NPD marschiert in Freiburg – und die ganze Stadt steht auf

Mensch 09.09.2002 14:29 Themen: Antifa
Wenn am nächsten Samstag die NPD in Freiburg aufmarschieren wird, wollen mehr als 10.000 Menschen das verhindern. Eine Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse, sowie Infos zu Aktionen am 14. September und weiterführende Links.
In Holzminden wird die NPD von der Polizei unterstützt!
In Fürth/Bayern und einen Tag später in Erlangen kommt sie erst noch.
Am 14. September soll in Freiburg nach 31 Jahren erstmals wieder ein rechtsradikaler Aufmarsch stattfinden. Als die Anmeldung der NPD im März diesen Jahres einging, zögerte das Amt für Öffentliche Ordnung und rückte erst Anfang Juli mit der Nachricht raus, kurz nachdem der Grüne Dieter Salomon zum Bürgermeister gewählt worden war. Davor hatte die Behörde schon mit den Neonazis über Routen verhandelt – ohne Wissen des Oberbürgermeisters.

Das Bekanntwerden des Nazi-Aufmarschs löste in der sich selbst gerne als alternativ darstellenden Stadt ein Feuerwerk des Unmuts aus. Der DGB rief ein Aktionsbündnis gegen Rechts ins Leben, dem sich bis zum heutigen Tag mehr als 100 Organisationen und mehr als 1200 Einzelpersonen angeschlossen haben – vom Sport-Club bis Das Bündnis fand eine deutliche Definition, wie man in Freiburg mit den Nazis umgehen wolle: sie sollten erst gar nicht marschieren können. Verhindern ist die Devise des Bündnisses. Während in anderen Städten große bürgerliche Bündnisse all zu oft fernab der Faschisten demonstrieren, wollen in Freiburg die erwarteten 10000 Gegendemonstranten die Route der Nazis blockieren. Mittlerweile sind auf allen öffentlichen Plätzen Kundgebungen angemeldet, vom Rockkonzert (z.B. mit Thomas D.) über Familienfest bis hin zum Motorrad-Corso, Freiburg will unter dem Motto "Freiburg steht auf - Gegen Fremdenhaß und Rassenwahn" beweisen, dass es eine offene Stadt ist. Orientieren will man sich an Leipzig. Dort hatten im Frühjahr diesen Jahres 10000 Menschen einen NPD-Aufmarsch durch Blockade verhindert.

Währenddessen hat die Stadt Freiburg selbst den Aufzug erst einmal verboten. Das Verbot wurde letzte Woche vom Verwaltunggericht Freiburg aufgehoben, da aus dem Aufmarsch der NPD keine Straftaten zu befürchten seien. Daraufhin verzichtete die Stadt Freiburg auf den Gang in die nächste Instanz.

Dem stellvertretenden Vorsitzenden des baden-württembergischen Verfassungsschutzes, Hans-Jürgen Doll, ging die partei- und strömungsübergreifende Entschlossenheit des Freiburger Bürger-Bündnisses zu weit. Über die "Stuttgarter Nachrichten" ließ er am 22. August verlauten, die Stadt Freiburg paktiere im Bündnis mit Linksextremisten und rufe in ihrer Verbotsverfügung indirekt zur Gewalt auf. Freiburgs Engagement gegen Rechts werte die NPD auf, besser solle die Stadt den Aufmarsch ignorieren. Oberbürgermeister Salomon konterte, er lasse sich von einem "Verfassungsschutz-Fiffi" nicht so anmachen. Ein Ignorieren des Aufmarsches sei in einer Stadt wie Freiburg gar nicht möglich, die Proteste auf breiter Basis gewollt. Des weiteren beschwerte sich Salomon beim baden-württembergischen Innenminister Schäuble (CDU), dass Verfassungsschützer Doll nicht den Dienstweg, sondern die Stuttgarter Nachrichten für seine vermeintlichen Erkenntnisse genutzt habe. Im Bündnis gegen Rechts wurde Dolls Intervention als Spaltungsversuch aufgenommen. Nach Informationen des Freiburger DGB-Chefs Höfflin stärke dieser Versuch des Verfassungschutzes bzw. der Landesregierung das Bündnis eher.

Dabei rufen linksradikale Gruppierungen durchaus dazu auf, den Naziaufmarsch mit allen Mitteln zu stoppen – sie sind aber nicht Teil des Bündnisses. In diversen Flugblättern und Aufrufen distanziert man sich vom großen "Aktionsbündnis gegen Rechts". Diesem Bündnis ginge es vorrangig darum, Imagepflege für Freiburg zu betreiben, während Rassismus aus der Mitte der Gesellschaft komme und in der politischen Praxis längst gang und gäbe sei. Von linksradikaler Seite sieht man distanziert auf das Bündnis und plant eigene Aktionen für den 14. September, die selbstverständlich auf eine Verhinderung des Aufmarsches abzielen.

Die CDU hat sich erwartungsgemäß aus dem Bündnis zurückgezogen, weil sie nicht mit "Linksextremisten" gegen "Rechtsextremisten" protestieren wolle. Wenn am kommenden Samstag 300 – 1000 Nazis, zum Teil auch aus Frankreich, Österreich und der Schweiz, nach Freiburg einfallen, werden sie auf eine entschlossene Stadt treffen. Dann könnte der 14. September zu einer herben Niederlage für die teilweise vom Verfassungsschutz kontrollierte NPD und einem bundesweit sichtbaren Zeichen gegen Rechtsradikalismus werden.


