Rassistischer Mob greift 2 Tage lang Flüchtlingsunterkunft an

nfr 04.09.2002 16:18 Themen: Antifa
Am letzten Wochenende wurde eine Flüchtlingsunterkunft in der Hermann-Löns-Straße in Algermissen bei Hildesheim mehrfach von einem aufgeheizten rassistischen Mob überfallen. Die Bewohner des Hauses wurden so lange bedroht und geschlagen, bis die Polizei die betroffenen Opfer evakuieren musste.
Bereits am Samstag wurde eine Gruppe von vier Tamilen von einer Horde von etwa 20 deutschen Jugendlichen, darunter 4 Skinheads, auf dem Schützenfest angegriffen. Die Flüchtlinge wurden umzingelt, beschimpft und angepöbelt. Eine gaffende Menge sah die-sem Schauspiel zu, ohne einzugreifen. Das Gerücht von einer versuchten sexuelle Nöti-gung, das laut HAZ vom 3.9.2002 der Anlass für die Überfälle darstellte, war zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht aufgekommen. Die Flüchtlinge flohen zurück in ihre Unterkunft, wurden jedoch von der Gruppe verfolgt und mehrfach geschlagen. Ein Flüchtling erlitt eine Verletzung am Arm, ein zweiter eine Platzwunde am Hinterkopf, die im Krankenhaus ge-näht werden musste. Die zu Hilfe gerufene Polizei schützte die Flüchtlinge vor weiteren Übergriffen, nahm jedoch keine Personalien der Täter auf. Lediglich die Personalien der betroffenen Flüchtlinge wurden registriert. Danach verließ die Polizei zunächst den Ort.

Nachdem die Polizei weg war, kamen die Täter zurück und zerschlugen mehrere Schei-ben der Unterkunft mit Stühlen. Ein Tamile wurde durch einen Glassplitter im Auge ge-troffen. Von der erneut gerufenen Polizei verlangten die Bewohner nunmehr ultimativ eine Unterbringung in einer anderen Unterkunft, was von der Polizei jedoch abgelehnt wurde. Wenigstens wurde das Gebäude über Nacht von der Polizei bewacht.

Am Sonntagabend überfielen gegen 21 Uhr etwa 50, teils mit Eisenstangen bewaffnete Schützenfestbesucher erneut die Unterkunft, diesmal unter Bezugnahme auf einen an-geblichen Versuch sexueller Nötigung durch einen der Flüchtlinge. Uns liegen zu dem Vorfall keine weiteren Informationen vor. Offenkundig diente dieser Vorwurf jedoch der Bestätigung und Verfestigung bereits vorhandener rassistischer Vorurteile und Stereoty-pen. Diesmal handelte es sich nicht nur um Jugendliche, sondern um erwachsene Dorf-bewohner, die lauthals rassistische Parolen grölten. Einige Personen drangen in die – nicht abschließbare - Flüchtlingsunterkunft ein, zertrümmerten eine Zwischentür und ver-suchten, auch die abgeschlossenen Zimmertüren aufzubrechen, hinter die sich die in Angst und Schrecken versetzten Bewohner geflüchtet hatten. Auch als die Polizei eintraf, ließen sie nicht von ihrem Tun ab, sondern schlugen weiter gegen die Tür. Sie blieben mehr als eine Stunde im Haus. Die Polizei sah sich nicht in der Lage, zu den um Hilfe ru-fenen Flüchtlingen in den ersten Stock zu kommen. Aus der Menge wurde die Polizei auf-gefordert zu verschwinden und angegriffen, eine Person wurde daraufhin festgenommen. Erst nach mehr als einer Stunde verschwanden die Angreifer. Die Polizei sah nun keinen anderen Ausweg mehr, als die tamilischen Flüchtlinge in eine andere Unterkunft zu eva-kuieren.

