Wozu wir eine ökologische Zeitenwende brauchen
Interview zu ökonomischen Blockaden für eine ökologische Wende, zur Zukunftsforschung und Kritik an der Atompolitik der Bundesregierung, Hinweis auf meine neue Publikation
Wozu brauchen wir eine ökologische Zeitenwende?
Ein Interview mit dem Umweltautor Marko Ferst
In ihrem neuen Buch ,,Wege zur ökologischen Zeitenwende", das sie zusammen mit Rudolf Bahro und Franz Alt veröffentlicht haben, sprechen sie davon, wir bräuchten große gesellschaftliche Umbrüche. Wie meinen sie das?
Unsere reichen Industriegesellschaften wurden besonders in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr auf Kosten zukünftiger Lebenschancen mit mehr Wohlstand auf-gerüstet. Wir müssen, die Energie, die wir unbedingt noch brauchen in wenigen Jahren vollständig aus erneuerbarer Energie gewinnen, aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Wenn wir viel weniger verbrauchen, weil wir einen Großteil eingespart haben, die Energie überall deutlich effizienter nutzen, wird dies keine Unmöglichkeit mehr sein. Natürlich müssen die Energiekonzerne von der Gesellschaft in die Schranken gewiesen werden.
Sie wollen auch die Stoffströme reduziert wissen?
Wir brauchen eine intelligente Selbstbegrenzung und es wird keinen Sinn haben, weiter auf eine Ökonomie zu setzen, die ständige Wachstumsraten voraussetzt. Mit der jetzigen globalisierten Plutokratie ist der Absturz in ein dunkles Zeitalter unvermeidlich. Wir können nicht jeden Tag mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre jagen und glauben wir kommen mit heiler Haut davon. Das ist Traumtänzerei. Das Wirtschaftsvolumen in den Industrieländern muß radikal schrumpfen, die meisten Produkte können aber auch mit einem viel kleineren ökologischen Fußabdruck hergestellt werden. Konsequenzen hat dies selbstverständlich für den ganzen Lebens-stil, den wir uns leisten dürfen.
Gibt es denn Maße für ökologisches Wirtschaften? Wieviel Treibhausgase müßten wir denn einsparen?
In der Studie ,,Zukunftsfähiges Deutschland" empfiehlt man, die CO2 -Emissionen bis 2050 in den Industriestaaten um 90 Prozent zu senken, damit Entwicklungsmöglichkeiten für die armen Länder der Erde eingeräumt werden können und global der Ausstoß um 50 bis 60 % gesenkt werden kann. Damit blasen wir dann aber immer noch jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre, und was davon in der Stratosphäre ankommt, ist ungefähr 100 Jahre klimaaktiv. Wir packen also nach wie vor jedes Jahr auf die schon vorhandenen Altlasten riesige CO2 -Pakete zusätzlich oben auf. Das kann gar nicht gut gehen. Wir dürfen uns vor allen Dingen mit dem Abspecken nicht ein halbes Jahrhundert Zeit nehmen, und klar ist auch: 90% Reduktion an Klimagasen in den Industriestaaten wird nicht ausreichen. Damit steht unsere gesamte technische Infrastruktur, unser bisheriges Wirtschaftsvolumen zur Debatte. Es reicht nicht aus, in die bisherige unökologische Industriestruktur ein Stockwerk Umwelttechnologie hineinzumontieren.
Sie engagieren sich gesellschaftlich für einen sofortigen Atomausstieg. Hat sich das mit dem rot-grünen Konsens nicht erledigt?
Das kann ich nicht erkennen. Bei den Castorblockaden besetzte ich wie viele andere auch die Gleise. Ich sehe weiterhin friedlichen aber vehementen Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung nötig. Sinnvoll wäre auch mal in Politik und bei der Polizei nachzudenken, ob es so klug ist das Wendland jedesmal in einen Polizeistaat zu verwandeln. Bei dieser Art von Staatsbürgerkundeunterricht züchtet man sich selbst ziemlich vehemente Gegner der eigenen Politik heran.
