Welcome to The Machine

Steven Hutchings 16.09.2002 16:44 Themen: Indymedia Kultur Medien Militarismus
Paul Virilios "Sehmaschine", William Burrougs "Soft Machine", Indymedia, Irak, Jugoslavien, Propaganda, Genua
Welcome to The Machine

Paul Virilios "Sehmaschine", William Burrougs "Soft Machine", "Indymedia"

Im Vorwort zu seinem Aufsatz Die elektronische Revolution beschreibt William S. Burroughs ein Experiment, in dem er Klangbilder und fotografische Bilder eines Ortes herstellt und diese in manipulierter Form dort wieder abspielt. Burroughs begann im August 1972, Tonbandaufnahmen und Fotos einer Londoner Mokka-Bar zu machen, in der er zuvor unverschämt behandelt worden war, nachdem er verschimmelten Kuchen zurückgehen lassen hatte. Er machte seine Aufnahmen in voller Sichtweite des Personals der Bar. Das Personal begann, nervös zu werden. Burroughs wartete auf eine aggressive Situation, die er hätte dokumentieren können. In diesem Fall hätte er die Polizei zur Hilfe rufen können. Mehrmals spielte er Teile des Materials vor der Mokka-Bar ab, nahm dabei neue Bilder auf. Die Nervosität der Belegschaft übertrug sich auf die Kundschaft, die den Eindruck bekam, daß an der Mokka-Bar und ihren Besitzern etwas grundlegend faul sein müsse. "Das Geschäft flaute ab. Die Öffnungszeiten wurden kürzer und kürzer. Am 30. Oktober 1972 machte die Mokka-Bar dicht."

Burroughs zieht aus diesem Versuch folgende Schlußfolgerung: "Indem ich die Mokka-Bar dem Playback meiner Aufnahmen aussetze, wann ich will, und mit all den Veränderungen die ich daran vornehmen will, werde ich Gott für dieses Lokal und seine Besitzer. Ich wirke auf sie ein. Sie können nicht auf mich einwirken."

Paul Virilios Sehmaschine hat eine ähnliche Wirkung auf den Menschen. Die automatisierte Wahrnehmung dieses Konstrukts, welches alle Bilder als Zahlencode speichert und bearbeitet, hat keinen sichtbare Träger, kein Interface zum Menschen, welches seine inneren Vorgänge durchschaubar macht. Es wird "unmöglich, die Konfiguration und die Interpretationsweise dieses Sehens ohne Blick einzuschätzen." "Wenn es keinen graphischen oder videographischen Ausdruck mehr gibt, wird ein automatisches Wahrnehmungsgerät wie eine Art von Maschinenphantasie funktionieren, aus der wir dann vollkommen ausgeschlossen sein werden." Der Black-Box-Charakter der Sehmaschine macht sie für den Menschen zum Occolus Dei, zum Auge Gottes.

Da Computer bisher jedoch nur das ausführen können, wozu sie auch programmiert wurden, wird die Sehmaschine bis zur Erfindung einer funktionierenden künstlichen Intelligenz mit eigenem Bewußtsein, eine "Soft Machine" (Burroughs) bleiben. Damit meine ich, daß sie ein Cyborg, ein Mensch-Maschine-Organismus bleiben wird.
Dieses impliziert aber, wie der Versuch William Burroughs demonstriert, keinesfalls, daß außenstehende Menschen die Sehmaschine als human betrachten.

Virilios Sehmaschine ist als Apparat zu betrachten, der keinem der mit ihr verbundenen menschlichen Individuen einen Blick auf die Ganzheit ihrer Wahrnehmung und Verarbeitung von elektronisch-optischen Bildern gewährt.
Das "Bild" sei im Zusammenhang mit der Sehmaschine ein leeres Wort, da die Interpretation der Maschine keinen sichtbaren Zusammenhang mit dem gewöhnlichen sehen habe, schreibt Virilio auf Seite 165 des Aufsatzes Die Sehmaschine. Dieses gilt auch für hierarchische, rationalisierte Unternehmen nach behavioristischen Funktionsmodellen, für das Militär und für wirtschaftliche Großunternehmen.

