ALCArajo

Judith W. 29.10.2002 17:44 Themen: Globalisierung
Erste Strassenaktion gegen das ALCA Treffen in Quito/Ecuador
Heute, dienstag, startete die erste demonstration gegen das 7. ALCA-Ministertreffen (ALCA = Freihandelszone der Americas) in Quito. Etwa siebzig bunte leute versammelten sich in der Universidad Salesiana und nahmen sich die strasse mit transparenten, fahnen, salsamusik und – oh wunder – sommerlichen sonnenschein. Die zwei blocks bis zum swiss-hotel, wo sich die unternehmer und manager der amerikanischen staaten zur vorberatung treffen, erinnerten eher an eine love-parade. Die cops glaenzten durch abwesenheit; nur am hotel selbst waren eine handvoll ( aber dafuer schwerbewaffnete ) sondereinsatzkommandos zu sehen.
Diese stellten zusammen mit den managern und Diplomaten, die etwas irritiert aus den hotelfenstern lukten, das publikum, als sich vier compas die hosen runterliessen und auf ihren hinterteilen ein grosslettern: ALCArajo zu lessen war.

Die cops blieben auch dabei stoisch, nur ein busfahrer konnte nicht genug solidaritaet aufbringen und versuchte, sich durch die strassenblokade durchzudraengeln. Dabei ging denn leider ein vorderlicht zu bruch. Nach einer viertelstunde wurde die kundgebung aufgeloest und die demo machte sich auf den rueckweg.

Zu guter letzt wurden noch ein unbewacht abgestellter wasserwerfer und ein zufaellig vorbeifahrender militaerpanzer bunt eingesprueht.

Als auftaktveranstaltung war diese kleine aktion recht ermutigend, angesichts der tatsache dass die ecuadorianischen menschenrechtsgruppen mit einer enormen repression waehrend der aktionstage rechnen. Fuer den morgigen sonntag werden die widerstandskarawanen, die seit einigen tagen aus allen himmelrichtungen nach Quito unterwegs sind, in der hauptstadt erwartet. Das ministertreffen selbst wird erst am Donnerstag beginnen und dauert bis freitag, 1. November. In diesen tagen werden um die 20.000 menschen gegen die neoliberale zumutung namens ALCA, gegen den Plan Colombia und die militarisierung Lateinamerikas in Quito demonstrieren.

Unter www.ecuador.indymedia.org gibt’s permanent Berichte Fotos + Videos ueber die proteste

ALCArajo!

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Ergänzungen

danke für den Bericht

XpoisonfreeX 29.10.2002 - 18:42
Danke für den Bericht, echt informativ.
Könntest du weitere Übersetzungen oder so liefern??? Oder nen direkten Link zu den Videos und Bildern?
Vollste Solidarität mit Ecuador und dem Rest von Süd Amerika.

al alca ni cagando

radak 30.10.2002 - 04:45
an eine love parade hat mich die heutige demo nicht gerade erinnert. es waren 7 compas die ihre ärsche gegen das hotel zeigten und auf denen stand: al alca ni cagando! nicht alcarajo, aber egal. die organisatorInnen der marcha waren die leute der red autónoma de desobedientes antikapitalistas, radak. ob morgen 20 000 leute kommen ist fraglich bzw. von den veranstaltern etwas übertrieben. hoffentlich werden es mehr als 5000. starke repression wird eigentlich anhand der aktuellen wahlkampfsituation und der anti alca haltung vieler ecuatorianischer industrieller nicht erwartet. bueno, trotzdem guter bericht da schnell. hasta la victoria - j.r.

Chimbo 03.11.2002 - 13:02
Und was ist jetzt eigentlich die Kritik der Indigenas? Ich war selbst lange Zeit in Ecuador, und es ist einfach so, dass die Stadtbevölkerung in Quito nicht unbedingt auf die traditionellen Güter der Indigenas stehen. Mir kommt der Protest vor, als würden die Indigenas für mehr Protektion und gegen Veränderungen kämpfen. Ein sinnloses Unterfangen und der Nutzen für den Rest der Bevölkerung ist nicht abzusehen. Schlagworte wie "US-amerikanische Kolonie" können doch nur gültig sein, wenn man zuerkennt, dass die Idigenas am Markt vorbei produzieren, weil ihr Selbstverständnis auf eine starre unbewegliche Kultur und Produktionsweise gerichtet sind. Was würde man wohl sagen, wenn hier durch München Allgäuer Almbauern protestierend marschieren, damit ihre Produktionsweise vor allen anderen geschützt wird? Hier bei indy.org wird so getan, als seien diese Proteste per se zum Wohle Südamerikas. Meiner Meinung ist genau das Gegenteil der Fall. Freihandel ist eine Chance, aus traditionellen Restriktionen und Protektionen auszubreichen. Insofern sind solche Proteste Hilfeschreie einer Minderheit und sind - in einem demokratischen Kontext - kritisch zu reflektieren. Meine Sympathien für die protestierenden Indigenas sind deshalb begrenzt, wenn überhaupt, dann tuen sie mir leid.

ich glaub nicht, daß du da warst

03.11.2002 - 13:22
unter anderem namen behauptest du in genaua gewesen zu sein - bist wohl eher ein troll?