Übergriff auf Linke beim Grenzcamp Strasbourg

Einige Marburger KommunistInnen 27.07.2002 19:33 Themen: Antirassismus
Auf dem Grenzcamp Strasbourg wurden einige Personen mit körperlicher Gewalt bedroht, als sie eine Rote Fahne mit Hammer und Sichel auf eine Demo mitnehmen wollten.
Übergriff auf Linke beim Grenzcamp in Strasbourg

Bis her hielten wir Sommercamps der radikalen Linken, wie z.B. das "no-border-Camp" in Strasbourg für eine sinnvolle und gute Sache. Ein internationales Camp ist - so dachten wir - eine gute Sache, um einmal über den beschränkten Horizont der deutschen Linken hinauszublicken. Doch weit gefehlt.

Schon die Tatsache, dass die Demo am Mittwoch, den 24.7.02 ohne Motto, Ziel und Vermittlung begann, rief bei uns Verwunderung hervor. Dass jedoch auch das Hirn gleich im Zelt auf der Isomatte liegengelassen oder gleich in der Komposttoilette entsorgt wurde, konnten wir nicht erahnen. Noch bevor wir das Camp verlassen hatten, musste sich unsere Gruppe Sprüche von DemoteilnehmerInnen auf deutsch anhören, wie: "Oh, die Kommunisten, hat mal jemand ein Feuerzeug" (für unsere rote Fahne mit Hammer und Sichel) etc. Nach wenigen Metern, auf dem Weg zum Kehler Bahnhof, kam bereits der erste cholerische Kiezmilizionär auf uns zugerannt und brüllte auf englisch: "Wo seid ihr her - was für eine Fahne ist das?". Unsere Antwort "Das ist ein kommunistische Fahne" rief seine Antwort "Thats a fucking soviet-union-flag" hervor. Seinem tätlichen Angriff auf uns konnten wir erst einmal durch Weitergehen aus dem Weg gehen. Doch der Kiezmilizionär sammelte geschwind seine antikommunistischen Bande und umringte uns (3 Personen) mit etwa 10 Gleichgesinnten. Dies alles passierte auf dem FußgängerInnenweg der "Europa-Brücke", auf der einen Seite stark mit Autoverkehr befahren, auf der anderen Seite der Rhein. Auf deutsch wurden wir nun aus vielen Mündern aus nächster Nähe und mit voller Lautstärke angeschrieen und beschimpft: Das Camp sei eine "no-border-zone" und unsere Fahne eine Nationalfahne, die hier nichts zu suchen habe. Nun wurde an uns und der Fahne herumgezogen, der Stoff von der Stange herabgerissen. Wir haben darauf vorgezogen, den Ort des Geschehens zu verlassen, da wir an einer körperlichen Auseinandersetzung mit anderen Linken nicht interessiert waren und sind (egal, wer in der "Mehrheit" ist). Darüber hinaus haben wir uns einer konkreten körperliche Gefahr ausgesetzt gesehen, da nach unserer Einschätzung nicht mehr viel fehlte, bis wir auf der Brücke verprügelt worden wären. Auch die Umstehenden anderen DemoteilnehmerInnen zeigten keinerlei Neigung, in der Situation deeskalierend einzugreifen, sich mit uns zu solidarisieren oder uns auch "nur" zu schützen. Vielmehr wurde uns auf dem Rückweg zugerufen (auf deutsch): "Endlich ist der Fetzen weg!" Zudem wurde uns erklärt, wir hätten die Auseinandersetzung verhindern können, wenn wir die Fahne gar nicht erst mitgenommen hätten. Wir wären selber Schuld, da wir die DemoteilnehmerInnen mit der Fahne "provoziert" hätten. Dies alles war für uns Anlass, unsere Zelte schnellstmöglich abzubrechen. Wir haben das Geschehen nicht auf den Campstrukturen thematisiert, da wir Angst vor körperlichen Übergriffen auf dem Campgelände hatten.

Zu Fragen bleibt, warum das Zeigen palästinensischer Symbole sowie die ständige Betonung der "katalonischen" Herkunft einiger Camp-TeilnehmerInnen keinen Widerspruch hervorriefen, sondern nur eine kommunistische Fahne. Zu vermuten ist, dass es hier weniger um grundsätzlichen Antinationalismus an sich, denn um Antikommunismus ging.

Im nachhinein waren wir allerdings fast glücklich, nicht an der Demo teilnehmen zu können, da in der Innenstadt von Strasbourg versucht wurde, eine Synagoge anzuschmieren. (Dies konnte glücklicherweise von einigen DemoteilnehmerInnen im letzten Augenblick und nach Rangeleien verhindert werden).

Die analytische Geistesschärfe des Camps wurde auch an einer Reihe anderer Ereignisse deutlich. So meinten einige Vollidioten, ein antifaschistisches Denkmal auf der französischen Rheinseite, das an die militärische Befreiung Strasbourgs von der Nazibarbarei erinnert mit den Worten "Non á la guerre" beschmieren zu müssen. Da wundert es auch nicht, dass deutsche Demoteilnehmer bereits am Montag die französische Nationalflagge von einem öffentlichen Platz rissen - beides ist ähnlich peinlich und unreflektiert, wie an der polnischen Grenze das Motto der "Vertriebenen" "Keine Grenze ist für immer" für ein linkes Camp zu verwenden. (Unser Dank gilt den Personen - vermutlich der Stadt Strasbourg - die für eine schnelle Säuberung des Denkmales sorgten.)

Bei den Inhalten, die oben skizziert wurden, ist es eigentlich eine glückliche Fügung, dass sich die Pressegruppe des Camps dafür entschied, PressevertreterInnen gleich wieder nach Hause zu schicken und sie im besten Fall auf die Internetseiten des Camps verwies. Dadurch konnte vermutlich mehr Kraft für die lebensreformerischen Versuche aufgewendet werden. Denn "Kraft" wurde reichlich getankt: Sei es beim kollektiven "Mondanheulen" am Dienstag Abend, beim Workshop "Anarchistische Spiritualität", beim vermeintlich ökologisch korrekten Scheißen in Gräben, Erdlöcher und hinter die eigenen Zelte oder beim Verzicht auf Errungenschaften der Moderne. Diese "Kraft" wurde vorrangig dazu benötigt, um das Wagenburg-Feeling allen Camp-TeilnehmerInnen vorzuschreiben. So sahen die "befreiten" Menschen sich in einer "Kapitalismus-freien Zone", in der es nur noch kollektives Eigentum und keinen Handel mehr gibt (Dass hier einige VertreterInnen der radikalen Linken einem kleinen Missverständnis aufsitzen, sei nur am Rande erwähnt: Da das Kapitalverhältnis ein totales ist, das alle Lebensbereiche durchdringt, gibt es kein selbsterklärtes "Draußen", in dem die kapitalistischen Zwänge flugs für eine Woche aufgehoben sind). So wurden folgerichtig vermeintliche Dealer vertrieben (weil sie ihre Ware verkaufen wollten, nicht aus einer Ablehnung von Drogen auf politischen Aktionen allgemein) und selbstmitgebrachte Marmeladen am Frühstückstisch als Indiz für die Zugehörigkeit zu einer spießigen, kleinbürgerlichen Familie (Zitat) gewertet. Die Marmelade war allerdings eher Indiz dafür, dass der zum Verzehr gereichte Linsenaufstrich nicht wirklich die morgendlichen Bedürfnisse befriedigte. Weiterer privater Marmeladenkonsum an den Tischen der "katalonischen" Volksküche (in diesem Fall vermutlich ohne "x") wurde untersagt.

Luxus, Champagner und Paläste für alle, statt selbstgewählte "Armut"!
Frankreich muss bis Polen reichen - Kommunismus statt Lebensreform!

Einige Marburger KommunistInnen
Indymedia ist eine Veröffentlichungsplattform, auf der jede und jeder selbstverfasste Berichte publizieren kann. Eine Überprüfung der Inhalte und eine redaktionelle Bearbeitung der Beiträge finden nicht statt. Bei Anregungen und Fragen zu diesem Artikel wenden sie sich bitte direkt an die Verfasserin oder den Verfasser.
(Moderationskriterien von Indymedia Deutschland)

Ergänzungen

Fahnen Fetischismus .

Einige kommunistische Marburger . 27.07.2002 - 20:15
"Übergriffe auf Linke (?) beim Grenzcamp in Strasbourg ."
Auweia , was für eine skandalöse Story ! Liebe Kinderzimmerkommunisten ihr hättet Euren Fetisch lieber bei Mutti und Vati Zuhause lassen sollen . Und offensichtlich träumen auch Heutzutage die Bälger des deutschen Mittelstands noch von "Champanger und Palästen" , wie schön . Eure Definition von Luxus ist lächerlich .

China muss bis Portugal reichen - bla bla bla .

anarchist 27.07.2002 - 20:28
GEMEINSAM CAMPEN! GEMEINSAM KÄMPFEN!

jaja, ihr seid gepisst..

horst 27.07.2002 - 20:30
soweit ich das mitbekommen habe, als eine der 10 oben erwahnten umstehenden personen, ist euch keine koerperliche gewalt angedroht worden, sondern ihr wurdet nachhaltig aufgefordert, die fahne verschwinden zu lassen.

und wenn ihr schon von rueckwaertsgewandtheit sprecht, dann redet doch gleich auch mal von euch selbst: was soll der fetisch mit der fahne?

es gibt einen unterschied zwischen antikommunismus und anti-realkommunismus. die forderung nach dem entfernen der fahne kam im wesentlichen von einem osteuropaeischen aktivisten, in dessen erfahrungshorizont ihr euch qua "abstraktion" und borniertheit wahrscheinlich noch nicht hineinversetzt habt.

die chance haettet ihr nutzen sollen.
gruesse nach marbung.

ich glaube , die no borders halten sich

wandersmann 27.07.2002 - 20:38
für das einzig wahre....is ja auch toll , so eine woche lang zelten.....nebenbei ein wenig genuarevival spielen, und wenn denen ein gesicht nicht passt, wird rumgemault. tut mir leid, aber den eindruck habe ich , wenn ich die vielen postings zu straßboug lese

Mies!

Mistfink 27.07.2002 - 21:04
Hallo Leute!

Auf www.x-berg.de gibt es zu dem Vorfall ein Posting mit kleiner augenzwinkender Umfrage. Schaut mal rein.

Ansonsten finde ich das echt peinlich, wenn sich die Leute zu schade sind, mit Kommies zu solidarisieren. Eine Fahne zu tragen, ist doch keine Schande. Die SU gibt es längst nicht mehr, also war es klar ein Symbol für eine emanzipatorische Gesellschaft. Ist eine Schwarz-Rote Fahne auch so schlimm oder etwa "Fahnenfetisch" Tsss. Ich glaub ich spinne.

Wenn das Anarchismus ist, dann sei auf ihn geschissen.

Nachtrag @horst

Mistfink 27.07.2002 - 21:15
Eigentlich sind die Kommies doch selbst schuld an dem Übergriff, oder? Vermutlich sind sie auch daran schuld, daß die von Dir angesprochenen "Osteuropäer" nicht begriffen haben, daß eine Rote Fahne mit Hammer und Sichel heutzutage nach dem Fall der SU nichts weiter als ein Symbol gg. den Kapitalismus ist.

Mistfink , natürlich spinnst Du .

"Lumpenanarchist" . 27.07.2002 - 21:26
Erstens , "Einige Marburger KommunistInnen" sind keine Kommunisten , sie sind faker , verwirrte deutsche Mittelstandskiddies die KommunistInnen spielen .
Zweitens , kein Mensch interessiert sich dafür wo oder auf was Du "scheisst" , Du bist ekelhaft .
Drittens , "x-berg.de" ist eine "shitty" website .

@"Lumpenanarchist"

Mistfink 27.07.2002 - 21:44
zu 1. Woran erkennt man Mittelstandskiddies? An ihren "Nike" Klamotten oder der Hautfarbe?

zu 3. Wieso denn?

Du mußt schon argumentieren, wenn Du Kritik hast und nicht mit emotionalen Werturteilen die Kilobytes belasten.

Viele Grüße!

??

Verärgert! 27.07.2002 - 21:54
Also mal ne Frage:

Sind solche Leute wie "Lumpenanarchist" der "Durchschnitt" bei dem Camp? Wenn ja, dann sei wirklich drauf geschissen!

Lumpenanarchist kommt wohl nicht aus der bürgerlichen Gesellschaft, sondern ist Kosmopolit und bewegt sich in einem Vakuum außerhalb des Kapitalismus.

Also Karl Marx war auch ein Mittelstandskiddie, Sohn eines RA´s (Rechtsanwaltes). Aber der hat bestimmt auch nur Kommunist gespielt und Friedrich Engels, Sohn tiefster bourgoiser Kreise, ... ich sag nix mehr.

@Mistfink

ich 27.07.2002 - 22:19
Nur weil es die SU nicht mehr gibt ist diese Fahne nochlange kein emanzipatorisches Symbol.
Dann könnten wir das Hakenkreuz auch rausholen und sagen: "Das Deutsche reich gibt es ja nicht mehr".
Sei lieber vorsichtig.
Auch wenn der Osten niemals so schlimm wie die Nazizeit war, war sie trotzallem eine Diktatur auf Staatskapitalisticher Basis. Aber heut ist ja auch nicht anders, nur auf Privatkapitalistischer basis (nur mal nebenbei).

