Marktfrühschoppen Marburg: Erster Bericht.
Gerade findet in Marburg der "Marktfrühschoppen" 2002 statt. Weit über 1000 Burschenschaftler, "Alte Herren" und Leute aus der Marbuger Bevölkerung haben sich auf dem Marktplatz versammelt und stören die sonntägliche Ruhe in dem sie Deutsche Volkslieder Singen und sich sinnlos besaufen.
Die Polizei verfolgt diesmal das Konzept, dass "die Veranstalter von dem Hausrecht auf dem Marktplatz gebrauch machen können, und alle Störer konsequent entfernt werden". Interessannt, dass es auf einem öffentlichen Platz ein privates Hausrecht geben kann. Naja, dieses Konzept ist bisher jedenfalls aufgegangen: Potentielle Störer wurden nicht auf den Marktplatz gelassen (darunter auch Anwohner!!) und einige Aktionen wie z.B. ein Transparent neben der Bühne oder ein tanzender Pink-Silver-"Block" wurden unter dem Beifall der Bevölkerung "entfernt" oder eingekesselt. Bisher gab es zahlreiche Platzverweise (auch von Leuten , die nur "Buh" gerufen haben) mit Identitätsfestestellung. Die Protestierer werden von Passanten angepöbelt: "geht fot!", "studiert doch woanders!" oder "schämt Euch!" war zu vernehmen. Im Gegensatz dazu haben aber auch viele Leute Rote Fahnen oder Anti-Verbindunstransparente aus den Fenstern gehängt und überall ist aus offenen Fenstern "andere" Musik zu vernehmen...
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Ergänzungen
Transparente
Trasparent?
deutsches pack - ekelhaft
Frage
Zum Kotzen
Zum anderen: Die Protestierer waren fast ausschliesslich jüngere Leute, wo sind die ganzen Alten, die Proffs und Lehrer, die immer über die Politikverdrossenheit der Studenten und Schüler lamentieren?? Können die sich nichtmal einen Sontag frei machen oder sehen sie keinen Handlungsbedarf??
@ zum kotzen
Ist das Sharon ?
sharon?
Magdeburg, Marburg, Leipzig...
mir kommen die tränen...denk ich an deutschland...schwarz wie die nacht...bin ich um den verstand gebracht...
Wieso
sharon !
Zu 0:33
Kritik an Burschenschaften
Hauptsache dagegen
Nun sind aber tatsächlich etliche bunte Münzen im Bild, und wie man durch Texte wie (
P.S.
Ariel Sharon ist das im Vordergrund auf dem ersten Bild nicht, denn der ist nicht Mitglied einer Verbindung, man beachte die Bänder auf dem Photo. Anders wäre die Lage beim Begrüder des modernen Zionismus und der Staatsidee Israel, Theodor Herzl - der war Burschenschafter.
re: sharon!
nein, leute, wenn das irgend n politico ist, dann ja wohl einwandfrei boris jelzin!
Hannes Gnad
@Zordo: Na, Boris Jelzin ist das auch nicht. =:)
@hannes
Und übrigens: Es hat ein Gegenfest gegeben. Es geht bei dem Protest nicht darum "hauptsache dagegen" zu sein und "einfach nur zu stören". Der seit Jahren stattfindende massive Protest gegen den Marktfrühschoppen ist vielfach begründet und wird in der Bevölkerung allgemein positiv aufgenommen. "Störer" sind in Wirklichkeit die Veranstalter, die es immer wieder schaffen die Sache gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen und dabei so tun, als ob die Stadtteilgemeinden diese Veranstaltung begrüßen würden. In der Realität sieht es so aus, dass wegen der Marktplatzbesetzung durch ein paar Bullen, Burschis, Spiesser und Konsverative die restlichen Einwohner am diesem Sonntag gewohnheitsmäßig die Innenstadt meiden - sie ist im Vergleich zu anderen Sonntagen (abgesehen vom Marktplatz) wie leergefegt!
Zu dem "Sharon" im foto
also das mit Sharon im photo. Muss das wirklich sein das menschen ihre zeit damit verschwenden kommentare darueber zu schreiben. Ich denke mal das mensch diese zeit sinnvoller nutzen koennte. Demos organisieren, Flugblaetter schreiben, oder was sinnvolles auf indy zu veroeffentlichen !
mit antifaschisten und solidarischen gruessen
Mensch
oh, welch quell des wissens
um aus dieser quelle der weißheit einen reissenden strom anschwellen zu lassen, empfehle ich euch fachleuten die broschüre des antifareferats der uni münchen.
die ist auch im netz
kann aber auch, und noch anderes, dort nachgefragt werden.
Transparent neben der Bühne
Stadtteilgemeinden
keine arbeit 1:0 für die burschise
hier muss auch noch mal gesagt werden das dieses fest vor 2n3 jahren fast am bodenb zerstört war und gerade die gruppen die einnanderes fest wollten haben sich der mitarbeit verweigert.
Wollte man sich doch nicht seinen liebelingsrandaletag in marburg kaputt machen lassen.
das ist ja der einzigste tag in marburg wo mann und frau mal zeigen könenn das es in marburg auch einen kläglichen haufen von widerstand gibt.
das haben auch etliche "alte hasen und häsinnen" gemerkt und haben sich an diesem protest erst gar nicht mehr beteidigt.
die folge eines unkontinuierlichen widerstandes zeigte sich:
das fest war für die korporationen ein grosseer erfolg und sie feierten wie vor 6 jahren seit paar jahzehnten wieder so "schön" wie immer.
ach was solls
AUSSCHLAFEN STATT MARKTFRÜHSCHOPPEN
Lasst die Idioten doch feiern!
Klar, lasst sie feiern...
auf dem weissen transpi stand...
Lustige Menschen feiern lustiges Fest
anders aus und das hängt nich von den Burschis ab sondern
daran was die Polizei für ne Strategie "fährt".
Wenn kuzgeschorene Leute mit Tarnanzügen und Springerstiefeln
da lustig mitfeiern. Angesoffene Besucher sich den GegendemonstrantInnen mit Hitlergruss nähern,
die Polizei sowie die Feiernden das ne Dreck interessiert,
obwohl doch die Polizei das ganze Geschehen vor der Bühne mit
Kameras aus den oberen Stockwerken gefilmt hat,Menschen in
Bierlaune nationale Lieder singen, dann stimmt da was nich...
Kommentar
Burschenschafter
Fotos
(und andere) gesehen haben. Der Typ hatte Bierzipfel an der Hose(nich so viele) und hat in der nähe vom Cafe am Bierstand gesoffen.
Hat dann gegen Ende noch mit einigen von "PinkSilver"
gelabert als die auf die Eingekesselten gewartet haben...
Wenn ihr aber so geil auf Bilder seit kann ich mich noch mal drum kümmern...
Der Typ mit dem Hitlergruss muß aber auf dem Polizeivideo
drauf sein. Könnt ihr euch ja mal anschaun :)...
Traurig das ihr euch mit solche Leute abgebt.