Termine/ Infos:
Am 14. September wird es ab 10 Uhr Aktionen in der ganzen Stadt geben. Eine Demo des Bündnisses zieht ab 11 Uhr Richtung Bahnhof. Linksradikale, autonome AntifaschInnen treffen sich voraussichtlich um 11 Uhr am Freiburger Colombischlössle, unweit des Bahnhofs. Ziel der meisten Aktionen (auch der des großen Bündnisses) ist die vollständige Blockade des Bahnhofs. Der Ermittlungsausschuss Freiburg hat die Nummer: 0761/4097251. Aktuelle Infos gibt es beim unabhängigen Radio Dreyeckland auf 102,3 Mhz.

Links:
Stadt-Freiburg / Sonderseite zum NPD-Aufmarsch:  http://www.freiburg.de/1/0/1/aktionen/offenes_freiburg/index.php

Auf die Goschen / Linksradikale autonome Antifaschisten/ Infos, Aufrufe und ausführlicher Pressespiegel:
 http://www.aufdiegoschen.de.vu oder  http://www.aufdiegoschen.tk

Aufruf des großen Bündnisses:
 http://www.attac-netzwerk.de/freiburg/Material/0207antinpd.rtf

DGB Region Südbaden-Hochrhein/ Infos und Presseerklärungen des Bündnisses:
 http://www.dgb-bw.de/sixcms/detail.php?template_id=429

Jugend für Mut/ NPD-Sonderseite / Programm:
 http://www.jugendfuermut.de/?show=npd und  http://www.jugendfuermut.de/14sept-programm.php
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Ergänzungen

09.09.2002 - 16:19
also die stadt lechtzt ja förmlich nach nazis. wenn ich npd-kader wäre würde ich die demo kurz davor absagen, das wär vielleicht ein gag....

Wie wärs mit nem Special?

mannheim-68erz 09.09.2002 - 16:27
Gefüllt werden könnte es mit allen möglichen Beiträgen zum "S 14" (Köln/Freiburg = Antikapitalismus/Antifaschismus). Leider hab ich keine Zeit, sowas zu schreiben. Soll nur ne Anregung für Leute sein, die an der Orga der Demos beteiligt sind bzw. schon Beiträge schreiben, denn ein Special bündelt Informationen und bringt ungeheuer viel für die Mobilisierung!

Also:
smash fascism - smash capitalism!
in freiburg - in cologne - everywhere!

na ja

dieter 09.09.2002 - 19:54
also gut und schön so nen schön aufgearbeiteten artikel hier zu lesen und danke dafür. nur inhaltlich, auch wenn du ja nicht de factpo falsche sachen schreibst, mir geht das nen bisschen auf den magen wie du die stadt und das bündnis ablobst. wenn in dem bündnis aufruf was steht von "gegen alle die menschen in verwertbare und unverwertbare " (so ähnlich) einteilen, und in dem bündnis alle parteien und viele gewerkschaften drin sind, dann ist das doch ne verlogene scheisse.
natürlich ist das klasse das nazis auf der strasse soviel widerstand verursachen, aber eklig ist es schon wie mensch sich da in den pseudo- demokratischen einheitschor einreit, und die stadt einmal mehr ihre ach so liberale seite zeigt, nur um noch eiserner von dingen wie brand im asylbewerberInnenheim, räumung der jugendliche von den brücken, streichung des rasthausprojekts..etc zu schweigen. verstehst du, mich ekelt das einfach ein bisschen an zu sehen wie jetzt alle entsetzt tun, (insbesondere parteien und stadtverwaltung) obwohl mensch nun wirklich kein soziologie- ass zu seien braucht um zu bemerken, dass es ein zusammenspiel zwischen gemässigten parteien und rechtsextremen gibt, das auch im freien freiburg der alltägliche rassismus einwandfrei funktioniert...
nochmal: schön das soviele was machen, das demokratische schulternklopfen aber find ich zum kotzen und ich find wir linke müssen da nicht noch mit machen..

@dieter

egal 09.09.2002 - 22:13
finde nicht, dass der artikel die stadt mit lob zuschüttet. natürlich sind in so einem großen bündnis auch personen und gruppen vertreten, die teilweise rassistische praktiken vertreten, auch wenn sie es selbst nicht war haben wollen. anderseits ist es schon stark wenn ein bürgerliches bündnis sich dazu durchringt, die npd richtig blockieren zu wollen. in vielen andern städten machen die normalerweise ihr kerzenhalter-musik-profibühnen-ringelpietz und zwar 5 km von der npd entfernt. ich glaube, dass der vderfassungschutz BW nicht von ungefähr dieses große funktionierende bündnis attackiert hat.

10.09.2002 - 01:15
Ja, Absolut
Obwohl einige der militanteren linken Gruppen In Freiburg Das ganze offenbar zu einer 'schlagt-die-Nazis-grün-und-blau'-Veranstaltung machen wollen sind viele, und ich meine viele, Freiburger entschlossen, ein Fest zu feiern. Multikulti, Spaß, freie Meinungsäußerungen in der ganzen Innenstadt.
Finde ich auch die bessere Methode. Prügeln bringt da sicher weniger.
Auch lustig finde ich die Idee, den ganzen Bahnhof zu blockieren und die Betonköppe erst garnicht in die Stadt zu lassen - mal sehn was wird.
Kommt und feiert mit uns. Ich habe Freunde eingeladen, was gibt es denn besseres als Spaß zu haben und dabei noch ein Zeichen zu setzten.

Offizielles Programm

tutnixzursache 10.09.2002 - 18:56
Die Stadt Freiburg hat es jetzt endlich geschafft das Rahmenprogramm rund um den Naziaufmarsch zu veröffentlichen. Unter  http://www.freiburg.de/download/offene_stadt/fleyer_6_seitig.pdf könnt ihr es als PDF-Datei runterladen.

imerhin

- 10.09.2002 - 23:43
lasst es man nich wieder zu ner lichterkette werden.