Recht so!!!

@uerfront 27.07.2002 - 22:32
Nächstes Mal bitte etwas mehr Aktionismus. Wer mit dieser Mörderfahne auf die Straße geht darf nicht ohne körperlichen Verweis nach Hause gehen. Mit der Fahne eines totalitären Regimes welches 100 Millionen Menschen gekillt hat auf ein anarchistisches Camp?
Wie wärs mit der Reichskriegsfahne durch Tel Aviv zu marschieren, gegen die Behandlung der Palis zu demonstrieren und sichd ann wundern wenns was auf die Fresse gibt...

Emotionale Werturteile .

Wilhelm Weitling . 27.07.2002 - 22:38
Woran man deutsche Mittelstandskiddies erkennt ? An der Hautfarbe ?! Mistfing Du bist ein geschmackloser Schmierfing . Deutsche Mittelstandkiddies wie "Einige Marburger KommunistInnen erkennt man zb an den süssen Träumen von "Champanger und Palästen" . Und "x-berg.de" ist eine shitty website wegen ihrer shitty fans , zwanghafte Kreaturen wie Mistfing .

@mistfink

horst 27.07.2002 - 23:17
natuerlich sind die selber schuld,
dass ihnen das tragen der fahne verwehrt wird. wie gesagt,
ich verstehe, dass die marburger gepisst sind, aber das
als uebergriff zu werten, ist mir ein bischen zu ueberzogen.

die hammer und sichel fahne steht fuer die gesamte geschichte
der su, und du kannst dir nicht das positive der anfaenglichen
revolution abspalten, wie du willst. das ist ein symbol mit
vielen bedeutungen und ich beziehe mich auch in gewissem grade
auf die "positiven" anteile.

diese provokative geste, die das hat, ist mir einfach zu
abgelutscht. und wenn du mit osteuropaeischen linken
zusammenarbeiten willst, zieht die provokation eben nicht.

was fuer mich auch fuer "schlechterzogene popkommunisten"
spricht, ist deren eigene darstellung der ganzen geschichte.
sich zum opfer eines antikommunistischen uebergriffs
hochzuschwingen, weiss nicht.

denk halt mal an die realkommunistische lebenswelt osteuropas,
die opfer des gulag, die antisemitischen prozesse unter stalin,
etc. da fehlts wohl arg an aufarbeitung linke geschichte.

wenn man provoziert muss man halt damit rechnen, dass die
provokation ernst genommen wird, und man darueber keine
deutungsgewalt hat und kann sich nicht hinter dahinter
zurueckzuziehen vermeintliche antikommunisten entlarvt
zu haben. das ist eine voellige verdrehung der bedeutung,
und rueckt die guten gruende gegen den real-existiert
habenden kommunismus etwas entgegenzusetzen in die ideologische
naehe des (nach)faschistischen antikommunismus.

27.07.2002 - 23:18
querfronts beitrag halte ich jetzt erstmal für eine recht gelungene satire. beim derzeitigen zustand der linken kann ich mir allerdings auch vorstellen, dass sich ernsthaft jemand querfront nennt und mit einem solchen posting zustimmung bei linken bekommt. natürlich halte ich fahnen generell für nicht unbedingt cool, das trifft aber ebenso die dutzendfach auf dem camp zu sehenden schwarzroten fahnen und außerdem finde ich auch nur-rote fahnen besser als welche mit hammer und sichel. wenn jetzt aber irgendwelche "deutschen mittelstandskiddies", die für die kurze zeit ihrer rebellischen phase meinen anarchos spielen zu müssen, um dann später gemäß ihrem gewäsch von toleranz und demokratie (für ein anarcha-camp hab ich in den zwei tagen meiner anwesenheit, das wort "demokratie" verdächtig oft gehört) in die zivilgesellschaft abdriften (ihr merkt: ich projiziere mal kurz so vor mich hin, wie ihr), wenn also solche leute andere wegen einer solchen fahne angreifen, dann krieg ich das kalte kotzen. übrigens möchte ich mal wissen wieviel "echte proletarier" (als gegensatz zu mittelstandskindern) unter den zehn angreiferinnen zu finden waren, ob es so etwas überhaupt noch gibt, aus wievielen mittelstandskiddies die deutsche linke insgesamt besteht und ob es überhaupt notwendig ist, einen "proletarischen" hintergrund zu haben, um "aufrecht" links zu sein. mit eurer dumpfbackigen totalitarismustheorie könnt ihr jedenfalls einpacken. und meine vorstellung von kommunsismus (ja, kommunismus!) ist es jedenfalls nicht, zu zelten und in eigenbauklos zu kacken, sondern viel eher champagner zu schlürfen und ne nette wohnung zu haben.

grummel, grummel

sir winston 27.07.2002 - 23:35
ist eigentlich der versuchte übergriff auf die strasbourger synagoge auf dem camp noch thematisiert worden? bin (leider?) schon am donnerstag gefahren...

Antinational mit Verstand und Spass dabei

ein Mensch 28.07.2002 - 00:25
Hallo "Einige Marburger KommunistInnen",

Menschen die die Sowjetfahne, ablehnen und bekämpfen aufgrund geschichtlichen Wissens kann ich nur unterstützen.

Sie deshalb gleich in die rechte Ecke der
"Anti - Kommunist/inn/en" zu packen ist billig.

War da nicht mal irgendwas in Spanien, oder seit ihr "geschichtlose Taditionalisten", nehmt euch hübsche Fahnen, reißt sie aus den Zusammenhang und wollt sie inhaltlich nur aus eurem Blickwinkel sehen, nicht aber dem eurer Mitmenschen.

.... palästinensischer Symbole
die ständige Betonung der "katalonischen" Herkunft...
finde ich als Mensch, der gegen Grenzen kämpft angreifenswert

Zu der Etiketthuberei "Links" habe ich zuletzt was unter
ATTAC und "die Linke"
 http://www.indymedia.de/2002/07/26877.shtml
geschrieben, worauf ich hiermit verweise.


@anarchist 27.07.2002 19:28
GEMEINSAM CAMPEN! GEMEINSAM KÄMPFEN!

platter gehts nicht mehr - Einheit statt Klarheit oder was ?
Gefühl statt Verstand ? na dann sei gemein + einsam

horst kann ich nur zustimmen, sehe ich genau so, danke

danach gleitet der threat ja mal wieder ab in teilweises
Gossenniveau

Mistfink steht anscheinend auch auf Etiketten und Selbstbezeichnungen statt Inhalte, die zum Beispiel,
durch die Sowjetfahne vermittelt werden
(später teilweise schön verharmlost als "rote Fahne" bezeichnet)

Klar verändern Symbole/Zeichen die Bedeutung,
kannst dich ja Falun Dafa /Falun Gong anschließen,
 http://www.falundafa.org/eng/falun.htm
und anderen Spirituell Erleuchteten,
die wehren sich ja auch gegen den "bösen Mißbrauch",
ihres schönen Sonnensymbols,
durch einen "dahergelaufenen, größenwahnsinnigen Österreicher"

wirft kein so gutes Licht auf  http://x-berg.de/
falls du damit was zu tun haben solltest

für die befreiung von mensch und maschine

nutmac 28.07.2002 - 00:36
Salut,

komme gerade aus strasbourg und kann den marburgerInnen nur recht geben. wenn linke meinen, dass in ihrer utopie essen aus dem müll (containern...) gegessen wird, der kaffee schlecht sein muss und die landschaft vollgeschissen wird, ist das eine sache, aber die forderung nach "wohlstand für alle" als eine forderung, die nur von mittelstandskids kommen kann, abzutun, ist schon übel. (ach, für alle, die es interessiert, erkennt mensch diese an den zähnen.) Mich erinnert die selbstgewählte armut stark an selbstgeißelung oder an eine moderne form des ablasshandels.

die fahne semiotisch zu deuten ist wohl verlohrende liebesmühe. ich mag diese fahne jedenfalls nicht, da ich mich als anarchistin verstehe. allerdings nur so lange bis ich nicht auf andere leute treffe, die sich das auch auf die fahne schreiben. denn dann wünsche ich mir manchmal eine rote fahne, vieleicht mit hammer und sichel drauf, einfach nur um mich zu distanzieren, um zu sagen: eure utopie ist nicht meine. ich kämpfe gegen staat und kapital(ismus), aber nicht für den rückschritt, für die "guten alten zeiten, in denen der mensch noch nicht sooo entfremdet war". an zwei dinge möchte ich noch erinnern: 1) hammer und sichel steht nicht nur für einen fiesen staatskapitalismus, sondern auch für antifaschistischen widerstand (z.B. an eine wand gepinselt in deutschland) und für stalingrad und letztendlich für die befreiung 1945. 2) ich bin mir ziemlich sicher, dass durutti sich im grabe umdrehen würde, wenn er mitkriegen würde, wer sich alles anarcho nennt. das selbe trifft wohl auch auf alte genossen und genossinnen aus der faud zu. deren veranstaltungen fingen nämlich immer pünktlich an und wer zu spät kam, hat die freie vereinbarung gerochen und wurde rausgeworfen. undenkbar heute, selbst für kommunistinnen. aber klar ist auch, dass diese Fahne für viele und miese politsiche fehler steht. dazu könnten ihr, marburgerInnnen, tatsächlich ein paar worte verlieren, denn auch fdj-hemden sind schick, mit der nötigen ironie.

Für den Kommunismus!
Oder für die Anarchie!
(Je nach dem wo es Kuchen gibt!)

@ich & andere Totalitarismus-Fans

event-no 28.07.2002 - 01:47
Offensichtlich scheint die inhaltliche Auseinandersetzung mit kapitalistischen Strukturen auf diesem Camp eher Mangelware zu sein. Die elenden Vergleiche der Sowjetunion mit dem Faschismus >>Nur weil es die SU nicht mehr gibt ist diese Fahne nochlange kein emanzipatorisches Symbol.
Dann könnten wir das Hakenkreuz auch rausholen und sagen: "Das Deutsche reich gibt es ja nicht mehr"<< sind übelster Totalitarismus. Die Gleichsetzung mit dem 3. Reich wird auch nicht dadurch gemildert, daß der "Osten" (wohl Dein kleinbürgerlicher Inbegriff des Bösen?) weniger schlimm gewesen sei.

Die ganze Diskussion hier, die die Übergriffe gegen eine jüdische Synagoge ignoriert und stattdessen gegen eine Fahne wettert, die für die Befreiung der Juden aus den KZs steht ist allzu bezeichnend.

Die Rote Fahne ist schließlich das Symbol der Überwindung des Kapitalismus - ein Ziel was Totalitarismus-Anarchist/inn/en wohl am besten in inniger Liebe im Zurück zur Natur sehen.

@nutmac

charlysUrenkel 28.07.2002 - 01:59
hi, nutmac,
nachdem du dich durch die übrigen "ergänzungen" gequält hast, noch soviel humor aufzubringen, ist schon bemerkenswert. ich glaube, ich muss mir mal wieder eine rote fahne mit h und s drauf besorgen, um festzustellen, wieviele deppen sich schon in unseren? reihen befinden. scheint ja immer noch gut zu funktionieren.....
das mit der selbstgewählten armut sehe ich etwas anders. es zeigt den herrschenden auch, das sich armut und widerstand nicht unbedingt ausschliessen.

freiheit der andersdenkenden

fragender 28.07.2002 - 02:23
es ist schon bemerkenswert, wie auf einem solchen camp, alles schön undogmatisch erlaubt wird, auch esoterik. eine rote fahne mit hammer und sichel aber sogleich irgendwelchen selbst organisierten blockwarten zum opfer fällt, die sich anarchistisch nennen. mal unabhängig von der auseinandersetzung um kommunismus/anarchismus kann es nicht angehen, dass einige in einer art selbstjustiz entscheiden, welche fahnen mitzunehmen seien. es gab kein gemeinsames plenum, wo eine verständgiugng über die mitzuführenden fahnen gefällt wurde. also hatten die marburgerin das recht, ihre fahnen mitzunehmen, die im übrigen immer auch ein symbol der revolutionären arbeiterInnenbewegung auf der ganzen welt war und gerade nicht mit dem stalinismus in eins gesetzt werden kann.
es kann auf jeden fall nicht angehen, dass diese blockwartmentalität um sich greift, nach dem motto, deine fahne paßt mir nicht, also reisse ich sie runter. das fällt sogar weit hinter die bürgerliche demokratie zurück. die osteuropäischen menschen, die die fahne angeblichi so störte hätten natürlich darüber mit den fahnenträgern reden können bzw. sie hätten sich mit ihren fahnen durch einen eigenen block distanzieren können, aber eben nicht anderen verbieten dürfen, ihre fahnen zu tragen. was hat das mit anarchismus und politscher freiheit zu tun? gar nichts, aber viel mit undemokratischen machogehabe verpackt in vulgär-anarchismus, der weger vor französischen fahnen, kameras vor synagagogen oder den denkmälern französischer widerstandskämpferInnen haltmacht.

Wehret den Anfängen ist da nur zu sagen. Daher sollte den marburgerInnen unsere uneingeschränkte solidarität gehören, egal, wie mensch politisch zu ihnen steht. sie wurden in der tat opfer eines nicht nur antikommunistischen sondern undemokratischen angriffs.

