READER zur DEBATTE

Tanja Stephens 21.10.2002 16:48
Unter dem Motto "the antigerman show must go on - READER zur DEBATTE" hat das Gruppe Internationale Webteam wiedermal eine Textsammlung zur "antideutschen Debatte" veröffentlicht.

Hier auf Indymedia wird Auszugsweise das Interview mit zwei antideutschen KommunistInnen veröffentlicht.

Der gesamte Reader ist downloadbar unter:
 http://www.nadir.org/nadir/initiativ/gi/show_internet.pdf
Theorie:

Abschaffung des Staates
von Joachim Bruhn

Rechte Leute von links
von Günther Jacob

Zur Logik des bundesdeutschen Antizionismus
von Thomas Haury

Debatte:

Der Kommunismus und Israel
von der Initiative Sozialistisches Forum Freiburg

Islamismus, eine religiöse Ideologie
von Claudia Dantschke

„Solidarität mit Palästina" – so nicht!
von der Antisemitismus-AG der Gruppe Subcutan

Was verbindet und unterscheidet die Jahre 2002 und 1932?
von Max Brym

Dammbrüche - Linksdeutscher Rückstau
vom Cafe Morgenland/Fluchschrift

...den Rotdorn von der Straße fegen!
von dem Gruppe Internationale Webteam

oder wie Kritik das A3 irre macht!
von unabhängigen Antifas aus dem Nordosten Berlins

Kommentar: Juden, Nazis und Amerikaner
aus der FTD vom 23.9.2002

Geschichte:

Die »Gruppe Internationale Kommunisten« in Holland -
Persönliche Erinnerungen aus den Jahren 1934 - 1939
von Cajo Brendel

(/*/)

"Wenn du Kuh sagst, sag ich Käfer ..."

von Ralf Fischer

Interview mit den antideutschen Kommunisten Torsten Lange und Stefan Oksan aus dem Nordosten Berlins



R.F.:
Könnt ihr euch ein wenig den LeserInnen vorstellen? Wie seid ihr zu den sogenannten "Antideutschen" gekommen? Wurdet ihr infiltriert oder gar von einem bekannten Geheimdienst angeworben, wie häufig innerhalb der linksradikalen Szene kolportiert wird?


T.L.:
Also ich bin Mitte 20, männlich und seit mehreren Jahren in der antifaschistischen Szene im Nordosten Berlins organisiert. Meine Politisierung war die übliche am Anfang der 90er Jahre: linksdeutsch!

So war ich am Anfang meiner Politisierung also "Gefühlslinker" mit antiimperialistischer Ausrichtung, doch nach dem intensiven Studium einiger Büchern und wenige Jahre später bin ich im antinationalen Spektrum der radikalen Linken gelandet. Die theoretisch fundierte Kritik an der deutschen Volksgemeinschaft, sowie der praktische Kampf gegen die militanten Neonazis wurde über Jahre mein politischer Alltag.
Die Entwicklungen im "AntifaSommer" und insbesondere nach dem 11. September 2001, sowie der Beginn der zweiten Intifada, waren für meine "antideutsche Politisierung" entscheidend.
Das dreiste Auftreten der rot-grünen Bundesregierung, mit "antifaschistischen Placebos" den deutschen Militäreinsatz in
Jugoslawien zu rechtfertigen, war für mich schon unfaßbar. Doch
die Reaktion und Rezeption des neu aufgeflammten Nahostkonflikt
in der Politik und insgesamt in der deutschen "Sozialgemeinschaft" war eine nicht vorherzusehende Offenbarung der weiterhin lebendigen "inhumanen Realität" hier in der BRD.
Antisemitismus, Antiamerikanismus und verkürzte Kapitalismuskritik in völlig ähnlichen Phrasen konnte mensch nun lauter denn je von Linksaußen quer durch die Neue Mitte bis hin natürlich zu den extremen Rechten vernehmen. Auf diese deutsche Realität gab es und gibt es für mich nur eine Antwort: Fight the germans!