Wir sind im besten Falle bei der Halbzeit der Atomenergienutzung angelangt, mit noch mal weiteren 7000 Tonnen hochradioaktiven Müll werden wir am Ende nicht wissen, wo wir hinsollen. Die Grünen sind völlig umgefallen und kommt die CDU an die Macht geht es weiter mit dem Atomstrom. Die Konservativen brauchen offenbar erst ein deutsches Tschernobyl, bevor sie die Gefahren wirklich begreifen. Heute wissen wir, die Risikostudien können wir vergessen und die altersschwachen AKWs werden gewiß störanfälliger sein wie in den ersten Betriebsjahren. Rot-Grün legte bei den Atomverhandlung auch keinen Wert auf wirksamere Sicherheitskontrollen. Das ist sehr bedauerlich.
Sie betonen die Notwendigkeit ökologischer Zukunftsforschung. Brauchen wir neue Utopien oder richten wir damit nicht mehr Schaden als Nutzen an?
Zunächst mal müssen wir von der schlechten Utopie einer Religion des totalen Mark-tes weg. Wir müssen Abschied nehmen von Wettrenngesellschaften, von materiellen Statussymbolen. Wir brauchen einen Umsturz der Prioritäten. Unsere Kultur und Politik darf nicht mehr länger eine Restgröße ökonomischer Rationalität sein. Mit unserem materiellen Lebensniveau unterdrücken wir unser geistiges Lebensniveau. Wenn künftig nur noch ein Bruchteil, der heutigen Stoff- und Energiemengen durch unsere industrielle Megamaschine gepumpt werden darf, dann müssen wir über kurz oder lang eine Kultur entwickeln mit einem völlig anderen Lebens- und Produktionsstil. Robert Havemann in Ostdeutschland und Ernest Callenbach in den USA hatten dazu sehr früh schon erste Entwürfe vorgelegt. An die Idee zu hinterfragen, was wäre wenn wir uns eine zukunftsfähige Ordnung leisten würden, knüpfe ich auch in dem Buch zur ökologischen Zeitenwende an.
Wie realistisch ist es, daß wir Umsteuern als Gesellschaft?
Realistisch ist erst mal die Gruhlsche Position zu sagen, die Industriegesellschaft ist eine Selbstmordgesellschaft. In der Tat ist es viel wahrscheinlicher, daß wir in ein barbarisches Jahrtausend hineinrutschen. Nur kleinen Minderheiten in der Gesellschaft ist das bis jetzt klar. Mit ,,klar" meine ich auch, daß viele Millionen Menschen diesen dritten Weltkrieg, den wir gegen die Natur führen nicht überleben werden. Nach wie vor verstehen auch die meisten Ökologen nicht, ein paar kosmetische Verschönerungen werden uns nicht vom Titanickurs wegführen. Notwendig ist, daß erst mal ein oder zwei Prozent der Menschen die Radikalität der geschichtlichen Aufgabe begreifen vor der wir stehen und auch öffentlich vertreten. Gegen die gängige Wundertäterei im politischen Geschäft muß unmißverständlicher Einspruch erhoben werden. Der Kampf um kurzfristige Besitzstände und Gewinnmargen unterminiert die sozialökolo-gischen Stabilität unseres Planeten. Solches Verhalten ist in der menschlichen Tragödie, die daraus erwachsen wird, nicht weniger verbrecherisch, wie das für viele tödliche Programm Nazideutschlands. Die Rede des fiktiven ökologischen Bundeskanzlers in dem neuen Buch ist natürlich auch so ein Versuch eine Vision zu entwickeln: Es könnte auch anders gehen, es gibt Alternativen!
Franz Alt, Rudolf Bahro, Marko Ferst; Wege zur ökologischen Zeitenwende. Reformalternativen und Visionen für ein zukunftsfähiges Kultursystem, Edition Zeitsprung, 2002, 340 Seiten
Leseproben, Inhaltsverzeichnis: www.umweltdebatte.de
Ein Interview mit dem Umweltautor Marko Ferst
In ihrem neuen Buch ,,Wege zur ökologischen Zeitenwende", das sie zusammen mit Rudolf Bahro und Franz Alt veröffentlicht haben, sprechen sie davon, wir bräuchten große gesellschaftliche Umbrüche. Wie meinen sie das?