P.S.: Die kritik am essen kann ich so nicht nachvollziehen. es war erst einmal toll, dass die verpflegung für so viele menschen gewährleistet war. dass es nicht unbedingt sekt und kaviar ist klar. sicher konnte mensch das campessen nach einigen tagen überhaben. aber es war möglich, sich in straßburg oder kehl zu verköstigen, was auch ausgiebig gemacht wurde.
das wrüde ich nicht in eine solche grundsatzdiskussion pressen.

Huhu, Ihr Marburger KommunistInnen,

G.G. 28.07.2002 - 03:26
schoen, dass es Euch gibt!

Und schoen, dass mensch auch ma kritische Toene hoert!

Gruesse aus Giessen!

GG

"Lumpenanarchist" . 28.07.2002 - 04:23
Ich habe keine Antipathie gegen rote Fahnen , allerdings habe ich in diesen Fall eine grosse Antipathie gegen die Träger der roten Fahne , dass sind ganz spezielle "Kommunisten" aus dem "Antideutschen" Spektrum die vom Klassenkampf nichts wissen wollen . Diese speziellen "Kommunisten (in Wahrheit verwirrte deutsche Mittelstandskiddies ) schwärmen vom bürgerlichen "Kampf der Kulturen" , vom Kampf "guter Nationen" gegen "böser Nationen" . Ausserdem wird ihre Affirmation des westlichen Kapitalismus nur von hardcore Neoliberalen übertroffen .

Köpft den Champagner mit der Sichel

Weißgardist 28.07.2002 - 05:14
Witzig,echt lustig
das hier zu lesen:
Revolutionäre KommunistInnen die stolz mit UDSSR-Fahne marschieren,sich über die fehlenden Toilettenhäuschen und die fehlende morgendliche Frühstücksmarmelade (am liebsten von Zentis,oder Langnese)bei einem Zeltlager beschweren. Da lachen alle Pfadfinder.
Keine Sorge,daß mit Champagner und Palästen kann ja noch werden.Schliesslich sind eine nicht unerhebliche Zahl von heutigen BRD-Eliten einst mit ebensolchen Gedanken und Fahnen rumgerannt,bis sie gemerkt haben,daß man Luxus in diesem Staat auch ohne Revolution erringen kann.
Dazu passt auch daß unsere stolzen revolutionären KommunistInnen sich gleich in die Hose machen,wenn sie mal mit Nachdruck aufgefordert werden ihr Banner zu entfernen.Man wittert Gewalt;gegen die man natürlich solange nichts hat,wie sie einen nicht selbst betrifft.
Und dann ha,ha,ha,hi,hi,hi lassen sich unsere mutigen Revolutionäre ihr schmuckes Fähnchen auch noch von vermeintlich Gleichgesinnten kampflos zerreissen,anstatt es wacker zu verteidigen.Die Bolschewiken würden sich mit Abscheu von euch abwenden.
Mein Rat fürs nächste mal:Nie mehr zelten,Zimmer nehmen,am besten mit Vollpension (zahlt Mami oder Papi),zu den Workshops und Demos dann einfach mit dem Auto oder Taxi bendeln und immer genügend Sovietfahnen mitnehmen.
Mit revolutionären Grüssen euer Weißgardist.

champagner oder kompostklo?

graf zentis 28.07.2002 - 06:37
meine vorstellung von einer besseren welt (ob jetzt kommunistisch, anarchistisch oder was weiss ich) waere sicherlich auch eine, in der alle so gut wie möglich leben können. andererseits wurde ja auch schon angemerkt, dass im hier und jetzt (also dem kapitalismus) die befreite gesellschaft noch nicht verwirklicht ist (eine im grunde banale "erkenntnis"). insofern ist es dann aber auch unsinnig, "dem" camp den vorwurf zu machen, es biete keinen leckeren champagner, nur unbequeme zelte, eklige eigenbauklos, usw. - etwas anderes waere vielleicht netter aber eben zugleich eine frage des nötigen kleingelds, dass eben die meisten von uns (wiederum wegen des allseits ungeliebten kapitalismus) nicht besitzen. also heisst es eben - bis zur revolution wenigstens - auch mal campen.
andererseits habt ihr natürlich auch ein wenig recht. viele glauben sicher, dass eine linksradikale nischenexistenz (ob im bauwagen, dem besetzten haus, dem autonomen zentrum oder auch nur für ne woche auf dem camp) schon so eine art vorweggenommene befreiung ist. das ist natürlich unsinn. die "selbstbestimmten lebensräume" sind in wirklichkeit alles andere als selbstbestimmt, es gibt kein "ausserhalb" dieser gesellschaft. allenfalls kann mensch versuchen, so etwas wie eine ahnung, wie es besser sein könnte, in der eigenen lebenspraxis aufblitzen zu lassen (und das ist dann schon verdammt viel).
wirklich problematisch wird es aber dann, wenn sich der vermeintlich linke "freiraum" mit earth-first-veganaskese, schwärmerischer begeisterung für autochtone völkchen (catalonien, "euskadi", "freies palästina" usw) und eso-mystizismus zu verquicken beginnt. das trifft hoffentlich nur für einen kleinen teil der camperinnen zu, ist aber durchaus unübersehbar.
die rote fahne mit h&s: na, ja. als provo ganz ok aber ernst meint ihr das doch hoffentlich nicht? aber keinesfalls ein grund auf euch loszugehen, zumal, wie ja bereits gesagt wurde, das camp alles andere als eine "fahnenfreie zone" war.
zu dem streit "linsenaufstrichessenden proletarierkinder versus zentisfrühstückskonfitürespeisende mittelschichtskinder" sag ich jetzt mal nix. das ist mir echt zu albern.

luxus für alle!
aber auch: für ein recht auf faulheit!

nie wieder deutsche linke

planospeed 28.07.2002 - 09:08
sehn wir's doch mal so, die "linken" haben ihre eigenen gesetze und wenn andere nicht nach den gesetzen funktionieren, dann kriegen sie eins aufs maul. ja das ist wahre anarchie, haha, das ist fakt, das ist linke realität, und die meisten sagen ja auch, ja das ist o.k. wenn man/frau provoziert, dann haben sie es nicht anders verdient. logisch oder?
naja meine einstellung ist das sicherlich nicht, denn wenn man/frau so einfach gestrickt durch die welt läuft, ist es doch eher ein armutszeugnis.
nie wieder deutsche linke,nie wieder deutschland
lang lebe israel
für den kommunismus

mh

d.dreck 28.07.2002 - 11:00
eurem letztem absatz könnte ich ja bedenkenlos zustimmen, haette ich nicht den verdacht, dass euer bild, was die relationen von spirimüll zu progressiven inhalten betrifft, eine wenig verzerrt sein könnte. nun, ich bin im schönen berlin und kann deshalb wenig dazu sagen.
zur fahne müsst ihr euch nicht wundern: die wird mit dem stalinismus identifiziert und dass dieser nicht lustig gefunden wird, ist doch klar, auch wenn ihr vielleich etwas ganz anderes aussagen wolltet. euer champagner-spruch laesst ja immerhin vermuten, dass ihr meine meinung teilt, und auch denkt, dass gulag und kommunismus nicht miteinander zu vereinbaren sind.
fuer anarchie und kommunismus!

das elend der philosophen

traditionslinker 28.07.2002 - 12:33
"luxus, champagner und paläste für alle´" - mein Gott, ihr solltet euch mal mit Thermodynamik und dem 2. Hauptsatz beschäftigen, dann fallen euch derart schwachsinnige Parolen vielleicht etwas schwerer. "Luxus für alle" heißt Entropie ohne Ende und deren Folgen sollen so angenehm nicht sein, naja Definitionssache, was Luxus ist, Luxusgüter für alle geht klar. "Champagner"? Mag ich nicht. Bier ist besser. Aber "Paläste"?! Gibts noch nicht genug versiegelte Fläche, noch nicht genug Zersiedelung? Wohnraum für alle, Paläste verschrotten!
Auch Philosophie-Studis sollten die Grundzüge der Thermodynamik zur Kenntnis nehmen. Dann klappts auch mit der Realität.

Luxus!!

Antideutscher 28.07.2002 - 12:43
gepolsterte Klosettdeckel und vergoldete Wasserhähne, das ist progressiv. Kompostklos sind antisemitisch!!

wolf im schafspeltz

23 28.07.2002 - 14:23
seit genua is ja bekannt, dass sich faschisten und holligans gerne bei den linke aufhaltren um zu randalieren und die linke zu defamieren indem sie diese unterläuft und so ein schlechts bild auf sie wirft. jetzt mal ehrlich das sind doch verdammte nazis die sichauf solchen grossen camps anonym bewegnen können. dies wäre ne erklärung aber obs stimmt weiss ich nicht, aber nach genua könnte ich mir das gut vorstellen

es geht bei der kritik

wandervögel in den bauer 28.07.2002 - 14:31
an der neuesten wandervogelbewegung doch nicht nur darum, was besser schmeckt - linsenaufstrich aus dem mülleimer oder marmelade aus dem supermarkt - sondern um die repressive atmosphäre, die auf dem camp geherrscht hat. wenn andere unbedingt ihre anarchie damit ausleben wollen, anderen zu verbieten marmelade zu essen und in einem akt übersteigerter paranoia das camp gegen bedrohungen von aussen (wie medien und drogendealer) und von innen (rote fahnen) verteidigen, dann sagt das doch auch viel über ihre vorstellung von einer befreiten gesellschaft aus.
GEMEINSCHAFTSIDEOLOGIE FÜHRT IMMER ZU FASCHISMUS!

@fragender

fragendenfragende 28.07.2002 - 15:01
aber es ist schon so, dass viele campteilnehmerinnen sich ihre bestätigung nicht nur aus irgendwelchen politaktionen holen, sondern vor allem aus dem als als abweichend (weil der "geißel" konsum weitghend entzogen geglaubten) und damit revolutionär empfundenen leben im camp und auch aus der imaginierten solidargemeinschaft camp (die aber trotzdem ne eigene bullerei brauchte), oder nicht?

28.07.2002 - 15:20
@"lumpenanarchist:
ach ja: "die bösen antideutschen waren's mal wieder und die können ja garkeine "echten" kommunisten sein, weil sie lenin nicht toll finden und außerdem garnicht proletarisch sind, sondern mittelstandskinder und wahrscheinlich sogar studis." wie ärmlich ist das denn?
@sir winston:
natürlich ist es zu einer theamtisiserung des versuchten übergriffs nicht gekommen. war ja klar! zugute halten sollte man dem camp aber, dass der übergriff verhindert wurde. so klar ist das ja bekanntlich nicht. ich könnte schon würgen, wenn ich mich so reden höre.
@ein Mensch:
auch wenn man sich oberflächlich von totalitarismustheorie und antikommunsimus abgrenzt, heisst das nicht, dass man sie im gleichen text nicht selber wieder anwenden kann, z.b. im vergeich von hammer und sichel mit hakenkreuz (der übrigens nicht dadurch harmlsoser wird, dass er im gegensatz zum durchschnittlichen indy-kommentar halbwegs geschickt formuliert ist).
@weißgardist:
ich seh mal ab von deinen blöden mackersprüchen. dass sich geschichte nicht einfach widerholt weiß man ja. und deshalb wäre es nur stringent wenn die elite der zukunft gerade von denjenigen gestellt wird, die sich heute "anarchos/as" nennen. die stellen sich nämlich jetzt schon auf die zivilgesellschaft ein, nur heute versehen mit dem nimbus des radikalen, der ergänzt um ein "undogmatisch" (siehe fischer) immer hilft bei der späteren übernahme der macht im staate.

@ all - Rundumschlag

Mistfink 28.07.2002 - 15:52
Tsss, zwar ist hier schon einiges gesagt worden, aber ich mache mal noch nen kleinen Rundumschlag:

@ich u andere Totalitarismusfans: Es ist schon ein großes Stück Arbeit, einen strukturellen Vergleich des Hakenkreuzes mit der Hammer-und-Sichel Fahne zu tätigen, wenn man nicht Fan der Totalitarismustheorie ist. Während die deutsche Barbarei jegliche Form von Emanzipation von kapitalistischen Verhältnissen nahezu fast vollständig zerstört hätte, kann man zufrieden sein, daß diese Fahne mal über Deutschland gehisst wurde und die Möglichkeit der Emanzipation wiederhergestellt wurde. Klar, war der Ostblock ein staatskapitalistischer Haufen, aber wenn es die Rote Armee nicht gegeben hätte, man möchte nicht dran denken. Die Fahne ist ein Symbol gg. kapitalistische Verhältnisse. Kritik und Ablehnung der stalinistischen Real-Politik und die antisemitischen Aktionen von Stalin sind damit nicht ausgeschlossen. Die Fahne und der antifaschistische Ostblock waren und sind den Bürgerlichen auch deshalb ein Dorn im Auge, weil die Möglichkeit der Emanzipation, so sehr sie auch einen beschissenen Lauf nahm, immerhin bestand. Darauf wollten die MarburgerInnen offenbar aufmerksam machen. Man kann da als Antikapitalistin anderer Meinung sein, meinetwegen als AnarchistIn, dies kann dann solidarisch im Camp ausdiskutiert werden. Wenn aber Reakionäre dagegen in ihrem Antikomunistischen Beißreflex aufwarten, dann ist das ein Angriff auf alle progressiv Denkenden und nicht nur auf Kommies! Daher ist das Verhalten der anderen auf jeden Fall zu verurteilen!