S.O.:
Ich bin 20 Jahre alt und ebenfalls, mit Unterbrechungen, seit einiger Zeit politisch aktiv. Besonders wichtig waren und sind für meine Politisierung Debatten in meinem politischen wie
privatem Umfeld.
Begünstigt wurde meine Positionierung zugunsten des antideutschen Teils der radikalen Linken sicherlich durch meine kommunistische Politisierung Jahre zuvor. So war ich einige Jahre Mitglied in einer linkskommunistischen Jugendgruppe.

Dazu kam die Reaktion der deutschen Linken auf die militärische Beseitigung des steinzeitlichen und faschistischen Taliban-
Regimes. Diese war ausschlaggebend dafür meine Rolle als "Deutscher" im Allgemeinen und als "deutscher Linker" im Besonderen zu überdenken.
Wenn "internationale Solidarität" bedeutet sich mit jedem barbarischen Staat und mit eliminatorischen Antisemiten gemein zu
machen nur weil sie sich in Gegnerschaft zur USA und zu Israel
befinden dann ist diese Definition vieles, aber nicht fortschrittlich oder gar emanzipatorisch. Hier für den Kommunismus, also für die Befreiung zu kämpfen, heißt für mich Deutschland zu bekämpfen.


R.F.:
Wie nimmt euer politisches Umfeld diese unzweideutigen
Einstellungen auf? Habt ihr viele Probleme innerhalb der "linken
Szene" in Berlin?


S.O.:
Mensch sollte sich sehr genau überlegen ob er/sie in einigen Fragen offen ist und "Gesicht zeigt". Die bisherige "Antisemitismus-Debatte" polarisiert und provoziert linksdeutsche Gemüter weil sie über Generationen reproduzierte Stereotype und Weltbilder angreift und hoffentlich irgendwann auch aufbricht.
Wüste Beschimpfungen, Machtspiele, offene Drohungen und sogenannte Platzverweise sind bisher die widerwärtigsten Auswüchse des "linken Volkszorns". Es gibt allerdings auch positive Feedbacks so ist nach einem Jahr voll von Auseinandersetzungen eine gewisse Dynamik entstanden das heißt, dass Diskussionen von immer mehr Menschen geführt werden und dass mensch Standards langsam höher ansetzen kann, konkret: "Palitücher" bei jüngeren, sich politisierenden Menschen in meinem Umfeld nicht mehr Mainstream sind.

T.L.:
"Viel zu oft hab ich mich nur aufgeregt, anstatt ich mich aus dieser Szene heraus bewegt!" - ist wirklich die passend Umschreibung meiner Gefühle.
Doch es geht nicht. Mensch kann aus "der Linken" nicht aussteigen, wie aus einem Bus, schon weil der Begriff derart "unterbestimmt" ist. Antideutsche KommunistInnen treten für die Emanzipation des Individuums von Herrschaft ein, für den kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzustürzen, unter denen der Mensch ein erniedrigtes Wesen ist. Dies ist wohl als "links" definiert, ob mensch will, oder nicht.
Dass viele Linke irgendeinen völkischen Scheiß betreiben und sich auch noch für fortschrittlich halten, dass sie den Pazifismus als der Weisheit letzten und besten Schluß erachten, ist ein gewaltiges Problem, läßt sich aber nicht durch einen "Austritt aus der Linken" ändern.


R.F.:
Wo genau erlebt ihr, sagen wir mal, problematische Ereignisse Welche Gruppen, Lokalitäten sind besonders bekannt oder könnt ihr Vorfälle schildern? Ist diese Konfrontation alltäglich?


S.O.:
Einschlägig ist mir der Jugendclub "Bunte Kuh" bekannt, hier trifft mensch immer wieder auf die in linksdeutsch - antiimperialistischen Kreisen weit verbreiteten Vorurteile. Eine Sammlung von z. T. derb antisemitische Ausfälle in der "Q" von A wie "Anarchie heißt alle Staaten inklusive des israelischen abzulehnen" bis Z wie "Zionismus ist Rassismus" herzustellen wäre kein Problem. Es war wirklich alles dabei von einem eigens zur Verteidigung antizionistischer Positionen herangekarrten Aktivisten der israelischen Friedensbewegung bis hin zu offenem Nationalbolschewismus.
In Jugendclubs sind natürlich die Theoriefeindlichkeit der oft nicht mehr wirklich jungen AktivistInnen und der deshalb wuchernde Vulgäranarchismus die größten Triebfedern des linken
Antizionismus.
Es bleibt nur zu hoffen, dass sich eine neue, politische Generation bildet und durchsetzt in der nicht die zwanzig Jahre alten Fehler und antiquierten Weltbilder reproduziert werden. Die Anzeichen hierfür sind nicht mal so schlecht.