Unsere reichen Industriegesellschaften wurden besonders in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr auf Kosten zukünftiger Lebenschancen mit mehr Wohlstand auf-gerüstet. Wir müssen, die Energie, die wir unbedingt noch brauchen in wenigen Jahren vollständig aus erneuerbarer Energie gewinnen, aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse. Wenn wir viel weniger verbrauchen, weil wir einen Großteil eingespart haben, die Energie überall deutlich effizienter nutzen, wird dies keine Unmöglichkeit mehr sein. Natürlich müssen die Energiekonzerne von der Gesellschaft in die Schranken gewiesen werden.
Sie wollen auch die Stoffströme reduziert wissen?
Wir brauchen eine intelligente Selbstbegrenzung und es wird keinen Sinn haben, weiter auf eine Ökonomie zu setzen, die ständige Wachstumsraten voraussetzt. Mit der jetzigen globalisierten Plutokratie ist der Absturz in ein dunkles Zeitalter unvermeidlich. Wir können nicht jeden Tag mehr als 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre jagen und glauben wir kommen mit heiler Haut davon. Das ist Traumtänzerei. Das Wirtschaftsvolumen in den Industrieländern muß radikal schrumpfen, die meisten Produkte können aber auch mit einem viel kleineren ökologischen Fußabdruck hergestellt werden. Konsequenzen hat dies selbstverständlich für den ganzen Lebens-stil, den wir uns leisten dürfen.
Gibt es denn Maße für ökologisches Wirtschaften? Wieviel Treibhausgase müßten wir denn einsparen?
In der Studie ,,Zukunftsfähiges Deutschland" empfiehlt man, die CO2 -Emissionen bis 2050 in den Industriestaaten um 90 Prozent zu senken, damit Entwicklungsmöglichkeiten für die armen Länder der Erde eingeräumt werden können und global der Ausstoß um 50 bis 60 % gesenkt werden kann. Damit blasen wir dann aber immer noch jedes Jahr knapp 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre, und was davon in der Stratosphäre ankommt, ist ungefähr 100 Jahre klimaaktiv. Wir packen also nach wie vor jedes Jahr auf die schon vorhandenen Altlasten riesige CO2 -Pakete zusätzlich oben auf. Das kann gar nicht gut gehen. Wir dürfen uns vor allen Dingen mit dem Abspecken nicht ein halbes Jahrhundert Zeit nehmen, und klar ist auch: 90% Reduktion an Klimagasen in den Industriestaaten wird nicht ausreichen. Damit steht unsere gesamte technische Infrastruktur, unser bisheriges Wirtschaftsvolumen zur Debatte. Es reicht nicht aus, in die bisherige unökologische Industriestruktur ein Stockwerk Umwelttechnologie hineinzumontieren.
Sie engagieren sich gesellschaftlich für einen sofortigen Atomausstieg. Hat sich das mit dem rot-grünen Konsens nicht erledigt?
Das kann ich nicht erkennen. Bei den Castorblockaden besetzte ich wie viele andere auch die Gleise. Ich sehe weiterhin friedlichen aber vehementen Protest gegen die Atompolitik der Bundesregierung nötig. Sinnvoll wäre auch mal in Politik und bei der Polizei nachzudenken, ob es so klug ist das Wendland jedesmal in einen Polizeistaat zu verwandeln. Bei dieser Art von Staatsbürgerkundeunterricht züchtet man sich selbst ziemlich vehemente Gegner der eigenen Politik heran.
Wir sind im besten Falle bei der Halbzeit der Atomenergienutzung angelangt, mit noch mal weiteren 7000 Tonnen hochradioaktiven Müll werden wir am Ende nicht wissen, wo wir hinsollen. Die Grünen sind völlig umgefallen und kommt die CDU an die Macht geht es weiter mit dem Atomstrom. Die Konservativen brauchen offenbar erst ein deutsches Tschernobyl, bevor sie die Gefahren wirklich begreifen. Heute wissen wir, die Risikostudien können wir vergessen und die altersschwachen AKWs werden gewiß störanfälliger sein wie in den ersten Betriebsjahren. Rot-Grün legte bei den Atomverhandlung auch keinen Wert auf wirksamere Sicherheitskontrollen. Das ist sehr bedauerlich.
