheit? Ich lauf nichtmal heut rum wie n BWLer aber der wildwuchernde Bart ist heut eher das Kennzeichen der Islamisten und als das Bild des amerikanichen Taliban über die Glotze flimmerte, erschien der echt wie ein Gespenst aus ferner Vergangenheit. So etwa sahen die Afghanistantouries aus, als sie noch zum kiffen hinfuhren.
In den 70igern wurde es alltäglicher und zum Markenzeichen der Schüler und Studenten, ein Stück alternativer Alltagskultur. Hilfreich im Sommer beim Rumreisen, wenn man eh recht verkommen aussah oder später in besetzten Häusern wo die Möglichkeiten zur Sauberkeit eh etwas beschränkt waren. Zwar kam man so in keiner Nobeldisco rein, man hatte eh seine eigenen Zentren.
Solang die Leut jung waren, konnten sie auch so rumlaufen, später änderte sich das. Wer auf die 30 zugeht will sich nicht noch älter machen und vor allem die Frauen änderten irgendwann ihr Erscheinungsbild. Weg mit den lila Latzhosen, her mit der Brigitte. War es noch im Zusammenhang mit dem Feminismus üblich, sich möglichts unansehnlich zu machen, legte sich das beizeiten. Davon abgesehen, es hatte sich ausprovoziert, schocken konnte man damit niemand mehr. Spätestens mit Eintritt in die Arbeitswelt mußten Kompromisse gemacht werden.
78 schon. Am 17.6.78 gab es in Frankfurt mal wieder ne fette Demo gegen die Nazis. Zwei Teilnehmer kamen auf die Idee, sich wie die zwei Gestalten in der Karrikatur einer Frankfurter Scenezeitung auszustatten und zogen so auf die Demo. Habs etwa so nachgezeichnet. Die FAZ wütete hinterher; Manch professionellen Beobachter der Scene packte das Grausen, als er Personen ansichtig wurde, die vor Schmutz starrten und deren Verhalten auch nicht gerade von Ernsthaftigkeit zeugte.
Bis in die 80ziger blieb es üblich, rumzulaufen als käm man grad vom Hippitrail aus Afghanistan oder hätte die letzten Nächt in der Mülltonne verbracht, bei den Autonomen war es eh Markenzeichen und unvergessen, das Erscheinungsbild der Grünen im Bundestag, einschließlich Fischers Turnschuhe (die sind heute im Offenbacher Ledermuseum zu bewundern). Aber Kleidung die was aushält und einen nicht behindert war eh nötig, etwa bei den 48 Stundeneinsätzen an der Startbahn oder bei Demos die jederzeit in Putzdemos umschlagen konnten.
Ab Mitte der 80ziger war das Spiel ausgereizt. Nichtmal die Punks provozirten noch und es wurde endgültig zu einer Marotte von wenigen Jugendlichen bzw einer Scene die aus ihrer geschlossenen Welt den Ausgang nicht mehr findet. Beeindrucken lässt sich davon niemand mehr und wer heut etwa in Berlin rumläuft als wär die Müllkippe sein Zweitwohnsitz, macht sich allenfalls zur Lachnummer. In Xberg solls gerüchteweise noch solche Gespenster geben, die rumlaufen als kämen sie grad von der Schlacht vom Winterfeldplatz. S gibt immer Leute die nicht mitbekommen haben, das der Krieg aus ist.
Und heut? Schaut man sich selbst in Xberg um, so stellt man vor allem in Sommer fest, Mode ist kein Fremdwort und auch da wollen jüngere Frauen nicht wie ne Emmakarrikatur aussehen. Vor allem Türkinnen, die sich von der traditionellen Kleiderordnung abgesetzt haben und deren türkische Herkunft man nur noch erkennt, wenn sie türkisch reden.
Zurück in die Vergangenheit? Ich lauf nichtmal heut rum wie n BWLer aber der wildwuchernde Bart ist heut eher das Kennzeichen der Islamisten und als das Bild des amerikanichen Taliban über die Glotze flimmerte, erschien der echt wie ein Gespenst aus ferner Vergangenheit. So etwa sahen die Afghanistantouries aus, als sie noch zum kiffen hinfuhren.
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Ergänzungen
SAUL PAUL SIRUPSMAUL
Dann warte erst mal bis die Fachleute Bereich
Braune in Birkenstocks, Braune mit Vegano Rasta Locken, ............................................
zum bart des taliban
smash the control images
das indy-traumpärchen!!
Mal ne Frage ab saul
saul mach weiter so!
Saul und Nina sind bestimmt eine Einzige!
Schizophrenie wäre dann der Fachausdruck!
@Frager
Nee Alter wir sind doch Zwei!
Ich will die Revolution!
Für Frieden! Für Freiheit! Für Gerechtigkeit! Für Alle! Weltweit!