Kein Sommer Für Bornstedt (bilder)

antira org potsdam 13.07.2002 20:47 Themen: Antirassismus
KEIN SOMMER FÜR RASSISTEN! KEIN SOMMER FÜR BORNSTEDT!
ein paar bilder und ein sehr kurzer text
am samstag den 13. juli 02 versammelten sich am luisenplatz laut orb 250 leute um gegen die rassistische bürgerhetze in dem kleinem deutschem dorf bornstedt zu demonstrieren.
es schlossen sich der demo auch ein paar leute an die mit einem gespann von 4 flaggen (USA, Sowjetunion, Frankreich, Union Jack)ihrgendetwas symboliesieren wollten...
kamm irgendwie nicht so an...
ansonsten war die stümmung eigentlich sehr entspannt und locker

die demo endete dann am platz der einheit.

so nur eine kurze einschätzung es wird bald noch einen richtigen artikel geben

die demo wurde organisiert von:
AAPO, Kampagne gegen Wehrpflicht und Zwangsdienste, Progress, Antira Org Potsdam, AG Antirassismus
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Ergänzungen

Frankreich

Paule (Bademeister) 13.07.2002 - 21:23
Komisch, in meinem Browser sieht das aus wie ne Israel Fahne (Opera 6.01, WinXP)....

mh

R.A.S.H. 13.07.2002 - 21:52
hätte man das imperialisten pack nicht nach hause schicken oder besser noch direkt an der nächst gelegenen psychatrie abgeben können? oder nimmt man die jetzt zum zwecke der volxbelustigung mit? wirkt irgendwie lächerlich

???

die drei Fragezeichen 13.07.2002 - 21:59
"es schlossen sich der demo auch ein paar leute an die mit einem gespann von 4 flaggen (USA, Sowjetunion, Frankreich, Union Jack)ihrgendetwas symboliesieren wollten..." eine Israel-Fahne lässt sich auch gut erkennen ...

Ich weiß nicht, ob euch Orte wie Tschetchenien, Afganisthan, Vietnam, Algerien, Indien und Südafrika etwas sagen, aber wenn es die Politik der Staaten, deren Fahnen die Bekloppten da mitgeschleppt haben nicht gäbe, dann gäbe es erheblich weniger Fluchtgründe auf dieser Welt. Dass diese Spinner bei eurer Demo nicht mit blauen Flecken rausgeflogen sind, sollte euch nicht nur peinlich sein - es sagt auch ein Haufen über euren politischen Horizont - naja, Hauptsache ihr fühlt euch als die "Guten", wenn ihr nett für arme Flüchtlinglinge demonstriert, wa? Ich könnte echt kotzen über so viel Blödheit & Naivität!

also...

Oigen 13.07.2002 - 22:16
gleich vorneweg, ich finds auch seltsam das da us. sowjet und britische und israelische fahnen mitgeschleppt wurden (wobei ich die israelische mal davon getrennt betrachten würde, aber auch nicht sooo wichtig jetzt), aber wenn auf einer demo ne fahne der mlkp oder irgendwelcher anderer mao und stalinspinner auftaucht, spricht man dies ja auch nicht gleich der ganzen demo zu. waren dann halt nur diese paar spinner, vielleicht sollte man das hier auch mal so sehen. das geht besonders an die leute/postings über mir, ein paar fahnen sagen noch lange nicht alles über die ganze demo aus. oder ist es doch nur die israelische fahne die euch hier stört??

Völlig durchgeknallt!

Deutsch, deutscher, noch deutscher! 13.07.2002 - 22:28
Artikel aus der JW zur aktuellen Bahamas, der liebsten Zeitung der sog. Antideutschen.
Vielleicht einmal denken, bevor mensch andere Menschen anpinkelt. Erst das eigene Häuschen "sauber halten", als anderen den Sommer versauen.

Rechts um
Wenn Antideutsche zu sehr hassen: Wo bleibt die Antifa, wenn Oriana Fallaci Europa retten möchte?

Peter Nowak

»Ich finde es beschämend, daß so viele Italiener, so viele Europäer sich zu Vasallen des Herrn Arafat machen (...) Diese Null, die dank der Gelder der saudischen Königsfamilie den Dauer-Mussolini gibt und der in seinem Größenwahn glaubt, als der George Washington Palästinas in die Geschichte einzugehen. Dieser Halbanalphabet, der, wenn man ihn interviewt, nicht in der Lage ist, einen kompletten Satz, geschweige denn eine sinnvolle Aussage fertig zu bringen (...) Dieser Pseudo- Guerillero, der wie Pinochet immer nur Uniform und niemals Zivil trägt, und der dessen ungeachtet noch niemals an einem Gefecht teilgenommen hat. Er ließ immer und läßt noch Krieg führen. Nicht zuletzt gegen die armen Seelen, die an ihn glauben. Dieser pompöse Stümper, der sich in der Rolle des Staatsoberhaupts gefällt, ließ die Verhandlungen von Camp David scheitern, die Clinton-Initiative: Nein-Nein-Jerusalem-das-ich will-alles-haben-für mich. Dieser notorische Lügner, den ein Hauch von Glaubwürdigkeit nur dann umgibt, wenn er (im Privaten) Israel das Existenzrecht bestreitet (...) Dieser ewige Terrorist, der sich nur auf Terrorismus versteht, der damals, als ich ihn interviewte, RAF-Terroristen ausbildete. (...)«

Wer könnte erraten, wo dieser Text zuerst auf deutsch publiziert wurde? In der FAZ, im Bayernkurier oder in der Jungen Freiheit? Ganz falsch: In der aktuellen Ausgabe des antideutschen Zirkulars Bahamas sind diese Tiraden erstmals auf Deutsch zu lesen. Es ist ein Nachdruck aus dem rechten italienischen Magazin Panorama. Verfasserin ist die italienische Journalistin Oriana Fallaci. In den siebziger Jahren war sie eine bekannte Journalistin, die für ihre tabulosen Interviews mit Prominenten in der ganzen Welt bekannt war. Unter anderem hatte sie damals Scharon und Arafat befragt. Sie war wohl auch die einzige Frau, die Khomeini vor das Mikrofon bekam.

Danach wurde es still um die Fallaci, die sich immer mehr in den USA aufhielt. Mit ihrem jüngsten Buch »La rabbia et l'orgoglio« (»Die Wut und der Stolz«), das unter dem Eindruck der Anschläge in den USA geschrieben wurde, hat sie sich mit einem Paukenschlag zurückgemeldet. Gegen dieses Buch ist der in Bahamas nachgedruckte Text noch direkt liberal. In »La rabbia et l'orgoglio« läßt die Autorin ihrem Haß auf Flüchtlinge und Einwanderer freien Lauf. Da überfluten Muslime Europa »und vermehren sich wie Ratten«. Doch Fallaci weiß, wie man mit diesen Menschen umgehen soll: »In Reih und Glied stellen, zu einem Hafen oder Flughafen schaffen und zurückschicken«. Sie bekennt auch, daß sie selber ein Protestzelt, in dem somalische Flüchtlinge gegen ihre Illegalisierung in der Innenstadt von Florenz protestierten, in Brand gesteckt hätte, wenn nicht die Behörden mit einer Räumung zuvorgekommen wären.

Auch auf die Europäische Union ist die Autorin nicht gut zu sprechen, weil sie Italien Kultur, Sprache und Identität rauben würde. Alles klassische Themen der Rechten, die wohl nicht wenige der über eine Million Käufer dieses Pamphlets allein in Italien ausmachen dürften. Wenn in dem Buch Italiens Regierungschef Berlusconi kritisiert wird, dann von rechts. So wirft sie ihm vor, seine Bemerkung von der angeblichen Überlegenheit der abendländischen Kultur nach heftigen Protesten zurückgenommen zu haben.