Sie betonen die Notwendigkeit ökologischer Zukunftsforschung. Brauchen wir neue Utopien oder richten wir damit nicht mehr Schaden als Nutzen an?
Zunächst mal müssen wir von der schlechten Utopie einer Religion des totalen Mark-tes weg. Wir müssen Abschied nehmen von Wettrenngesellschaften, von materiellen Statussymbolen. Wir brauchen einen Umsturz der Prioritäten. Unsere Kultur und Politik darf nicht mehr länger eine Restgröße ökonomischer Rationalität sein. Mit unserem materiellen Lebensniveau unterdrücken wir unser geistiges Lebensniveau. Wenn künftig nur noch ein Bruchteil, der heutigen Stoff- und Energiemengen durch unsere industrielle Megamaschine gepumpt werden darf, dann müssen wir über kurz oder lang eine Kultur entwickeln mit einem völlig anderen Lebens- und Produktionsstil. Robert Havemann in Ostdeutschland und Ernest Callenbach in den USA hatten dazu sehr früh schon erste Entwürfe vorgelegt. An die Idee zu hinterfragen, was wäre wenn wir uns eine zukunftsfähige Ordnung leisten würden, knüpfe ich auch in dem Buch zur ökologischen Zeitenwende an.
Wie realistisch ist es, daß wir Umsteuern als Gesellschaft?
Realistisch ist erst mal die Gruhlsche Position zu sagen, die Industriegesellschaft ist eine Selbstmordgesellschaft. In der Tat ist es viel wahrscheinlicher, daß wir in ein barbarisches Jahrtausend hineinrutschen. Nur kleinen Minderheiten in der Gesellschaft ist das bis jetzt klar. Mit ,,klar" meine ich auch, daß viele Millionen Menschen diesen dritten Weltkrieg, den wir gegen die Natur führen nicht überleben werden. Nach wie vor verstehen auch die meisten Ökologen nicht, ein paar kosmetische Verschönerungen werden uns nicht vom Titanickurs wegführen. Notwendig ist, daß erst mal ein oder zwei Prozent der Menschen die Radikalität der geschichtlichen Aufgabe begreifen vor der wir stehen und auch öffentlich vertreten. Gegen die gängige Wundertäterei im politischen Geschäft muß unmißverständlicher Einspruch erhoben werden. Der Kampf um kurzfristige Besitzstände und Gewinnmargen unterminiert die sozialökolo-gischen Stabilität unseres Planeten. Solches Verhalten ist in der menschlichen Tragödie, die daraus erwachsen wird, nicht weniger verbrecherisch, wie das für viele tödliche Programm Nazideutschlands. Die Rede des fiktiven ökologischen Bundeskanzlers in dem neuen Buch ist natürlich auch so ein Versuch eine Vision zu entwickeln: Es könnte auch anders gehen, es gibt Alternativen!
Franz Alt, Rudolf Bahro, Marko Ferst; Wege zur ökologischen Zeitenwende. Reformalternativen und Visionen für ein zukunftsfähiges Kultursystem, Edition Zeitsprung, 2002, 340 Seiten
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(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)
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Ergänzungen
Hinweise für politisch-ökologische Utopien
Eines seiner wichtigsten Werke "Die Neugestaltung der Gesellschaft" ist übrigens online bei www.utopie1.de zu finden!
Link:
Weiterer Link:
Zu seinem Buch "Politische Ökologie"
"Die Vorstellung, daß der Mensch die Natur beherrschen müsse, steht in einem engen Verhältnis zur Beherrschung des Menschen durch den Menschen selbst. Die patriarchale Familie hat die Saat der Herrschaft in die zentralen Aspekte der menschlichen Beziehungen gesät. Der klassische Bruch in der antiken Welt zwischen Körper und Geist hat die Herrschsucht gefördert und auch die repressiven Positionen des Christentums haben diese Saat wachsen lasen. Aber erst als sich die organische Beziehung zwischen den bäuerlichen Gemeinden in Marktbeziehungen auflösten, wurde der Planet zu einer Rohstoffquelle reduziert, die man ausbeutete. Diese Jahrhunderte lang währende Tendenz findet ihre schlimmste Entwicklung im modernen Kapitalismus. Entsprechend der ihrer Wettbewerbsstruktur stellt die bürgerliche Gesellschaft nicht nur die Menschen einander feindlich gegenüber, sie stellt auch die Masse der Menschheit feindlich der Natur gegenüber. So wie Menschen in Waren verwandelt werden, so wird auch jeder Teil der Natur zur Ware und damit zu einer Rohstoffquelle, die man nach Belieben bearbeiten und verkaufen kann. Begriffe wie "Wachstum" und "Industriegesellschaft" dienen dazu diesen Zusammenhang zu verschleiern."