Bilder (nachtrag)
Ausfälle oder @Beobachter
Aber selbst wenn, so wird sowas kaum die Masse repräsentieren, die gefeiert hat. Von denen hat der überwiegende Teil nicht mal Couleur getragen und sicherlich auch keinen Tarnanzug. Aber den "Hitlergruß" wird man sicherlich häufiger sehen auf irgendwelchen Fotos rund um diesen letzten Marktfrühschoppen, gab es doch wieder genügend Transparente in den Fenster zu entdecken, auf die man auch schon mal mit getrecktem Zeigefinger und Arm hingewiesen hat. Sowas aber immer negativ zu sehen und dann auch noch auf alle anwesenden Feiernden auszudehnen, das ist sicherlich nicht angebracht. Ich haue ja auch nicht gleich jedem Marburger Mitbürger mit ausrasierten Schläfen und Pferdeschwanz ein paar runter, nur weil schon lange vor Erreichen des Marktplatzes von einem solchen die ersten aggressiven Übergriffe auf mich und Freunde erfolgten. Traurig, wer sich mit solchen Leuten abgibt ...
keine da...
wir sehen das ja wie schnell man als marburger zu oberhessischen pisser wird und dann zu sharon !
Marktfrühschoppen: Wo bleiben die Argumente?
Auszug: "Im Vorjahr postulierten sie gar "Marktfrühschoppen fluten, Burschis in die Lahn!" Angesichts solcher "Problemlösungsstrategien" fragt man sich, was die Verfechter solcher "Diskussionsformen" aus dem Faschismus gelernt haben.
Statt des Schutzes der Veranstaltung durch ein massives Polizeiaufgebot hätten echte Antifaschistinnen und Antifaschisten wahrscheinlich die Diskussion mit den "Rechten" vorgezogen. Vielleicht ist der eine oder andere ja doch noch zu überzeugen!
Doch statt Argumenten gibt es nur verbale Prügel. Sind die "Linken" etwa gar nicht diskussionsfähig? Ist ihre Position schon zur unhinterfragbaren Ideologie erstarrt oder sind sie sich selbst und ihrer Position so unsicher, dass sie die inhaltliche Auseinandersetzung scheuen?"
Eine Ergänzung (statt Dummgeschwafel)
Auch dieses Jahr wird wieder in Marburg am ersten Sonntag im Juli der Marktfrühschoppen der Marburger Studentenverbindungen (Korporationen) stattfinden. Eine grundsätzliche Kritik am Korporationswesen tut not.
Traditionell? wird dieser Frühschoppen seit 50 Jahren gefeiert. Korporierte fast aller Couleur standen gemeinsam mit Marburger BürgerInnen auf dem Markt und kippten sich zu Blasmusik und völkischen Gesängen Bier in den Hals. Lange Jahre wurden die Verbindungen schriftlich eingeladen, ihnen Tische reserviert und jede Verbindung einzeln namentlich begrüßt. Die Korporierten dominierten den Frühschoppen mit ihren Uniformen und ihrem Verhalten: Trinkrituale, nationalistische Reden und Gesänge und die Dominanz weißer, deutscher Männer. Und so wurde unterschiedslos allen Verbindungen ein Forum geboten für ihr Elitebewusstsein, Nationalchauvinismus und das Lebensbundprinzip. Seit einigen Jahren ist das einträchtige Nebeneinander von rechtsextremen Burschenschaften, angeblich ?liberalen? Verbindungen und ?unpolitischen? BürgerInnen nicht mehr so, wie es immer war. Denn plötzlich störte antifaschistische Kritik dieses Treiben und große Aufregung verbreitete sich. Infolgedessen ändert der Marktfrühschoppen alljährlich sein Gesicht in Details und behält doch all` das bei, was ihn ausmacht - er ist eine Feierlichkeit der Korporierten. Selbst Minimalforderungen wie z.B. die explizite Ausladung der rechten ?Deutschen Burschenschaft? oder die Ergänzung des Festes durch ?Multi-Kulti? sind für die Verantwortlichen zuviel.
Warum der Marktfrühschoppen weg muss
Der Marktfrühschoppen eignet sich, eine grundgrundsätzliche Kritik am Korporationswesen zu formulieren: Kritik an rechten Tendenzen bei Teilen der Korporierten ist richtig, trifft aber beim Marktfrühschoppen nicht den Kern. Denn hier treffen sich eben nicht nur rechtsextreme Burschenschaften, sondern die gesamte Breite des Korporationswesens. Und bei allen Verbindungen sind kritikwürdige Aspekte zu finden: Hierarchien und das Lebensbundprinzip, männerbündische Strukturen, eine konservative Grundeinstellung und unhinterfragte Traditionen.
Zwar sind solche Elemente auch bei anderen gesellschaftlichen Gruppen zu finden, sie treten jedoch bei Studentenverbindungen deutlicher hervor und entfalten eine besondere politische und gesellschaftliche Wirkungsmächtigkeit, da diese mit dem Anspruch auftreten, zukünftige Eliten herauszubilden. Durch Protektionsmechanismen der Verbindungen (d.h. ?Verbandsbrüder? in führende Stellungen von Politik, Wirtschaft und Verwaltung entsenden) wird dieser Anspruch in die Realität umgesetzt. Der ehemalige Bundesinnenminister Manfred Kanther (CDU), Mitglied des Marburger Corps Guestphalia et Suevoborussia sagte, er sähe den Sinn einer Verbindung heute darin, ?auch weiterhin national gesinnte Menschen in alle führenden Berufe unserer Gesellschaft zu entsenden?.
Hierarchien & Lebensbund
Füxe, Burschen, Alte Herren - das sind die Hierarchien in allen Verbindungen. Vor allem die Rolle der Alten Herren als ?Geldgeber? bedeutet eine exponierte Stellung für diese innerhalb der Verbindungen. Durch die finanzielle Förderung und die Hoffnung auf Protektion werden Abhängigkeiten geschaffen und die Möglichkeit für Kritik an Ideologie und Verhalten der Alten Herren eingeschränkt. Immer wieder gibt es Konflikte innerhalb von Korporationen zwischen Aktivitas und Alten Herren, die im Zweifel zugunsten der Alten Herren entschieden wurden, bzw. werden. Auch das korporierte ?Lebensbund-Prinzip?, die Lebensgemeinschaft von jung und alt, macht eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit innerhalb von Korporationen schwierig oder unmöglich, weil Anpassung angestrebt wird. Daraus ergeben sich weitgehende personelle und v.a. ideologische Kontinuitäten.
