Demo 28.6. - Der Kampf geht weiter !

Frank von der FH Köln, 29.06.2002 23:45 Themen: Bildung
Ca. 600 Menschen demonstrierten am 28.6. gegen Bildungs- und Sozialabbau in Köln. Die Auftaktkundgebung gab mit Rednern von ver.di und der Attac-Hochschulgruppe eine erste Einführung in das Thema GATS, einem Abkommen der WTO, das neben der Bildung auch das Gesundheitswesen, die Wasserversorgung, usw., privatisieren will. Für gute Stimmung sorgten 3 Rapper, die musikalisch auf die unsoziale Bildungspolitik Bezug nahmen. Anschliessend gab es eine äußerst laute, stimmungsvolle und inhaltlich korrekte Demo durch die Innenstadt Kölns. Auf der Endkundgebung sprachen ein Lehrer, ein Sprecher des abs (Aktionsbündnis gegen Studiengebühren) und ein Sprecher des AStA der FH Köln. Für eine satirische Sicht auf die Thematik Bildungs- und Sozialabbau sorgte der Kabarettist Heinrich Pachl.
Ca. 600 Menschen demonstrierten am 28.6. gegen Bildungs- und Sozialabbau in Köln. Der Rudolfplatz war damit gut gefüllt. Die Auftaktkundgebung gab mit Rednern von ver.di und der Attac-Hochschulgruppe eine erste Einführung in das Thema GATS, einem Abkommen der WTO, das neben der Bildung auch das Gesundheitswesen, die Wasserversorgung, usw., privatisieren will. Für gute Stimmung sorgte der Rapper Flex, sowie das Team El Dondo und El Criminal, die musikalisch zu der unsozialen Bildungspolitik Stellung nahmen. Anschliessend gab es eine äußerst laute, stimmungsvolle und inhaltlich korrekte Demo durch die Innenstadt Kölns. Mit Parolen, wie "Brecht die Macht der Banken und Konzerne" machten die Demonstrierenden auf die Verantwortlichen der Finanzmisere im Land aufmerksam, für die Ministerpräsident Clement Studierende und andere gesellschaftliche Gruppen bluten lassen will. Wieder einmal plant eine Regierung eine Umverteilung von unten nach oben.Auch das Prinzip "Teile und Herrsche" wurde in den Redebeiträgen und auch auf der Straße klar benannt. Arbeitnehmer und Arbeitslose, Inländer und Ausländer und nun auch Regelzeitstudierende und sog. Langzeitstudierende sollen gegeneinander ausgespielt werden, um ihre Solidarität zu brechen. Die Quittung werden die etablierten Parteien am Wahltag, dem 22.9. erhalten. Die Teilnehmer der Demo skandierten immer wieder: "Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten - Wer war mit dabei? Die Grüne Partei - Wer verarscht uns immerzu? FDP und CDU" und erhielten dafür von nahezu allen Passanten ein zustimmendes Lächeln. Es wurden immer wieder einige Minuten lang Straßenkreuzungen gesperrt, wobei auch Flugzettel zu GATS verteilt wurden. Auf der Endkundgebung sprachen: ein Lehrer einer Kölner Gesamtschule, ein Sprecher des abs (Aktionsbündnis gegen Studiengebühren) und ein Sprecher des AStA der FH Köln. Für eine satirische Sicht auf die Thematik Bildungs- und Sozialabbau sorgte auf teils bittere und teils lustige Weise der Kabarettist Heinrich Pachl.

Für die erhofften und nicht erschienenen 1000 Teilnehmer entschädigte die sehr gute Stimmung, die kämpferischen Redebeiträge und der unglaublich laute Demonstartionszug.

Der Kampf gegen unsoziale Politik geht weiter !!!

Links: www.gats.de, www.protesthilfe.de, www.protestinfo.de, www.abs-nrw.de, www.education-is-not-for-sale.de
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Ergänzungen

weiß nicht viel

Herr Meier 30.06.2002 - 03:40
aber es ist total schön zu sehen wie Ihr Euren Idealismus auslebt, gibt mir Mut...
War 68 dabei, und glaube immer noch an eine bessere Gesellschaft, die Ihr ermöglichen könnt. Kämpft weiter !
Werd alles mir in der Macht stehende dazu beitragen.

Mutmachend

iX 30.06.2002 - 10:35
Mir machts Mut zu sehen, daß etwas mehr auf die Hintergründe eingegangen wird. In der Vergangenheit haben Studis leider immer nur die jeweilige Landesregierung verantwortlich gemacht, obwohl doch leicht zu sehen ist, daß die nur ausführend ist.

SCHMUDDELPACKUNG

~ 02.07.2002 - 23:42
die 50 euro verwaltungsgebühren sind vom tisch. die 650 euro für langzeitstudenten werden morgen wohl verabschiedet. mit den 50 euro hätte ich leben können. die 650 euro kann ich beim besten willen nicht bezahlen. andereseits glaube ich nicht, dass genug studenten jetzt noch bereit sind auf die strasse zu gehen, weil den meisten ja geholfen wurde mit der abschaffung der 50 euro sache.
ich kann mir jetzt überlegen mein studium abzubrechen oder in einen teufelskreis zu geraten von jobben, bezahlen und studieren.
da ist wohl einiges verkehrt gelaufen bei den studi protesten. man hätte sich vorher dafür einsetzen sollen mit 50 euro verwaltungsgebühren leben zu können. jetzt ist die studentenschaft gespalten. alle die die sich noch in der regelstudienzeit befinden, werden ihr studium schnell beenden wollen oder sich nicht darum kümmern, wie es mit den langzeitstudenten weitergeht. die langzeitstudenzen sind zu wenige um einen vernünftigen protest weiterzuführen.
die nrw politik hat uns verarscht.. nach strich und faden und wir sind darauf reingefallen.
das wars...



STUDIENGEBÜHREN SIND FIX !

~ 03.07.2002 - 20:47
Liebe KommilitonInnen,

das Kabinett der NRW-Landesregierung hat die Einführung von
Studiengebühren auf der Kabinettssitzung am Dienstag, den 2. Juli
2002 beschlossen. Laut der Verlautbarung der Landesregierung sollen
alle davon betroffen sein, die die Regelstudienzeit um vier Semester
überschritten haben, die ein Zweitstudium nach dem Abschluß eines
ersten berufqualifizierenden Studiums oder das Lebensalter von 60
Jahren überschritten haben. StudentInnen dieser Kategorie sollen
künftig mit 650 EURO pro Semester, also 1300 EURO pro Jahr, zur
Kasse gebeten werden.
Für ALLE StudentInnen kommen noch 50 bis 100 EURO pro
Semester hinzu. Diese sollen nach Planung der Landesregierung an
die Studentenwerke fließen, da das Land sich aus der Finanzierung
der Studentenwerke zurückziehen wird.
Vorläufig ist dies erst mal ein Kabinettsbeschluß. Der Landtag muß
diesem noch zustimmen. Aller Voraussicht nach soll dies im
September 2002 geschehen.
Aus dem gegebenem Anlaß findet eine universitäre Vollversammlung
statt:

UNI-VOLLVERSAMMLUNG
am Mittwoch, den 10. Juli 2002
von 13 - 14 Uhr
im Hörsaal 3 A

Thema:
Studiengebühren sind im Kabinett beschlossen - was jetzt?


AStA der Heinrich-Heine-Universität