Klappentext "Wege zur ökol. Zeitenwende"
Klappentext:
Die ökologische Krise droht der menschlichen Zivilisation eine Richtstatt zu bereiten. Ohne einen Quantensprung in der Politik ist eine globalökologische Rettung völlig aussichtslos. Sie wird schwieriger zu erreichen sein, als es einst die Verhinderung der Nazibarbarei in Deutschland gewesen wäre. Dabei könnten die ersten Schritte in wenigen Jahren getan sein. Ungefähr alle acht Minuten schickt uns die Sonne soviel Energie auf die Erde, wie wir in einem Jahr verbrauchen. Würden wir sämtliche Energie, die wir nicht einsparen können, über Solartechnik, Wasserkraft, Windkraft und aus Biomasse gewinnen, hätten wir schon ein gutes Stück Zukunft gesichert. Wir werden aber auch die Materialströme, die wir durch unsere Industriegesellschaft pumpen, auf einen Bruchteil zu reduzieren haben. Mit einer globalisierten Wettbewerbsökonomie, die auf permanentem Wachstum fußt und einen Pol auf Kosten des anderen Pols entwickelt, wird die Todesspirale nicht aufzuhalten sein. Gerechte gesellschaftliche Verhältnisse im globalen Maßstab sind nötig.
Der erforderliche ökologisch-soziale Strukturwandel müßte umfassender sein als alle vorhergehenden Umwälzungen und Reformen in der Menschheitsgeschichte. Der Reichtum der Industriestaaten steht auf tönernen Füßen, der Wohlstand von drei, vier Generationen wird immer wahrscheinlicher mit Jahrhunderten Siechtum und Elend bezahlt werden. Angesichts dieser prekären Lage steht die Frage nach Alternativen dringender als je zuvor auf der Tagesordnung der Weltgeschichte. Wir alle müssen uns fragen, wie könnte eine bestandsfähige ökoplanetare Zukunftszivilisation in wenigen Jahrzehnten aussehen?
Die eigentliche Chance für eine ökologische Rettungspolitik erwächst aus dem geistigen Lebensniveau der Gesellschaften. Jede Veränderung beginnt im Menschen, hat dort ihren Vorlauf. Die ökologische Zeitenwende sollte eingebettet in einen seelisch-geistigen Wandel sein. Der Übergang vom fortschrittssüchtigen Wohlstandsstaat zur in sich ruhenden Wohl-Seins-Gesellschaft ist nötig. Wir brauchen ein ökologisches Kultursystem, das auf Herz und Geist gebaut ist. Von einer erkennenden, das soziale Ganze in sich einschließenden Liebe aus, hätten wir die Welt neu einzurichten.
(Wege zur ökologischen Zeitenwende)
Autoren mit rechten Bezügen
Emanzipatorische Ökologie gibts bei Alt, Ferst und Bahro nicht.
Literaturtipp: Reich oder rechts?
Kritischer Blick hinter die Kulissen von NGOs und Ökos ... neu im IKO-Verlag (Autor: Jörg Bergstedt).
Auch zu finden unter
Das Kind mit dem Bade ausschütten
Rechte und so
Nur ist es bei ihnen so, daß sie es wollen, um damit kulturelle Diversität zu bekämpfen: jedeR eingesperrt im Muff der heimischen Ackerscholle.
Wenn man's nur will, um die Transportwege zu verkürzen, ansonsten aber mit Leitkultur nichts am Hut hat, werden sie trotzdem deine Bücher kaufen und deine Texte 'rumreichen, weil sie so weit nicht denken (wollen).