T.L.:
Wenn du Kuh sagst, sag ich Käfer! Sonst entsteht hier der Eindruck, das Problem ist nur in einigen heimeligen Nischen zu finden. Ne, in jeder pseudo-linken Lokalität kann mensch antisemitische Stereotype hören und erleben, so auch in dem von mir gerade erwähnten Torpedokäfer.

Das Problem ist nicht die Tatsache, dass mensch mit solchen
Situationen konfrontiert wird, sondern der Umgang damit. Die offensive Verteidigung des Existensrechts Israels, einschließlich
seiner Armee, und die fundamentale Kritik an der deutschen
Linken werden als nicht annehmbare Dogmen mehr oder wenig ignoriert und abgekanzelt.

Im Klartext bedeutet dies: dass den linksradikalen KritikerInnen in einer schaurigen Neuauflage der Dolchstoßlegende der Part des "linkischen Meuchelmörders" zugesprochen wird, der die
barmherzige deutsche Linke, die gerade tapfer gegen das personifizierte Böse kämpft, von hinten mit dem "theoretischen" Dolch zu spalten versucht und damit töten will.

Auf dieser Grundlage, dem geistigen Wahn, lässt sich schwer argumentieren. Jegliche Kritik wird automatisch als Propagandainstrument des wild herbei halluzinierten "Feindes" abgestempelt.


R.F.:
Politisch wird euch immer vorgeworfen das "Antideutsche" den möglichen Krieg der USA gegen den Irak unterstützen? Und der pauschale Vorwurf des "Rassismus" spielt ja auch immer in den Diffamierungen gegen euch eine Rolle? Was steckt dahinter?


S.O.:
Ich werde als Deutscher nicht gefragt wie meine Position zu einer
möglichen militärschen Lösung des Irak-Konfliktes ist. Als Kommunist befragt würde ich jedoch sagen, dass die Beseitigung des semifaschistischen Baath-Regimes ein (möglicher) klarer Schritt in Richtung Emanzipation also in Richtung Kommunismus
ist.
Ein bürgerliches, kapitalistisches System im Irak würde dort
eher wieder die Klassenfrage auf den Plan rufen und nicht "ein
Volk" hinter seinem kriegerischen Tribun vereinen. Andererseits
muß mensch auch sehen, daß einem erst einmal in Gang gekommenen
Krieg gegen das Zweistromland auch der deutsche Landser nicht Lange fernbleiben würde, da der Pazifismus der Bundesregierung und ihrem Volke genau da aufhört wo konkret, deutsche Kapitalinteressen bedroht sind. Außerdem stellt der Konflikt Israel vor unvorhersehbare Gefährdungen.

Es ist also ein zweischneidiges Schwert. Festhalten sollte mensch aber in jedem Fall, dass deutsch-europäischen Grossmachtambitionen aus linksradikaler Sicht eine klare Absage erteilt werden muß. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Deutschland halt’s Maul!!

Zu den Rassismus Vorwürfen kann ich nur sagen, dass unsere KritikerInnen sich scheinbar nicht wirklich mit unseren Positionen befassen, denn sonst würden sie bemerken, dass wir weder "die Araber" noch "die Afghanen" verdammen, sondern lediglich die Ideologie wie die Praxis des politischen Islam kritisieren außerdem ist Religionskritik nach Marx ja die Grundlage aller Kritik.