Nach Recherchen des Hildesheimer Vereins „Asyl e.V.“ sowie des Niedersächsischen Flüchtlingsrats sind den Angriffen vom Wochenende bereits mehrere rassistischen Über-fälle vorausgegangen: Vor 5-6 Monaten wurde ein Tamile vor seinem Zimmer ins Gesicht geschlagen und erstattete Anzeige gegen den Täter. Vor drei Monaten wurden sämtliche Wände innerhalb der Flüchtlingsunterkunft mit rassistischen und rechtsradikalen Parolen sowie Hakenkreuzen besprüht, welche die Gemeinde beseitigen ließ, offenbar ohne Strafanzeige zu stellen. Vor 2,5 Monaten wurden tamilische Flüchtlinge von einem Mann, der einen in der Flüchtlingsunterkunft lebenden deutschen Obdachlosen besuchte, mit ei-ner Gaspistole aufgefordert, „ins Haus“ zu gehen. Ständig hat es nach Aussage der tami-lischen Flüchtlinge Drohungen und Beschimpfungen durch Besucher dieses Obdachlosen gegeben, die offensichtlich ungehindert in der Unterkunft ein- und ausgehen konnten.

Der Niedersächsische Flüchtlingsrat und der Flüchtlingshilfeverein „Asyl e.V.“ fordern eine sofortige Festnahme und strafrechtliche Verfolgung der Täter, die den betroffenen Flücht-lingen teilweise bekannt sind. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Flüchtlinge vertrieben werden, während die Täter nach wie vor frei herum laufen. Schärfstens kritisieren wir die unsäglichen Verharmlosungen durch den Gemeindedirektor und die Polizei: Offenkundig haben sich bereits mehrere rassistische Übergriffe in Algermissen ereignet, bevor es zu dem Überfall vom Wochenende kam. Wenn der Gemeindedirektor behauptet, es gäbe „keine ausländerfeindlichen Gruppen“ in Algermissen, so entspricht dies offenkundig nicht der Realität. Auch erscheint uns schleierhaft, warum die Polizei keinen „rechtsradikalen Hintergrund“ zu erkennen vermag. Für unerträglich halten wir es schließlich, wenn ein Mit-arbeiter der Ausländerbehörde nach einer Unterbringung außerhalb von Algermissen mit der Bemerkung kommentiert, die Betroffenen könnten ja „zurück nach Sri Lanka“ gehen. Die betroffenen Opfer haben Anspruch auf unseren Schutz und unsere Solidarität. Sie dürfen nicht erneut zwangsweise nach Algermissen geschickt werden.
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Ergänzungen

Artikel Hildesheimer Allgemeine (von heute)

nfr 04.09.2002 - 16:44
Algermissen: Es riecht nach Fremdenhass


Täter kamen mit Zaunlatten und Eisenstangen / Nach Überfällen auf das Asylbewerber-Haus sucht die Polizei Zeugen

Algermissen (cwo). Nach den Ausschreitungen vor dem Asylbewerber-Haus in Algermissen wird ein fremdenfeindlicher Hintergrund immer wahrscheinlicher. Das hat die Polizei gestern mitgeteilt. Am Sonnabend und am Sonntag hatten teils betrunkene Besucher des Schützenfests das Haus belagert und drei Flüchtlinge verletzt.


Montagabend vorm "Schlichthaus" in der Algermissener Hermann-Löns-Straße. Zwei Jugendliche streifen durchs Gras, mit gesenktem Blick. Was sie suchen? "Meine Fingerkuppe. Die hat mir gestern einer von den Tamilen im Gefecht mit einem Messer abgeschnitten", sagt einer und zeigt seinen verbundenen Finger. Er sei dabei gewesen - beim Sturm von 50 Festplatzbesuchern auf die Asylbewerber-Unterkunft. Jetzt sieht er Polizisten auffahren. "Die bewachen das Haus nur, weil da Ausländer drin wohnen, bei Deutschen wär' denen das alles egal", schimpft er. Dann trottet er mit seinem Kumpel in Richtung Rummelplatz davon. Das Schützenfest geht schließlich weiter.

Zur gleichen Zeit, etwa 15 Kilometer entfernt, ist den zehn Ermittlern der Polizei wenig festlich zumute. Sie vernehmen Opfer und Zeugen der Ausschreitungen, bis in die späten Abendstunden.