@ Wilhelm W. - Was ist denn zwanghaft und was hat das mit der Debatte zu tun? Und warum, und das gilt allen, die Konsum so vehement ablehnen: Warum dürfen Menschen nicht von Palästen und Marmelade träumen? Ihr verkennt was: Die Konsequenz aus der eigenen Misere kann NICHT Armut und Enthaltsamkeit für alle heißen, sondern Reichtum und Glück FÜR ALLE! Und wenn sich Leute Marmelade und DixiKlos wünschen, dann ist das ihre Sache und dies entzieht sich jedem fremden Urteil. Und wenn der Wumsch noch so bürgerlich klingt, auch die Anarchos sind bürgerlich konstituierte Subjekte, deren Wünsche sind auch bürgerlich geprägt.

@ ein Mensch: Du scheinst keine Ahnung von Geschichte und Kritik zu haben. Selbstverständlich sind auch Symbole nicht das Ende der Fahnenstange (hihi, das paßt). Wenn aber Menschen, sei es mit Fahnen oder Transpis etwas transportieren wollen, dann ist das ihr Ding und wenn da jemandem was nicht paßt, dann ist das in progressiven Zusammenhängen, auszudiskutieren. Wenn aber bürgerliche Reaktionäre und das waren Antikommunisten, das ist nicht nur so ne Ecke, dies angreifen wollen, dann haben progressive Menschen dies abzuwehren. Nehmen wir mal an, Du, lieber Mensch hättest einen Schwarz-Roten Stern an Deinem Sakko, und dann kommt so ein Spinner und meckert, dann lasse ich als Kommunist das auch nicht zu, sondern maßregele den Spacken! Auch Schwarz-Rote Fahnen finde ich nicht problematisch, auch wenn ich den Anarchismus als einen irrationalen Reflex auf kapitalistische Verhältnisse halte, denn immerhin bedeuten solche Symbole eine Utopie fern ab des jetzigen Zustands!

In diesem Sinne:

Kuchen und Marmelade für alle!
Gegen linke Selbstreinigung!
Für den Kommunismus!

weiss denn

marmelada luxuria 28.07.2002 - 16:39
hier irgendeine was bei der diskussion über linken antisemitismus am montag und bei der verantsaltung über emanzipation in israelpalästina am freitag abend so abgegangen ist? das flugi zu ersterer hat ja recht vielversprechen geklungen.
und was war mit dem stand von mib? ich hab gehört es hätte dort stress oder sogar eine körperliche konfrontation gegeben? zumindest haben die mädels schals mit paliflagge und plo-sticker verkauft und ein flugi ausgelegt, in dem sowohl die eu zu sanktionen gegen israel aufgerufen wurde als auch das volle rückkehrrecht für alle palis eingefordert wurde. der holocaust wurde lediglich in einem satz erwähnt, der für mich als badfrenchspeakerin auch eher so klang als ob die israelis die shoah als vorwand zum palishooting nähmen.
naja, insgesamt war die bauwagen-wursthaar-backtonature-atmo in strasbourg schon recht ätzend. andere kritikpunkte wären auch noch die schlechte orga, die mangelnde interne infopolitik, die total verpeilte kooperation mit der presse und das unbedachte mackergehabe von einigen vermummten kiddies.

Is schon alles ganzschön peinlich

nen anarchist 28.07.2002 - 16:53
Is schon alles ganz shön peinlich, was ihr da beschrieben habt. Ist ein armutszeugnis für das camp, was mir persönlich eigendlich ganzgut gefallen hatte. Hab ich wohl was nicht mitgekriegt. Nun, ich laufe auch nicht gerne irrgendwelchen symbolen hinterher, da symbole immer nur symbole sind und die eigendliche aussage die dahinter steht ist vielseitig interpretierbar. folglich kommt es zu missverständnissen und zu mehr spaltung, aber nicht zu ner vernünftigen revolution. wem das nützt is jawohl klar.
Ich entschuldige mich im namen des anarchismus, aber vergesst nicht das es in russland kommis waren die die anarchisten gekillt haben.

!!!!!!!!!!!!!!UNITED WE STAND DEVIEDET WE FALL!!!!!!!!!!!!

Solidaritaet mit Kommunisten

Rosa Rot 28.07.2002 - 18:23
Auch wenn ich mich mit den BetreiberInnen der x-berg-Homepage ungern :) solidarisiere: ich finde es unglaublich, dass KommunistInnen auf linksradikalen Demos Angst haben muessen, von GenossInnen bedroht, abgedraengt oder auch nur angepoebelt zu werden

Fuer den Kommunismus!

Nie wieder Kommunismus!

lies das: 28.07.2002 - 21:26

Aha....

..... 29.07.2002 - 00:40
....hast Du die Leute die den Fahnenmast hochgeklettert sind alle nach ihrer Nationalität gefragt oder woher weisst Du das das alles Deutsche waren????????????

HER MIT DEM KOMMUNISMUS!

kein antianarchist 29.07.2002 - 00:43
bei manchen menschen scheint man nur bestimmte worte benutzen zu müssen und schon springt das labermaschinchen an und spricht die worte " antideutsch" und "rassisten" oder ähnliches. das ist reflex und hat nichts mit reflexion und rationaler durchdringung zu tun. vielleicht wäre es ganz gut, wenn manche menschen sich die texte derjenigen verschiedenen gruppen durchläsen, die gemeinhin "antideutsch" genannt werden oder sich selber so bezeichnen, anstatt immer das nachzuplappern was andere in anderen indy-kommentaren verbreiten. mal wird "den" antideutschen vorgeworfen sie seien leninisten (was "kommunistinnen" in diesem zusammenhang meist bedeutet), mal dass sie keine sind. der rassismusvorwurf ist auch schon epidemisch, selbst (und manchmal besonders dann) wenn es sich um migrantische gruppen handelt. aber auch nachdem ich meine indy-tätigkeit lange genau wegen der ignoranz und unbelelecktheit von jeglicher selbstkritik der durchschnittsindyuserin habe ruhen lassen, scheint sich kaum etwas geändert zu haben.
jedenfalls muss ich mir nicht von der fau erklären lassen, dass die stasi scheisse war, das weiss ich selber. ich würde nur mal gerne wissen, welchen erkenntniswert das in diesem zusammenhang haben sollte. das mit "nieder mit dem kommunismus!" zu unterschreiben ist auf alle fälle bezeichnend genug. soviel zur spaltung.
HER MIT DEM KOMMUNISMUS!

Konzept gescheitert

chilango 29.07.2002 - 00:52
Liebe Marburger, auf dem Camp gab es um diesen Vorfall nur Gerüchte oder Schweigen. Dass ihr es vorgezogen habt zu verschwinden als es auf dem barrio anzusprechen ist sehr bedauerlich, aber ich kann das nachvollziehen angesichts der Stimmung im Camp, die auch uns ein offensives Vertreten von Positionen diesseits der politischen Verwirrtheit nicht ermöglicht hat. Eure Erzählung fügt sich in das Bild ein, das ich vom camp habe und das vor allem durch ein hohes Demokratiedefizit gekennzeichnet ist: Völlige Missachtung der barrio- und interbarriette-Beschlüsse durch Demoteilnehmer, verantwortungslose Gefährdung der sans-papiers durch militante Aktionen, Beschlussunfähigkeit auf den Plena, ätzendes Diskussionsverhalten, Konsumhaltung bei der Selbstorganisierung, Drogen und Alkohol auf Aktionen, die Liste lässt sich fortsetzen.
Ich kann nur hinzufügen, dass ich sehr enttäuscht wurde in dem Anspruch des camps sich solidarisch zur free-movement-Bewegung der Flüchtlinge zu verhalten. Deutlich im Vordergrund bei den meisten Teilnehmern standen interne Debatten zur Organisierung des Camps und politische Grabenkämpfe, die z.T. auch gewalttätig oder unter Androhung von Gewalt ausgetragen wurden, während die Kommunikation nach aussen, zur Presse und Bevölkerung grösstenteils gescheitert ist (nicht nur wegen des Demoverbots).
Insgesamt sehe ich daher das Konzept der Selbstorganisierung, d.h. faktischen Nichtorganisierung des camps als gescheitert. Um überhaupt an eine Wiederholung des Grenzcamps zu denken, ist es ist dringend erforderlich den Schwerpunkt auf die Kommunikation nach aussen und den Austausch mit den Betroffenen zu legen. Dazu ist es aber notwendig im Innern Klarheit über Entscheidungsstrukturen, Bindung an Beschlüsse, Orga-Aufgaben im camp etc. zu haben.
Meine Vorschläge dazu: Redelisten auf den plena, die Wenigsager bevorzugen, Abstimmung per Mehrheitsentscheid, bindende Beschlüsse, feste Aufgabenzuteilung im camp mit technischer Betreuung durch Experten, Schaffung eines Orga-Teams, das den Überblick behält.
Love and peace and communism!

No borders - no nations!!!!

Heimatloser 29.07.2002 - 01:21
Ich verstehe das alles langsam nicht mehr...es gab in der Ex-Sovietunion genauso Antisemitismus wie in Deutschland, der DDR, Polen oder Frankreich, aber das vergessen die Selbsternannten Anti-Antisemiten der Antideutsch Franktion immer ganz gerne. Insofern sollte man Antisemitismus lieber generell/global thematisieren anstatt ihn auf Nationalitäten/Staatsgrenzen zu beschränken. Und hier das Heil im Realexistierenden Kommunismus zu suchen ist ja wohl mehr als peinlich, da dieser 1. mit Kommunismus und/oder Emanzipation nix zu tun hatte 2. ebenfalls sehr menschenverachtende Momente hatte, genauso wie Nazideutschland. Nichtsdestotrotz müssen wir heute natürlich auch klarstellen, daß wir den Alliierten einiges zu verdanken haben, jedoch ist auch hier wieder deren Motivation zu hinterfragen, da mir ein entmilitarisiertes oder komplett zerschlagenes Deutschland lieber gewesen wäre, als das, was die Alliierten jetzt aus Deutschland gemacht haben, nämlich wieder eine nach Weltmacht strebende Nation, die wieder mehr und mehr dem nationalen Wahn und Patriotismus verfällt....
NIE WIEDER DEUTSCHLAND - KEIN GOTT, KEIN STAAT, KEIN VATERLAND!!!!!

Idis

jemand der grad nach Haus gekommen is... 29.07.2002 - 01:50
Ein Glück sind ihr Laberheinis zu Hause geblieben...von der Sache mit der Fahne hab ich nix mitgekricht, kann ich nix zu sagen, die Sache mit der Synagoge is auch völlig überzogen, sie wurde von vorneherein von mehreren Demoteilnehmer geschützt (me too), und es gab ein Versuch da was ranzusprühn, was verhindert wurde, und gut is. Die meisten Demoteilnehmer haben diese (versuchte) Aktion auch verurteilt, die Person selber meinte, sie hätte nur die Kamera gesehn und das mit der Synagoge übersehn. Soweit dazu. Hoffentlich bleibt ihr näxtes mal auch zu Hause, und die andern solln sich von den Schrottpostern nich kirre machen lassen.

Wir sind Viele, wir sind krass - Antifa da geht noch was! ;-)

vorsichtig&sensibel

DKP-angeguckt-habender-anarcho-träumer (Hippi 29.07.2002 - 02:05
meineswissens wünschen sich etwa 5% der ex-DDRler (nähhmlich vor allem die generation die die ddr nach dem krieg "aus ruinen" aufgebaut hat) wieder zurück. natürlich war ddr bestimmt scheisse und hat gemordet, gefoltert etc., wie das staaten eben mit unterschiedlicher heäufigkeit tun. für viele arbeiter war der osten bestimmt trozdem das kleinere übel (denn nach der wende waren bzw. sind manche heute noch arbeitslos und das finden die meisten komischerweise nich so schön).

was ich auf jeden fall jedmensch empfehlen möchte, ist, sich bei nächster größeren Friedensdemo mit den älteren DKP-Omis/Opis zu unterhalten, die wissen häufig noch von ihnen wiederfahrenem unrecht zu berichten, dass sie zur roten fahne gebracht hat.

Die oben genannten Beispielpersonen werden die Sowjetfahne aus unterschiedlichen Gründen als etwas positives sehen, ich denke gegenbeispiele kennt jedmensch selbst genug - nicht zuletzt der westdeutsche bildzeitungsleser der vor 12 jahren noch angst hatte das die russen seinen fernseher verstaatlichen.

Daher unterstüze ich vorher z. t. schonmal aufgetauchte Forderungen:
Seid vorsichtig mit Symbolen, bedenkt wer sie wie falsch verstehen könnte.
Bringt eure Botschaft in Textform, weil eindeutiger
Fragt und redet mit Leuten wenn ihr Symbole nicht versteht, bzw. wenn ihr der meinung sie passen nicht auf (unter anderem) eurer demo. [Am 1.Mai hat sich in Mannheim einer mit Gold-Schwarz-Rot (oder wie auch immer; D-fahne halt) zu einer demo gegen den npd-aufmarsch gestellt. er meinte er ist für bundesdeutsche demokratie und die faschos fürs reich und so demonstriert er jetzt gegen die... Nach diskussion einigten wir uns, dass er seine fahne abnahm und das näxte mal seine aussage textlich unterstützt (z.B. 1848-revolutions-sympatisanten gegen rechts") zwar bissl komisch, aber toleranz muss sein...