T.L.:
Ja pauschale und undifferenzierte Vorwürfe sind der alltägliche Schrott mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. In der Beantwortung der vorhergehenden Frage bin ich ja schon im Detail darauf eingegangen.
Zu der Frage der Unterstützung eines möglichen Krieges gegen den Irak, kann ich mich zum Großteil meinem Vorredner anschließen. Und mit der Frage des Rassismus ist es ähnlich gelagert, wie mit den vielen anderen üblen Unterstellungen gegenüber "den" Antideutschen KommunistInnen. In ihrer Pauschalität sind sie einfach nur an den Haaren herbeigezogen.


R.F.:
Was haltet ihr von dem "deutschen Sonderweg" in der Frage eines möglichen Krieges gegen den Irak??


T.L.:
Das Bekenntnis zur Gewaltfreiheit ist nirgends so beliebt wie in Deutschland. "Keine Gewalt!" fordern die Deutschen doch bei jeder Gelegenheit. Die Voraussetzung dafür kann nur der komplette
Realitätsverlust sein.

Daß Soldaten dazu da sind, Kriege zu führen, ist für einen Deutschen eine Sensation, für jeden anderen banal. Dahinter steckt, daß sich die Deutschen spätestens seit 1945 (eigentlich schon vorher) für das friedfertigste Volk der Welt halten, und daß ihnen jede Lüge recht ist, um diesen Trug, an den außer ihnen doch niemand glaubt, aufrechtzuerhalten.
Sie lassen sich nicht gerne an ihre Verbrechen erinnern. Sie können keiner Fliege was zuleide tun, und weil sie so harmlos sind, müssen sie empört aufschreien, wenn sie sehen, daß andere Staaten Kriege führen. So etwas tut ein anständiger Staat (natürlich der deutsche) nicht.
Wenn die USA den Irak angreifen, folgen sie nicht ihrer Staatsraison, sondern ihrer sadistischen Bosheit gegen die 3. Welt und ihrem überheblichen Ami-Dünkel. Die Deutschen dagegen beweisen, daß das Wesen des Staates gut ist, indem sie "Politik statt Krieg" (z.B. Fischer und die Friedensbewegung) machen. Dieses deutsche Getue hat mit einem gutmütigen, naiven Humanismus nichts zu tun, sondern ist eine ziemlich boshafte, verschlagene Selbstgerechtigkeit, die sich nur hinter der scheinbaren Naivität verschanzt.

S.O.:
Es muß Schröder und seinen Kumpanen, wie im Übrigen auch jeder anderen deutschen Regierung, schwer fallen in der Frage des Krieges gegen den Irak an der Seite der USA zu stehen. Die militärische Unterlegenheit Deutschlands und Europas zwingt zur
Zivilisierung der äußeren Beziehungen. Ich denke in Zeiten in denen "der große und der kleine Satan" also die USA und Israel, im Wortlaut ihrer Feinde, sich im Krieg gegen die "arabische Nation" und ihre muslimischen Verbündeten befinden. lässt Wirtschaftspolitik, zumindest im nahen und mittleren Osten, sich für die EU momentan eben erfolgversprechender betreiben wenn:

1. Die Region politisch stabil ist (der Irak unter Saddam Hussein
ist ein Musterstück an Stabilität) und

2. Deutsch-Europa die Sache des arabischen Lagers im Zweifelsfall
auch gegen die USA und Israel unterstützt und verteidigt um so als ökonomische Alternative zu erscheinen.


R.F.:
Zum Schluß noch eine Frage in eigener Sache. Was haltet ihr von dem Vorgänger dieses Readers - "Gegen Antisemitismus und Antizionismus"? Habt ihr ihn für die Debatte in euren Zusammenhängen nutzen können?


T.L.:
Na ich glaube nur bedingt. Die positive Bezugnahme auf den Staat Israel, die sogenannten Antideutschen und dann noch auf den Kommunismus waren anscheinend wohl kalkuliert und haben mir ausgesprochen gefallen. Doch somit war von vornherein voraussehbar, dass eine größere Verbreitung kaum möglich wird.