Am Dienstagmorgen geht die Polizei dann mit neuen Erkenntnissen an die Öffentlichkeit. Es stimmt, schon am Sonnabend haben angetrunkene Festplatz-Besucher vor dem Asylhaus randaliert, haben Stühle in die Scheiben geschleudert. Und Flaschen. Drei Asylbewerber wurden dadurch verletzt, einer erlitt eine schwere Platzwunde am Kopf.

Auch das Bild der Geschehnisse vom Sonntagabend wird - so die Polizei - immer konkreter. So steht inzwischen fest, dass einige der rund 50 Belagerer des Schlichthauses mit Zaunlatten und Eisenstangen bewaffnet waren. Kein Gepäck, das man bei einem spontanen Marsch vom Festplatz zur Hermann-Löns-Straße erwarten würde.

Zwar ermittelt die Polizei weiter in Sachen der angeblichen versuchten sexuellen Nötigung einer 16-Jährigen durch einen Asylbewerber, die nach ersten Zeugenaussagen zu den Krawallen geführt haben sollte. Doch deutlich stellen die Ermittler fest: "Vor diesem Hintergrund ist eine fremdenfeindliche Motivation für die Tat anzunehmen." Zeugen der Vorfälle am Wochenende werden gebeten, sich unter 0 51 21 / 939-115 bei der Polizei zu melden.

Ihre Aussagen längst gemacht haben die Bewohner der Unterkunft: Tamilen und Inder, die die Gemeinde Algermissen vorübergehend in Hildesheim untergebracht hat. Nach dem Willen von Gemeindedirektor Fred Faubel sollen die Männer noch in dieser Woche in die Hermann-Löns-Straße zurückkehren.

Der Gedanke daran mache ihnen große Angst, sagen die Männer gestern Nachmittag gegenüber dem Niedersächsischen Flüchtlingsrat. Als am Sonntagabend der Mob vorm Haus wütete und schließlich einige Männer ins Haus eindrangen, hätten sie sich gefühlt wie vor einer Hinrichtung, berichten die Flüchtlinge. Dann sprechen sie von wiederholten ausländerfeindlichen Übergriffen durch junge Randalierer. Von Hakenkreuz-Schmierereien an der Hauswand. Und von Gebrüll wie: "Ausländer raus. Deutschland den Deutschen."

Solche Parolen sollen auch am Wochenende vorm Schlichthaus zu hören gewesen sein. Polizeisprecher Walter Wallott sagt dazu: "Wir wissen das und gehen der Sache nach. Und zwar gründlich."

So siehts aus!

appd nrw 04.09.2002 - 17:06
Fingerkuppe abgeschnitten und Frau sexuell belästigt! Da wird endlich mal Solidarität und Zivilcourage gezeigt und den Leuten stinkts schon wieder, scheinbar weil die Opfer?/Täter? keine Deutschen sind.

gehts noch?

xsharpx 04.09.2002 - 17:32
wat meint ihr denn wie viele frauen/mädchen auf deutschen schützenfesten und in deutschen kneipen von besoffenen deutschen prolls belästigt oder auch vergewaltigt werden??
wenn ihr zu blöd zum denken seit haltets maul und müllt hier nicht mit dumpfer hetze rum

@viktor

no friend 04.09.2002 - 17:42
Verpiss dich auf zu deinen Faschofreunden, rassistisches Arschloch! Naja, wird ja eh gleich gelöscht...

"viktor" kommt von der anb -

. 04.09.2002 - 17:54
den autonomen nationalisten backnang. wir werden herausfinden, wo er wohnt.

jaja

xsharpx 04.09.2002 - 18:51
wenn man schon so schlau is sich mit statistik zu beschäftigen sollte man mal denken dabei. schon mal was von verhältnissmäßigkeiten gehört? desweiteren lassen sich nicht alle aspekte in einer statistik darstellen, die von nöten wären um eine objektive darstellung zu ermöglichen.

die meisten vergewaltigungen kommen innerhalb von famillien vor und die wenigsten werden angezeigt. nur wenn solche straftaten von ausländern begangen werden schreien die ganzen hetzer direkt rum und versuchen sowas auf alle ausländischen mitbürger zuverallgemeinern.