Im August soll das Buch auch auf deutsch erscheinen. Eigentlich müßte die antifaschistische Linke schon in Abwehrstellung gegangen sein. Doch bisher ist davon nichts zu hören. So gab es bisher auch keine wahrnehmbaren Proteste, daß ausgerechnet Bahamas Fallaci bedingungslos verteidigt. Wenn der Verteidigungsminister »wegen Auschwitz« auf dem Balkan Krieg führt, kann man Hetze gegen Flüchtlinge eben auch mit antifaschistischer Entschlossenheit begründen. In Frankreich dagegen wollte die der jüdischen Community nahestehende Liga gegen Rassismus und Antisemitismus gemeinsam mit zwei weiteren Antirassismusorganisationen den Vertrieb des Buches per einstweiliger Verfügung untersagen. Die Pariser Richter mochten allerdings nicht im Eilverfahren entscheiden. Bis zur Eröffnung des Hauptverfahrens im Juli zumindest wird das Buch auf dem Markt bleiben. Die Kläger und ihre Anwälte vergleichen Fallacis Buch mit der antisemitischen Massenliteratur der 30er Jahre.

[Junge Welt vom 13.7.2002]

burn the flag

qwertz 13.07.2002 - 22:31
na, aber im ersten block direkt hinter dem leittransparent ist das nicht einfach mal nur so mitlaufen...

USSR RoolZ

Nuke'em 13.07.2002 - 22:36
Vieleicht waren es ja Menschen die Zwar aus diesen Ländeern stammen, deren Politik aber verändern wollen...
Auserdem kann man die Sowjetunion nicht als Stalinistisch bezeichenen, und ich finde die Aktion mit der Sowj. Flage richtig fein!

Hallo, Hallo

gerd 13.07.2002 - 23:35
Ich nehme mal ganz stark an, dass die Fahnen den Alliierten des WK 2 gedenken sollten, die Nazideutschland besiegt haben(also des Sieges über den Faschismus). Sie sollten also etwas ganz anderes darstellen, als hier halluziniert wird. Ich bin sogar überzeugt davon, dass
keiner der FahnenträgerInnen(hier) zu anderen Anlässen (irgend)eine Nationalfahne tragen würde. Schon gar nicht die
US-Flagge. Da müsstet Ihr aber mehr Kenntnisse lokaler Gewohnheiten oder aber einen weniger dogmatischen Verstand haben. Ansonsten sind Natinalstaaten natürlich scheisse, und Flaggen tragen bescheuert. Hier/so wars durchaus ok.

Erstickt an euren Fahnen.

Pippi Lotta Continua 13.07.2002 - 23:56
Soso die Alliierten.....

Nach kurzem Nachdenken die Bedeutung der Fahnen kapiert.
Ein mal um die Ecke. Schon schlau, die Antigermanen.

Aber wenn man die Bilder so sieht...
sorgen die fahnenschwenkenden Menschen dafür dass die Demo lächerlich wirkt, ein wenig wie eine Sportveranstaltung und die Cheerleader tragen die Fahnen der beteiligten Nationen.
Mit Stolz und Beliebigkeit.

Klar steht die Aktion im Kontext der Demo, gegen die stumpfdeutschen Alltagsrassismus-Mob-Menschen......

Suggerierend dass "die" Deutschen Bomben auf den Kopf brauchen. Und ihr zu diesen Deutschen nicht gehört. Zu "den Deutschen".....und ihr als weisse Mittelstandskids, in Deutschland von deutschen Eltern sozialisiert und bald in deutschen Jobs als deutsche Akademiker viel deutsches Geld verdienend ...als Gegenbild zu diesem nicht existierenden plump-konstruiertem Bild eines Täterkollektivs???

Und super, die Vergewaltigungen der Sowjetarmee.
Aber klar, waren ja nur Nazifrauen und das ´hatte alles
nix mit Patriarchat zu tun. War voll der Antifaschismus.
Und Stalin war Rätekommunist.

Und die USA, die deutschen Top-Nazi-Kräfte aufnehmend, um im Wettlauf mit der UDSSR irgendwas zu gewinnen.
Bau uns Raketen lieber Herr von Braun. Voll die Nation von Antifaschisten die USA. Daher auch die 45 inoffiziellen Kriege und Massaker dieser "Hort-der-Freiheit-Nation."
Die farbigen Menschen an den Galgen der Südstaatenamerikaner waren Nazis oder??

Die Algerier-abschlachtende französische Nation.

Die Inder-killende englische Nation.

NeeNee.
Alles Nationalstaaten. Alle inakzeptabel. Alles kapitalistische, rassistische únd patriarchale Staaten und Gesellschaften. Seit anbeginn.

Für 1945: Danke. Tausendmal. Und natürlich: Deutschland verrecke.

Aber genauso: Sowjetunion/Russland, USA, Frankreich und England verrecke. Darunter geht gar nix und ist falsch und unvollständig.

Ihr antideutschen Elfenbeintürmler seid ekelhaft, wie ihr euch in eurer vermeintlichen Reinheit suhlt und Politik mit Provokation verwechselt.

Werdet Professoren in den USA, baut euch Häuser und haltet ansonsten die Fresse. Wenigstens von Zeit zu Zeit.

Nie wieder Deutschland.
Nie wieder Antideutsche.

Chance 2002

Joe 14.07.2002 - 00:19
Finde das mit den Nationalfahnen auch nicht toll, auch wenn Gerd das wohl richtig interpretiert. Aber vollkommen unabhängig davon sollten manche Leuten sich wirklich mal reden hören.
Deshalb hier nochmal die Highlights:

Die ersten stürzen sich gleich mit entlarvender Geste auf die Israelfahne.
Dann geht's weiter:

"imperialisten pack ... an der nächst gelegenen Psychatrie abgeben"

"Dass diese Spinner (...) nicht mit blauen Flecken rausgeflogen sind, sollte euch nicht nur peinlich sein - es sagt auch ein Haufen über euren politischen Horizont - naja, Hauptsache ihr fühlt euch als die "Guten", wenn ihr nett für arme Flüchtlinglinge demonstriert, wa? Ich könnte echt kotzen über so viel Blödheit & Naivität!"

"Erst das eigene Häuschen "sauber halten", als anderen den Sommer versauen"

"müßte die antifaschistische Linke schon in Abwehrstellung gegangen sein"

"im ersten block direkt hinter dem leittransparent"

"kann man die Sowjetunion nicht als Stalinistisch bezeichenen"

"Ihr antideutschen Elfenbeintürmler seid ekelhaft, wie ihr euch in eurer vermeintlichen Reinheit suhlt und Politik mit Provokation verwechselt."


Es ist ja so schön, sich mit Euch zu unterhalten.




Danke!

Hansi 14.07.2002 - 00:38
Danke Joe, danke Gerd.

Langsam kommt es mir so vor, als ob die Kommentatoren hier ständig ohne vorheriges Nachdenken die Finger auf die Tastatur prügeln lassen.

Da machen 250 Leute ne Demo mit vollkommen zustimmungswürdiger Aussage und was macht Ihr?

schilys vollstrecker

fragender 14.07.2002 - 04:27
erst einmal ist es doch wohl rassistsich, Flüchtinge zwangsweise in irgendwelche Orte, wo sie gar nicht hin wollen, unterbringen zu wollen. das ist doch die grundlage der ganzen angelegenheit. Das sie von der bevölkerung nicht gewollt sind, ist für mich dann sekundär. wenn ich dann gegen die bevölkerung ankämpfe, helfe ich gar mit, dass das rassistiche flüchtingsprogramm reibungsloser durchgesetzt wird. d.h. eine richtige taktik müsste doch sogar den protest der bevölkerung nutzten, um zu verhindern, dass die flüchtinge zwangsweise in die dörfer kommen.
anders wäre es, wenn ein flüchtling freiwillig in einen solchen ort zieht und angegriffen wird. dann wäre die demo mit dieser aussage richtig. so aber schießt man sich in gutmenschenmanier auf die bevölkerung ein und die rassistische regierungspolitik gerät aus den blickfeld. denn, was ist rassistischer? menschen von seiten der regierung zwangsweise in die orte zu stecken oder menschen, die sich sicher aus den falschen, weil rassistischen gründen dagegen wehren. andererseits ist es positiv, dass sie sich nicht einfach von der regierung alles vorsetzen lassen. da ja auch die flüchtlinge gar nicht freiwillig in den ort wollen, könnte man doch eher zusammenkämpfen,gegen staatliche rassistische flüchtlingspolitik.

Steff 14.07.2002 - 11:32
Besonders "gelungen" finde ich das zweite Foto: Ein Transparent mit der Aufschrift "smash capitalism" hinter denen eine US-Fahne wedelt. GANZ PRIMA!