Männerbund
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann sich die hierarchisch konzipierte Ideologie des Geschlechterantagonismus auszuformen: Es entstand ein immer stärker männliche und weibliche Stereotype festschreibendes Rollenverständnis. Mit dem Verweis auf eine angebliche ?natürliche Bestimmung? der Geschlechter wurde so männlich und weiblich strikt getrennt und den Begriffen bestimmte Verhaltensmuster zugeschrieben. Männlich wurde immer stärker durch martialisch-heroische Züge geprägt. Parallel zu dieser Diskussion um die Geschlechterpolarität stand auch die Entwicklung der burschenschaftlichen Bewegung. Waren die Verbindungen zu dieser Zeit ganz selbstverständlich reine Männerverbindungen - Frauen war der Zugang zu den Universitäten noch verwehrt - so entwickelten sich den Vorstellungen entsprechende Verhaltensweisen und Rituale: Schlüsselbegriffe dafür waren ?Ehre?, ?Mut?, ?Kameradschaft?, ?Wehrhaftigkeit?, ?Patriotismus?. Diese werden bis heute ebenso gepflegt wie spezifische Formen studentischen Brauchtums: Körperlich-männliche Härtetests und Tauglichkeitsprüfungen (z.B. Mensur und Trinkrituale), mit denen die ?Neuen? Härte demonstrieren, die eigenen Grenzen und vermeintlich ?weibliche? Charakterzüge wie Emotionalität und Schwäche überwinden und negieren sollen. Der Soziologe und Philosoph Theodor W. Adorno hat derartige Gebräuche als ?eine unmittelbare Vorform der nationalsozialistischen Gewalttat? definiert.
?Dualismus? der Geschlechter
Da die Herrschaftsordnung im 19. Jahrhundert den Ausschluss von Frauen aus der Öffentlichkeit sicherte, war eine explizit männerbündische Legitimation für die eigene Organisationsform nicht notwendig. Erst als zum Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts die bis dahin festgefügte Herrschaftsordnung durch Modernisierungsprozesse und die sie begleitenden Emanzipationsbewegungen (Frauen- und ArbeiterInnenbewegung) massiven Angriffen ausgesetzt war, wurden als ?Abwehrhaltung? erste Überlegungen hinsichtlich einer spezifisch-männlichen Separierung laut. Zu dieser Zeit entstand eine explizite geschlechts-dualistisch ausgerichtete Männerbund-Ideologie. Diese wurde als idealer Gegenpart - gepaart mit einer autoritären Staatsauffassung - zur Abwehr von Zivilisation, Demokratie und Gleichberechtigung angesehen. Ein derartiger Männerbund konstruiert in Permanenz sowohl die ?friedfertigen Frau? als auch den ?aggressiven Mann? und schreibt damit eine angeblich ?natürliche? Geschlechterordnung fest. Bis heute haben diese Ideen in den Verbindungen überlebt: Mal ausgeprägter in den schlagenden Verbindungen, mal weniger in anderen Verbänden. Die Anzahl der Verbände, die Frauen aufnehmen, ist marginal. Die konservative, dualistische Vorstellung der Geschlechterrollen herrscht bis heute vor - nicht nur in Verbindungen. Und so kann man auch heute in Selbstdarstellungen lesen: ?Frauen können unserer Verbindung nicht beitreten (...). Wir meinen, dass durch eine aus beiden Geschlechtern bestehende Mitgliedschaft innere Konflikte entstehen können, die uns nicht helfen, unsere Ziele zu verwirklichen.? (Sängerschaft Gotia et Baltia Kiel zu Göttingen) Und so wird im Männerbund das Prinzip der Ungleichheit gepredigt und gelebt.
Die Frauen-Diskriminierung macht sich also nicht an der vordergründigen Exklusion von Frauen fest, sondern es ist vielmehr der dahinterstehende Biologismus zu kritisieren. Denn die korporierte Vorstellung geht vom ?Dualismus? der Geschlechter aus. Es wird also die Auffassung vertreten, es gebe - abgesehen von körperlichen Unterschieden - biologisch determinierte Gründe für die Unterteilung in die Kategorien Mann und Frau - also die Annahme, bestimmte Verhaltensweisen wären biologisch veranlagt. Dieser konservativen und reaktionären Ideologie gegenüber gilt es daher, ?Geschlecht? als soziale Konstruktion zu begreifen und die Art und Weise ihre Reproduktion zu verstehen, um sie letztendlich dekonstruieren zu können (vgl. hierzu Gildemeister/ Wetterer 1992).
Schlußendlich - eher eine nur noch überfällige Randnotiz: Nahezu alle Korporations-Dachverbände arbeiten gemeinsam im Convent Deutscher Akademiker (CDA) und Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK) zusammen, um dort verbandsübergreifende Zusammenarbeit zu organisieren und gemeinsame Belange aller Dachverbände zu regeln. Es kann also keine Rede von allzu großer Distanz sein, zwischen den sich ?liberal? oder ?konservativ? gebenden Verbindungen und den explizit rechtsextremen.
Es ist eindeutig: Das Verbindungswesen insgesamt - selbst das ?Liberale? - enthält keine fortschrittlichen Ideen. Vielmehr steht es progressiver Politik diametral gegenüber.
Marktfrühschoppen kippen!
Weitere Infos:
Projekt Konservatismus und Wissenschaft: www.p-kw.de
www.geocities.com/gruppe_dissident/marktfruehschoppen.htm
www.fachschaft-theologie.de/gegenrechts.htm
Literatur:
Projekt Konservatismus und Wissenschaft (Hg.): Verbindende Verbände, Marburg, 2000
Heither, Dietrich: Verbündete Männer - Die Deutsche Burschenschaft - Weltanschauung, Politik und
Brauchtum, PapyRossa, Köln, 2000
Heither, Dietrich / Lemling, Michael: Marburg, O Marburg, Marburg, 1996
Gildemeister, Regine/Wetterer, Angelika: Wie Geschlechter gemacht werden. Die soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit und ihre Reifizierung in der Frauenforschung, in: Knapp, Gudrun-Axeli/Wetterer, Angelika (Hg.): Traditionen. Brüche. Entwicklungen feministischer Theorie, Freiburg, 1992
Gruppe dissident - Juni 2002
e.mail:
infos: www.geocities.com/gruppe_dissident
Diskussionsansatz
P.S.
Jede Menge weiterer verbindungskritischer Seiten unter:
Auch mal einen Komentar schreiben...
Den Text der Gruppe Dissident haben sicherlich einige gelesen und dort steht geschrieben, der Kern des Problems bei den Burschenschaften seien Hierarchien, Lebensbundprinzip, männerbündische Strukturen, Sexismus, konservative Grundeinstellung und unhinterfragte Traditionen. All diese Kritik trifft auf einen grossen Teil der Kooperierten zu (das werden wohl auch Hannes und sein Kollege Klaus weiter oben im Forum nicht abstreiten). Was den anderen Teil der Kooperierten angeht, auf den diese Kritik (nach eigenen Angaben) nicht zutreffen soll, so kann man diesen trotzdem vorhalten, dass sie es nicht für notwendig erachten, sich von all denjenigen Verbindungen zu distanzieren, welche sich unter die o.g. Kritik subsumieren lassen. Im Gegenteil dazu feiern sie alle gemeinsam und dazu noch zusammen mit einigen - offensichtlich dem rechtsradikalen Spektrum zuzuordnenden Personen - auf dem Marktplatz. (Während meiner kurzen Zeit am Sonntag auf dem Marktplatz habe ich im übrigen eine Glatze mit Springern und weissen Schnürsenkeln gesehen und einen Menschen, den ich von einer Nazidemo in Wetzlar kenne, ausserdem tatsächlich zahlreiche Skinheads in Tarnanzügen) Dass alles und was es sonst noch so auf dieser Veranstaltung zu erleben gibt sind genügend Indizien, welche die o.g. Kritik am Marktfrühschoppen mehr als rechtfertigen und alleine deswegen gehört die Veranstaltung sofort abgeschafft.