Viel Spaß weiterhin beim Phrasendreschen
Denken ist ja auch sooo anstrengend
Besser wenn das eure führer und stammtischstrategen übernehmen

bundesland

yoda24 04.09.2002 - 20:07
hallo auch...

kann mal jemand sagn in welchem bundesland hildeheim liegt.. und tolle diskussion hier.

die statistiken (und jede/r statistiker/in kann dir sagn wie leicht di ezu fälschn sind) sind glaube ich nicht das hauptproblem, sondern lediglich agitationshilfen. das prob liegt doch wohl er woanders, ne? ;)

mfg yoda
"möge die macht verschwinden"

@ no sharp

insurgente 04.09.2002 - 20:30
also zuerst mal bin ich dafür , dass jeder vergealtiger , egal welcher gruppe er angehört bestraft wird.

aber mir geht es mit meinen erfahrungen eben anders als dir::::
ich hatte noch nie nenenswerte auseinandersetzungen mit 'ausländern' ,
aber mit deutschen nazis.
wobei ich diese weder provoziert noch in irgendeinerweise belästigt habe , nur einfach so.
und das trotz meines 'deutschen'(gross, blond , blauäugigen)sorry für den scheiss ausdruck, aussehens

also wer stellt hier das problem

NAZIS RAUS AUS DEN KÖPFEN ;; ÜBERALL

Hildesheim:

lernt endlich selbst zu recherchieren! 04.09.2002 - 20:51
25 km südlich von Hannover (Niedersachsen), 106.000 EinwohnerInnen.
Algermissen: 10 km nordöstlich von Hildesheim, 5.000 EinwohnerInnen.

in Niedersachsen

04.09.2002 - 20:52
Algermissen liegt auf halbem Weg zwischen Hildesheim und Lehrte, etwa 30 Kilometer südöstlich von Hannover.

@yoda

AFK 04.09.2002 - 20:55
Hildesheim liegt in Niedersachsen, nicht weit von Hannover entfernt.
Ansonsten bin ich ziemlich schockiert.
Hatten wir das nicht schon mal?
So langsam muß ich echt sagen ES REICHT.
Nazipisser zieht euch warm an!!

NAZIS PISS OFF

NIE WIEDER FASCHISMUS!!!!!!!!

spontan reagieren!!

04.09.2002 - 21:23
ich bin dafür das schützenfets mal zu besuchen! was haltet ihr von einer spontandemo in der nähe des schützenfestes? kommt alle zum schützenfest!wer organisiert was,wo und wann und wer kann kommen?

Bitte, bitte seid nicht so dumm !!!!!!!

Paddy 04.09.2002 - 23:26
Es ist ja nicht zu fassen seid Ihr alle Scheisse im Kopf. Lest den Artikel vielleicht noch mal durch, unter dem Gesichtspunk um den es eigentlich geht, also auf den Übergriff auf das Heim und nicht um eine eventuelle Vergewaltigung oder Fingerkuppe.
Und Du Nase mit dem „spontan reagieren“ – das war letztes Wochenende, oder wie lange gehen so feste bei dir???
Kann doch alles nicht wahr sein!!!
Jetzt aber mal wirklich – gibt es eine Möglichkeit Leute zu organisieren um das Heim ein paar Tage lang zu Schützen oder am Wochenende oder so...

Ortsansässige antwortet bitte!

Hannoversche Allgemeine von morgen (5.9.)

05.09.2002 - 00:47
So haben wir uns das hier nicht vorgestellt“

Überfallene Asylbewerber wurden nach Algermissen zurückgebracht. Drohte die Ausländerbehörde mit Abschiebung?