Nur in interessierten Kreisen konnte der Reader verteilt werden, und dies wiederum nur mit mäßigem Erfolg. Die weitergehende Perspektive ist und bleibt offen. Die Fragen die wir für notwendig halten, sind gestellt worden, auch sind schon einige beantwortet. Doch die Emanzipation der deutschen Linken von ihren theoretischen Wahnprojektionen und deren praktischem Produkt steht noch lange nicht vor der Tür.

S.O.:
Inhaltlich hat mir der Vorgänger bis auf wenige Ausnahmen sehr zugesagt. Ich denke nur, dass der Versuch mit einem Reader in eine aktuelle Debatte einzugreifen an einer dumpfbackig theoriefeindlichen Linken im Nordosten Berlins gescheitert ist. Ich halte die Reader dennoch für sinnvoll da sie einem durchaus vorhandenen interessierten Publikum eine Einführung in unterschiedliche behandelte Themen erleichtert.


>> Auszug aus dem READER zur DEBATTE....
 http://www.nadir.org/nadir/initiativ/gi/show_internet.pdf


READER "Gegen Antisemitismus und Antizionismus"
 http://www.puk.de/aanb/reader.pdf


°Gruppe/Internationale/Webteam°
>> Oktober 2002 <<
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Ergänzungen

@mods

einer der es schlecht lesen kann 21.10.2002 - 17:01
... vielleicht könntet ihr die Zeilumbrüche noch ein wenig der Lesbarkeit anpassen????

>> Thanx

Soll das jetzt der Ausstieg sein?

IM Schnelle Tast 21.10.2002 - 18:22

etwas komisch

... 21.10.2002 - 18:36
Ich finde es etwas komisch dass unter der Adresse www.puk.de/aanb sich Aufrufe für Kopenhagen befinden und zwar genau die "offiziellen" Aufrufe . Diese Aufrufe werden hauptsächlich von einer dänischen Organisation initiert , die eine "Boycott Israel"-Kampagne ausgerufen hat und deren MOtto für Kopenhagen "Global Intifada" ist .

guter reader aber...

jemand 22.10.2002 - 16:28
ihr vermittelt auch ein sehr arrogantes image. zum beispiel wenn das "good night white pride"-antifabild als dumpfe "linksdeutsche" zeichnung abgestempelt wird und fast schon mit den naziphotos ( die auch immer an den seitenenden zu finden sind) gleichgestellt wird. eure schicken trendy skateboardzeichnungen unterscheiden sich ja auch nicht wesentlich von "linksdeutschem" artwork.
dennoch: eine gute zusammenstellung, wie schon der letzte reader.

Kommunismus?

22.10.2002 - 19:31
Naja, ich glaube da wirst Du hier nicht viel erreichen. Indy ist ne Seite ohne ZK oder sowas in der Art. Find ich auch besser. Kommunismus ist Sozialismus ohne Freiheit. Wer sich die Art und Weise Eurer "Politik" ansieht, versteht schnell, wie sich aus Maos (KBWler a la Wertmüller) Antideutsche gebildet haben.... Mao war einfach noch zu komliziert. Einfache Weltbilder sind in. Alle die anders denken sind scheisse und müssen weg - Kommie-Ideologie eben.

Ohne Krieg können diese Leute nicht leben !

Analena 22.10.2002 - 23:21
Nun nachdem sie die Linke und ihre Medien Massiv bekämpft und geschädigt haben, wollen sie auch noch einen Krieg anfangen?

Mensch macht euch lieber auf, in den Dunstkreis eurer Führungs Offiziere!

Einen Krieg verliert ihr erst recht !

Arafit 22.10.2002 - 23:24

Klasse statements!