Ich persönlich sehe allerdings den "Kern" des Problems darin - wie im übrigen oben im Forum auch schon einer angesprochen hat - dass der überwiegende Teil der Verbindungsmitglieder danach strebt, relevante Führungspositionen innerhalb unserer Gesellschaft einzunehmen um dort dann all das durchzusetzen, was ich ablehne: Kapitalismus, Umweltzerstörung, soziale Ungleichheiten... etc. Wenn die Burschis Fechten, Saufen, Sexistisch sind und das Vaterland gut finden ist das in erster Linie deren Problem. Wenn aber die alten Herren später als Richter vor mir sitzen und mich nach Kurdistan abschieben wollen oder als Politiker den genetischen Fingerabdruck auf dem Personalausweis einführen (und den ganzen anderen Kram...) spätestens dann werden deren reaktonäre, rechts-konservativen Werte mein Leben und Euer Leben einschränken. Und deswegen gilt es das Problem schon bei der Wurzel zu bekämpfen und nicht erst 20 Jahre später nach Genua zu fahren!
@Hannes: Auf Deiner Homepage steht: "Ehre, Freiheit, Vaterland". Damit bist Du Lichtjahre von mir entfernt, dass ist für mich so, als wie wenn einer behaupten würde, die Erde sei eine Scheibe. Damit ist die Grundlage jeder Diskussion (zumindest zwischen uns) entzogen.
@lumiere time: Was bist Du überhaupt für einer?
Transparent
>Von: rotarmist 08.07.2002 19:10
>hände weg von den benes dekreten! deutsche täter sind keine opfer!
Der zweite Teil der Aussage ist menschenverachtend und rechtfertigt, wenn man die dahinter liegende Geisteshaltung einbezieht und mal verallgemeinert, so ziemlich jedes Menschheitsverbrechen. Traurig, dass so etwas einen ernsthafen Diskussionsbeitrag bzw. eine Kernaussage darstellen soll. Auch traurig ist, dass einige hier die durchaus originellen Störversuche abqualifizieren und nach einer prügelbereiten Straßen-Antifa (auch kurz: SA) als Allheilmittel rufen. So nicht, Freunde!
Hey Ihr Burschis
Gleichheit?
Den sog. Linken wird vorgeworfen, keine Argumente zu haben. Argumentieren lässt sich mit stinkbesoffenen Männern nicht mehr, aber eine umfangreiche Kritik an dem verbindungsstudentischem Brauch wird ausführlich in der Postwurfsendung "Informationen zum Marburger Marktfrühschoppen", die in der letzen Woche alle Haushalte bekommen haben, dargestellt.
Die Korporierten haben sich in ihrer Geschichte ein Seilschaftsnetzwerk aufgebaut. Manfred Kanther, selbst ehem. Corpstudenet sagt: "Es gilt auch weiterhin, national denkende Menschen in Führungspositionen zu bringen". Dies ist nur ein Beispiel unter vielen, wie von studentischen Korporationen gezielt versucht wird, den eigenen elitären Anspruch umzusetzen - durch enge Kontakte zu Führungspositionen werden schon während des Studiums die Grundlagen für eine steile Karriere gelegt, denn "schliesslich sind Eliten die Hüter der Leitkultur eines Volkes" (Corps 01/2002). Wenn ich dann noch Zitate wie "natürlich ist es vorteilhaft, wenn ich beim Vorstellungsgespräch weiss, mein gegenüber war auch Corpsstudent" von einem renomierten Vertreter der Wirtschaft höre, dann gehe ich als Frau erst recht auf den Marktfrühschoppen - um gegen diesen Anspruch und viele vielen andere Prinzipien der Korporierten zu protestieren. Alle Menschen, die nicht begriffen haben, dass der Faschismus aus der Mitte der Gesellschaft entsringt und die faschistischen Strukturen der Männerbünde nicht nur tolerieren, sondern fröhlich mit eben diesen auch noch saufen, haben aus der deutschen Geschichte nichts, aber auch gar nichts gelernt. Schade.
PS: Wo waren denn die Antifa-Prügelmenschen? Die Gewalt, die ich gesehen habe, ging ausnahmslos von besoffenen Bürgern aus!
Kritik und Alltag
Das Lebensbundprinzip ist kein "Problem" der studentischen Korporationen, sondern deren innerster Kern - ohne Lebensbund keine Verbindung. Unklar bleibt, was an einem generationenübergreifenden Zusammenschluß von Menschen schlecht sein soll. Traditionen werden regelmäßig überprüft und hinterfragt, auch wenn man das außen nicht gut sieht, weil die Entwicklungen langsam und stetig vor sich gehen. Sicher ist, daß sich die Korporationen intern selbstkritisch sehen und ständig über Sinn und Unsinn des Seins und Tuns diskutieren, allein schon wegen der notwendigen Anpassung an die Entwicklung der Gesellschaft, des Überlebens und die Werbung neuer Mitglieder. Vorwurf "hierarchische Strukturen": Es gilt das Conventsprinzip, mit Wahlen, Ämtern, Verantwortlichkeiten, Abstimmungen - parlamentarische Basisdemokratie pur. Neueinsteigern, "Füxen", ergeht es nicht mehr so wie zu "Untertans" Zeiten, denn junge Leute von 2002 machen freiwillig mit, und wer wollte das schon tun in einem Verein, in dem er schlecht behandelt wird? (Manchen wird der schiere Zeit- und Arbeitsaufwand zuviel, das ist Grund #1 für Nichteintritt bzw. Austritt.)
Seltsam ist der Vorwurf, daß Korporierte Menschen seien, die in der Gesellschaft "böse" Dinge tun würden: Entscheidet ein Richter pro/contra Abschiebung etwa deshalb pro, weil er korporiert ist? Mache ich als Umweltschutztechniker schlechtere Umweltverträglichkeitsprüfungen, weil ich in einer Verbindung bin?
Richtig ist die Betrachtung, daß Korporierte im Schnitt "konservativer" sind als nichtkorporierte Studenten, und so sind auch die allermeisten Korporierten im Bundestag in der Fraktion der CDU/CSU zu finden. Aber bitte, die hier schon mehrfach kritisierten Vorgänge in Wirtschaft, Politik, und Gesellschaft laufen auch so ab, mit 95% Nichtkorporierten und Rot-Grün am Bundesruder.
Zu Ehre, Freiheit, Vaterland: Ausführliches dazu unter:
@schmückend: Klar versuchen Verbindungen, ihre Leute zu protektionieren und zu fördern, das ist ganz natürlich - von der Familie über Parteien bis zur Gewerkschaft tun das alle sozialen Gruppen, das ist deren Hauptzweck! Bei Verbindungen heißt das negativ "Seilschaft", an der Uni schön "Alumni", beim Frauenkreis positiv "Networking". So what?