@lotta continua

gerd 14.07.2002 - 11:49
Ich würde ja fast alle deine Sätze unterschreiben,
davon mal abgesehen dass ich an Fahnen ersticken soll, und wahrscheinlich lediglich wegen der Israelfahne ins Lager der BaHamas/Antideutschen sortiert wurde. (Letztere Fahne ist übrigens auch bei Heimspielen des SV Babelsberg 03 zu sehen, als (eine) Antwort auf dämliche Nazisprüche von sogenannten Gästefans. Sie erfüllt dort also einen ähnlichen Zweck wie in diesem Fall.) ----
Am merkwürdigsten finde ich jedoch diese Erklärung:------- "....und ihr als weisse Mittelstandskids, in Deutschland von deutschen Eltern sozialisiert und bald in deutschen Jobs als deutsche Akademiker viel deutsches Geld verdienend ..."
---Hmmmh.----Ich spar mir da weitere Kommentare und gebe als
Erwiderung einfach einen Satz aus einem Leserbrief unseres
CDU-Chefs, Herrn Kapuste, vom Vortag der Demo wieder.:-----
"... Es werden am Samstag vor allem Leute demonstrieren,
die wenig oder gar keine Steuern zahlen, im Gegensatz zu den
Anwohnern in Bornstedt..." ----- Na da haut doch irgendwas in der Argumentation nicht ganz hin?! ....................................Aber bitte jetzt nicht
wieder alles falsch verstehen WOLLEN! ;)

@ steff

antideutsche gegen BaHamas ! ;) 14.07.2002 - 11:59
Schöne Scheisse wenn sich Schubladen/Etiketten/Ansichten
nicht mit der Realität in Einklang bringen lassen?!!!
Da muss mensch sich ja eigene Gedanken machen, ts,ts,ts.

@ Deutsch, deutscher, noch deutscher!

javier 14.07.2002 - 12:43
Nur weil Frau Fallaci Herrn Arafat durchschaut hat, heißt das noch lange nicht, daß sie in allen Punkten ernstzunehmen ist. Ich vermute mal, daß sie das Bedürfnis einiger Leute nach Polemik befriedigt. Wer's braucht...

Daß aber Kritik an Frau Fallaci ausgerechnet von Herrn Nowak in der jungen Welt formuliert wird, entbehrt nicht einer gewissen Komik. Die junge Welt hat selbst Interviewpartner, die sie heute verschämt mit dem Mantel des Schweigens bedeckt. Hier ein Beispiel:  http://www.jungewelt.de/2002/04-11/014.php - Jamal Karsli - interviewt von jenem Herrn Nowak, der jetzt Frau Fallaci kritisiert.

Wie sagtest Du so schön? "Erst das eigene Häuschen 'sauber halten', als anderen den Sommer versauen."


Und die Fahnen auf der Demo - das ist in etwa so, als hätten Anfang Mai auf der Kundgebung gegen das Walser-Schröder-Treffen ein Anti-Lufthansa-Transpa oder irgendetwas anderes mit flüchtlingspolitischem Bezug angebracht. Kann man machen, aber ich finde kontextbezogene und selbsterklärende Aktionen sinnvoller.

Das einzig bemerkenswerte an der Aktion ist, daß sie die Unterschiedlichkeit der Reaktionen aufzeigt: Während ein Intifada-Wimpel an einer schwarzen Fahne, von einer ebenso kleinen Teilnehmergruppe auf der Friedrichshainer Häuserdemo am 29.6. zur Schau gestellt, lediglich für Kopfschütteln und Unverständnis sorgte, und zur Folge hatte, daß niemand außer dieser Kleingruppe unter besagter Fahne gehen wollte, gibt es im umgekehrten Fall noch aufgeregte Reaktionen.

@fragender: Gemeinsam kämpfen

Paule (Bademeister) 14.07.2002 - 13:32
Abgesehen davon, dass deine inschätzung nicht zur Potsdamer Situation passt, ist die Aufforderung, mit den Dorfrassisten gegen die Politik der Heimunterbringung zu demonstrieren skandalös, wenn hier schon dauernd von antideutsch gesprochen wird, dannn ist dein Beitrag ein Beleg dafür, dass es wahrlich eine "Linke" gibt von der mensch sich abgrenzen muss!

@fragender

Tina 14.07.2002 - 13:43
Wer trägt denn bitte im rassistischen Konsens und (nicht nur) latenten Ausländerhass Politiker wie Schily, Schönbohm und Co. mit? Genau diese Bevölkerung. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass die stattdessen für eine Einzelunterbringung der Familien in schönen Wohnungen bezahlt von ihren Steuergeldern wären?!

Abgrenzen jetzt!

@Delgado

eee 14.07.2002 - 13:46
Coole Idee....

...bin dafür ein Demonstration für die Deportation aller 4 Millionen (deutschen) Arbeitslosen zu machen. Die können in Sibirien eine neue Existenz aufbauen.

vorsicht! infoWar

aufmerksamer leser 14.07.2002 - 15:11
merkwuerdigerweise wurden die ersten 7 ergaenzungen auf dieser seite in einem zeitlich sehr eng zusammenliegenden zeitraum eingetragen und puschen hier die stimmung auch gleich richtig gut in richtung spaltung. folglich liegt der schluss nahe, dass es sich bei dem schreiberling um ein und die selbe person handelt. also, du geschichtlose anti-israel socke: entscheid dich mal fuer EINEN namen und versuch doch das naechste mal, deine wirren thesen in EIN posting zu fassen. vieleicht schaffst du es ja.

Nie wieder Potsdam

Bahamas- Dogmatiker 14.07.2002 - 15:22
Da sieht man es wieder, daß es den Antideutschen nicht um die Interressen der Flüchtlinge in Bornstedt geht, sondern nur um eine Selbstdarstellung. Peinlich solche Auftritte!

@aufmerksamer leser

Oigen 14.07.2002 - 15:41
laber bitte nicht so eine scheisse, das tut echt weh, es soll vorkommen das abends ne menge leute auf dieser seite unterwegs sind, verschwörungstheorien sind ja nur lächerlich, aber mal zu meinem beitrag: es ist der 3. oder 4. (zähl halt nach, mein name steht da ja drunter), und zählt somit zu den ersten 7 die du angeführt hast. sag mir bitte wo ich da anti-israelische töne angeschlagen habe oder wo ich da die selben töne anschlage wie die postings darüber. kritisier ich diese vielleicht nicht sogar, sag ich nicht sogar das ihre kritik an den fahnen nur vorgeschoben ist, da sie eigentlich nur die israelische nicht sehen wollen. ein aufmerksamer leser kannst du wirklich nicht sein, oder bist du einfach nur zu blöd um zu verstehen worum es geht.

lass deine lächerlichen unterstellungen einfach sein, ich habe mit den anderen postings nichts zu tun und bin bestimmt auch nicht anti-israel (eher das gegenteil), aber ich muss mein posting nicht gleich mit "lang lebe israel" o.ä. beenden damit auch so langsam tickende menschen wie du es sofort verstehen....

auf den Bahamas wird kein Fußball gespielt

bernd 14.07.2002 - 15:52
@gerd!
halte bitte unseren svb 03 aus dieser ganzen bescheuerten disskusion raus. das auf "juden berlin" zeitweise eine israelische fahne hochgehalten wurde ist richtig aber mit der neuen israelischen politik völlig unakzeptabel und hat auch nicht das geringste mit der babelsberger-fanszene zu tun. ansonsten verbietet sich dies, aus respekt zu unserem neuen palestinensischen Stürmerstar von selbst.
und nochmal fahne schwenken ist geil, aber blau-weiß müssen sie sein und Babelsberg 03 muß drauf stehen.