Unverstaendnis

Chris 11.09.2002 - 05:14
Hallo ihr Lieben,

ich bin per Zufall auf die Indymedia-Seite gekommen und habe dort mal rumgestoebert. Das ganze ist zwar nicht ganz mit meinen politischen Ansichten in Eingklang zu bringen, aber ich bin ja so tolerant wie ihr und heisse Meinungsvielfalt willkommen. Dennoch ist mir was aufgefallen, dass ich gerne mal zur Sprache bringen wollte.
Wenn man Nazi-Aufmaersche im Fernsehen sieht (oder in Echt, das ist egal!), erkennt man meist ein klares Bild. Eine relativ kleine Gruppe von Rechten (meisst zwischen 100 und 1000, die von mindestens genau so vielen Polizisten "geschuetzt" werden muss, weil ihr mindestens doppelt so viele Linke gegenueber stehen, welche ohne den menschlichen Schutzwall in Gruen kein Problem damit haetten, den Rechten (vielleicht zu Recht) zu zeigen, wo der Hammer haengt. "Nazis aufmischen" spricht schon eine ziemlich klare Sprache, der Name ist Programm. Und auch wenn es vielleicht gar nicht so gemeint ist, hat es jeder, der schonmal in der Naehe so einer Veranstaltung war-- beabsichtigt oder nicht--schon mal selbst gesehen. Freilich ist es wichtig, den Rechten Einhalt zu gebaehren. Nur frag ich mich jedoch, ob es in einem Deutschland, in dem es der Gruppiereungen aller Extreme moeglich ist sich politisch zu organisieren, zwingend notwendig ist, dass jenes durch Gruppen geschieht, die vielleicht nicht in der Gesinnung, aber in der Gewaltbereitschaft viel radikaler sind. Versteht mich nicht falsch: die Rechten haben oft genug bewiesen, dass sie es was Gealt angeht mit den schlimmsten aufnehmen koennen. Aber man muss sich wirklich die Frage stellen lassen, ob mein der Sache gegen Rechts hilft, wenn selbst die linken Zeitungen nach der NPD-Demo shreiben: 30 Linksradikale bei NPD-Aufmarsch wegen Ausschreitungen festgenommen.

Noch ne kleine Frage zu Dieter (naja)

Chris 11.09.2002 - 05:38
Dieter, Du muesstest mir da nochmal was erklaeren. Du hast geschrieben es sei ja offensichtlich, "dass es ein zusammenspiel zwischen gemässigten parteien und rechtsextremen gibt". Jetzt stellt sich mir aber eine Frage zur PDS. Ist sie jetzt nicht gemaessigt, sondern radikal (was sie nun dann auch nicht besser machen wuerde als alles andere, nur gefaehrlicher!), oder ist sie gemaessigt und paktiert ergo auch mit den Rechtsextremen (erwischt!). Und was ist an Orten, wo die PDS aktiv oder passiv in der Regierung ist, und deshalb zwangslaeuffig mit dem LandesVS zu tun hat, weil er ihnen untersteht? Es ist doch schon etwas kurios. Aber vielleicht macht mir das mal einer von Euch klar, wie da alles funktioniert.

An Chris

Anarcho 11.09.2002 - 11:31
Du sprichst da ein heikles Thema an. Das Problem eines Teil der Linken (nicht der ganzn Linken) ist, daß sie keine positive Vision entgenzusetzen haben, sondern nur gegen irgendwas sind. Daßsie dabei in ihren Aktionen nicht anders wirken als das, was sie bekämpfen wollen, sehen sie nicht ein.
Zur PDS: Die ist nicht radikal. Es gibt einzelne Strömungen, die autoritär-kommunistisch sind und die DDR gut finden, der größte Teil der PDS will auch nur wie alle anderen Parteien einen Posten im Bundestag oder in Landesregierungen.

auch an chris

meisterlampe 11.09.2002 - 12:35
ja, teilweise hast du vielleich recht - vielleicht aber auch nicht ganz.
wenn es zb auf einer demo geschafft wird, daß auto von christian worch zu smashen, dann werden sicher auch leute festgenommen ;-)
trotz allem muß jede militante aktion vorher und nachher gut überdacht werden. gewalt darf niemals zu einem selbstläufer werden -
tja, und dann ist es leider auch häufig so, daß einfach von den bullis leute rausgegriffen werden um gefangene zu haben. es gibt zb immer wieder leute die eier geworfen haben und dann wegen landfriedensbruch angeklagt werden.