Männerbunde sind ein weites Thema, aber "faschistisch" sind die per se nicht. Ebenso daneben ist die Theorie, daß der Faschismus aus der Mitte der Gesellschaft entspringt, das spiegelt die Realität in Deutschland im Jahr 2002 nicht wieder.
Was den Umgang von männlichen Korporierten bzw. Männerbünden mit Frauen angeht, sollte man(n) bzw. kritische frau sich auch den Alltag anschauen und nicht nur Flugis oder besoffene Leute ohne Benimm: In den allermeisten Männerbünden (so auch meinem) sind persönliche Partnerschaft und Familie sehr wichtig, und nehmen im Semesterprogramm entsprechend weiten Raum ein. Die Veranstaltungen, bei denen die Männer exklusiv unter sich sind, sind nur noch wenige.
Klar gibt es einige Chauvi-Sprüche, meist aus (alten) Verbandszeitschriftartikeln, die sind aber nicht wirklich repräsentativ. Die Floskel vom "schmückenden Beiwerk" wurde meines Wissens nach nicht von Korporierten, sondern von Kritikern geprägt.
Die Linke und ihre Bünde
@Antwort
@Hannes: Ich hatte Dir ja versprochen, nicht mehr mit Dir zu diskutieren, weil Du mit Deiner Geisteshaltung Lichtjahre von mir entfernt zu sein scheinst; aber ich gehe trotzdem nochmal auf Deine Kommentare ein:
Du behauptest, dass Männerbünde "per se" nichts mit Faschismus zu tun haben. Jeder, der Eure Vergangenheit kennt, weiß dass das gelogen ist. In Marburg z.B. waren es die Burschenschaften, die den Grossteil der SA gestellt haben, Juden denunzierten und Leute verbrügelt haben. Es waren die Burschenschaften die die Bücherverbrennung organisierten... Es ist mir nicht bekannt, dass es
eine selbstkritische Aufarbeitung dieser Vergangenheit innerhalb der Burschenschaften gegeben hätte (wie von Dir behauptet). Ihr haltet die selben Werte hoch wie damals: "Ehre, Freiheit, Vaterland", ihr begeht die selben Traditionen (Kleidung, Fechten, Saufen...) und einige von Euch - ich sage bewusst "einige" (!) pflegen freundschaftlichen Kontakt zu Neonazis. Deine Aussage, das Skins ebenso unerwünscht sind auf dem Marktfrühschoppen wie linke Störer ist schlicht falsch und lächerlich und kann von jedem, der Augen im Kopf und ein wenig Verstand hat überprüft werden. Die Sympathien sind vorhanden und das ist eindeutig!
Desweiteren meintest Du "Seltsam ist der Vorwurf, daß Korporierte Menschen seien, die in der Gesellschaft "böse" Dinge tun würden". Das finde ich überhaupt nicht seltsam. Wenn es doch so ist, wie Du selber zugibst, dass ein Grossteil der Kooperierten ein rechts-konservatives Politikverständis hat und damit in Führungspositionen strebt mit dem Ziel, diese Ideologie in die Praxis umzusetzen, dann
ist die Veranstaltung auf dem Marktplatz nichts anderes, als eine konzentrierte Ansammlung von all dem, was die "Linke" als Ursachen des Übels in unserer Gesellschaft identifiziert. D.h. ich brauche nicht zur Demonstration auf den CSU-Parteitag nach Bayern zu fahren um gegen Berlusconi und die CSU zu protestieren, wenn ich das gleiche direkt vor meiner Haustür vorfinde.
@lumiere time
wir haben nichts gesehen, wir haben nichts ge
Autor: Oliver Mayer
Der Marktfrühschoppen im hessischen Marburg. Burschenschafter beim Feiern. Besonders den Rheinfranken zu Marburg wird seit Jahren der Kontakt in rechtsextreme Kreise vorgeworfen. Und zurecht:
Die Internetseite der Burschenschaft: Erst im Juni durfte der Republikanerführer Schönhuber auf dem Hause der Rheinfranken einen Vortrag halten. Thema: Die Neue Rechte.
Gute Gastgeber sind die Rheinfranken nicht ...
Sprecher der Rheinfranken:
"Ihr müsst hier runter, das ist ein Privatgrundstück, das ist keine Straße, das ist ein Privatweg."
... und Fragen lassen sie sich außerdem ungern stellen. In den eigenen Reihen gibt es mehrfach Beziehungen zum Rechtsextremismus.
Björn Clemens, Mitglied der Rheinfranken - Björn Clemens, im Vorsitz der Republikaner Nordrheinwestfalen.
Doch damit nicht genug. Juni 98. Neonazis demonstrieren in Kassel. Vorneweg ein junger Mann. Eindeutig: Demonstrant und Burschenschafter, ein und die selbe Person.
Nordbayern - Erlangen. Am 1. Juli großes Treffen bei der schlagenden Verbindung Frankonia. Alte Herren kommen aus ganz Deutschland. Der bayerische Innenminister hat der Burschenschaft vor drei Wochen Rechtsextremismus vorgeworfen. Die Frankonen streiten immer noch ab:
Ein Alter Herr der Frankonia:
"Wir haben nichts mit Neonazis zu tun, überhaupt nichts, sicher, ganz sicher."
Dabei durften schon einige vom äußersten rechten Rand bei den Frankonen sprechen. U.a. Pierre Krebs vom rechtsextremen Thule-Seminar, das christlich- jüdische Religion verneint und einem heidnischen Germanenkult huldigt.
Der emeritierte Politikprofessor Kurt Lenk nahm inkognito am Vortrag des Pierre Krebs in der Frankonia teil.
Prof. Dr. Kurt Lenk - Politikwissenschaftler:
"Am Ende war natürlich ein mehr als höflicher Beifall, man merkte, er hat sozusagen die Leute angesprochen. Die fühlten sich bereichert und einer bedankte sich dann und es endete damit, dass also Herr Krebs seine Broschüren verkaufte."
Der bayerische Verfassungsschutz hat bei den Frankonen noch keinen eindeutigen Schritt Richtung Demokratie feststellen können.
Robert Bihler - Verfassungsschutz Bayern:
"Wir stellen eher fest, dass die Burschenschaften nach dem Motto verfahren, wir haben nichts gesehen, wir haben nichts gehört und wir haben nichts gewusst."
Die Burschenschaft Germania in Hamburg. Auch hier gab es immer wieder deutliche Anzeichen für Beziehungen ins rechtsextreme Lager. Allein die Internetseite hat es in sich. Zahlreiche Links führen zu einschlägig bekannten Publikationen. Aus den Reihen der Germanen kommt zum Beispiel André Goertz. Der Neonazi war einst Vorsitzender der verbotenen FAP Hamburg und Germane. Inzwischen betreibt Goertz das nationale Infotelefon.
Heute, so behaupten die Germanen, wäre Goertz kein Burschenschafter mehr. Für den Sachbuchautor und Arzt Felix Krebs ist es deshalb noch lange nicht vorbei mit dem Rechtsextremismus bei den Germanen.