Spätestens seit dem Golfkrieg gegen Irak nutzt das Militär alle möglichen Arten von Bildern aus dem elektromagnetischen Spektrum zur Aufklärung oder auch zum Angriff auf den Feind, diese Daten entziehen sich völlig der menschlichen Wahrnehmung und werden ausgewählten menschlichen Individuen im militärischen Apparat grafisch mediatisiert oder sogar nur statistisch aufbereitet sichtbar. Diesen Spezialisten wird jedoch der Blick auf andere Teile der vom Apparat verarbeiteten Informationen verwehrt. Ein annäherndes Gesamtbild bekommen auch diese Spezialisten, genau wie alle anderen menschlichen "Bauteile", nur als propagandistisch gefilterten kybernetischen Steuerungsreitz vermittelt.

In Anbetracht der Tatsache, daß im Golfkrieg nur knapp 150 US-Soldaten ihr Leben verloren, muß man sagen, daß der militärische Cyborg der USA sehr effektiv arbeitet, menschlich jedoch ist er ganz sicher nicht, das beweisen schon die ca. 150.000 toten Irakischen Soldaten , welche einfach von
Panzern überwalzt oder aus heiterem Himmel mit panzerbrechenden Phosphorbomben und "intelligenten" Cuise Missiles beschossen und vernichtet wurden. Geführt wurde dieser Krieg gegen Irak, der seinen Verursacher Saddam Hussein verschonte, hauptsächlich wegen der wirtschaftspolitisch wichtigen Ölquellen in Kuwait.

In Krieg und Fernsehen beschreibt Paul Virilio, wie das ökonomische System des Privatfernsehens im Golfkrieg als Propagandawaffe ausgenutzt wurde. Um seine Stellung als Marktführer im Bereich Nachrichtenvermarktung beizubehalten, ist auch der Sender CNN (Cable News Network) stets darauf angewiesen, Nachrichten schneller als die Konkurrenz zu verbreiten. Bei wichtigen Themen ist es für solche Nachrichtenkonzerne notwendig, permanent neue Nachrichten zu senden, möglichst live.

Die Weltöffentlichkeit bekam ein absurd verkürztes Bild der Vorgänge präsentiert.
Vor Ort berichtende Journalisten wurden in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt und zensiert. Neben vielen schwammigen Anpreisungen der technischen Omnipotenz der Alliierten Waffensysteme und ihrer klinischen Treffsicherheit durch Militärsprecher auf Pressekonferenzen (nur die "bösen" werden getroffen, und zwar mit absoluter Präzision) wurden in Ermangelung anderer Bilder von PR-Spezialisten der Armee gedrehtes Material von der Front gesendet, oder die Aufnahmeteams wurden in kontrollierte Gebiete gebracht und durften von dort schöne Bilder von ins rechte Licht gerückten Soldaten in Heldenpose senden.

Eine kritische Beurteilung der Lage durch die Journalisten wurde durch mangelnden Abstand, durch Aufhebung der Zeit zur journalistischen Reflexion des präsentierten Bildmaterials, verhindert. Es wurde mit Lichtgeschwindigkeit in das erdumspannende Nachrichtennetzwerk eingespeist und dann nicht zuletzt aus Gründen der Kosteneinsparung von anderen Medien übernommen.

Auch die Irakische Seite nutzte das Fernsehen zur Verbreitung von Propagandamaterial. Sie nutzte Bilder von zivilen Opfern der alliierten Angriffe, um die vorgegebene Fehlerlosigkeit und Allmacht der westlichen Kriegsgegner zu widerlegen. Reden der Führer aller Kriegsparteien wurden über das Fernsehen Verbreitet.

Virilio schreibt hier von einer Virtualisierung des Krieges, von einem Krieg der Bilder.