@chris

... 11.09.2002 - 14:58
finde es richtig gut, dass du dich meldest und dich nicht wegdrehst und sagst "was für idioten da bei indymedia, total gewaltgeil!"...
ich denke es spielt erstmal nicht so die rolle, ob es 100 oder 1000 sind (teilweise sind auch schon 3000 bis 4000 gelaufen). sobald sie auftreten sollte man ihnen in den weg treten. sie laufen zu lassen bedeutet es als "normalzustand" zu akkzeptieren, dass nazis ihre scheisse verbreiten können und das kann nicht sein. wenn man mit einem fascho reden will über menschenwürde etc. lacht er sich doch tot. er will es nicht kapieren, die sprache die er versteht ist die des stärkeren, also haue, und zwar nicht zu knapp. wir müssen sie auf der strasse, ihrem und unserem hauptätigkeitsfeld, in die schranken weisen und ich ziehe es vor sie aufzumischen als mich hinzusetzen und "we shall overcome" zu singen.
bei jungen leuten oder nachwuchs ist das vielleicht manchmal anders, da ist es vielleicht sinnvoller zu sagen: "hau ab hier und wenn du nochmal kommst kriegst du sie. und wenn wir so drauf wären wie deine nazi-kameraden, dann würdest du jetzt in den bordstein beissen." da gibt es vielleicht noch einen lerneffekt, dass sie merken, dass es leute gibt die mehr "ehre" besitzen, als die tollen jungs von der npd oder jn...aber mit einem "überzeugten" nazi will ich gar nicht reden. er rechtfertigt auschwitz mölln solingen und all die anderen orte faschistischer verbrechen. das system, das er will ist terror und mord. was gibt es da zu reden?
das ist nur ein kleiner teil einer großen diskussion, die weit führen würde...ich habe nur versucht einen teil aus mener sicht zu erklären. wenn`s dich interessiert findest du hier bestimmt mehr auf indy...
und noch eins: ich denke es ist auch ein fehler von "uns", immer nur den letzten satz der öffentlichkeit vorzusetzen ("nazis aufs maul" oder so), dass wir aber nicht unsere beweggründe, unsere motivation, unsere ziele, die grundlagen linksradikaler politik vermitteln, sondern meist eine parole, die oft auch dämlich sind, oder einen aus aneinandergereihte parolen bestehenden text vorlegen und uns wundern, wenn uns die leute leute nicht verstehen. es liegt oft an uns, nicht an den leuten.

chris hat irgindwie

kai 12.09.2002 - 00:33
chris hat irgindwie was gesprächsförderndes.

zur PDS:
die pds ist obwohl auch eine partei die einzige die nicht homogen ist. sie besteht vielmehr aus einer vielzahl sehr unterschidlichster gruppierungen. auf deren parteitagen tritt diese vielfalt zutage. die sed-riege stellt in der pds meines wissens ca 60% der mitglieder, wobei die sich dann auch wieder unterschiedlich zur sed positionieren(auch die haben z.t. dazu gelernt). das steht im krassen gegensatz zu anderen blockparteinen wie z.B, der cdu die immer noch die alten strukturen aufrecht halten.
radikalität ist nichts schlechtes: es ist die ursachen statt der symptome zu suchen und dort anzupacken(die wurzeln) - die pds ist also nicht radikaler als andere parteien auch. die sed ist nicht radikal(liebe leute wo denn?) die nazis sind das übel also sind die auch nicht radikal.

zur notwendigkeit des antifaschistischen widerstandes:
die deutsche geschichte hat uns gezeigt was nazis wollen und wozu sie fähig sind. auch das widerstand gegen sie selbstverständlich sein müsste. aus der geschichte ist auch erkennbar das der widerstand in deutschland marginal war. erst ein furchbarer krieg hat dem wahnsinn damals ein ende gesetzt. die älteren, die das damals mitbekommen haben sagen, sie hätten damals nicht gewusst wo es hinführt, ausserdem hätten sie viel zu riskieren gehabt. heute wissen wir wo es hinführt und wir wissen ebenso, das wir viel mehr riskieren, nähmen wir die gefahren, die uns durch den widerstand drohen nicht auf uns. mit bedauern stelle ich fest, das nazis es immer mehr schaffen ihre ziele zu verdecken und sich als bürgerliche kräfte zu etablieren (deutlich z.b italien und östereich). ich stelle auch mit bedauern fest dass ihre werte von politikern anderer parteien(deutlich zb beckstein) übernommen werden. weiter sehe ich mit schrecken, dass ganze städte von ihnen wieder in angst versetzt werden, und ihre macht gross genug ist um druck auf die gesetzgebung auszuüben. ihre macht reicht soweit dass immer noch die zahlen der opfer der nazis beschönigt werden. von nazis ermordete tauchen in den statisiken der länder teiweise als solche auf und verschwinden in der statistik des bundes. dazu kommt das gerade strukturen wie bundeswehr oder polizei vom aufbau her nazis entgegenkommen und sich dort auch nazis finden(nicht immer offen). meines wissens nach sind ca 60% der republikaner bei der polizei, aber lass es ruhig weniger sein. die verstrikungen gehen viel weiter. diese analyse ist nicht radikal (ist eigentlich gar keine analyse)weil sie es in der kürze nicht sein kann. sie dürfte trotzdem die notwendigkeit antifaschistischen kampfs zumindest andeuten. eine kritik an nazis selber muss radikal sein, jede sollte wissen warum sie sich gegen nazis stellt. das ist dann nicht nur "wir haben in der schule gelernt" oder eine reduzierung der nazis auf kriminelle oder verrückte. echter widerstand entsteht aus einer vorstellung davon wie die eigene zukunft aussehen soll(evtl nur(?) als utopie). aus der erkenntniss, dass nazis jede zukunft zunichte machen(wollen). aus der solidarität die sich im alltag ergibt, wenn die zukunft anderer von ihnen angegriffen wird und du das erkennen kannst. deswegen ist antifa auch (glücklicherweise) nicht homogen.
leider ist antifa zu sein nicht so selbstverständlich wie es sein sollte. schön wärs. so stehen die leute immer wieder polizisten gegenüber, die faschisten schützt(radikal wäre zu untersuchen warum) und antifaschisten verfolgt - auch mit abwegigsten begründungen. der artikel zeigt das auch.

Soweit so gut...