Das ist aber der entscheidende Unterschied: die Globalisierung der 'Vernetzung' der Menschen über (nationale, religiöse...) Grenzen hinweg ist unser Ziel, und Nachhaltigkeit eine der Grundvoraussetzungen, daß man dort hinkommt (in 70 Jahren oder so, wenn wir am Ball bleiben) und bleibt. Die Neonazis hingegen wollen die Uhr zurückdrehen; den gesellschaftlichen Fortschritt, dessen Rahmenbedingungen wir nur so gestalten wollen, daß letztlich alle Menschen ihn genießen können - und das nicht nur 15 Jahre, bis alles den Bach 'runtergeht, wollen sie zugunsten ihres kleingeistigen Spießertums abwürgen. Gegen Mißbrauch von Ideen ist niemand sicher, und die Subversivitäten, die ihr euch in der Projektwerkstatt ausdenkt, gehören in punkto Methodologie schließlich auch zum selbstverständlichen Rüstzeug der Faschos.
All das andererseits ist keine Entschuldigung für Nachlässigkeit. Man muß seine Gegner schon kennen und bereit sein, Fehler nicht ein zweitesmal zu machen.
Beispiel Andreas von Bülow: Zwar hat er selbst im jF-Interview keinen explizit revanchistischen Kram von sich gegeben; wer die jF kennt, weiß aber, daß ihre Leserschaft die Sachen, _die_ er gesagt hat, auf diese Interpretationsschiene lenken und sich bestätigt sein wird. Nachher einfach nur zu sagen 'ich wußte nicht, daß das Rechte sind' und die Sache für gegessen erklären ist nicht genug.
Man kann ja meinethalben der jF 'n Interview geben, ist mir scheißegal (und wenn sie einen dafür bezahlen, um so besser: besser ich hab die Kohle als irgendwelche Neonazis!) - wichtig ist, zu wissen, was für Leute das nachher lesen werden und dementsprechend deutlich erkennbar solchen Interpretationsansätzen im Vorfeld einen Riegel vorschieben, explizit auf die Diskrepanz der Motivationen bei teilweise identischen Kritikansätzen hinweisen. Dann nämlich kann es sogar positive Auswirkungen haben, nämlich, daß Rechte erkennen, daß ihre Analysen fehlerhaft sind, und daß man den betreffenden Zustand zwar genauso kritisieren, aber daraus auch zu völlig anderen und besseren Konsequenzen kommen kann - das ist ja das Problem: das die Kahlen glauben, jeder, der das gegenwärtige System nicht mag, sei letztlich einer von ihnen. Nee, es sind nämlich letztlich alles Leute von UNS! ;-P
That being said, ich bin auf das Buch jedenfalls gespannt. Solche Literatur in allerlei Varianten erlebt in den nächsten 1-2 Jahren hoffentlich einen Boom und fegt die 'wie mache ich mehr Geld'-Ratgeber aus den Charts, brauchen könnten wir's.
Und den Kram mit der Wasserstoffwirtschaft sollte man sich auch langsam mal von der Backe putzen - wir können froh sein, wenn wir in 50 Jahren noch genug sauberes H2O zum Saufen haben!
Autoritärer Scheiß
Windmühlenstürmer ??
Diese Subventionen locken nur Kapitalisten an die ein geeignetes Abschreibungsobjekt für ihre Millionen suchen und keinen Wert auf die Umwelt legen.
Kommunen werden mit wilden Bauanträgen erpresst (Z.B. umzingelung einer Stadt mit Anlagen) Vorranggebiete auszuweisen damit geballte Parks enstehen. Augenmerk wird hier auf einen wirtschaftlichen Aufbau und nicht auf einen rentabelen Betrieb gelegt (z.B. Einhaltung einer Maximalhöhe um eine Befeuerung für den Luftverkehr zu umgehen, keine langen Windmessungen im betreffendem Gebiet sondern Verwendung regionaler Bezugsdaten die ein riesges Raster haben und nichts über die tatsächliche Windstärke des Gebietes aussagen und die Verkehrsanbindung spielt natürlich auch eine Rolle). Dies sind alles Gründe die den Gewinn und nicht die gewonnene Energie maximieren!