Ihr vervechselt da was!!!

einer der was gehört hat 14.07.2002 - 16:46
also erstmal waren die fahnen nicht von ihrgendeinem veranstalter 2tens wurden die fahnenträger aufgefordert die fahnen runterzuhnehmen.
da dies aber nur von wenigen aufrufer gruppen getahen wurde und andere gruppen das ihn nachbereitung klären wollten blieben die fahnen leider...

die demo war gut!
leider das es immer spinner gibt die nix anderes zu tuhen haben als auf kosten anderer ihre kranken ideen durchzusetzen!
schade schade schade!!!
in einer demo steckt eine menge arbeit und die wird dann von denn leuten zerstört.

hoffentlich gibt es das nächste mal keine discusion in den eigenen reihen ob mensch sich seine demo "entstellen" lassen sollte oder nicht!

hallo bernd,

gerd 14.07.2002 - 17:40
Bei der Qualifikation zur letzten Fussball- WM
haben die Bahamas ihre Bewerbung um die Teilnahme lediglich zurückgezogen. Sie hätten sonst in der ersten Qualifikationsrunde gegen St. Kitts &Nevis gespielt. Es gibt
also Fussball auf den B.------------------------"... das auf "juden berlin" zeitweise eine israelische fahne hochgehalten wurde ist richtig, aber...",== Na eben, auf dümmste verbale Provokationen wurde in der gleichen Weise reagiert. Mehr habe ich nicht geschrieben. ----------------"... ist richtig aber mit der neuen israelischen politik völlig unakzeptabel...",== Wo bitte ist denn ein GRUNDLEGENDER Unterschied zwischen "alter" und "neuer" israelischer Politik????? (Bitte mehr als die höhere Zahl an Getöteten als Argument anführen.)--------------"...und hat auch nicht das geringste mit der babelsberger-fanszene zu tun..."== Das hat auch niemand behauptet.----------------"...ansonsten verbietet sich dies, aus respekt zu unserem neuen palestinensischen Stürmerstar von selbst..."=====??????????????????????????--------"...und nochmal fahne schwenken ist geil, aber blau-weiß müssen sie sein und Babelsberg 03 muß drauf stehen..."=============== ersetze doch mal die Farbe mit 3 Pünktchen, tue dasselbe mit B. 03.....Dann bitte 3 Sekunden nachdenken.... Dann erkläre mir nochmal deine Meinung zu Nationalstaaten, Fahnen, Fussball usw. -----------------Überhaupt scheinen einige nicht den Unterschied zwischen dem Versuch Dritten irgendwelche Handlungen erklären zu wollen, und einem vermeintlichen gutheissen dieser Handlungen durch den Erklärenden selbst, erkennen zu können. Aber wie bereits aus der sogenannten Pisastudie
zu entnehmen war, ist es mit der Lesekompetenz in Dumpfland nicht so gut bestellt. (mit Lesekompetenz war in diesem Zusammenhang die Fähigkeit von Schülern gemeint, Texte nicht nur lesen zu können, sondern Ihren Inhalt auch zu begreifen.

Hmmhmhm

mhmhmhmhm 14.07.2002 - 18:13
Vielleicht mal darüber nachdenken, daß Länder wie Großbritannien und USA genauso wie Deutschland mitverantwortlich sind dafür, daß überhaupt so viele Menschen flüchten müssen. Außerdem hat GB gerade eben seine Ausländergesetze massiv verschärft...FIGHT RACISM!!!-EVERYWHERE!!!

Gibt einen Zusammenhang hiermit?

14.07.2002 - 18:18
09.07.2002: "stud. ini. gg. antisemitismus + antizionismus: Antisemitischer Übergriff an der Universität Potsdam"
 http://de.indymedia.org/2002/07/25754.shtml

An Javier S und M

Peter Nowak 14.07.2002 - 18:38
Ich weiss nicht, was die Aussage von Javier S. heißen soll, wer Karsli interviewt, darf Oriana Fallaci nicht kritisieren. Abgesehen von dem reinen Moralismus der dahinter steckt, drückt ein Interviewpartner nicht die Meinung des Interviewers aus. Es ist aber in der jungen Welt ( wie auch in der Junglen World oder der Konkret) üblich, GesprächsparnterInnen aus unterschiedlichen politischen Spektren auszuwählen. Insofern braucht die jW-Redaktion das Interview mit Karsli nicht verschweigen, ich als Interviewer mache es auch nicht.
Zu Karsli nur so viel. Die NS-Vergleiche des arabischen Nationalisten Karsli in Bezug auf Israel sind zu kritisieren. Aber die hatte er zum Zeitpunkt des Intervies noch nicht geäußert und spielen deshalb im Interview auch keine Rolle. Hätte ich das Interview danach geführt, hätte ich meine Fragen auch darauf gerichtet, hätte ihn aber trotzdem interviewt. Im Gegensatz zu Möllemann, den ich nie interviewt hätte, weil ich der Meinung bin, dass einen rechten Populisten keinen Raum geboten werden sollte.
Im Unterschied zu Möllemann ist Karsli in den vergangenen Jahren als flüchtlingspolitischer Sprecher der NRW-Grünen durch sein Engagement für außereuropäische Flüchtlinge in Europa bekannt geworden, also dem Gegenteil von dem, was Fallaci in ihrem Text aussagt.

Zu M: Ich habe bei den Artikeln zur Indymedia-Auseinandersetzung um den Nahost-Konflikt meiner Meinung nach relativ objektiv, die unterschiedlichen Positionen in und um Indymedia wieder gegeben und im Indymedia-Beitrag mit Links vermerkt. Was das mit einer gegen Indymedia gerichteten Berichterstattung zu tun hat, ist mir schleierhaft. Das mit irgendwelchen politischen Etikettierungen gearbeitet wird und sogar offen unterstellt wird, ich wolle Indymedia schaden, ist nun ganz und gar nicht zu verstehen. Ich habe gerade nach den Polizei- Übergriffen in Genua, Indymedias positive Rolle in mehreren Artikeln hervorgehoben. Das schließt notwendige Kritik nicht aus, ich mal wie Thomas Ebermann den Begriff solidarische Kritik nicht, weil er schon einen Zwang zur Harmonie impliziert.
Ich kann nur sinngemäß wiederholen, was ich in einem Konkret-Artikel vom Mai 2002 über den Konflikt bei Indymedia-Schweiz geschrieben habe. In Zeiten politischer Bewegung hat Indymedia eine wichtige Rolle, in Zeiten der Flaute droht daraus ein alternativer Stammtisch zu werden nach dem Motto: "Jetzt mail I". Denn nicht alles, was ungefiltert von unten kommt, ist progressiv. In diesem Zusammenhang wiederhole ich noch einmal, was ich auf der Diskussion beim Festival des politischen Liedes gesagt habe und was M irgendwo zitierte: In Deutschland kann Basisdemokratie auch zum Nationalsozialismus führen. Das war neben seiner durchaus eine völkische Basisbewegung, bevor er von der Großindustrie unterstützt und letzlich an die Macht gebracht wurde. Die haben ihn ausgenutzt für ihre Zwecke aber nicht in der Retorte produziert. Dieses Beweihräuchern einer Bewegung von unten, da gebe ich den GenossInnen von FEPA (Für einen emanzipatorischen Antikapitalismus) recht, ist eine Position, die ich am Indymedia-Konzept kritisiere. Das hat aber nichts mit Stalinismus zu tun. Es gibt zwischen einer Beweihräucherung der Position von unten und einem autoritären Staatskonzept schließlich genügend andere Wege, die an anderer Stelle ausdiskutiert werden müßten.
Es ist auch ein grundlegendes Mißverständnis das Verfassen von Zeitungsartikeln, also die journalistische Arbeit mit dem Flugblattverfassen in Eins zu setzen. Man kann und muss auch Konzepte kritisieren können, denen man sich politisch näher sieht. Manchmal ist aber eine Position zwischen den Stühlen der unterschiedlichen Etikettierungen am sinnvollsten. Das irritiert alle, die mit diesem Etikettierungen arbeiten.
HIer kurz zur Antideutschtum. Als Kritik an einer Linken in Deutschland und der Verfaßtheit der deutschen Gesellschaft war es in den 90er Jahren sehr wichtig und für die Linke innovativ. Wenn es sich heute als Antiarabismus und Verteidiger imperialistischer Kriege geriet, ist es konsequent zu kritisieren. Schließlich waren ja gerade die Antideutschen in den 90er Jahren durch ihre konsequente Kritik auch an der Linken bekannt. Das muss sie selber auch mit einschließen. Das heißt nicht, die Antideutschen insgesamt zu verurteilen. Aber den Flügel, der eben heute einer Europa-Verteidigerin Fallaci Raum gibt. Das hat ja nichts mehr mit Antideutsch zu tun.

Ansonsten kann ich nur wiederholen, dass die Position zwischen den Stühlen der unterschiedlichen Dogmen zwar nicht immer der bequemste aber der politsch Innovativste und für linken politischen Journalismus allemal der Interesannteste ist. Denn linientreue Reportage und politische Korrektness in Zeilen sind meine Sache nicht.