Auch der Distanzkrieg des Westens gegen die Serben im Kosovo fand im Prinzip der Telepräsens seine Entsprechung, schreibt Karl Prümm in seinem Aufsatz Korpsgeist und Denkverbot. Das deutsche Fernsehen im Kosovo-Krieg. Der Krieg erlangte vor allem im Fernsehen seine Anschauung, seine Konkretion. Er war jedoch dort nur als Teilwirklichkeit, als Medienrealität, erfahrbar. "Die westlichen Kriegsparteien waren in ihrer Fernsehberichterstattung an die Perspektive des Luftkrieges, an die "Aufsicht", an den Blick des Angreifers gebunden. selbstverantwortete Bilder der Nähe, unmittelbare und unzensierte Eindrücke vom Boden, vom Kriegsschauplatz waren unmöglich. Die Serben etablierten eine konsequente Bildregie, belieferten und kontrollierten die westlichen Korrespondenten."

Im Glauben, die Fehler aus dem Golfkrieg dadurch zu vermeiden, wurden die von den Serben gelieferten Fernsehbilder im westlichen Fernsehen regelrecht dekonstruiert. Ihre propagandistische Struktur wurde fortwährend kenntlich gemacht und entlarvt. Prümm sieht hier eine fatale Einseitigkeit: "Die eigene Rede, so wird indirekt erklärt, ist Nicht-Propaganda."

Diese Einseitigkeit der Berichterstattung und die vorgebliche Transparenz der NATO-"Kampagne" (Peter Frey in "ZDF spezial") gestattete dem westlichen Militär, relativ unkritisiert die Zentrale des serbischen Fernsehens in Schutt und Asche zu bomben und so die relative Überprüfbarkeit der eigenen Treffsicherheit auszuschalten. Das gesamte Schlachtfeld wurde so zur "Black Box".

Prümm kritisiert exemplarisch einen Ausschnitt aus ZDF spezial vom 24. März 99. Er wurde gesendet, als die NATO-Bomber gerade zum ersten Mal aufstiegen und zelebriere vorausgreifend den sauberen, den automatisierten Krieg. Der Bericht zeigt aufsteigende Stealth-Bomber, gleitet dann "fast unmerklich ins virtuelle [Computeranimation eines Angriffsfluges] über und nimmt so die Demonstrationsvideos der NATO vorweg."

Der Kommentar "ist ein angeeigneter, ein übersprochener Propagandatext, aber er verzichtet auf eigene Sprache, schwingt sich ein in den technizistischen Jargon der Rüstungsindustrie. Hier wird ein Werbefilm begeistert nachbuchstabiert und mit einem neuen Off-Text um so wirksamer gemacht. alle Elemente werden noch einmal übersteigert - der mythisch-märchenhafte Subtext von Unsichtbarkeit und Unfehlbarkeit, die Oberfläche von Science Fiction, das berauschende Spiel der Farben und Formen, die ausgeklügelte Lichtregie und die präzisen Schnitte."

Wie sehr dieses der Propagandamaschine der Amerikaner diente, die auch diesen Krieg dominierten, lässt sich anhand einer Feststellung Virilios absehen. Ebenso wie Gegenmaßnahmen gegen einen kriegerischen Angriff zu Zeiten der Sehmaschine auf ihrer scheinbaren Nichtexistenz beruhen, benötigen nicht sichtbare Angriffswaffen wie der Stealth-Bomber für ihre abschreckende Wirkung einer publizistischen Beschreibung. Der Stealth-Bomber und die Cruise Missile sind solche Waffen, ebenso wie Spionagesateliten, welche angeblich Objekte mit der Größe einer Handfläche orten können. Ihre Unfehlbarkeit ist lediglich durch die Kontrolle der Darstellung ihrer Effektivität gegeben, aus dieser beziehen sie ihr Machtpotenzial. Auch die Bilder des serbischen Fernsehens vom Abschuß eines Stealth-Bombers und der Ineffektivität der Wunderwaffen und Angriffe aus großen Höhen auf eine serbische Armee, die in kleinen Einheiten einen Terrorkrieg gegen Zivilisten führte, könnten also ein Grund für die Bombardierung der Sendestation gewesen sein.