für den Kuh- Muh- nismus! 28.10.2002 - 19:30

Ihr zieht hier über den Jugendclub Bunte Kuh her und haltet euch selbst dort auf Partys auf um chic eure Coctails zu schlürfen! Ihr diskreditiert die Bunte Kuh als eine Art "Hort des Antisemitismus", ohne euch auch nur einmal eine Platte darum zu machen, ob ihr nicht mal eien Infoveranstaltung zum Thema "Antisemitismus in der Linken" in der Kuh machen wollt! Ihr kommt vorbei kotzt euch aus, was die Kuh doch für ein lasch organisierter Haufen sei, wie antisemitisch sie ist und wenn ihr fertig seid mit scheißen, dann geht ihr wieder. Die Kuh ist keine homogene Gruppe (Aber schön wär's doch, oder?), in der alle gleich denken, fühlen und handeln! Sprüher, Bandleute, Info- Cafe-Leute usw. könnt ihr nicht alle über einen Kamm scheren! Merkt euch das! Wenn ihr Probleme mit den Aussagen einzelner Leute habt, dann sprecht sie direkt an und macht nicht so eine hinterhältige Aktion! Ich selbst kann mich nicht erinnern, das einer von den Kuh Leuten gesagt hat, das Zionismus Rassismus ist! Wenn mir jemand sagt Anarchie bedeutet die Auflösung aller Staaten, inklusive Israel, so stimme ich dem zu. Nur das ich meine Staatenkritik in Deutschland und nicht bei Israel anfange. Auf der "Staaten- Abschaffungsliste" steht Israel an letzter Stelle! Israel kann erst dann aufgelößt werden, wenn es keinen Antisemitismus mehr gibt, sprich Israel seine Funktion als Schutzraum für jüdische Menschen verliert.

Noch was! Als ich neulich abend am Torpedokäfer vorbeigelaufen bin habe ich euch und eure GenossInnen dort rumhängen und was trinken sehen. Was ist das für eien Scheiße? Seid gefälligst konsequent und schlürft eure Coctails wo anders und plant eure Partys in anderen Räumlichkeiten.

Ihr wollt uns ständig erzählen, das inder Kuh fast jeder ein "Stammtischstratege..." ist, der nur "..besoffen Politik.." macht (Verlohrene Jungs). Aber ich sag nur, wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. Diese Passage im Text zeugt von einer solchen Unüberlegtheit, wie ihr sie immer bei anderen kritisiert.

Die welt ist nicht schwartz/weiß!
Für den Kuh- Muh- nismus!

Erwiderung

Pierre C. Deason 01.11.2002 - 21:25

Eine Erwiderung

auf das Interview

„Wenn du Kuh sagst, sag ich Käfer...“

(Ralf Fischer im Gespräch mit den antideutschen Kommunisten Torsten Lange und Stefan Oksan über antisemtische Erscheinungen in der linken Szene im Nordosten Berlins)

Verkuht und zugekäfert ?

Torsten und Stefan beschreiben im Interview mit Ralf Fischer in der 2. Ausgabe des „Reader zur Debatte“ ihre Positionen als junge, antideutsche Kommunisten aus dem Nordosten Berlins und die Schwierigkeiten in der Auseinandersetzungen mit anderen Linken im Umfeld.

Der Reader ist im Oktober des Jahres erschienen und wird u.a. auf der Website von „Indymedia“ verbreitet.

Zunächst muß ich vorausschicken, daß ich das Gespräch in seiner Gesamtheit sehr aufschlußreich fand, die Klage über die mangelnde Diskussionsfähigkeit der Linken nur zu gut nachvollziehen kann und in den Aussagen von Torsten und Stefan viel verständliche Frustration spüre.
Ich habe auch für mich Neues gelesen.
Die Haltung der beiden zum drohenden Irak-Krieg wird nicht jeder teilen, sie zeigt aber ein ausgesprochen differenziertes Problembewußtsein, den Mut, einzugestehen, daß sie keine einfache Antwort bieten können, schlechthin recht viel Nachdenklichkeit.
Ich habe wie sehr viele eine klare Haltung zum Ob oder Ob nicht des vorbereiteten zweiten (bzw. dritten) Golfkriegs, die beschriebene Nachdenklichkeit muß ich gleichwohl respektieren, da sie dem Zweifel, nicht dem Opportunismus entspringt.

Das Interview verlangt dennoch eine Erwiderung, da durch nur wenige Sätze, aus denen noch dazu der redaktionelle Titel des Interviews gebildet wurde -- willentlich oder nicht -- ein fundamental falsches Bild von zwei „Lokalitäten“ erzeugt wird : Einen Jugendclub und eine Kneipe, die auf jeweils eigene Art auch politische Räume sind.