@ gerd

ich 14.07.2002 - 19:57
wie du vielleicht weisst, ist sharon erst seit ein paar jahren an der macht. seine vorgänger waren politisch gemässigter. sowas gibts aber in jedem land: clinton war auch softer als sein vorgänger bush und so weiter....

fahnen?

pele 14.07.2002 - 20:01
die israel fahne wäre ja noch einigermassen ok. aber die usa-flagge??

@ P. Nowak

Frage 14.07.2002 - 20:02
"In Deutschland kann Basisdemokratie auch zum Nationalsozialismus führen" - aha, kannst Du das begründen? Wo gabs schon mal Basisdemokratie, die diese Tendenzen hatte?

X-Berg.de

derBorst 15.07.2002 - 01:11
Ich habe die Potsdamer Verhältnisse mal zusammengeschnitten auf www.x-berg.de. Dort wird übrigens auch meist niveauvoller diskutiert, nur mal so.

echt?

ich 15.07.2002 - 06:39
liegt wohl daran, daß die antideustchen sich da auch registrieren müssen und sich dann etwas zusammenreissen.

@ich

derBorst 15.07.2002 - 08:58
Nee, damit hängt das eher nicht zusammen, zumal die BesucherInnen auch nicht überdurchschnittlicher aus dem antideutschen Spektrum kommen, als hier o.ä.! Und zudem kannst Du ja immer als Pippi Langstrumpf posten oder beim Registrieren eine Deiner Fake-emails benutzen (hat doch jeder :-) ...)

Bitte keine Gerüchte

Lutz 15.07.2002 - 10:56
Ich bin von der Ahnungslosigkeit der Kommentare hier ziemlich schockiert. Auf der Demo wurden die Fahnen von USA, GB, Frankreich und USA nebeneinander gezeigt. Wer nur halbwegs ernstgenommen werden will kann darin ausschließlich ein Symbol der Alliierten sehen, die nichts weiter einte als der gemeinsame Sieg über den Faschismus. Auf einer Demo gegen eine rassitische BI bedeutet das letztlich nicht mehr als das Bekenntnis, daß Deutschland mangels wesentlichen Widerstandes in der Bevölkerung durch die Alliierten vom Faschismus befreit werden mußte. Der Symbolgehalt ist eindeutig und ohne Böswilligkeit oder bestenfalls Unbedarftheit überhaupt nicht falsch aufzufassen. Man kann darüber streiten, ob der Stil der Darstellung gelungen ist. Allerdings konnte am Demoplakat jedeR vorher erkennen, daß die Veranstaltung durchaus nicht ganz ohne Überspitzungen und Humor auskommen wollte. In Potsdam gab es übrigens auch schon eine Antipreußendemo und eine Feier zum Jubiläum der Auflösung Preußens durch die Alliierten. Zu beiden Veranstaltungen gab es auch die 4 Fahnen und dennoch blieb kein Zweifel an der antikapitalistischen Ausrichtung der Veranstaltungen.

Anders sieht es mit der Israel-Fahne aus. Bereits vor dem Beginn der Demo habe ich denjenigen, der sie mithatte darauf angesprochen, daß das keineswegs der Konsens der Demo sei. Nach wochenlangen Diskussionen sind wir zu einem fairen Kompromiß gekommen, der durch die Einzelaktion unterlaufen wurde.

Dennoch denke ich, daß es richtig war, die Fahne nicht gewaltsam zu entfernen, weil dies einerseits eine ebenso platte politische Äußerung gewesen wäre und außerdem das öffentliche Bild der Demo stark beeinträchtigt hätte. In Potsdam stellt die Linke ein politische Größe dar und trägt daher auch Verantwortung für das äußere Erscheinungsbild.

Nun ist die Demo vorbei. Ihre Erfolge liegen auf der Hand: Während vor zwei Wochen noch diskutiert wurde, ob Asylbewerber wirklich krimineller als Deutsche sind, steht jetzt die Frage im Vordergrund, ob die BI zu Recht als rassistisch bezeichnet wurde.

Dieser Effekt wurde durch die Einzel(kind)aktion mit der Israelfahne gefährdet. Immerhin gingen ca. 30-40 Leute wieder nach Hause, weil sie nicht hinter der Fahne herrennen wollten. Andere blieben mit schlechter Stimmung nur aus Solidarität mit der Demo dabei - wie ich.

Wir haben ein Nachbereitungstreffen vereinbart, auf dem wir den Vorfall solidarisch besprechen wollen. Es ist wichtig, daß wir uns verbindlich verständigen, wie wir mit ähnlichen Situationen in Demos künftig umgehen. Es liegt auf der Hand, daß sich Leute, die wochenlang über den Charakter einer Demo streiten gegen derartige Aktionen schützen müssen. Andererseits muß auch ein Freiraum für eigene Meinungsäußerungen auf linken Demos bestehen. Wenn wir das nicht schaffen, können wir linke Demos in Potsdam (mit einem Potential von wenigen hundert Leuten) künftig kaum noch durchführen.

Ein Volksbelustiger

sigaa_up 15.07.2002 - 17:51
Kuckuck, liebe TeilnehmerInnen und Anti-ImperialistInnen,

mehr Schule und weniger Pöbeln wäre echt angebracht. Ich finde es (a) richtig schön, dass (a) Menschen von Antifaschismus reden, (b) Israel-Fahnen am liebsten gewaltsam aus Demonstrationen entfernen lassen würden und (c) die Kombination der Flaggen von USA, GB, F und SU nicht als Zusammenhang deuten können!

Nach der Demonstration wurde unserer Gruppe (die Arschlöcher mit der Israel-Fahne) von einem Demonstrationsteilnehmer der Hitler-Gruß entgegengestreckt.

Kein Kommentar dazu...

>>> Gegen die die deutsche Verwertungs- und Vernichtungslogik! Kampf den deutschen Verhältnissen!

>>> Gegen Antisemitismus und Antizionismus - Solidarität mit Israel!

@Lutz

jacopo 15.07.2002 - 17:52
Von deiner Argumentation bin ich allerdings auch etwas überrascht: Wenn du die Fahnen der Alliierten als symbolischen Verweis auf die Verfasstheit der deutschen Gesellschaft siehst, weshalb bereitet dir dann die Israelfahne so große Schwierigkeiten? Schließlich ist die Gründung des Staates Israel eine Folge des Holocaust, also des Nationalsozialismus, und muss gerade im Kontext der vier anderen Fahnen auch so verstanden werden. (Natürlich hat die Idee des Zionismus eine längere Geschichte, ich weiß, aber ob sie sich ohne den Holocaust durchgesetzt hätte, ist unwahrscheinlich.) Und dein Bauchgrimmen kann ja auch nicht an der aktuellen Politik Israels liegen - wie auch immer du dazu stehst - da z.b. die aktuelle Politik der USA dann auch das Mitführen von deren Fahne verbieten würde. Hm?

da fehlten fahnen!

spassvogel 15.07.2002 - 18:26
auch die ddr war folge des krieges. wo war die ddr-fahne?

@ Peter Nowak: Fallaci und Karsli

15.07.2002 - 23:37
Ich habe nichts dazu gesagt was Du darfst. Das ist Deine Sache. Aber wer verlangt, daß man zu Fallaci "in Abwehrstellung geht", ist unglaubwürdig, wenn er selbst zu Karsli in keinerlei Abwehrstellung gegangen ist. Mal davon abgesehen, daß die jungle World schon Anfang Juni einen kritischen Artikel über Frau Fallaci [ http://www.jungle-world.com/_2002/24/22a.htm] veröffentlicht hat, was man von der jungen Welt in Sachen Karsli nicht sagen kann.

Du schreibst: "Die NS-Vergleiche des arabischen Nationalisten Karsli in Bezug auf Israel sind zu kritisieren. Aber die hatte er zum Zeitpunkt des Intervies noch nicht geäußert und spielen deshalb im Interview auch keine Rolle. Hätte ich das Interview danach geführt, hätte ich meine Fragen auch darauf gerichtet, hätte ihn aber trotzdem interviewt."

Die besagten Vergleiche datieren auf den 15.03. [ http://home.landtag.nrw.de/mdl/jamal.karsli/p20.htm], das Interview war fast einen Monat später. Inwiefern darin Meinungsverschiedenheiten zwischen Interviewer und Interviewtem zu Tage gekommen sind, kann jeder selbst beurteilen [ http://www.jungewelt.de/2002/04-11/014.php].