Chris 12.09.2002 - 08:28
an alle: vielen dank fuer die guten antworten. Das zeigt, wie sehr euch das thema zu herzen geht, und das ist immer eine gute sache.
anarcho: das war wahrscheinlich die einfachste und dennoch kluegste aussage die je ueber die pds getroffen wurde.

meisterlampe: genau das sehe ich aber als das kernproblem. was bringt es der gesellschaft-und nur ihrere willen bemueht man sich ja letztendlich um eine verbesserung der weltumstanende, was bringt es ihr wenn jemand christian worch's auto kaputt schlaegt? Vielleicht innere Befriedigung fuer wenige, da sie sich sagen koennen, sie haben das eigentum eines rassistischen monsters zerstoert. das haelt dann ein paar tage vor und ist wieder weg. christian worch schadet man damit aber nicht. ganz im gegenteil, der kauft sich ein neues auto (bekommt wahrscheinlich noch eins geschenkt, von irgend so nem "treuen kameraden") und kann erstmal wieder wochen lang davon erzaehlen, dass der linke poebel keinen respekt vor eigentum hat-das koennen die ja nur von den juden und auslaendern gelernt haben, das haett's frueher nicht gegeben, etc., pp. damit ist dem kapf gegen rechts nicht geholfen.
weiter sprichst du von wohlgeplanten militanten einsaetzen. andere sprechen von notwendigen attacken, weil die rechten nichts anderes verstehen als die sprache der gewalt. wie viele von euch sitzen denn abends vor dem fernseher und sagen:"jawoll, dass der bush den irak angreifen will, das ist eine gute sache, da stehe ich hinter!". Ich gehe davon aus, dass nur die wenigsten hier im Forum es so tun werden. Aber warum denn? Ist er nicht auch ein sehr gefaehrlicher, mit potential fuer unglaubliche zerstoerung. haette uns nicht auch in diesem falle die vergangenheit lehren muessen, dass er nur die sprache der gewalt zu verstehen scheint. man muss immer ueberlegen, was solch eine haltung auf hoeheren ebenen bewirken kann.
allen im allem finde ich freiburgs ansatz, einfach eine grosse gegenparty zu veranstalten gar nicht so dumm. gewollt oder nicht werden dadurch mehrere sinnvolle ziele erreicht. 1. viele menschen werden angesprochen, das heisst zwansglaeufig mehr leute auf den strassen. 2. diese menschen kann man ansprechen, man muss versuchen sie fuer die bekaempfung des nazismuses zu gewinnen (auf friedlicher basis, wie ihr schon gemerkt haben werdet, hab ich 's nicht so mit dem gewalt ansatz). 3.vielleicht der wichtigste punkt ist jedoch ein eher zufaelliger. dadurch, dass es so viel nicht-politisches drumherum gibt, wird auch der aufmarsch und das anliegen der faschisten entzaubert. anstatt mehrere minuten im rampenlicht der tagesthemen zu erscheinen, in denen nur meisst wiedergegeben wird, dass diverse male erfolglos gegen den aufmarsch geklagt wurde und dass im endeffekt mehr linke da waren und es deswegen malwieder fast eskaliert ist (ich sag nicht, dass es so ist, nur das es so rueberkommt), werden sie dieses mal wohl eher unter "ferner liefen" auftreten muessen. und das, die entpolitisierung und eine verminderung des veraenstigungs- und einschuechterungspotential, wird die rechtsradikalen mehr treffen als 10 kaputte autos.

Wichtig ist der Widerstand

anar 12.09.2002 - 13:18
Wir müssen natürlich mehr machen, als die Faschos am Samstag aufzumischen. Ich bin froh, wenn das angesichts der Massen von GegendemonstrantInnen auch gar nicht notwendig ist. Leider hat sich aber in der Vergangenheit gezeigt, dass die Massen beim dritten Aufmarsch einfach zu Hause bleiben, weil das Thema langweilig geworden ist. Auch wird die Stadt nicht jedesmal 25.000 Euro zur Verfügung stellen, um massenhaft zu mobilisieren.

Aber ich möchte in Freiburg in ein paar Jahren keine "national befreite Zone" haben, wie sie das Drei-Säulen-Konzept der NPD (Kampf um die Köpfe, um die Parlamente und um die Straße) vorsieht. Deshalb müssen wir langfristige Konzepte entwickeln, die Rechtsradikalismus wirksam bekämpfen. Entgegen Chris' Meinung bin ich der Auffassung, dass Gewalt dabei ein sehr wirksames Mittel ist. Es ist eben doch ein starker Rückschlag für die Faschos, wenn, wie 2000 in Northeim bei Göttingen, ein gesamtes Lager mit Neonazi-CDs ausbrennt. Oder wenn die Nazis Angst haben müssen, ein blaues Auge zu bekommen, wenn sie, wie zur Zeit in Freiburg, Fototrupps durch die Stadt schicken.

Dafür müssen wir die lokalen rechtsradikalen Strukturen aber erst einmal erkennen, denn sie sind nicht immer so offensichtlich wie ein NPD-Aufmarsch eine Woche vor der Bundestagswahl. Wir haben deshalb anlässlich der "Gegenparty" am Samstag ein Flugblatt zu diesem Thema verfasst:
 http://www.labandavaga.de/aufdiegoschen/html/de/infos.html#LaBandaVaga-2002

Um noch einen weiteren Beitrag zur Diskussion zu leisten, möchte ich noch ein Argument bezüglich Chris' Irakvergleich geben: Wir sind nicht der Verfassungsschutz, der die Nazis erst mit Waffen und Geld ausstattet, um sie danach wegen ihres Zerstörungspotentials zu "bekämpfen". Genau das hat aber Deutschland (und andere Industrienationen) mit dem Irak gemacht. Erst wurden in den 80ern Giftgasfabriken geliefert und der Irak mit Geld im Kampf gegen den Iran ausgestattet, um ihn später dann wegen der Massenvernichtungswaffen zu "bekämpfen". Das war kein einmaliger "Fehler", wie die jüngste Lieferung einer Gewehrmunitionsfabrik unter Rot-Grün an die Türkei beweist.