Natürlich haben die Planer auch peinlichst genau darauf geachtet die 500 Meter Mindestabstand zu den Ortschaften nicht zu Überschreiten, auf Zugvögelrouten zu achten oder die Tierarten zu berücksichtigen die auf der roten Liste stehen und ihres Lebensraumes beraubt werden.
Den dort lebenden Menschen wird erzählt das die Schattenwirkung und die Laufgeräusche der Rotorblätter eine beruhigende Wirkung hätten (Originalzitat eines Grünen Ratsmitgliedes). Wer sich gegen die Windkraft stellt wird als Lobbyist der Atomkraft bezeichnet (Zitat einer Spd- Ratsfrau). Und das wo die RatsHerren das Dorf zu drei vierteln umstellen wollen. Argumentiert wird auch das nicht die gesamte ausgewiesene Fläche ausgebaut wird, mangels Investoren. Doch ehrlich gesagt wer kann da schon nein zugunsten von Natur und Menschen sagen, wenn er seine Investition mehrfach da wieder herausbekommt?
Ich bin aktiver Atomkraftgegner und unterstützte eigentlich die Idee der alternativen Energien, und würde auch still sein wenn diese Anlagen sich bei uns rentieren könnten. Doch da sie das nur in besonders Windreichen Gebieten wie zum Beispiel Küstenlandschaften können, bin ich gegen diese Politik zugunsten der Kapitalanleger.
Energie einsparen und alternativ gewinnnen? Ja bitte aber mit Verstand.
Je höher sie bauen desto tiefer werden sie fallen!!!!
Kleiner Tip für mehr Information: www.gegenwind.de
Ein solarer Energiemix ist nötig
Zu aller erst sollten wir erst mal lernen Energie zu sparen. Freilich ist das etwas schwierig bei einer kapitalistischen Wirtschaft, die auf einem permanenten Wachstumsmodus beruht. Den Energieverbrauch des Einzelnen auszublenden, wäre deshalb noch lange nicht korrekt. Selbst E.U.v.Weizsäcker geht davon aus, wir könnten mit 25% des heutigigen Levels an Energie auskommen durch mehr Energieeffizienz.
Diese knapp 20.000 MW sind locker innerhalb weniger Jahrzehnte komplett durch erneuerbare Energien ersetzbar.
Mir scheint nötig, die Windenergie mit mehr Augenmaß einzusetzen. Zukünftig sollte alle Energie dezentral erzeugt werden. Gehören WKAs den Bürgern selbst, dann ist es weniger schwierig zwei oder drei Anlagen für das Dorf aufzustellen. Die Anlagen auf dem Meer werden mit Sicherheit effizienter arbeiten. Allerdings denke ich auch, WKA werden keinen Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden" gewinnen und man sollte WKAs nur dorthin bauen, wo sie auch in die Landschaft passen. Allerdings bin ich dagegen stattdessen weiter Braunkohle abzubauen etc. Das ist nicht gerade weniger Landschaftszerstörend. Aktuelles Beispiel Horno, wo ein ganzes Dorf im Widerstand gegen die Braunkohlemafia steht.
Zu den Kosten. Die mit den fossilen Energien ausgelößte Klimakatastrophe wird in den Schäden unbezahlbar sein. Dagegen ist solarer Strom billig, auch unter heutigen Bedingungen, wenn er nicht gefördert würde. Die Förderung halte ich für richtig. Die Experten schätzen zwischen 2010 und 2020 kann die Menge an Erdöl nicht mehr gesteigert werden. Beim Erdgas wird sich diese Situation ein Jahrzehnt später einstellen. Das wird die Energiepreise steigen lassen in Höhen, die sich heute noch niemand vorstellen kann. So ist die Marktwirtschaft. Hauptproblem ist, daß sich daran barbarische Kriege entzünden können, beim Run auf die letzten Liter Öl. Dann wird sich zeigen, die solare Energiewende ist ohne Alternative. "Autoritäter Scheiß" wird vor allen Dingen daraus entstehen, daß die heutige Politik viel zu langsam und träge ökologisch Umsteuert. Eine Tugend der Verschwendung, wie sie uns Amerika vor allem vorlebt, ist faktisch ein verbrecherisches Experiment gegen die zukünftigen Generationen. In Übersee verbraucht man das Doppelte an Energie wir hierzulande.