Du schreibst weiter: "Im Unterschied zu Möllemann ist Karsli in den vergangenen Jahren als flüchtlingspolitischer Sprecher der NRW-Grünen durch sein Engagement für außereuropäische Flüchtlinge in Europa bekannt geworden, also dem Gegenteil von dem, was Fallaci in ihrem Text aussagt."

Nicht nur das. Karsli ist auch für seine Irakreise zusammen mit dem sogar von der 'Welt' als Rechtsradikalen bezeichneten Alfred Mechtersheimer kritisiert worden. Nicht nur aktuell von Herrn Zülch von der GfbV, sondern auch schon im vergangenen Jahr aus Kreisen, Die Dir nicht gänzlich fremd sein dürften: der Kurden-Solidarität: [ http://www.embargos.de/irak/aktionen/debat_a01/hetzbrief_hb_%20roth.htm]

Einen unverwechselbar linken Eindruck jedenfalls kannst Du durch das Interview bei Herrn Karsli nicht hinterlassen haben. Sonst hätter er nicht am 6. Mai dpa mitgeteilt: "Allerdings habe er nicht gewusst, dass es sich bei der «Jungen Freiheit» um eine rechtsextremistische Publikation handele, sagte Karsli. «Ich habe "Junge Welt" verstanden und dachte, dass ist ein Jugend-Magazin.»" [ http://home.landtag.nrw.de/mdl/jamal.karsli/p24.htm]

javier santana 15.07.2002 - 23:46
oops, namenseintrag vergessen. die ergänzung 15.07.2002 22:37 ist von mir.

Tja,

mussmalgesagtwerden 16.07.2002 - 00:20
Schill verurteilt grüne Cannabis-Kampagne
"Drogen und Sucht werden verantwortungslos verharmlost"
[14.07.2002 - 10:00 Uhr]
Hamburg (ots) - Scharf verurteilte der Vorsitzende der Partei
Rechtsstaatlicher Offensive und Spitzenkandidat bei der
Bundestagswahl Ronald Barnabas Schill die grüne Kampagne zur
Drogenlegalisierung: "Die Kampagne verharmlost gefährliche Drogen und
Suchtstrukturen. Cannabis ist eine anerkannte Einstiegsdroge. Neueste
Forschungen gehen davon aus, daß sie Schitzophrenie fördert und
auslöst." Wer weitere Rauschmittel in der Gesellschaft aus
mißverstandener Liberalität oder zum persönlichen Genuß legalisieren
wolle, handle verantwortungslos und schade der Gesellschaft. "Die EU
verbietet Tabakreklame und die GAL bewirbt alternative Drogen." faßte
Schill zusammen.

Schill griff auch die Vorsitzende der Grünen Claudia Roth scharf
an: "Nachdem sie sich stolz vor einem entsprechenden Plakat der
Grünen Jugend gezeigt hat, ist sie endgültig für Führungsaufgaben in
Politik und Gesellschaft disqualifiziert. Es ist unglaublich, daß
sich eine "Spitzenpolitikerin" vor dem Hintergrund der zahlreichen
Drogentoten im Straßenverkehr, dem Elend der Süchtigen in Großstädten
und des volkswirtschaftlichen Schadens durch Drogenmißbrauch für die
Legalisierung weiterer Rauschmittel einsetzt." Ronald Schill weiter:
"Vor dem Hintergrund dieser Kampagne fragt man sich, was im grünen
Wahlkampf als nächstes an berauschenden Forderungen kommt:
Cannabishändler als geplanter Ausbildungsberuf?"

Schill verwies im Zusammenhang mit dem von der Strafverfolgung
ausgenommenen Besitz von Cannabis darauf, daß jeder Kauf der Droge
die Kriminalität in Deutschland finanziere. "Jeder Dealer ist ein
Krimineller, egal ob er selber Konsument ist oder nicht. Jeder Käufer
sollte sich zumindest die Frage nach der moralischen Verantwortung
seiner Finanzierung der organisierten Drogenkriminalität in
Deutschland stellen."


ots Originaltext: Partei Rechtsstaatlicher Offensive


Keine USA-Fahne auf der Demo

Lutz 16.07.2002 - 11:30
Jacopo, auf der Demo gab es eben keine USA-Fahne, sondern die Fahnen der Alliierten. Bei Humor und Satire sind solche Nuancen einfach wichtig.

Hingegen stand die Israelfahne allein für sich bzw. führte sogar zu mißverständlichen Interpretationen der anderen Fahnen.
Zum Symbolgehalt dieser Fahne habe ich mich überhaupt noch nicht geäußert. Ich halte auch eine simple Fahne auf einer Demo für zu platt, um eine vernünftige Meinung differenziert darzustellen. Das gilt übrigens nicht nur für die Israelfahne.

Ansonsten bleibe ich dabei: Wenn Leute wochenlang eine Demo vorbereiten, haben sie auch das Recht sicherzustellen,daß das beabsichtigte Erscheinungsbild öffentlich vermittelt werden kann.



Kein Sommer für Hohlköpfe

Dimitri 16.07.2002 - 13:20
@Gerd:
Viva la KarLie!!
@Lutz:
Verstehe ich es ehrlich gesagt nicht, dass Du vor diesem Podium den Bückling machst. Der Genosse mit der Israelfahne ist wohl allemal solidarischer mit den Organisator/inn/en und den Inhalten der Demonstration als die Verfasser/innen diverser Postings. Lass Dir den Erfolg, den die Demonstration darstellt, nicht durch solche kaputtmachen, die jeden Anlass für ihre antisemitischen Verlautbarungen nutzen werden.
Wer wegen einer Israelfahne auf einer Demonstration dieselbe verlässt bzw. die Organisator/inn/en mit unverhohlenem Hass beschimpft, für dessen politische "Position" muss das antijüdische Element wohl ziemlich grundlegend sein. Ob es nun un- oder als antizionistisches bzw. antiamerikanisches vermittelt einherkommt, ist an diesem Punkt eigentlich ziemlich egal. Tatsache ist nicht erst seit den Vorkommnissen in Bornstedt, dass der von Rassismus in Deutschland schweigen soll, der von Antisemtismus nicht reden will. Es mag von dem Genossen mit der Israelfahne wohl aus Sicht der Organisator/inn/en als politisch unklug erscheinen, die Demonstration als Plattform für eine Positionierung in diesem Konflikt zu nutzen, zumal diese in Form der Israelfahne den Bezug zu den Zielen der Demonstration nicht deutlich herausstellte. Solange es aber dazu kommt, dass (Links-)Deutsche Schaum vor dem Mund bekommen und ganz unorthodoxerweise selbst die Polizei auffordern, die Symbole zu entfernen, erscheint es notwendig, sich immer und immer wieder zu positionieren und abzugrenzen vom antiisraelischen Mainstream.
>>>Den rassistischen und antisemitischen Konsens angreifen. Kampf den deutschen Verhältnissen. Für den Kommunismus.

@javier

Mistfink 16.07.2002 - 13:32
Vielen Dank für die Aufklärung! Peter Nowak geriert sich immer nur als vollkommen objektiver Journalist, für die "Junge Welt", den "Freitag", die "FR", das "ND"...zu diesen Blättern muß wenig gesagt werden. Dann schreibt er auch mal für "Konkret", um den Schein zu wahren, daß er ja "nur" ein Berichterstatter ist. In Berlin schleicht er dann immer zu den Veranstaltungen, in denen die "unterdrückten Völker" gepriesen werden und macht ordentlich mit, wenn es gg. den "US-Imperialismus" mit seinem "Brückenkopf Israel" geht. Dann macht er auch nicht halt vor autoritären Stalino-Fraktionen in aller Welt. Hauptsache "irgendwie unterdrückt" ohne das eigene Handeln zu hinterfragen. Wenn er hier von Moral redet, dann sollte er mal hinterfragen, was seiner Politik angeht, wie moralisch die durchsetzt ist. Das Interview mit Karsli paßt da nur rein.
Was merkwürdig ist: Zu weniger brisanten Themen schreibt er dann richtig gute Artikel, dann muß man ihm lassen.

ich 16.07.2002 - 13:43
also die einzigen linksdeutschen, die schaum vorm mund haben sind die antideutschen, die eine politische aktion nur dann erfolgreich finden, wenn sie danach von allen gehasst werden. profilneurose nennt sich sowas. daß die jegliche politische veranstaltung für ihre zwecke instrumentaliseren, zeigt, daß ihnen an politischen inhalten nicht im geringsten gelegen ist. wahrscheinlich wusste der fahnenträger gar nicht mal, was das eigentliche motto der demo ist.