nochmal, liebe(r) chris

till 12.09.2002 - 14:06
ich hab oben schonmal geantwortet, der text ohne namensangabe. nur kurz noch zwei sachen zu deinen einwänden:
zum einen in bezug auf die bedrohung nazis/irak oder vielmehr der umgang mit einer bedrohung. zum einen gehen die amis nicht in den irak, weil sie gutmenschen sind, sondern weil sie machtpolitische interessen durchsetzen wollen. zum anderen hat politik viel mit möglichkeiten zu tun. wir sind eine derzeit schwache bewegung ohne größeren einfluss, folglich haben wir einen eingeschränkten handlungsspielraum. der westen in bezug auf den irak hätte andere möglichkeiten, wenn es wirklich um menschenrechte im irak ginge. oder teile bestimmter ministerien z.B. hätten einflussmöglichkeiten und könnten versuchen rechtsextremismus vorzubeugen oder zu bekämpfen(ich sag das einfach mal so, nagelt mich bitte auf diesen satz nicht fest!), aber von "akzeptierender jugendarbeit" z.b. halte ich bei faschisten ehrlich gesagt gar nichts. (interessant wäre die frage, was denn der richtige ansatz wäre, wenn wir mehr möglichkeiten hätten?)

und dann kommen wir zu einem ansatz, der sagt: das system in dem wir leben und seine auswirkung auf die menschen ist dem faschismus förderlich oder bringt ihn selbst hervor (als "denk-link": adorno über den autoritären charakter als potentiellen faschist und noch vielmehr und anders....)und ein faschist ist dem kapitalistischen system dienlicher als ein revolutionär, wird folglich auch nicht die repression erleben, die eine revolutionäre bewegung erlebt. vom staat (in vertretung des systems) kann ich also nicht erwarten den faschismus in den köpfen auszulöschen, denn er bringt ihn ja zum großteil selbst hervor und/oder ist oft auch gar nicht gewillt ihn zu vernichten. ich muss mich selber drum kümmern, und wir sind wieder bei den möglichkeiten. und ich muss mich darum kümmern für ein gesellschaftssystem zu kämpfen in dem der mensch klassenlos und frei ist, damit neben noch ganz vielen anderen vorzügen auch unter anderem der faschismus gar nicht erst entsteht in den köpfen.

zum "party-einwand": find ich auch sehr gut, aber das alleine reicht halt nicht. es muss viele (vielleicht alle) seiten geben, nur militanz wäre auch zu wenig. ich hoffe wir kriegen das beides unter den hut.

grüße

PS:
geh doch mal zu anderen beiträgen noch, vielleicht löst du dort ja ähnliche ergänzungs- und diskussionsstürme im positiven sinne aus. fehlt leider zu oft, meistens ist es ja nur noch angepisse...naja.

lieber chris

kai 12.09.2002 - 16:57
ich hoffe dass freiburgs ansatz sinn macht, ich werde mich auch in keinem fall dagegen aussprechen.


allerdings hält sich mein mein mitleid mit herrn worch und seinem auto in grenzen. militanter widerstand ist ein teil der szene. ich persönlich finde aus ähnlichen gründen wie du, dass er nicht zum ziel führt. dennoch muss ich eingestehen dass solche formen, zum einen auch in der breiten öffentlichkeit eine diskussion verursachen die sonst nicht statt findet. dazu kommt dass das auch eine abschreckende wirkung hat. die botschaft "ihr seid angreifbar" wird schon vermittelt. wie gesagt das ist nicht mein weg aber das mittleid hält sich in grenzen.

leider ist es bei uns antifaschismuss nicht sebstverständlich, deswegen besteht die notwendigkeit den nazis etwas entgegenzusetzen. ebenso leider ist die erfolgreichste methode dabei die angst vor krawallen in der öffentlichkeit zu schüren. dies hat schon oft zur verhinderung von öffentlichen auftritten geführt. es wird nazis nichts deswegen entgegengesetzt weil sie nazis sind oder weil sie einen aufmarsch machen und das ohnehin schon gewalt zur folge hat(manchmal nicht vorort). aber die angst vor der tatsächlichen ausschreitungen vorort, die dann nicht nur(?) die zielgruppen der nazis treffen sondern die schweigende masse, führen oft zur einsicht dass so eine veranstaltung verhindert werden muss.(es wurde auch schon des öfteren nachgewiesen dass veranstaltungen der nazis zu einem anstieg von ausschreitungen anderenorts stehen ). im falle von freiburg hoffe ich, dass das nicht nötig ist, weil eine breite öffentlichkeit den nazis genug entgegensetzt. ich meine, es macht auch den wenigsten antifas spass, wieder mit einer gebrochenen rippe oder inneren blutungen(die schlagstöcke habens in sich) im krankenhaus zu landen oder wieder einmal pferspray in die augen zu bekommen. andere wege sind denke ich immer willkommen wenn sie nur

das mit dem feiern bleibt auch zwiespältig, weil es meist nicht radikal ist. ich will das problem am beispiel der lichterkette zeigen. nachdem die nazis mehrere häuser angezündet hatten gingen massiv leute auf die strassen und bildeteten lichterketten. sieht erstmal recht nett nach wiederstand aus und es sieht auch erstmal so aus als würde es ihnen in deutschland was entgegengesetzt(vorallen dingen aussenpolitisch macht das den eindruck). in münchen hat sich ganz deutlich gezeigt dass dem nicht so ist. dort wurde während der lichterkette einige meter weiter in der müllerstrasse ein haus angezündet. obwohl die leute auf der lichterkette angesprochen wurden doch bitte dort hinzukommen und das nicht zuzulassen waren vor dem haus nur die, die immer da sind wenns darauf ankommt. dieser anschlag fand kaum erwähnung in der presse. die anzeigen von siemens in denen sie werbung für sich machten und ihren "antifaschissmus" darstellten, indem sie auf ihre mitarbeiter bei der lichterkette hinwiesen dominierten(anzeigengrösse: eine halbe seite). hinzuzufügen ist, dass die werner von siemens stiftung immer wieder sehr, sehr(!) zweifelhafte seminare anbietet. darüber gibt es auch ganze abhandlungen.
ähnliche beispiele kommen immer wieder vor. das bedeuted das diese form auch zur marginalisierung (oder verdecken) des problems führen kann(!).
deswegen sehen einige antifas so etwas mit kritischen blick.