Die NATO verlegte sich dann darauf, strategische zivile Ziele der serbischen Infrastruktur wie Kraftwerke und Brücken zu zerstören, um die Bevölkerung zu zermürben und auf einen politischen Umsturz vorzubereiten.

[...] Norbert Wiener hatte schon 1948 verkündet, daß sich mit Hilfe der Informationstechnologie ein abermaliges Abgleiten der Menschheit in die "Welt von Bergen-Belsen und Hiroshima" verhindern ließe. Er fügte jedoch warnend hinzu, daß die "Methoden des Sammelns, Verarbeitens, Speicherns und Übertragens von Informationen" allesamt nur dann reibungslos funktionieren können, wenn sie auch ungehemmt zirkulieren können - was Macht und Geld in aller Regel verhinderten.


Zu erforschen wäre die Rolle der westlichen Medien und insbesondere des Internets bei der Formierung des Widerstands gegen Milosevic und dem darauf folgenden Machtwechsel.

Virilio zitiert auf S.125 den Dokumentarfilmer John Grierson: "Durch die Propaganda können wir dem Bürger eine Beherrschung der Phantasie ermöglichen, die unserer Art von Demokratieunterricht bis heute gefehlt hat. Wir können sie durch das Radio, das Kino und ein halbes Dutzend weiterer Medien erreichen."

Zbigniew Brzezinski, Kommunismus-Experte und späterer Sicherheitsberater von US-Präsident Carter, analysierte die internationalen Folgewirkungen der Konvergenz von Datenverarbeitung und Telekommunikation. Er stellte die These auf, dass die Vereinigten Staaten dank ihrer Kontrolle über die internationalen Daten- und Informationsnetze die "erste globale Gesellschaft der Geschichte" seien. Die neuen Werte würden unweigerlich von Amerika in alle Welt ausstrahlen und Phantasie und Nachahmungsfreude der gesamten Menschheit beflügeln. [...] Nichts anderes sagten drei Jahrzehnte später der Politologe Joseph S. Nye und der Admiral William A. Owens, beide Berater der Clinton-Administration, als sie "soft power" zur Grundlage der neuen "globalen Sicherheit" erklärten: "Mehr denn je ist Wissen heute Macht. Das einzige Land, das in der Lage ist, die Informationsrevolution konsequent zu Ende zu führen, sind die Vereinigten Staaten. [...] Als Multiplikator der amerikanischen Diplomatie üben die Informationstechnologien sanfte Macht aus - die Macht der Verführung durch amerikanische Demokratie und freie Märkte.


Weder früher noch heute ist die Rede von freiem, internationalen Informationsaustausch, sondern von einer einseitig ausgerichteten, kulturellen und wirtschaftlichen Kollonialisierung.

Anhand der weiteren Entwicklung des ehemaligen Jugoslaviens werden sich diese Grundlagen der amerikanischen militärisch-wirtschaftlich ausgerichteten Sehmaschine überprüfen lassen. Interessant wäre sicherlich auch eine tiefgründige Analyse des Medienkonsums im ehemaligen Jugoslavien im Sinne Siegfried Kracauers.

Aufgrund der Kriegsfolgen wird es vermutlich zunächst einen Trend zum Rückzug in sich selbst geben, bei entsprechender Verfügbarkeit könnte dieses zu einer starken Nutzung des Internet führen. Großkredite zum Wiederaufbau werden zu einer Stabilisierung der Situation beitragen. Durch ein übersteigert optimistisches mediales Feedback des wirtschaftlichen Aufschwungs wird der amerikanisierte zentral-europäische Lifestyle Zementiert werden. Nicht nur im Medienbereich, sondern in den meisten anderen wirtschaftlichen Bereichen werden im Rahmen des Wiederaufbaus moderne, konsumorientierte Angebote entstehen - so werden z.B. große Supermarktketten rasch die Dominanz auf dem Lebensmittelsektor übernehmen .

