Erfolgreiche Blockade einer Räumung

Solidarnosc 23.09.2002 12:53 Themen: Freiräume Soziale Kämpfe
Breslau (Polen): Bereits ein zweites Mal wurde die Räumung der Wohnung von Frau Barbara Markiewicz - eine Rentnerin, die sich ihre Miete nicht leisten kann und in der Breslauer Stadtmitte wohnt. Dank einer Blockade von ca. 15 Personen, schritten die Vollstreckungsbeamt/inn/en nicht ein.
Breslauer Anarchist/innen und Squatters hatten bereits am Freitag beim Protest vor dem Büro des Vollstreckers die Blockade angekündigt.
Schon eine Stunde vor der angekündigten Räumung hatten mehr als ein Dutzend Personen mit Transparenten "Räumungsstopp!" den Zugang zu der Wohnung versperrt. Die Polizisten die nach wenigen Minueten auftauchten beschränkten sich auf die Aufnahme der Personalien, ihr Eingreifen mit "Beschwerden von Nachbarn" erklärend. Diese Nachbarn allerdings, die sich mit der von der Räumung bedrohten solidarisieren - reagierten auf die Ankunft der Polizei ziemlich nervös.

Vollstreckungsbeamtin Agata Kwolek-Szczekot, wahrscheinlich von der Polizei informiert, erschien gar nicht erst vor der Wohnung der Betroffenen. Nach anderthalb Stunden erhielten die zahlreich erschienen Journalist/inn/en die Nachricht, daß sie von der Räumung zurücktrat.

Die erste versuchte Räumung auf die Straße (anm. des übrsetzenden: ohne Ersatzunterkunft) fand im April statt.


(anm. des übersetzenden: in Polen ist seit einigen Jahren ein neoliberales Gesetz in Kraft, welches erlaubt zahlungsunfähige Mieter/innen auf die Straße zu werfen, seitdem gelingt es anarchistischen Gruppen immer wieder diese zu vereiteln, es gibt Nottelefone wo bedrohte Mieter/innen um Hilfe ersuchen können).


 http://wiadomosci.poprostu.pl/?id=1031941740&row=977353881
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Ergänzungen

Klasse!!!

Lieselotte Meyer 23.09.2002 - 15:24

jeilet ding!

grmmpf 23.09.2002 - 16:23
so solls sein!
DAS ist gelebte politik/anarchie!
fuck, das ist nich nur direkte & sinnvolle aktion, sondern bringt auch noch reichlich sympathiepunkte bei der umliegenden bevölkerung, bzw. otto-normal-bürger!
das sind aktionen die alle verstehen und nich son beschissenes wischiwaschi gelaber der ach so heldenhaften anarchotheoretiker hierzulande...

oh, wie ich mich schon auf die näxte laaaatschdemo mit 5 stündigen, schlecht vorgestammelten redebeitrag freue dem weder die linken, geschweigeden irgendwelche anwohner/zufällig anwesenden zuhören (wollen/können)

schreibt nur weiter buchdicke flyer die man erstmal in hochdeutsch übersetzen muss um überhaupt nen sinn zu verstehen, zerfetzt euch weiter hier und in anderen foren darüber ob man als radikaler linker nun 2 oder 3 lagiges klopapier benutzen darf...
und seht weiterhin zu wie euch die basis wegläuft, bzw. wie erst garkeine entstehen kann...
alle die anders/"normal" sind werden von vornherein ausgegrenzt - sei es direkt, oder durch unverständliche sprache/riten/aktionen...

naja, was reg ich mich auf...

jedenfalls begeistert mich das was ich in letzter zeit von polnischen anarchisten höre immer mehr!

"geh doch nach drüben!!"
"klar, warum nich!"

neoliberales Gesetz ?

Immobilienmakler 23.09.2002 - 18:24
Das war eigentlich schon immer so, daran ist nicht "neo".

Zu fragen wäre eher, warum die Sozialämter in solchen Fällen nicht einspringen, um Einkommensschwache vor Obdachlosigkeit zu bewahren.
Wie ist das in Polen eigentlich geregelt?

Ähm

Tja 23.09.2002 - 20:34
Ja, die Aktion ist schon cool, aber vielleicht blicken die Leute hier langsam mal, daß es Breslau nicht mehr gibt!!! Das ist ein für alle mal vorbei und ich hoffe die Stadt wird auch nie wieder Breslau heißen. Also das näxte mal bitte Wroclaw schreiben!

also wirklich...

araB 23.09.2002 - 20:44
...das finde ich richtig richtig supergut!!!
mensch müsste es nur mal mitkriegen wenn sich sowas anbahnt, dann wären solche aktionen bestimmt öfters möglich, auch in deutschland. gutes beispiel aus polen.
suuuuper!

Tja ja, du Exorzist

Breslau 23.09.2002 - 21:17
Wie lächerlich zu behaupten, daß "Breslau heute Wroclaw heißt". Breslau hieß auch schon vor 100 Jahren Wroclaw -- nur eben auf polnisch. Und Wroclaw wird noch in 100 Jahren Breslau heißen -- nur eben auf deutsch.
Die deutsche Bezeichnung hat schon längst ihren "revanchistischen" Beigeschmack verloren -- also sorge du gefälligst nicht dafür, daß sie ihn wieder bekommt!

Sprachexorzismen schüren Emotionen und dienen nicht dem Frieden.

Twix heisst jetzt Raider

Mars und MilkyWay 24.09.2002 - 12:13
Praha, Moskwa, Warszawa nicht vergessen. Ach und weils zu deutsch klingt: Munich, Börlin, Vienna. Und Welt gibts nicht mehr, heisst jetzt Mir, russisch Welt UND Frieden. (Oder? Je ne sais pas genau) Das wäre doch mal eine lohnenswerte Umbenennung.

Supa spitzen klazze

Supaspitzenklassefinder 24.09.2002 - 22:41
Super das es sowas gibt.....

Hier in doofland zieht mensch sich dann doch lieber die reportage bei Spiegel TV über den harten Job der armen gerichtsvollzieher rein ich mein ist jau auch echtes reäliti TV ne?