aber du hast recht, die militanz und ob damit ziele erreicht werden können ist immer wieder in frage zu stellen, wollen wir nicht mal so skrupellos werden wie die. gewaltfreie lösungen sind auf jeden fall immer zu suchen und vorzuziehen. insofern hoffe ich auf einen gewaltfreien aber wirkungsvollen widerstan in freiburg. feste feiern bring zumindest den leuten ein bischen spass, hoffen wir das es den nazis auch was entgegensetzt.

@till

kai 12.09.2002 - 17:06
und das angepisse ist auch wichtig.
wenn du radikal an die sachen rangehst, liegen die dinge nun mal nicht so eindeutig. du siehst gefahren nicht die andere sehen und umgekehrt. da kann es schon mal dazu kommen dass es nötig wird sich zu streiten. bei jedem streit entwickelt sich auch wieder etwas neues. schlimm wirds wenn die leute nicht mehr streiten - das wäre stagnation. natürlich ist das auch eine frage der motivation. und natürlich sehe ich auch das es zum teil nur agros loswerden ist. und trotzdem selbst diese agros bilden meinung. in sofern: lasst uns noch viel miteinander streiten - aber zusammen kämpfen.

lieber chris

kai 12.09.2002 - 17:25
ich und deutsch, dass passt irgendwie nicht zusammen:)...

im zweiten absatz:

...dass veranstaltungen der nazis in verbindumng zu....

der letzte satz im zweiten absatz:

... wenn sie nur zum ziel führt, sprich dem treiben der nazis einhalt gebietet.

den rest lass ich mal so:).


und lass mich noch hinzufügen mitärisch # miltanz!
das ziel von amerikanischen angriffen ist nicht ein "diktator sadam" oder eine terrorbekämpfung(das wort terror ist schon ohne inhalt) sondern eine strategischer feldzug, mit deutlich nicht abschätzbaren risiken. auch die jagt nach bin laden ist ein fake, dass sollte schon daran erkennbar sein dass der krieg viel zu kurz nach dem anschlag stattgefunden hat, auch aus dem was dabei herausgekommen ist. aber gut das ist eine andere debatte - der vergleich funktioniert auf jedenfall nicht.

streit ist ok@kai

till 12.09.2002 - 18:20
ich hatte eine ergänzung von dir (jedenfalls auch ein kai) gelesen bei einem artikel zur räumung der rigaer94 und auch was dazu geschrieben (>menschen, mit denen man zusammen kämfen will)...
streit ist ok, aber was hier teilweise bei indy(bei den ergänzungen) zu lesen ist ist einfach zum kotzen. wenn jeder, der nicht der gleichen meinung ist und dinge anders sieht zum feind erklärt wird, dann ist das ziemlich bitter. dieses ewige gespalte und die sektiererei.
die diskussion mit z.B chris find ich gut, aber chris ist auch aufgetreten und hat gesagt:"ich seh das so und so, wie seht ihr das?" und ich hab schon genug andere gewalt-diskussionen erlebt, die wirklich zum kotzen waren. nur gedisse und beschimpfungen von beiden seiten.

ich stehe zur militanz, aber wenn leute sagen, dass das nicht ihr weg ist-ok. man muss versuchen einen nenner zu finden für demos etc. und nicht versuchen sich fertig zu machen. aber wenn leute auf einem sinnlosen ego-gewalttrip sind ist es schwer, zugegeben. randale muss nicht immer sein, manchmal ist es wirklich besser nur mit musik und tanzenden leuten durch die stadt zu ziehen. es gibt viele sachen, die ich auch zum kotzen finde. wenn sinnlos irgendwelche (20Jahre alten) autos gesmasht werden nur weil ein stern vorne drauf ist. so ein auto kann sich fast jeder leisten. "freidliche", die dazwischengegangen sind wurden dann als bullenfreunde beschimpft und angegriffen(!). finde ich zum kotzen sowas. oder irgendwelchen tante-emma-läden die video-kamera abzureissen und das dann als "aktion gegen den überwachungsstaat" zu verkaufen. sowas dämliches. für wen machen wir politik? für die menschen? oder fürs ego? das ist manchen nicht so klar glaub ich.
ich möchte mich aber auch nicht beschimpfen lassen von hippies, wenn grad eine sinnvolle auseinandersetzung mit bullen stattfindet.
genua war ein push, da hat es funktioniert nebeneinander/miteinander zu existieren. und diese vielfalt wie in genua sollte eine unserer stärken sein (ich hab aber auch gebraucht um das zu kapieren.)
naja, hoffe, dass es in freiburg auch nett wird, liegt ja auch im süden....
grüße