Wichtig erscheint mir nicht nur im Zusammenhang mit dem ehemaligen Jugoslavien neben einer äußerst kritischen Untersuchung der Manipulationsmöglichkeiten der modernen Medien auch eine politische Einflußnahme kritischer europäischer Kräfte, um auch hier begangene Fehler nicht zu wiederholen. Im Krieg gegen Serbien waren die europäischen Parteien in haarsträubender Weise abhängig von der vermeintlichen Aufklärung der amerikanischen Seite. Manipulation von Informationen in Echtzeit scheint aber zu ihrer Hauptwaffe geworden zu sein, so konnte die NATO-Führung die öffentliche Meinung durch Falschmeldungen über Massaker beeinflussen und sich nachher besonderer Glaubwürdigkeit und Transparenz rühmen, weil sie diese Fehler offen zugab.

Es bedarf also der Installation eines kritischen, demokratischen, nicht-hirarchischen Mediennetzwerks auf verschiedenen Ebenen (lokal, regional,..., international), welches sich ständig selbst auf Manipulationen von außen sowohl als auf von innen bestimmte Einseitigkeit überprüft. Als Beispiel hierfür kann indymedia.org stehen. Indymedia.org wurde zum Zweck der alternativen Information geschaffen. Zu Gelegenheiten wie den Protesten gegen die Treffen der globalen wirtschaftlichen Elite in z.B. Seattle, Prag und Genua werden bereits im Vorfeld zur Koordination der Proteste dezentrale, offene Netzwerke aufgebaut, sowohl virtuell im Internet, als auch auf allen möglichen anderen Ebenen. So entstehen Foren, in denen sich Interessengemeinschaften bilden. Vor Ort werden kurz vor Beginn der Gegenveranstaltungen Zentren zur Verarbeitung von Bild-, Ton und Textmaterial eingerichtet, so können dank der digitalen Medien eigene Perspektiven und Gegendarstellungen zu den offiziellen Berichten verbreitet werden.

Wie bedrohlich der Kontrollverlust über die Außendarstellung einer Veranstaltung wie dem G8-Treffen in Genua den Mächtigen erscheinen mag, läßt sich an der Reaktion absehen. In Genua befand sich das IMC (Indymedia-Center) in einem Gebäude, das sich gegenüber der Diaz-Schule befand. Die Polizei des Staatschefs und Medienmoguls Berlusconi stürmte im Verlauf des G8-Treffens die Diaz-Schule, in der die Koordinationsstelle der Gegenbewegung sowie die Rechtshilfestelle für die Demonstranten eingerichtet worden waren. Die Polizisten Prügelten wahllos jeden, den sie in der Schule antrafen krankenhausreif. Den Verletzten wurden lange Zeit medizinische Versorgung vorenthalten, nur die lebensgefährlich verletzten wurden dann nach und nach aus der Schule abtrans-portiert. Die Restlichen Menschen aus der Schule wurden in Polizeikasernen verschleppt und dort gefoltert (siehe Berichterstattung bei Indymedia)
Zeitgleich mit der Diaz-Schule wurde auch das IMC gestürmt. Die dort angetroffenen Personen mußten sich mit den Gesichtern zur Wand aufstellen. Die Polizisten öffneten die Fenster des Raumes, so daß die Schreie und Geräusche des Massakers in der Schule gut zu hören waren. Was dort vor sich ging, war nicht zu sehen, aber jedem der Betroffenen klar. Im nachhinein konnten sich die Leute aus dem IMC das blutverschmierte Trümmerfeld in der Schule anschauen.

Welche Wirkung dieser Überfall hatte, beschreibt eine der betroffenen Indymedia-Journalistinnen folgender-maßen: Vorher fühlte sie sich im IMC sicher. Sie wußte, das ihre Arbeit völlig legal ist, und daß sie alles Recht der Welt hatte, dort zu sein. Nach dem Überfall floh sie mit ihren Freunden aus Italien.
Nun wußte sie: Dies war eine Drohung an uns Indymedia-Leute. "Sie", die Machthaber, sind jederzeit in der Lage, Dich einfach auszuradieren, wenn sie sich von Dir bedroht fühlen.