Kennt jemand von Euch Antideutsche?

sigaa_up 16.07.2002 - 17:42
Hähä, da zerfleischen sich die Potsdamer Koriphäen der linken Szene, reden üer Fußball und die blöden Juden, die die armen Palästinenser quälen...

...und Verfassungsschutz und Nazis klatschen Beifall!

Vielleicht solltet ihr alle mal darüber nachdenken, warum es Israel eigentlich gibt und wer denn quasi die "VerursacherInnen" dieses Staates sind. Vielleicht solltet ihr auch mal darüber nachdenken Euch zu informieren, bevor hier so ein Unfug verzapft wird. Bildung für alle!

Es ist so schön, immer wieder daran erinnert zu werden, dass Deutschland so gut wie homogen sturukturiert ist!

>>> KAMPF DEN DEUTSCHN VERHÄLTNISSEN!
>>> FÜR DEN KOSMOPOLITISCHEN KOMMUNISMUS!
>>> SOLIDARITÄT MIT ISRAEL!

@ich

Fahnenträgerin 16.07.2002 - 17:48
... ich weiß immer noch, was das Motto ser Demo ist, Und ich habe auch gelesen, was unten auf dem Plakat stand: "Deutschland ausschalten."

Übrigens habe ich keine Profilneurose - zumindes finde ich ein solches Attest gerade nicht in meinen Krankenakten. Doie ist ja ziemlich dick, weil ich sowieso total irre, dumm und antideutsch bin. Jaja, die Antideutschen gehören in die Psychatrie. Die Beiträge haben ja alle so recht, die das meinen. Ich glaube ich lasse mich morgen einweisen...

Vielleicht sollte Mensch Juden auch in solche Einrichtung sperren... Die könnten ja ihre Profilneurose - denn nichts anderes ist der Staat Israel ja - zusammen mit den Antideutschen in einer Selbsthilfegruppe heilen.

Ballaballa? Nein, danke.

was soll ich dazu sagen

ich 16.07.2002 - 19:15
wer immer zu sein eigenes thema durchdrücken will und nie anderen leuten zuhört und andere meinungen quasi per definiton als "falsch" und "böse" abstempelt, kann halt politisch nicht ernst genommen werden. aber ich weiss: wirsind ja alles nur die bösen antisemiten und so weiter. schon mal auf die idee gekommen, daß es noch andere themen gibt, als das worauf du dich fixierst?

die "antideutschen" sind erledigt .

IM 16.07.2002 - 20:20
verfassungsschutz ist das richtige stichwort .

@ich

Fahnenträgerin 17.07.2002 - 00:11
Du sollst mein Psychiater werden. Ich bin ja so schwer krank... Du scheinst mich ja genau zu kennen :-) Ich finde solche Unterstellungen recht lustig, weil sie nämlich nur für eines der Beweis sind: fehlendes Wissen für die konstruktive Debatte.

Warum bezeichnest Du Dich selbst als Antisemiten? Warum stellst Du Dich in die Ecke und versuchst von dort zu argumentieren. Da was Du hier äußerst, zeugt einfach nicht von Wissen - aber Argumente und Diskussionen bei indymedia... verhält sich ca. so wie Feuer und Wasser!

Das ist aber deutsch Normalität - Du wirst dort nicht herausbrechen! Kampf Deinen Verhältnissen, denn dies sind die deutschen...

Hab auch mal in P-dam gewohnt

Horsti 17.07.2002 - 00:53
Finde die Aktion sehr gut. Könnte öfter mal was passieren, leider ist das Preußentum sehr stark verbreitet in P-dam.

Wer sich übrigens über die Fahnen beschwert, der hat Geschichte nicht verstanden. Die Fahnen sind neben der klaren antifaschistischen Aussage auch Provokation, um das deutsche Bürgertum in ihrem Nationalismus, der hier (in Dtl) immer als ein gesteigerter erscheint. Grund ist der verlorene zweite Weltkrieg, der tief im deutschen Bewußtsein verankert ist.

Nach 1989 sind die Deutschen aber wieder wer! Dem entgegenzutreten war 1989 schon richtig, als Gremliza in Konkret darum bat, amerikanische Soldaten mögen doch hier bleiben! Was Deutschland in seinem hegemonialen Wahn schon wieder alles unternommen hat...(wegen Auschwitz Belgrad bombardieren...). Man denke dann auch an die Äußerungen Schröders wegen deutscher Soldaten in Israel...

Die Fahnen treten dem entgegen, symbolisch. Das ist einfach nicht zu kritisieren, es sei denn, man ist für Deutschland!

@ Fahnenträger

ich 17.07.2002 - 01:03
wo hab ich mich als antisemitisch bezeichnet? Das ist das, was ihr permanent tut: wer nicht zu 1005 auf eurer seite ist und auch nur leiseste kritik wagt, kann ja nur antisemit sein. und am schlimmsten sind dann wohl die leute, die nicht so krankhaft auf nahost fixiert sind und nach "gute ethnie" und "schlechte ethnie" einteilen.
wissen fehlt eher dir, wdenn sonst würdest du nicht in vorurteilen, beleidigungen und dieser primitiven parolensprache schreiben. aber so ist das wohl bei betonkopf-ideologen. alle anderen haben per definition unrecht. find ich ganz schön arm.

hmm

tja 21.07.2002 - 12:04
Also, ich war nicht auf der Demo, habe mir aber im voraus sagen lassen, dass auf der Demo die Alliertenfahnen und auch die so heiß diskutierte Israelfahne zu sehen sein werden, da ich den Fahnenträger, der übrigens nich an irgendeiner Art "Neurose" leidet, persönlich kenne. Zur Israelfahne denke ich, ist nur zu sagen, dass solange es so ist, dass sich in D-land immer noch ueber zwanzig Prozent der Leute mit antisemitischen Phrasen einverstanden erklären und es in der Linken immer noch Antizionisten gibt und solche, die Israel als "imperialistischen Brückenkopf" betrachten, es zwingend notwendig ist sich mit Israel solidarisch zu erklären, was auch heisst ein Fahne vor sich her zu tragen, die die einzige Rettung für Juden symbolisiert Antisemitismus zu entkommen.

Solidarität mit Israel und dem Fahnenträger !!

Für die USA oder für Bornstedt?

xyzabc 29.07.2002 - 13:23
"Die Tageslosung Nation gegen Nation ersetzen wir durch Klasse gegen Klasse, und die Bewegung der antideutschen Partisanenbanden durch die Bewaffnung des Proletariats zur Erfüllung seiner historischen Aufgabe." (Zeitschrift Prometeo 1.11.1943)

------------------------------------
Es lässt sich alles offener diskutieren, wenn man sich bewußt wird, daß es sich im 2. Weltkrieg von Seiten der Alliierten nicht um einen "antifaschistischen Krieg" sondern um einen kapitalistischen handelte.

"Der Faschismus und der Krieg hatte einen Aufgabe im kapitalistischen Zeitalter zu erfüllen

Es ging den Aliierten zu keinem Zeitpunkt darum ging, „Deutschland vom Faschismus zu befreien“. Sonst hätten sie sich schon 1933 grundsätzlich anders verhalten müssen, denn die Errichtung der Diktatur, die Verfolgung politischer Gegner, die Judenverfolgung vollzogen sich öffentlich. Die Befreiung der Überlebenden der Konzentrationslager war ein glückliches, aber eben auch beiläufiges Ergebnis aliierter Kriegspolitik. Was die gegen das Deutsche Reich kämpfenden Soldaten glaubten – sie führen einen gerechten Krieg gegen eine barbarisches System -, entsprach nicht den Zielen ihrer politischen Führungen. [...] [...] 1914 bis nach `45 müssen als ein Zusammenhang begriffen werden, der durch die inneren und äußeren Zwänge um eine neue imperialistische Weltordnung geprägt ist. Der Faschismus in Deutschland/Italien/Spanien und der 2. Weltkrieg waren genauso wie der Stalinismus Gegenmittel gegen die revolutionären Bewegungen. Der Krieg war die Konfliktlösung, mit Hilfe der das Kapital seine politische Einheit international reorganisierte. Der sogenannte kalte Krieg nach `45, aber auch die Entspannungspolitik, war die Wahrung dieser Einheit." (aus einem Redebeitrag zur Demonstration anläßlich des Jahrestages der „Befreiung“ vom Faschismus in Rathenow – „Kritik“ des Antifaschismus – Mai 2000.)