Felix Krebs - Sachbuchautor:
"Die Zeit des Rechtsextremismus war mit André Goertz in der Germania nicht zu Ende. Verlagert hat sich ein bisschen das Feld, was die Germania dann weiterhin beackert hat. Also es gab einen strategischen Umschwung, man hat sich weg von der militanten Linie, weil es zu der Zeit auch z.B. Verbote von neofaschistischen Parteien gab, hin eher zu neuen Rechten, also zu einer Intellektualisierung des Rechtsextremismus orientiert."
Und tatsächlich: diese Druckvorlagen mit eindeutigen Symbolen brachten die Burschenschafter in einen Hamburger Kopieshop.
Ulla Peckskamp:
"Das war die Burschenschaft Germania ich weiß nicht, ob das ein Vorstand von denen war, oder so. Ein ziemlich großer Typ mit einer Narbe im Gesicht und die wollten halt Postkarten drucken. Drei Versionen und eine ziemlich hohe Auflage."
Weil sich die Mitarbeiterin weigerte, wurden die Karten für die Germanen nie gedruckt.
Der Dachverband Deutsche Burschenschaft feiert jedes Jahr auf der Wartburg mit der umstrittenen ersten Strophe. Die drei genannten Burschenschaften gehören zum Dachverband. Von diesem trennten sich 1996 mehrere Burschenschaften und gründeten die Neue Deutsche Burschenschaft. Dieter Haack, ehemaliger Bundesbauminister und alter Herr in der Neuen Deutschen Burschenschaft erläutert die Gründe.
Dr. Dieter Haack - ehemaliger Bundesbauminister:
"Diese neue Burschenschaft, die will eben, dass alle ihre Mitgliedsvereine ein klare politische Grundlage haben, sozusagen auf dem Boden unseres Grundgesetzes, unserer demokratischen Verfassung. In den alten Burschenschaften gibt es eben leider bis heute seit längerem rechtsradikale Tendenzen."
Der Dachverband Deutsche Burschenschaft, zu dem etwa 110 schlagende Verbindungen gehören, wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.
Der Rechtsruck einer Burschenschaft kann weit führen. Das Haus der Jenensia zu Jena, ebenfalls Mitglied in der Deutschen Burschenschaft. Im Dezember 1999 durfte hier unter massivem Polizeiaufgebot der rechtsextreme Verleger Peter Dehoust einen Vortrag halten. Vor dem Haus der Burschenschaft standen Mitglieder des Thüringer Heimatschutzes - einer ostdeutschen Neonazi Organisation Spalier.
Peter Dehoust:
"Der Vorwurf, dass ich Nationalkonservativer bin, den erkenne ich gerne an - mehr nicht."
Nach der Veranstaltung spaltete sich die Jenensia. 11 Burschenschafter und zwei alte Herren gründeten die verbandsunabhängige Burschenschaft Normannia. Zwischen der Normannia und der NeoNazi Organisation Thüringer Heimatschutz soll es starke Überschneidungen geben. Der Verfassungschutz Thüringen müsste es am besten Wissen. Schließlich bezahlte die Behörde ein sechsstelliges Gehalt an einen enttarnten V-Mann und Führer der NeoNazi-Organisation.
Thomas Sippel - Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz:
"Wir konnten in der Vergangenheit durchaus Verflechtungen zwischen dem Thüringer Heimatschutz und der von ihnen genannten Burschenschaft feststellen, äußerlich fand dies Ausdruck in der bereits erwähnten Vortragsveranstaltung von Peter Dehoust in Jena."
Für das Bundesamt in Köln sind Burschenschaften jedoch kein Thema, denn so die Antwort auf eine Anfrage von Report München:
"Die Beobachtungen von Burschenschaften, bei denen Anhaltspunkte für rechtsextremistische Bestrebungen feststellbar sind, fällt in die Zuständigkeit der Landesbehörden für Verfassungsschutz, da überregional aktive rechtsextremistische Burschenschaften nicht bekannt sind."
Für den länderübergreifenden Dachverband "Deutsche Burschenschaft" kann jedoch nur ein Bundesamt zuständig sein. Und nicht zuletzt im Dachverband scheinen rechtsextreme Kräfte an Macht zu gewinnen.
@zu:keine Ahnung
Uralt und undifferenziert
Traditionen und Geschichte
Die Aussage, daß Männerbünde, die es in fast allen Kulturen der Welt und schon min. seit den alten Griechen gibt, erstmal an sich nichts mit Faschismus zu tun haben, bleibt und ist richtig. Siehe dazu u.a. das Buch von Burkhard Schröder "Unter Männern - Brüder, Kumpel, Kameraden".
Ebenso hat verbindungsstudentisches Brauchtum, sei es Fechten, Kneipen, Singen oder Couleur nichts mit NS zu tun - das alles hat es schon min. 150 Jahre vor dem NS gegeben, und heute 60 Jahre danach. Entsprechend bleibst Du die Antwort schuldig, was an den heutigen Auslegungen von Ehre (im Sinne von Würde, Art. 1 GG) oder Freiheit auszusetzen ist.
(Und was das Saufen angeht: "Gesoffen wird von allen, immer und überall. Grund gibt's immer, Anlaß egal." Darin unterscheiden sich "Linke" und "Rechte" kein bißchen.)
Unabhängig davon stimmt, daß sich in der Zeit von 1920/1925 bis 1933 sehr viele Studenten dem NS zugewandt haben, auch und insbesondere die in Verbindungen organisierten, und damit auch die Gesamtbünde als solche - siehe die zahllosen Belege in damaligen Reden und Leitartikeln. Genau richtig ist, daß es heute unter den 900 bis 1.000 Verbindungen leider einen bestimmten Prozentsatz (vielleicht 20, 30 Bünde) gibt, der vom rechten Rand nicht lassen will - siehe Presseberichte wie obigen report-Beitrag von 2001 oder die aktuellen VS-Berichte im Bund und in Bayern. Daraus zu schließen, Skins seien beim MFS besonderes gern gesehen, wird dem Prozentsatz nicht gerecht - was aber die Veranstalter wohl nicht von der Verantwortung befreit, sich ihre Gäste vielleicht auch mal genauer anzuschauen.
Bleibt die Parteipräferenz: Sicherlich sind die Korporierten im Schnitt "konservativer", aber nicht alle sind deshalb bei der CDU. Einer sitzt auch für Rot-Grün in der Bundesregierung, und Rezzo Schlauch hat deutlich mehr Partien gefochten als ich.
Gerade in Betrachtung des 19. Jahrhunderts sehe ich keinen Widerspruch zwischen linker Politik und Verbindung - von Marx über Lassalle und Adler bis Schultze-Delitzsch waren (fast) Begründer linker und sozialer Bewegungen korporiert, die meisten waren Burschenschafter. Sehr schön dazu:
Auch heute kann ich nicht erkennen, in wie weit eine Verbindung als Lebensbund eine Aussage darüber macht, welche Vorstellungen der Einzelne von der Gesellschaftspolitik und den Verteilungsverhältnissen von Besitz und Kapital hat. Das ist auch gut so, finden meine bei der SPD aktiven Bundesbrüder. =:)
jaja
haha
@Hannes
Super-Illu - TSTSTS
Paranoiker, geht nach Hanau und sucht die Pyramide dort - dann habt ihr auch den Tempel !