Tut mir leid, bin zu müde zum weitertippen...

desweiteren find ich's ziemlich blöde wie hier teilweise über diskussionsgegener öffentlich negativ gemutmast (beleidigt) wird, nur weil mensch sich ja nich in die augen guck - nachteil des internets eben.

differenzierungen?

anachistin aus marburg 29.07.2002 - 02:36
hallo kummunistinnen,
ohne all die kommentare gelesen zu haben, schreibe ich jetzt mal meinen senf zu eurem text und hoffe ihr lest ihn noch.
1. verstehe ich überhaupt nicht warum mensch sich als kommunistin bezeichnet und diese überzeugung mit der sowjetfahne vermitteln will. ich kann mir nicht vorstellen, dass ihr kommunismus als das versteht, was unter betreffender fahne gelaufen ist.
damit soll auf keinen fall gerechtfertigt sein, dass euch das stück stoff abgenommen wurde, die beweggründe auf einem no-border-camp sind aber nachvollziehbar.
2.ich finde es schade, dass ihr solche fronten aufmacht und euch nicht als teil des camps seht. ihr habt euren feind entdeckt(die anachistinnen) und seht nicht, dass die 10 personen die an dem vorfall beteiligt waren ein winziger bruchteil von der demo und erst recht von dem camp waren. mit diesem stereotyp der campenden macht ihr dann auch alles platt. solche projekte leben von den leuten die mit machen, also auch von euch.
3. "es gibt kein leben im falschen", trotzdem müssen alternativen gelebt und ausprobiert werden. und so waren die selbstgebauten klos weniger stinkig und vorallem war das camp nicht von irgenteiner blöden dixiklofirma abhängig, sondern die vollen behälnisse werden geleert anstatt geschlossen. auch das vokü essen war total lecker und konnte sicher mit eurer marmelade mithalten, wenn nicht hättet ihr einfach zu einer der fünf anderen voküs gehen können. auch das war teil des campkonzeptes. eure feststellung der "selbstgewählten armut" ist schlicht weg eine fehlanalyse. war jemand von euch mal im medienzelt, da hättet ihr sehen können wie sich den "modernen errungenschaften" bedint wurde.
4.no border heist keine grenzen, also auch keine zwischen frankreich und polen
und zum schluss noch meine kritik am camp in strasbourg: das potential war riesig und es wurde nichts draus gemacht, weil fast nur bei demos mitgelatscht wurde, anstatt sich selbst was auszudenken und sinnige aktionen zu machen.
ich finde es ja gut wenn leute bereit sind militant ihre polit. positionen zu vertreten, aber dann bitte gezielt und nicht willkürlich, so dass die repression nicht alle zu spühren bekommen (und zwar mit tränengas und gummigeschossen) und das ganze auch was bringt.
wie titelte polylux ihre sendung über das grenzcamp in jena ? "die antifa im sommerurlaub" und für beide camps ist das eine durchaus treffende beschreibung.




wir sollten hier nicht über müll reden

"böser schwarzer block" 29.07.2002 - 03:24
erstens: warum postet ihr hier spam zum thema "antideutsche - antiimps, israel - palästina"? das gehört hier nicht hin, hier geht es ums no border - camp.

zweitens: das das essen schlecht gewesen sei, kann ich nicht bestätigen. es war zwar manchmal etwas zuu scharf, aber insgesamt sehr lecker. es wurde auch nicht ein eiziges mal (ok, ich gebe es zu, ich war nicht immer bei allen 5 -8 küchen mit mehreren essensausgaben pro tag da) aus einer mülltonne gegessen. obwohl das essen pro person und mahlzeit etwa 1, 50 euro gekostet hat, war alles, was man zu essen bekam bionahrung. die leistung der küchen war super! mehr hätte ich mir als schüler mit begrenztem budget auch nicht leisten können.

drittens: obwohl ich im camp war, habe ich nichts mitbekommen von dem angriff auf eure fahne, ihr marburger. ich kann es mir auch nur schwer vorstellen.

viertens: die stimmung unter den campbewohnern war sehr solidarisch. alle waren nett zueinander, auch es gelegentlich kontroverse diskussionen gab.

fünftens: fehler wurden gemacht. die barriomeetings (so wurden die plena hier genannt) waren aufgrund der frühen uhrzeit (neun uhr morgens ist früh, wenn man in den ferien ins camp gefahren ist und am tag vorher noch ne nette party war) zu wenig besucht, ausserdem waren die barrio -und interbarriomeetings entweder nicht so ganz beschlußfähig (was ich eher glaube) oder es wurde sich nicht an beschlüsse gehalten. ständig wurden themen widerholt, weil es erst sehr spät und auch nicht immer diskussionsleitungen gab. die demonstrationen waren meist zu lang, was sich aber vermutlich nicht ändern ließ, weil wir weit weg vom zentrum campierten. während der demo am dienstag wurden von unerfahrenen genossInnen müllbeutel aus den häusereingängen auf die straße gelegt, um die bullen aufzuhalten, die der demo folgten. andere genossInnen taten diese dann zurück, um nicht die bevölkerung, die zu großen teilen trotz der schlechten presse mit unserem protest sympathisierte, zu verlieren. auf der mittwochsdemo (der, nach der das demonstrationsverbot ausgesprochen wurde) wurde die polizei trotz ihrer bereits erfolgten attacken aus dem inneren der demo heraus mit leuchtkugeln und ähnlichem weiter provoziert. das tränengas haben dann aber diejenigen abgekriegt, die am rand der demo waren und denen es darum ging, dass sie und die anderen demoteilnehmer halbwegs ungeschoren davon kamen, schließlich war der etwas größere teil der demo eher nicht an handfesten auseinandersetzungen mit der polizei interessiert. die "flucht" vor der polizei war ebenfalls mehr als chaotisch, wir wurden getrennt.

sechstens: mir kann kein antideutscher mehr erzählen, dass die mehrheit der deutschen linken antisemitisch sei, denn die personen, die sich sozusagen vorbeugend vor die synagoge stellten, und die dann erfolgreich verhindern konnten, dass sie besprüht wurde und ihre kamera zerstört wurde, waren mehrheitlich deutsche genossInnen (das kann ich einwandfrei sagen, ich stand selber vor der synagoge und habe sie geschützt und dabei mitbekommen, dass diese leute in der mehrzahl deutsch gesprochen haben). nicht verhindert werden konnte, dass die kamera nach oben geklappt wurde. wir wollten halt nicht gefilmt werden und nachdem wir vorbei gegangen waren, konnte sie ja echt einfach wieder runtergeklappt werden.

siebtens: danke für eure geduld beim lesen.

@Rosa Rot

Mistfink 29.07.2002 - 03:25
Naja, ich denke nicht, daß Du Dich mit Deiner Position mit den Betreibern der X-berg.de Homepage solidarisierst. Du vertrittst den Dir vernünftigen Standpunkt, oder?

Außerdem wäre eine x-berg.de soli doch ok, oder?

Ansonsten scheint es vermehrt Kritik an dem Camp gegeben zu haben. Wenn dies was bewirkt, dann fahr ich auch das nächste Mal wieder hin!

mein erstes camp, ja, aber...

Rockit 29.07.2002 - 04:50
Ich bin ja schon überrascht, ich bin aber auch eher neu. Ich lese nicht so oft bei indymedia und war eben vergangene Woche in Straßburg auch das erste Mal auf einem Grenzcamp.
Ich muss sagen, dass es mir insgesamt unheimlich gut gefallen hat, aber das nur am Rande.

Zu der Fahnendiskussion kann ich nur drauf hinweisen, dass man ja an den unterschiedlichen Interpretationen der KommentatorInnen hier die Gefahr von Fahnen und wortlosen Symbolen erkennt und irgendwie behindert doch dann eine solche Fahne (wie alle anderen Fahnen ohne Aussage) eher die gemeinsamen Ziele des Camps. Daher halte ich von Fahnen wirklich nicht viel und bin eher für Transpis mit klarer bzw erkennbar ironischer Aussage.
Ich selbst hab von der Auseinandersetzung null mitbekommen obwohl ich von Montag bis samstag abend da war, finde tätliche Angriffe aber auch beschissen und intolerant.

weiterhin stimme ich u.a. horst(größtenteils), chilango, böser schwarzer block und graf zentis (bis auf den nach "linksruck" klingenden halbsatz "bis zur revolution wenigstens") zu und werde dann meine ähnliche position deswegen auch nicht nochmal wiederholen (ich bin müde.)

Zu der "selbstgewählten Armut", ich finde das ziemlich unrealistisch gesehen. wie hätte es denn anders gehen sollen, ohne sich abhängig zu machen und vielleicht mit einem großen DRUM-Banner und gratis-tabak posieren zu müssen bei einem antikapitalistischen Grenzcamp? Wer da Champagner fordert, möchte ihn doch bitte selbst mitbringen.
Ich finde das so lächerlich, sich über die so kreativ und mit Mühe aufgebaute Infrastruktur aufzuregen, wo es doch eigentlich um die Inhalte gehen sollte und das aussenrum eben das notwendige war, was meiner meinung nach ausreichend und mit viel engagement erreicht wurde. (off-topic, aber wie oft hat man aufm klo schonmal einen so fantastischen blick von oben auf den rhein?;-)
auch das essen war einfach nur gut, ich habe lange nicht so abwechslungsreich und gesund gegessen, wobei ich auch hin und wieder küche gewechselt habe. ich habe öfters in den Küchen mitgeholfen und hab nie gesehen, dass irgendwas aus der Mülltonne gefischt wurde, vielmehr fuhren Leute halbtägig zum Helfen auf einen Biohof z.B. und kamen dann mit Gemüse etc wieder, alles Bio und frisch verarbeitet, gewaschen, geschnitten, gekocht, wie ihr es wohl nicht anders zuhause macht. auch die aufstrichidee fand ich einfach nur geil und lecker , ich denke grade an den grandiosen Nussaufstrich bei der Hannoverschen Küche (Rezept hab ich. ok, off-topic, entschuldigung.)

auf der Mittwochsdemo war ich auch, und finde es einfach scheiße, die Leute so zu pauschalisieren, wo es grade nur ein winziger Teil von vielleicht 15 Leuten war, die vermummt Bankfenster eingeschlagen und Spiegel abgerissen haben und eben auf die Synagoge los sind (wie oben schon geschrieben, -unumsichtigerweise- nur wegen der Kamera), der Rest der Demonstranten hat sich sehr friedlich und solidarisch verhalten und wie schon gesagt, versucht solche ungerichteten Zerstörungen zu verhindern, wofür er dann mit Tränengas, verhaftungen und brutaler Prügel belohnt wurde.

Ich frage mich auch, was dieses Gesülz soll von wegen Proletarier oder Mittelklassekiddies, wie egozentrisch und weltfremd seid ihr denn? Soweit ich das mitbekommen habe, ging es um den Kampf gegen Rassismus, gegen Abschiebung, Grenzen, Kapitalismus, Sexismus, Staatsmacht/-kontrolle, für Flüchtlingsrechte und Wohn-/Rede-/Bewegungs-...Freiheit etc, wofür es mir völlig gleichgültig ist, aus welcher sozialen Schicht die einzelne stammt, und wenn sie noch so reich sind, es geht doch um die Motivation, oder nich? Ihr steht euch doch selbst im Weg oder ihr wollt garnicht weiter, so scheint es mir.
Davon mal abgesehen bezweifle ich auch stark, dass in der deutschen Linken noch viele wirkliche Arbeiter sind und sehe auch kaum Bedeutung darin, ob dies so ist oder nicht, so nach dem Motto "nur ein richtiger Arbeiter hat Grund auf die Straße zu gehen". Das ist Blödsinn, wir leben heute in einer Gesellschaft in der der größte Teil Mittelstand ist!