@till

kai 12.09.2002 - 19:48
salzburg ist auch noch ;-)
auf jeden fall wollte ich dich nicht anpissen :).
ich stimme dir grossenteils auch zu.
mit genua hab ich ein bischen probleme. nicht weil ich zur friedlichkeit mahnen möchte, auch nicht weil ich den wahnsinn, der von den authoritäten dort abgezogen wurde nicht im vordergrund sähe. es gibt jedoch gerade jüngere die nicht radikal sind und einfach nur randale wollen. da gibt es m.e. noch viel politisch zu argumentieren und zu arbeiten(nicht spalten). dass ist, denke ich, auch ähnlich gelagert wie deine autos oder der "tante ema laden". das schwierige bei dieser disku ist, dass viel zu leicht dem system in die hände gespielt wird und dessen argumente für ihr gewaltmonopol gestützt werden. dann haben wir das gegenteil, wie es in münchen bei der nato geschichte war, wo sich die leute freiwillig festnehmen liessen und dem wenig entgegengesetzt wurde. erste reihe mit erhobenen händen und die cops zwischenrein und rausgezogen ... 70 jährige frau im koma nach dem einsatz der polizei ... es ist oft schwer zu vermitteln, dass entschlossenes vorgehen notwendig sein kann, das aber kein spass ist, sondern verdammt gefährlich und ernst ist und dass einem da menschen gegenüber stehen. wehren musste dich wohl.
naja, mal sehen ob wir nicht doch noch was ändern können.

@ Kai

Dirk 13.09.2002 - 16:11
Moin zusammen!

Kai, du schreibst in einem deiner Beiträge:
"...insofern hoffe ich auf einen gewaltfreien aber wirkungsvollen widerstan in freiburg. feste feiern bring zumindest den leuten ein bischen spass, hoffen wir das es den nazis auch was entgegensetzt."

Tja, bis heute morgen war ich da noch guter Hoffnungen. Meine Vision vom morgigen Samstag sah ungefähr so aus:
Strahlender Sonnenschein, 23°C. Auf dem Platz der Alten Synagoge versammeln sich 1000de zur Demo des DGB-Bündnisses. Nach kurzer Zeit setzt sich der Zug in Bewegung Richtung Eisenbahstraße (wie auf dem Plan unter aufdiegoschen.de dargestellt) und es gelingt somit tatsächlich die NPDler, angesichts der schieren Menschenmassen, gewaltfrei am Bahnhof festzunageln.

Nach einem Blick in die Badische Zeitung viel diese Vision heute leider in sich zusammen, denn mitlerweile verläuft die DGB-Demo nicht mehr durch die Eisenbahnstraße sonder durch die Sedanstraße und endet um ca. 12.45 am Konrad-Adenauer-Platz (Konzerthaus).
Tja, und damit sieht für mich derzeit vieles danach aus,alsob die Faschos (weitestgehend) ungehindert ihre Route ablaufen können.
Mit ziemlicher Sicherheit wird sich der Beginn der Abschlusskundgebung (natürlich rein zufällig) um ca 15 Minuten verschieben (also auf 13 Uhr). Gleichzeitig wird die NPD von den Ordnungshütern aufgefordert schon einige Minuten früher loszumarschieren (also um 12.45). Zusätzlich wird der Zugang vom Konzerthaus in Richtung Bahnhof mittels eines massiven Polizeiaufgebots abgeriegelt. BIs die Mehrheit der aktiveren DGB-Demo-Teilnehmer gemerkt hat wie der Hase läuft steht die NPD schon mindestens auf dem Rotteckring.

Schade!

Grüße, dirk

@dirk

kai 13.09.2002 - 17:17
erinnert mich irgendwie an passau.
viel kraft.

Und sie werden nicht laufen!

egal 14.09.2002 - 03:53
Wenn wir morgen stark, vielfältig, bunt-gemischt und widerspenstig entschlossen sind, werden wir es schaffen, dass sich die nazis nicht einen meter bewegen und wieder nach hause fahren können. und das packen wir!

Bilder und "News"

Daniele 14.09.2002 - 12:13
Hallo Ihr Lieben Menschen!

Ich habe ein paar Fotos vom Bahnhof in Freiburg geschossen. Alles voller Polizisten, total lustig :)).
Die ganzen Bilder, und auch ein paar subjektive Eindrücke gibts unter  http://aufstehen.ifix.cx/ .
Have fun!

Daniele aka Realcosmo

JUCHHEEE!! Weg sind sie!

Dirk 14.09.2002 - 19:02
Hallo zusammen!

So, meine Befürchtungen haben sich glücklicher Weise nicht erfüllt.
Alles in allem war das eine sehr gelungene Demo! Die Faschos konnten sich keinen Meter vom Bahnhofsvorplatz wegbewegen, da alle Zugänge mit 1000enden von Leuten zugestopft waren. Mit einem Wort: PERFEKT!

Tschüss!

Super!

Südstern 14.09.2002 - 19:30
Gut so, mal erfreuliche Nachrichten. Ich war selber nicht dabei, freu mich aber mit allen Aktiven!

Super

mario 14.09.2002 - 19:41
Super Neuigkeiten! Ich war auch in Freiburg hab aber leider nicht wirklich viel sehen koennen von dem Pack! Umso schoener hier lesen zu koennen dass sie sich nicht fortbewegt haben!

Genial eine ganze Stadt so zusammenstehen zu sehen! Sauber!

Gruss
mario

schönes bild

kai 14.09.2002 - 22:32
hey die nazis hatten dieses wochenende nirgends ein bein auf'n boden gekriegt, podsdam, holzminden, lübeck...
lasst das mal zur angewohnheit werden.

doch ne lichterketterkette

kai 14.09.2002 - 23:05
ich hatte mich wohl zu früh gefreut.
 http://www.indymedia.de/2002/09/29573.shtml
 http://www.indymedia.de/2002/09/29583.shtml
naja, aber immerhin.