Und Füss´ wasche, sonst gibts was hinner die Löffel !
Die Räume im Untergrund des Telesterions ...
Do müsst ihr Archäologie studiern - wenn es die Landesregierung net abschafft ...
So wie se die Ägyptologie abschaffe wollt ´97 %-//
Und wer wollt´ se aach abschaffe - die Leut´ die sich des Geld vom Wirt net uffs Kondo überweise lasse.
AYH (Angry Young Hesse)
@beobachter
auch falsche meldungen bleiben falsch auch wenn du sie gerne wahrhaben willst.
Es ist schade und auch für die leute von pink silver auch peinlich das ide polizei und die feioernden mit dieser prostestform gut umgehenm konten - weglachen (ausziehen ausziehen) oder gleich abdrängen - und das het keinen gestört.
auch die eingekesselnden pink leute störten nur einkleines häufchen von gegendemonstranten.
ich sehe da eine krise des widerstandes.
und gerade die alten hasen die sonst immer dabei waren fehlten ganz - noch nicht mal als besucher hat man die gesehen - krise - und satt von einem widerstand der nichts bewegt.
setzt den HEBEL da an wo es wirkung bringt.
@lumiere
Reden statt Pfeiffen
also ich selber war jetzt zum 2. Mal auf dem Marktfrühschoppen und bin selbst seit 2 Jahren hier aktiver Student an der Uni, sowie in einer Burschenschaft!
Vor weg es gibt in Marburg ca. 30 Verbindungen, gerade mal 6 davon sind Burschenschaften und davon wiederum 4 in der Deutschen Burschenschaft.
Es gibt bestimmt einige Kritikpunkte an Verbindungen, aber das sie nationales-rechtsextremes Gedankengut tradieren ist auf die meißten Studentenverbindungen nicht anzuwenden.
Ich kann nur berichten was mir passiert ist auf dem "bösen" Marktfrühschoppen:
Als ich versuchte mit den s.g Demonstranten zu reden wurde ich durchgehend beschimpft"scheiß Burschi","Arschgesicht","Nazi"etc.
Nachdem es mir halbwegs gelungen war, einem "Linken" ein Gespräch aufzudrängen, mußte ich mir anhören :"Ihr seid alle faschistoid"
Ich fragte :"Was heißt das?"
Er:"tendenziell faschistisch"
Ich:"Wie oft warst du schon bei einer Verbindung oder hast mit den Burschis gesprochen"
Er:"Noch nie , ich rede mit solchen Leuten nicht"
Ich wollte noch eine Frage stellen , doch dann wurde ich auch schon abgedrängt!
Auf dem Rückweg traf ich noch einen Alten Herren meiner Verbindung , auf ihn wurden Farbeier geworfen, denn den Faschisten muss man ja bekämpfen, wo es nur geht!(Bloss war dieser "Nazi" Halbperser)Nun macht ja nix , war ja wie immer der Quotenhalbperser.
Also bevor Ihr das nächste mal wieder demonstrieren geht, fragt Euch mal, ob nicht Ihr es seid die Vorurteile und Intoleranz verbreiten!
Also bevor Ihr das nächste mal mich wieder Nazi nennt(oder tendenziell faschistoid),wenn ich mit Bändchen durch die Stadt gehe, fragt Euch mal, ob nicht der Burschi vielleicht gar kein Nazi ist.
Also bevor Ihr nächstes mal überall in der Stadt mit Farbe die Wände beschmiert und die Verbindugshäuser, dann fragt Euch mal was Ihr da anderes tut, als die Typen, die das vor n paar Jahrzehnten schonmal getan haben.
"Man macht sich nicht dadurch besser, in dem man andere schlecht macht!"
Ganz schön verlogen der Burschi
?
konstruktive Kritik durch Hintergrundwissen
DIE SCHLIMMSTEN KINDER SIND DIE STRENGSTEN ELTERN!
Mit Sorge lese ich den beiderseiten Ergänzungswechsel.
Diese Festivität als eine reine Veranstaltung von Burschenschaftern zu klassifizieren zeigt lediglich, daß da wohl einige Leute Ihre Hausaufgaben nicht oder recht schlecht gemacht haben! Studentenverbindungen gibt es vielschichterweise wie folgt:
Burschenschaften (fakultativ schlagend = fechtend)
Landsmannschaften (territoriale Gruppierungen aus einer bedtimmten Region, z.B. Braunschweig = Brunsviga, pflichtschlagend)
Turnerschaften (teilweise Pflicht, teilweise fakultativ schlagend)
Corps (genau wie Landsmannschaften, finden sich nur besser, meist pflichtschlagend)
Sängerschaften (nicht schlagend oder fakultativ)
Dann gibt es noch AV (akademische Verbindung)
Weiterhin existieren noch gleubensorientierte Verbindungen.
Gemeinsam haben sie wohl das Tragen von Farben, Anzügen und Mützen (Vollcoleur).
Politische Entscheidungen sowie politische Stimmungsmache wird größtenteils ausschließlich von Burschenschaften gemacht. Dabei sollte man bedenken, daß nicht jede Burschenschaft dem unterzuordenn ist. Nicht jede Margarine ist "Lätta". Das Problem ist jedoch, daß sich dann einige wenige auf diese Negativbeispiele konzentrieren und so die ganze Verbindungs"szene" in Verruf gebracht wird. Leider kann man dem nicht so ganz zustimmen. Richtig ist, daß die Traditionen fortgelebt werden. Das man andere Menschen respektiert und sich kritisch mit Problemen auseinandersetzt. Verbindungen sind an sich demokratisch strukturiert. Jede Verbindung hat eine Satzung und innerhalb jeder Verbindung existiert eine sogenannter Convent (= Vorstandssitzung und Mitgleiderversammlung). Jeder, der das nicht als demokratisch bezeichnet, hat nicht mehr "alle Latten am Zaun!".
Um nun mal die Burschenschafter in Schutz zu nehmen.
Wartburgfest. Die Burschenschaften haben im Rahmen der Befreiungskriege das territorial zerstückelte Deutschland zur Nation geeint. Daher kommen Ihre nationalen Bestrebungen. Frage ist nur. Gibt es heute noch einen gesunden Nationalismus, der nicht mit Nationalsozialismus verwechselt wird. National = Nazi? Meiner Meinung nach existiert kein "gesundes" Nationalbewußtsein wie z.B. in Amerika. Dort ist achtet jeder sein Land und singt jeden morgen in der Schule die Nationalhymne. Die Lehren von Weimar haben gezeigt, daß dies bei uns mißbraucht worden ist und daß es momentan eine Identifikationskrise in unserem Land gibt. Der Wessi und der Ossi. Das ist der Ausdruck mangelnden Zusammengehörigkeitsgefühls oder "böse" gesagt "Nationalgefühls".
Also Jungs. Fangt mal an nachzudenken, bevor Ihr monostringent irgendwelche Phrasen losdrescht, die sich einer eurer "politischen Führer" ausgedacht hat.