Kritik möchte ich aber doch noch loswerden. Ich kenne mich leider noch nicht so mit den Entscheidungsstrukturen in solchen Camps aus, fand sie hier jedoch unheimlich anstrengend (was wohl auch an den vielen Sprachen lag, die ich aber auf keinen fall missen möchte) und teilweise sehr unproduktiv fand, da eben viel wiederholungen und kaum gesprächsleitung...ich verweise hierbei mal auf CHILANGO weiter oben.

ansonsten sehe ich es auch so, dass noch viel mehr potential in diesem camp steckte, als wir herausgeholt haben, allerdings gehört dazu auch viel mitarbeit der campteilnehmer selbst, nicht nur von einem Teil.

so manche Kommentare hier erinnern mich an

der nestscheißer 29.07.2002 - 11:03
dass, was mensch zum Thema Kommunismus von CDU-KommunalpolitikerInnen oder aus BRD-Geschichtsbüchern der 1950er Jahre zu hören bekommt. Desweiteren finde ich es immer putzig, wenn einige VulgäranarchistInnen (damit sind nicht die sehr ernsthaften und in aller Regel auch sehr solidarisch agierenden anarchistischen GenossInnen, bspw. aus der FAU oder Alternative Libertaire oder anderen organisierten Zusammenhängen gemeint sondern diejenigen, welche M. bookchin als "Lifestyle-AnarchistInnen" bezeichnete) Herrschaftslosigkeit einfordern, wenn sie in der Mehrheit sind aber durchaus daran Geschmack finden, ihre Hegemonie auch unter Linken durchzupeitschen, meistens mit Pseudoargumenten wie "keine Parteien", keine "hierarchischen Organisationen" ... aber wie hieß es schon im Matthäusevangelium (nicht Lothar), dass wer den Balken im eigenen Auge nicht sieht auch Vorsichtig damit sein solle, denjenigen im Auge des anderen zu bemäkeln ;-). Ansonsten hat (aufgepaßt, Lehre aus der (auch "eigenen") Geschichte) Gewalt u.ä. unter Linken nichts zu suchen!!! Ansonsten: der Kampf für Sozialismus, Kommunismus u.ä. sollte nicht, wie Marx/Engels in der "Deutschen Ideologie" (MEW Bd. 3) anmerkten, der Kampf um die Vergesellschaftung der Not und Notdurft sein, da sich dann, die ganze Scheiße wieder von selbst herstellen würde. Sozialismus und Kommunismus sind nur beim Vorhandensein der zur Befriedigung der Bedürfnisse notwendigen Dinge im Überfluß möglich.

nur osteuropäische genossen?

rumstehender 29.07.2002 - 12:38
waren das sicher nicht. die meisten konnten fließend deutsch. und übrigens seit wann liegt frankfurt in osteuropa?
wenn einer von 10 leuten aus seiner persönlichen geschichte heraus ein problem mit dieser fahne hat o.k.. in diesem fall mag es sich um die realität in der su drehen. aber bei den deutschen leuten handelt es sich um antikommunismus.

Marmelade

xxx 29.07.2002 - 14:46
Das muss ja ein lustiges Camp gewesen sein, und vor allem so frei und anarchisch! Man darf morgens halt bloß keine Marmelade essen und mittags keine Fahnen zeigen, sonst gibts was auf die Fresse.
Ach ja, Leute die gerne Champagner trinken bekommen natürlich auch was auf die Fresse; und Leute die nach "Mittelstands-Kiddies" aussehen oder mit dem Wagen angereist sind oder von Mami und Papi finanziert werden...Mhmmm, andererseits kann man daran aber auch schön sehen, was "Anarchie" in der Praxis bedeutet.

Da fahr ich lieber an den Garda-See zum Zelten, mag sein, dass um mich rum ein paar Rentner mit Gartenzwergen sind, aber die wollen zumindest nicht jeden verhauen der ihnen irgendwie nicht in den Kram passt.

WIR HABEN KRONSTADT NICHT VERGESSEN

. 29.07.2002 - 14:55

Was ist an Stalin links?

29.07.2002 - 15:52

Was wollen Partei-Kommies bei Indy

libertarian 29.07.2002 - 15:56
Wenn Partei-Kommies, die die SU und Lenin und Diktatur toll finden bei Indy posten, ist das so, als wenn Tierrechtler bei McDoof essen gehen. Hat also auch was gutes. Zwar werden noch Symbole und Sprühe losgelassen, die antilibertär sind, in der Praxis wird aber ein libertäres Infosystem genutzt. Hat doch was, oder?

Es gibt kein Wir

Genosse 29.07.2002 - 16:51
weder in Kronstadt, noch jetzt, alles andere ist Kollektivsucht.

Stoppt den roten Terror

29.07.2002 - 17:37
Ach ja, die Frankfurter Anarcho-Hools haben mal wieder zugeschlagen.... dieselben Leute haben schonmal auf'ner Demo in Straßburg die eigenen Reihen gesäubert, damals hat's nen 15-16 jährigen Knirps getroffen, der ne ähnliche Fahne dabei hatte... Das sind aber auch die beiden einzigen politischen (wenn auch nicht linken) Aktionen mit denen sie sich in den letzten 10 Jahren hervorgetan haben. Bravo sag ich da... Als ob der peinliche Kindergartenstreit Anarchisten vs. Kommunisten für die Linke in ihrer derzeitigen Verrfassung irgendeine Bedeutung außer Platzhirschgehabe hätte.... So, jetzt gleich mal ab an die Nähmaschine und Hammer und Sichel auf meine Schwarz-rote fahne nähen ;-)

IM KOMMUNISMUS KÖNNEN HUNDE FLIEGEN!

comboy 29.07.2002 - 20:09
erstens würde ich gerne mal wissen, wie jetzt plötzlich die geschichte mit frankfurt an den start kommt... kann ja mal jemand erklären!
zweitens will ich noch mal darauf hinweisen, dass die antideutschen, die sich zumeist als kommunistinnen verstehen (zumeist, das heisst nicht, dass es nicht auch antideutsche leute gibt, die sich vielleicht eher anarchistisch zu nennen pflegen, wenn es benennungen dieser art überhaupt braucht) mit dem nominalsozialismus der su eigentlich nicht viel am hut haben, sondern im gegenteil zumeist recht antileninistisch eigestellt sind (wenn auch beileibe nicht trotzkistisch). außerdem ist es eine binsenweisheit, dass es in der su antisemitismus gegeben hat. stalin war antisemit (nette lektüre: das buch des jüdischen kommunisten arno lustiger "rotbuch: stalin und die juden"). dennoch ist es doch interessant, dass viele jüdinnen während des ns bewusst die su als exil ausgesucht haben. das haben zwar viele später bereut, aber zu beachten ist es allemal. außerdem hat während der zeit in der viele juden, die die flucht geschafft haben, als soldaten in der roten armee gegen deutschland kämpften, der planmäßige massenmord an den europäischen jüdInnen in auschwitz, treblinka... stattgefunden. begangen von ganz normalen deutschen. wer vor diesem hintergrund nicht begreift, wo der unterschied zwischen deutschem und sowjetischem antisemitismus liegt, der ist schwer zu helfen. die su-fahne jedenfalls hat in diesem zusammenhang erhebliche symbolische bedeutung, wenn man sich das legendäre (und ja, ich weiss, gestellte) bild vom rotarmist, der die fahne auf dem reichstag hisst, vor augen hält. die fahne steht auch, wie übrigens auch der sternenbanner, für den sieg über nazideutschland und die befreiung europas vom deutschen joch. insofern ist sie ein gegeignetes antideutsches symbol. solche symbole sind immer zu hinterfragen, das ist klar, aber im endeffekt nutzen wir alle ständig solche symbole. die provo mit der hammersichelfahne funktioniert aber offensichtlich auch anders, nämlich dann, wenn damit solche leute provoziert werden, die sich anarchistisch nennen, diesen begriff aber nur mit "demokratie" oder bestenfalls "basisdemokratie" zu füllen fähig sind und alles was nicht in das raster passt, ganz basisdemokratisch angreifen. als positiver bezug auf die su ist sie einfach nur altbacken, langweilig und falsch. was kein grund ist, dafür leute anzugreifen. und ich unterstelle, dass leute, die solches dennoch tun, antikommunisten sind.

@ comboy

irgendwer 29.07.2002 - 20:50
die antideutschen sind zwar gegen lenin und co, aber dennoch für einen autoritären kommunismus. bei euch ist es üblich sich immer auf einen bestimmten guru zu beziehen und nach ihm zu benennen. die kritik daran geht also nicht gegen lenin oder mao oder sonstwen, sondern gegen eine denkstruktur die sowas möglich macht. insofern sind sich antideutsch und antimp und leninisten und maoisten und trotzkisten und stalinisten und so weiter sehr ähnlich. trotzkisten sind übrigens nicht antilnisitsch, sondern antistalinistisch, wollen aber dennoch ähnliches: einen starken staat, der autoritär geführt wird.
ich selbst bevorzuge dann doch eher den rätekommunismus und benenne mich nach gar keinem leit-ideologen.
wenn ich ganz ehrlich bin, ist aber eh alles unrealistisch, weil die linke sich ja mit händen und füssen dagegen wehrt, daß sich mehr menschen politisch engagieren, wenn sie sich nicht unter die jeweiligen ideologien unterordnen.

Marburger KommunistInnen

Marburger KommunistIn 29.07.2002 - 22:04
Also:
1. Wir sind keine Antideutschen, sondern ordentliche KommunistInnen!
2. Ich weiß nicht, was diese brutalo öko Arnachos gegen den realexistierenden Sozialismus haben. Da hätten sie ihr Leben lang in einem primitiven Lager verbringen können, in dem man in Erdlöcher scheißt und in dem Langnese Marmelade schwerer zu besorgen ist als im Konsum.
3. Die SU war kein Nationalstaat, sondern eine befreite Zone, die auf die ganze Welt ausgeweitet werden sollte.
....nächstes mal klappts!

Marburger KommunistInnen

Marburger KommunistIn 29.07.2002 - 22:55
Bin eben beim Schreiben unterbrochen wurden...
Also: neben den Pöbeleien gegen die brutalen öko Anarchos.
Dass eine Sowjet Fahne auf einem solchen Camp nicht Gulag und Nationalstaat repräsentieren soll ist wohl klar! Genauso wenig wie jegliches Tragen einer schwarzen Fahne für derartigen Antikommunismus steht. Leute die mit einer sowjet Fahne die oben genannten Dinge verbinden würde man kaum auf einem solchen Camp antreffen. Ich finde es jedoch sehr lobenswert, dass sich jetzt einige AnarchistInnen mit den marburger KommunistInnen solidarisieren.
Für die rot schwarze Einheitsfront!
Luxus und Wohlstand für alle!

Richtig

Mistfink 30.07.2002 - 00:13
Die Genossin aus Marburg hat auf den Punkt gebracht. Statt sich in der derzeitigen Situation rumzustreiten, ist es doch viel sinnvoller fernab von Kronstadt etc. eine vernünftige Kritik der Verhältnisse voranzutreiben und Gemeinsamkeiten und Konflikte herauszuarbeiten, statt Häme zu zeigen, wenn die Kommies oder Schwarz-Roten von ReaktionärInnen diskriminiert werden!!

Und ob es sich bei den MarburgerInnen um antideutsche oder sonstige MaterialistInnen gehalten hat, ist unerheblich. Manchmal habe ich das Gefühl, statt vernünftiger Kritik, gibt es einen "anti" antideutschen Beißreflex. Schade, denn auch Antideutsche hatten sicherlich Interesse an dem Camp und der Kritik an Rassismus als reproduzierte Denkform der Verhältnisse. Solche Ereignisse schrecken dann jedoch ab!

falsch .

der beisser . 30.07.2002 - 02:59
häme ist das einzige was die "antideutschen genossen (?)" verdienen .

weltfremd

Rockit 30.07.2002 - 03:02
". Die SU war kein Nationalstaat, sondern eine befreite Zone, die auf die ganze Welt ausgeweitet werden sollte.
....nächstes mal klappts! "

wenn ich sowas lese, frag ich mich doch ernsthaft, ob ihr marburgerInnen überhaupt irgendwie euch mal n bisschen mit Geschichte und den Verhältnissen in der SU beschäftigt habt?
Ich bin selbst auch kein Experte, aber soviel kann ich sicher sagen, der Kapitalismus den wir jetzt haben und die passende Politik sind sicherlich beschissen, aber glaubt ihr, dass es die folternde und diktatorische SU-Regierung auf einmal besser gemacht hätte, so nach dem Motto, sind die Feinde erstmal mit Gewalt totgemacht, werden wir alle friedlich und es gibt nur noch gute und glückliche Menschen auf der Erde? und wenn ihr als ziel habt, porsche zu fahren, eine villa zu bewohnen und kaviar zu frühstücken frag ich mich schon ob ihr dann denn glücklicher seid, wenn jeder auf der welt so lebt.
ist euch schonmal eingefallen, dass manche das vielleicht garnicht brauchen? Dass es viel interessanter und fordernder ist, alternative, unabhängige/kostenlose etc lösungen zu finden und eben z.B. in VoKüs auf verrosteten Herdplatten zu kochen, dass das essen davon nicht schlechter ist und sicherlich auch nicht die zusammenarbeit der helfenden. es geht dabei eben NICHT um "selbstgewählte Armut" sondern vielmehr um Unabhängigkeit und Freiheit.
100%ig passt es ja in dem fall nich, aber vielleich macht dieser spruch ja klarer, was ich sagen will.



"it is only after you have lost everything that you are free to do anything."

So ist das halt

Ostler 30.07.2002 - 03:19
Irgendwelch durchgeknallten Wssie-Kiddies, die Politik machen, um ihre Neurosen auszuleben. Für die war die DDR und die SU was gutes gewesen. Glücklicherweise werden die genauso ernst genommen wie die Zeugen Jehovas.

wie frankfurt ins spiel kommt...

rumsteher 30.07.2002 - 11:01
liegt daran, das leute aus frankfurt daran beteiligt waren. ich hab das ganze aus ein paar meter entfernung verfolgt und bin mir ziemlich sicher leute aus frankfurt erkannt zu haben. schreiben tu ich das hier, weil ich hoffe so die motivationen für das handeln dieser leute herauszufinden, wenn sie sich jetzt gezwungen sehen sich hier zu äußern.

Tssss

Mistfink 30.07.2002 - 13:17
Rockit schrieb in geistiger Umnachtung:

"und wenn ihr als ziel habt, porsche zu fahren, eine villa zu bewohnen und kaviar zu frühstücken frag ich mich schon ob ihr dann denn glücklicher seid, wenn jeder auf der welt so lebt.
ist euch schonmal eingefallen, dass manche das vielleicht garnicht brauchen? Dass es viel interessanter und fordernder ist, alternative, unabhängige/kostenlose etc lösungen zu finden und eben z.B. in VoKüs auf verrosteten Herdplatten zu kochen, dass das essen davon nicht schlechter ist und sicherlich auch nicht die zusammenarbeit der helfenden. es geht dabei eben NICHT um "selbstgewählte Armut" sondern vielmehr um Unabhängigkeit und Freiheit."