Algermissen. Die Tamilen sind geschockt. Zweimal ist ihre Asylbewerberunterkunft in Algermissen (Kreis Hildesheim) am vergangenen Wochenende gestürmt worden. Zwei der jungen Männer wurden bei den Angriffen verletzt. „So hatten wir uns das in Deutschland nicht vorgestellt“, sagte Ramesh Palanivel am Mittwoch. Aus Sri Lanka seien sie wegen des Bürgerkrieges geflohen, und jetzt müssten sie auch in Algermissen in ständiger Angst leben.
Nach den beiden Überfällen sind die elf Männer von der Ausländerbehörde des Landkreises in eine andere Unterkunft nach Hildesheim gebracht worden. Aber seit Mittwochvormittag müssen sie wieder in Algermissen wohnen – gegen ihren Willen. „Wir haben Angst hier“, sagt Palanivel. Ein Mann in der Ausländerbehörde habe ihnen am Dienstag gesagt, dass sie nach Algermissen zurückkehren müssten: „Sonst werden wir nach Sri Lanka zurückgeschickt, hat uns der Mann gedroht.“
Die Schreckensbilder vom vergangenen Wochenende lassen die Tamilen nicht los. „Am Sonnabendabend waren wir zu viert auf dem Schützenfest“, berichtet der 25-jährige Palanivel. Gegen 21 Uhr seien sie von jüngeren Männern angepöbelt worden. „Ausländer raus“, Deutschland den Deutschen“ hätten sie den Tamilen zugerufen. „Als wir nach Hause wollten, liefen vier Deutsche hinter uns her. Die hatten Baseballschläger und Eisenstangen“, berichtete er. Dann seien die Tamilen angegriffen worden. Eine drei viertel Stunde nach dem Anruf sei die Polizei gekommen. Als die Beamten weg waren, seien etwa 20 Jugendliche zu der Asylunterkunft gekommen. „Die warfen mit Flaschen und Steinen, ein Fenster wurde eingeschlagen“, sagt  der 25-Jährige.
Am Sonntagabend hat sich die Lage noch dramatischer entwickelt. Auch die Polizei berichtete, dass sich vor dem Haus in der gewöhnlich ruhigen Wohngegend rund 50 Menschen zusammengerottet hatten. Auf der Straße waren ausländerfeindliche Rufe zu hören. Einige der jungen Leute seien in das Haus eingedrungen und hätten die Zimmertür belagert, und auch versucht die Tür einzutreten. Die Polizei, die mit fünf Wagen angerückt sei, habe nichts unternommen. „Unser Herz klopfte wie verrückt“, berichtete Palanivel. Nach einer Stunde sei die Menge dann weg gewesen.
Ein Sprecher des Innenministeriums in Hannover bezeichnete die Vorgänge gestern als unerträglich. Es sei absurd, die Stürmung des Asylbewerberheims mit übermäßigem Alkoholkonsum zu begründen, wie es der Gemeindedirektor getan hatte. „Niemand läuft einfach nur so auf einem Schützenfest mit Eisenstangen und Baseballschlägern herum“, meinte der Sprecher.
Die Grünen im Landtag wollen in einer kleinen Anfrage wissen, warum die Polizei am Sonntag zunächst nicht in der Lage war, die Angreifer aus dem Asylheim zu entfernen.

@ Paddy

AFK 05.09.2002 - 19:55
Ich bin zwar nicht Ortsansässig, aber die Idee, die Leute dort zu beschützen finde ich sehr gut und währe sofort dabei.
Auch könnte mensch dadurch ein wenig Solidarität zeigen.
Lasst diese Menschen jetzt nicht alleine.
Sie brauchen dringend unsere Hilfe. Nicht nur vor diesem Scheiß- Nazi- Bürger- Mob sondern auch vor den staatlich bezahlten Nazis.

lichtenhagen

yoda 06.09.2002 - 16:57
und das gerade mit dem diesjährigen hintergrund "10jahre rostock lichtenhagen"...

sowas muss viel weiter publik gemacht werden (wie so vieles) abba der schutz des gebäudes ist eine echt coole idee... vielleicht werden dadurch die betroffenen politisiert statt marginalisiert und mensch kann lokale jungzeckn (die es bestimmt gibt) unterstützen. antifaschistische präsenz und widerstand fehlte 1992 nämlich auch in rostock.

!!ES IST NOCH NICHT VORBEI!!
kein vergeben. kein vergessen.
..::10 Jahre Lichtenhagen::..

mfg

nochmal was aus der Zeitung

06.09.2002 - 17:42
Heute (6.9.) war nochmal was in der Hannoverschen Allgemeinen:

Asylbewerber ziehen nach Attacke um

Die tamilischen Flüchtlinge, die am Wochenende in einem Asylbewerberheim in Algermissen (Kreis Hildesheim) von einem aufgebrachten Mob attackiert wurden, ziehen nun doch endgültig in eine andere Unterkunft um.