Letztgenannte Funktion der beiden Einrichtungen und ihre wirkliche Verfasstheit verlangen eine Richtigstellung.

Die bestreitbaren Äußerungen

Der Redakteur des Readers, Ralf Fischer, fragt die beiden Gesprächspartner im Interview, wo genau sie problematische Ereignisse erleben würden. „Welche Gruppen, Lokalitäten sind besonders bekannt (...) ?“

Stefan antwortet :

„Einschlägig ist mir der Jugendclub „Bunte Kuh“ bekannt, hier trifft mensch immer wieder auf die in links-deutsch-antiimperialistischen Kreisen weit verbreiteten Vorurteile.

Eine Sammlung von z.T. derb antisemitischen Ausfällen in der „Q“ herzustellen, von „A wie Anarchie heißt, alle Staaten inklusive des israelischen abzulehnen“ bis „Z wie Zionismus ist Rassismus“, wäre kein Problem.

Es war wirklich alles dabei, von einem eigens zur Verteidigung antizionistischer Positionen herangekarrten Aktivisten der israelischen Friedensbewegung bis hin zu offenem Nationalbolschewismus. (...)“

Dann sagt Torsten :

„Wenn Du Kuh sagst, sag ich Käfer !
Sonst entsteht hier der Eindruck, das Problem ist nur in einigen, heimeligen Nischen zu finden.

Nee, in jeder pseudo-linken Lokalität kann mensch antisemitische Stereotype hören und erleben, so auch in dem von mir gerade erwähnten Torpedokäfer. (...)“

Zerrbild und Gegenstand

Ralf Fischer hatte gefragt, welche Gruppen, Lokalitäten für problematische Erlebnisse BESONDERS BEKANNT SEIEN. Stefan und Torsten nennen daraufhin nur den Jugenclub Bunte Kuh und die Kneipe Torpedokäfer, jedoch keine andere „Lokalität“, geschweige denn irgendeine Gruppierung.

Damit fällen sie ein klares Urteil und lassen ein Bild entstehen, das die Bunte Kuh und das Cafe Torpedokäfer sozusagen als Heimat antisemtischer Agitation zeigt.
Dieser Eindruck muß durch die zitierten Aussagen bei den Menschen entstehen, die die beiden Orte nicht kennen. Aber auch die regelmäßgen Besucher müssen die zwei befragten Genossen zwangsläufig so verstehen und haben, wie ich erlebt habe, zum Teil mit großer Ungehaltenheit reagiert.

Und das nicht zu unrecht : Dieses Urteil ist grundfalsch, ein Zerr-Bild, das der von ihnen und mir erlebten Wirklichkeit nicht annähernd gerecht wird.

Die Bunte Kuh ist ein von linken und nicht-linken Jugendlichen frequentierter Jugendclub, ein Treffpunkt unterschiedlicher, mehr oder weniger organisierter Gruppen und ungebundener Jugendlicher verschiedenen Alters.
Die Kuh ist jedoch keinesfalls ein Ort, der von nur einer einseitig ausgerichteten Gruppe dominiert wird, so wie man sich das in der Regel bei einem rechtsradikalen Jugendclub vorsttellt, der von einer Naonazi-Gruppe beherrscht wird.

Einen Hinweis darauf liefert die Tatsache, daß die beiden Gesprächspartner selbst mehr oder weniger häufig in der Bunten Kuh anzutreffen waren und dort über die Jahre auch thematisch unterschiedliche Veranstaltungen mitorganisiert und politische Auseinandersetzungen geführt haben, so auch zum Thema „Israel vs. Palästina“.

Daß es bei Debatten zu diesem Komplex zu Ausfällen der Disputanten kommt, dürfte eben so unstrittig sein, wie die Urheberschaft dieser Ausfälle zwischen „Anti-Deutschen“ und „Anti-Imps“ umstritten ist.

Der Torpedokäfer ist eine Kneipe in der Duncker-Straße, in der seit rund 10 Jahren sowohl völlig unpolitische Gäste wie auch politisch und kulturell aktive Menschen unterschiedlichster Ausprägung zusammentreffen.