Die Steinzeit das sind die anderen...

"Diese ließen sich nicht davon beeindrucken, dass auf dem sogenannten Sago-Gelände in der Michendorfer Chaussee mit der Errichtung eines Biotechnologieparks auch Arbeitsplätze entstehen werden, und selbst mit der nur provisorischen Neubelegung des Heimes die Zahl der Immigranten in Bornstedt ab- statt zunimmt." (aus dem Aufruf der AAPO zur Bornstedt-Demo)
---------------
"Revolutionäre Thesen gegen den Antifaschismus" vom 19.04.2001:

1.
„Wer aber vom Kapitalismus nicht reden will, sollte auch vom Faschismus schweigen“ – dieser bekannte Horkheimer-Ausspruch ist in der autonomen Antifa-Bewegung zu einer allseits benutzten Phrase geworden, um den Antifaschismus abstrakt theoretisch zum Antikapitalismus zu „revolutionieren“.
Während damit theoretisch auf den inneren Zusammenhang von Faschismus und Kapitalismus hingewiesen werden soll, wird praktisch gegen eine imaginäre „faschistische Gefahr“ agiert, weil das nach 1945 wieder demokratisch organisierte kapitalistische System außen vorgelassen wird. Es wird nicht von den sozial-ökonomischen Verhältnissen des zu bekämpfenden kapitalistischen Systems ausgegangen, sondern von politischen Postulaten seiner Vertreter bzw. scheinbarer Gegner. Heute, wo die kapitalistische Offensive nach innen und außen von den Herrschenden mit antifaschistischer Ideologie legitimiert wird, stößt der scheinradikale Charakter der Antifa offensichtlich an Grenzen.
2.
„Ich betrachte das Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als potentiell bedrohlicher denn das Nachleben faschistischer Tendenzen gegen die Demokratie.“ In dieser 1959 von Adorno getroffenen Aussage wird ein dialektisches Verständnis der Einheit von Faschismus und Demokratie deutlicher. Diese Einheit besteht ihrer der Funktionalität für die Aufrechterhaltung kapitalistischer Herrschaft. Die ideologische Negierung der Klassen und die Integration der Individuen der Warengesellschaft in die staatlich gestiftete Gemeinschaft sind die Grundkonstanten der politischen Verkehrsformen des Kapitalismus. Die konkret-historisch erforderlichen Maßnahmen des Staates zur Herstellung dieser kapitalistischen Gemeinschaft bestimmen dessen politische Form: Faschismus, Demokratie...

3.
Der Faschismus war in den durch die Krise geschwächten Ländern eine Notwendigkeit, in denen es der außerordentlichen Gewalt von Bürgerkriegsformationen bedurfte, um eine starke staatliche Ordnung durchzusetzen. Die faschistische Ideologie diente der Zusammenfassung der verschiedenen sozialen Interessen für eine erneute kapitalistische Offensive. Das staatswirtschaftliche Kommando über divergierende Kapitalinteressen war notwendig, um künstlich die Akkumulation anzukurbeln. Die Kriegsfähigmachung war das notwendige Ziel der staatlich induzierten Produktion nichtreproduktiver Güter. Insofern waren Faschismus und Krieg unmittelbar verbunden.
Die historischen Beispiele Italien und Deutschland zeigen, daß der Faschismus nicht gegen, sondern durch die Demokratie an die Macht gekommen ist. Eine Grundvoraussetzung für seinen Sieg war die vorhergehende Niederschlagung der Arbeiterklasse. Die faschistischen Formationen konnten nicht aus eigener Kraft, sondern nur durch die massive Unterstützung von Staat und Kapital „siegen“.

4.
Der antifaschistische Kampf konnte den Sieg des Faschismus nicht verhindern. Im Namen der Verhinderung des „Schlimmsten“ sollte die Arbeiterklasse mit der Demokratie ausgesöhnt werden, die aber ihrerseits der für das Kapital notwendigen faschistischen Krisenlösung den Weg bahnte. „Wenn das Proletariat stark genug ist, um der Bourgeoisie seine Regierungswahl aufzuzwingen, warum soll es dann bei diesem Ziel halt machen und nicht seine eigenen zentralen Forderungen nach Zerstörung des kapitalistischen Staates durchsetzen?“ (Bilan, Mai 1934) Wenn das Proletariat aber nicht stark genug ist die Machtfrage zu stellen, dann muß es im Kampf für seine unmittelbaren Interessen diese Kraft entwickeln, anstatt verzweifelt aus einer Position der Schwäche heraus auf der Bühne bürgerlicher Politik zum Spielball eben dieser zu werden.

5.
Der Antifaschismus ist gegen die soziale Revolution gerichtet. Das breite Bündnis der Antifaschisten mit dem angeblich verhindert werden soll, daß der Kapitalismus faschistisch wird, erfordert die Aufgabe des revolutionären Klassenkampfes, der alleine die Kraft entwickeln kann, die kapitalistische Entwicklung von Krise und Krieg zu beenden. Die Volksfrontpolitik der Stalinisten im Zweiten Weltkrieg hatte die gleiche Funktion wie der Vaterlandsverteidigung der Sozialdemokratie im Ersten. Die Arbeiterklasse sollte zur Teilnahme am imperialistischen Krieg mobilisiert werden. Anstatt zur sozialen Revolution kam es nach dem Ende des Faschismus zur demokratischen Weiterführung des Kapitalismus – dafür brauchte das Kapital die Ideologie des Antifaschismus!

6.
Die fatalen Fehler der Antifaschistischen Mobilisierung und der Antiglobalisierungsproteste sind wesensgleich. Das Wesen des Antifaschismus besteht darin, dem Faschismus zu widerstehen, indem man die Demokratie verteidigt. Bei den Antiglobalisierungsprotesten werden Organisationen wie IWF und WTO oder transnationale Konzerne als Kapitalismus personifiziert. Auch diesen widersteht man, indem eine staatliche Regulierung gefordert und nach mehr Demokratie verlangt wird. Wenn man nach einer vollständigen Demokratie schreit, dann wird der Antagonismus Proletariat - Kapital, Kommunismus - Lohnverhältnis, Proletariat - Staat zurückgewiesen zugunsten eines Gegensatzes Demokratie - Faschismus oder Demokratie - Neoliberalismus, was dann als Quintessenz der revolutionären Perspektive dasteht.

7.
Revolutionäre Bewegung heißt auch zu begreifen, daß die Menschen das kapitalistische Verhältnis tagtäglich selber produzieren und reproduzieren, indem sie Lohnarbeiten, zur Schule gehen, Waren kaufen oder die Regeln und Normen beachten. Sie haben also auch die Macht sie abzuschaffen. Sicher werden sie auf subtile oder weniger versteckte Art und Weise gezwungen dieses zu tun, aber erst wenn sie sich vom kapitalistischen Lohnverhältnis und von jeglicher Form der staatlichen und demokratischen Vergesellschaftung befreit haben, sind Totalitarismus, Neoliberalismus - oder was auch immer - mit der Wurzel beseitigt.
8.

Eine Notwendigkeit für Revolutionäre ist es sich als diese zu organisieren, nicht aber in innerkapitalistische Konflikte einzugreifen. Die Aufgabe von RevolutionärInnen muß es sein, die Erfahrungen der vergangenen Revolten und Klassenkämpfe zu bewahren und weiterzutragen. In den, von den Menschen selbst angeeigneten/unabhängigen Kämpfen liegt die Chance zur Abschaffung der herrschenden Ausbeutungsverhältnisse.
Mehr zu diesen Thesen in der Zeitschrift „Aufbrechen!“ Nr.6

watt?

Titus Bunge 22.02.2003 - 10:47
Komische Demo. Weshalb demonstriert keiner gegen die eBay-Gebühren?