Hannover. Weil der Landkreis Hildesheim als zuständige Ausländer- Behörde keine Alternative angeboten habe, kümmere sich jetzt die Bezirksregierung Hannover um die Verlegung, teilte ein Sprecher des Innenministeriums dieser Zeitung mit. „Wir wollen die Situation erst einmal beruhigen.“ Schließlich trauten sich die Tamilen nicht mehr aus dem Haus. Die Asylbewerberunterkunft wird selbstverständlich wieder belegt, sagte der Sprecher. „Algermissen ist da nicht aus der Pflicht.“

Der Übergriff schlägt jetzt auch politische Wellen: Die Landtagsfraktion der Grünen und der Niedersächsische Flüchtlingsrat kritisierten Polizei, Ausländer-Behörde und Gemeindedirektor Fred Fabul, der einen rechtsradikalen Hintergrund bestreitet. Während sich Silke Stokar, innenpolitische Sprecherin der Landtags-Grünen, an die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen erinnert fühlte, sprach der Flüchtlingsrat von einer „unsäglichen Verharmlosung“ der Vorfälle. Es sei nicht hinnehmbar, dass die Flüchtlinge vertrieben würden, während die Täter nach wie vor frei herum liefen.

Demotermin

Vormerken... 06.09.2002 - 19:04
am 14.9. um 11 Uhr wird es in Algermissen eine Demo geben, Aufruf folgt in kürze...

@paddy

ortsansässiger 10.09.2002 - 00:30
hallo paddy,
du wolltest doch einen ortsansässigen sprechen. habe leider erst heute diese seite gefunden. 1. beschützen bringt nichts, da die betroffenen nicht mehr da sind, nur noch ein paar sog. sozial schwache oder obdachlose deutsche. das haus dient nicht nur asylbewerbern als unterkunft. ein unmöglicher zustand. 2. glaubt nicht alles was, da so in den zeitungen steht, es wiederspricht sich, um so mehr, je weiter die zeitungen entfernt sind. 3. dass der nfr solche stellungnahmen/aufrufe vor abschluss der ermittlungen von sich geben kann, ist höchst bedenklich und für seine arbeit überaus kontraproduktiv. wie wollen die denn die breite masse für ihre ziele gewinnen, wenn sie sie zuvor pauschal beschuldigen. so nützt die angesetzte demo nur rechten und linken idioten. 4. wieso wird verschwiegen, dass engagierte bürger aus der gemeinde am sonntag bis zum eintreffen der polizei interveniert haben? passt einigen wohl nicht so recht ins bild einer dummen, rechtslastigen landbevölkerung? 5. warum und von wem wurde der junge deutsche am 1. tag niedergestochen und schwer verletzt. war es vielleicht falsch verstandene "notwehr" von den angegriffenen? war die nicht erfolgte ermittlung des täters auslöser für die durch nichts zu rechtfertigenden ereignisse am 2. tag? zum verständnis: das ist keine rechtfertigung für die folgenden ereignisse, aber über ursache/auslöser und wirkung darf man sicher nachdenken, oder?

fragen über fragen, und alle maßen sich ein urteil an, bevor der sachverhalt geklärt ist. hauptsache, es passt ins eigene denkschema. so nützt es niemandem. geht davon aus, dass die breite masse im ort entsetzt ist über die geschehnisse. nur was in den medien und durch den nfr gegenüber den menschen im ort abläuft, bringt diese dazu, sich als zielscheibe zu fühlen. "recht so" mag mancher denken, dann wissen die auch mal, wie das ist, zielscheibe zu sein. mag sein, ist aber nur mit dem bauch gedacht, fragt euch lieber, was bewirkt es und wem nutzt es.

total hohl

v.h, 26.09.2002 - 12:55
ihr seid auch ziemlich hohl. er meint, wenn es deutsche gewesen wären hätten sie genauso ein auf die fresse gekriegt!