Unter den Stammgästen des Torpedokäfers, die beim Bier den Diskurs betreiben, befinden sich ehemalige Vertreter der DDR-Bürgerrechtsbewegung, manche seit Jahren nicht mehr aktiv, andere jetzt den Grünen zuzurechnen, dazu kommen sogenannte „PDS-Reformer“, parteilose Marxisten, aus der PDS verdrängte emanzipatorische Linke, Anarchisten, Autonome Antifas, eben auch Antideutsche Kommunisten, und, und, und.
Das volle Programm also.

Ich kann mich erinnern, ungefähr vor Jahresfrist mehrere Male im Torpedokäfer mit pro-israelischen und pro-palästinensischen jungen Linken ausführliche Streit-Gespräche geführt zu haben, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen, im Ergebnis aber recht erkenntnisreich waren und keine persönlichen Gräben zwischen den Teilnehmern hinterließen. In diesen Diskussionen waren die Anhänger pro-israelischer Positionen übrigens deutlich stärker vertreten als Anti-Imps oder Vertreter anderer Richtungen.

Einen anderen Ort kann ich mir in Berlin kaum vorstellen, an dem Menschen mit so unterschiedlichen Biographien und Ansichten einen manchmal spontanen, manchmal organisierten gedanklichen Austausch pflegen. Ein Austausch, der so woanders nicht stattfindet, gar nicht möglich wäre. Schon wegen dieser höchst selten anzutreffenden Eigenschaft möchte ich diese Kneipe nicht missen. (*)

Vorwurf mit eingebauter Rücknahme

Torsten und Stefan beschreiben in dem Interview ausführlich und wie ich finde glaubhaft, die schwierige Situation der antideutschen Kommunisten im Streit mit anderen Linken, wenn es um das Thema Israel und antisemitische Tendenzen in der deutschen Linken geht.

Sie verweisen darauf, daß sie sich naturgemäß in vielen Auseinandersetzungen mit ihren Argumenten in einer Minderheiten-Position befinden. Torsten sagt dazu ausdrücklich, gleich nach seinem Urteil über den Torpedokäfer, daß antisemitische Sterotype in JEDER „pseudo-linken“ Lokalität erlebt werden könnten.

Damit widerspricht er selbst dem Bild, das er und Stefan zuvor von den beiden genannten „Lokalitäten“ zeichnen, nämlich das Bild von Orten, die „für solche problematischen Ereignisse besonders bekannt seien“ (Zitat Frage Ralf Fischer).

Dieser Widerspruch in der Argumentatiion und die Tatsache, daß die beiden genannten Orte keine antideutsch geprägten Clubs, aber eben auch keinesfalls links-deutsch-typische Brutstätten antisemitischer Ressentiments sind, lassen darauf schließen, daß die Darstellung von Kuh und Käfer in dem abgedruckten Gespräch nach einer Richtigstellung verlangt.

Eine Bitte um Korrektur

Als ein regelmäßig und unmäßiger Besucher des Cafe Torpedokäfer und längst entwachsener „Freund“ der Bunten Kuh müßte ich, bliebe die Darstellung unverändert, den Vorwurf des Antisemitismus auch auf mich und andere, enge Freunde beziehen. Daß Torsten und Stefan dies wirklich im Sinn hatten, als sie einen weitreichenden Problem-Komplex in mündlicher Form, in einem Gespräch, beschrieben, mag ich nicht glauben.

In diesem Sinne hoffe ich auf eine baldige Erwiderung der Erwiderung und darüberhinaus auf eine ausführliche Debatte, vielleicht wieder zu einer Fragestellung, die unserer aller politischen Entwicklung zuträglich ist, und nicht mehr zum Thema Kuh & Käfer, und vielleicht sogar an einem der beiden genannten Orte.

Pierre C. Deason
27. Oktober 2002
Berlin-Weißensee

Anmerkung

(*) Auch wenn die dort gereichten Knacker unter das ABC-Waffenverbot fallen müssten. Der Autor empfiehlt als Ausweichmöglichkeit die tagesaktuell angebotenen Eintöpfe und Suppen.