"Very Well, then. We, the Party, controll all records, and we controll all memories. Then we controll the past, do we not?" (George Orwell, 1984)

Die negativen Aspekte der Mediengesellschaft müßen abgepuffert werden, Verflechtungen von kapitalorientierter Macht und den Medien müssen bekämpft werden. Sämtliche Arbeit mit den Medien
muß immer auch die Entlarvung der Manipulation beinhalten oder zugänglich machen. Die modernen Datenverarbeitungssysteme tragen in sich die Möglichkeit einer schönen, neuen Welt.

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Virilio, Paul: Die Sehmaschine, S.141.

Clark, Ramsey: Abschlachten in der Wüste: Die Zerstörung des Irak vor 10 Jahren, www.humanrights.de/u/usa/irak2.html

Norbert Wiener, Kybernetik Regelung und Nachrichtenübertragung im Lebewesen und in der Maschine, Düsseldorf 1992

Joseph S. Nye u. William A. Owens, America´s Information Edge, Forreign Affairs 75 (2), 1996, in: Armand Mattelart, Kybernetik und die Folgen, Le Monde diplomatique, Sept. 2000

John Grierson, Documentary Newsletters, März 1942

Joseph S. Nye u. William A. Owens, America´s Information Edge, Forreign Affairs 75 (2), 1996, in:Armand Mattelart, Kybernetik und die Folgen, Le Monde diplomatique, Sept. 2000

Vergl.: Oertel, Barbara, Medialer Wildwuchs, taz- Die Tageszeitung, S.18, 3.5.2002,  http://www.taz.de/pt/2002/05/03/a0167.nf/text.name,askwfRzfe.n,0


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© 2002 Steven Hutchings
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Ergänzungen

Softmachine

Warhead 16.09.2002 - 23:56
Später hat Bourroughs das ganze noch erweitert.Er schrieb Decoder,in Kaufhäusern hört man gelegentlich nichtssagende Klimpermusik,wie in der Warteschleife.Man nennt dieses Geklimper Muzak.Muzak soll verstärktes Kaufverhalten bewirken,zusätzlich sollen Ladendiebe abgeschreckt werden.
Decoder wurde anno 85 mit den Neubauten abgedreht,welche mitspielten und den Soundtrack beisteuerten.Zur Premiere erschien auch Bouurroughs im Filmkunst 66 und hielt eine Slam Poetry.Er war ein hervorragender,wenn auch ständig schlecht gelaunter,Plauderer.

Und noch später trieben wir das noch weiter

Daniel Kulla 17.09.2002 - 02:02
Was Burroughs an Rückkopplungsschleifen mit Tonbändern erzeugte, ist auch auf sein ursprüngliches Betätigungsfeld, die Cut-Up-Literatur, anwendbar.

Es ist möglich, Sprache, die völlig "vergiftet" (Jan Delay) ist, der Maschine, der sie entsprang, wieder hineinzuhelfen, bis sie bricht.

Wir sind bis jetzt soweit: www.systemausfall.de/revolution.html

pfiffig...

Warhead 17.09.2002 - 04:08
...eure Seiten
Witzigerweise traf ich am 9 november 89 Rompe von feeling b nachts um zwei am checkpoint charly,wie er sich heimlich in die DDR zurückschleichen wollte.Hing er doch die Nacht davor bei einer Session im Kellerkino rum und verdrömelte saufend,kiffend und musizierend auch den Rest des Tages,des Abends.Und musste am Übergang entsetzt feststellen das er soeben vom Jemand zum Niemand wurde

Ach ja

Daniel Kulla 23.09.2002 - 12:16
Zu der Zeit konnte man sich noch einfach so in die DDR zurückschleichen...