Also da krieg ich aber Angst. Ich möchte lieber gar nicht gefordert werden, und wenn, dann bitte nicht im VoKü Kochen! Interessant ist das nicht. Aber das ist eben MEINE Position. Wenn das die Menschen machen wollen, bitte. Es geht doch gar darum, daß man das WÄHLEN kann, ob ich Porsche oder Fahrrad fahre!! Du kannst niemandem vorschreiben, was er/sie will. Wenn es Marmelade, Kuchen, Cabrios oder Cocktails sind oder was auch immer, wichtig ist, daß jeder entscheiden kann, was zu seinem Glück wichtig ist und wenn der Wunsch sich sonst wie absurd anhört, Hauptsache, man schadet niemandem!! Was aber jeder will und braucht, das entscheidest NICHT DU, sondern jeder selbst.

Was Du machst Rockit, ist ein "richtiges Leben im falschen". Denn Du bist mit den von Dir formulierten Standards weder freier, noch unabhängiger! Wo kommen denn die Zutaten für den Linsenaufstrich her? Muss dafür nicht gearbeitet werden? Und die ganze VoKü Geschichte? Wo ist da die Unabhängigkeit? Kommen die Zutaten aus dem Replikator? Zwar beweist Du, daß die Menschen selbst vernunftbegabt zusammenleben können ohne Zwänge ohne Tauschwert etc, aber dafür muß ich nicht Linsenaufstriche essen und beschimpft werden, wenn man Träume von Cocktails und Cabrios hat und Marmelade ist!!

Im KOMMUNISMUS SPIELEN WIR ALLE WASSERBALL!

comboy 30.07.2002 - 15:35
für mich ist das sehr interessant, dass da also leute aus ffm dran beteiligt waren. aber für andere egal.
was die entgegnung auf meinen beitrag anbetrifft: echt interessant, maoistin bin ich nicht, stalinist bin ich nicht, trotzkist bin ich nicht und auch keine leninistin (all das steht für einen autoritären kommunismus mit dem ich nichts zu tun habe). trifft mich alles nicht und auch nicht die meisten der anderen antideutschen. mit führern haben die nämlich - obacht! - nichts am hut. wenn du meinen rat befolgt hättest und dir einfach mal was durchgelesen hättest und dabei z.b. auf die website einer der ältetsten antideutschen gruppen, der initiative sozialistisches forum freiburg
 http://www.isf-freiburg.org
gegangen wärest, dann hättest du gesehen , dass deren verlag, der ca ira-verlag, einige wichtige bücher über
RÄTEKOMMUNISMUS
veröffentlicht hat. aber um das liebgewonnene antideutschendissing nicht preisgeben zu müssen, stellt man sich halt lieber weiterhin dumm (oder ist es).

Armutszeugnis

Black Bloc 2k2 30.07.2002 - 19:34
Der geschilderte Vorfall ist ein Armutszeugnis für die prügelnden Anarchos. Spalter gibt es schon genug und in Zeiten wie diesen (die traurigerweise mittlerweile schon ganz schön lange andauern) ist es wichtig, zusammenzuhalten. Anarchie ist auch nur eine Form des Kommunismus, deshalb ist es mir völlig unverständlich wie mensch Leute mit einem kommunistischen Symbol angreifen kann! Aus einer anarchistischen Grundeinstellung heraus erscheint das auf jeden Fall paradox. Klar, Hammer und Sichel standen mal für ein autoritäres System. Sie standen und stehen aber auch für eine gute Idee und sie sind immer noch sehr hilfreich um in Dummland zu provozieren.

ZUSAMMEN kämpfen - für den KOMMUNISMUS!

Schreib mal nicht so einen Unsinn

Räte statt Partei 31.07.2002 - 12:23
Wo war da ein Anarcho-Mob? Niemand - auch Kommunisten und Autonome - haben Bock auf Euren Staats- und Parteifetischismus. Wenn wer Mob ist, dann Ihr!
PS: Übrigens ist Black Block ne autonome Idee.

@ marburger kommunist/in

no 31.07.2002 - 12:41
"Leute die mit einer sowjet Fahne die oben genannten Dinge verbinden würde man kaum auf einem solchen Camp antreffen."
(in der diskussion ging es darum ob sowjetfahne mit autoritaeren systemen zu verbinden sei....)

auf einem camp, das vorgibt international zu sein und leute aus osteuropa einbinden will, muss wohl davon ausgegangen werden, dass leute dort sind, die eben genau diese assoziation haben - eben leute, die im "real existierenden sozialismus" leben mussten und den sicher nicht zurueck wollen - soviel zum ost/west verstaendnis...

@ die autorInnen

eine andere kommunistin aus marburg 31.07.2002 - 20:11
kann euch nur zustimmen! aber wundert es euch wirklich, daß es auf dem grenzcamp so abging? dieselbe revisionistische schlagseite hatten doch auch schon frühere grenzcamps. wer nicht merkt, daß die parole "keine grenze ist für immer" an der deutsch-polnischen grenze etwas merkwürdig ausnimmt und wie eine aufforderung zur annexion polens wirkt, muß seltsame vorstellungen von emanzipation haben.

solidarität mit israel! gegen völkische zwangskollektive, ob baskisch, palästinensisch oder sonstwas! für die kommunistische verwirklichung von schönheit, genuß und glück für alle!

Anmerkung zum Thema Kommunismus und Luxus

der nestscheißer 31.07.2002 - 20:28
Es hat sich anscheinend bis in die Reihen der Bourgeoisie herumgesprochen, dass sich viele KommunistInnen u.ä. einen Hang zum Hedonismus bei entschiedener GegnerInnenschaft zur Selbstkasteiung zu eigen gemacht haben. Anders ist nicht zu verstehen, warum mehreren marxistisch veranlagten Organisationen ein Mail eines Weinhandels aus dem bayerischen Straubing hereinflatterte, wo ein roter Spitzen-Bordeaux (Zitat aus dem Mail"... das klassische Lafite-Bukett von Zedernholz, subtilen Kräutern, getrocknetem Kernobst und schwarzen Johannisbeeren macht diesen Wein weltweit einzigartig ... hat uns bei unserer hausinternen Verkostung wahrhaft begeistert ... bitten wir um Verständnis dafür, das pro Bestellung nur maximal 48 Flaschen geliefert werden können ...") für schlappe 49,90 Euro angeboten wurde. Nun ist das in der Tat sehr teuer, die "proletarische Antwort" hierauf muß in der Erkämpfung des allgemeinen Rechts auf kostenlosen Zugang zu derartigen Leckereien bestehen. Ach so, auch Erich Mühsam war ein großer Freund roter Bordeauxweine ;-).

Nee

NoAlk 31.07.2002 - 20:36
Das wird automatisch und wahllos verschickt. Auf 2 Mailinglisten, die nicht links sind, kamen diese Mails auch an.

an die autorInnen

marburger KommunistIn 31.07.2002 - 21:09
Ist Israel etwa kein "völkisches Zwangskollektiv"?

israel

eine andere kommunistin aus marburg 31.07.2002 - 21:59
israel unterscheidet sich aufgrund seiner konstitutionsbedingungen von anderen staaten. israel ist im unterschied zu der palästinensischen bewegung kein völkisches zwangskollektiv, sondern ein paradoxer, weil internationaler staat. das gerade ist es, was die völkischen an israel "unnatürlich", "künstlich" usw. finden.

das interesse dieses staates an seiner selbsterhaltung herrscht ihm den kampf gegen den antisemitismus auf. israel muß bei strafe seines untergangs den universalismus verteidigen. die stellung israels zur weltrevolution ist eine andere als die der krisen-selbstverwaltung, die die menschen befähigt, sich mit elendsbedingungen zufriedenzugeben, indem sie das verhaßte bedürfnis nach einem besseren leben an anderen verfolgt. israel hat dieselben feinde wie die revolution.

es ist kein zufall, daß dieselben leute, die schon marmeladekonsum für unzulässigen luxus halten und anderen dafür eins auf den deckel geben, mit ihrem spiegelbild, der palästinensischen bewegung, solidarisch sein wollen und versuchen, antiisraelische parolen an eine synagoge zu schmieren. kein wunder, daß so jemand auch den kommunismus nicht leiden kann, ist der antisemitismus doch "der bedingungslose Haß auf die Idee einer in freier Assoziation lebenden Gattung" (ISF).

@MarburgerIn

Genosse 31.07.2002 - 22:04
Nein, Israel sind die "Grenzen von Auschwitz" (Abba Eban)

an eine andere Kommunistin aus Marburg

marburger KommunistIn 31.07.2002 - 22:57
es tut mir leid Dir das mitteilen zu müssen:
Die Leute die sowjet Fahnen hassen und in Kompostklos scheißen sind nich notwendigerweise AntisemietInnen, und es mag ja sein, dass Israel die selben Feinde hat wie die Revolution, trotzdem ist Israel selbst weit davon entfernt revolutionär zu sein. Jede andere Ansicht ist Selbstsuggestion.
Und das Israel "künstlich" erscheint hebt es noch lange nicht von anderen Nationalstaaten ab. Andere Nationalstaaten erscheinen lediglich nicht so künstlich, weil man sich an sie gewöhnt hat.
Und völkisch ist Israel allemal.
In Deutschland werden MigrantInnen diskriminiert, dürfen nicht arbeiten, leiden unter Residenzpflicht....
In Israel wird die arabische Minderheit diskiminiert, darf keine Grundstücke kaufen...
Natürlich ist das Bedrohungspotential für Israel und diejenigen die in dem Staat die Hegemonie haben größer als, dementsprechen sind die Repressalien auch größer.
Und allen "KommunistInnen", die einseitige Solidarität mit Israel fordern würde ich raten sich mal Gedanken zu machen wie sie als KommunistInnen in Israel behandelt werden würden.
Statt "Solidarität mit Israel" zu fordern, um dem Antisemitismus entgegenzutreten, sollte man lieber versuchen völkische Konstrukte komplett abzulehnen. Egal ob es sich um das Konstrukt vom deutschen, palästinensischen oder jüdischem Volk handelt.

Arbeit, Wohlstand und Kommunismus!

halluzinationen .

haldol . 01.08.2002 - 00:49
das halluzinierte israel der "antideutschen" philosemiten ist in etwa so real wie das halluzinierte israel der deutschen antisemiten .

warum du unrecht hast

eine andere ... 01.08.2002 - 00:56
"Die Leute die sowjet Fahnen hassen und in Kompostklos scheißen sind nich notwendigerweise AntisemietInnen"

sie scheißen nicht deshalb in kompostklos, weil es nicht anders ginge, sondern weil sie komfort hassen und armut für etwas erstrebenswertes halten. aus demselben grund hassen sie den kommunismus, und die sowjetfahne ist ihnen ein symbol dafür. sich selbst versagung aufzuerlegen ist aber gar nicht so einfach. das verpönte bedürfnis läßt sich nicht vollständig unterdrücken. es gibt leute, die sich selbst alles versagen können, ohne neid und haß auf andere zu entwickeln. das sind menschen, die eine vollkommene kälte ausstrahlen, die völlig emotionslos ihren geschäften nachgehen. wenn das nicht perfekt gelingt, und das ist der normalfall, beneiden die leute andere, denen sie unterstellen, dem unterdrückten trieb zu frönen. sie können aber nicht zugeben, daß sie sie beneiden, denn dann würden sie ja zugeben, da sie selbst gern marmelade essen, schampus trinken, in palästen wohnen und auf sauberen klos scheißen würden, und es war ja gerade de sinn der übung, den wunsch danach zu verleugnen und zu unterdrücken. deshalb verfolgen sie diejenigen, denen sie ein erfülltes leben unterstellen, und rotten damt zugleich ihren eigenen wunsch danach aus. das klappt nur für eine kurze zeit, dann muß das nächste projektionsobjekt her. dieser mechanismus ist einer der zentralen funktionsmechanismen des antisemitismus und des völkischen denkens überhaupt. theoretisch müssen nicht unbedingt die juden die haßobjekte sein, sie sind es aber traditionellerweise.

"und es mag ja sein, dass Israel die selben Feinde hat wie die Revolution, trotzdem ist Israel selbst weit davon entfernt revolutionär zu sein. Jede andere Ansicht ist Selbstsuggestion."

habe oben nicht behauptet, israel sei revolutionär. israel ist aber per definition NICHT KONTERREVOLUTIONÄR, weil es, wie gesagt, aus eigeninteresse gegen die feinde der revolution kämpfen muß. ob man das revolutionär nennen will oder nicht, ist mir egal.