Nebenbei. Hat noch keiner von euch an irgendeinem Bratwurststand gegessen? Hat noch keiner von euch ein Bier getrunken?
Jeder der behauptet, im Studentenleben wird in den ersten Semestern nicht "gesoffen" bis der Arzt kommt, sitzt wohl jeden Tag von 9 - 22 Uhr in der Unibibliothek und lernt für sein Examen!
Es ist richtig, daß man sich extremer Tendenzen erwehren muß. Jedoch sollte man da vielschichtiger argumentieren und nicht in den Wahn verfallen, alle Verbindungen über einen Kamm zu scheren. Das macht ihr leider! Und ich mutmaße offenbar aus Unkenntnis. Wer von euch war schon mal auf einem Verbindungshaus, nicht nur einmal, sondern zweimal!
Richtig ist, daß in der Verbindungsszene einige Trottel rumlaufen, die sich mangels eigener Persönlichkeit in der Gruppe verstecken und zur Selbstbestätigung ein Band brauchen. Andere wiederum müssen sich einen Antifa-Aufnäher antackern und sich eine schwarze Kaputze aufziehen und mit irgendwelchen Plakaten durch die Straßen laufen.
Wo ist denn da bitte der Unterschied?
Und Bier saufen macht ihr ja wohl auch bei euren Treffen.
Trottel gibt es überall. Nur weil einmal ein Trottel mit Band oder einige unangenehm aufgefallen sind, können die anderen nix dazu, die auch ein Band tragen! Wenn ein Israeli einen Menschen im Krieg tötet, ist dann das ganze Volk ein Volk von Mördern?
Außer Lätta gibt es keine andere Margarine oder was?
Also Jungs. Bücher lesen, bilden und dann anfangen zu meckern oder wehrt man sich gegen die Wahrheit (Pravda)?
Ich bin übrigens Landsmannschafter und es gibt auch einige Leute in der Verbindungsszene, die mir unangenehm aufgefallen sind und die ich absolut nicht leiden kann. Trotzdem laufe ich nicht Gefahr, alle anderen mit Band zu verurteilen. Das macht ihr aber.
DIE SCHLIMMSTEN KINDER SIND DIE STRENGSTEN ELTERN!
P.S.: Abschließend zähle ich noch ein Paar berühmte Verbindungsstudenten auf (Spass bei der Recherche):
Theodor Herzl (=Begründer des Zionismus, Burschenschafter)
Ferdinand Lassale (= Begründer des sozialistischen Gedankens, Burschenschafter aus Bonn)
Karl Marx (Landsmannschafter)
Dr. Schönfelder (der Jura-Schönfelder, L! Schottland-Tübingen)
Rezzo Schlauch (Burschenschafter aus Mainz)
and many more
Erst denken, dann nachlesen, dann meckern.!
Wo hattest du Geschichtsunterricht?
«Die Burschenschaften haben im Rahmen der Befreiungskriege das territorial zerstückelte Deutschland zur Nation geeint.»
Sachlicher Fehler! Die Burschenschafter (oder besser: deren Vorgänger, denn Burschenschaften gibt es erst seit 1817) haben, davon ist auszugehen, in den Befreiungskriegen (von der napoleonischen Herrschaft in Europa) kräftig mitgefochten und im weiteren Verlauf die Idee eines deutschen Nationalstaates befürwortet, ja sogar einen Nationalstaat gefordert. Iirc waren Verbinder auch an der 1848er-Revolution massgeblich beteiligt. Aber die Durchführung der nationalen Einigung ist mitnichten auf deren Mist gewachsen; dafür war nach einem Krieg gegen den "Erzfeind im Westen" Anfang 1871 ein gewisser Ministerpräsident Bismarck verantwortlich.
Zudem hat eben dieser Bismarck "nur" die sog. kleindeutsche Idee umgesetzt: ein Deutschland mit Preussen als Führungsland, ohne die Beteiligung des deutschen Teils von Österreich; dies aufgrund von Spannungen zwischen Preussen und der (seit 1863) K.u.k.-Monarchie.
«Studentenverbindungen gibt es vielschichterweise wie folgt:
Burschenschaften (fakultativ schlagend = fechtend) <==== Die Mehrzahl der Burschenschaften sind pflichtschlagend.
Landsmannschaften (territoriale Gruppierungen aus einer bedtimmten Region, z.B. Braunschweig = Brunsviga, pflichtschlagend)
Turnerschaften (teilweise Pflicht, teilweise fakultativ schlagend)
Corps (genau wie Landsmannschaften, finden sich nur besser, meist pflichtschlagend)
Sängerschaften (nicht schlagend oder fakultativ) <==== Kann es sein, dass dir die Bedeutung des Wortes "fakultativ" nicht ganz klar ist?
Dann gibt es noch AV (akademische Verbindung) <==== Ich weiss jetzt nicht, welche du meinst; s. u.
Weiterhin existieren noch gleubensorientierte Verbindungen.» <==== Welche sich aufspalten lassen:
1. Katholische Verbindungen
1.1 Verbindungen im CV (Cartellverband der katholischen deutschen Studentenverbindungen), nichtschlagend, farbentragend. -- Häufigste Bezeichnung: K.D.St.V.
1.2 Verbindungen im KV (Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine), nichtschlagend, nichtfarbentragend. -- Häufigste Bezeichnung: K.St.V.
1.3 Verbindungen im UV (UNITAS-Verband der Wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine), nichtschlagend, farbentragend. -- Häufigste Bezeichnung: W.K.St.V.
2. Überkonfessionelle Verbindungen
2.1 Verbindungen im Wingolfsbund, nichtschlagend, farbentragend.
Man möge mich ergänzen, falls ich etwas vergessen haben sollte.
Desweiteren gibt es noch eine Anzahl (studien)fachgebundener Verbindungen. Auch gibt es Verbindungen, die versuchen, Personen bestimmter Staatsangehörigkeit an sich zu binden. So sind mir hier in Aachen zwei niederländische und eine luxemburgische Verbindung bekannt.
Bis auf die oben angesprochenen Punkte kann ich deinem Beitrag im grossen und ganzen beipflichten, auch wenn ich in Marburg weder wohne noch studiere und den Marktfrühschoppen nur aus den Medien kenne.
Korrektur
«1.3 Verbindungen im UV (UNITAS-Verband der Wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine), nichtschlagend, farbentragend. [...]»
Muss natürlich heissen: nichtschlagend, nicht farbentragend.
Rein prophylaktisch entschuldige ich mich bei allen UVern für meinen Irrtum.
Sven Mch!
JAJA
2. Landsmannschaften mit "Territorialem Anspruch" gibt es heute nicht mehr. Dies war nur bei den alten Landsmannschaften der Fall und diese wurden zu Beginn des vorletzten Jahrhunderts meist Corps.
Desweiteren kann ich nur sagen: Alle Extreme gehören verboten!!! Rechte UND Linke!!! Keine Toleranz gegen Intoleranz, und letztere ist bei BEIDEN Seiten zu Hauf vorhanden.