"Und das Israel 'künstlich' erscheint hebt es noch lange nicht von anderen Nationalstaaten ab. Andere Nationalstaaten erscheinen lediglich nicht so künstlich, weil man sich an sie gewöhnt hat."

es liegt nicht nur an der gewohnheit, daß staaten als naturgebilde erscheinen, sondern daran, daß im kapitalismus die gesellschaftlichen verhältnisse als etwas ursprüngliches, nicht von menschenhand gemachtes erscheinen. ich möchte das hier nicht ausführen, verweise aber auf die marxsche staats- und kapitalkritik, insb. auf das kapitel über den fetischcharakter der ware im "kapital". die ideologie der ursprünglichkeit von staaten kann allerdings, da hast du recht, in der regel auf eine tradition oder gewohnheit verweisen (z. b. die deutsche ideologie auf eine geschlossene siedlungstradition oder auf irgendwelche germanischen stämme). es gibt in israel zwar leute, die so eine ideologie vertreten, sie machen sich aber damit ziemlich lächerlich. wer glaubt schon, daß sich aus der besiedlung der erde durch vorfahren vor 2000 jahren ein anspruch ableiten ließe? im prinzip ist das nicht irrationaler als die blut-und-boden-idelogie der palästinenser, es ist aber offensichtlicher, daß die begründung nicht hinhaut. im großen und ganzen begründet der staat israel seine existenz nicht mit einer blut-und-boden-ideologie, sondern damit, daß sich die juden von ihrer rolle als opfer des antisemitismus emanzipieren müssen, die sie überall einnehmen. diese begründung unterscheidet sich wesentlich vom in allen anderen staaten üblichen irrationalismus. und diese unterschiedliche gründungsideologie schlägt sich eben auch im charakter der israelischen gesellschaft nieder. trotz seines jüdischen charakters kennt israel keine leitkultur.

"Und völkisch ist Israel allemal. In Deutschland werden MigrantInnen diskriminiert, dürfen nicht arbeiten, leiden unter Residenzpflicht.... In Israel wird die arabische Minderheit diskiminiert, darf keine Grundstücke kaufen..."

"völkisch" scheint für dich synonym zu sein mit "staatlich". (übrigens ist die sache mit den grundstücken etwas vertrackter - das gesetz, das nun doch nicht verabschiedet wurde, sah vor, daß auf staatsland gemeinden errichtet werden können, aber nicht müssen, die ausschließlich aus juden bestehen). die völkische formierung ist aber gerade dadurch charakterisiert, daß sie nicht umstandslos mit jeder staatlichen praxis zusammenfällt, sondern wesentlich krisenbewältigungsideologie ist. sie hat notwendig den charakter einer bewegung, weil sie die gesamte bevölkerung MOBILISIEREN muß für die repressive homogenisierung zum krisenverwaltungskollektiv. sie schweißt arbeit und kapital zu einer gemeinschaft zusammen, in der gegensätze nicht mehr untereinander ausgetragen, sondern an einem störenfried, der das elend von außen in die als harmonisch vorgestellte volksgemeinschaft hereingebracht haben soll, abreagiert werden. obwohl sich israel ständig in einer krisensituation befindet, reagiert es darauf nicht in dieser art und weise. nicht jeder staat ist faschistisch.

"Natürlich ist das Bedrohungspotential für Israel und diejenigen die in dem Staat die Hegemonie haben größer als, dementsprechen sind die Repressalien auch größer."

die repressalien gegen nichtjüdische minderheiten in israel entspringen vermutlich einem bedrohungspotential - israel ohne jüdische mehrheit würde sich von anderen staaten nicht merh unterscheiden; wahrscheinlich finge bald ein bürgerkrieg um seinen künftigen charakter an -, ganz sicher gilt dies jedoch nicht für die schikanierung von ausländern in deutschland.

"Und allen 'KommunistInnen', die einseitige Solidarität mit Israel fordern würde ich raten sich mal Gedanken zu machen wie sie als KommunistInnen in Israel behandelt werden würden."

wie denn? die sogenannten kommunistInnen von der kp odr gar dem kommunistischen forum können ihre texte ziemlich unbehelligt verzapfen. die kpi ähnelt der dkp (was ist daran kommunistisch?), das kf ist eine stalinistische gruppierung, die auf das "selbstbestimmungsrecht der völker" pocht.

"Statt 'Solidarität mit Israel' zu fordern, um dem Antisemitismus entgegenzutreten, sollte man lieber versuchen völkische Konstrukte komplett abzulehnen. Egal ob es sich um das Konstrukt vom deutschen, palästinensischen oder jüdischem Volk handelt."

zum begriff des "völkischen" s. o. wenn es eine weltrevolution gibt, die den namen verdient und deshalb nicht in israel den grund allen übels sieht (wie die derzeitige antiglobalisierungsbewegung), sondern den antisemitismus wirklich abschafft - dann ist die staatliche gewalt israels überflüssig geworden und es spricht nichts dafür, sie noch aufrechtzuerhalten. du siehst, daß ich für die abschaffung aller staaten bin, letztlich auch israels. wenn israel aber durch eine pseudorevolutionäre bewegung für weltweite sozialpolitik und selbstverwaltung des massenelends weggefegt wird, dann gnade uns gott. dann wird nämlich weltweit ein fürchterliches pogrom stattfinden, das in gestalt der juden eben die wünsche auszutilgen versucht, deren erfüllung der kommunismus sich auf die fahnen schreibt. das ist nicht gerade eine gute ausgangslage für die revolution.

"Arbeit, Wohlstand und Kommunismus!"

wenn du es ernst meinst mit der forderung nach kommunismus, kannst du dich nicht der frage verweigern, wie es um die bedingungen der möglichkeit der revolution bestellt ist. diese sind aber nicht immer gleich (s. o.). das vergißt der strukturalismus à la "gegenstandpunkt", für den immer und überall dasselbe stattfindet.

ps.: wenn du mir antwortest, werde ich diese antwort nicht mehr erwidern, da ich jetzt ins bett gehe und nächste woche nicht zu hause bin.

noch eine frage

eine andere kommunistin aus marburg 01.08.2002 - 01:06
worin unterscheidet sich für dich eigentlich die sowjetunion von anderen staaten? deiner meinung nach war sie kein nationalstaat, sondern eine befreite zone. müßtest du nicht, wenn du alle staaten für gleich völkisch hältst, nicht konsequenterweise zugeben, daß auch die sowjetunion die menschen nach in- und ausländern sortierte und auch sonst so einiges veranstaltet hat, was andere staaten auch tun? ist also auch die su ein völkischer block gewesen? die oktoberrevolution eine gewöhnliche staatsgründung? man kann nicht die gesamte geschichte nach demselben schema interpretieren.

Kompostklos

Selten so einen Blick auf Deutschland gehabt 01.08.2002 - 02:17
Ich versteh´Euch Antideutsche nicht. Beim Scheissen auf Deutschland herabblicken, das sollte Euch doch eigentlich eine Freude sein... Soviel Zivilisation hat man doch selten!

Keine Grenze ist für immer!

no nation 01.08.2002 - 04:27
Was soll daß eigentlich, diese Lüge vom Zittauer Camp, der Slogan "Keine Grenze ist für immer!", stamme aus Vertriebenenkreisen, wieder aufzuwärmen? Diese Behauptung war ´99 schon falsch und sowieso ziemlich bescheuert, da sie dem Selbstverständnis der Vertriebenen doch extrem konträr ist. Für diesen reaktionären Haufen ist selbstverständlich irgendeine möglichst weit ausgedehnte Grenze Doitschlands für immer gültig! So als Minimalprogramm vor der Weltherrschaft... Einfach mal deren Müll nachlesen. Das ganze Geschwafel von den Grenzen von´37 oder was auch immer früher (?) in BRD-Schulbüchern markiert war, steht dieser Argumentation denn doch entgegen.

War wohl schon in Zittau nur ´ne selbstinzenierende Anpisse anderer?

Noch eine Randbemerkung zu den armen Marburger KonsumistInnen:
Wenn Ihr meint mit der Fahne Stalins rumlaufen zu müssen, braucht Ihr Euch über gar nichts zu wundern. Ansonsten habe ich mir von Anwesenden sagen lassen, daß Ihr keineswegs von einem antikommunistischen Mob bedroht wurdet, sondern sich lediglich eine Einzelperson beschwert hat. ( Naja, Antideutsche und die Wahrheit..., s.o.)


paté de foie gras für alle!

linsenaufstrich für hammerundsichelfans!

"Vertriebene"?

Kommi 01.08.2002 - 13:52
Zu "no nation" und der "Lüge" mit dem Motto "Keine Grenze ist für immer".
Wer /welche glaubt, die sogenannten "Vertriebene" würden noch immer propagieren, es sei das beste, lieber heute als morgen mit dem Panzer gen Osten zu reiten, irrt. Dies mögen die Träume einiger "Altlasten" in den Verbänden sein, die selbst dort nicht mehr gern gesehen werden. Denn mittlerweile haben sich auch dort neue und modernere Formen etabliert, wie sie den "Osten" heim holen wollen. Sie setzen mittlerweile auf grenzüberschreitende "Regionen", die dann "Pommerania" o.ä. heißen. Wenn dann einmal die nationalstaatlichen Grenzen nicht mehr so wichtig sind - weil alle voll gleichberchtigt grenzüberschreitend zusammenarbeiten - sind da plötzlich deutsche Firmen und Investoren, die sich Einkaufen, werden plötzlich wieder die alte Besitztümer gekauft etc. Deutschsprachige Ortsschilder und die "Förderung" der deutschen Sprache für "deutsche Minderheiten" etc. sind bereits in einigen Teilen Polens z.B. Realität. Also: Nicht immer an den alten Vorstellungen hängen, sondern auch mal die gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen verfolgen. Zum Thema "Vertriebene" empfiehlt sich dabei die Lektür der Antifa-Zeitschrift "Der rechte Rand".
Frankreich muß bis Polen reichen - Deutschland von der Karte streichen!

Marburger Kommie 01.08.2002 - 15:29
Was mir an der Sowjetunion am besten gefiel:
- Stalins Judenverfolgung
- Gulags
- Wohstand nur für Bonzen
- Keine Freiheiten
- Krieg und Imperoialimus (Baltische Staaten, Ostverschiebung Polens, Afghanistan...
- Projektionsfläche, weil ich mentale Deformationen habe und so mit meinem Leben besser klarkommen, wenn ich projiziere

Imperialismus?

leider aus Afghanistan abgezogen 01.08.2002 - 19:40
In Ordnung, du hast Kritik an der SU. So weit so gut. Kritikwürdig ist daran allerdings, das du die sowjetische Hilfestellung für die Regierung in Afghanistan und den Kampf gegen Islamisten (hier allerdings wirklich ohne I) als Imperialismus denunziert. Ich kann einfach kein Problem darin sehen gegen eine menschenverachtende Ideologie (den Islamismus) mit Waffengewalt vorzugehen. Die Regierung Afghanistans versuchte damals auch Alphabtisierungsprogramme durchzuführen. Frauen waren gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben beteiligt. Die Islamisten zerstörten dies alles.
Deine scheinbare "linke" Kritik an der SU entlarvt sich doch recht schnell als platter Antikommunismus und dein Antiimperialismus als Liebe zu Völkern und Rückständigkeit.

Kritikwürdig ist aus heutiger Sicht die damalige Afghanistanpolitik von vielen europäischen Linken, die der SU nicht die nötige Solidarität für ihren gerechten Kampf zugestand.

Zyniker 01.08.2002 - 23:03
Wenn Kommunismus Gulags bedeutet bin ich eben Antikommunist!

@ Zyniker

leider aus Afghanistan abgezogen 02.08.2002 - 12:52
Ach sieh an, der Herr Zyniker ist überhaupt gar kein Marburger Kommunist.
Ich nannte dich nicht Antikommunist, weil du gegen Gulags bist, sondern weil du diesen Grund vorschiebst, um deine wahre Gesinnung zu verschleiern.
Und zu deiner Begeisterung für den afghanischen Antiimperialismus:
Hinter deiner Liebe zu natürlichen Völkern verbirgt sich wahrscheinlich (wie bei so vielen Nationalrevolutioären) die Liebe zum eigenen Land. Für eine Welt der freien Völker.
Da kommt mir das kalte Kotzen. Dann doch lieber in Erinnerungen an die gute sowjetische Intervention in Afghanistan schwelgen!

Halo Hellseher

Zyniker 02.08.2002 - 14:28
"Und zu deiner Begeisterung für den afghanischen Antiimperialismus: Hinter deiner Liebe zu natürlichen Völkern verbirgt sich wahrscheinlich (wie bei so vielen Nationalrevolutioären) die Liebe zum eigenen Land."
Sehr typisch für Linksfaschisten: Mir wird einfach das untergeschoben, was Du in mir sehen willst. Unterstellungen und Lügen und dann am besten auf Grundlage der Lügen ab ins Gulag --> Kommies eben. In Euerm Falle sogar wohlhabende Mittelklsse-Kiddies, die Kommunismus nur nachspielen. Peinlich.
Übrigens: Wenn, dann kommt Nationalismus von Kommie-Seite. Ihr schwenkt mit Fahnen und brüllt mit dumpfen Parolen. Ihr findet Mao, Stalin, Lenin und Wertmüller ("finstere Kulturn zerschlagen") geil. Ich find Nationen, Islam, Kommies, Taliban, Nationalisten und so weiter scheisse.

klokritik in jungle world

argui 19.08.2002 - 02:53
das Einzige, was bis jetzt in der jungle world zum Strassburger Grenzcamp zu finden war, ist eine geglaettete Version dieses Berichts minus Fahnenstory. War das alles, was die Autorin zum Thema finden konnte?
Schade eigentlich...